17. Dezember 2015

"Franzl und der grüne Stern" von Katharine Loster

Der Wichteljunge Franzl hat mit seinen Geschwistern gewettet, wer das beste Abenteuer erleben wird. Dabei ist er sich nicht sicher, ob er wirklich ein Abenteuer erleben will. Was macht man in so einem Fall? Man macht sich auf den Weg zu seinem besten Freund um die Angelegenheit zu besprechen und genau das macht auch Franzl. Kaum bei seinem Freund Moritz angekommen, trifft er auf Rufus einen Rattenjungen, der in Schwierigkeiten steckt.

Mit seinen Freunden Moritz, Paul und Rufus gerät Franzl in einen Strudel lustiger, aufregender und magischer Ereignisse.

Franzl und der grüne Stern ist der 2.Teil der Kinderfantasy-Geschichten von Katharine Loster. Das Buch ist zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren und zum gemeinsamen Lesen für Kinder ab 6 Jahren ideal.

Gleich lesen: Franzl und der grüne Stern (Kinderfantasy-Geschichten von Katharine Loster 2)

Leseprobe:
AUFREGUNG IM HAUS MÄUSEBRUMM

Amalie Mäusebrumm trippelte voraus in die Küche!
„Mooooooritz, Mooooooooritz….Franzl ist da!“
„Franzl, möchtest du auch etwas essen? Ich habe Haselnusspfannkuchen gebacken“, fragte die Mutter seines besten Freundes. Schon stand auch ein Teller mit drei köstlich duftenden Haselnusspfannkuchen mit Brombeergelee vor Franzl.
„Mmmpf, maampf- mmallmoooo“, sagte Moritz, er hatte die Backen vollgestopft, aber Franzl konnte sich denken, dass Moritz eigentlich ‚Hallo‘ gesagt hatte.
Franzl lief das Wasser im Mund zusammen und nach einem kurzen ‚Servus Moritz‘, hatte auch Franzl schon den Mund vollgestopft mit den herrlichen Nusspfannkuchen. Niemand konnte die so gut zubereiten, wie Moritz‘ Mutter.
„Kinder, ich muss los zu den Hasel- und Brombeersträuchern. Esst in Ruhe fertig! Den Brief von Theresa muss ich dann am Abend lesen, ich bin schon spät dran.“ Sie gab Moritz noch einen Kuss auf seine Haselmausstirn, strich Franzl über die blonden Haare und schon war sie …tripp, tripp, trappel, hinausgewuselt.
…Schleck, wisch, putz, reib … Moritz schleckte sich seine Mäusepfötchen und putzte sich nach Mäuseart sein Gesicht.
“Schön, dass du zum Spielen gekommen bist. Ich hätte sonst sicher zum Nüsse- und Brombeersammeln mitgehen müssen und darauf habe ich überhaupt gar keine Lust“, piepste Moritz.
Moritz‘ Pfötchen wuschen emsig weiter das kleine Mäusegesichtchen.
„Moritz, ich brauche deine Hilfe, ich habe heute keine Zeit zum Spielen. Ich habe mit meinen Geschwistern gewettet, dass ich das beste Abenteuer erleben werde, dabei habe ich keine Ahnung, wie ich überhaupt ein Abenteuer finden soll.”
Moritz stoppte abrupt sein Gesichtswaschritual und blinzelte erstaunt durch seine kleine, runde, goldene Brille. Die Zungenspitze hing noch ein kleines Stück aus seinem Mäuseschnäuzchen und er wackelte fassungslos mit seinen kleinen Haselmausohren. Das machte er immer, wenn er nicht wusste, was er sagen sollte.
„Äh – hm…“, piepste Moritz.
…………tschlipfz …mzmazm…Jetzt hatte Moritz seine Zunge wieder unter Kontrolle und fragte Franzl: „Wieso MUSST du ein Abenteuer erleben? Das ist ja ganz ganz ganz ganz ganz ganz furchtbar“, Moritz schüttelte es.
Vor Entsetzen stellten sich sogar die Haare von seinem Pelz auf. Jetzt sah Moritz wie ein Ball aus Fell aus. Seine Schnurrbarthaare zitterten.
