10. Juli 2015

"Mord(s)geflüster" von Karin Büchel

Kurzgeschichten, in denen Hass, Verzweiflung, Eifersucht, Gier, Zufall, aber auch Liebe im Fokus der Verbrechen stehen. Häufig führen unerklärliche Wege zum Ziel, Menschen um ihr Glück kämpfen oder auch nicht, kaltblütige Verbrechen geschehen und skurrile Begegnungen zu überraschenden Situationen und Wendungen führen. Lassen sie sich mitnehmen in eine Welt der heiklen Verbrechen.

Mörderische Geschichten. - Kurios, amüsant, spannend und (fast) immer tödlich!

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Leseprobe aus "Und plötzlich tot!"
Nichts!!! - Absolut nichts hasste ich mehr als die gemeinsamen Abende mit meinem Mann vor dem Fernseher.
Er saß in seinem dunkelbraunen, abgewetzten Ohrensessel. In grauer Jogging-Hose und seinem Wohlfühl-Pullover, mindestens achteinhalb Jahre alt war dieser. In ihm drückten sich die Fettrollen seiner Wampe durch und ließen sogar die einzelnen Bauchfalten erkennen. Gelb- blaue Blockstreifen und einen Rundhals-Ausschnitt. Er war fein gerippt, aus 100 Prozent Polyacryl.
Seine geschwollenen Füße, eingecremt mit einer stinkenden Pferdesalbe steckten in Frottee-Pantoffeln, klein-kariert und mit Gummisohle, rutschfest. - Eine Dose Cashewnüsse in der linken Hand, ein Glas Wein in der anderen Hand. Die Flasche stand vor ihm auf dem Tisch.
Ich hatte Salzstangen zum Knabbern, die setzten nicht so an, schließlich achtete ich auf meine Figur. Größe 38 konnte ich mit meinen fast sechzig Jahren noch immer tragen, schon mal waren die Shirts etwas spack, wie man zu sagen pflegt, aber es ging. Dazu hatte ich ein Gläschen Prosecco.
Der Abend zog sich hin wie Kaugummi: Lang und immer länger. Warf Blasen die platzten und fand kein Ende.
Zuerst kam die Tagesschau mit Jan Hofer im feinen Zwirn. Meine Güte, was hatte der für schöne Augen. Dann wurde umgeschaltet. Es kam Derrick, dem folgte der Alte und zum guten Schluss noch eine Wiederholung vom Tatort aus den achtziger Jahren mit Kriminalhauptkommissar Schimanski, dem Helden von Duisburg.
Dabei hörte ich das unentwegte Zermalmen der Cashewnüsse und das Glucksen nach einem Schluck Wein.
Fürch – ter – lich!
Ich versuchte ruhig durchzuatmen. Erst tief in den Bauch ein und dann durch die Nase aus. Sollte helfen, hatte mir die Hebamme vor vielen, vielen Jahren gesagt ...

Im Kindle-Shop: Mord(s)geflüster: Kurzgeschichten

Mehr über und von Karin Büchel auf ihrer Website.

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