15. Februar 2017

'Gesund & Gebräunt: Ratgeber für risikoarmes Bräunen' von Dr. rer. nat. Andrea Zgaga-Griesz

Für wen ist dieser Ratgeber interessant? Für alle Menschen die sich gerne in der Sonne aufhalten und evtl. auch mit dem Gedanken spielen ein Sonnenstudio zu besuchen. Wer von uns genießt nicht die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut? Aber häufig beschleicht uns auch ein ungutes Gefühl!

Haben wir nicht schon so viel gehört über die Gefahren von Sonne und Solarium? Sind die UV-Strahlen nicht verantwortlich für Hautkrebs, vorzeitige Hautalterung, Sonnenbrand oder Augenschäden? Andererseits, müssen wir nicht in die Sonne, um das lebenswichtige Vitamin D herzustellen? Kann man nicht auch Hautkrankheiten behandeln mit UV-Strahlen?

Dieser Ratgeber schafft Klarheit! Nach der Lektüre sind Sie in der Lage, gemäß Ihrer individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen, Nutzen und Risiken der UV-Strahlung einzuschätzen und Sonne/Solarium ohne Beklemmung zu genießen.

Sie erfahren:

  • Wie Sie Ihren individuellen Hauttyp bestimmen und ihn zur Grundlage Ihres Sonnenverhaltens machen.
  • Wie Sie sicher einschätzen, wann, wo und wie lange Sie sich risikoarm sonnen dürfen.
  • Wie Sie verschiedene Schutzmaßnahmen (Sonnencreme, Brille, UV-Schutzkleidung, Schatten) zur Situation passend, anwenden.
  • Wie Sie den LSF richtig einsetzen.
  • Wie Sie Sonnenbrand vermeiden.
  • Ob Sie zu dem Personenkreis zählen, dem man generell oder nur vorübergehend von einer Besonnung abrät.
  • Wie Sie das Hautkrebsrisiko minimieren und die Hautalterung gering halten.
  • Warum Kinder eines ganz besonderen Schutzes vor UV-Strahlung bedürfen.
  • Wie Sie Qualität eines guten Sonnenstudios beurteilen.
Mit diesem Wissen können Sie für sich und Ihre Kinder verantwortungsvolle individuelle Entscheidungen treffen. Genießen Sie die Sonne! Ganz nach dem Motto: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.

Gleich lesen: Gesund & Gebräunt: Ratgeber für risikoarmes Bräunen: Das richtige Maß finden zwischen Sonnenbad, Vitamin D Synthese und Hautschäden

Leseprobe:

4.2 Der Hauttyp, Eigenschutzzeiten und Lichtschutzfaktor – wie hängt das zusammen?
Jetzt kennen Sie Ihren HT. Was folgt nun daraus?

1) Der HT ist ein Maß für die UV-Empfindlichkeit der Haut. Durch Bestrahlungsexperimente (siehe Kapitel 17.2.2 Das Beratungsgespräch: Dosierungsplan) hat man herausgefunden, wie lange man welchen HT bestrahlen kann, bevor ein Sonnenbrand auftritt. Diesen Zeitraum bezeichnet man als Eigenschutzzeit. Empfindliche Hauttypen haben deutlich kürzere Eigenschutzzeiten als unempfindliche.
2) Die Eigenschutzzeit bezieht sich ausschließlich auf das Phänomen Sonnenbrand. Sonnenbrand ist die einzige UV verursachte Schädigung, die man innerhalb kurzer Zeit erkennen und messen kann. Für UV-bedingte Hautschäden die z.T. erst nach Jahren ersichtlich werden wie Hautkrebs oder Hautalterung gibt es keine Angaben über Eigenschutzzeiten. Wie man sich leicht vorstellen kann, wären solche Messungen, wo man die Gesundheit der Testteilnehmer in Abhängigkeit von der UV-Belastung über Jahre hinweg verfolgen muss, sehr aufwendig und die Interpretation schwierig.
3) Die Eigenschutzzeit ist nicht nur vom individuellen HT abhängig, sondern natürlich auch von der Intensität der lokalen UV-Strahlung. Diese wird im UVI (siehe Kapitel 3.2 UV-Index – WHO Empfehlungen) ausgedrückt. Für die Angabe der Eigenschutzzeit wird ein standardisierter Wert des UVI von 8 angenommen.
Aus den oben genannten Punkten ergeben sich die in der Tabelle genannten, individuellen Eigenschutzzeiten

4) Die angegebene Eigenschutzzeit bezieht sich auf die ungebräunte Haut. Vorbräunung erhöht die Eigenschutzzeit. Dieser Effekt fällt allerdings individuell sehr unterschiedlich aus und kann deshalb nicht in allgemein gültigen Tabellen wiedergegeben werden.

