12. Juni 2021

'Weißer Ritter rotes Herz: Dean Reed in der DDR' von Tanja Stern

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Tanja Stern
Dean Reed (1938 - 1986), amerikanischer Schauspieler und Sänger, zog in den 1970-er Jahren freiwillig aus dem Westen in den Osten, aus der großen weiten Welt in die kleine DDR – der Liebe wegen, aber auch aus Idealismus: Als überzeugter Kommunist sah er in der Gesellschaftsform des Sozialismus sein Lebensideal verwirklicht. Er wurde Honeckers Propagandasänger, der rote Vorzeige-Amerikaner, der die Faust zum „Venceremos!“ hob, und er wurde ein beliebter Unterhaltungsstar. Doch irgendwann mochten die DDR-Bürger seine Lieder und vor allem seine Sprüche nicht mehr hören ...

Eine Biographie zwischen Komik und Tragik, zwischen Glanz und Elend, zwischen Show und zertrümmerten Show-Kulissen.

Anleser:
Er war eine Lachnummer meiner Jugend. Wir zogen den Namen in die Länge: Diiiiiiiiiin Riiiiiiiiiid! Das klang dann wie Igittigitt. Nie hätten wir uns einen Film wie „Sing, Cowboy, sing“ angesehen – igitt, allein schon dieser Titel! – und nie hätten wir uns, verwöhnt, wie wir waren, vom musikalischen Reichtum der Beatles-Ära, die tumben Folksongs angehört, die dieser Cowboy zu singen pflegte. Doch was eigentlich unser Naserümpfen hervorrief, war nicht die Plattheit seiner künstlerischen Produktion. Es war die Staatsnähe, die er verströmte, das ständig penetrant zur Schau getragene Image des eifrigen Klassenkämpfers gegen den Kapitalismus. Der Mann schien aus einer anderen Welt, aus einer anderen Zeit zu kommen. Wer die DDR kritisch sah, empfand ihn als groteske Figur, als wandelnde Primitivpropaganda.

Blick ins Buch (Leseprobe)

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