6. Juli 2017

'Neustart ins Glück' von Brigitte Teufl-Heimhilcher

Neustart ins Glück ist ein Sammelband zweier heiterer Gesellschaftsromane rund um das Thema Neubeginn.

In Buch 1 - Neubeginn im Rosenschlösschen - verlieren Susanne und ihre Assistentin ihre Jobs in einem Immobilienunternehmen. Beide müssen erfahren, dass es gar nicht so leicht ist, neuerlich im Berufsleben Fuß zu fassen. Zum Glück hat Susanne viele Kontakte, gute Freunde und eine Menge Ideen.Gemeinsam mit dem Architekten Werner macht sie sich daran, ihr ehemaliges Elternhaus, das Rosenschlösschen, aus seinem Dornröschenschlaf zu holen, um dort Kochseminare anzubieten. Doch plötzlich ist Werner wie vom Erdboden verschluckt …

In Buch 2 - Champagner und ein Stück vom Glück – begegnen wir Susannes ehemaliger Assistentin Helga, die nicht nur eine Scheidung zu verkraften hat, sondern auch einen pubertierenden Sohn und in ihrem neuen Job auch nicht wirklich glücklich ist. Da kommen ihr die Avancen des pfiffigen Hamburger Starkochs Lars gerade recht. Doch Lars hat sein Leben in Hamburg und Helga nicht den Mut für einen echten Neustart. Außerdem hat ihr Exmann längst begriffen, dass die Scheidung ein Fehler war …

In beiden Romanen finden Sie auch noch eine Menge spannender Kochrezepte.

Gleich lesen: Neustart ins Glück: Sammelband

Leseprobe:
Susanne las die Mail zum zweiten Mal. Was für ein hanebüchener Unsinn! Ein Mieter teilte ihr mit, dass er von der im Mietvertrag getroffenen Indexvereinbarung zurücktreten wolle. Sie leitete das Schreiben mit den Worten: „das möchten wohl viele ;-)“ an ihre Assistentin weiter, als das Telefon läutete.
„Rieger.“
„Hier Sekretariat Doktor Hoch. Könnten Sie bitte zu Herrn Doktor Hoch kommen?“, zirpte eine ihr unbekannte Stimme.
„Jetzt gleich?“, fragte Susanne. Es war ziemlich ungewöhnlich, dass der Geschäftsführer sie einfach rufen ließ. Bisher hatte er stets selbst angerufen.
„Haben Sie etwas Besseres vor?“, zirpte die Stimme.
Dumme Ziege.
Susanne warf erst das Mobiltelefon auf den Tisch, dann einen Blick in den Spiegel. Sie zog den Lippenstift nach, fuhr mit der Bürste durchs Haar und machte sich auf den Weg in die Chefetage. Seit dem Total-Umbau der Geschäftsleitung thronte die im gläsern ausgebauten Dachgeschoss.
Die unbekannte Stimme gehörte offenbar zu einer großen Blondine und ersuchte sie, im Wartebereich Platz zu nehmen. Seufzend ließ Susanne sich in den tiefen Fauteuil sinken. Unerhört. Erst zitierte man sie von jetzt auf gleich hierher, und nun musste sie auch noch warten - sie war doch nicht Lieschen Müller!
Sie ließ ihren Blick durch den Raum gleiten. Alles wirkte sehr modern, sehr kühl. Dennoch würden sie es im Sommer hübsch warm hier haben, dachte sie grimmig, während sie ungeduldig mit ihren schön lackierten Fingernägeln auf die Armlehne trommelte. Es hatte sich so viel verändert, seit Peter, ihr ehemaliger Chef, dumm genug gewesen war, sein ansehnliches Aktienpaket an einen international tätigen Baulöwen zu verkaufen. Seither war kein Stein auf dem anderen geblieben. Die neue Geschäftsleitung hatte nicht lange gefackelt und innerhalb weniger Wochen nahezu alle strategisch wichtigen Positionen neu besetzt. Die Neuen waren alle jung und bestens ausgebildet, aber sie erschienen ihr aalglatt und die Sache mit den guten Manieren hielten sie wohl auch für überholt. Es wurde wirklich Zeit, dass sie sich nach einer neuen Herausforderung umsah. Aber erst musste sie noch …
„Frau Rieger, wenn Sie jetzt bitte mitkommen“, sagte die Blondine und eilte auf sehr hohen Absätzen vor Susanne den Gang entlang.
„Danke, ich kenne den Weg“, versuchte sie sich ihrer Begleitung zu entledigen. Doch das junge Ding reagierte nicht und öffnete die Tür zum Besprechungszimmer.
Dort warteten nicht nur Doktor Hoch, der neue Geschäftsführer, sondern auch zwei Herren aus dem Verwaltungsrat. Was war denn hier los?
Früher hätte man erst ein paar Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht, doch Doktor Hoch kam gleich zur Sache.
„Wie Sie wissen, wollen wir uns von einem Teil des inländischen Portfolios trennen. Es ist uns nun gelungen, ein sehr attraktives Angebot für das bisher von Ihnen betreute Portfolio zu erhalten.“
Bisher also, aha. Sie hatte damit gerechnet, dass man sich eines Tages auch ihrer Person entledigen würde. Dass es so schnell ging, hätte sie allerdings nicht gedacht.
Demonstrativ verschränkte sie die Arme, lehnte sich zurück und wartete. Einer der Verwaltungsräte ergriff das Wort: „Der Kaufvertrag wurde heute Vormittag unterschrieben. Der neue Eigentümer wird die Verwaltung zum nächsten Monatsersten übernehmen. Veranlassen Sie bitte, dass sämtliche Unterlagen bis dahin übergeben werden. Sobald die Übergabe erledigt ist, sind Sie freigestellt.“
Ihr Ton war kühl und beherrscht, als sie antwortete: „Sie scheinen übersehen zu haben, dass ich nicht nur ein Portfolio betreue, sondern auch Head of Asset-Management bin.“
Jetzt meldete sich wieder Doktor Hoch zu Wort: „Die Abteilungen unterstehen in Zukunft direkt der Geschäftsleitung. Ihre Position wird eingespart.“
„Und was passiert mit meiner Assistentin, Frau Wagner?“
„Frau Wagner?“ Darüber schien er sich noch keine Gedanken gemacht zu haben, denn er zögerte kurz, ehe er antwortete: „Ich denke, wir haben keine weitere Verwendung für sie. Wollen Sie es ihr sagen, oder soll unsere Personal-Abteilung …“
Susanne war bereits aufgestanden.
„Danke, das erledige ich selbst.“
Sie hätte jetzt gerne die Tür hinter sich zugeworfen, aber der blöde Türschließer ließ sie sanft ins Schloss gleiten.

Im Kindle-Shop: Neustart ins Glück: Sammelband

Mehr über und von Brigitte Teufl-Heimhilcher auf ihrer Website.



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