6. April 2018

'Forever Yours - Gefangen. Sein.' von Morgan Stern

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Mira und der aufstrebende Rockstar Ryan lernen sich im Internet kennen. Aus anfänglicher Sympathie wird tiefe Vertrautheit, welche beide genießen.

Doch dann wird Ryans Band über Nacht berühmt und die Geheimnisse, die er Mira anvertraut hat, drohen, die hart erarbeitete Karriere zu zerstören. Er fühlt sich gezwungen zu handeln. Mira muss WEG – ein Profikiller soll ihm dabei helfen.

Aber dann ereilen Ryan Zweifel, muss es denn gleich ihr Tod sein?
Beflügelt vom Gedanken der Macht und Kontrolle über sie, schmiedet Ryan einen perfiden Plan.
Er will sie besitzen, ganz und gar.
Für immer. Sein.

Leseprobe:
Mira
„Wohin fahren wir?“ Ich wiederholte meine Frage in einer Stimmlage, die nicht annähernd das ausdrückte, was ich empfand. So schwach war ich nämlich gar nicht und vor allem auch nicht so eingeschüchtert.
Er ignorierte mich, sofern man es so nennen konnte, denn, auch wenn er mir die gewünschte Antwort nicht gab, so starrte er mich dennoch ununterbrochen an.
„Hallo? Ich rede mit dir!“ Ich wagte einen erneuten Versuch, mit mehr Nachdruck meinerseits.
Ein genervter Seufzer – ich bildete mir ein, darin eine Portion Schadenfreude zu hören – drang zu mir durch, während er ein gleichgültiges „Ruhe!“ von sich gab.
Mein Herz schlug schneller und ich fühlte, wie sich Unverständnis und vor allem Wut in mir ausbreiteten. Was sollte das ganze Theater hier? Er konnte mich nicht einfach so behandeln, wie er es gerade tat. Das würde ich mir nicht gefallen lassen.
„Hör mir mal zu. Was auch immer das hier werden soll, ich mache definitiv nicht länger mit, bevor du nicht meine Fragen beantwortet hast!“ Einen Moment lang war ich richtig stolz darüber, wie normal ich trotz meiner aktuellen Gefühlslage geklungen hatte, aber letztendlich hoffte ich nur, dass es eine Wirkung hatte.
Er lehnte seinen Kopf ein wenig zur Seite.
„Magst du keine Spielchen? Du darfst auch das Spielzeug sein.“ Er hielt einen Augenblick inne, in seinem Blick spiegelte sich eine gewisse Zufriedenheit. „Aber seit wann stellen Spielzeuge denn Fragen?“
Das war zu viel, er hatte damit jegliche Grenzen überschritten und meine Geduld war am Ende.
„Sag mal, hast du sie nicht mehr alle?“, schrie ich, während ich meine Hände links und rechts neben mir auf den Boden presste, um schneller aufstehen zu können.
„Du …“ Plötzlich spürte ich etwas tief in mir, eine Stimme, eine Warnung, ein Gefühl, welches langsam von meinem Magen aus nach oben schlich. Ich fragte mich, ob ich gleich ohnmächtig werden würde, aber dann verstand ich, dass es wohl am Adrenalin lag, das gerade durch meinen Körper schoss und dazu führte, dass mir schwindelig wurde.
Weder sein Gesicht noch das breite Grinsen in diesem schienen mehr wichtig, meine Augen waren nur auf das fixiert, was er in seiner Hand hielt. Eine schwarze Pistole, direkt auf mein Gesicht gerichtet.
„Sei still!“ Er sprach ruhig und voller selbstgefälliger Ernsthaftigkeit. „Und wage es ja nicht, dich zu bewegen.“ Ich lehnte mich zurück, legte meinen Kopf an die Wand und versuchte, den Mann zu ignorieren, der mich weiterhin mit einer Waffe bedrohte. In Gedanken versuchte ich zurückzugehen, etwa 15 Minuten, an den Zeitpunkt, an dem dies alles begonnen hatte.
Es war ein ganz gewöhnlicher Nachmittag, relativ spät zwar schon, aber ich hatte mir gerade überlegt, dass ich ein bisschen einkaufen gehen könnte. Ein paar Läden durchstöbern, Menschen beobachten und Kaffee trinken, das verbesserte meine Laune meist binnen kürzester Zeit.
Beim Verlassen meines Hauses fiel mir der alte blaue Transporter, der gegenüber parkte, auf. Ich wohnte nicht gerade in einer besonders belebten Gegend, jeder kannte jeden und jeder noch so kleine Schritt wurde von irgendwelchen Nachbarn bemerkt und gleichermaßen ver- oder zumindest beurteilt. Es war eben ein reines Wohngebiet und der Transporter fügte sich nicht ins übliche Bild ein. Erneut warf ich einen Blick auf das Auto, sah den Fahrer, der offensichtlich keine Eile hatte, sondern etwas gelangweilt in einer Zeitung zu blättern schien. Ein Mann mittleren Alters, vielleicht machte er Pause.
Plötzlich war ich entsetzt über mich selbst – wie erbärmlich war das denn? Hatte ich mir eben wirklich Gedanken über ein Auto in meiner Straße gemacht? Es sollte mir egal sein, schließlich verabscheute ich Leute, die dauernd alles im Blick haben mussten und sich allzu gern als Sheriff aufspielten.
Kopfschüttelnd schloss ich das Gartentor hinter mir und schlenderte auf mein Auto zu. Ein leises Klicken öffnete die Zentralverriegelung und das Licht im Innenraum leuchtete auf.
„Hallo!“ Eine Stimme aus dem Nichts erschreckte mich und sofort wendete ich mich ihr zu.
Ich traute meinen Augen nicht. War er das wirklich? Mein ehemaliger Bekannter Ryan? Ryan aus Irland? Spontan beschloss ich, meine Gedanken erst mal zu ordnen, bevor ich weiter abdriften würde und ihn stattdessen einfach zu fragen.
„Ähm … Hallo“, antwortete ich höchst sinnvoll, „habe ich eine Halluzination, oder stehst du wirklich vor mir?“
Er lächelte etwas verlegen, dann verdunkelte sich sein Gesichtsausdruck leicht.
„Können wir reden?“
„Reden?“ Ich war skeptisch. „Worüber willst du denn reden?“
Natürlich war mir klar, dass ich log, denn es gab mehr als genug, worüber wir hätten reden können und sollen und ich wollte das ja eigentlich auch. Wie oft hatte ich schließlich die letzten Monate vergeblich versucht, ihn zu erreichen, aber er war regelrecht abgetaucht. Nun stand er vor mir, in Fleisch und Blut. Ich war mir unsicher, ob mich das freuen sollte oder meine Verwirrung darüber im Vordergrund stand.
„Über uns. Es gibt so vieles, was ich dir sagen will.“

Im Kindle-Shop: Forever Yours - Gefangen. Sein..
Mehr über und von Morgan Stern auf ihrer Website.



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