23. Oktober 2015

"Hund Couture: Episode 1" von Hasso Longnose

Dieser Mops hat Stil, Charme und ziemlich kurze Beine. Und er hat eine Mission. Nämlich möglichst viele Leckerli zu verputzen.
Okay, auch die Welt möchte er nebenbei noch retten. Und seine große Liebe. Seine erste Fashionshow sollte ebenfalls ein Erfolg werden. Und wenn alles schief geht, muss er sich bald auch noch um die Nachkommen seines hyperintelligenten Hamsterfreundes Turing kümmern.

Was also tun? Erst mal ein Leckerli essen? Lies doch einfach selbst ...

Gleich lesen: Hund Couture: Episode 1






Leseprobe:
Mein Name ist Hasso. Hasso Longnose. Und ich renne gerade um mein Leben. Deswegen kann ich mich leider nicht so ausführlich vorstellen, wie es die Höflichkeit einem britischen Mops normalerweise gebietet.
Nur eines, ganz kurz: Es hat gewisse Vorzüge ein Mops zu sein, vom blendenden Aussehen angefangen, über die zeitlose Eleganz, bis hin zu beeindruckender Intelligenz.
Und es hat einige Nachteile, wobei mich momentan nur einer interessiert: meine kurzen Beine.
Jedenfalls sind sie kürzer als die der deutschen Dogge, die mich gerade verfolgt: Arnold, dieser Neureichen-Hooligan, der - glaubt man den Gerüchten - schon einige Hunde auf dem Gewissen hat. Wenn mir nicht bald etwas einfällt, bin ich der Nächste.
Denn er ist nur noch drei Hundelängen hinter mir – und mit Hundelängen meine ich leider Mopslängen.
Wahrscheinlich könnte Arnold noch stundenlang so weiterrennen, jedenfalls kommt sein Schnaufen immer näher, präzise wie eine Maschine. Mein Hecheln hingegen wird immer hektischer. Kein Wunder, Arnold trainiert im Hundesportverein und ich nicht.
Selbst wenn ich es gewollt hätte, die hätten mich nie zur Aufnahmeprüfung zugelassen.
Denn wie es sich für einen ordentlichen Mops gehört, bin ich übergewichtig – neben meinen kurzen Beinen der Hauptgrund, weswegen ich Arnolds Geifer inzwischen direkt in meinem Nacken spüre.
Hätte ich mich doch nicht in seine alte Wohnung im Londoner East-End schleichen sollen?
Aber ich musste es einfach tun!
Kaum war ich in die Wohnung eingedrungen, öffnete Arnolds Herrchen die Tür, suchte nach ein paar Sachen und entdeckte stattdessen im Kleiderschrank einen Mops.
Sofort hetzte er Arnold auf mich.
Und der hat mich bis ans Ende des East-Ends gejagt, vorbei an leer stehenden Modegeschäften, leer stehenden Ein-Pfund-Shops und vollen Wettbüros. Es wird jetzt fast ländlich, aber es bleibt eine trostlose Gegend, in der ich in wenigen Sekunden in die ewigen Mopsgründe eingehen werde.
Jetzt kann mir nur noch eine brillante Idee helfen – oder das Gatter des Bauernhofs vor mir.
Ja, es gibt noch Bauernhöfe in London, wenn auch nur am äußersten Ende des East-Ends.
Mit letzter Kraft schlüpfe ich durch das Gatter und schaue gleichzeitig hinter mich, um zu sehen, wie Arnold es mir gleichtun will, denn er ist zwar stark, aber nicht sonderlich clever.
Zumindest war er das nicht in der Vergangenheit, denn jetzt springt er einfach über das Gatter und ist plötzlich neben mir.
Genau genommen sogar über mir.
Zwischen seinen scharfen Zähnen glaube ich die Reste eines Kätzchens zu erkennen. Vielleicht ist es aber auch dieses Luxushundefutter, das sich mein Frauchen nicht leisten kann.
Und dann mache ich das, womit Arnold am wenigsten rechnet.
Ich bleibe stehen.
Neben liegen, schlafen und fressen kann ich das nämlich am besten.
Und sollte man sich in Krisensituationen nicht auf seine Stärken besinnen?
Allerdings bin ich gar nicht deswegen stehen geblieben, sondern wegen des Stiers, der direkt vor uns mit den Hufen scharrt.

Im Kindle-Shop: Hund Couture: Episode 1

Mehr über und von Hasso Longnose auf der Website.

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