30. Mai 2016

'Mein Herz für deine Liebe' von Danielle A. Patricks

Gibt es das Schicksal? Kann man vor ihm davonlaufen oder sich davor verstecken? Marika Schröder versucht es seit vielen Jahren, hat sie doch vor zehn Jahren einen schlimmen Verlust hinnehmen müssen. Seither existiert sie mehr, als sie lebt. Nicht einmal ihre beste Freundin, Anne Lenders, gelingt es, zu ihr durchzudringen. Timothy Smith, ein Freund der Familie Lenders, ergreift die Initiative, um ihr näher kommen zu können. Schafft er es mit seiner Hartnäckigkeit und Liebe, Marika aus ihrer Verzweiflung herauszuholen, sich dem Schicksal zu stellen und ohne Ängste in die Zukunft zu blicken?

Lesen Sie im Folgeroman von „Ein verrückter Antrag“ die Geschichte von Marika Schröder, der besten Freundin, Anne Lenders. Sie erfahren, wie es mit Familie Lenders weitergeht. Jedes Buch kann unabhängig gelesen werden, ohne den anderen Teil zu kennen.

Gleich lesen: Mein Herz für deine Liebe: Herzgeschichten

Leseprobe:
„Komm, Marika, ich brauche jetzt einen Kaffee und die Männer haben sicher auch Wichtiges zu besprechen.“ Damit packte Anne ihre Freundin am Arm und zog sie in die angrenzende Küche. Die Männer starrten ihnen nach und verschwanden selbst in Chris’ Arbeitszimmer.
„So, und nun erzähl mir, was zwischen dir und Tim vorgefallen ist. Und wage ja nicht, mich anzulügen. Als wir nämlich vorhin ins Wohnzimmer gekommen sind, sind die Funken nur so geflogen. Ich habe genau gesehen, wie ihr beide euch mit den Augen beinahe erdolcht hättet.“
Anne kannte ihre Freundin nur allzu gut. Sie konnte in ihrer Mimik lesen wie in einem Buch. Sie ahnte, dass Marika, seit sie sie kannte, Geheimnisse mit sich herumschleppte, über die sie nicht sprach. Sie mimte immer die Lustige, die Freundliche. Mit allen versuchte sie, gut auszukommen. Ihre vielen Männerbekanntschaften und Sexaffären störten Anne, aber sie hätte ihrer Freundin diesbezüglich nie einen Vorwurf gemacht. Irgendwie fühlte sie, dass Marika Probleme mit intensiven Bindungen haben musste. Obwohl beide so gut befreundet waren und sie sich alles anvertrauten, wusste Anne bislang nichts aus Marikas Vergangenheit. Sie hatte nie etwas erzählt. Dieses Thema war tabu. Vorhin, als sie Tim und Marika beobachtete, war ihr aufgefallen, dass beide ziemlich verärgert wirkten. Tim, der Casanova alle Ehre gereichte, ein Frauenheld ohnegleichen, verblendete alle Frauen mit seiner maskulinen Ausstrahlung und des unvergleichlichen Machoverhaltens. Dass Tim schon lange ein Auge auf Marika geworfen hatte, wusste sie aus verlässlicher Quelle – von Chris. Sie ließ ihren Blick daher nicht von Marika abschweifen und wartete mehr oder weniger geduldig, bis ihr die Freundin antwortete. Sie hatte Zeit und konnte ebenso hartnäckig sein wie Marika.
„Nun, erzähl schon, ich warte…“, Anne verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich lässig an die Küchentheke.
„Ach, nichts!“
„Was ist nichts?“, ließ Anne nicht locker.
„Himmel, bist du neugierig“, protestierte Marika, „Tim hat mich wieder einmal eingeladen. Er will mich um zwanzig Uhr abholen und hat mir gedroht, dass er mich findet, wenn ich nicht zu Hause bin.“ Marika zuckte mit den Schultern und hob beschwichtigend die Hände. „Er ist ein Arsch und er wird immer einer bleiben! Was bildet er sich eigentlich ein, wer er ist?“ Sie starrte auf den Fußboden, als wäre die Antwort dort unten zu finden …
„Warum weigerst du dich eigentlich so hartnäckig, mit ihm auszugehen. Er ist ein gutaussehender Kerl, der sogar ganz nett sein kann“, wollte Anne wissen.
„Ich habe auch meine Prinzipien! Eine davon ist, dass ich nicht mit Footballspielern und schon gar nicht mit Teamkollegen deines Mannes ausgehe. Ebenso wenig verabrede ich mich mit Familienangehörigen meiner Freunde.“
„So, so, du hast also Prinzipien“, spöttelte Anne ihrer Freundin nach. „Aber auch Prinzipien vertragen Ausnahmen …“
„Nicht meine!“
„Marika, ich merke doch, dass dir dieser Mann schon seit Langem unter die Haut geht. Du wirst in seiner Nähe ganz fahrig und hibbelig. So kenne ich dich sonst nicht.“
„Ich werde nicht fahrig und hibbelig. Er nervt mich einfach. Und das ist ein weiterer guter Grund, nicht mit ihm auszugehen! Außerdem möchte ich seine Eroberungsliste nicht auch noch erweitern.“ Marikas Gesicht war rot angelaufen, ob aus Ärger oder Verlegenheit, war nicht genau festzustellen.
„Ich sehe nach den Zwillingen, die sind mir schon wieder zu ruhig. Ach ja, und deine Schminkutensilien solltest du auch erneuern, seit deine Racker sie in den Händen hatten.“ Marika flüchtete aus der Küche.
Anne grinste breit. Sie hatte ihre Freundin ziemlich aus der Reserve gelockt, wie sie fand. Das war gut, sehr gut sogar. Denn wenn Marika die Fassung verlor, das gekünstelte Dauerlächeln sich verabschiedete, was nur sehr selten passierte, bekam man Einblick in eine sehr verletzliche Seele. Sie wollte ihrer Freundin so gerne helfen, aber dazu musste sie es erst schaffen, zur wahren Marika vorzudringen …