Beispiel: Sie sind HT III, d. h. Sie werden nach ca. 28 Minuten einen Sonnenbrand bekommen, wenn Sie um die Mittagszeit, im Hochsommer in Deutschland (UVI = 8), mit Ihrer noch blassen Haut in der Sonne liegen. Möchten Sie dies vermeiden, sollten Sie nach spätesten 28 – 35 Minuten den Schatten aufsuchen oder sich bekleiden.
Möchten Sie länger als die Eigenschutzzeit in der Sonne bleiben, verwenden Sie einen Sonnenschutz in Form von Sonnencreme oder Sonnenschutzkleidung an. Auf Sonnenschutzcreme (6 Sonnenschutzmittel) und Sonnenschutzkleidung (7 UV-Schutzkleidung) wird in anderen Kapiteln noch näher eingegangen.

Beispiel: Mit einem LSF von 25 darf ein Mensch mit HT I und einer Eigenschutzzeit von 5 Minuten 25 mal länger, also 125 Minuten lang in der Sonne bleiben ohne Sonnenbrand zu bekommen.

Es gelten folgende Bedingungen:
  • Die Zeitrechnung beginnt mit der Besonnung.
  • Die Schutzzeit kann nicht durch mehrmaliges Auftragen von Sonnencreme verlängert werden.
  • Die Schutzzeit gilt nur für eine Besonnung pro 24 Stunden.
  • Die Schutzzeit gilt für einen UVI = 8. Ist der UVI höher z. B. am Meer oder am Gletscher (siehe Kapitel 3.1 Einflüsse auf die natürliche UV-Strahlung) ziehen Sie von der erlaubten Zeit zur Sicherheit 40 % ab. Bei einem UVI > 8 dürfen Sie nach obigem Beispiel also nur 75 Minuten in der Sonne bleiben.
  • Achtung: Für Kinder gelten andere Regeln (siehe Kapitel 9 Kinder unter der Sonne)!
[...]

5.3 Bräune – ein körpereigener Schutzmechanismus
Die Bräunung ist ein Selbstverteidigungsmechanismus unserer Haut! Die stärkere Pigmentierung erschwert ein tieferes Eindringen der UV-Strahlen in den Körper. Je nach HT (siehe Kapitel 4 Der Hauttyp als Maß für die UV-Empfindlichkeit) besitzt unsere Haut eine gewisse Grundausstattung an Pigment. Durch auftreffende UV-Strahlung wird einerseits das vorhandene Pigment in einen wirkungsvolleren UV-Absorber umgewandelt (5.3.3 Kurzzeit-Bräune) und andererseits erfolgt zusätzlich eine Pigment Neubildung (5.3.2 Langzeit-Bräune). Bräune erhöht die Eigenschutzzeit der Haut, im individuell unterschiedlichen Ausmaß, maximal um den Faktor 40.

Aber Achtung:
  • Medizinisch betrachtet ist eine gebräunte Haut ein erster Hilferuf der Haut, hervorgerufen durch zu viel UV-Strahlung!
  • Auch eine gebräunte Haut bedeutet nie vollständigen Schutz vor UV-Strahlung: Bräune als Eigenschutz der Haut bewirkt nur, dass der Sonnenbrand später eintritt. Bräune schützt nicht vor Erbgutschäden und damit nicht vor dem Hautkrebsrisiko und auch nicht vor vorzeitiger Hautalterung!
  • Die Verlängerung der Eigenschutzzeit durch Bräune um Faktor 40 erreicht bei weitem nicht jeder und auch dieser Zeitraum ist endlich!
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8 Ernährung als UV-Schutz
Braun werden durch Ernährung? Theoretisch kann man auch durch den großzügigen Konsum von Karotten (3 bis 5 kg täglich) oder Betacarotin Tabletten der Haut einen leicht gelblichen bis orangen Farbton verleihen. Wir kennen diesen Effekt von „Karotten-Babys“, deren Haut einen bronzefarbenen Ton annimmt, wenn sie mit viel Karottenpüree gefüttert werden.
Das enthaltene Provitamin A lagert sich in der Haut ab und wirkt dort als Radikalfänger, der die Zellen vor Stress durch Sauerstoffradikale, die während der UV-Bestrahlung entstehen, schützt. Eine Übersichtsstudie zeigt, dass bei einer mindestens 10 wöchigen Einnahme von Betacarotin, vor der Besonnung, ein gewisser Schutzeffekt vor Sonnenbrand erzielt werden kann [12].
Neben Betacarotin werden auch andere Substanzen mit einem Sonnenschutz-Effekt beworben. Hierzu zählen Präparate, die zum Beispiel Lycopin (aus der Tomate), die Vitamine A, C, E oder Astaxanthin (Carotinoid produziert von einzelligen Algen) enthalten. Studien zeigen, dass all diese Radikalfänger die Eigenschutzzeit der Haut vor Auftreten eines Sonnenbrandes lediglich verdoppeln können. Inwieweit diese Substanzen auch die Erbgutschädigung reduzieren können, ist weiterhin Thema der Forschung [13]. Klar ist, dass die Einnahme von Radikalfängern nur ein Baustein innerhalb der Maßnahmen des Hautschutzes vor UV-Strahlen darstellt. Die Wirksamkeit (maximal LSF 2) ist stark abhängig von der Dosis und der Dauer der Einnahme.
Häufig findet man diese Radikalfänger auch als Zusatz in Sonnenschutzmitteln und anderen Kosmetika, wo sie durch äußerliche Anwendung zum Hautschutz beitragen.

DAS WESENTLICHE: Die Einnahme von Radikalfängern kann die Sonnenschutzmaßnahmen (Schatten, Sonnencreme, Kleidung) ergänzen. Allerdings muss man Wochen vor der Sonnenexposition mit der Einnahme beginnen. Lassen Sie sich über Dosis und Dauer der Einnahme von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
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9 Kinder unter der Sonne
Kinder bedürfen besonderer Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlung! Ihre Möglichkeiten des Eigenschutzes wie die Ausbildung von Bräune, Lichtschwiele oder Reparaturmechanismen sind erst im Ausreifen und noch nicht voll wirkungsvoll. Deshalb sind sie besonders anfällig gegenüber Schädigungen durch UV-Strahlen [14]. Die Hauttypbestimmung (siehe Kapitel 4.1 Hauttypbestimmung) kann für Kinder nicht angewandt werden. Kinder gelten generell als HT I oder II.
Natürlich sollen sich Kinder regelmäßig und ausgiebig im Freien bewegen. Der Aufenthalt im Schatten bzw. die Verwendung von entsprechender Kleidung gelten als 1. Wahl der UV-Schutzmaßnahmen für Kinder. Kinderärzte empfehlen: Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren gehören generell nicht in die pralle Sonne! Zusätzlich sollten sie durch Kleidung (Sonnenhut, langärmliges T-Shirt, spezielle Sonnenschutzkleidung, Sonnenbrille, UV dichter Sonnenschirm) geschützt werden. Achten Sie besonders auf den Schutz der Sonnenterrassen wie Nase, Ohren, Schultern, Nacken und Fußrücken. Insbesondere in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr sollte die Sonne konsequent gemieden werden. Benutzen Sie hypoallergene, parfumfreie Sonnencreme mit hohem LSF (ab LSF 25).
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Im Kindle-Shop: Gesund & Gebräunt: Ratgeber für risikoarmes Bräunen: Das richtige Maß finden zwischen Sonnenbad, Vitamin D Synthese und Hautschäden

Mehr über und von Dr. rer. nat. Andrea Zgaga-Griesz auf ihrer Website.



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