19. Januar 2016

"Wolfhound" von Kindal Debenham

Fähnrich Jacob Hull hatte nie die Absicht, ein Held zu werden. Als frisch gebackener Offizier der Celostischen Navy will er bis zu dem Tag dienen, an dem er sich sein eigenes Schiff leisten und sich zur Ruhe setzen kann. Aber die Feinde der Celostischen Union haben da andere Pläne. Bereits auf seiner ersten Reise an Bord der CNS Wolfhound kommt es zur Katastrophe.

Jacob und seine Kameraden schlittern von einer Herausforderung zur nächsten und er wird all seinen Mut, Fertigkeiten und Entschlossenheit aufbringen müssen, um die restlichen Crewmitglieder außer Gefahr und wieder lebendig nach Hause zu bringen. Und auf einmal geht es sogar um viel mehr als nur das.

Gleich lesen: Wolfhound



Leseprobe:
Die Antwort des Zerstörers bestand in einer weiteren Salve aus seinen Kanonen. Diesmal, mit der kurzen Distanz zwischen ihnen und der dramatisch reduzierten Geschwindigkeit der Fregatte, war die Attacke verheerend. Geschoss um Geschoss durchstieß den Verteidigungsschirm des Schiffs und schlug in dessen Rumpf ein. Die Schüsse durchbohrten die gepanzerte Außenhaut des Raumschiffs und einen Herzschlag später stießen Feuerlanzen aus dem Inneren ins All hinaus. Gewaltige Explosionen rissen überall Löcher in das Schiff und seine Triebkraft verringerte sich immer weiter, bis es nur noch durchs Weltall driftete, brennend und unkontrollierbar.
Jacob rollte die Wolfhound weg von dem havarierten Raumschiff und ließ es an seiner Backbordseite vorbeitreiben. Das Bild der Fregatte, das in der Ecke seines Bildschirms zu sehen war, zeigte, wie die anhaltenden Explosionen weiterhin große Stücke aus dem Schiff rissen und er bemerkte, dass einer der DE-Segelmasten, der steuerbord angebracht gewesen war, nun frei im Weltall trieb. Die fliegen nirgendwo mehr hin. Jetzt kümmere ich mich um ihre Kollegen. Er überprüfte das Display nach Zeichen vom zweiten Raumschiff und fragte sich, wo es abgeblieben war.
Dann sah er die Piraten auf sich zurasen. Nachdem sie zuerst abgetaucht und vom Kampf geflohen war, hatte die zweite Fregatte kehrt gemacht und stieg nun wieder auf, was ihr eine freie Schusslinie auf die Wolfhound gab. Jacobs Augen weiteten sich, als die Warnleuchten plötzlich aufblinkten. Feindliches Feuer! Sie sind schon zu nah!
Die Einschläge waren brutal. Da die Aufmerksamkeit des computergesteuerten Gegenmaßnahmenoffiziers wohl immer noch nach vorne gerichtet war, schafften es nur wenige der Verteidigungstürme, die ankommenden Geschosse zu erfassen. Mehrere Treffer hintereinander ließen den Simulator wie ein Blatt im Wind erzittern. Jacob wurde in so viele Richtungen geschleudert, dass er nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Er schaffte es gerade eben noch, seine Hand auszustrecken und die Stärke der Segel auf ein Minimum herunterzudrehen.
Als das Beben nachließ, brauchte Jacob einen Moment, um sich wieder zu sammeln und die Situation zu erfassen. Er fühlte sich, als hätte er blaue Flecken davongetragen, als die Gurte ihn im Sitz festgehalten hatten. Am vorderen Teil des Schiffs schienen die Kanonen relativ unbeschädigt zu sein, auch die DE-Segel schienen keinen allzu großen Schaden davongetragen zu haben. Entlang der Bauchseite des Schiffes gab es allerdings Feuer und Löcher. Der Großteil der Techniksektion war nun dekomprimiert und die Stromversorgung im restlichen Schiff fluktuierte wahrscheinlich stark.
Er checkte den flackernden Bildschirm und sah, dass die Fregatte sich weiterhin seinem dahintreibenden Schiff näherte. Die Piraten schienen offensichtlich überzeugt davon, dass das Schiff tot war und sahen keinen Grund, nicht noch näher zu kommen bevor man ihm den Todesstoß versetzte. Typische Piraten, aber noch sind wir hier nicht fertig. Vorsichtig schaltete Jacob die Hälfte der DE-Segel komplett ab und legte ein paar weitere Schalter der Manövrierkontrollen um. Während er seine Vorbereitungen traf, kam die Fregatte immer näher. Warte noch. Warte noch. Die Piraten waren jetzt nah genug, dass kein Punktverteidigungsturm der Welt in der Lage wäre, schnell genug zu reagieren. Jacob lächelte grimmig und legte die Schalter um.
Die Segel erwachten gleißend wieder zum Leben und erwischten den Strom der Dunklen Energie in perfektem Winkel. Mit einer reißenden Bewegung, die Jacob in die Gurte drückte, wirbelte die Wolfhound im Weltall herum und vollführte eine 180-Grad Drehung. Auf halbem Wege des Manövers, schaltete Jacob die Segel wieder aus und würgte die Beschleunigung ab. Als sich das Schiff dem Ende seiner Drehung zuneigte, schlug er auf den Knopf, der die Sequenz für die Manövrierdüsen und Bremssegel startete, was das Schiff schnell genug verlangsamte, dass er wieder in die andere Richtung geschleudert wurde.
Als das Schiff sich wieder in einer relativ stabilen Position befand, bemerkte Jacob, dass das feindliche Schiff den Projektor über seiner Konsole ausfüllte. Seine Augen weiteten sich, als er die losheulenden Alarme registrierte und ihm klar wurde, dass sein Gegner in dem Moment angefangen hatte auf ihn zu feuern, als er sein Drehmanöver gestartet hatte. Er wappnete sich für die totale Zerstörung.

Im Kindle-Shop: Wolfhound

Mehr über und von Kindal Debenham auf seinem Blog und auf Facebook .

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen