11. Januar 2019

'Immer wieder im Juni: Allgäuliebe 1' von Frida Luise Sommerkorn

Kindle | Tolino
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!

Theresia ist sich sicher, dass sich diese Weisheit nur ein Träumer ausgedacht haben kann. Denn als einzige von drei Geschwistern tritt sie das Erbe des Vaters an und muss sich um Hof und Käserei kümmern, obwohl sie viel lieber ihre Kreativität ausleben würde. Dabei ist ausgerechnet Mutter Traudl ein Klotz am Bein. Und auch Ehemann Quirin verzieht sich lieber auf die Alpe, als in ihrer Nähe zu sein. Um dem Alltagsstress zu entkommen, flüchtet sie in das Zimmer ihres Vaters und macht dabei eine verhängnisvolle Entdeckung.

Wer war die Frau, die ihrem Vater so wunderschöne Liebesbriefe geschrieben hat? Und welche Beziehung hatte sie zu ihrer Familie? Denn Fotos beweisen, dass sie hier auf dem Hof gelebt haben muss.

Um ihre Gedanken zu entwirren, steigt Theresia auf ihren Hausberg, den Grünten. Doch auch das erweist sich als keine gute Idee, denn schon wartet der nächste Albtraum auf sie ...

"Immer wieder im Juni" ist der erste Teil der Allgäuliebe-Trilogie, faszinierend wie die Besteigung der Berge und wildromantisch wie der Duft einer Heublumenwiese.

Leseprobe:
Früher ...
Wehmütig saß sie auf der alten Bank des zugigen Bahnsteigs und hielt ihre Tasche fest umschlungen. Das war jetzt also aus ihr geworden. Eine junge Frau auf der Flucht. Jedenfalls fühlte es sich so für sie an.
Eigentlich war sie voller Euphorie in ihre Heimat zurückgekehrt, wollte im Schoß der Familie Kraft tanken. Ein bisschen auf dem Hof arbeiten, Freunde treffen, eben das Leben ihrer Jugend genießen. Aber nun war schon wieder alles vorbei. So schnell hatte sie nicht wieder Abschied nehmen wollen.
Natürlich wollte sie auch nicht ewig hierbleiben. Noch war ihre Abenteuer- und Entdeckerlust nicht gestillt. Aber das Schicksal hatte andere Pläne mit ihr gehabt. Wer konnte schon ahnen, dass sie ausgerechnet hier ihre große Liebe finden würde. Und nicht nur die, es gab jetzt auch ein kleines Wesen, so zerbrechlich und doch mit einem starken Blick, für das sie hätte da sein müssen.
Wieder überkam sie das tiefe Schluchzen. Sie musste sich jetzt zusammenreißen, wollte nicht auffallen. Auch wenn so früh am Morgen erst wenige Leute unterwegs waren, keiner durfte davon erfahren, dass sie heimlich und widerstrebend aufgebrochen war.
SIE hatte ihr eindringlich dazu geraten, hatte das neue Leben in den schönsten Farben gemalt und ihr dann aufmunternd auf die Schulter geklopft. So, als wären sie beste Kumpel. Aber das waren sie nicht. Sie waren mehr als das. Nur dass sie SIE enttäuscht hatte und nun dafür büßen musste.
Aber vielleicht hatte SIE recht. Wahrscheinlich war es für alle am besten, wenn sie nicht mehr dazwischenstand. Und so mittellos wie sie war, hätte sie niemals auch noch für ein Kind sorgen können.
Ja, sie wollte die Welt entdecken und frei sein, jedenfalls hatte SIE ihr das eingeredet. Immer und immer wieder, bis sie es selbst glaubte.
Und dann der Abschiedsbrief. Auch den hatte SIE für sie vorgeschrieben. Sie musste ihn nur Wort für Wort übernehmen. Die Schmerzen, die sie dabei empfand, hatte sie verdrängt. So wie alles andere auch.
Warum hatte er sich auch nicht für sie entschieden? Warum konnte er nicht zu ihr stehen und ein gemeinsames Leben mit ihr beginnen? Sie hatten doch so viel zusammen erlebt! Sie hätten eine wunderschöne Zeit miteinander haben können! Sie hätten reden und eine Lösung finden müssen. Aber Reden war noch nie seine Stärke gewesen. Lieber zog er sich zurück und ließ die Dinge auf sich zukommen.
Schluchzend legte sie die Hände vor das Gesicht. Nein, sie wollte diesen Schritt nicht gehen und tat es doch. Sie war genauso wie er, hatte auch zu wenig Mut.
Mit quietschenden Bremsen hielt der Zug an. Automatisch stand sie auf, strich sich ihre Kleidung glatt, nahm die Tasche und bestieg den Zug.
Sie sah nicht ein einziges Mal zurück.

Im Kindle-Shop: Immer wieder im Juni: Allgäuliebe 1.
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Frida Luise Sommerkorn auf ihrer Website.



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