18. April 2016

'Im Zeichen der Zwillinge' von Germar Wiehl

Licht und Schatten, Erfolg und Misserfolg zeichnen eine Familientragödie im oberbayrischen Chiemgau. Max, ein sturer Querkopf, wirtschaftet den elterlichen Hof herunter. Sein Zwillingsbruder Joe ist in den USA als international anerkannter IT- und Security-Experte erfolgreich. Dann aber gerät er wegen einer brandaktuellen Verschlüsselungstechnologie ins Visier der NSA und kollidiert mit den Interessen amerikanischer Finanzdienstleister. Seine Frau kommt bei einem Autounfall ums Leben., er selbst wird bei einem Mordanschlag schwer verletzt.

Zurück in der Heimat setzt Joe sein Know-how gegen Industriespionage ein und gerät erneut in Gefahr. Im Moorgebiet Kendlmühlfilzen im Chiemgau wird auf Joe geschossen, seitdem ist er spurlos verschwunden. Joes bester Freund Jonas und seine Frau Clara fügen die Mosaiksteinchen zusammen und lösen den mysteriösen Fall. Dabei decken sie eine groteske Geschichte aus der Vergangenheit auf. Sind Joe und Max wirklich Zwillingsbrüder?

Ein facettenreicher Krimi, der auch von Liebe und Schicksalsschlägen handelt, ein Reiseroman, der den Leser in die Everglades und ins Elsass entführt, ihn auf eine beschwingte Reise in die Provence mitnimmt und ihn teilhaben lässt an bezaubernden Landschaften, traditionellen Festen, kulinarischen Genüssen und dem provençalischen Savoir-vivre. Als Corpus Delicti schildert ein intelligenter Kater die turbulenten Ereignisse aus seiner Sicht.

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Leseprobe:
… Dann legte sich Max einen Plan zurecht, wie er diese Zweierbande unschädlich machen könnte. Er wollte auf gar keinen Fall, dass beide gleichzeitig bei ihm auftauchten, mit einem würde er schon fertig werden. Er hatte allerdings keine Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, er kannte ja deren Telefonnummer und Adresse nicht.
Also stellte er seinen Golf im Vorgarten so auf, dass ein Zettel, der unter die Scheibenwischer geklemmt war, von der Straße aus lesbar war. Darauf stand: 20 Uhr, nur einer, sonst stirbt der Kater!
Im Wohnzimmer hatte Max einiges umgeräumt, sodass derjenige, der zur Tür hereinkommt, Max im ersten Moment nicht sehen konnte. Dann würde Max den Kerl mit dem Schießeisen bedrohen, ihn auf den Boden zwingen und fesseln können. Wie er den zweiten der Bande mit dem Namen Henrí fertig machen würde, wusste er zwar noch nicht, das würde sich dann schon ergeben, denn er hätte den anderen Kerl ja als Geisel. Schießen wollte er nicht, das würde die Nachbarn aufschrecken.
Die Dunkelheit war angebrochen, Max wartete - vergeblich. Abend für Abend, es passierte nichts. Das Warten zermürbte ihn. Was hatten diese Kerle vor? An ruhigen Schlaf war nicht mehr zu denken, er musste jederzeit mit einem Überfall rechnen. Sollte er einfach Reißleine ziehen und zurückfahren nach Bad Aibling? Das wäre aber in dieser verzwickten Situation keine Lösung! Er kam sich vor wie in einer Gefängniszelle auf seine Hinrichtung wartend. Sein Hirn dörrte aus, ein Ausweg kam ihm nicht in den Sinn.
Schließlich eines Abends war es soweit. Es klingelte.
Max lugte durch das Fenster, der Mann vor dem Eingangsportal könnte der Größe nach der Kerl sein, genau erkennen konnte er ihn nicht, es war schon zu dunkel. Max drückte den Türöffner für das Eingangstor und öffnete die Haustür einen Spalt. Der Mann kam durch das Tor und blieb vor der Haustüre stehen.
Max rief: »Komm rein!«
»Setz erst den Kater in den Transportkorb!«
Das verwirrte Max vollständig, was hatte der Kerl vor? Wollte er den Kater entführen?
»Was willst du mit dem Kater?!«
»Ist doch logisch! Der Kater ist unser Pfand, ohne den rückst du doch nicht mit dem Erbanteil raus.«
Max überlegte verzweifelt, wie er den Kerl hereinlocken könnte. In seinem Plan hatte er nicht damit gerechnet, dass der draußen stehen bleiben würde. Schließlich willigte er ein und packte den Felix unter dessen lautstarkem Protest in den Korb.
»Der Kater ist im Korb, komm jetzt rein!«
Max hatte die Pistole schon in der Hand.
»Stell den Korb an die Tür, dass ich sehen kann, ob der Kater drin ist!«
Max schob den Korb an die Tür. In diesem Moment warf sich der Kerl mit aller Wucht gegen die Tür, der Korb mit Felix kippte um, Max, der dahinter stand, stürzte. Der Kerl war Viktor, er warf sich auf Max, der hatte die Pistole in der rechten Hand und schoss. Er traf Viktor aber nicht, es gab ein Gerangel um die Pistole. Viktor obsiegte und bedrohte den fassungslos Überraschten.
»So schnell kann’s gehen. Du Mistkerl wolltest mich umbringen! Dein Erbe kannst du dir in den Arsch stecken. Der Kater ist der Beweis, dass du deinen Bruder erschossen hast.«
Max bebte vor Wut. In so einer Situation war er noch nie. Klein beigeben war nicht sein Naturell. Alle möglichen Gedanken, wie er sich aus dieser aussichtslosen Lage befreien könnte, schossen ihm in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Sich zur Seite drehend stand er langsam auf. Viktor hatte die Pistole auf ihn gerichtet. Mit einer blitzschnellen Drehung schmetterte Max dem Viktor die rechte Faust ins Gesicht. Das saß! Viktor ging in die Knie. Zusammenbrechend feuerte er einen Schuss auf Max ab.

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