6. Januar 2019

'DIE MACHT DER RACHE' von H.C. Scherf

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Der Wunsch nach Rache gibt ihm Kraft.
Er weiß, dieser eine Tag wird kommen.


Niemand kann sich absolut sicher sein, ob er für die bestialischen Frauenmorde vor Jahren nicht doch verantwortlich ist.

Keiner weiß, ob er die Strafe nicht verdient hatte, als er nach vielen Jahren vorzeitig in die Freiheit entlassen wird.

Die Justiz sorgte damals mit ihrer schlampigen Ermittlungsarbeit dafür, dass man ihn wegsperrte. Erst der gewissenhafte Kommissar Klare, der den Fall erneut aufrollt, sorgt dafür, dass sich seine Zelle öffnet.

Das Grauen findet einen neuen Anfang.

Leseprobe:
Die Bewegung hinter der Scheibe hatte sie sich doch nicht eingebildet, sie war real. Wer zeigte sich dort oben? War er immer noch hinter ihr her? Der Gedanke hämmerte fortwährend durch ihren Kopf. Starr richtete sie den Blick auf das im wabernden Nebel liegende, schmale Fenster, versuchte, seine Konturen dahinter auszumachen. Der Schatten, den sie glaubte, erkannt zu haben, bewegte sich nicht, schien sie zu fixieren. Begleitet von einem kaum vernehmbaren Wimmern drückte sie sich gegen die borkige Rinde der riesigen Platane, die ihr für den Augenblick Schutz geben sollte. Ihre Hände steckte sie unter die verschwitzten Achseln, um das unentwegte Zittern einzudämmen. Die Angst war übermächtig, dass sie ihr bebender Körper, ihr schneller, dampfender Atem verraten würde. Irgendwo da draußen konnte er gleich sein. Das spürte sie tief in ihrem Inneren, das von der erdrückenden Furcht vor weiteren Qualen gelähmt wurde. Sie wagte nicht, die einzelne Träne wegzuwischen, die sich aus dem Auge stahl und endlos langsam über die Wange lief. Diese teilte bizarr die vielen Spuren von Blut und Schmutz, die ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit besudelt hatten.
Vorsichtig wagte sie einen Blick in das Halbdunkel, durch den Sprühnebel, den der kräftige Wind nun wieder fast waagerecht über den von Laub übersäten Garten fegte. Schon am Morgen hatte es sintflutartig geregnet, jetzt wurden die Regenschauer wieder durch die engen Straßen des Ortsteils getrieben. Einen Moment war der unendliche Wasserstrom unterbrochen. Das Wasser tropfte nun in breitem Rinnsal aus ihrem Haar, das sie noch Stunden zuvor sorgfältig für ihn frisiert hatte. Der Schatten hinter der Scheibe war verschwunden! Dafür hörte sie die Stimme direkt neben sich.
»Ich bin bei dir, mein Schatz. Hast du wirklich geglaubt, dass du mich einfach so loswirst? Unsere Beziehung wird niemals enden. Niemand sonst kann dich so begehren, wie ich es tue.«
Beates Puls setzte für einen Augenblick aus, beschleunigte jedoch sofort danach auf ein mörderisches Tempo, sodass sie glaubte, ihr Herz würde an den schützenden Rippen anschlagen, sie möglicherweise durchbrechen. Resignation breitete sich nur für einen kurzen Moment wie ein Virus in ihrem Inneren aus, wurde abgelöst von dem immer noch vorhandenen Überlebenswillen. Die kleine Leonie. Was war mit ihr geschehen? Sie braucht mich.

Im Kindle-Shop: DIE MACHT DER RACHE.
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