13. August 2015

"Einbahn durch die Zeit: Es gibt nur einen Weg zurück!" von Reinhard Kratzl

Brian, ein Programmierer bei Global-Etech, aktiviert sein Projekt: Alpha 16 – Global. Die Aktivierung löst eine ungewollte Kettenreaktion aus, welche das Ende der Menschheit zur Folge hat.

Gerettet von den Kyrasiten - einer außerirdischen Spezies, reist er mit ihnen in die Vergangenheit. Er bekommt eine zweite Chance: Die Ausrottung von nahezu 9,50 Milliarden Menschen, zu verhindern.

Dort angekommen, wird er von Cynaria - einer menschenähnlichen und sehr attraktiven Außerirdischen, davon in Kenntnis gesetzt, dass seine vermeintlichen Retter, der eigentliche Feind der Menschheit sind ...

Gleich lesen: Einbahn durch die Zeit: Es gibt nur einen Weg zurück! (Die Rettung der Menschheit 1)

Leseprobe:
Als Brian langsam seine Augen öffnete, spürte er einen stechenden Schmerz in seinem Kopf. »Was zur Hölle?«, fluchte er laut und blickte sich um. Ihm war nicht klar, wo er sich gerade befand. Das Letzte an das er sich erinnerte, war, dass er in seinem Büro am Computer saß und die letzte Sequenz des Codes für das Projekt: Alpha 16 – Global, eingab.
Die Programmierung war vollständig, endlich - und alles was er noch zu tun hatte, war den Upload zu starten, der wenn er vollständig übermittelt wurde, Alpha 16 – Global aktivierte.
Sein Finger schwebte über der Maustaste. Nur noch ein Klick und es wurde eine neue Ära der Menschheit eingeleitet, doch Brian zögerte … sollte er es wirklich machen? Konnte er mit ruhigem Gewissen das wohl gewaltigste Ereignis auslösen, das es je auf diesem Planeten gab?
Brian schloss die Augen, atmete tief ein und ließ noch einmal alles vor seinem geistigen Auge Revue passieren. Die bisherigen Tests in kleinem Rahmen, liefen alle ohne nennenswerte Zwischenfälle ab. Doch dieses Mal ging es um das Ganze, dieses Mal gab es kein zurück mehr. Einmal aktiviert, konnte das Projekt nicht mehr gestoppt werden, egal was passierte.
Noch einmal überlegte Brian, ob er alles richtig programmiert, ob er alle Eventualitäten berücksichtigt hatte . »Ja, er war sich sicher!« Brian nahm all seinen Mut zusammen und klickte. Als er seine Augen wieder öffnete konnte er sehen, wie der Upload initialisiert wurde. Zehn Sekunden später war es dann soweit, Alpha 16 Global wurde gestartet …