„Wer verlangt denn so etwas von dir?“, fragte Moritz erbost.
„Hahaha…“, Franzl lachte laut. „Das ist doch nicht wirklich schlimm Moritz. Es ist nur so, dass ich nicht weiß, welches Abenteuer ich erleben soll und schon gar nicht, wie ich das beste finden soll.“
Franzl erzählte Moritz von der Wette mit seinen Geschwistern. Mit aufgerissenen Augen und immer noch zitternden Schnurrbarthaaren hörte Moritz zu.
Haselmäuse sind von Natur aus sehr scheue, furchtsame Geschöpfe. Moritz, als der jüngste und kleinste seines Wurfes, bildete da keine Ausnahme. Er war nicht gerade ein Feigling, aber alles was auch nur im Entferntesten gefährlich werden könnte, kam für ihn überhaupt nicht in Frage. Ein Held war Moritz sicher nicht, aber er besaß ein großes mitfühlendes Herz genau wie Franzl. Er war auch sehr klug, auch wie Franzl. Darum waren die beiden auch so gute Freunde, sie verstanden einander einfach.
So saßen die beiden nun am Küchentisch der Mäusebrumms. Beide hatten den Kopf auf die Hände gestützt und dachten nach.
..Tick, tack, tick, tack…
Es war so still, so mucksmäuschenstill, dass man die Uhr im Wohnzimmer ticken hörte.
…Rums, polter, bang, paff, bumm… QUIIIIEEEEEK…………!
Ein lautes Poltern und Quietschen hallte durch die Räume.
„Arrh-Ah“, vor Schreck purzelte Moritz von seinem Stuhl. Franzl, der vor Schreck von seinem Sessel aufgesprungen war, fiel über Moritz drüber.
..Schieb, zerr, schubs….
„Geh runter von mir!“, fiepste Moritz und strampelte mit seinen Pfötchen. Franzl tastete nach seiner Brille, die ihm von der Nase gerutscht war und …rappel, krabbel, entwurrl….jetzt hatten die beiden es geschafft und sich wieder hochgerappelt. Vorsichtig schlichen sie zur Tür.
„Los Moritz, klettere rauf!“, rief Franzl und hielt ihm seine ineinander verschränkten Hände als Räuberleiter hin.
„Immer ich“, maulte Moritz und wackelte ordentlich, während er versuchte durch das Guckloch in der Tür zu schauen.
„Jetzt mach schon, was siehst du denn?“, drängte Franzl.
In dem Versuch einen besseren Halt zu finden, tapste Moritz mit seinem linken Fuß in Franzls Gesicht herum.
Taps, Mmmpf…
„Bäh!…Moritz nimm deine stinkige Flosse aus meinen Gesicht!“
Mit einem Rumps rutschte Moritz ab und beide krachten schon wieder auf den Boden.
„Was hast du gesehen?“
„Nichts, Franzl, du hast mich ja nicht ordentlich gehalten, du hast so gewackelt.“
Jetzt reichte es Franzl aber: „Ist ja gar nicht wahr! Und ich schaue jetzt nach. Ärgerlich blinzelte Franzl durch seine verrutschte Brille und riss auch schon die Tür auf.
Moritz lugte über Franzls Schulter und seine zitternden Barthaare kitzelten Franzl.
„Was schaut ihr denn so blöd?“
Vor Moritz und Franzl stand der kleine weiße Rattenjunge Rufus und versuchte grimmig dreinzuschauen, was ihm aber überhaupt nicht gelang. Das weiße Fell war komplett verstrubbelt und seine noble schwarze Weste war aufgerissen. Er hatte außerdem ein verschwollenes blaues Auge, blutete an der Wange und schluchzte leise vor sich hin.
Rufus drehte sich um und wollte schnell ins Nachbarhaus verschwinden. Er zitterte aber so stark, dass er mit dem Schlüssel nicht ins Schlüsseloch fand.

Im Kindle-Shop: Franzl und der grüne Stern (Kinderfantasy-Geschichten von Katharine Loster 2)

Mehr über und von Katharine Loster auf ihrem Blog.

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