29. Oktober 2020

'Deutschland in der Corona-Krise: Corona Helau!' von Stefan Burek

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Wenn Pappnasen und Narren Menschenleben und Milliarden verspielen

Die Corona-Pandemie traf die ganze Welt mit voller Härte, auch Deutschland blieb nicht verschont. COVID-19 wurde zur größten Krise der deutschen Nachkriegsgeschichte. Trotz tausender Opfer und unvorstellbarer wirtschaftlicher Schäden - Deutschland hat es gut gemacht, so die überwiegende Meinung.

Doch stimmt das wirklich? Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass unser Krisenmanagement keineswegs so gut war, wie wir gern glauben würden - und dass die Wahrheit manchmal nicht so schwer zu finden ist, wie wir häufig denken. Ein Plädoyer für gesunden Menschenverstand.

Anleser:
Wie alles begann
Es begann in China. Weit, weit weg. Wir kennen das schon, denken wir. China, mittlerer Osten, Afrika – SARS, MERS, Ebola – was haben wir damit zu tun? Ein kurzer Bericht in den Nachrichten oder eben auch nicht, je nachdem, wie viele wichtige Fußballergebnisse, Sport- oder Wirtschaftsnachrichten es gerade gibt. Ach ja, die Asiaten mal wieder, war ja klar. Unsere Anteilnahme hält sich in Grenzen.
Es ist nicht unser Problem, konnte man denken. Und genau mit dieser Denkweise beginnt das Problem. Ja, es stimmt, „den Deutschen“ gibt es nicht. Ich werde diesen Begriff vielleicht dennoch hin und wieder verwenden, um unsere Gesellschaft zu beschreiben. Sehen Sie es mir nach, wenn ich hier alle über einen Kamm zu scheren scheine. Mir ist natürlich bewusst, dass es viele sehr verantwortungsvolle Bürger gibt, die Mitgefühl mit anderen haben, ganz gleich, wo auf der Welt Menschen Leid widerfährt. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, dann bleiben Sie bitte, wie Sie sind. Aber: Sie gehören nicht mehr zur Mehrheit. Schon lange nicht mehr. „Der Deutsche“ kümmert sich wenig um den Rest der Welt. Er merkt nicht mehr, wie gut er es eigentlich hat, er fühlt sich jeden Tag mehr bedroht, bestohlen und ausgebeutet. Ja, uns geht es ja so schlecht. So viele Menschen sind von viel zu niedrigen Sozialleistungen abhängig, so viele Menschen arbeiten für ausbeuterisch schlechte Löhne, so viele kleine Rentner stehen nach einer ganzen Lebensleistung mit leeren Händen da. Ja, das alles ist richtig. Die Gerechtigkeit in unserem Land lässt zu wünschen übrig. Massiv. Eine Schweinerei jagt die nächste und die Ungerechtigkeiten treffen immer wieder dieselben Leidtragenden. Das alles stimmt. Im Innenverhältnis.
Was viele von uns jedoch übersehen, ist die Tatsache, auf welch hohem Niveau wir uns global gesehen befinden. Die Mehrzahl der Menschen auf der Welt verfügt nicht ansatzweise über das in unserer Top-Wirtschaftsnation festgelegte Existenzminimum. Um das erkennen und wertschätzen zu können, müssen wir jedoch ein wenig über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausschauen. Nur dann können wir sehen, welches große Glück damit verbunden ist, hier geboren zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet in Deutschland geboren zu werden, liegt bei gut einem Prozent. Wir haben in dieser Lotterie also sozusagen mächtig Schwein gehabt. Wenn wir das aber nicht verstehen, dann verstehen wir auch nicht, dass wir diejenigen sind, die auch am meisten zu verlieren haben. Und wir verstehen nicht, welche Verantwortung wir in der Welt tragen. In einer globalisierten Welt, in der die Wege und Reaktionszeiten kurz geworden sind. Die Probleme anderer Länder und Menschen auf der Welt, die wir ignorieren, bleiben nicht in der Ferne. Sie kommen nicht vielleicht irgendwann in abgeschwächter Form auch auf uns zu, wie wir es aus der Vergangenheit gewohnt sind. Sie stehen in Windeseile vor unserer eigenen Tür. Wenn wir unsere Verantwortung verleugnen, uns weigern, uns des Leids anderer Menschen in anderen Teilen der Welt anzunehmen, dann holt uns diese Denkweise mittlerweile mit rasender Geschwindigkeit ein. Ungelöste Probleme kommen schneller auf uns zu, als uns lieb ist. Krieg, Not, Armut und Krankheit sind nicht mehr auf kleine Bereiche der Welt beschränkbar. Nein, sie sind globale Herausforderungen, die wir alle ernst nehmen müssen. Die Flüchtlingskrise hat dies bereits bewiesen. Und die Corona-Krise beweist es uns aufs Neue. Wir können diese Dinge nicht mehr einfach aussitzen und hoffen, dass sie schadlos an uns vorüberziehen werden – diese Zeiten sind vorbei. Mangelnde Empathie und Anteilnahme werden zum Bumerang.

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