Marika war zu den Kindern geeilt, um der nervigen Diskussion aus dem Weg zu gehen. Es ärgerte sie, dass sie ihrer Freundin nichts vormachen konnte. Verlegen schloss sie für einen kurzen Moment die Augen. Dieser verdammte Tim ging ihr tatsächlich unter die Haut. Und das bereits seit dem ersten Zusammentreffen. Am liebsten hätte sie sich ihn damals, vor fast drei Jahren, auf einer Party gekrallt und wäre mit ihm auf und davon gelaufen. Aber er hatte ausschließlich Augen für ein dürres Model, das ohne Unterlass an seinem Arm hing. Nach fortgeschrittener Stunde verabschiedete sich das Pärchen. Kaum eine Stunde später tauchte er wieder bei der Gesellschaft auf, um sogleich mit ihr anzubändeln. Gleichzeitig flirtete er heftig mit Doris, einer Bekannten. Am liebsten hätte sie ihm eine gescheuert. Seit damals versuchte er es immer auf irgendeine profane Art und Weise, mit ihr ein Date zu vereinbaren. Daher mied sie ihn. Und das heute war sowieso die Frechheit schlechthin gewesen. Er hatte ihr doch tatsächlich gedroht. So eine Pfeife! Was bildete er sich denn ein, wer er war? Wären nicht die Zwillinge in ihrer Nähe gewesen, sie hätte lautstark einen Stapel Schimpfwörter von sich gegeben.
„Bis bald, Chris, und vergiss die Bücher nicht!“ Tim schlenderte aus Chris’ Arbeitszimmer und schnurstracks auf Marika zu, die auf dem Boden herumkrabbelte und mit den Kindern „Zusammenräumen“ spielte. „Und du vergiss nicht, dass ich dich heute abhole, zwanzig Uhr. Sei bitte pünktlich, ich habe eine besondere Überraschung für dich, Liebes.“ Tims Stimme hatte einen eigenartigen schnurrenden Unterton.
„Verzieh dich, ich gehe mit dir nicht aus und deine Überraschung kannst du dir sonst wohin stecken“, knurrte Marika. Sie warf ihm von unten einen mürrischen Blick zu. „Und dein LIEBES bin ich noch lange nicht!“
„Das werden wir sehen!“

Im Kindle-Shop: Mein Herz für deine Liebe: Herzgeschichten

Mehr über und von Danielle A. Patricks auf ihrer Website.

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