8. Dezember 2017

'Pussycat Club: Verbotene Sehnsucht' von Monica Bellini

Cat Black, Besitzerin des exklusiven Pussycat Clubs, erlebt an ihrem Geburtstag einen wahr gewordenen sinnlichen Traum. Kurz darauf tritt ER wieder in ihr Leben – der Mann, der ihr fünf Jahre lang einen Rausch sexueller Erfüllung bescherte und sie zu der begehrenswerten, unnahbaren Frau gemacht hat, die sie heute ist. Doch warum ist er zurückgekommen? Es ist gegen die selbst auferlegten Regeln …

Auch in ihrem Club drohen plötzlich alle Tabus gebrochen zu werden ... Maude entflieht der Einsamkeit nur in ihren Träumen, die sie ihrem Tagebuch anvertraut. Bis ihre Freundinnen sie in den Pussycat Club einladen – und Maudes Leben eine unerwartete Wendung nimmt. Für wenige Stunden – denn der Hot Guy Bosky ist, wie alle Pussycats, nur Teil einer Illusion. Wahre Liebe ist in der Scheinwelt sinnlicher Perfektion nicht inklusive. Oder doch?

Teil 2 der Pussycat Club-Trilogie.

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Leseprobe:
Fünfunddreißig. Es ist nur eine Zahl, bete ich mir vor wie ein Mantra. Eine bedeutungslose Zahl, die sich aus anderen ergibt, die in meiner Geburtsurkunde stehen. Und doch fühlt es sich an, als ob ein Lebensabschnitt zu Ende wäre und der neue bereits begonnen hätte. Klammheimlich, still und leise. Nur macht er mir trotzdem Angst. Dieser konturlose Anfang von etwas, das ich nicht greifen kann, präsentiert sich wie ein Blatt Papier, das mit einem einzigen großen Fragezeichen beschrieben ist.
Klare Vergangenheit und nebelverhangene Zukunft. Es ist das Prinzip des Negativen und Positiven, des Pessimismus und Optimismus, des halb leeren oder halb vollen Glases. Apropos. Ich hebe das aus hauchzartem Kristall an, in dem sich mein Lieblingschampagner befindet, und setze es an die Lippen. Mein Blick gleitet über den im diffusen Licht liegenden Club, das prickelnde Getränk kitzelt meine Zunge, rinnt durch die Kehle und nimmt von mir Besitz.
Die Liebesinseln liegen verwaist, die Raumteiler sind alle versenkt. Wie jede Nacht werde ich bei diesem Anblick ein wenig melancholisch. Der Pussycat Club ohne Gäste ist wie ein Aquarium ohne Fische. Sie sind das Element, das Farbe in die Monotonie bringt.
Sebastián scheint dasselbe zu denken, denn er prostet mir mit einem nachdenklich anmutenden Lächeln zu. Aber zum Glück sieht er mich nicht mehr so an wie vorhin, als ich aus meinem Büro kam. Trotz des frischen Make-ups, mit dem ich die Spuren der vergangenen Stunden verdeckt hatte, fühlte ich mich ihm gegenüber nackt. Das Gefühl der Intimität zwischen ihm und mir hat jedoch nichts mit unseren Körpern zu tun. Nicht, dass wir einander noch nie unbekleidet – die halterlosen Strümpfe, die ich nie ausziehe, außer Acht lassend – gesehen hätten, aber das Nacktsein gehört zu unserem Beruf wie zu einem Soldaten die Uniform oder zu einem Arzt der Kittel.
Nein, ich meine damit, dass er in mich hineinsehen kann, als ob ich aus Glas wäre. Ich bin davon überzeugt, dass er weiß, dass ich Sex hatte. Und wahrscheinlich fragt er sich – falsch: sicher tut er das – mit wem. Das Wann und Wo ergibt sich aus der Tatsache, dass ich zu Beginn des Abends, als wir miteinander hier an der Bar standen, noch die ganz normale Cat war. Und Sebastián weiß genau, dass ich, solange der Pussycat Club geöffnet ist, anwesend bin: entweder in dem Cat’s Room genannten Raum, in dem ich Gäste privat empfange, oder in meinem Büro, von dem ich das Geschehen im Club beobachten kann, manchmal an der Bar – und in seltenen Fällen, nur an besonderen Abenden, auf der Bühne.
Bei meiner Ankunft vor etwa sechs Stunden war ich Cat Black, so wie man sie kennt. Jetzt habe ich glänzende Augen und geschwollene Lippen, die ich zwar mit Lippenstift bedeckt habe, aber einen Experten wie Sebastián Còrdoba kann ich nicht hinters Licht führen. Hollywoods ehemaliger Pornostar erkennt eine Frau, die fantastischen, intensiven Sex hatte – noch dazu mit zwei Männern, die sie auf jede nur erdenkliche Art befriedigt haben – sofort.
Seine dunklen Augen blitzten auf, als ich mit etwas unsicheren Schritten durch die Tür kam. Nicht, weil ich es plötzlich verlernt hatte, mit High Heels zu gehen, sondern da mich meine Beine nicht so richtig tragen wollten. Der heimtückische Überfall der beiden Männer, ihre Hände auf und ihre Schwänze in mir, hatte meine sorgsam gehütete und intakte Schutzschicht angekratzt und mich mental und physisch an meine Grenzen gebracht.
Jetzt liegt meine linke Hand auf dem goldgemaserten Marmor des Tresens neben dem Teller mit einem Stück Geburtstagstorte. Im Gegensatz zu den Pussycats und den anderen Mitarbeitern, die sich mittlerweile fast alle verabschiedet haben, fehlt nur ein kleiner Bissen. Ich habe einfach keinen Hunger, sehne mich nur nach den schützenden vier Wänden meines Appartements und meinem Bett. Doch anstatt mich – wie sonst immer – auf den Weg zu machen, liegt meine Hand auf dem marmornen Tresen und ich rühre mich nicht vom Fleck. Nur ich weiß, dass dies keine beiläufige Geste ist, sondern die einzige Möglichkeit, mir Halt zu geben. Damit ich mich nicht einfach fallen lasse. Das leichte Beben meiner Schenkel, meine harte, wunde Klit, das Pulsieren zwischen meinen Beinen – ich fühle mich immer noch … erfüllt. Von den beiden Männern, die mich nahezu rücksichtlos genommen und befriedigt hatten. In SEINEM Namen.
»Komm, ich bringe dich zu deinem Wagen.« Sebastián nimmt mir das Glas aus der Hand und legt seinen Arm um meine Mitte. »Oder soll ich dich nach Hause fahren?«
Ich wende ihm mein Gesicht zu und sehe ihn irritiert an. Dann schüttle ich vehement mit dem Kopf.
»Keine privaten Kontakte außerhalb des Clubs«, beschwichtigt er mich. »Deine eiserne Regel, ich weiß. Ich wollte dich ja auch nur heimbringen, weil du so aussiehst, als ob du nicht mehr fahren solltest.«
Mein Kopf bewegt sich immer noch hin und her, langsamer nun, als ob er auspendeln müsste.
»Ich habe nichts getrunken«, sage ich müde, doch es klingt, als ob ich mich verteidigen wollte. »Nur das halbe Glas Champagner vorhin.«
»Aber du hattest Sex. Das erste Mal seit einer Ewigkeit. Und der wirkt wie eine Droge. Glaube mir, ich weiß, wovon ich rede!«

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Mehr über und von Monica Bellini auf ihrer Website.



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