23. November 2016

'Wenigstens ins MoSex!' von Gaby Barton

Völlig überraschend wurde die Autorin zum Gewinner einer New York-Reise. Aus dieser Wahnsinnsgeschichte musste ein Buch werden! Ein Reisetagebuch oder was für eins? Und wie sollte die gewonnene Wunschreise im Detail aussehen? Welches Hotel? Was unternehmen? Die Erinnerungen an zwei frühere New York-Reisen machten es nicht leichter. Damit war Gaby Barton auch mit einer längst abgehakten Vergangenheit konfrontiert. Und das Reisebüro raubte ihr den letzten Nerv.

Zuguterletzt hatte die Autorin alles sorgfältig durchgeplant. Doch in New York dann brachte Joaquin einiges durcheinander.

Gehen Sie mit Gaby Barton auf eine vergnügliche Reise. Zu ungewöhnlichen Orten und Ereignissen in Berlin und New York, damals und heute. Schauen Sie der Autorin über die Schulter bei der Frage, wie dieses Buch schreiben. Begleiten Sie sie während ihres Aufenthaltes in Manhattan und nehmen Sie teil an ihren Erfahrungen.

Gleich lesen: Wenigstens ins MoSex!: Hauptgewinn New York Reise mit Folgen

Leseprobe:
Premium Economy
Am Dienstag den 29. September und noch im Dunklen fuhren ich und Freundin Angy mit dem TXL-Flughafenbus, der vor meiner Haustüre hielt, zum Flughafen. Im Bus viele müde Gesichter, ich fühlte mich putzmunter und war einfach gespannt auf alles. Im Flughafengebäude wählten wir die falsche Richtung und liefen so noch eine Extrarunde in Berlin, bis wir zu unserem Check-in im Bereich A08 kamen. Um 7:45 Uhr gingen wir pünktlich von Berlin Tegel in die Luft, zuerst nach Frankfurt. In diesem kleineren Flieger wurde uns ein Schokogebäckriegel, ein Croissant und Kaffee zum Toteerwecken, also doppelt so stark, wie ich ihn normalerweise trinke, serviert.
Es war ein toller Morgen in Frankfurt: blauer Himmel und strahlende Morgensonne. Auf dem Flughafen war Zeit für ein paar erste Selfies. Vor dem Fenster in der gleißenden Sonne mit Blick auf unser Flugzeug stand ich in meinem roten New York-T-Shirt gekleidet. Würde irgendjemand auf den Spruch auf dem Shirt reagieren?
Beim Einstieg durften wir uns ein wenig bevorzugt fühlen. Nach den First Class-Passagieren und den Kindern waren wir die Premiums dran mit Einsteigen vor der allgemeinen Masse. In dem Airbus A3 180, der uns nonstop von Frankfurt aus nach New York bringen sollte, war die Premium Economy vorne hinter der Business-Class. Zur First-Class ging es direkt neben uns ein Stockwerk höher. In unserem Premium Bereich waren Beinfreiheit und Sitze wie erwartet großzügiger bemessen. Für mich schmale Person war das Letztere nicht unbedingt ein Zugewinn an Komfort, aber trotzdem angenehm. Zudem gab es extra Wasserflaschen am Fußende und eine große Auswahl deutscher Magazine aller Art, auch zum Mitnehmen. Wir erfuhren, dass das Flugzeug für diese Premium Economy gerade erst umgebaut worden sei. Es sah auch alles neu aus.
Ich probierte gleich den beworbenen Hotspot für den Internetzugang aus, der ging allerdings nicht. Was würde uns sonst erwarten? Auf jeden Fall bekamen wir noch vor dem Start einen leckeren Orangensaft, gewürzt mit Minze. Für die Essen erhielten wir eine schön gestaltete Menükarte. Die in Aussicht gestellte Auswahl auch an alkoholischen Drinks war der ähnlich, die ich in den arabischen Airlines nach Dubai auch in der Economy gewohnt bin. Die Premium Economy war bei diesem Flug nur spärlich besetzt. So gab es noch vor dem Abflug eine Durchsage, dass Reisende spontan mit einer Zahlung von 299 € in den Premiumbereich wechseln könnten. Mir fiel nicht auf, dass das irgendjemand in Anspruch genommen hätte. Der Flieger war wohl insgesamt nicht so voll mit Passagieren. Ich machte es mir bequem im Sitz und begann mir Notizen zu machen. Das hatte ich mir vorgenommen, wann immer möglich, mir Erlebnisse und Infos sofort aufzuschreiben. Denn es war klar, bei der Erlebnisdichte der kommenden Tage würde ich mir kaum alles bis zu Hause merken können.
Nach eineinhalb Stunden wurde uns das Mittagessen auf Porzellangeschirr serviert. Ich wählte die Tomaten-Mozzarella Fiorelli mit Basilikumrahmsauce und Tomatenconcassée. Lecker. Zum Nachtisch der Pflaumenschnitte bat ich um einen Baileys auf Eis. Diesen leckeren Hochprozentigen als Dessert zu trinken, hat bei mir auf Fernflügen Tradition. Ich fühlte mich sehr wohl und glücklich. Nach zweimaligem Gucken vom selben Kinofilm über Jimi Hendrixs Leben, ein bisschen dösen und einen Snack, flogen wir dann auch schon pünktlich den JFK-Flughafen an. Bevor wir landeten, mussten wir noch ein Formular für den Zoll ausfüllen. Den Apfel, den ich eigentlich in meiner Tasche mitnehmen wollte, sollte ich lieber aufessen, ehe ich nicht damit durch den Zoll käme, gab mir die Stewardess als Empfehlung.
Es war 13:25 Uhr New York Zeit, in Deutschland war es schon 19:25 Uhr.

Ankunft und erster Nachmittag
Der Anflug auf New York war sehr unspektakulär, ja geradezu enttäuschend. Aus dem Fenster sah ich graue Wolken, ein bisschen Grünes, und dazwischen geometrisch angeordnet, ganz flache Häuser. Kein strahlendes Wetter empfing uns in New York. Und man sah weit und breit nichts, was in der Erinnerung oder in der Vorstellung als New York abgespeichert war. Trotz der vielen Stunden Anreise waren wir nicht mehr müde, sondern nur gespannt auf Manhattan und unser Hotel in der Wall Street. Die Bewegung im Flughafen tat nach dem langen Sitzen im Airbus ihr übriges und einfach gut. Neben unserem Flieger waren natürlich auch zahlreiche andere gelandet. Dementsprechend sahen wir sehr lange Schlangen für die Pass- und Sicherheitskontrolle. Unsere Befürchtung vor langwierigem Prozedere und endloser Wartezeit bei den Kontrollpunkten bewahrheitete sich aber nicht. Alles ging äußerst zügig, konzentriert, professionell vonstatten. Neu war für mich der Ganzkörperscan in Plexiglasröhren. Bisher kannte ich nur den Augenscan und das Fotografiertwerden bei der Passkontrolle in Dubai.
Gefühlt bald liefen wir auf das Kofferband zu, wo unsere Koffer schon ihre Runden drehten. Und nach insgesamt einer Stunde, nachdem wir aus dem Flugzeug gestiegen waren, schoben wir uns und unser Gepäck zusammen mit einer Menge nach draußen.
Der Aus- und Eingangsbereich der Ankunftshalle war unspektakulär, eher klein. Gab überhaupt nichts her für ein ›Wow New York Feeling‹. Eine Traube von Menschen hinter einer Absperrung wartete mit Schildern in der Hand auf die Angekommenen: Fahrer, die Mann an Mann gedrängt ihre Fahrgäste erwarteten. Die verschiedensten Namen las ich, aber meinen nicht und auch nicht der meiner Freundin. Unser Chauffeur war also noch nicht da. Ich hatte mir zwar das Gutscheinheft mit der Kontakttelefonnummer der Firma extra in die Handtasche gelegt. Noch zögerte ich aber, mit meiner deutschen Handykarte die amerikanische Nummer anzurufen. »Die happigen Zusatzkosten durch das Roaming möchte ich mir gerne ersparen ..., lass uns noch warten, vielleicht sind wir für New Yorker Verhältnisse einfach sehr früh dran ...«
OK. Angy blieb bei unseren Koffern und ich lief in dem Gewimmel herum. Vielleicht stand der Mann ja woanders. Nach langen 10 Minuten sah ich meine Freundin von weitem heftig winken. Ich ging zurück und da sah ich ihn schon mit meinem weinroten Koffer losziehen. Ein kleiner gedrungener Mann mittleren Alters in weißem Hemd, ein südamerikanischer Typ, der es jetzt offenbar sehr eilig hatte. Wir auch. Wir wollten endlich raus, und das New York sehen, auf das wir eingestimmt waren.
Draußen erwartete uns eine Überraschung. Felipe, ein Mexikaner, war mit einer weißen Stretchlimousine da. Neben uns beiden hätte er damit noch sechs weitere Personen einladen können. Aber nein, dieser Privat-Transfer war wirklich für uns exklusiv. Mit viel Platz, guter Musik, eisgekühlter Cola und einem wolkenverhangenen Himmel über New York fuhren wir ziemlich rasant über eine Autobahn durch Brooklyn. Allerdings, mit den Überholmanövern und der hohen Geschwindigkeit war ich nicht so entspannt im Auto, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Fahrstil von Felipe war im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu bremsen. Auf meine Bemerkungen hin erklärte er, dass er Angst hatte, in dem beginnenden Berufsverkehr stecken zu bleiben. Nach ca. 20 Minuten Fahrt sahen wir dann endlich die Hochhäuser von Manhattan am Horizont. Wir brauchten weitere ca. 20 Minuten bis zu unserer Unterkunft auf der Südspitze in Downtown Manhattan. In der Wall Street Nr. 75.

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Mehr über und von Gaby Barton auf ihrer Website.



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