13. Mai 2016

'Torch ages: Drachenherz' von Mackenzie Sturm

»Für die meisten Menschen war die Gefahr durch Drachenwesen längst in Vergessenheit geraten. Für uns war sie realer denn je.«

Die 16-jährige Merlina ist der jüngste Spross einer sagenumwobenen Familie: dem McArthur Clan. Der hat es sich seit Zeiten der Tafelrunde zur Aufgabe macht, die Menschheit vor den Drachen zu beschützen. Seit Jahrhunderten sind die Drachen nun ausgerottet, aber eine neue Art bedroht die Menschheit.

Nur darf diese nichts davon wissen – ein Problem, mit dem sich Lina immer öfter konfrontiert sieht, seit sie mit ihrem Dad ins malerische Vogtland gezogen ist. Als sie den mysteriösen Iron Heart kennenlernt, ahnt sie jedoch nicht, dass ihre Welt bald völlig aus den Fugen gerät. Denn auch Iron hat ein dunkles Geheimnis ...

Gleich lesen: Torch ages: Drachenherz (Torch ages Urban Fantasy 1)

Leseprobe:
In mitten der Flammenbrunst blieb er stehen und nach einer leichten Kopfbewegung seinerseits drängten die Flammen nach außen, als würden sie plötzlich von den Wänden angezogen. Sie gehorchten ihm willig. Und vor nicht ganz 24 Stunden hätte man das von mir auch noch behaupten können.
Wie vor den Kopf gestoßen taumelte ich zurück, weiter in die heißen Flammen hinein. Der Schock saß so tief, dass ich sogar die drohende Gefahr um mich herum für einen Moment vergaß. Wie konnte ich so blind gewesen sein, wo ich doch mein Leben lang darin ausgebildet wurde, sie zu erkennen und aufzuspüren? Aber bisher war alles nur schnöde Theorie gewesen. Das hier war die Praxis. Die Wirklichkeit. Und ich hatte versagt. »Verdammte Kacke, du bist ein Torch!«
Mein Ausruf entlockte ihm ein Schmunzeln. Der anfängliche Schock, mich hier zu sehen, hatte sich verflüchtigt. »Und du gehst in einem brennenden Haus spazieren, als wäre es ein Museum!«, konterte er trocken. Seine Hand fing Feuer, doch er schüttelte es einfach ab, als wäre es ihm lediglich lästig. Ich konnte es nicht fassen. Der Junge, mit dem ich den gestrigen Abend verbracht hatte; bei dem ich Schmetterlinge im Bauch bekommen hatte; er war ein Fake, wie sein Zippo. Es gab nur diesen Kerl vor mir. Ein Mutant. Ein Torch.
Ich wusste was zu tun war.
Ich hatte den Überraschungsmoment auf meiner Seite, denn er rechnete wohl nicht damit, dass ich angreifen würde. Blitzschnell wirbelte ich mit ausgestrecktem Bein um meine eigene Achse. Mein Hacken traf seine Schläfe und die Wucht ließ ihn einen Schritt zurücktaumeln. Leider verlor ich dabei meine Armbrust.
Sofort setzte ich nach, doch er blockte meinen Tritt gekonnt mit dem Unterarm ab und griff bereits nach meinem Bein. Ich zog es gerade noch rechtzeitig zurück, ehe er es packen konnte. »Du hast mich belogen!«, schrie ich und teilte aus.
Meine Faust ging daneben. Blitzschnell wich er aus, tauchte im nächsten Moment hinter mir auf und zog an meinen Haaren. Nicht sehr fest, nur so dass ich den Kopf in den Nacken legen musste. Seine Stimme klang dicht neben meinem Ohr. »Nein. Ich habe dir nur verschwiegen, wer ich bin. Genau wie du!«
Dass er sich mit mir verglich, machte mich noch wütender. Ich stieß einen Kampfschrei aus und rammte meinen Ellenbogen mir voller Wucht zurück. Er keuchte auf, stoppte meinen Arm aber, bevor ich ihn ernsthaft verletzen konnte.
Sofort versuchte ich ihm das Knie wegzutreten, doch er drehte sich weg, ehe ich ganz ausgeholt hatte. Es war zum Verrückt werden. Er wich jeder meiner Attacken spielend aus, als wüsste er schon im Voraus was ich tun würde.
Sowie den nächsten Schlag, den er abfing. Seine langen Finger hatten meine – im Vergleich dazu winzige – Faust fest umschlossen und ließen sie nicht mehr frei. Keuchend versuchte ich mich herauszuwinden. Auch er atmete schwer und in seinen Augen lag ein unnatürliches Funkeln. »Hast du dich jetzt genug ausgetobt?«
»Hast du dir mein Vertrauen erschlichen, damit du mich leichter töten kannst?«, fauchte ich ihn an.
Das Feuer loderte auf. Flammen zügelten bis zur Decke, als wäre es plötzlich wütend auf mich. Ohne ihn ganz aus den Augen zu lassen, wagte ich einen Blick. Um uns loderte ein brüllendes Inferno, doch mehr als eine warme Brise spürte ich nicht. Er hatte eine Blase um uns gebildet, dich mich von dem Feuer trennte. Aber er konnte sie jeder Zeit platzen lassen.
»Typisch, ihr McArthur denkt immer, ihr steht im Mittelpunkt der Welt, aber das hier geht dich nichts an.«
In der Sekunde riss ich mich los. Blinde Wut erfasste mich und genau das war vermutlich mein Fehler, denn während ich wie wild um mich schlug (ich hatte jegliche Kampftaktik vergessen), bewegte er sich ruhig und taktisch. Nur eine Minute später landeten wir wieder in derselben Haltung. »Hör auf damit, Lina«, forderte er. »Hier fliegt gleich alles in die Luft.«
Wieder hustete ich. Zwar hielt er irgendwie die Flammen von mir fern, doch der Rauch drang ungehindert zu uns durch und hatte sich wahrscheinlich schon für immer in meine Lungen gebrannt. Aber ich war eine McArthur. Wir gaben nicht auf.
»Kann dir doch egal sein!« Wieder machte ich mich los, doch diesmal nicht um ihn zu schlagen, wie er erwartet hatte. Ich sprang über einen brennenden Balken, rollte mich gekonnt ab und richtete mich blitzschnell wieder auf, die Armbrust in der Hand. Sie zielte direkt auf sein Herz.

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