24. April 2018

'Zwischen Leben und Dunkelheit' von Bea Cach

Kindle (unlimited)
Stell dir vor, der Planet versinkt in Asche und Dunkelheit - was dann?

Begleiten wir Beate, die als junge Frau in diesem Roman auf einem schwierigen, leidenschaftlichen und schmerzvollen Weg in eine andere, nicht für Menschen gedachte, Welt, unterwegs ist.

Kann sie ihr Wissen nutzen, um zu überleben,
ihre Intuition, um zu entkommen und
ihre Liebe, um sich in der Dunkelheit etwas Menschlichkeit zu bewahren?

Eine unwirkliche, zerstörerische und dunkle Zukunft liegt vor dem Planeten und den wenigen überlebenden Organismen. Wird es gelingen, neues Leben zu ermöglichen, altes Leben zu bewahren und in eine Welt zu exportieren, die vielleicht einer anderen Lebensform vorbehalten bleiben sollte?Schaffen wir es, der Menschenfamilie eine reale Chance zu geben? Ist die irreale Illusion ihre eigene Interpretation vom Leben, geprägt durch ihr persönliches Weltbild, oder ein reales Abbild des Seins? Vielleicht ist es auch nur ein Spiel der Sinne, oder Spiegel unserer elektrischen Impulse, der universellen Energie und der bisherigen Erfahrungen auf ihrem Weg des Erkennens.

Mit dem 4. Roman der Reihe "Zwischen ..." findet die erste Sequenz ihren Abschluss.

