16. März 2016

"Mord mit Risiken: Ein Ostfrieslandkrimi" von Harald H. Risius

Bei Sonnenaufgang treibt Hinnis Segelboot im Schilf am Großen Meer. An Bord befindet ein Pärchen – beide nackt und tot. War Eifersucht im Spiel? Hat der Mord etwas mit den Grundstücksspekulationen um ein Hotelprojekt zu tun? Oder war es eine Verwechselung? Brunner, der fränkische Hauptkommissar, dem Wasser und Boote suspekt sind, ermittelt recht erfolglos von Land aus und macht sich keine Freunde.

Aber dann fallen weitere Schüsse – diesmal vorbei. Der Fall bekommt eine neue Perspektive, ein Auftragskiller ist unterwegs. Werden Brunner und Susi es rechtzeitig schaffen, den Mörder zu stoppen?

Es gibt es dramatische Szenen bei einer Wattwanderung nach Baltrum und auf einer Segelyacht in der Nordsee vor Norderney. Eine Bombe wird gefunden und schließlich muss die Küstenwache eingreifen ...

Harald Risius nimmt seine Leser mal wieder mit nach Ostfriesland und lässt sie Nordseeluft schnuppern, die Landschaft erleben und sich mit den manchmal eigenwilligen Einwohner auseinandersetzen. Sie bestehen das wichtige Ostfriesenabitur mit dem Hauptfach „Selbstironie“ und machen spannende Segeltörns.

Dies ist der dritte Ostfrieslandkrimi aus der Reihe ‚Sail & Crime’ mit den Protagonisten Hinni und Renate von Harald Risius. Bisher erschienen: „Regatta mit Nebenwirkungen“ und „Kreuzfahrt in Gefahr“.

Gleich lesen: Mord mit Risiken: Ein Ostfrieslandkrimi

Leseprobe:
Benno, der Besitzer einer kleinen, aber stets gut besuchten Kneipe am Großen Meer, dem sogenannten Meerwachthuus, steht morgens wie immer sehr früh auf. Bereits kurz nachdem die Sonne aufgegangen ist und ihn mit den ersten Strahlen geweckt hat. Es ist ein ruhiger Morgen, stellt er mit einem Blick durch das Fenster fest und heute soll es nochmals einen warmen Tag geben, sagte soeben der Wetterbericht im Radio.
Benno hat deshalb noch viel zu tun und vorzubereiten, er rechnet wieder mit vielen Touristen. Nachdem er sich angezogen, die Treppe herunter in den Schankraum gegangen ist und sich dort seinen ersten Kaffee aus dem Automaten in seinen persönlichen Becher gelassen hat, geht er auf seine Terrasse. Er zündet sich eine Zigarette an und will die Tische und Stühle zurecht rücken, die vom gestrigen Abend noch wild durcheinander stehen. Es war wieder einmal spät geworden, die Leute wollten das gute Wetter draußen genießen und danach hatte er keine Lust mehr aufzuräumen. Die beiden jungen Frauen, die er im Sommer als Bedienung einstellt hatte, haben ihn im Stich gelassen und pünktlich um zehn Uhr Feierabend gemacht. Aber das macht nichts, die Leute werden ja stundenweise bezahlt. Bier zapfen und Schnäpse ausschenken, das kann er noch allein und etwas zu Essen gibt um diese späte Stunde in dem Falle einfach nicht mehr. Ist ja sowieso ungesund.
Wie immer aber gilt sein erster Blick dem Großen Meer, dies ist seine Einnahmequelle. Er hat großes Glück gehabt, dass sich das Gebiet touristisch so gut entwickelte und da kann ein kurzes Innehalten, ein Bitten um noch mehr Gäste, nicht schaden. Sein Frühgebet sozusagen. Die Sonne glitzert flach im Wasser und er zieht seine Schirmmütze tiefer in die Stirn, um nicht geblendet zu werden.
Ganz hinten, auf der anderen Seite des Meeres, scheint ein Boot im Schilf zu stecken, die Segel sind gesetzt. Ein früher Segler, der aus Versehen ins Schilf geraten ist, vermutet er. Aber das wäre schon ein bisschen sehr früh, der müsste ja schon im Dunkeln abgelegt haben. Seltsam!
Benno holt sein Fernglas, um die Segelnummer zu erkennen. Ein großes rotes R als Klassenzeichen sieht er oben im Segel und darunter die Registriernummer G 214. Das ist Hinni Boomgardens Boot, erinnert er sich. Aber der fährt nicht aus Versehen ins Schilf, es sei denn, er hätte ein hübsches Mädchen an Bord. Aber so früh am Morgen? Und Hinni ist doch jetzt mit Renate, dieser Frau aus Bayern oder Franken zusammen, so genau kennt er sich da nicht aus. Sollten die beiden sich zu so früher Morgenstunde ein kleines Abenteuer gönnen oder sogar im Schilf übernachtet haben ...? Das wäre zwar nicht erlaubt, aber Hinni meint ja immer, man muss die Regeln nur kennen, um sie besser brechen zu können.
Vielleicht hat sich das Schiff auch losgerissen und ist abgetrieben, überlegt Benno weiter. Aber bei der Windstille in der Nacht, kann er sich das auch nicht vorstellen und wer würde schon sein Boot mit angeschlagenen Segeln über Nacht am Steg liegen lassen? Oder hat da jemand Hinni einen Streich gespielt und heimlich die Leinen losgeworfen?
Vielleicht braucht Hinni auch Hilfe? Nach kurzem Überlegen geht er ins Haus, sucht sein Handy und ruft Hinni an. Ein paar Mal lässt er es klingeln, aber Hinni geht nicht ran. Jedenfalls nicht an sein Handy und die Festnetznummer aus dem Telefonbuch herauszusuchen, ist ihm zu umständlich.
Benno nimmt sein Motorboot, mit dem er offiziell nur auf dem Kanal, der parallel zum Großen Meer verläuft, fahren darf. Es liegt wie immer ‚zufällig’ an seinem kleinen Steg direkt vor dem Badestrand. Er zieht am Starterseil und zehn PS erwachen knatternd zum Leben ...

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Mehr über und von Harald H. Risius auf seiner Website.

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