12. Februar 2019

'Blackfin Boys - Die Hölle soll warten: Das 2. Abenteuer' von Flynn Todd

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Die Blackfin Boys und ihr treuer vierbeiniger Begleiter sind von einer unheimlichen Maschine in eine Zeit katapultiert worden, in der Überleben alles andere als selbstverständlich ist. Durch ein satanistisches Ritual, welches sie unfreiwillig absolvieren, treffen sie auf Kasul, einen Zentaur, der das Fegefeuer der Hölle bewacht.

Der Teufelshelfer schlägt den Jungs einen Pakt vor, der sie zurück in ihre Zeitlinie bringen soll. Doch können die vier diesem Höllenwesen vertrauen?

Leseprobe:
Wann sind wir?
„Also gut, Leute, wir haben ja keine andere Wahl ‒ also, auf zur Burg“, schlug Toby vor.
Die anderen waren nach all den Strapazen der letzten Tage und Stunden ausgepowert und lustlos. Vor ein paar Minuten noch in einer unterirdischen Forschungsstation auf einer tropischen Insel, jetzt in einer todbringenden Eiswüste. Das Leben der Jungs hatte sich in den letzten Wochen erheblich verändert. Einen verrückten Wissenschaftler auszuschalten und dabei fast selbst getötet zu werden, gehörte nicht gerade zum normalen Tagesablauf eines Teenagers. Besonders Roland litt unter den schrecklichen Ereignissen. Doch er gab sich große Mühe, dies zu verbergen. Aber eines war Fakt: Auf die Seele der Jungs hatte sich ein schwarzer Schatten gelegt – wenn auch nur ein kleiner.
„Jungs, ihr wisst ja, dass ich ansonsten ein harter Hund bin, aber jetzt gerade könnte ich einfach umfallen und in dem weichen Schnee landen. Ich muss echt schlafen“, sagte Roland.
„Wenn du das tust, bist du in nicht mal einer Stunde tot! Wenn wir das nicht sowieso bald sind. Sieh dir unsere Klamotten an – kurze Hose und T-Shirt sind hier leicht unangebracht. Lange werden wir wohl nicht durchhalten“, befürchtete Mark.
„Du bist so aufmunternd, Kleiner.“
Julius war da optimistischer: „Ich sag mal so ‒ dass wir überhaupt noch leben, grenzt an ein Wunder. Leute, wir sind gerade durch Zeit und Raum gereist ohne die geringste Ahnung, wo wir landen werden. Guckt euch Blake da drüben an – tot! Das hätten wir sein können! Obwohl … ich setze zwar einen Schritt vor den anderen, aber meine Beine und Füße kann ich nicht mehr spüren. Die Kälte hat meinen Körper völlig betäubt.“
Rottweiler Stiles war ein ganzes Stück vorgelaufen, blickte aber immer wieder zurück zu den Jungs, um zu kontrollieren, ob noch alle da waren. Im Gänsemarsch folgten ihm die vier langsam durch den Schnee, der unter ihren Füßen knirschte. Sie blieben auf der Straße, die geradewegs zu der Burg führte, die sie in der Ferne entdeckt hatten. Auf dem Weg lag der Schnee vielleicht zehn Zentimeter hoch. In dem Waldgebiet, von dem sie komplett umgeben waren, hatte sich der Schnee sogar einen halben Meter gleichmäßig auf dem Boden aufgetürmt. Stiles machte sich einen Spaß daraus, sich immer wieder in den Tiefen des Schnees zu verstecken. Nur sein Kopf guckte ab und zu heraus. Die Jungs folgen ihm keuchend, angeführt von Toby.
„Wir gehen die ganze Zeit auf diesem Weg, und erst jetzt fällt mir auf, dass diese Spuren, die den ganzen Weg entlangführen, von einem oder mehreren Fahrzeugen stammen könnten. Das Profil der Reifen ist außergewöhnlich tief. Könnte ein Geländewagen sein. Auf jeden Fall befinden wir uns in einer Zeit, in der es Autos gab. Nehme ich mal an. Das ist doch gut, dann bleiben uns wenigstens Hexenverbrennungen und Auftritte im Römischen Circus erspart.“
Keiner der Jungs reagierte auf Tobys Vermutungen. Stattdessen marschierten sie schnurstracks weiter. Die Burg kam langsam näher.
„Geht es noch allen gut?“, fragte Toby.
Ein gleichzeitiges Murren sollte die Frage mit Ja beantworten.
Mark blickte durch die Schneewehen hinüber zu ihrem Ziel. „Sieht aus wie eine alte Ritterburg.“
„Ich weiß nicht, diese großen, rechteckigen Steine in Dunkelgrau – und ganz gerade Kanten, wie in Form gepresst. Schon etwas unheimlich. Dazu vier große Türme, in jeder Ecke einer. Ich finde, das sieht eher so aus, als wäre die Anlage erst gestern gebaut worden – sie wirkt irgendwie neuwertig, aber auch tot und verlassen“, meinte Julius.
„Sie ist auch ungewöhnlich groß. Allein die vier Türme, das könnten auch vier Hochhäuser sein.“
Roland lief plötzlich vor.
„Oh nein, wie ich es vermutet habe“, rief er seinen Freunden zu. „Guckt mal, ein richtig breiter Wassergraben umgibt die gesamte Burg. Der einzige Zugang scheint über die Zugbrücke zu sein. Und die ist hochgefahren. So kommen wir da nie rein, keine Chance! Schöne Scheiße.“
Ratlos standen die vier Jungs zitternd vor der Burg. Roland hatte recht. Der Wassergraben war gut und gerne zwanzig Meter breit. Dahinter ragte die Burgmauer empor, wuchtig und wehrhaft. Mit ihren mächtigen Mauern und Türmen beherrschte sie den dicht bewachsenen Wald um sich herum.
„Verdammt, wenn wir nicht bald in eine wärmere Umgebung kommen, werden wir wohl erfrieren“, flüsterte Toby mit zittriger Stimme. „Wir müssen da rüber, vielleicht ist das Wasser gefroren, dann könnten wir runter in den Graben und auf der anderen Seite wieder hochklettern.“
„Guter Vorschlag, Toby. Aber selbst wenn, was sollen wir da? Die Zugbrücke ist hochgefahren, und wir kommen ohne Leiter nie im Leben über die Mauer. Die Wände sind viel zu glatt und zu hoch.“
„Abgesehen davon, wenn das Wasser nicht gefroren ist, könnten wir ertrinken“, meinte Julius.
Toby ging weiter. „Mir nach, Leute. Wir gehen jetzt eine Runde um die gesamte Burg und bleiben direkt ganz dicht am Wassergraben. Vielleicht finden wir eine Stelle, am Graben oder an der Burg selbst, die wir zu unserem Vorteil nutzen können.“
Da keiner einen besseren Vorschlag hatte, gingen die Jungs los. Stiles lief wie immer vor und behielt dabei seine Herde in regelmäßigen Abständen kritisch im Blick.
Mark beschäftigte ein Gedanke: „Sagt mal, Leute, kommt euch das nicht auch merkwürdig vor? Eine riesige Burg, mitten im Wald, und nur ein einziger, kerzengerader Weg, von dem wir wissen, dass er nur zur Burg führt und hier aufhört. Aber wohin kommt man, wenn man in die andere Richtung geht?“

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Mehr über und von Flynn Todd auf seiner Website.



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