16. Juli 2016

'Nanny mit Herz' von Danielle A. Patricks

Nanny mit Herz – eine romantische gefühlvolle Liebesgeschichte aus der Reihe Herzgeschichten.

Jennifer Neumann hat ihren Traummann bereits gefunden. Ihr Verlobter ist der Mann, mit dem sie sich Kinder wünscht und bis ins hohe Alter zusammenleben möchte. Als sie ihn mit ihrer besten Freundin im Bett erwischt bricht eine Welt zusammen. Ihr Leben liegt in Scherben. Sie nimmt den Job als Nanny für zwei kleine Kinder in einem Privathaushalt weit weg von zu Hause an und verliebt sich nicht nur in ihre Schützlinge, sondern auch in den überaus feschen Vater. - Der ist jedoch verheiratet und ihr Ex steht auf einmal wieder auf der Matte, eine Trennung kommt für ihn nicht infrage …

Schafft es Jenny, trotz aller Probleme und Widrigkeiten, ihr Glück zu finden? Tauchen Sie ein in das Gefühlschaos einer bezaubernden jungen Frau, die das Herz am rechten Fleck trägt.

Gleich lesen: Nanny mit Herz: Herzgeschichten

Leseprobe:
„Jenny? Schatz … das ist nicht so … wie es jetzt … vielleicht aussieht“, stotterte er.
Ein Keuchen verließ Jennys Mund. Sie hatte bis jetzt die Luft angehalten. Mit einem Ruck riss sie sich aus ihrer Schockstarre und lief aus der Wohnung. Sie lief und lief, ohne zu wissen, wohin. In einiger Entfernung lag der Stadtpark, erst dort kam sie wieder zu sich. Schwer atmend fiel sie auf eine Parkbank. Die Tränen ließen sich nicht mehr stoppen. Ein lautes Schluchzen schüttelte sie und ihr Körper krümmte sich vor innerlichem Schmerz zusammen. Peter und Sonja! So ein Arsch! Gerade Peter hatte immer wieder versichert, dass eine Frau wie Sonja überhaupt nicht sein Typ sei. Sonja war ja auch nur blond, ihr langes, seidig glänzendes Haar umschmeichelte ihr bildhübsches Gesicht. Ihre langen Beine und die schmalen Hüften waren ein weiterer Hingucker. In jeglicher Kleidung sah sie atemberaubend aus, sogar in dem Jutesack, den sie sich im vorigen Fasching übergeworfen hatte, als sie als Squaw verkleidet zum alljährlichen Maskenball ging! Jenny maskierte sich als feurige Zigeunerin und wirkte in ihrem langen roten Stufenrock, mit der schwarzen Carmenbluse neben Sonja wie eine plumpe Bauernmagd.
„Ein Mann will doch keine Bohnenstange. Er will eine Frau, die schöne weiche Rundungen hat, runde Hüften, schön geformte Beine, keine Stelzen wie Sonja. Dein gebärfreudiges Becken hat es mir von der ersten Sekunde an angetan, mein Schatz“, äffte sie ihn wütend nach . Sie heulte ohne Ende auf der Parkbank. Und sie Trampel hatte ihm jedes Wort geglaubt! Männer sind solche Lügner. Und ihre Freundin Sonja? Die hatte nichts Besseres zu tun, als Peter bei jeder Gelegenheit in ihrem Beisein schlecht zu reden. Warum? Sie hatte wahrlich bei allen Männern Chancen, warum also gerade Peter?
Jenny schüttelte den Kopf, sie verstand die Welt nicht mehr. Wie lange ging das schon mit den beiden? War sie so blind gewesen, nichts zu bemerken? Keine Anzeichen, nichts! Ja, sie beide hatten in der letzten Zeit viel zu tun, waren gestresst. Oder hatte nur sie keine Zeit gehabt? Peter hatte sich nie beschwert. Mit einem Schlag hatte sie ihre allerbeste und einzige Freundin und die Liebe ihres Lebens verloren. Ein neuerlicher Weinkrampf überrollte sie. Das Gefühl, eine unscheinbare, hässliche Maus zu sein, überschwemmte sie. Dunkle Wolken zogen auf, die Dämmerung setzte bereits ein. Nur, sie registrierte es nicht. Langsam wich die Hitze einer kühlen Brise. Es war doch erst Juni und die Nächte noch entsprechend kühl.
