4. September 2019

'Dunkle Schöpfung - Düstere Visionen' von Caine Thusarion

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Facebook-Autorenseite
In einer zerstörten Welt am Abgrund kämpft Valerie Wagner täglich mit der Organisation FreedomForce gegen eine terroristische Gruppierung, welche die Sicherheit und Zukunft des ganzen Planeten gefährdet!

Doch sie kämpft nicht nur für ihre Überzeugungen, sondern auch gegen ihre eigenen, inneren Ängste, die sie ständig heimsuchen.

In dieser dystopischen Zukunft sucht Valerie verzweifelt ihren Platz und erwehrt sich aller Widrigkeiten, doch ein schicksalhaftes Ereignis lässt sie an allem zweifeln, was sie bisher für richtig hielt ...

Sie kann Recht nicht mehr von Unrecht und Gut nicht mehr von Böse unterscheiden, denn niemandem ist mehr zu trauen! Aber eine unerwartete Begegnung lässt sie bisher verborgene Geheimnisse ans Tageslicht bringen und schließlich erscheint ein mysteriöser Monolith, auf dem sich uralte Schriftzeichen befinden. All dies wirft Fragen auf, die Valerie zutiefst erschüttern ...

Leseprobe:
Eine neue Tür
Valerie versuchte sich aufzusetzen, aber erneut durchfuhr sie ein stechender Schmerz, der sich von der Magengegend aus in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Es brannte höllisch!
Sie biss die Zähne zusammen und ließ sich mit einem zischenden Laut zurück auf die Liege fallen. Verdammte Scheiße!, fluchte Valerie und hielt ihre Handfläche an den brummenden Schädel. Sie fühlte sich wie bei einer schweren Grippe, während man ihr gleichzeitg die Gedärme herausreißen würde!
Es war kaum zum aushalten und sie lag mehrere Minuten einfach nur da. Dann, als langsam ihre Lebensgeister wieder zurückkehrten hatte sie das bohrende Verlangen, zu erfahren, wo sie überhaupt war! Und wie war sie hierher gekommen? Vorsichtig, um nicht zu kollabieren, setzte Valerie sich auf der schmutzigen Sitzgelegenheit auf. Ihr Blick fuhr durch den Raum und ließ sie sogleich vor Schreck erstarren. Auf einem Tisch neben ihr lagen mehrere Behandlungsinstrumente, sowie rostige Messer und blutige Scheren. Auf einem Regal an der Wand lagen weitere Gerätschaften, die so abartig aussahen, dass Valerie gar nicht wissen wollte, wozu diese dienten. Ein eisiger Schauer lief ihr über den Rücken. Was hatte man mit ihr nur gemacht?, kroch eine Befürchtung in ihr herauf, die sie gar nicht erst erforschen wollte.
Valeries Blick blieb schließlich an den spröden Schränken hängen, die sich ihr gegenüber befanden. Lauter Behälter, Fläschchen und Gläser mit seltsamen Flüssigkeiten hatten hier ihren Platz gefunden, doch sie sahen derart merkwürdig aus, dass diese Valeries Unruhe nur noch befeuerten.
Was da wohl drin war?, rätselte sie. Vielleicht kann man damit jemanden aus dem Reich der Toten zurückholen, witzelte Valerie zaghaft, doch es war nur ein Versuch, sich von dem Grauen in dem Raum abzulenken, den die schmierigen Wände voller Schmutzflecken und Blutspritzer in ihr zurückließen. Alles erinnerte sie an eine Folterkammer. In was für einem Schlachthaus war sie hier nur gelandet?
Da schoss ihr ein schrecklicher Gedanke in den Sinn: Wo war eigentlich der Wahnsinnige mit dem ekeligen Kittel? Er war nirgendwo zu sehen. Hatte sie sich das vielleicht alles nur eingebildet?
Valerie schüttelte diesen Gedanken beiseite, stützte ihre Ellbogen auf den Knien ab und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Langsam kamen ihr die Erinnerung an den heutigen Morgen wieder zurück.
Wir befanden uns auf dem Rückweg, von diesem verrückten Einsatz, der absolut schief gelaufen war, grübelte Valerie. Dann stürzten wir plötzlich ab! Aber was passierte danach? Sie hatte ab diesem Moment, dem Zeitpunkt des Absturzes, keinerlei Erinnerung mehr! In ihrem Kopf war völlige Leere! Und dieser Verrückte Freak ... Wieso hatte man mich hier her gebracht? Und wo sind meine Teammitglieder?
