4. Oktober 2021

'Kalter Tod: Kellers 2. Fall' (Nordfriesland-Krimi) von Hermann Markau

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Hermann Markau
Im nordfriesischen Niebüll geschieht ein Mord. Lars Keller, der just zu der Zeit als frischgebackener Kommissar von der Fachhochschule kommt, übernimmt den Fall und beginnt zusammen mit der Polizeihauptmeisterin Lehnert seine Ermittlungen.

Nach und nach stellt sich heraus, dass es mehrere Menschen gibt, die dem Opfer nicht wohlgesonnen waren und sowohl ein Motiv als auch die Gelegenheit hatten, den Unliebsamen ins Jenseits zu schicken. Bis aber der tatsächliche Mörder gefasst wird, gilt es, sich durch einen Sumpf aus Lügen, Hass und Kindesmissbrauch zu arbeiten.

Band 2 der Lars-Keller-Reihe.

Leseprobe:
Matthias beugte sich zu seinem Nachbarn hinüber und flüsterte ihm hinter vorgehaltener Hand ins Ohr: »Kuck mal, wie der aussieht! Der hat doch die Nacht durchgemacht.«
Tiede verließ seinen Platz neben dem Pult und näherte sich dem Störenfried: »Scheffler!«, sprach er mit erhobener Stimme, »was gibts da zu quatschen?«
Matthias Scheffler richtete sich wieder auf, erhob sich langsam und schaute dem Lehrer frech in die Augen. »Sie sehen müde aus«, meinte er in gespielter Anteilnahme, »sie sollten ...«
»Sag mal! Gehts noch?«, unterbrach Tiede den Sohn des Malers und kaufte dem Frechdachs damit erst einmal den Schneid ab. »Ich glaub, ich steh im Wald.« Er stand dicht vor dem Schüler und starrte ihm wütend ins Gesicht.
Vielleicht war dies die Art, die ihn nie hatte richtig warm werden lassen mit den Leuten der 11cp, sein Hang zum Jähzorn, sein Mangel an Einfühlungsvermögen und pädagogischer Reife. Als Tiede sich umdrehte, um zum Pult zurückzukehren, fand der gedemütigte Schüler seine Fassung wieder und blaffte ihm hinterher: »Du solltest lieber mal daran denken, deine offenen Rechnungen zu bezahlen als unschuldige Schüler runterzumachen.«
Der Rest der Klasse war mucksmäuschenstill und harrte der Dinge, die sich da anbahnten. Schüler sind von Natur aus so, nicht zuletzt deshalb, weil dadurch auch lästige Unterrichtszeit verlorengeht.
Sie sahen, wie Mathe-Ratte sich langsam umdrehte und seinen Kontrahenten fixierte. Er sprach langsam, und er sprach leise, so dass die Drohung, die in seinen Worten lag umso gefährlicher rüberkam. »Wenn du diese Unverschämtheit nicht sofort ...« Aber da stand er bereits vor Matthias und schlug ihm mit der flachen Hand links und rechts ins Gesicht, so dass der Junge beim Versuch auszuweichen mit dem Oberschenkel gegen die Bank stieß und das Gleichgewicht verlor, ins Schwanken kam und schließlich mit lautem Krachen zwischen die Stühle fiel und zu Boden stürzte.
Ein Aufstöhnen ging durch die Menge, hier und da ein erschrockener Schrei.

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