10. Januar 2020

'Vereinte Welten: Fremde Macht' von Anke Becker

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
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Der Auserwählte ist gefangen im silbernen Netz, welches das Schicksal um ihn gesponnen hat. Sein eigener Wille, beharrlich verteidigt, zählt nicht mehr.

Janaija benutzt ihn im Spiel um die Macht. Konsequent greift sie nach der Regentschaft und alte Privilegien brechen auf. In der Ferne, dort wo Shiran um ihre neu gewonnene Heimat kämpft, bahnt sich eine gewaltige Macht ihren Weg. Ungezügelt bricht sie über die vereinten Welten herein.

Band 2 der SciFi-Fantasy-Reihe 'Vereinte Welten' mit deutlich gesellschaftskritischen Spitzen. Für Leser ab 18.

Die Geschichte geht mit mehr Magie, mehr Action, mehr Gefühl und mehr Intrigen in die zweite Runde. Die Wendungen werden euch überraschen und die Charaktere mitreißen. Alle drei Hauptprotagonisten müssen harte Entscheidungen treffen, die ihnen und euch als Leser einiges abverlangen. Zur Info: Hier regieren Frauen. Vorsicht! Der Inhalt könnte kontrovers wirken.

Leseprobe:
[…]
„Nicht nur das. Kadân, du bist und bleibst meine Legitimation. Es steht und fällt mit dir. Ich brauche dich hier, um sie an den Willen der großen Mutter zu erinnern. Ich verspreche nicht, dass es klappt. Aber du bist meine einzige Hoffnung.“
Er sprang auf, verschwand erneut aus dem Einzugsbereich der Kamera. Janaija hörte seine dumpfen Schritte auf dem Boden. „Ich kann nicht! Shiran braucht mich hier.“
Die schon wieder, dachte die Priesterin. Es ärgerte sie, dass sie ihre Dienerin in einem Anflug dümmlichen Stolzes und Eifersucht gehen ließ. Als Gardistin war sie gehorsam, schlau und hervorragend ausgebildet gewesen.
Trotzdem fragte sich die Whaea, was den außergewöhnlich schönen Mann an diese Frau band. Ihn, um den sich nach dem Ritual ein wahrer Fankult gebildet hatte. Ihn, der jede haben könnte. Selbst ich, die Mächtigste der vereinten Welten bittet ihn um einen Gefallen, anstatt ihm einen Befehl zu erteilen. Der Säugling regte sich auf ihren Armen, sie spürte die Wärme auf der Haut.
„Nein!“, rief er mit Nachdruck.
Aufsässigkeit ertrug die Priesterin nur in einem stark begrenzten Maße. „Ich gebe dir einen Befehl, den du zu befolgen hast“, donnerte sie. Ihr Verhalten tat ihr leid. Der Auserwählte stellte einen größeren Wert dar, wenn er auf ihrer Seite stand.
„Janaija, bitte“, flehte er erneut.
„Es reicht!“, antwortete sie unerbittlich, „In den kommenden Tagen wird das schnellste Raumschiff eintreffen, das zur Verfügung stand. Mir wäre es lieber, du gehst freiwillig mit.“
„Ihr würdet mich wie einen Gefangenen behandeln?“
„Ja! Wenn du weiterhin starrsinnig bist“, brach es aus der Whaea heraus. „Die Zukunft der vereinten Welten steht auf dem Spiel. Die Zukunft all dessen, wofür meine Familie seit Jahrzehnten schuftet. Ich scheiß auf deine Gefühle oder auf Shirans Befindlichkeiten. Du wirst in drei Standardwochen hier sein! Und wenn ich dich gefesselt herschleifen lassen muss.“ Der namenlose Säugling in ihren Arm wachte auf.
Der junge Mann zeigte sich im Hologramm, seine Augen funkelten sie an. Die Zähne aufeinandergebissen, arbeitete sein Kiefer voller Zorn.
Um Fassung bemüht, redete Janaija weiter: „Kadân, ich weiß du liebst die Einöde auf diesem abgeschiedenen Mond. Erinnerst du dich an unsere erste Nacht? Der Grund, warum du dich damals für mich entschieden hast, ist immer noch der Gleiche. Wir müssen etwas verändern, wir stehen kurz davor, den letzten Schritt abzuschließen. Ich setze meine Hoffnung auf dich.“ Sie hielt sich selbst vom Reden ab. Zu viel hatte sie schon ausgesprochen.
Der Säugling auf ihrem Arm weinte leise. „Scht, scht“, säuselte die Whaea hingebungsvoll.
Kadâns angespannte Miene wurde weicher.
„Es geht auch um seine Zukunft. Ist dir das egal?“
[…]

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