Sie war wohl stundenlang auf dieser einsamen Bank gesessen. Nacht hüllte sie ein. Eine Straßenbahn fuhr ihre Runde. Autolärm klang gedämpft an ihre Ohren. Spaziergänger waren schon länger keine mehr vorbeigekommen. Kälte kroch in ihre Knochen. Zurück zu Peter wollte sie auf keinen Fall. Sie hatte keine Wohnung mehr. Reflexartig griff sie in die hintere rechte Hosentasche, um ihr Handy herauszufischen. Mit zittrigen Händen suchte sie die Nummer ihrer Mutter heraus.
„Hallo, Jenny, was gibt es? So spät rufst du ja sonst nie an“, hörte sie die fürsorgliche Stimme ihrer Mutter.
Jenny heulte ins Telefon, gab stotternd ihren Standort bekannt und wartete schließlich am Straßenrand, bis sie abgeholt wurde. Keine zehn Minuten später hielt der Wagen ihres Vaters vor ihr. Sie ließ sich auf den Beifahrersitz fallen.
Gert Neumann sah sie von der Seite an und meinte mit sanfter Stimme: „Wirst sehen, es wird alles wieder gut, mein Täubchen.“ So hatte er sie immer genannt, wenn sie als Kind traurig gewesen war. Seine warmherzige Stimme füllte das Innere des Wagens aus. Nur, in diesem Augenblick wusste Jenny nicht, was wieder gut werden sollte. Wie denn? Neuerlich entfuhr Jenny ein lauter Schluchzer.
Zuhause nahm ihre Mutter sie in die Arme, führte sie in die Küche, brühte einen heißen Früchtetee auf. Dazu gab es zur Stärkung ein Stamperl von Vaters Selbstgebranntem.
„I… i… ich hab Peter und So… Sonja erwischt, im Bett …“ Weiter kam sie nicht mit ihrer Erläuterung. Ein neuerlicher Heulkrampf hinderte sie am Sprechen. Ihre Eltern benötigten keine weiteren Erklärungen, um zu verstehen.
„Sonja und Peter also!“ Jennys Mama schüttelte den Kopf. Irgendwie hatte sie ihrem zukünftigen Schwiegersohn in spe genau so etwas zugetraut. Aber sie würde sich hüten, dies jetzt in diesem Augenblick ihrer Tochter anzuvertrauen. Hoffte aber insgeheim doch, dass dieser Mensch ein für alle Mal Geschichte war und blieb.
Am nächsten Morgen meldete sich Jenny für die nächsten beiden Arbeitstage krank. Sie war schlichtweg unfähig, aus dem Bett zu kriechen und so zu tun, als wäre nichts geschehen. Dafür fehlte ihr die Kraft. Das liebevoll zubereitete Essen verschmähte sie. Die Kehle wie zugeschnürt, wäre es zusammen mit den Brocken der Erinnerung im Hals stecken geblieben. Die aufkeimenden Würgereize unterdrückte Jenny nur mühsam. Ihr Magen rebellierte, wollte alles ausspeien. Immer wieder schaltete sich das Kopfkino ohne ihr Zutun ein. Peter und Sonja. Sonja und Peter! Und wie auf Knopfdruck flossen die Tränenbäche. So viel Flüssigkeit konnte ein einzelner Mensch doch nicht in sich haben.
Am Freitag holten Anika und ihre Eltern Jennys Sachen aus der Wohnung. Sie packten ihre Kleidung, das Geschirr, das sie von ihnen beim Einzug erhalten hatte, die Toilettenartikel und noch einige andere Sachen ein und verfrachteten sie zu sich ins Haus. Peter trafen sie zum Glück nicht an. Gert hätte keine Garantie dafür abgeben können, dem feinen Herrn nicht eine zu scheuern. Sie ersparten Jenny, noch einmal in die Wohnung zu müssen. Unzählige Anrufe und Kurznachrichten, sowohl von Peter als auch von Sonja, trudelten ein. Mit keinem der beiden wollte Jenny reden. Widerwillig las sie die erste sms. Es kotzte sie an. Die Anrufe drückte sie weg. Schließlich schaltete sie das Handy aus und warf es in eine Ecke. Der abgrundtiefe Hass, den sie derzeit für Peter und Sonja empfand, war eine völlig neue Gefühlsregung. Immer wieder schoss das Bild der beiden und wie sie es miteinander trieben in ihr Hirn. Unfassbar! Und jedes Mal wurde ihr übel. Kotzübel!

Im Kindle-Shop: Nanny mit Herz: Herzgeschichten

Mehr über und von Danielle A. Patricks auf ihrer Website.



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