7. August 2017

'Zwischen Zweifel und Zeit' von Bea Cach

Stell dir vor, du stehst im Abgrund – was dann?

Beate, die nicht immer freiwillig mit verschiedenen Identitäten und ungezwungen durch die Welt reist, findet einiges, jedoch nicht sich selbst. Was sie entdeckt, ist jedoch erschreckend. Allerdings steht sie auch wieder vor alten Feinden und erlebt eine Welt im Umbruch. Welche Formen die Grausamkeit der Menschen vor dem Wandel annimmt, wenn die Ressourcen nicht für alle Lebewesen reichen, wenn die Gewinnoptimierung über jeder Menschlichkeit siegt und die pure Existenz des einzelnen Individuums auf dem Spiel steht, erfährt sie nicht nur während ihrer Arbeit als Profiler.

Sie leidet, hofft und liebt in einer fremden Zeit. Findet jedoch auch langersehnte Antworten, viele neue Fragen und steuert geradewegs auf einen Abgrund
des menschlichen Seins,
des menschlich sein,
des Mensch sein, zu.


Kann sie ihr Potential nutzen, um der Gefahr zu entkommen? Ist sie gefangen in ihren Gedanken, in ihrer Vorstellung dieses irrealen Lebens, oder findet sie einen eigenen Weg mit den Widrigkeiten der menschlichen Natur zurecht zu kommen? Es wird sehr gefährlich, äußerst abenteuerlich und turbulent. Selbstverständlich bekommt sie auf ihrem schmerzlichen Weg unvorhersehbare Hilfe, aus Liebe, Dankbarkeit oder Kalkül? Gehen wir ein Stück des gefahrvollen Weges gemeinsam!

Drittes Buch der dystopischen Romanreihe von Bea Cach.

Gleich lesen: Zwischen Zweifel und Zeit

Leseprobe:
In Washington kommen wir planmäßig an und werden von den Mitarbeitern einer Spezialeinheit abgeholt. Unterwegs bekommen wir jeder eine Mappe und können uns mit dem Fall vertraut machen.
Schon nach der ersten Seite graut mir davor, doch wir vier lesen schweigend das Dokument. Es handelt sich um Leichenfunde, das heißt Körperteile, die erst vor kurzem abgetrennt wurden. Vorwiegend Köpfe, einige Füße und Hände, aber alle fein säuberlich von Fleisch befreit. Die Knochen sind durch Zufall in einer Grube bei Bodenarbeiten entdeckt wurden. Erst dachte man, es handelt sich um einen alten Friedhof, die forensische Untersuchung ergab dagegen, dass die Menschen zu den Gebeinen bis vor wenige Wochen noch gelebt haben. Die Untersuchung belief sich bisher auf der Feststellung der Identität. Mit neuer Software wurde schnell eine Gesichtsrekonstruktion möglich, noch sind es wenige, aber alle einhundertneunundsiebzig Schädel werden eingescannt und so bearbeitet. Nach den ersten Rekonstruktionen stellten die Kollegen hier fest, dass die meisten Leute im Umkreis von fünfzig Meilen als vermisst gelten. Bisher sind dreißig identifiziert und es bildet sich keinerlei Muster heraus.
Die Opfer sind verschiedenen Geschlechts, verschiedener Hautfarbe und in unterschiedlichem Alter. Ähnliche Funde wurden inzwischen weltweit bestätigt. Eine Suche nach besonderer Häufung von Vermissten in einem bestimmten Radius, führte die Ermittler auf allen Kontinenten zu solchen Massengräbern.
In Pakistan, Indien und Russland werden jedoch alle Dimensionen gesprengt. Es fehlen sehr viele Menschen, sie sind einfach verschwunden. Besonders erschreckend ist ein Tatort, menschliche Knochenreste wurden auf einer Schweinefarm entdeckt und im Tierfutter nachgewiesen. Die Ermittlungen werden von den einzelnen Ländern getrennt durchgeführt. Seit einem halben Jahr, allerdings ohne Erfolg, was zur Einschaltung der Sondereinheit führte.
Soweit der Stand der Ermittlungen, aber mir fällt sofort ein, wie Tatjana sagte, dass sie das Frischfleisch lieber selbst einkocht, man weiß ja nie. Die absolut sauberen Knochen erinnern sehr an die maschinelle Säuberung von Geflügelknochen. Mit Zusatz von Enzymen, Stärke und anderen Stoffen wird da aus minderwertigem Fleisch, hochwertiger Schinken und Kraftfleisch hergestellt.
Bitte, nicht. Meine Gedankensprünge und Assoziationen sind sicher zu krass, es hat vielleicht eine andere Ursache. Welche? Alles andere ist nur pervers. Dafür ist die Dimension zu groß, einfach unpassend. Es mag ja viel mehr perverse und abartige Vorfälle geben, als ich annehme, jedoch in solchen Größenordnungen?
Nein!
Wie war das mit der Gewinnoptimierung? Menschenfleisch ist billig zu haben. Charly sagte es schon einmal. Keine Kosten für Nachschub, Aufzucht und Haltung. Das ist abartig, jedoch logisch. Ob die anderen auch so etwas denken? Sicher, im Moment schweigen wir nur und sind froh, als wir endlich in der Zentrale der Bundesbehörde ankommen.

. . .

Toll!
"Danke, viel kann ich noch nicht sagen, doch ich gewähre gern jedem Interessenten einen Zugang zu meinen spontanen Überlegungen und Gedanken. Als erstes fiel mir ein, dass Menschenfleisch günstig und überall zu bekommen ist. Dann erinnerte ich mich, dass viele Leute keine Konserven kaufen, weil Gerüchte grassieren, sie sind falsch deklariert. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass nur dies der Grund für solche Funde sein kann. Die Verwertung fast aller Teile, die sauberen maschinell abgeschabten Knochen und die Dimensionen, lassen nicht viel Spielraum. Erschreckender Weise fielen mir auch die Knochenfunde in Mexiko ein. Dort wurden die Menschen ausgeweidet, nachdem zumindest einige erdrosselt wurden. Zu den Ausführungen und Bildern an der Videowand fällt mir auf, dass alle Opfer erwachsene, als normalgebaut zu bezeichnende, Menschen sind. Sie zu übermannen war zumindest in einigen Fällen nicht einfach, sie müssen freiwillig dorthin sein. Wie damals, ein Fall mit den Modelagenturen. Vielleicht können sich einige Kollegen erinnern, ich habe davon gelesen. Da wurden junge Frauen nach Gewebetyp sortiert und mit Modelverträgen geködert. Sie fielen der Organmafia zu Opfer.
Aber was macht man, dass junge, kräftige und durchaus intelligente Menschen, mit total unterschiedlichem Hintergrund sich umbringen lassen? Wohin gehen heutzutage Männer und Frauen, nicht gemeinsam, nicht als Paar, einfach so? Vielleicht zum Sport, zu einem berufsspezifischen Lehrgang oder anderen betrieblichen Aktivitäten. Mir fällt eigentlich nichts weiter ein. Sie sagten doch, dass vorerst keine Paare gefunden wurden, nicht wahr? Bei so vielen Leuten diesen Umstand auszuschließen, ist doch recht schwierig. Mehr kann ich nicht sagen. Wenn möglich, würde ich gern mit den Hinterbliebenen sprechen, denn die bisherigen Ermittlungen haben keine gemeinsamen Interessen oder Aktivitäten erkennen lassen, aber die Sachlage ist heute vielleicht anders."

Im Kindle-Shop: Zwischen Zweifel und Zeit

Mehr über und von Bea Cach auf ihrer Website.



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