12. November 2016

'Die Heilerin der Kelten (Eifel-Saga 2)' von Sabine Altenburg

Manchmal findet man die wahre Liebe dort, wo man sie nicht erwartet. Und dann muss man einen hohen Preis dafür zahlen ...

Herbst des Jahres 53 vor Christus. Der Gallische Krieg währt bereits sechs Jahre, als die junge Keltin Sirona durch einen römischen Überfall Familie und Heimat verliert. Auf ihrer Flucht fällt sie dem Römer Gaius in die Hände. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, aber ihre Wege trennen sich wieder. Sirona ahnt jedoch, dass ihre Leben schicksalhaft miteinander verknüpft sind.

Währenddessen formiert sich in Gallien unter dem jungen Arvernerkönig Vercingetorix der Widerstand gegen die römischen Eindringlinge. Mit dem größten keltischen Heer, das je gegen Rom angetreten ist, kämpft er darum, Caesar und seine Legionen für immer aus Gallien zu vertreiben und seinem Volk ein Leben in Frieden, Freiheit und Würde zu ermöglichen. Sirona, die die besondere Gabe besitzt, Menschen durch das Auflegen der Hände von ihren Krankheiten zu befreien, tritt als Heilerin in Vercingetorix’ Dienste und erlebt an seiner Seite den letzten, verzweifelten Freiheitskampf ihres Volkes.

Dann begegnet sie Gaius wieder. Doch welche Hoffnung gibt es für eine Liebe, wenn man auf den verfeindeten Seiten eines Krieges steht?

Die Eifel-Saga umfasst bislang zwei historische Romane, die in der Eifel angesiedelt sind. Sie sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Der erste Band der Eifel-Saga ist unter dem Titel "Die Priesterin der Kelten" erhältlich.

Gleich lesen: Die Heilerin der Kelten. Historischer Roman (Eifel-Saga 2)

Leseprobe:
»Die Römer kommen!«
Die Stimme, die in der folgenden Nacht von der Hauptstraße her in Sironas Schlaf einbrach, war grell und von Angst verzerrt. Augenblicklich wurde die Warnung aufgegriffen, pflanzte sich durch alle Straßen und Gassen fort und brach sich an den Wänden der Gebäude.
Sirona und die anderen Bewohner des Gasthofs waren im Nu auf den Beinen, warfen sich ihre Umhänge über und stürzten nach draußen. Die Dämmerung hatte gerade eingesetzt, und im Osten lag bereits ein erster, schmaler Streifen Tageslichts über der Stadtmauer. Immer mehr Menschen verließen ihre Häuser und bewegten sich wie auf ein unsichtbares Signal hin in Richtung der Befestigung. Sirona und ihre Gefährten schlossen sich dem Strom an und ließen sich mit ihm treiben, bis sie den Fuß der Umfriedung erreichten und sich in die Schlange derer einreihten, die die steilen Stufen zur Mauerkrone hinaufdrängten.
Oben angekommen, schaute Sirona sich um. Ein frischer Wind aus Westen blies über die Sümpfe hinweg, fuhr in die Umhänge und bauschte sie. Sie strich sich eine verirrte Strähne aus dem Gesicht, während ihre Augen forschend den Horizont im Südwesten abtasteten, die einzige Himmelsrichtung, aus der sich eine Streitmacht Avariko nähern konnte.
Plötzlich ertönte ein Ruf, unmittelbar zu ihrer Linken: »Da! Da sind sie!«
Sironas Blick folgte dem ausgestreckten Arm des jungen Biturigers. Dann wurden ihre Knie weich, und sie griff Halt suchend nach der hölzernen Brustwehr.
Avaro, hilf! Behüte Deine Stadt und all die, die sich in Deinen Schutz begeben haben.
Hellgrau vor dem stumpfen Schieferton der zurückweichenden Nacht rückten die römischen Legionen auf das Dunom vor. Sie marschierten in einer lang gezogenen Formation, die sich bis zum Horizont und weit darüber hinaus erstreckte, eine wogende, wabernde Masse aus unzähligen Leibern, gehüllt in eine Wolke aufgewirbelten Staubs, die wie ein gestaltloses Ungeheuer langsam über die Ebene dahinkroch.
Allein die schiere Größe dieses Heerzugs war dazu angetan, den Betrachter vor Furcht erstarren zu lassen, und Sirona schien es, als ballte sich eine kalte Faust um ihren Magen. Sie versuchte sich zu erinnern, was der griechische Weinhändler seinerzeit gesagt hatte. Eine Legion umfasste fünftausend Soldaten? Demnach wären acht Legionen also ... vierzigtausend Feinde?
Sie keuchte vor Schreck laut auf, und zum ersten Mal überfielen sie Zweifel daran, dass Avariko wahrhaftig uneinnehmbar war. Was vermochte Caesar alles zu bewirken, wenn er eine so gigantische Anzahl an Männern zu seiner Verfügung hatte?
»Bei allen Göttern.« Adbogios’ Worte zu ihrer Rechten waren nicht mehr als ein heiseres Flüstern.
Sie drehte den Kopf, blickte in sein leichenblasses Gesicht, seine weit aufgerissenen Augen, und ahnte, dass sie in das Abbild ihrer eigenen Züge starrte.
»Wir sind verloren, Siro. Gegen eine solche Übermacht können wir nicht siegen.«
Schweigend zwang sie ihren Blick zurück auf die Ebene, der Staubwolke entgegen, die sich rasch näherte.
Und dann schoss ihr eine Frage in den Sinn, eine Frage, die so gar nicht zu der Furcht und dem Entsetzen passen wollte, die sie beim Anblick des Heerzuges überfallen hatten: War Marcus ebenfalls da draußen?

Im Kindle-Shop: Die Heilerin der Kelten. Historischer Roman (Eifel-Saga 2)

Mehr über und von Sabine Altenburg auf ihrer Website zur Buchserie.



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