13. Mai 2020

'Das Buch, das dich findet' von Siegfried Langer

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„Hallo Merelie, danke, dass du mir gestern zugehört hast. Das hat mir einen richtigen Powerschub gegeben. Nun bin ich gerade auf einen seltsamen Roman gestoßen: ‚Das Buch, das dich findet‘. Der Anfang verwirrt mich sehr und macht mir Angst. Ich muss unbedingt mit dir darüber reden. Wir treffen uns dann morgen wie verabredet, ja?“

Alinas seltsame WhatsApp-Nachricht ist ihr letztes Lebenszeichen - jetzt ist sie spurlos verschwunden. Ist Alina ihrem Bruder David in den Tod gefolgt, so wie es die Polizei vermutet?

Merelie, die ihrer Freundin Alina seit Davids Unfalltod tröstend und kraftgebend zur Seite stand, glaubt nicht daran und begibt sich auf die Suche. Ihr einziger Anhaltspunkt ist dieses mysteriöse 'Buch, das dich findet', das Alina so sehr beeindruckt hat. Als Merelie danach recherchiert, stellt sich heraus, dass ein Buch mit diesem Titel überhaupt nicht existiert: in keiner Bibliothek, in keinem Buchladen, in keinem Online-Shop.

Doch eines Tages liegt plötzlich eine Ausgabe davon auf ihrem Bett – und bereits die Widmung auf der ersten Seite stellt ihr bisheriges Leben völlig auf den Kopf.

Anleser:
Merelie erschrak: Am Gartenzaun vor dem Haus ihrer Freundin Alina parkte ein Streifenwagen.
Sie stieg von ihrem Fahrrad ab und schob es die letzten Meter. Trotz der Hitze dieses sonnigen Augusttages spürte sie eine plötzliche Kälte.
Ihre Gedanken überschlugen sich.
War etwas passiert? Mit Alina? Sie hatte sich doch nicht etwa …?
Oder mit Alinas Mutter? War sie schon wieder betrunken mit dem Auto unterwegs gewesen? Vor Kurzem hätte sie beinahe einen Unfall verursacht.
Nachdem Merelie das Rad abgestellt hatte, legte sie den kurzen Weg durch den Vorgarten der Rieders mit einer unguten Vorahnung zurück. Ihre Hand zitterte, als sie den Klingelknopf drückte.
Es erschien ihr ungewöhnlich lange zu dauern, bis sie endlich Schritte hörte, die sich der Haustür näherten. Ihr Erstaunen wuchs, als ein Mann öffnete, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Er runzelte die Stirn und sah sie fragend an.
„Ja, bitte?“, wollte er schließlich wissen.
„Ähm, ich bin Merelie, ich wollte zu Alina. Wir sind verabredet.“
Der Mann wirkte unschlüssig und machte keine Anstalten, sie hinein zu lassen.
Jetzt wurde Merelie neugierig: „Wer sind Sie?“
„Ich bin Alinas Vater.“
Ohne weiteren Kommentar trat er nun zur Seite und Merelie schlüpfte an ihm vorbei in die Diele.
Alinas Vater? Sie verstand überhaupt nichts mehr. Alina hatte ihr erzählt, er habe sich nie um seine Kinder gekümmert. Seine Karriere sei ihm immer wichtiger gewesen und deswegen wäre er ununterbrochen in der ganzen Welt herumgejettet. Sie hätte ihn auf der Beerdigung ihres Bruders David das erste Mal seit Jahren gesehen.
Was machte er so unerwartet hier?
An der Treppe, die nach oben zu Alinas Zimmer führte, hielt Merelie an. Sie drehte sich zu Alinas Vater um, doch der schüttelte den Kopf. Sein Blick wies in Richtung des Wohnzimmers, das gegenüber der Haustür lag. Merelie verstand und ging hinein.
Obwohl das Fenster offenstand, roch es nach Alkohol. Im Fernsehsessel saß Alinas Mutter; nein, sie lag mehr darin, als dass sie saß. Sie sah Merelie mit verweinten, glasigen Augen an. Auf dem Sofa daneben hatten eine Polizistin und ein Polizist Platz genommen. Der Polizist hatte einen Schreibblock in der einen Hand, einen Kugelschreiber in der anderen. Auch die Blicke der Beamten richteten sich nun auf Merelie.

Blick ins Buch (Leseprobe)

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