13. Februar 2017

'Die Legende der Rubinelfe: Die Auserwählte' von Babsi C.S. Angel

In der Welt Antaryia herrschte seit hunderten von Annaren ein nicht enden wollender grausamer Krieg. Die Welt ertrank im Blut, welches durch Menschen, Zwerge und Rubinelfen vergossen wurde.

Doch dieser düsteren Zeit wurde ein Ende durch die Königin der Rubinelfen gesetzt, denn sie war das Blutvergießen leid. Sie wollte endlich selbst eine Familie gründen. Viele Jahre vergingen und die Königin Ashara hatte den Glauben fast aufgegeben, jemals ein Kind zu bekommen, als sie vor sechzehn Annaren endlich eine Tochter bekam.

Dieses Kind wurde nicht nur mit einer besonderen Fähigkeit, sondern auch mit einer ganz besonderen Gabe geboren, die sie zu einer Legende werden lässt.

Gleich lesen: Die Legende der Rubinelfe: Die Auserwählte

Leseprobe:
Nachdem Aymsir von einer Patrouille zurückkehrte, war er verändert und keiner wusste, was mit ihm los ist. Tagelang verschwand Aymsir immer aufs Neue aus dem Schloss. Wenn sein Vater ihn fragte, wo er hinging, erhielt er immer dieselbe Antwort. »Ich war mit Aylan unterwegs.« Doch sein Vater wusste, dass Aymsir ihm nicht die Wahrheit erzählte. Er sah Aylan oft genug, um zu wissen, dass sein Sohn nicht ehrlich war.
Doch eines Abends, als die Familie versammelt beim Abendessen saß, stand Aymsir unerwartet auf und ging zum König, der am Tischende saß. Als sein Sohn auf ihn zu kam, stand der König auf und sah ihn verwundert an. Aymsir kniete sich vor seinem Vater nieder und blickte ihn mit seinen roten Augen an. »Vater ... ich habe mich verliebt und bitte dich um deinen Segen.«
Der König sah ihm überrascht an und fragte nach: »Mein Sohn, bist du deswegen in letzter Zeit so eigenartig, weil du dich in ein Weib verliebt hast?« Ein spöttisches Lachen entkam Rywan.
Aymsir der bis eben noch den Boden anstarrte, sah zu seinem Vater nach oben und sein Blick war finster. »Ja Vater, weil sie keine Elfe ist, sondern ein Mensch.«
Schockiert über diese Antwort erhob er wütend seine Stimme: »Was sagst du da, du hast dich in eine Menschenfrau verliebt. Bist du von allen Göttern verlassen? Niemals bekommst du dafür meinen Segen. Denkst du ernsthaft, ich lasse es zu, dass du Schande über unser Volk bringst? Die Menschen und die Rubinelfen sind seit immens langer Zeit verfeindet. Es ist unmöglich, dir für diese Verbindung meinen Segen zu ge- ben! Niemals werde ich es zulassen, dass du dich weiterhin mit dieser Frau triffst. Es wäre eine riesengroße Dummheit, diese Liebschaft noch länger fortzuführen.«
»Vater, man entscheidet doch nicht selbst, in wen man sich verliebt und mein Herz hat sich Isabella ausgesucht. Sie ist so wunderschön wie ein Engel. Wenn du sie kennenlernst, wirst du sie genauso in dein Herz schließen, wie ich es getan habe.«
»Du bist verrückt Aymsir! Diese Menschenfrau kommt mir nicht in den Palast und du wirst sie nie mehr wieder sehen, verstanden! Das ist mein letztes Wort.«
Aymsir sah ihn unglücklich an, er hatte es sich mehr als alles andere gewünscht, dass er den Segen von seinem Vater bekommt.
Er stand auf. Wortlos verließ er den Speisesaal, holte sein Pferd aus dem Stall und ritt los. Sein Weg führte ihn durch den Wald, bis nach Indaria. Abseits am Rande des Waldes stand das Haus, in dem Isabella lebte.
Vor einer ärmlichen und morschen Holzhütte angekommen, stieg er vom Pferd. Er ging zur Türe und klopfte stürmisch an. Nach kurzer Zeit öffnete ihm Isabella. Als sie Aymsir sah, strahlte sie wie die aufgehende Sonne. Ihre Wangen verfärbten sich rot, als ihr Aymsir einen Kuss darauf gab. Er liebte diese wundervolle Frau und betrachtete sie genauer. Sie hatte ihre braunen Haare zu einem langen Zopf geflochten und ihre Wangen waren übersät mit Sommersprossen. Er liebte ihr liebenswertes und bezauberndes Lächeln, das sein Herz stürmischer gegen seinen Brustkorb schlagen lässt. Als er sie das erste Mal sah, versank er in der Tiefe ihrer blauen Augen und verliebte sich auf Anhieb.
Sie sah ihn mit ihren meeresblauen Augen an und wollte wissen: »Hast du mit deinem Vater gesprochen? Was sagt er? Wird er uns seinen Segen geben?« Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, während sie auf seine Antwort wartete.
Er sah Isabella mit seinen leuchtenden roten Augen an und erwiderte: »Komm mit mir und du wirst meine Familie kennenlernen.«
Auf irgendeine Weise musste er seinem Vater verständlich machen, dass er diese und keine andere Frau wollte. Im gegebenen Fall konnte er so seinen Vater überzeugen, indem er Isabella zu ihm brachte und er sie so mit eigenen Augen betrachten konnte.
Er stieg auf sein Pferd, reichte seiner Liebsten die Hand, um sie zu sich rauf zu ziehen. Gemeinsam ritten sie nach Ewanyia, zum Schloss seines Vaters.
Dort angekommen ging er mit ihr Richtung Thronsaal, denn er wusste, dass sein Vater dort die meiste zeit verbracht. Als Aymsir den Saal betrat, fielen die Blicke der Wachen sofort auf die Menschenfrau an seiner Seite.
Als die beiden vorne angekommen waren, erhob sich der König zornig von seinem Thron. Rywan war empört darüber, dass ein Mensch in seinem Palast war. Die Wörter, welche aus seiner Kehle drangen, waren voller Hass. »Du wagst es, einen Menschen nach Ewanyia in mein Schloss zu bringen. Bist du in der Zwischenzeit schon von allen guten Geistern verlassen worden? Möglicherweise ist sie eine Spionin, hast du schon einmal daran gedacht?«
»Sie ist keine Spionin, sondern die Frau, der ich meine Liebe schenke und die ich heiraten werde! Vollkommen egal, ob du mir nun deinen Segen gibst, oder nicht. Trotz alledem wollte ich sie dir wenigstens ein Mal zeigen, damit du begreifst und verstehst, warum ich mein Herz an sie verschenkt habe.«
Rywan wedelte mit der Hand vor Aymsir und Isabella. Seine Stimme wurde immer lauter, als sie durch den Raum hallte. »Du hast deinen Verstand verloren, du wirst die- ses Weib nicht heiraten!«
Aysmirs Stimme war zwar nicht so lautstark, wie die von seinem Vater, ungeachtet dessen konnte man ihm durch den Saal hören: »Doch das werde ich, denn ich liebe sie von ganzem Herzen!«
»Du bist nicht mehr bei Sinnen! Wenn das dein Wunsch ist, dann sei gewarnt. Solltest du dich jetzt für diese Menschenfrau entscheiden, dann verlierst du deinen Anspruch auf den Thron und wirst für immer aus Ewanyia verbannt werden. Auch wenn es mir mein altes Herz entzweibricht, da du mein einziger Sohn bist. Ich kann es nicht zulassen. Wie kannst du nur denken, dass es richtig ist, wenn ein Rubinelf eine Menschenfrau zum Weib nimmt?« Als die Worte seinen Mund verließen, schmerzte es ihn selbst. Er liebte seinen Sohn, doch er konnte es nicht zulassen, dass sein eigener Sohn sich mit einen Menschen vermählt.
Aymsir stand vor seinem Vater und hielt die Hand von Isabella fest. Nur durch das Wissen, dass sie für ihn da war, konnte er stark genug sein, um die Worte, die ihm sein Vater an den Kopf warf, zu ertragen. So sehr ihm die Worte wehtaten, stand für Aymsir fest, dass er sich für Isabella entscheiden würde, da er sie liebte.
»Vater ... du kannst mich doch nicht aus Ewanyia verbannen. Wo soll ich hin?« Er blickte zu seiner Mutter, die in diesen Moment den Thronsaal mit seiner Schwester betrat.
Der König sah seinen Sohn wütend an. »Und ob ich das kann, falls du dich nicht von dieser Menschenfrau trennst.« Er deutete mit dem Finger auf Isabella.
Aymsir sah seine Mutter verzweifelt an. Sie hatte Tränen in den Augen, kam auf ihn zu und legte die Hand auf seine Wange. »Mein Sohn, ich flehe dich an, bitte höre auf deinen Vater und trenne dich von ihr, sonst kann dir keiner mehr helfen. Du weißt so gut wie ich, was dein Vater sagt, ist hier Gesetz. Wenn du dich ihm verweigerst, wird er dich verbannen. Höre auf ihn!«
»Aber Mutter ... mein Herz gehört Isabella. Sie ist die Liebe meines Lebens und sie gibt mir Kraft. Ich war noch nie so glücklich wie in den letzten Tagen, sie ist alles für mich. Dennoch wenn ihr mich verbannen wollt, dann soll es so sein.«
Er drehte sich zu Isabella um und küsste sie vor den Augen aller. »Es tut mir leid meine Liebste, dass du das mitanhören musstest. Ich hoffe, du willst mich auch noch, wenn ich aus meiner Heimat verbannt werde. Willst du mich auch noch, wenn ich kein Prinz mehr bin?«
Sie streichelte ihm zärtlich über die Wange. »Mir ist es völlig egal, ob du ein Prinz oder ein Bauernjunge bist, mein Herz gehört dir und das für immer.«
Er nahm sie in den Arm und küsste ihre Stirn, während er sie glücklich anblickte. Dann drehte er sich ein letztes Mal zu seinem Vater um. »Wenn das dein Wunsch ist Vater, werde ich Ewanyia für immer verlassen. Denn ich vergöttere Isabella und sie wird meine Frau!« Tränen füllten seine Augen, als er einen letzten Blick auf seine Familie warf, er verließ zusammen mit seiner Zukünftigen den Thronsaal, stieg mit Isabella auf sein Pferd und ritt mit ihr aus Ewanyia.

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