30. November 2018

'Winterwunderküsse' von Lotti Tomke

Kindle (unlimited)
»Niemals!«
Das war Peppers erste Reaktion, als der Notar die Bedingungen des Testaments verlas.
Christian Morris war ein arroganter, selbstverliebter, geldgeiler Wichtigtuer. Der Banker aus New York City verkörperte alles, was sie verachtete – bis auf seine sanften Schokoladenaugen vielleicht. Und das sexy Grinsen, das sich ab und zu in sein markantes Gesicht stahl.
Trotzdem.
Niemals, unter gar keinen Umständen, würde sie vier Wochen lang mit ihm in ihrem geliebten Laden Candles & Candy zusammenarbeiten, damit sie beide das Erbe seines Vaters antreten konnten. Lieber verzichtete sie darauf. Wenn da nur nicht dieser kleine Schuldenberg wäre. Und das Versprechen, das sie Christians Vater kurz vor seinem Tod gegeben hatte …

Leseprobe:
»Sie sehen aus wie ein tollwütiger Waschbär«, sagte ich abschätzig.
»Und Sie sehen aus wie ein jämmerlicher Lügner.« Pepper packte meinen Arm und schleifte mich mit erstaunlicher Kraft ins Hinterzimmer. »Buchhaltung, soso.« Sie deutete auf meinen Laptop und drückte die Leertaste, um den Schlafmodus zu beenden. »Mir sieht das vielmehr nach Börsengeschäften aus.«
»Na und? Sind Sie die Trading-Polizei, oder was?« Ich schob den Laptop von ihr weg und klappte ihn zu.
Meine Geschäfte gingen niemanden etwas an. Gut, ich ging nicht davon aus, dass Pepper irgendetwas verstand, von dem, was sie da sah – ich meine, sie war eine Bonbonverkäuferin – aber trotzdem.
»Nein, ich bin nicht die Börsenpolizei. Aber ich bin auch nicht so doof, für wie Sie mich halten«, schnauzte sie mich an. »Deswegen setzen Sie sich jetzt hin und hören mir zu – oder Sie können sich Ihr Erbe abschminken.« Pepper verschränkte die Arme vor der Brust und wies mit dem Kinn auf einen Stuhl.
Amüsiert setzte ich mich. Wie gesagt, die Frau war Bonbonverkäuferin. Glaubte sie ernsthaft, eine Moralpredigt aus ihrem Mund würde mich beeindrucken?
»Okay, Christian Morris«, Pepper wanderte vor mir auf und ab wie eine strenge Gouvernante, es fehlten nur noch das schwarze Kostüm und der Rohrstock, »gleich als Erstes: Ich habe Sie durchschaut.«
Huh, jetzt bekam ich es aber mit der Angst zu tun.
»Sie können sich Ihr überhebliches Grinsen sparen«, wies mich Pepper zurecht. »Vielmehr sollten Sie versuchen, sich mit mir gutzustellen, sonst trete ich nämlich ganz schnell von meinem Erbanspruch zurück.«
Okay, vielleicht war die ganze Sache doch nicht so lustig. Ich setzte mich gerade hin und räusperte mich. »Pepper, hören Sie …« »Nein, ich höre jetzt nicht. Ich bin nämlich noch nicht fertig. Deshalb hören Sie gefälligst mir zu.« Pepper starrte mich entschlossen an. »Ein Anruf bei Mr. Ecclestone hat Ihr überraschend freundliches Verhalten gestern Nachmittag erklärt – ohne mich kein Erbe. Sollte ich von meinen Ansprüchen zurücktreten, gehen auch Sie leer aus. Und das passt Ihnen natürlich gar nicht. Daher Ihr plötzlicher Sinneswandel.«
»Okay, ertappt.« Ich hob kapitulierend die Hände. »Das heißt aber nicht, dass mein Friedensangebot nicht ernst gemeint war.«
»Sparen Sie sich Ihre Scheinheiligkeit. In Wahrheit scheren Sie sich nämlich nicht im Geringsten um die Befindlichkeiten anderer Leute. Ihnen ist es doch scheißegal, wie ich mich fühle.«
»Woher wollen Sie das wissen?«, fragte ich blasiert.
»Woher? Weil Sie sich wie ein egoistischer Vollidiot aufführen«, schnauzte mich Pepper an.
Ihre blauen Augen waren mittlerweile eine Nuance dunkler und ihre Wangen leicht gerötet. Eigentlich sollte ich mich ärgern, weil Sie mich so zusammenstauchte, aber ich konnte meinen Blick gar nicht mehr von ihr losreißen. Sie sah schön aus. Leidenschaftlich. Kämpferisch. Eine Frau, die sich nicht so leicht unterkriegen ließ.

Im Kindle-Shop: Winterwunderküsse.
Mehr über und von Lotti Tomke auf ihrer Website.



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