18. Februar 2019

'Paradise Island (Lightning Strike 1)' von Kira Night

Kindle (unlimited)
Kennen Sie diese Träume, die man meistens als junges Mädchen hat? Geben Sie’s zu, Sie wissen ganz genau, wovon ich rede, nicht wahr? Ich spreche vom Traumprinzen, von fernen Ländern und von Geld – so viel, dass man es kaum ausgeben kann ... Nun, was soll ich sagen? Mein Traum ist in Erfüllung gegangen!

Vor wenigen Wochen hab’ ich meinen William geheiratet – den begehrtesten Junggesellen von New York. Wir wollten unsere Flitterwochen ganz standesgemäß auf der Jacht seines Vaters verbringen und dabei die karibische Inselwelt erkunden. Alles hätte so schön werden können. Doch das Schicksal hatte etwas dagegen ...

Gestrandet auf einer einsamen Insel geht es plötzlich nur noch ums Überleben. Und um unseren Nachbarn Ramon: Er ist vor fünf Jahren hier mit dem Flugzeug abgestürzt, besitzt ausreichend Konservendosen, Werkzeuge und das nötige Know-how. Glücklicherweise wäre er auch bereit, alles mit uns zu teilen. Doch das hat einen Preis ...

Achtung! Dieser erotische Kurzroman enthält explizit geschilderte Szenen, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind.

Leseprobe:
»Das Leben hat eine verdammt merkwürdige Art, zu testen, wie viel ein Mensch ertragen kann.«
Ich lächle und klappe mein Buch zu. Diese letzte Zeile von Kapitel 8 gefällt mir. Es steckt so viel Wahrheit in ihr. Ich rekle mich im Liegestuhl und überlege, wie viele von den Frauen, die das Buch gelesen haben, bei diesem Satz wohl an ihren Ehemann gedacht haben.
Es ist erst einen Monat her, dass ich meinen William geheiratet habe. Endlich darf ich mich Mrs. Susan Thornton nennen – nach eineinhalb Jahren Beziehung. Ich habe es bislang noch nicht bereut, auch wenn ich weiß, dass die Gerüchte der New Yorker Schickeria etwas anderes besagen.
Ja, Will kann manchmal ein wenig dominant und kompromisslos sein. Okay, ziemlich oft sogar. Aber wie er tickt, hab ich ja von vornherein gewusst. Schließlich ist mein Mann der Sohn von Bob Thornton, dem gefürchteten, milliardenschweren Börsenmagnaten. Und der ist ein Despot, wie er im Buche steht. Um neben so einem Vater keinen psychischen Schaden zu erleiden, muss man sich wahrscheinlich dominant und kompromisslos verhalten, sonst geht man unter.
Ich erhebe mich aus dem Liegestuhl, gehe zur Reling und schaue hinaus aufs Wasser. Meine Gedanken kreisen. Ich denke zurück an die Zeit, als ich William kennengelernt habe.

Meine Güte, der ist ja echt niedlich!
Das ist das Erste gewesen, das mir in den Sinn gekommen ist, als ich ihn auf der Geburtstagsparty einer ehemaligen Schulkollegin, deren Eltern ziemlich vermögend sind, erblickt habe.
Er stand bei der Schüssel mit der Bowle und unterhielt sich mit zwei anderen Jungs.
William war groß gewachsen, hatte kurze, dunkle Haare und besaß ein überaus gewinnendes Lächeln. Mein Herz pochte wie verrückt. Doch als ich eine Freundin diskret nach seinem Namen fragte, erlebte ich eine böse Überraschung.
William Thornton war nicht irgendjemand, sondern einer der begehrtesten Junggesellen von ganz New York. Und er stank nach Geld. Das ist aber nicht der Grund gewesen, weshalb ich mich an ihn rangemacht habe. Weit gefehlt. Sein Geld war mir eigentlich egal. Ich habe mich in ihn verliebt, weil er Charisma hatte und Autorität ausstrahlte.
Ich weiß noch genau, wie ich an jenem Abend all meinen Mut zusammengenommen habe, um ihn zu fragen, ob er denn mit mir tanzen möchte. Kaum zu glauben, aber die Antwort lautete tatsächlich Ja. Manchmal zahlt sich Tapferkeit eben aus ... William tanzte die ganze Zeit über bloß mit mir, und irgendwann war mir klar, dass er etwas für mich empfindet. Er brauchte gar nichts zu sagen, das Funkeln in seinen Augen sprach Bände. Natürlich war damals noch nicht abzusehen, dass wir einmal heiraten würden. Aber der erste Grundstein war gelegt.
William schien mir in einer Welt der Starken einer der Stärksten zu sein. Er hätte jedes Mädchen haben können. Jederzeit. Doch er hat mich erwählt. Mich, von der die Nachbarn stets gesagt haben, dass ich es nie zu etwas bringen werde. Ich habe das große Los gezogen, nicht Betty Kowalski, die reiche Tussi mit dem Hang zum Schmuck. Und auch nicht Alice McNamara, die wandelnde Parfüm-Wolke. Ich habe ihn mir geangelt! Gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Und ohne aus wohlhabenden Verhältnissen zu stammen. Vermutlich brandmarkt mich das in den besseren Kreisen auf eine gewisse Art und Weise. Aber das ist mir egal.
William ist mir in puncto gesellschaftlicher Akzeptanz ungemein ähnlich, das wusste ich damals aber noch nicht. Als Sohn eines Milliardärs hat er es früher sehr schwer gehabt, konnte es nie irgendjemandem recht machen. Zu sensibel, zu zart besaitet und unfähig, in der harten Welt zu bestehen, soll es stets geheißen haben. Außerdem erzählte man sich, dass er keinen Sinn fürs Geschäft besitzen soll, weil er viel lieber an Computern und den Motorrädern seines Vaters herumschrauben würde. Manche meinten sogar, er wäre eine Schande für die ganze Familie und hätte besser Mechaniker werden sollen.
In den Augen der meisten anderen reichen New Yorker haben ihn seine Hobbies von vornherein disqualifiziert. Denn in diesen Kreisen macht man sich nicht die Hände schmutzig. Man bezahlt Leute, die sich die Hände schmutzig machen. Und man geht auf die Pferderennbahn oder zum Golf. Doch das ist nicht Williams Welt. Dort fühlt er sich nicht wohl – was ich gut verstehen kann.
Mir ist zu Ohren gekommen, dass sich sein Vater deshalb regelrecht für ihn geniert hat. Ja, er wollte ihn sogar auf eine Art Militärschule schicken, wo er Disziplin, Benimm und Etikette hätte lernen sollen. Aber das konnte William abwenden.
Heute hat er sich über all diese Probleme erhoben. Die Angst, nicht zu entsprechen, hat nun keine Macht mehr über ihn. Arroganz ist sein Schutzschild geworden, der scharfe Ton das Schwert, das er schwingt. Ich bin vermutlich die einzige Person auf diesem Planeten, die er das nicht spüren lässt. William weiß, dass sein alter Herr irgendwann abtreten wird, und dann gehört die Zukunft ihm. Ihm allein. Oder sollte ich besser sagen: uns?

Im Kindle-Shop: Paradise Island (Lightning Strike 1).
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