26. Juli 2017

'Die Stadt des singenden Segels - Tad Time #1' von Jonas M. Light

+++ Ein Schauspieler erwacht in einer fremden Welt mit Superkräften +++ Eine Lichtfee wird zum Mentor +++ Ein tödlicher Schatten kehrt in die Welt der Lebenden zurück +++

Tad Parker, ein Schauspieler aus der Kleinstadt Capeville, wacht auf einer verregneten Wiese auf. Seine Erinnerungen sind verblasst. Wie um alles in der Welt ist er hierher gekommen? Als er wenig später eine unheimliche Begegnung mit einer Frau hat, die aus den Flammen eines Feuers erwächst, zweifelt er an seinem Verstand und wähnt sich in einem Traum. Doch schon bald weiß er: Um mehr über seine Vergangenheit zu erfahren, muss er in die Stadt des singenden Segels reisen. Was dann kommt ... nun, lasst euch überraschen!

Gleich lesen:
Für Kindle: Tad Time #1: Die Stadt des singenden Segels
Für Tolino: Buch bei Thalia

Leseprobe:
„Was? Du liebst einen anderen?“ Ein Raunen ging durch das Publikum, als Tad seine Geliebte mit diesem Vorwurf konfrontierte. Nach gut 40 Auftritten war es äußert vorhersehbar, an welcher Stelle des Theaterstücks eine Reaktion des Publikums zu erwarten war. Die nächste Reaktion würde kommen, wenn Tad mit seinem Rivalen Ernesto kämpfen und den Tod durch einen Pistolenschuss in die Brust finden würde. Doch daran versuchte Tad im Augenblick noch nicht zu denken. Er fokussierte sich auf seinen nächsten Einsatz.
„Dieser miese Bastard!“, wetterte Tad. „Ich wusste die ganze Zeit, dass er ein Auge auf dich geworfen hat.“ Er stampfte mit seinem rechten Bein auf die Holzplanke der Bühne und ein Knallen schallte durch den Saal, der mit 500 Zuschauern restlos ausverkauft war. Seine Geliebte erschrak und hielt sich die Hand vor ihr Herz, um die Dramatik der Szene zu untermalen. Einige Zuschauer im Saal taten es ihr gleich und eine Dame in der ersten Reihe fieberte gar so mit, dass sie sich an den Arm ihres Sitznachbarn klammerte.
Tad huschte ein kleines Lächeln über sein Gesicht, als er sah, wie enthusiastisch die Leute waren. Gleichsam sehnte er das Ende des Stücks herbei, denn im Kegel des Bühnenscheinwerfers war es verdammt heiß. Ein Teil des Make-ups war bereits von seinen Schweißtropfen hinfortgeschwemmt worden und die Kragenschenkel seines weißen Rüschenhemds sahen aus, als wären sie in einen ockerfarbigen Farbeimer gefallen.
Dann kam die alles entscheidende Szene. Tad holte tief Luft, um seine Konzentration auf den Punkt zu sammeln und polterte in den Saal hinaus: „Ich bringe dich um, wenn du etwas mit ihr gehabt hast!“
Seinem Gegenspieler Ernesto musste es genauso heiß sein wie Tad, denn die Schweißperlen rollten wie Regentropfen über seine Stirn und glänzten im Schein des Lichtes.
„Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig“, konterte Ernesto. „Was ich getan habe, ist kein Verbrechen. Es geschah aus purer Liebe.“
Es war der Satz, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte. Tad zog eine Pistole aus der Jackentasche und richtete diese auf Ernesto. In der Probe war es bei dieser Szene hin und wieder zu Aussetzern gekommen, da die Platzpatronen nicht immer funktionierten und dann statt einem stattlichen BUUMM nur ein wehleidiges KLICK herauskam.
Heute sollte zum Glück alles funktionieren. Ernesto stürzte in wilder Verzweiflung auf seinen Opponenten zu und ergriff seinen Waffenarm. Abermals ging ein Raunen durch das Publikum. Einige Zuschauer hielten ihre Hände vors Gesicht und wollten gar nicht hinsehen. Die Dame am Arm des Sitznachbarn war aufgesprungen und schrie ein verzweifeltes „Tu das nicht, Ernesto!“ in Bühnenrichtung.
Nach einem wilden Gerangel und Geschrei auf der Bühne erschallte endlich das BUUMM und Tad sackte auf den Boden wie ein ausgeknockter Boxer. Sein Kopf schlug unsanft auf dem Holzboden auf.
Was tat man nicht alles für eine gute Show. Morgen würde er bestimmt eine kleine Beule haben. Doch irgendwie war da noch mehr. Tad spürte eine seltsame Schwere in seine Glieder kriechen. Er versuchte, einen Laut von sich zu geben, doch die Worte erstarben in seinem Hals. „Was habe ich getan?“, schallten die Worte Ernestos durch den Raum, die wie ein Echo in Tads Kopf widerhallten. Dann senkte sich der Vorhang und mit ihm legte sich ein dunkler Nebel über Tads Augen.

Im Kindle-Shop: Tad Time #1: Die Stadt des singenden Segels
Für Tolino: Buch bei Thalia

Mehr über und von Jonas M. Light auf seiner Website zum Buch.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen