5. September 2019

'In the Claws of the Daimon' von Archayel Menelmacar

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
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Als Cat sich in die schottischen Highlands begibt um Inspirationen für ihr neues Buch zu sammeln, ahnt sie noch nicht wo ihre Reise hinführen wird.

Ein Fehltritt reißt sie in einen Mahlstrom von Ereignissen und in eine Welt die sich ihr von der unwirtlichsten Seite zeigt. Dort hat eine dunkle Kreatur bereits ihre Witterung aufgenommen und eine gefährliche Jagd beginnt, deren Ausgang ungewiss scheint.

Leseprobe:
Böses Erwachen

Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.
Khalil Gibran


Da geschah das Unvermeidliche, sie hatte nur noch Zeit, zu realisieren, dass der Stein unter ihrer Sohle nachgab und wegbrach. Cat schnappte nach Luft und merkte, wie sie nach hinten kippte. Panisch versuchte sie noch, nach den Rahmen zu greifen, doch das Gewicht ihres Rucksacks ließ sie unaufhaltsam nach hinten kippen. Sie verpasste den rettenden Moment.
Cat fiel die Außenmauer hinab und fand keine Zeit, einen Schrei auszustoßen. Der Aufprall war hart und schaltete ihr mit voller Wucht das Bewusstsein aus.

*

Hämmernder Kopfschmerz.
Stimmen, ganz nah.
Feuchtes Gras an ihrer Wange und der metallene Geschmack von Blut in ihrem Mund, das war das Erste, was Cat wieder bewusst wahrnahm, als sie zu sich kam. Sie überlegte angestrengt und stöhnte gequält auf, als sie versuchte, sich zu bewegen.
Der Sturz, dachte sie sich, als sie versuchte, ihre Gliedmaßen zu bewegen und zu überprüfen, ob sie sich schwere Verletzungen zugezogen hatte. Nur ihr Kopf tat ordentlich weh und sie musste sich beim Aufprall auf die Zunge gebissen haben.
Cat griff sich an den Hinterkopf und spürte etwas Feuchtes, Klebriges an den Fingerspitzen, sie hatte sich an einem Stein aufgeschlagen, aber es war nur eine kleine Verletzung, wie sie erleichtert feststellte. Anscheinend hatte sie unglaubliches Glück gehabt, denn außer blauen Flecken und leichten Prellungen schien sie wohlauf, ihr Körper gehorchte ihr vollständig, fühlte sich aber etwas wund an und tat überall weh.
Die Männerstimmen, wie sie jetzt realisierte, kamen rasch näher und sie konnte harte Sohlen durch nasses Gras laufen hören. Cat erkannte nicht viel, als sie die Augen öffnete, denn die Nacht war hereingebrochen.
Sie stöhnte abermals auf.
Oh mein Gott, wie lange lag sie hier schon. Glen war sicher außer sich vor Sorge und nun hatte sie durch ihre Dummheit auch noch Suchmannschaften auf den Plan gerufen.
Das hast du ja toll hinbekommen, Cathrin Krieger, tadelte sie sich in Gedanken selbst.
»Hier drüben, hier liegt jemand!«
Die Männer waren heran und Cat versuchte, sich in die Höhe zu arbeiten.
»Rührt euch nicht!«, herrschte sie der Mann, der als Erster bei ihr war, in strengen Ton an.
Cat wunderte sich über den Sanitäter, der seinen Job anscheinend etwas zu ernst nahm, sie winkte mit einer fahrigen Bewegung ab und versicherte mit heiserer Stimme: »Ich bin in Ordnung, keine Sorge.«
Sie versuchte, sich in eine sitzende Position zu stemmen, als plötzlich kaltes Metall ihre Kehle berührte.
»Ich sagte, bewegt euch nicht!«
Cat erstarrte, sie hatte Mühe, die Situation zu verarbeiten. Was war hier los?
Sie starrte auf eine kalte Stahlklinge, die im Licht, das aus den Fenstern hinter ihr schien, reflektierte. Ihre Augen weiteten sich entsetzt.
Ein Schwert!
Cat überlegte, der Hysterie nahe.
Licht in den Burgfenstern!?
Sie riskierte, ihren Blick nach oben zu richten. Über ihr ragten hohe Burgmauern in den von Millionen Sternen erleuchteten Nachthimmel, eine Mauer, die unbeschädigt schien, und in nahezu allen Fenstern flackerte gelbes Licht.
Cat schluckte hart, ihr wurde schwindelig, sie zog eine weitere Bewusstlosigkeit ernsthaft in Betracht. Doch ihre Idee wurde brutal durchkreuzt von dem zweiten Mann, der jetzt heran war und sie nach kurzem Zögern auf die Beine riss.
Sein Griff um ihren rechten Oberarm war so fest, dass Cat sich einen Schmerzenslaut nicht verkneifen konnte. Der andere nahm ihr grob den Rucksack von den Schultern.
»Hey! Was soll das denn!«, erboste sie sich ob der groben Behandlung. Der Mann riss sie zu sich und brüllte sie an.
»Schweigt, ihr habt hier nichts zu melden! Wir bringen euch zum Lord, er wird entschieden, was mit einem Störenfried wie euch geschieht!«
Cat presste die Lippen aufeinander und war froh, als der Druck um ihren Oberarm ein wenig nachließ, der Mann zerrte sie mit sich.
Sie war viel zu verstört, um sich noch weiter zu beschweren, denn sie umrundeten die Burg und vor ihnen kam ein seitlich mit Fackeln beleuchtetes Tor in Sicht. Die schweren Flügeltüren waren offen und gaben schon aus einigen Metern Entfernung den Blick auf einen kleinen Innenhof frei. Rechts von ihnen kamen Männer im Laufschritt auf sie zu, Metall schepperte und zum ersten Mal wurde sie sich der Aufmachung ihrer charmanten Gastgeber bewusst.
Die Männer, die auf sie zueilten, waren in silberne Rüstungsteile gehüllt, trugen Schwerter an der Seite und hatten Helme auf, die einen eisernen Nasenschutz besaßen. Alle hatten ihre Waffen gezogen und schienen in Alarmbereitschaft. Cat versuchte erst gar nicht, das alles hier zu verstehen, es konnte sich ohnehin nur um einen bösen Alptraum handeln, etwas Anderes stand außer Frage.

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