7. August 2015

"Verlorene Sehnsucht" von Ute Jäckle

Die neunzehnjährige Kolumbianerin Elena versucht verzweifelt, ihre erste große Liebe, Rico, zu vergessen. Seine kriminelle Vergangenheit bei der Mafia belastete ihre Beziehung schwer. Desillusioniert wieder zu Hause begegnet sie Lorenzo, einem sexy Womanizer, der nichts anbrennen lässt. Er hilft ihr zurück in ihr altes Leben, und sie fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder unbeschwert.

Derweil trifft Rico aus Liebe zu Elena einen folgenschweren Entschluss und beschwört damit Ereignisse herauf, die auch Elena in höchste Gefahr bringen. Denn die Mafia vergisst nicht. Und bald weiß Elena nicht mehr, wem sie noch trauen kann und wen sie liebt.

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Leseprobe:
»Lasst mich sofort los, aua! Nein, ich geh da nicht rein!«, kreischte es laut durchs Lager. Erschrocken fuhr Rico von seiner Hüttenwand auf, wo er den Vormittag über gedöst hatte. Mittlerweile stand die Sonne schon hoch am Himmel. Der Regen hatte aufgehört, die schwüle Luft legte sich wieder über das Lager und brachte alle zum Schwitzen.
Interessiert betrachtete er das Treiben am Eingang des Camps und trat ein paar Schritte vor, um alles besser im Blick zu haben. Auch Torres kam, durch den Lärm angelockt, aus seiner Hütte und stellte sich in einem wild gemusterten Seidenhemd neben ihn. Offensichtlich wollte er sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen, während die Wächter bereits zu ihren Gewehren griffen. Mit einer kurzen Handbewegung beschwichtigte er die Leute.
Zwei Männer zerrten soeben eine wild um sich schlagende schreiende junge Frau herein.
»Loslassen! Nehmt eure dreckigen Pfoten von mir!«
»Verflucht«, brüllte einer, dem sie in die Hand gebissen hatte. »Hör auf mit dem Theater, sonst kriegst du 'ne Tracht Prügel, du Luder!« Er verdrehte ihren Arm auf dem Rücken und schob sie weiter voran. Darüber geriet sie noch mehr in Rage, trat nach ihm und erwischte ihn dieses Mal am Schienbein. »Ihr könnt mich mal! Glaubt ihr im Ernst, ich komm einfach mit euch mit?!«
»Ruhe jetzt, sonst setzt es was! Den ganzen Weg über machst du schon so einen Aufstand! Ich hab die Schnauze voll!« Der andere schnappte sich ihre Beine und gemeinsam trugen sie das sich heftig wehrende Bündel weiter.
»Sag Córdoba, ich will ne Gefahrenzulage«, flüsterte Rico und beobachtete fasziniert den ungleichen Kampf. Zäh war sie, das musste er ihr lassen. Obgleich sie völlig chancenlos gegen die beiden breitschultrigen Männer war, gab sie nicht auf.
Torres lachte, seine Augen waren glasig. »Für die braucht man ein Betäubungsgewehr. Gut, dass du dich um sie kümmern wirst.«
»Das kann ja heiter werden.« Alle Hoffnungen Ricos auf einen einfachen Auftrag verflogen in diesen Sekunden. Hier war ein Raubtierbändiger vonnöten.

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