18. März 2016

"Du, Dein Zahnarzt und ich" von Dieter Jobst

Welcher Zahnarzt ist gut? Wenn man vom Rathaus kommt, ist man schlauer als vorher. Sagt der Volksmund. Wer vom Zahnarzt kommt, ist nicht selten noch ratloser. Weiß der Autor. Zumal, wenn „etwas“ gemacht werden soll. Oder schon gemacht wurde, mit einem für den Patienten unbefriedigenden Resultat. Dieses Buch klärt auf, nennt alternative Lösungen für die „neuen Zähne“ und schließt beim Patienten Informationslücken, die, im Praxisalltag gepflegt, oft größer sind als die zu schließende Zahnlücke.

Und es begleitet den Leser auf dem Weg, als aufgeklärter Patient einen guten Zahnarzt zu finden. Der Autor, selbst Zahntechnikermeister und auch Patient, entdeckt bei seinen Auftraggebern, den Zahnärzten, mehr handwerkliche Schattenseiten, als einem Patienten lieb sein kann.

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Leseprobe:
Von der Wiege bis zur Bahre
Nicht selten ist es doch so, dass wir vom Zahnarzt kommen, es soll irgendetwas gemacht werden,und mal wieder wissen wir mangels Aufklärung nicht, was der eigentlich zu tun vorhat. Hand aufs Herz, geht es Ihnen anders? Deshalb erzähle ich Ihnen in diesem Buch einiges zu Ihren Zähnen, nenne Fakten, aber keine Namen. Und Versorgungs möglichkeiten, mit denen Sie im Fall des Falles die Zähne sanieren lassen können oder besser nicht.
Der erwachsene Mensch hat im Oberkiefer, das ist der hinter der Oberlippe, 14 Zähne und im Unterkiefer, das ist der, der einem manchmal nach unten klappt, weil man nur noch sprachlos sein kann, noch einmal 14. Schön aufgeteilt in 6 Schneidezähne und 8 Backenzähne, wie der Laie sagt. Und später dann, von der Natur jedenfalls so vorgesehen, falls die Weisheit vollends durchgebrochen sein sollte, sind auch die Weisheitszähne vorhanden, oben 2 und unten 2, verteilt auf rechts und links.
„Da ist ’ne Menge zu putzen“, sagt der Besitzer der 32 Zähne.
„Damit sollte sich doch was machen lassen“, sagt der Zahndoktor. In der Zahnmedizin kursiert der Satz: „Man muss sich seine Behandlungsfälle heranziehen.“ Heißt auch, sich den zukünftigen Umsatz durch entsprechende Vorarbeiten zu sichern.
Hätte der Mensch, wie von den Extremitäten oder den Augen, auch nur zwei Zähne, würde er sicherlich sorgsam damit umgehen. Sie hüten wie einen Augapfel. Am besten für die Zahnmediziner aber ist es, wenn der Normalbürger nichts mit den Zähnen macht, sondern sie sich selbst und der Karies überlässt. Dann entstehen früher oder später die ersten Probleme am Zahn in Form von wunderschönen Löchern.
Das ist dann gut für die Zahnmediziner, aber schlecht für die Patienten, denn ab jetzt wird es teuer. Vielleicht nicht sofort. Aber es wird. Wie immer ist es nur eine Frage der Zeit.

Jeder Dritte hat Karies
Gehört haben Sie das auch schon, es seien circa 33 Prozent. Es gibt aber auch Annahmen, die gehen sogar von 80 Prozent aus. Sogar bei 98 und 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wird Karies vermutet.
Die Frage nur, wie kommt die in so viele Münder? Die wird ja durch Bakterien verursacht, über-wiegend wohl durch das Bakterium „Streptococcus Mutans“. Wenn wir auf die Welt kommen, haben wir das aber nicht im Mund. Also muss es durch Infektion dorthin kommen, durch Ansteckung. Sagt die Medizin und weiß auch den Grund: Klar, durch die Eltern kommt es in den Mund. Durch Schnuller ablutschen und Vorkosten vom Babybrei, durch Nuckeln der Großen an der Flasche für die Kleinen. Und irgendwann sind die ersten Beißerchen da, die Bakterien schon längst, und zack, fallen sie über Zähnchen her. Deshalb haben so viele Kleinkinder schon Karies. (Die kommt also von den Eltern und gar nicht allein vom überzuckerten Babytee? Wenn das die Industrie wüsste.)
Die Weitergabe vom Streptococcus ist aber nicht auf Kleinkinder begrenzt. „Alles fühlt der Liebe Freuden, schnäbelt, tändelt, herzt und küsst“, singt der Monostatos in Mozarts Zauberflöte. Da haben wir also mindestens einen weiteren Infektionsgrund: Küssen. Und wenn Kussspender oder -empfänger eine nachlässige Mundpflege haben? Nun mal ehrlich, wer dachte jemals daran, dass das Loch im Zahn womöglich die Folge einer Ansteckung ist? Die Karies ist aber auch gemein, weil sie wirklich unerkannt in nicht immer einsehbaren Winkeln des Mundes werkeln kann.
Die Karies hat also bei den 30 bis 99 Prozent der Bevölkerung ganze Arbeit geleistet und ein Loch in den Backenzahn geätzt. Was macht der Zahnarzt? Es wird gebohrt oder – ganz modern – mit Laser gearbeitet. Die kariöse Stelle wird beseitigt und dadurch das Loch vergrößert. Im Anschluss wird das Loch im Zahn mit einem Material wieder aufgefüllt. Der mündige Patient spricht hier gern von einer „Plombe“. Was allerdings sachlich schlichtweg falsch ist, denn Plombe kommt vom französischen Plomb, ganz korrekt aber von Plumbum (chem.: Pb), der lateinischen Bezeichnung für Blei. Und Blei ist zum einen giftig und zum zweiten nicht mundbeständig. Der Speichel, aggressiv, wie er ist, würde das Blei und Bleioxid zersetzen. Und weil sogar schon Wasser, klares Wasser, aggressiv ist, darf es in Deutschland auch keine Wasserrohre mehr aus Blei geben, damit das Wasser nicht bleihaltig wird. Jedenfalls sollte es ab 2014 so sein.

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Mehr über und von Dieter Jobst auf seiner Website.

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