18. November 2016

'Der Rekrut' von Cliff Allister

Die Galaxis kämpft ums Überleben. Mysteriöse Schiffe aus den Tiefen des Alls schüren Kriege und Auseinandersetzungen zwischen den Zivilisationen. Benachbarte Galaxien haben sie bereits unter ihre Kontrolle gebracht und fallen nun in die Milchstraße ein. Michael Cordwainer Grand, Major der Terranischen Raumverbände, gerät ins Zentrum des Konflikts und muss erkennen, dass hinter den Kulissen noch andere Fraktionen mit im Spiel sind.

Und schon bald hegt er einen unglaublichen Verdacht: Kann es sein, dass die Ursache der Bedrohung nicht in unserem Universum liegt?

Gleich lesen: Der Rekrut: MULTIVERSUM Zyklus 1




Leseprobe:
Hunderte Billionen Kubiklichtjahre absoluter Leere. Die nächsten Galaxien waren so weit entfernt, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen gewesen wären. Es gab jedoch keine Augen an diesem Ort – weder menschliche noch andere.

Absolute Leere.

Absolute Dunkelheit.

Absolute Kälte.

Absolutes Nichts.

Ein Supervoid, eine gigantische, sternenlose Blase in der Struktur des Universums. Hunderte von Millionen Lichtjahre im Durchmesser und in seiner Existenz lange unerklärlich. Nicht der einzige Supervoid, den man aufgespürt hatte, doch der der Milchstraße am nächsten gelegene. Einer der einsamsten Orte des Universums. Hier gab es nichts außer ein paar vereinzelten Protonen und Elektronen in jedem Kubikmeter. Und manchmal nicht einmal diese. Hier existierte nichts außer Dunkelheit und Kälte.
Und doch geschah plötzlich etwas in diesem Nichts. Hätte es hier Augen gegeben, menschliche oder andere, so wäre ihnen zunächst ein schwacher Schimmer aufgefallen – fast wie ein Traumbild, eine Schimäre, eine Halluzination, nur aus dem Augenwinkel wahrzunehmen. Eine Störung in der absoluten Schwärze. Doch nach wenigen Sekunden manifestierte sich deutlicher erkennbar ein kleiner, leuchtender Punkt aus purer Energie. Er schien zu flackern, zu zucken, als wolle er es sich noch einmal überlegen, hier in dieser Einsamkeit zu erscheinen. Hier, wo es nichts gab, was ein Erscheinen lohnte. Dann begann er heller zu strahlen, und aus dem kleinen Punkt wurde ein gleißendes Licht. Ein menschliches Auge wäre geblendet worden, als hätte es ungeschützt in die Sonne gesehen. Es war nicht abzuschätzen, wie groß das Licht war. Dann erlosch es schlagartig wieder. An seiner Stelle blieb ein schwach rötlich leuchtender Ring aus wabernder Energie zurück. Der Raum dazwischen war nicht mehr ganz schwarz und nicht mehr ganz kalt. Das Auge eines Beobachters hätte vielleicht ein fahles, bläuliches Glimmen wahrgenommen, das das Innere des Ringes ausfüllte. Aber wieder wäre es unmöglich gewesen, den Durchmesser ohne eine optische Referenz abzuschätzen. Zentimeter, Meter, Kilometer?
Diese Frage hätte sich einem hypothetischen Beobachter nur kurze Zeit später beantwortet. Etwas erschien in dem Ring, drang aus ihm hervor, betrat das Universum. Ein metallisches Objekt, das wie durch eine Wasseroberfläche allmählich auftauchte. Es handelte sich eindeutig um ein Raumschiff, dem kurz danach ein zweites Schiff folgte. Dann ein drittes. Nach und nach erschien eine ganze Flotte von Schiffen. Der Ring musste demzufolge mehrere Kilometer durchmessen, denn auf diese Größe hätte ein Beobachter die Schiffe geschätzt.
Als das letzte Schiff den Ring passiert hatte, erlosch dieser so plötzlich, wie er erschienen war. Die Schiffe waren in der Dunkelheit nur noch auszumachen, weil auf ihren Oberflächen Licht-quellen die Strukturen erkennen ließen: Antennen-arrays, Kuppeln, Schleusen und Antriebsöffnungen. Und Waffenaufbauten.
Die Schiffe formierten sich, beschleunigten und verschwanden im Hyperraum. Die Spitze der Formation zielte auf die Lokale Gruppe im Virgo-Superhaufen – genau dorthin, wo sich unter anderem die Milchstraße befand.

Im Kindle-Shop: Der Rekrut: MULTIVERSUM Zyklus 1

Mehr über und von Cliff Allister auf seiner Website.



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