20. April 2018

'Wünsch dir Was: Der erste Wächter' von Kirsten Storm

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
In Romys Leben läuft gerade alles nach Wunsch. Bis zu dem Tag, an dem sie entführt wird. Plötzlich sieht sie sich mit einer Welt konfrontiert, in der Magie nicht nur in Büchern existiert und Wünsche durch bloße Willenskraft in Erfüllung gehen.

Romy setzt alles daran, wieder nach Hause zu gelangen. Doch leichter gesagt als getan, denn ihre Entführer haben sie nicht willkürlich ausgewählt. Und es gibt da jemanden, der ihre Gefühle ordentlich durcheinanderbringt.

Leseprobe:
Prolog
Ich bin die Quelle, der Ursprung, die Saat, die das Chaos entfesselt hat. Dieses grauenerregende, gnadenlose und zugleich berauschende, unbändige Chaos. Ich weiß nicht, ob es gut oder böse, richtig oder falsch ist. Mit Gewissheit kann ich nur sagen, dass ich die Schuld daran trage.
Hätte mich damals, an jenem Tag, als meine Welt aus den Fugen brach, jemand zu warnen versucht, ich hätte ihm nicht geglaubt. Und selbst wenn ich die Wahrheit in seinen Worten erkannt hätte, nichts hätte sich verändert. Keine Warnung der Welt hätte etwas am Verlauf meiner Geschichte ändern können.
Versteck dich!
Sprich mit niemandem ein Wort!
Und am wichtigsten: Verliebe dich unter keinen Umständen!
Ja, diese letzte Mahnung wäre sinnvoll gewesen. Ein guter Rat, der viel Unheil hätte abwenden können. Nur wäre ich nicht in der Lage gewesen, ihn zu befolgen. Wie soll ich einem Funken vorschreiben, zu erlöschen, wenn er erst entfacht ist? Er gehorcht anderen Gesetzen als meinem Willen. Und ist die Liebe letztendlich nicht das einzig Wahrhaftige, das überdauert, wenn alles andere von der Zeit aufgezehrt wurde?
Ich denke oft an den Tag, an dem mein Leben mir unwiederbringlich aus den Händen gerissen wurde. Manchmal sehne ich mich nach diesen Augenblicken, nach der naiven Unbekümmertheit, die mir zu eigen war.
Doch ich hüte mich davor, mir verlorene Träume zurück zu wünschen, denn Wünsche sind gefährlich.

Kapitel 1
Gustavo, dieses Schwein!
Der Gedanke an ihn ließ ihr Herz bluten. An einem Stück Sushi zu ersticken, hatte er wirklich nicht verdient. Lukretia schmiss den von Tränen durchtränkten, rosa Plüschteddy in das finstere Loch, dem herabsinkenden Sarg hinterher. Dann fasste sie Bertrams Hand. Mit ihm an ihrer Seite würde alles anders werden. Gemeinsam wandten sie dem Friedhof den Rücken zu. Ihre Zukunft begann jetzt. Ende.


Meine altersschwache Tastatur klappert lautstark, als die letzten Zeilen auf dem Bildschirm erscheinen und ich grinse breit. Fehlt nur noch der Ausblick.

Mit Leon, Richard und Gustavo hatte Lukretia kein Glück. Wird Bertram der Richtige sein? Den beiden steht eine turbulente Zukunft bevor. Doch wird Lukretia dem attraktiven Postboten Karlheinz wiederstehen können?
Fortsetzung folgt.


Zufrieden klicke ich auf Speichern und nehme die Hände von der Tastatur. Es ist geschafft. Ich kann es kaum glauben. Mit einem Freudenquietscher springe ich auf und tanze eine Runde durchs Zimmer, wobei tanzen eine sehr wohlwollende Beschreibung ist. Meine Freundin Ella hätte die Mischung aus Po-Wackeln und Arme in die Luft werfen, auf ihre liebenswürdige Art, bestenfalls als unvorteilhaften Verrenkungs-Stil bezeichnet. Aber mag es auch noch so lächerlich aussehen, ich freue mich viel zu sehr, um stillzuhalten. Er ist fertig: Band Zehn meiner Lukretia-Reihe. Dieses `emotional tiefschürfende´ Werk erscheint monatlich und wird von hunderten, mit Taschentüchern bewaffneten, Lesern verfolgt.
Zumindest wenn ich meinen Leserbriefen Glauben schenken darf.
Es ist zwar bereits Band zehn, doch damit geht ein Traum von mir in Erfüllung, denn der Verlag hat zugesagt, eine Hardcover-Ausgabe der ersten zehn Bände herauszugeben. Ich kreische auf, damit ich nicht vor Freude platze und versuche meine zappelnden Glieder wieder unter Kontrolle zu bringen.
Das Telefon, ich muss zum Telefon.
Ich bin so aufgedreht, ich muss die Neuigkeit mit jemandem teilen, also tippe ich Ellas Nummer und lausche grinsend dem Freizeichen.
»Hallo?«
»Ich bin fertig!«, jubiliere ich in den Hörer und werde prompt von einer Glückwunsch-Salve unterbrochen. Ich hüpfe mit dem Hörer in der Hand auf und ab.
Zum Glück kann mich hier keiner sehen.
»Ist das nicht unglaublich? Ich bin total aufgedreht!«
Ella lacht: »Das höre ich, Süße. Ich wette, ich würde seekrank werden, wenn ich mir dein Gehopse ansehen müsste, aber ich bin echt stolz auf dich!«
Ella kennt mich genau. Sie muss mich nicht sehen, um zu wissen, wie meschugge ich mich im Moment aufführe. Oft genug hat sie mich schon damit aufgezogen.
»Das müssen wir feiern. Wo sollen wir hingehen? Ich gehe allerdings nur mit dir aus, wenn du versprichst, mit dem Hüpfen aufzuhören. Du solltest dir das echt abgewöhnen. Ich stelle mir dich gerade beim Interview zu deiner Buchveröffentlichung vor, wie du ständig auf- und abspringst, bis dem Reporter schlecht wird. Du würdest als der lebende Gummiball bekannt werden.«
»Du bist charmant wie immer«, merke ich an und stelle mein Gewackel ein wenig ein.

Im Kindle-Shop: Wünsch dir Was: Der erste Wächter (Chronik der Wünsche 1).
Mehr über und von Kirsten Storm auf ihrer Website.



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