15. Dezember 2018

'Sweet & Spicy: So schmeckt Liebe' von Lisa Torberg

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Ein (Liebes)Traum wird wahr. Süß, prickelnd, sinnlich und romantisch. Bis zum Happy End.

Die Presse bezeichnet Samantha als die sinnlichste Chocolatière Londons, und ihr Cateringunternehmen läuft hervorragend. Als dann ein Schicksalsschlag auf den anderen folgt, ist Sam kurz davor, in einen tiefen Abgrund zu stürzen. Doch dann steht der Aushilfslieferant Patrick in ihrer Küche, der ihr mit seinem durchdringenden Blick, herb-würzigen Parfum und sensuellen Bemerkungen viel zu nahekommt – und wieder verschwindet …

Horace hingegen – Sams bester Freund und Flair-Bartender – verliebt sich Hals über Kopf in Londons Dessous-Queen „KM“, genau als die heißeste Lingerie-Week, die London je gesehen hat, bevorsteht.

Dann ist da noch die achtzigjährige Lady Hazelnut, die meint, Schicksal spielen zu müssen, ein bezauberndes kleines Wasserschloss, ideal für eine traumhafte Sommer-Hochzeit, und ein grauer Herbsttag, der sämtliche Pläne über den Haufen wirft. Anstatt des Wassers, das die Glut löschen soll, macht sich Feuer breit.

Ein zauberhafter Roman über das Leben, die Liebe, und darüber, wie man den Winter zum Sommer macht und dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.

Dieses Buch ist die komplett überarbeitete Neufassung der drei Romane "Wintertraum", "Dessous mit Sahne" und "Blüten im Schnee" aus der Reihe "Sam's Sweet & Spicy", erschienen 2014/2015.