Während Brian´s Blick umherschweifte, erblickte er hinter sich eine Art Computerkonsole mit zahlreichen Knöpfen, auf denen sich obskure hellblaue Zeichen befanden, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Der Raum selber war diffus beleuchtet, in einer Art blauem Licht. Die Wände, wie auch der Boden, schienen aus einem glatten, glänzend silbrigen Metall zu bestehen. Brian legte vorsichtig seine Hand auf das Metall und es fühlte sich ausgesprochen kühl an. »Eigenartig!«, dachte Brian. Doch ehe er noch länger darüber nachdenken konnte, zuckte er zusammen. Er vernahm einen kurzen und zischenden Laut von rechts und in der glatten Wand öffnete sich eine Luke.
Kurz danach zeichnete sich eine kleine und merkwürdig aussehende Gestalt in der Luke ab, die kurz inne hielt und Brian direkt in die Augen schaute. Große schwarze und ausdruckslose ovale Augen, starrten Brian an. Er wagte kaum zu atmen, und musterte die Gestalt von oben bis unten. Sie war maximal einen Meter sechzig, hatte einen außerordentlich großen Kopf, auf dem kein einziges Haar zu sehen war, schmale Schlitze, die vermutlich die Nase darstellten und dazu einen schlitzförmigen kleinen Mund, ohne erkennbare Lippen. Der gewaltige Kopf wirkte dank dem schmalen Körperbau mit den dünnen Armen und Füßen, fast schon etwas belustigend. Dieses Geschöpf hatte offensichtlich keinerlei Kleidung an und seine aschgraue Haut erinnerte Brian an Leder.
So ein Wesen hatte er noch nie zuvor gesehen und somit wusste Brian nicht so recht, was er davon halten sollte. Vor allem machte ihm diese absolute Stille Angst, es war ganz und gar nichts zu hören, außer seinen eigenen schnellen Atemgeräuschen. Dann wie aus dem Nichts hörte Brian plötzlich die Worte: »Hab keine Angst, du bist hier in Sicherheit!«
»Woher kam diese Stimme, die sich offensichtlich direkt in seinem Kopf zu befinden schien.«, fragte er sich. Das Wesen schien seine Gedanken zu lesen und antwortete: »Wundere dich nicht, wir, das Volk der Kyrasiten, kommunizieren ausschließlich auf telepathischem Wege.«
»Ich verstehe! Aber wie genau komme ich hier her und wo befinden wir uns eigentlich?«, sagte Brian mit lauter Stimme. Als das Wesen darauf nicht antwortete, wurde ihm bewusst, was er gerade in seinem Kopf gehört hatte und er kam sich etwas dumm vor. Erneut stellte Brian seine Frage, aber dieses Mal dachte er einfach nur daran. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
»Du befindest Dich auf der Brücke eines Raumschiffes, der Yrag-Klasse, direkt im Orbit deines Planeten. Wir beobachten die Menschheit schon tausende von Jahren, und studieren die Entwicklung der menschlichen Rasse. Besonders in Bezug auf die Technik, die Ihr entwickelt und nutzt. Als Ihr vor fünfzehn Jahren begonnen habt, an dem von euch als Projekt: Alpha 16 - Global bezeichnet, zu arbeiten, wussten wir sofort wie gefährlich das für die Menschheit sein konnte. Daher entschieden wir uns – entgegen dem Befehl des Hohen Rates der Galaxien, einzugreifen, falls es notwendig werden sollte.«
»Aber … aber wir haben doch alles exakt berechnet, alle nur erdenklichen Vorkehrungen zur Sicherheit getroffen.«, dachte Brian.
»Das mag sein, aber Ihr habt einen wichtigen Punkt, zu sehr vernachlässigt. Die immense Kraft eurer Sonne, die mit eurem Verständnis und dem Stand eurer Technik, unmöglich genau zu berechnen war.«
»Was soll das bedeuten?«, schoss es Brian durch den Kopf.
»Das soll bedeuten, dass exakt als euer Projekt gestartet wurde, eine enorme Sonneneruption statt fand, die all eure Berechnungen zunichte machte und das Verhängnis nahm seinen Lauf.«
»Verhängnis? Welches Verhängnis?«, dachte Brian, und ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit.
»Folge mir, und ich werde es dir zeigen.«, hörte Brian in seinem Kopf, als sich das Wesen zu der Konsole bewegte, einige Knöpfe betätigte, welche die glatten Wände vor ihnen, transparent werden ließ.
Brian ging einen Schritt nach vorne und blickte erstmalig in seinem Leben hinab auf den blauen Planeten, seine Heimat. Aber was er sah, war so gar nicht das Bild, welches er zu sehen erhoffte. Im Gegenteil. Anstatt blau, wirkte der ganze Planet leicht rötlich – fast so, als ob er brennen würde. »Was zum Teufel ist das …«, dachte er und ihm wurde flau im Magen. Er hatte das Gefühl, sich gleich übergeben zu müssen.
»Das was du hier siehst, ist dein Planet. Nach Aktivierung des von dir geleiteten Projektes, gab es durch diese Sonneneruption eine Kettenreaktion – die innerhalb einer Stunde, alles Leben auf deinem Planeten, auslöschte.«
»Waaas ??? Das kann unmöglich passiert sein!« Brian sackte zusammen. Tränen brachen hervor und er wünschte sich, selbst gestorben zu sein. Wie sollte er mit dieser Last leben? Wie sollte er weiter leben mit dem Wissen, knapp 9,50 Milliarden Menschen auf dem Gewissen zu haben?

Im Kindle-Shop: Einbahn durch die Zeit: Es gibt nur einen Weg zurück! (Die Rettung der Menschheit 1)

Mehr über und von Reinhard Kratzl auf seiner Website.

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