27. Juli 2016

'Hugo & Leberkäs' von Veronika Lackerbauer

Fünf Kriminalgeschichten – alle spielen in der bayerischen Provinz! Doch provinziell sind ihre Figuren keinesfalls. Hinter den Kulissen von beschaulichen Einfamilienhäusern mit gepflegten Vorgärten tun sich Abgründe auf; biedere Hausfrauen hüten bodenlose Geheimnisse.

Doch was sie nicht ahnen: Gewitzte Ermittler im Trachtenjanker sind ihnen bereits auf der Spur ... oder etwa nicht?

Lesermeinung: „Eine fesselnde Sammlung von Kurzgeschichten mit nachvollziehbaren Charakteren, gut begründeten Motiven, sowie teilweise lustigen Elementen. Geschichten, die mit Sicherheit wunderbare Lesestunden versprechen!“

Gleich lesen:
Für Kindle: Hugo & Leberkäs (Kriminalgeschichten aus der bayerischen Provinz)
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
Prolog
»Herr Kommissar, bitte entschuldigen Sie die späte Störung. Ich dachte nur, Sie sollten das wissen. Ich hatte Besuch von meiner Schwester. Sie wirkte … sehr aufgebracht. Und jetzt, wo sie fort ist, ist mir aufgefallen, dass die Sportpistole meines Mannes nicht mehr da ist …« Marion stockte.
Kommissar Veitl horchte auf. »Wollen Sie damit sagen, dass sie versucht sich etwas anzutun?«
Marion wartete einen Moment, ehe sie antwortete. »Herr Kommissar, ich weiß es nicht. Vielleicht hat mein Mann auch die Pistole wo anders hingetan. Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich kann ihn nicht fragen, wie Sie wissen.«
Marions Stimme klang bissig, trotzdem glaubte Veitl, ein Zittern darin zu hören. »Ich weiß, Frau Niedermaier. Geben Sie mir die Adresse Ihrer Schwester, ich schicke eine Streife vorbei.«
»Danke«, hauchte Marion, mühsam gegen die Tränen kämpfend. Dann gab sie dem Kommissar die Adresse. Erschöpft ließ Marion sich auf ihr Bett fallen. Sie fühlte sich unendlich müde. Sie hatte das Gefühl, als hätte sie tagelang durchgemacht. Noch bevor sie einen weiteren Gedanken fassen konnte, war sie auch schon eingeschlafen.

11. November 2009
Kommissar Veitl war ein gestandenes, bayeri­sches Urgestein. Bereits seit fünfundzwanzig Jahren arbeitete er bei der Kriminalpolizei auf der Dienststelle in Garmisch. Mehr als sein halbes Leben. Inzwischen war er der stellvertre­tende Amtsleiter. Seine Kollegen schätzten ihn für seine untrüglichen Instinkte und für seine legere Art. Seinen Vorgesetzten überzeugten sein Engagement und sein Sinn für Ordnung. Ebenso lange, wie seine dienstliche Karriere dauerte, hielt seine Ehe mit Margarete. Sie kannten sich noch aus der Schule. Nach der Ausbildung hatten sie geheiratet, ein Haus gebaut, zwei Kinder bekommen. Veitl war stolz auf seine Familie und sein Leben.
Er hob den Telefonhörer wieder ans Ohr und wählte die Durchwahl der Polizeistation.
»Huber«, meldete sich der wachhabende Polizist.
»Veitl. Servus Klaus. Ich hab da was für euch. Eine Adresse in Oberau, bitte mal vorbeifahren. Anscheinend Selbstmordgefahr.«
»Is notiert«, erklärte Huber.
»Noch was, Klaus. Solltest du wissen: Wir ermitteln da in einem Mordfall, und so wie es ausschaut, könnte diese Sache damit zu tun haben.«
»Hmmm …«, machte Huber. »Glaubst du, es ist falscher Alarm?«
Veitl zuckte die Schultern. »Keine Ahnung. Schaut’s einfach mal hin.«
Nach dem Anruf sortierte Veitl die Unterlagen auf seinem Schreibtisch. Es war schon spät und eigentlich hatte er schon vor einer halben Stunde nach Hause gehen wollen, doch er hasste es, wenn auf seinem Schreibtisch Chaos herrschte, wenn er morgens ans Werk ging. Bei dem Mord, den er seit einiger Zeit untersuchte, kam er einfach nicht voran.
Diese Marion war die Ehefrau des Ermordeten, erst heute Nachmittag hatten sie ihren Mann zu Grabe getragen. Die beiden waren nicht einfach irgendein Paar gewesen. Wenn es so etwas überhaupt gab, dann waren sie Garmischs Glamour-Paar Nummer 1. Auf den ersten Blick hatten die beiden alles: ein tolles Haus, Geld, eine scheinbar perfekte Ehe. Scheinbar … Denn Veitl wusste, dass es nicht so war. Doktor Marcus Niedermaier hatte seine Frau betrogen. Schon eine ganze Weile lang und wohl auch nicht zum ersten Mal. Und eben jetzt, kurz vor seinem Tod, hatte er die Affäre offenbar beendet, um zu seiner Frau zurückzukehren. Allerdings erwartete seine Geliebte ein Kind. War das ein Mordmotiv? Und die Geliebte? Verlassen, mit dem Kind im Leib. Ein Grund, jemanden umzubringen?
Irgendwie passt das alles nicht , dachte Veitl, während er die einzelnen Seiten abheftete. Beide Frauen hatten weiß Gott Motiv genug für einen Mord. Aber an der jeweils anderen. Vielleicht kam der Mörder auch aus einer ganz anderen Ecke. Menschen wie Dr. Niedermaier hatten immer Neider.

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Für Tolino: Buch bei Thalia

Mehr über und von Veronika Lackerbauer auf ihrer Website.



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