Leseprobe:
Der Duft von Gewürznelken, Vanille, Schokolade und Orangen hüllte ihn ein und ließ ihn kurz die Augen schließen, vermengte sich mit der Stimme von Leona Lewis. Winter Wonderland sang sie mit ihrem unverkennbaren Timbre. Sein Blick fokussierte sich auf den rückwärtigen Teil des Ladens und blieb an einem rundlichen Popo hängen, der in ausgewaschenen Jeans steckte. Der Stich, der ihn im gleichen Moment irgendwo im unteren Bauchbereich auf der Höhe des Steißbeins traf, rührte sicherlich vom Gewicht der beiden Kartons, die er immer noch zwischen beiden Händen festhielt, dachte er und sagte »Hallo«. Doch die eindeutig weibliche Person, die ihn immer noch nicht bemerkt hatte, fuhr vor ihrem Körper mit für ihn unerkennbaren Handbewegungen fort, die zugleich ihre Hüften in eine leichte Rotation versetzten. Eine ausgesprochen reizvolle Bewegung, wie er bemerkte, während er ein paar Schritte in die geräumige Küche hineinging. Er stellte die Kartons auf einer freien Fläche neben dem Waschbecken ab und rief mit lauter Stimme »Hi, wo finde ich Granny Beth?«
Der tizianrote Pferdeschwanz flog herum, der dazugehörige Körper folgte und plötzlich blickte Patrick in das bemerkenswerteste, hübscheste und zugleich zornigste Gesicht seit Jahren. Die grünen Augen sprühten Funken, eine Locke löste sich und fiel der Frau auf die rechte Gesichtshälfte, kringelte sich vom Auge bis zum Mundwinkel wie die Spirale eines Korkenziehers. Die hohen Wangenknochen unterstrichen ausgeprägte, rote Backen, die mit einer breiten Spur von Sommersprossen über die Stupsnase hinweg verbunden waren.
»Was fällt Ihnen ein!«, kam es fauchend aus dem herzförmigen Mund mit den vollen, roten Lippen.
Erneut durchfuhr ihn ein Stich.
Wieder dort. Doch diesmal hatte der Schmerz eindeutig nichts mit dem Gewicht zu tun, das er längst abgestellt hatte.
Als seine Mundwinkel nach oben zuckten, bildete sich links von seinem Mund ein tieferes Grübchen als rechts. Seine Augen waren plötzlich von vielen kleinen Lachfältchen umgeben. Die leicht gebräunte Gesichtshaut wurde weiter unten von einem Dreitagesbart beschattet. Marlboro Man. Der Gedanke sprang sie förmlich an. Sehr, sehr männlich. Sexy und irgendwie verrucht. Samantha starrte den Mann an. Himmel was war das denn? Der Kerl grinste, und seine unerlaubt tiefblauen Augen begutachteten sie von oben bis unten. Sie brachte keinen Ton heraus und dachte an die billigen, unförmigen Jeans und das ausgeleierte Baumwollshirt, dessen Farbe nach unzähligen Waschgängen nicht mehr definierbar war. Irritiert hob sie die Hand und schob die leidige Locke aus dem Gesicht, dann gab sie sich einen Ruck.
»Sie bringen die Lieferung von McDermott, nehme ich an. Wo ist denn Isaac? Ich warte seit Stunden auf ihn.«
Gott, was für eine Stimme, durchfuhr es ihn. Nicht so ein kindliches Gefiepe wie das von seiner Schwägerin, die immer klang, als ob sie dringend Pipi musste. Nein. Sie zog die Vokale leicht in die Länge, was jedem Wort, egal welchem, einen erotischen Klang gab. Abgesehen von dem dunklen, leicht rauchigen Timbre. Er atmete tief ein und vergaß wieder auszuatmen.
»Also? Wie wäre es mit einer Antwort? Oder wollen Sie hier warten, bis die Morgenglocken zum Gebet läuten?«
Plötzlich lief sein Gesicht rot an, da sich die Luft staute, weil er vergessen hatte auszuatmen. Erschrocken ging Samantha auf den Mann zu und schlug ihm mit der flachen Hand zwischen den Schulterblättern auf den Rücken. Dass sie dabei auf seiner hellgrauen Jacke einen für kriminalistische Untersuchungen perfekten Handabdruck aus Pralinenmasse hinterließ, bemerkte sie gar nicht. Endlich öffnete er den Mund und hustete, als ob er sich verschluckt hätte. Samantha rannte zum Waschbecken, griff im darüber hängenden Regal nach einem Glas und füllte es mit kaltem Wasser. Sie drehte sich um und hielt es dem Mann hin, der immer noch leicht nach vorne gebeugt hustete.
Unter seinen langen Wimpern lugte Patrick nach oben. Sie wirkte besorgt. Sehr gut! Innerlich grinsend setzte er einen leidenden Gesichtsausdruck auf, drückte den Rücken durch und wollte nach dem Glas greifen. Irritiert folgte Samantha seinem Blick und sah die Schokoladenmasse, die nicht nur ihre Hände, sondern auch das Wasserglas zierte.
»Entschuldigung«, murmelte sie und wollte sich abwenden, als er es ihr aus der Hand nahm und in einem Zug lehrte. Dann fuhr er mit dem Zeigefinger über die Außenseite und leckte betont langsam seine Fingerspitze ab.
»Walnüsse, Orangenschale und Schokolade?« Es waren nicht die Worte, sondern die Betonung, die er auf sie legte, die den Zutaten alltäglicher Pralinen einen verbotenen, nahezu unanständigen Beigeschmack gaben.
Samantha starrte auf den Mund, der einem breitgezogenen Herz ähnelte. Die Einbuchtung an der Oberlippe war stark ausgeprägt und die Mundwinkel liefen am Ende nach oben aus. Was sie magnetisch anzog, war jedoch diese unerträglich schöne Unterlippe, um einiges voller als ihr oberes Pendant, die förmlich zum Anknabbern einlud. Instinktiv bewegte sie ihren Kopf einige Millimeter nach vorne. Zum Glück verzog er den Mund und unterbrach ihre Gedanken. Rasch nahm sie ihm das Glas aus der Hand und ging zum Waschbecken, drehte das warme Wasser an und griff nach der Seife. Ihr Herzschlag hatte sich von seinem angestammten Platz nach oben verlagert, bearbeitete ihre Schläfe. Zeit schinden, dachte sie und begann ihre Fingernägel mit der Bürste zu bearbeiten.
Er trat näher an sie heran. Sie konnte ihn spüren, obwohl er sie nicht berührte. Plötzlich streifte sie ein leiser Lufthauch am Ohr, als er sich vorbeugte und auf eine Art sprach, die man als sinnliches Flüstern bezeichnen konnte. »Also? Walnüsse, Orangenschale und Schokolade. Und was noch?«
Sie versetzte dem Mischhebel einen Schlag von oben. Das Wasser hörte auf, zu rinnen, und sie griff mit beiden Händen nach dem unteren Teil der Latzschürze, um sich abzutrocknen. Abrupt drehte sie sich um, doch er war nur wenige Zentimeter von ihr entfernt. Ihre Hände suchten den Rand des emaillierten Waschbeckens, klammerten sich fest, und sie bog den Oberkörper nach hinten.

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Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Lisa Torberg auf ihrer Website.



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