Leseprobe:
Wie komme ich nun nach Uruguay?
Es gibt keinen Sprit mehr. Jedenfalls nur wenig und auch mein Ausweis, der mich als Mitarbeiter der Sonderkommission kennzeichnet, hilft im Moment nicht weiter. Es gibt weder Armee, noch Polizei, nichts. Seit dem letzten Einschlag eines Kometensplitters, im Oktober Zweitausendsechsundvierzig, herrscht auf der Erde Anarchie und ein heilloses Durcheinander. Dieser Stoß erschütterte die Erde gewaltig, es war nur ein Vorgeschmack auf die zu erwartende Zerstörung, einfach grauenhaft.
Eine der Megametropolen wurde getroffen, Shanghai. Nicht nur der Einschlag brachte unvorstellbares Leid und Zerstörung. Die folgende Detonationswelle verwüstete weite Teile des Areals und forderte unerwartet viele Menschenopfer. Die Verwüstung blieb nicht auf einen lokalen Bereich beschränkt, es umfasst ein tausende Kilometer weites Gebiet im Umkreis des Einschlagpunktes. Dieses Stück war nicht sonderlich groß, vielleicht gerade so fünfzig, sechzig Meter im Durchmesser. Aber das reichte, um einen gewaltigen Krater und einen Teil des Kontinents, als Trümmerfeld zu hinterlassen.
Seit diesem Tag ist fast jeder Mensch des Planeten auf der Flucht. Das ist die größte Völkerwanderung der Menschheit überhaupt. Milliarden versuchen sich in Sicherheit zu bringen, aber wo? Die Wanderung vollzieht sich von der Nordhalbkugel in den Süden. Aber auch von den südlichsten Gebieten wandern die Menschen in Richtung Äquator. Wo der nächste Einschlag erfolgt ist ungewiss, vielleicht sogar hier.
Die Versorgungslage der Menschen ist katastrophal. Es gibt weder genug Wasser, Sanitäranlagen und medizinische Versorgung, noch Lebensmittel. Die Welt ist ein einziges großes Flüchtlingslager, mit zu geringen Versorgungskapazitäten jeglicher Art, doch einem großen Gewaltpotential.
Zum Glück sitze ich schon in Alaska, also über den Ozean muss ich nicht mehr, doch auch von hier aus kann ich nicht laufen.
Der Vorarbeiter in unserem nördlichen Firmengelände, ist immer noch nicht bereit mit in den Süden zu gehen, doch ich bekomme von ihm noch Treibstoff, dass ich wenigstens bis Kanada fliegen kann. Der nette russische Mann aus den Reihen der Rentnermiliz möchte ebenfalls hier im Norden Kanadas bleiben. Die beiden Herren werden sich das letzte Jahr noch etwas Gutes gönnen, Völkervereinigung vom Feinsten, einfach leben und in Ruhe auf ihr Ende warten.
So fliege ich alleine in den Süden und hoffe, ich finde noch etwas Sprit. Auf einer der kanadischen Militärbasen gelingt es mir, nur wenige hundert Liter. Es ist nicht gerade viel.
Wie weit komme ich damit eigentlich?
Nun, ich fliege weiter und träume von meinem Mann, sowie meiner, seiner und unserer Familie. Meistens jedoch von unserer Liebe, die mir bis heute unerklärlich ist.
Noch sehe ich einzelne Gruppen in den Süden ziehen, von hier oben ist das nicht so schlimm. Es ist wie in einem Film oder Videospiel. Da sammeln sich die Leute, erst in kleinen Gruppen, dann zu richtigen Rotten und dann sehen die Menschenketten aus, als wären es kleine Flüsse, die sich zu einem gewaltigen Strom zusammenfinden und als Welle eines Meeres, alles wegschwemmen. Ich will da nicht hin, doch leider nimmt das Leben wieder einmal keine Rücksicht auf meine Wünsche.
So ergibt es sich, dass schon auf einem Flugplatz in Seattle mein Flug in die Karibik endet. Mein Tank ist leer und die geben mir freiwillig keinen einzigen Tropfen. Der geringe Vorrat ist für die einheimische Bevölkerung, nicht für Ausländer. Mein Ausweis und die Kennung sind uninteressant, das will heutzutage keiner wissen. Sie haben nur noch wenige Fässer und wollen schließlich ebenfalls zu ihrem Bunker. Das ist zwar gelogen, doch ein Streit hilft mir auch nicht. Sicher haben die Leute ihre Anweisung. Ich gehe an meine Reserven und biete einen Diamanten, vergebens. Da lachen mich die Männer einfach aus. Sie bestehlen keine Kinder, es ist schon ein Wunder, dass so eine Sprotte überhaupt den Helikopter in die Luft bekommt. Einen Anruf in der Behörde bei Conny ignorieren sie einfach, mich nimmt kein Mensch wirklich wahr. Nun, ich versuche es dennoch, allerdings stundenlang vergebens.
Nikita kann ich nicht erreichen und Conny auch nicht. Die sind alle irgendwie weg.
Hilfe!
Die Energieversorgung wird weltweit heruntergefahren, nur einige Wasserkraftwerke liefern noch Strom. Im Süden wird es vielleicht besser. Da stehen mehr Wind- und Solaranlagen, die bis zum bitteren Ende am Netz sind. Jedenfalls hofft jeder, bis kurz davor!
Magnettechnik, Windräder und Solaranlagen sind in diesen Breitengraden eher selten, nur lokale Betreiber nutzen solche Energiequellen. Viele Antennen, oder Sendeanlagen werden einfach nicht mehr betrieben, so hapert es auch mit der Information und Kommunikation.
Ich will nach Hause. Voller Trauer sitze ich gedankenverloren auf dem Flugfeld und weine vor mich hin.
Was soll ich denn nun machen?
Ich bin noch viel zu weit im Norden, um laufen zu können. Vielleicht komme ich auf einem Schiff weiter. Nein, das ist aussichtslos.
Die nehmen mich einfach nicht ernst, nicht mit, oder gar aus. Nur ungern erinnere mich an meinen Fahrt in Afrika zurück. Nein, das muss nicht sein.
Irgendwann im Laufe des Tages kommt die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation zu mir und bietet mir an, mit einem Sammeltransport mitzufahren. Für den Heli bekomme ich keinen Sprit, der ist von den Russen und braucht viel zu viel, sagen die Leute.
Gar nicht, der ist fast neu, na ja einige Jahre ist er alt, aber aus neuer Produktion. Die haben gar keine Ahnung, worüber ich mich aufrege. Dennoch hole ich meine Sachen und ziehe alles an, was ich so unter das viel zu große Cape bekomme. Die hohen Turnschuhe sind zwar nicht unbedingt warm, doch durch die dicke Sohle friere ich nicht so schnell an die Füße. Nur hoher Schnee darf nicht sein, aber davon ist nicht auszugehen. Dann bring ich meine restlichen Lebensmittel im Rucksack mit und meine Tasche hänge ich über die Schulter.

Im Kindle-Shop: Zwischen Leben und Dunkelheit.
Mehr über und von Bea Cach auf ihrer Website.



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