Valerie versuchte sich zu erinnern, doch es gelang ihr beim besten Willen nicht. »Ich hab keinen blassen Schimmer. So ein Mist!« Zornentbrannt trat sie gegen einen Eimer, der vor der Liege stand. »Ich glaube, sie ist aufgewacht«, vernahm Valerie plötzlich eine weitere, fremde Stimme. Das bin ich schon lange, knurrte Valerie kaum hörbar. Sogleich betrat der Mann, der sich ihr als Karl vorgestellt hatte, wieder den Raum. »Na, da ist ja unser Patient«, begrüßte er Valerie.
»So scheint es«, entgegnete diese schroff, »aber ich will endlich erfahren, was mit mir und meinem Team passiert ist! Nach dem Absturz mit unserem Transporter!«
»Das weiß ich selber nicht«, entgegnete ihr Karl, neben dem plötzlich ein weiterer Mann im Türrahmen stand. »Ich habe nur eine dumpfe Detonatuion gehört. Als ich rausrannte, sah ich sofort eure Absturzstelle, denn eine ganze Häuserzeile war wie weggefegt. Alles stand in Schutt und Asche. Euer brennender Transporter war nur noch ein Trümmerhaufen, keine Ahnung, wie dich da jemand finden konnte, aber plötzlich näherte sich ein Mann meiner Praxis und bat mich um Hilfe. Er hatte dich ganz alleine hier her geschleppt. Hatte dich ganz schön erwischt, diese Dachstrebe von eurem Transporter, aber es wurden keine Organe erwischt. Also habe ich dich notdürftig zusammen geflickt. War eine ziemlich blutige Angelegenheit. Du hast auch erst eine knappe Stunde geschlafen. Leg dich zuhause nochmal hin, du brauchst jetzt Ruhe.«
»Danke.« Das war das einzige was Valerie dazu sagen konnte. Wieso erwähnte er keinen ihrer Teammitglieder? Das war wie eine kalte Dusche gewesen und sie musste alles erst einmal sacken lassen.
»Kein Problem«, erwiderte Karl gelassen.
»Nein, ehrlich.« Valerie wollte nicht als undankbar gelten und fühlte sich missverstanden. »Ich … ich werde für alles aufkommen. Ich zahle die Rechnung, sobald ich kann.« Sie wollte Karl auf keinen Fall etwas schuldig sein und nach der Gesundheitsreform von Kaiser Proditus war ärztliche Hilfe etwas, das privat bezahlt werden musste. Doch sie würde dafür aufkommen, egal wie.
Karl nickte nur. »Werd du erstmal gesund.«
»Aber … ich verstehe nicht…«, ließ die Sache Valerie keine Ruhe. »Ich sah Feuer. Überall. Was ist mit meinem Team passiert?«
»Ich möchte ehrlich zu dir sein«, antwortete Karl vorsichtig, »auch wenn es dich verletzten könnte. Meine Nachbarn haben mir berichtet, dass sie ein paar Menschen aus dem Wrack haben flüchten sehen. Erst danach fand man dich, neben einer Leiche, vermutlich dem Piloten. Sonst hatte man niemanden gefunden.«
Jetzt mischte sich der andere Mann in das Gespräch ein. »Du wurdest wohl einfach zurückgelassen. Wahrscheinlich bist du denen nichts mehr wert.«
Diese Aussage war so ziemlich das falscheste, was man ihr entgegnen konnte. Valerie spürte Zorn in sich kochen. »Was erzählen sie denn für einen Schwachsinn? So etwas würde nie passieren! Und wer sind sie überhaupt?«, zeterte sie.
»Mein Name ist Jean Dupont. Und das sieht für mich sehr danach aus, dass du zurückgelassen wurdest.«
Valerie fing leich an zu zittern, ließ es sich aber nicht anmerken. Doch die Aussagen verpassten ihr eine Mischung aus Wut und Angst. Wut über die Aussagen von diesem Jean Dupon und Angst darüber, dass etwas davon wahr sein könnte.
»Das … das stimmt nicht!«, entgegnete Valerie deshalb zögerlich, versuchte aber die Stirn zornig in Falten zu ziehen und ihre Unsicherheit zu überspielen.
»Wie du meinst«, wiegte Jean den Kopf. »Dann kann ich mich nur Karl anschließen. Werde erst einmal gesund, dann zahlst du irgendwann die Rechnung und alles ist wieder in Ordnung. Vermutlich ...«

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen