25. Januar 2018

'Der Fallensteller' von Axel Berger

Ein skrupelloser Mörder hält die norddeutsche Stadt Oldenburg in Atem. Innerhalb kürzester Zeit sind ihm bereits drei Menschen zum Opfer gefallen. Das Team um Hauptkommissar Werner Vollmers tappt zunächst im Dunkeln. Was treibt den Täter an? Ein Motiv lässt sich nicht finden, noch weniger ein Verdächtiger.

Dann nimmt der Mörder Kontakt zu ihnen auf – und die Ermittler erkennen, dass sie und die ganze Stadt Teil eines tödlichen Spiels geworden sind. Werden Sie den Fallensteller schnappen? Fest steht, er wird wieder töten.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Gleich lesen: Der Fallensteller: Der 1. Fall für Werner Vollmers, Anke Frerichs und Enno Melchert

Leseprobe:
Dass hier etwas nicht stimmte, konnte man auf den ersten Blick nicht erkennen – doch man konnte es riechen. Ein widerwärtiger Geruch nach Verwesung hing über dem Zelt am Seeufer.
Er trat einen Schritt vor, im Halbdunkel der Dämmerung war nicht viel zu erkennen. Es war August. Eine milde Sommernacht. Etwa 22:30 Uhr. Die Sonne hatte für heute längst aufgegeben und versank zügig hinter dem Horizont. Nur wenige Menschenseelen verirrten sich um die Zeit noch hierher.
Die Badegäste waren mittlerweile nach Hause gefahren. Die meisten Angler hatten ihre Sachen gepackt und waren ebenfalls gegangen, oft mit vollen Eimern und einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht. Im Sommer trafen sich hier viele Oldenburger, um zu grillen, zu feiern oder um einfach etwas in der Natur abzuhängen. Jetzt war nicht einmal mehr ein übermotivierter Jogger hier und drehte seine Runden. Ob das am Fernsehprogramm und an dem angekündigten Gewitter lag? Wie auch immer, er war hier, und er war allein.
Tonno trat vorsichtig einen Schritt näher heran. Durch seine Tätigkeit als Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sage kam ihm der Geruch unangenehm bekannt vor. Zu oft hatte er ihn schon gerochen. Bei Autounfällen, Bränden oder Überschwemmungen. Doch hier hätte er ihn nicht vermutet. Er blickte sich irritiert um. Nichts zu hören oder zu sehen. Und trotzdem stellten sich seine Nackenhaare fast wie zu einer unterschwelligen Warnung auf. Normalerweise liebte Tonno diesen leichten Nervenkitzel. Doch diesmal war irgendwas anders.
Das pyramidenförmige, in Tarnfarben gehaltene Igluzelt stand friedlich vor ihm in der Dämmerung. Es war keine drei Meter vom Ufer des Kleinen Bornhorster Sees entfernt, direkt neben dem ansonsten sehr belebten kleinen Badestrand. Ein Fahrrad lag daneben im Gras. Tonno schaute sich erneut um, nichts und niemand schien in der Nähe zu sein. Er machte noch einen Schritt auf das Zelt zu, ging langsam in die Hocke und griff nach dem Reißverschluss, um ihn zu öffnen.
Sein Instinkt warnte ihn, aber die Neugier war zu groß. Behutsam zog er am Reißverschluss. Das Geräusch schien die Stille zu zerreißen. Ein Haubentaucher flog zeternd aus dem Schilf vor ihm auf und verschwand schimpfend über dem See.
Tonno beugte sich ein kleines bisschen weiter vor, um besser sehen zu können, da hörte er hinter sich ein Geräusch. Noch während er sich umdrehte, durchfuhr ihn ein höllischer Schmerz. Sein Hals schien in Flammen zu stehen. Ein etwa zwanzig Zentimeter langes Messer ragte aus ihm heraus. Ungläubig sah er eine Fontäne seines eigenen Blutes pulsierend gegen die Zeltwand spritzen. Er versuchte verzweifelt Luft zu holen. Sein Versuch erstickte in einem hilflosen Röcheln. Sterne begannen vor seinen Augen zu tanzen.
Sein letzter Gedanke war das lachende Gesicht seiner Tochter an ihrem zweiten Geburtstag – dann wurde es dunkel.

Im Kindle-Shop: Der Fallensteller: Der 1. Fall für Werner Vollmers, Anke Frerichs und Enno Melchert

Mehr über und von Axel Berger auf seiner Website.


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