13. Januar 2018

'Die Z Akten: Freefall' von P.G. Connor

Alles hat seine Zeit. Das Leben, die Menschen und der Tod.

Als ein mysteriöser Mann am Flughafen den nichts ahnenden Arzt und Wissenschaftler Leon Webber auffordert, ihm in einer dringenden Angelegenheit zu folgen, glaubt dieser zuerst an einen Aprilscherz eines Forscherkollegen. Was er dann in einem Labor erlebt, lässt ihm den Atem stocken. Es ist der Beginn einer turbulenten und tödlichen Reise. Abwärts. Denn die Toten erwachen.

Dieser Roman ist das Prequel zu „Die Z Akten”, erschienen im Dezember 2016.

Gleich lesen:
Für Kindle: Die Z Akten: Freefall
Für ePub-Reader: Buch bei BoD

Leseprobe:
Der Anfang vom Ende
An Tagen, an denen das Leben zum Sterben einlädt, sollte man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Denn es könnte wahr werden.

1. April
Die Uhr schlug halb neun, als eine gewaltige Explosion die geschichtsträchtige und vom Smog der Großstadt bedeckte Sehenswürdigkeit erschütterte. Leon Webber, Arzt und Wissenschaftler, konnte nicht fassen, was er da sah, als das TV-Programm wegen einer Eilmeldung unterbrochen wurde.
Wie ein feurig gleißender Drache aus der fernöstlichen Mythologie stieg ein rotgelber Feuerball aus dem Nichts empor, der nach dem Himmel zu greifen schien. Leons Augen weiteten sich, während er den Kopf schüttelte.
Ohrenbetäubender Donner hallte über den großen Platz. Steine, Splitter und Metallteile flogen nach allen Seiten davon. Ahnungslose Besucher wurden niedergemäht. Spatzen und Schwalben fielen schockerstarrt vom Himmel oder schwirrten panisch davon.
Die Berichterstattung wechselte zu den Bildern einer zweiten Überwachungskamera, die den Ort aus einem anderen Blickwinkel zeigte. Zwei Polizisten, die dort Wache standen, hatten versucht, sich dem Sattelschlepper der Armee mit gezogenen Pistolen in den Weg zu stellen. Heldenhaft starben sie, als die thermobare Bombe einen Krater von zwanzig Meter Durchmesser und vier Meter Tiefe in den Asphalt hämmerte. Das Bild der Kamera zeigte nur noch schwarz-weißes Rauschen.
Bilder einer weiteren Kamera zeigten den Ort einige Augenblicke später. Der Druck hatte einen zwei Meter hohen Erdwall am Kraterrand entstehen lassen und den Rest des Tages Tod und Verderben geweiht.
Als sich der Feuerball in warme Luft und schwarzen Rauch aufgelöst hatte, sah man die Reste der roten Fassade des historischen Bauwerks, die mit Splittereinschlägen übersät war. Fassadenputz bröckelte ab, und hölzerne Elemente des Tores standen hell in Flammen.
Leon erinnerte sich, wie er ein paar Jahre vorher genau dort gestanden hatte. Jetzt lagen überall qualmende Leichen oder Körperteile herum. Das Bild des großen Führers Mao baumelte nur noch an einem Seil hin und her und drohte, herunterzufallen. Der Tiananmen-Platz vor dem Tor des himmlischen Friedens in Peking sah aus wie ein Schlachtfeld.
Als hätte er der Zerstörung Sodoms und Gomorrhas beigewohnt, sah er, wie zur Salzsäule erstarrt, dem barbarischen Treiben zu. Der Geruch von Schießpulver, Brandbeschleuniger und verkohltem Fleisch kroch tief aus seinen Erinnerungen in sein Gedächtnis hervor.
»Einstein hatte recht«, brummte der ergraute Mittfünfziger. »Zwei Dinge sind grenzenlos. Die menschliche Dummheit und das Universum. Nur bei Letzterem gibt es noch berechtigte Zweifel.« Er hatte genug gesehen und schaltete den Fernseher aus. Sein Blick fiel auf die Rolex an seinem Handgelenk. Er schnappte seine Reisetasche, sah noch einmal aus dem Fenster seiner Penthouse-Wohnung auf die Spree und das friedliche Berlin, und atmete tief ein. »Auf zu neuen Ufern«, sagte er entschlossen und verließ seine Residenz im Westfälischen Viertel.

Im Kindle-Shop: Die Z Akten: Freefall
Für ePub-Reader: Buch bei BoD

Mehr über und von P.G. Connor auf seiner Facebook-Seite.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen