27. September 2019

'Schlanker Body 40+ Abnehmen und Haut straffen ohne OP' von Lisa Faustbrandt

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Sie sind 40+, übergewichtig und Ihre Haut sah auch schon straffer aus? Dann geht es Ihnen wie vielen Frauen in diesem Alter auch. Dieses Buch könnte vielleicht die Lösung Ihrer Probleme werden. Dies ist kein klassischer Ratgeber. Es gibt keine Abhandlung über Hitzewallungen, Kalorien-Berechnungen oder komplizierte Rezepte.

Die Autorin kommt schnell auf den Punkt. Konkret und praxisnah gibt sie Antworten auf Fragen wie z.B. diese hier:
- Kann man die Elastizität der Haut mit 40+ noch signifikant erhöhen und wenn ja, wie geht das?
- Wie wird das Gesicht wieder glatter und zwar ohne Spezialcreme, Botox oder Skalpell?
- Was kann man selbst tun, damit die Beine wieder traumhaft schön werden?
- Gibt es einen konkreten Tipp, damit der Bauch wieder sichtbar flacher wird?
- Wie schnell kann man mit 40+ sichtbare Resultate erzielen?
- Wie kann man das Bindegewebe wirklich stärken?
- Können die Innenseiten der Oberschenkel wieder an Form gewinnen und wenn ja wie?
- Worauf muss man achten, um bis zum Erfolg am Ball zu bleiben?
- Was muss man mit 40+ anders machen, um erfolgreich abzunehmen und das Gewicht dann auch zu halten?
- Warum ist die Anzahl der Mahlzeiten beim Abnehmen nicht wichtig?
- Welche 12 Ernährungstipps helfen dabei, abzunehmen und gleichzeitig die Haut zu straffen?
- Wie können Heißhungerattacken minimiert werden?
- Was ist der Unterschied zwischen dem „Ständig-Esser“ und dem „Selten-Esser“?
- Ist es möglich, die Fettverbrennung in nur 2 Schritten so richtig auf Trab zu bringen?

Es geht in konkreten Schritten um die Lösung der beiden sichtbaren Probleme: Übergewicht und schlaffe Haut. Das hier vorgestellte Konzept ist nicht allgemein gehalten. Konkrete Schritte begleiten Sie auf dem Weg zum schlankeren und strafferen ICH. Anhand der Informationen wird das Konzept an die jeweils ganz persönliche Ausgangslage angepasst und genau dieser Aspekt macht es erfolgreich. Bekanntes und Neues werden hier zu einem funktionierenden Ganzen kombiniert.

Starten Sie Ihre ganz persönliche Body-Reise zu einem schlankeren und strafferen ICH. Sie werden sich wieder so richtig wohlfühlen in Ihrem Körper.

Leseprobe:
Erinnern Sie sich noch an früher, unbeschwerte Sommer, ärmellose Blusen? Tolles Gefühl, nicht wahr? Tja, so ab 40+ oder vielleicht erst 50+ ist das Gefühl nicht mehr ganz so toll.

Weich, schwingend und irgendwie aus der Form geraten - Winkearme. Und wer Gewicht reduzieren konnte …. hat das „weiche und mitschwingende“ Problem noch deutlicher vor Augen.

Wenn man mit 40+ sein Gewicht reduzieren möchte und gleichzeitig die Haut straffen muss, sollte man das „Body-Projekt“ als Ganzes und nicht in einzelne Problemzonen aufgeteilt ansehen.

Die Sache mit dem „Abnehmen ab 40+“ wird nämlich sonst für viele zum Desaster. Frustrierend.

Oft nimmt man ab. Was dann folgt, sind neue Probleme. Entweder schlaffe Haut, die bei jeder Bewegung mitschwingt, oder der berühmte „Jo-Jo-Effekt“ als Folge einer falschen Diät.

Fakt ist: Sie müssen nicht hungern, um Gewicht zu verlieren. Im Gegenteil!

Regelmäßige Mahlzeiten sind das A und O einer erfolgreichen Ernährungsumstellung. Ziele werden so viel schneller erreicht.

Sie halten Ihren Hunger unter Kontrolle und nehmen einfacher ab. Sie werden Pfunde verlieren und dabei die Haut deutlich straffen.

Also Leinen los! Lassen Sie uns gemeinsam das Abenteuer „Abnehmen mit 40+“ beginnen.

Lassen Sie uns den Wechsel zu einem schlankeren und strafferen Body starten.

Abnehmen mit 40+ ist wie eine Abenteuerreise! Sie müssen Ihre Ziele festlegen, Ihre Route planen und dann abheben!

Wir wissen alle, wie es ist, wenn wir eine Reise planen.

Wir machen eine Bestandsaufnahme, planen die Reiseroute, nehmen einen Kompass mit, um von der Route nicht abzuweichen und lassen uns gespannt auf das Abenteuer ein.

Vor allem aber freuen wir uns riesig!! Also, wo ist das Lächeln auf Ihren Lippen?

Ok, legen wir mit der Bestandsaufnahme los. Das ist die beste Methode, um Ihr Problem sofort zu erkennen.

Eine moderne Frau?

Sie ist toll! Attraktiv. Mitten im Leben und 40+. Engagiert sich meist im Beruf. Managt das Familienleben.

Sie achtet auf Ihr Äußeres. Freie Zeit ist Luxus für sie. Wenn es ums Aussehen geht, so möchte sie vor allem sich selbst gefallen. Sich einfach wohlfühlen.

Im Kindle-Shop: Schlanker Body 40+ Abnehmen und Haut straffen ohne OP.



26. September 2019

'So lebst Du leichter: Selbstbewusst, Unbeschwert, Lebensfroh' von Enia Eisik

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Für all Diejenigen, die aus dem Alltag ausbrechen wollen

In dieser riesigen Welt passiert rechts und links so viel, dass wir nur schwer Schritt halten können. Wir wollen alles richtig machen: Unseren Job/die Schule meistern, die Aufgaben des täglichen Lebens bewältigen, selbstbewusst sein, es so vielen Menschen wie nur möglich Recht machen und dabei auch noch positive Gedanken hegen. Das und noch vieles mehr beschäftigt uns Tag ein, Tag aus. Doch was wir nicht merken, ist, dass wir selbst dabei völlig verloren gehen. Unser eigener Weg und unsere tiefsten Wünsche treten immer mehr in den Hintergrund. Der Stress droht uns zu überrollen und wir vergessen unser Leben wirklich zu LEBEN!

Dieses kleine Buch ist für diejenigen, die mit den oben genannten Punkten zu kämpfen haben. Es soll einen Denkanstoß bieten, um aus dem Kreislauf auszubrechen. Wie schafft man es, den Alltag lockerer anzugehen, wie können wir positive Gedanken erreichen und wie fällt es einem leichter sein Selbstbewusstsein zu finden. Viele Problemzonen werden angesprochen und Lösungsansätze dazu beschrieben. In jedem Kapitel befinden sich Tipps und Tricks, wie man es schaffen kann, sein Leben leichter zu nehmen.

Denn eines ist klar: Das Leben ist wunderbar und hat für jeden von uns etwas Großartiges übrig!

Leseprobe:
Vorwort
Das Leben ist bunt, vielfältig und niemand kann sagen, was morgen passieren wird. Oftmals sind wir so darauf bedacht, alles zu planen, zu organisieren, den Alltag auf die Reihe zu bekommen und gleichzeitig ein guter Mensch zu sein, sodass wir gar nicht mehr sehen, was das Leben alles für uns bereit hält. Wenn wir uns noch am Abend über den genauen Ablauf des nächsten Tages Gedanken machen, kann mit dem Klingeln des Weckers in den frühen Morgenstunden schon wieder alles anders sein. Zudem verpassen wir wirklich zu leben, wenn wir uns immer nur bemühen alles richtig zu machen. Wir versuchen, uns anzupassen, es unbemerkt den Menschen in unserer Umgebung recht zu machen. Dabei denken wir nicht daran, dass morgen der Tag schon voll ist und kaum mehr Zeit bleibt, um das einzuhalten, was versprochen wurde. Wir stellen uns selbst zurück und gehen dabei völlig verloren. Doch egal: Wir möchten helfen und unsere eigenen Belange sind nicht so wichtig. Leider versteckt sich hier eine falsche Denkweise: Wir müssen den anderen Menschen nichts beweisen, denn wir sind nicht auf dieser Welt für Andere, sondern in erster Linie für uns selbst. Wir müssen Erwartungen nicht gerecht werden, denn manchmal haben wir einfach ein anderes Tempo oder andere Vorstellungen. Doch der Weg, das zu erkennen, und dabei auch noch positive Gedanken zu empfinden, ist nicht leicht. Es braucht Zeit und jede Menge Mut, um auch einmal über seinen eigenen Schatten zu springen.
Selbstakzeptanz spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Denn nur, wenn wir verstehen und begreifen, wer wir wirklich sind, was wir alles können und was uns ausmacht, wenn wir uns über unsere eigenen Person ganz bewusst werden und lernen uns selbst zu akzeptieren und zu lieben, dann erst können wir ein ganz anderes Leben führen. Sobald wir mit uns selbst im Reinen sind, öffnen sich unzählige Türen und wir werden die richtigen Entscheidungen treffen. Dann wissen wir nämlich was wir brauchen und was wichtig für uns ist. Welche Menschen uns gut tun und welchen Weg wir gehen wollen. Denn schließlich geht es darum das eigene Leben zu gestalten, Dinge zu erleben die einen bereichern und Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.
Sich nicht unter Druck zusetzen, und einfach locker durch den Alltag zugehen, kann oftmals schwer fallen. Denn wie auch: Alles scheint größer und besser zu sein. Wir lassen uns von erfolgreichen Persönlichkeiten einschüchtern und machen uns selbst klein. Was wir dabei aber oft vergessen ist, dass wir Menschen eigentlich alle gleich sind. Nicht vom äußeren Erscheinungsbild oder unseren Eigenschaften, aber doch von unserem inneren Kern. Und dieser allein ist wichtig. Einen Menschen macht nicht nur das aus, was er in seinem Leben geschaffen hat, sondern viel viel mehr.
Das Leben ist allein das, was wir selbst daraus machen. Wenn wir alles als unbezwingbar und schwierig erachten, ist es das auch. Wenn wir jedoch locker an die Aufgaben des Alltages herangehen und erkennen, dass nur wir selber für unser Glück verantwortlich sind, dann haben wir die Möglichkeit, alles zu schaffen, was wir uns wünschen. Denn Ziele sollten immer Teil unseres Lebens sein. Diese zu erreichen, sich Wünsche zu erfüllen, allein, oder mit der Familie, kann zum ganz großen Glück beitragen, welches wir alle ein Leben lang suchen.
Dieses Buch soll ein Wegbereiter sein. Ein kleiner Helfer, der Dir ein noch schöneres und leichteres Leben ermöglicht. Der Dich aus dem Alltag holt und an die wichtigen Dinge erinnert. Auf jeder Seite verbergen sich Antworten auf Fragen, die Dich vielleicht schon lange beschäftigt haben. Finde heraus, wie Du Dich selbst akzeptieren kannst und positive Gedanken Deine Begleiter sein können.
Lerne locker zu bleiben, Dir nicht mehr alles zu Herzen zu nehmen und einfach so zu sein, wie Du bist. Dein Leben ist ein Weg voller Erkenntnisse und nun ist es an der Zeit, diese in Erfahrung zu bringen und alles völlig neu zu gestalten. Hier findest Du Halt und Tipps, die Dich in sonst unüberwindbaren Situationen weiterbringen und Mut machen!
Der Weg zu Dir selbst und einem leichteren Leben steht bevor.

25. September 2019

'Froschkönige: Ein Köln-Krimi' von Ingo Lackerbauer

Kindle | epubli | Taschenbuch
Website Ingo Lackerbauer
Die kleine Hinterhoffirma »Froschkönige - Agentur für Lebenshilfe« in Köln-Ehrenfeld bietet unter der Ladentheke eine Dienstleistung der »besonderen« Art an. Auf Kundenwunsch, nur gegen Empfehlung und sehr viel Honorar bringen Margaux, Paul und Hannes Menschen in Misskredit - und zwar auf breitester Front. Angefangen bei der Nachbarschaft, dem Bäcker, Arbeitgeber, Metzger und Supermarkt über den Tennis-und Golfclub bis hin zu den sozialen Medien.

»Begeisterte« Auftraggeber sind dabei hauptsächlich betrogene und rachsüchtige Ehefrauen, die den untreuen Ex-Gatten nach der Scheidung gesellschaftlich ruinieren möchten. Doch beim aktuellen Auftrag läuft schon kurze Zeit später alles aus dem Ruder. Die Auftraggeberin nebst Gatten werden umgebracht. Von jetzt auf gleich sehen sich die drei als zentrale Figuren in einem außergewöhnlich brisanten Kriminalfall. Weitere Mordopfer pflastern plötzlich den Weg der Froschkönige und die Spuren führen bis in höchste politische Kreise.

Leseprobe:
»Hallöchen«, trällerte Palmira mit schriller Stimme. Ihre Erscheinung glich einer Detonation. Die Gespräche in der Bäckerei verstummten auf einen Schlag und Fassungslosigkeit machte die Runde bei der vornehmen Kundschaft des Edel-Brötchenverkäufers im noblen Stadtteil Köln-Marienburg. Die Naturgewalt baute sich breit auf, ließ ein unüberhörbares Stöhnen vom Stapel und wedelte sich mit einem überdimensionierten und knallbunten Fächer die Schweißperlen von der Stirn.
Palmira hatte den schönsten Zwirn übergeworfen, den ihr gewaltiger Fundus bot. Den 120-Kilo-Körper zierte ein wallendes, teils transluzentes Kleid in zartem Hellblau. Sie sah aus wie ein gefallener Engel, der aufgrund des zu hohen Körpergewichtes die Tragfähigkeit seiner Wolke überschritten hatte und Richtung Erde gestürzt war. Die platinblonde Perücke krönte ein kleiner Fascinator mit Netz und Feder, und zwar in Knallrot. Die Krönung des Ganzen war jedoch Dürer – der Mops, den sie auf dem Arm trug und der dröge vor sich hin sabberte und die typischen röchelnden Atemgeräusche ausstieß. Und warum Dürer? Palmira fand, dass ihr Hund ein wenig Ähnlichkeit mit Dürers berühmtem Aquarell eines Feldhasen hatte – speziell, was die Augen betraf. Die Übereinstimmung zwischen dem Feldhasen und Palmiras Mops war allerdings nur dem Frauchen vergönnt zu sehen. Dürer – also dem Hund – war das egal.
Palmira ließ erst einmal die Blicke im Geschäft schweifen. Nicht, dass sie das Angebot des Bäckers interessiert hätte, sie musste aber das Spannungsniveau des Auftritts erhöhen bzw. zumindest halten. Sie schlenderte ziellos locker umher, nickte mit dem Kopf und sprach das ein oder andere mit Dürer. Der Blick blieb an einer Ecke des Ladens hängen. Eine Glasvitrine beherbergte hässliche Gebilde aus Salzgebäck, die wohl die architektonischen Highlights Marienburgs darstellen sollten. Gruselige Kunst aus dem Kindergarten!
»Oh ha, welches Salzteigmonster hat sich denn hier ausgetobt?« Palmira schüttelte angewidert das augenfällige Haupt. Es war ihre Show und sie hatte einhundert Prozent Aufmerksamkeit. Der Plan ging auf. Keiner der Kunden wagte, auch nur ein Wort zu sagen. Also ergriff sie die Initiative und wandte sich an die Runde der Anwesenden.
»Was für ’ne scheiß Hitze. Da läuft einem doch glatt die Suppe in jede Falte unterhalb des Körperäquators.« Eine grelle, schrille und unüberhörbare Transen-Lachsalve folgte. Gleichzeitig stieß Palmira die ihr am nächsten stehende Person mit der Schulter an.
»Stimmt’s, Rumpelstilzchen!?«
Palmiras Opfer war ein hagerer, älterer, gepflegter Herr mit Nickelbrille sowie einem affigen roten Barett als auffälligstes Merkmal auf dem Haupt. Kurzerhand griff sich die Gute, im Überschwang der Gefühle, den verdatterten Opa und versenkte dessen vergleichsweise kleinen Kopf inklusive Kopfbedeckung in ihrem gewaltigen Plastik-Dekolleté. Der mindestens zwei Nummern winzigere Greis bekam Schnappatmung, rang nach Luft und konnte sich schließlich nur mit äußerster Mühe befreien. Die Augen des Rentners wirbelten hilfesuchend und panisch hin und her. Sinnlos! Rettung war nirgendwo in Sicht. Die restliche weibliche Kundschaft mittleren Alters betrachtete dezent und fremdschämend die Szenerie. In den Augen der vermögenden Gattinnen machte sich jedoch auch ein Funken Faszination bemerkbar. So etwas hatten die Damen der feineren Gesellschaft hier noch nicht gesehen.
Palmira richtete ihre Aufmerksamkeit in Richtung Verkäuferin und holte zum finalen Vernichtungsschlag aus.
»Sagen Sie, wissen Sie, was mit Herrn Dr. Blastonk los ist? Keiner öffnet die Tür. Ich wollte nur mal nach dem Rechten schauen, da Fritz gestern nicht zu unserem monatlichen Schamanen-Workshop erschienen ist. Das ist für den Lieben eher untypisch, zumal er einen lang vorbereiteten Vortrag zum Thema Natursteine als Rettung der Seele zu halten beabsichtigte. Wir machen uns wirklich Sorgen. Nicht wahr, mein Kleiner.« Dabei küsste sie ihren Mops auf die zu kurz geratene Nase, was bei Kundschaft und Verkaufspersonal gleichermaßen für einen Ekelanfall sorgte.
Keiner der Anwesenden fühlte sich bemüßigt zu antworten. Es entstand eine peinliche Pause, während Palmira auffordernd in die Runde blickte.
»Nicht die Spur einer Ahnung, was im Hause Blastonk los ist?«
Die Verkäuferin fand als Erste die Contenance wieder. »Schamanen-Workshop?«
»Ja meine Beste. Wir treffen uns, wie erwähnt, einmal im Monat des nächtens im Kölner Grüngürtel, entkleiden uns und lauschen den Gedanken und Erfahrungen der Mutter Erde.«
»Entkleiden?«, fragte die verunsicherte Kauffrau irritiert nach. Die Ärmste dachte wohl, dass sie die Gesprächsführung übernehmen musste. Eine fatale Entscheidung, sie würde den Kürzeren ziehen.
»Natürlich Liebelein, was denkst du denn? Nur so können wir das gesamte Spektrum der Schwingungen aufnehmen und dem Geist einverleiben. Und wenn es zu extremer Körperlichkeit zwischen den Mitgliedern des esoterischen Zirkels kommt, dann ist die Erdgöttin Gaia manchmal gutgesinnt und beglückt uns mit ihren übersinnlich-transzendenten Botschaften«, referierte Palmira, die sich in Höchstform redete.
Rumpelstilzchen wurde hellhörig. Mittlerweile hatte sich der Rentner mit der roten Baskenmütze aus Palmiras Fängen befreit, blieb jedoch interessiert stehen und hörte aufmerksam zu.
»Ähm Gnädigste, was meinen Sie mit Körperlichkeit?«, fragte er flüsternd.
Palmira lächelte ihn verführerisch an und befingerte mit ihrer behaarten Bauarbeiterpranke zärtlich das Kinn des begierigen Pensionärs.
»Na, na, na, wer wird denn hier gleich wuschig werden. In der Tat haben es Fritz und ich beim letzten Treffen ein wenig zu heftig getrieben. Er fiel über mich her, wie der Mistral das französische Hinterland im Herbst heimsucht.«
Rumpelstilzchen hatte Feuer gefangen. Er hing fasziniert an Palmiras Lippen.
»Und jeder kann bei Ihnen Mitglied werden?«, fragte er schüchtern.
»Natürlich, Knuffelchen.«
Die Brötchenverkäuferin mischte sich wieder ein. »Herr Weyrich, Sie werden doch wohl nicht …« Herr Weyrich räusperte sich und verließ fluchtartig den Laden. Dabei vergaß er die Tür zu öffnen und lief prompt gegen die Glasscheibe des Geschäftes. Es wummerte mächtig, Rumpelstilzchen prallte zurück und landete erneut in Palmiras Armen, was ihm nun weniger unangenehm schien als beim ersten Mal.

24. September 2019

'Planspiel' von Roman Armin Rostock

Kindle | Tolino | Taschenbuch
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Deutschland soll angegriffen werden. Das Team von BKA-Hauptkommissar Sacher nimmt die Ermittlungen auf.

Zunächst gilt es einen Kriminalfall zu klären. Doch am Ende dieses Falls steht die Erkenntnis, dass ihr Gegner ihnen dank künstlicher Intelligenz hochüberlegen ist. Unklar ist, welche Art Angriff droht und wer dahinter steckt. Mit stumpfen Waffen gehen die Ermittler in den Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, während eine Welt voller Misstrauen die Menschheit immer weiter in den Abgrund treibt.

Leseprobe:
Prolog
Der Amerikaner nippte genießerisch an seinem Kaffee. »Jetzt bist du aber ein wenig zu kritisch, mein russischer Freund. Ich achte bei der Auswahl meines Kaffees peinlich genau auf eine biologisch nachhaltige Produktion. Außerdem stehen William und ich dir in Punkto Muskeltraining in nichts nach. Wir sind alle hochgewachsen und gertenschlank. Aber davon ab, hast du dir das Planspiel angeschaut, das unser deut-scher Partner ausgearbeitet hat?«
»Ich hab es gelesen. Es ist gut, wie die meisten Pläne, die von Deutschen ausgearbeitet werden. Die Frage lautet, ob ihr es bei diesem Strategiespiel belassen wollt oder ob ihr euch traut, das Ganze umzusetzen. Vor allem müsstet ihr euch sicher sein, dass dann auch alle loyal zu diesem Projekt stehen. Die Sache kann verdammt gefährlich werden. Außerdem müsstet ihr euch für einen Zeitpunkt entscheiden und für einen Zeitplan danach.«
»Das ist klar, aber Geduld ist nicht meine Stärke. Ich will es sofort umsetzen und habe dies auch mit meinen Mitstreitern so besprochen. Vieles von dem, was wir benötigen, ist übrigens schon längst installiert. Es geht ja zunächst mal nur darum, den Boden zu bereiten. Wenn wir das geschafft haben, muss ein System festgelegt werden, das für alle Beteiligten tragbar ist. Erst dann beginnt die Zeit danach.«
»Also kann ich unseren Partnern in meiner Heimat berichten, dass ihr euer Angebot in Bälde übermittelt. Ich denke, angesichts der aktuellen Lage wird man das mit Freuden zur Kenntnis nehmen.«
»Bitte richte ihnen meine besten Grüße aus. Ich lade übrigens deine Leute gerne zu einer kleinen Party bei unserem deutschen Freund ein. Die Veranstaltung findet Anfang Januar statt. Das wird unsere Partnerschaft stärken und unsere Zusammenarbeit auf ein persönlicheres Niveau bringen. Aber nun lass uns das Thema zurückstellen und erst mal frühstücken.«

Kapitel 1
»Verdammtes Mistwetter!«, fluchte Manger und trat eine auf dem Gehweg rollende Dose in Richtung eines Mülleimers. In dieser Nacht war das Thermometer auf unter minus zehn Grad gefallen und der Wind fegte in Sturmböen über die verschneiten Straßen der Soester Altstadt. Eigentlich wollte der BKA-Kommissar bereits seit Stunden schlummernd im Bett liegen, doch der Anruf eines Informanten hatte ihn davon abgehalten. Warum zum Teufel hatte der Mann ihn in diese Gegend östlich des Ruhrgebiets bestellt, wenn er doch in Köln wohnte? Manger kannte den Mann schon seit Jahren und bisher hatte der Kleinkriminelle ihm immer wieder hilfreiche Informationen gegeben. Direkt nach dem Anruf war Manger um fünfzehn Minuten nach Mitternacht losgefahren. Die Fahrzeit hatte gut zweieinhalb Stunden betragen. Glücklicherweise war seine Lebensgefährtin Katrin mit ihrer gemeinsamen Kollegin Aysun auf ein Skiwochenende in die Alpen gefahren, sodass wenigstens eine Diskussion vermieden worden war.
Nun stand er auf dem Platz vor St. Peter-Pauli, einer romanischen Basilika, deren Geschichte auf die Sachsenmission Karls des Großen zurückging, und wartete. Manger rieb sich die Hände, die trotz seiner dicken Lederhandschuhe ihre Wärme nicht halten wollten. Er ließ seinen Blick über den von Laternen beleuchteten, menschenleeren Platz gleiten. Rechts von ihm erhob sich der mächtige St. Patrokli Dom. Davor der Domplatz, der durch das historische, rote Rathaus begrenzt wurde. Ihm gegenüber umrundeten von Fachwerk durchzogene Bürgerhäuser den Platz, die ihn gedanklich in die Zeit des Mittelalters abgleiten ließen.
Plötzlich näherte sich aus Richtung des Domplatzes ein Mann in langem Wildledermantel und russischer Fellmütze. Mit seinen mehr als zwei Metern überragte der Armenier Manger um eine Kopflänge und seine breiten Schultern rieten von jeder körperlichen Auseinandersetzung ab. Was die beiden Männer verband, waren ihre kurzen dunklen Haare und die kantigen Gesichter mit braunen Augen. Der Mann deutete Manger an, zu den Bäumen vor dem Rathaus zu kommen.
»Guten Morgen Johann«, schallte es Manger entgegen.
»Hallo Melikyan. Warum lässt du mich ausgerechnet an einem Montag zu dieser Unzeit durch die Weltgeschichte geigen? Warum wolltest du am Telefon nichts sagen?«
»Weil sie in der Lage sind euer Telefonnetz abzuhören.«
»Wen meinst du?«
»Pass auf, es ist eine verzwickte Sache. An sich nur ein Strategiespiel. Doch ich habe erfahren, dass dieses Spiel ausgelöst wurde. Es gibt mehrere Parteien, die an der Sache interessiert sind. Deutschland wird angegriffen. Die EU soll zerstört werden. Achtung!« Hinter ihnen raste ein Auto auf den Platz und verfehlte Manger nur knapp. Ein Schuss fiel. Manger zog seine Waffe und feuerte zurück. Die Rückscheibe des Audis zerbarst. Das Fahrzeug raste zwischen den beiden Kirchen hindurch. Manger rannte hinterher und versuchte einen der Reifen zu treffen, doch schon verschwand der Wagen in der Finsternis.
Langsam wendete sich Manger um und ging zurück. Melikyan lag am Boden.
Manger begann zu rennen. »Melikyan!« Manger schüttelte den Mann so sehr, dass die Fellmütze herabrutschte. In der Stirn seines Informanten klaffte ein blutiges Loch. »Verfluchte Scheiße! Mein Freund, was hast du da rausgefunden? Wie kommt ein kleiner Gauner an derart brisante Informationen?« Manger ließ Melikyan sinken. Um ihn herum öffneten sich Fenster, aus denen verschlafene Gesichter schauten und mehrere Polizeifahrzeuge rasten mit Blaulicht auf den Platz. Manger zog seinen Ausweis und hielt ihn hoch.
Ein Polizist kam auf ihn zu. »Guten Morgen, was ist hier passiert? Sie sind vom BKA?«
»So ist es. Manger mein Name, BKA Meckenheim. Der Mann war ein Informant.« Manger schilderte dem Polizisten die Ereignisse und endete: »Der Täter saß auf dem Rücksitz. Es war ein schwarzer Audi A6. Die Nummernschilder überklebt. Ich hab ihnen die Rückscheibe zerschossen. Damit könnt ihr eine Fahndung auslösen. Weit kann das Fahrzeug noch nicht sein.«
»Okay, wir alarmieren alle Einheiten.« Manger wendete sich wieder der Leiche zu und begann die Taschen Melikyans zu durchsuchen, fand jedoch nur Zigaretten, einen Schlüsselbund sowie eine Brieftasche, die er an sich nahm.
Fünfzehn Minuten später wurde der Leichnam von der Gerichtsmedizin abgeholt und Manger bekam erste Informationen von der Polizei: »Der Wagen steht brennend auf dem Georg-Grange-Platz, etwas über einen Kilometer östlich von hier. Die Kennzeichen wurden entfernt. Die Feuerwehr ist im Einsatz. Wir haben bereits die wenigen Anwohner befragt. Es hat keiner was gesehen. Um den Platz herum stehen überwiegend Firmengebäude. Von den Tätern fehlt jede Spur.«
»Ist wohl nichts dran zu machen. Ich hab mir schon gedacht, dass das Profis waren. Schaut mal, ob ihr irgendwelche Spuren findet. Wenn ja, ruft mich bitte sofort an. Ich fahr erst mal wieder nach Meckenheim.«

23. September 2019

'DMSO für Einsteiger' von Felix Bogner

Kindle | Taschenbuch
Das verborgene Heilmittel, das Schmerzen lindert, Entzündungen heilt, Bakterien, Viren und Allergien bekämpft

Gerade in der Medizin gibt es immer wieder spektakuläre Heilmethoden, die mächtigen Interessengruppen nicht in den Kram passen und deswegen nicht der breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Kennst Du das auch?
- Du hast eine chronische Krankheit und kein Arzt kann Dir helfen?
- Du ärgerst Dich seit Jahren mit Akne um und nichts hat geholfen?
- Du hast Rückenschmerzen und alle Mittelchen aus der Apotheke zeigen keine Wirkung?
- Du hast Muskelverspannungen und keine Salbe bewirkt eine Linderung?


Es gibt kaum eine andere Substanz, die so vielseitig anwendbar ist und ein so weites Wirkungsspektrum gegen alle möglichen Krankheiten aufweist, wie DMSO. DMSO ist in vielerlei Hinsicht verblüffend. Wir haben es hier mit einem regelrechten Multitalent zu tun.

DMSO wirkt:
- entzündungshemmend
- schmerzstillend
- gefäßerweiternd
- Juckreiz lindernd
- abschwellend
- muskelentspannend
- gegen Bakterien
- gegen Viren
- gegen Pilzbefall
- entwässernd


DMSO hat außerdem die Fähigkeit, durch die Haut in den Körper und in den Blutkreislauf einzudringen. Einmal im Blut, gelangt es in Sekundenschnelle in jede Zelle des menschlichen Körpers.

DMSO ist dabei eine ausgezeichnete Trägersubstanz. Alle möglichen anderen Arzneimittel lösen sich hervorragend in DMSO und werden von diesem quasi Huckepack genommen und gelangen auf diese Weise in kürzester Zeit in die Blutbahn.

Leseprobe:
Es gibt kaum eine andere Substanz, die so vielseitig anwendbar ist und ein so weites Wirkungsspektrum gegen alle möglichen Krankheiten aufweist, wie diese simple Verbindung. DMSO steht für Dimethylsulfoxid. Schon seit den frühen sechziger Jahren ist Ärzten bekannt, dass dieser Stoff gegen zahlreiche Erkrankungen wirkt.
DMSO ein fantastisches Potential. DMSO könnte Millionen von Menschen helfen. Es wirkt bei Arthritis, Schmerzen, Krampfadern, wirkt abschwellend, entzündungshemmend und antibakteriell. Es kann sogar manche Viren deaktivieren und es kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken. DMSO ist spottbillig und fällt bei der Herstellung von Papier in großen Mengen an. Da es schon so lange bekannt ist, kann es natürlich nicht mehr patentiert werden. Und da es nicht patentiert werden kann, kann die Pharmaindustrie auch nicht viel damit verdienen.
Zum Glück sind aber die wichtigsten Forschungsergebnisse zu DMSO öffentlich zugänglich. Auch DMSO selbst ist frei im Handel erhältlich. Allerdings nicht in Apotheke, oder Drogerie, sondern im Chemikalienhandel.
Mit diesem Buch soll das Wissen über die Wirkung und die Anwendung von DMSO weiter verbreitet und dieses Wissen wieder allgemein zugänglich gemacht werden. In diesem Buch lernst Du, was DMSO kann, wo Du es beziehen, wie Du es richtig aufbewahren und, was am wichtigsten ist, Du lernst, wie es richtig angewendet wird.
Dieses Buch richtet sich an Neueinsteiger, die von DMSO gehört haben und die ersten Erfahrungen mit dieser spannenden Substanz sammeln möchten. Ich hoffe, dass dieses Buch dabei helfen kann, dieses vielseitige, preiswerte und hochwirksame Heilmittel wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Es wäre schön, wenn DMSO endlich die Bedeutung erhalten würde, die es verdient. Es würde uns allen zu Gute kommen.

Die Heilkräfte von DMSO werden entdeckt
Erst 94 Jahre nach seiner Entdeckung hat man endlich entdeckt, dass DMSO auch medizinisch eingesetzt werden kann. 1960 fand der amerikanische Chirurg Dr. Stanley Jacob heraus, das DMSO eine ganze Reihe von weiteren, hochinteressanten Eigenschaften hat und weit mehr ist, als nur ein Frostschutzmittel für tiefgekühlte Körperzellen.
Dr. Jacob suchte nach einem guten Konservierungsmittel für Organe, die transplantiert werden sollten und zwischenzeitlich aufbewahrt werden mussten. Dabei experimentierte Dr. Jacob auch mit DMSO. Dabei kam es zu einem kleinen Zwischenfall: er goss sich aus Versehen etwas DMSO auf seine Hand. Dabei verspürte er einen seltsamen Effekt. Wenige Sekunden nach dem Hautkontakt bemerkte Jacobs einen merkwürdigen Geschmack auf der Zunge. Zunächst schmeckte es ähnlich wie Austern, dann wurde der Geschmack scharf und knoblauchartig.
Dr. Jacob schloss darauf, dass es für diesen Effekt nur eine sinnvolle Erklärung geben konnte. Offenbar war das DMSO in kürzester durch die Haut in den Körper eingedrungen und in die Blutbahn gelangt. Dort hat es sich dann in wenigen Sekunden im ganzen Körper verteilt, so dass Dr. Jacobs plötzlich den typischen Geschmack von DMSO verspürt hatte.
Auch ein anderer Wissenschaftler machte seine Erfahrungen mit DMSO. Der Chemiker Dr. Robert Herschler experimentierte ebenfalls mit DMSO. Er arbeitete als Chef der Forschungsabteilung einer amerikanischen Papierfabrik, der Crown Zellerbach Corporation. Dort untersuchte er die Löslichkeit von Pflanzenschutzmitteln in DMSO. Ihm geschah dasselbe Missgeschick wie Dr. Jacobs und er goss sich aus Versehen etwas DMSO über die Hand. Er hatte allerdings das Pech, dass es sich nicht um reines DMSO handelte, sondern dass in dem DMSO ein hochgiftiges Pflanzenschutzmittel gelöst war. Die Wirkung war ähnlich wie bei Dr. Jacobs: Das DMSO durchdrang sofort die Haut und gelangte in die Blutbahn. Mitsamt dem darin gelösten, giftigen Pflanzenschutzmittel. Das Gift wurde von dem DMSO quasi „Mitgenommen“ und ebenfalls in die Blutbahn transportiert. Dr. Herschler litt sofort unter Atemnot und Bewusstseinstrübungen. Er hatte aber das Glück, dass die Dosis des Giftes nicht allzu hoch war und trug bei dem unfreiwilligen Experiment keinen bleibenden Schaden davon.
Herschler stieß auf die Forschungen von Jacobs. Die beiden Wissenschaftler nahmen miteinander Kontakt auf und begannen, zusammen an der weiteren Erforschung von DMSO zu arbeiten. Dabei gewannen die beiden Forscher eine Fülle von neuen, hochinteressanten Erkenntnissen. Zunächst einmal machten sie Experimente mit Pflanzen und Tieren und fanden dabei heraus, dass DMSO nicht nur mühelos in pflanzliche und tierische Gewebe eindringen kann, sondern dass es dabei auch alle möglichen anderen Stoffe, die in DMSO gelöst sind, quasi „mitnehmen“ kann.
Es folgten Versuche an Menschen. Dabei stellte sich heraus, dass DMSO noch eine ganze Menge weitere Effekte hatte. DMSO wirkte gegen Kopfschmerzen, Verstauchungen, Nebenhöhlenentzündungen und rheumatischen Beschwerden. Wenn die betroffenen Körperstellen mit DMSO-Lösungen eingerieben wurden, besserten sich die Beschwerden innerhalb kürzester Zeit.
DMSO hatte anscheinend sonst keine Nebenwirkungen. Lediglich der seltsame Geschmack, sowie vorübergehend gelegentlich auftretende Hautausschläge wurden bisher als einzige Nebenwirkungen bei der Anwendung von DMSO beobachtet. Dr. Herschler und Dr. Jacob forschten weiter intensiv nach Anwendungsbereichen für das DMSO.
Sie bemerkten, dass Sie erst einen Bruchteil des ganzen Wirkungsspektrums erforscht hatten. Es konnte Bakterienwachstum hemmen, Schmerzen lindern, verhärtetes Narbengewebe weich machen, für eine verbesserte Durchblutung sorgen. Schließlich hat DMSO auch noch die bemerkenswerte Eigenschaft, andere Medikamente in ihrer Wirkung zu verstärken. Die beiden Forscher hatten offenbar eine hochinteressante Entdeckung gemacht.
Hatten die beiden Forscher so etwas wie eine neue Allzweckwaffe der Medizin entdeckt?

'Embargo: Krieg im Schatten' von D.W. Crusius

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Website D.W. Crusius | Autorenseite im Blog
1997 - Charles Dixon ist Chef einer geheimen Einheit innerhalb der CIA, von deren Existenz nicht mal der CIA-Direktor weiß. Nach dem Muster eines Anschlages der CIA 1982 auf die sowjetischen Gasfelder in Sibirien, entwickelt Dixon einen Plan, die libyschen Ölquellen mit manipulierter Elektronik zu vernichten. Wenn die Wirtschaft zusammengebrochen ist, werden die Libyer Gaddafi stürzen. So die Überlegung.

Kurt Hoffmann vom BND soll den in Untersuchungshaft in Köln einsitzenden Harald Jasper mit besten Verbindungen zur libyschen Obrigkeit anwerben und nach Tripolis schicken. Dafür verspricht man Jasper die Freiheit. Für Jasper ein verlockendes Angebot, denn ihm drohen 15 Jahre Gefängnis wegen Bruchs des gegen Libyen verhängten UN-Embargos.

Leseprobe:
Langley 2002, Hauptquartier der CIA
Charles Dixon betrachtete fasziniert die Satellitenaufnahmen. Wenn es stimmte, was er hinter den Aufnahmen vermutete, dann hatte er die Lösung für sein Problem gefunden. Die Aufnahmen zeigten eine gewaltige Explosion und er verstand, weshalb nicht eingeweihte Kreise innerhalb der CIA und in Washington anfangs vermuteten, die Sowjets hätten in Sibirien eine neuartige Waffe getestet. Im Sommer 1982 blähte sich der Kalte Krieg wie zu einer bevorstehenden Apokalypse auf. Eine neuartige Waffe, das war glaubwürdig. Nur die ambossförmige Form fehlte, und es wäre die perfekte Explosion einer 3kt TNT Atombombe gewesen, fotografiert von einem Satelliten aus dem Weltraum. Auf den Bildern sah man die parallel angeordneten Pipelines direkt vor der Explosion, auf weiteren Bildern, wie sie von der Wucht einer Explosion zerrissen und empor geschleudert wurden. Es folgten Aufnahmen der Trümmerfelder Stunden später. Wie umgeknickte halb abgebrannte Streichhölzer ragten die deformierten Gasleitungen in die Luft. Die Zerstörungen erstreckten sich über mehrere Quadratkilometer. Die Satellitenaufnahmen der folgenden Monate zeigten, dass die Fördereinrichtungen über lange Zeit nicht in Betrieb genommen werden konnten. Nicht einmal Reparaturtrupps waren auszumachen. Es schien, als hätten die Sowjets die Gasfelder in Sibirien aufgegeben. Charlie Dixon blätterte in den Unterlagen und fand die Kostenaufstellung der damaligen Operation. Die Beträge waren lächerlich gering, und er vermutete hinter den Zahlen anfangs die Spesenabrechnungen der Agenten.
Die westlichen Medien berichteten vom Einschlag eines Objektes aus dem Weltraum. Von Aliens aus einer fernen Galaxie war die Rede und ein Vorfall vom Beginn des Jahrhunderts wurde zitiert. Man musste den Journalisten zugutehalten, dass sie es nicht besser wissen konnten. Der Vergleich drängte sich auf, die Augenzeugenberichte von 1908 ähnelten auf frappierende Weise der Explosion 1982. Damals hatte die Explosion allerdings erwiesenermaßen eine natürliche Ursache – einen Asteroiden-Einschlag in der Gegend von Tunguska. Man sprach auch vom Tunguska-Asteroiden. Die Experten konnten sich lediglich nicht einigen, ob ein oder mehrere Himmelskörper in Sibirien eingeschlagen waren. Es könnte ein Komet gewesen sein, hieß es, von einem Feuerschweif berichtete man. Hinzu kam, dass Wissenschaftler bei Tiefbohrungen keine Fragmente des Himmelskörpers gefunden hatte. Es konnte sich nur um eine Explosion wenige Meter über dem Erdboden gehandelt haben und die enorme Hitze hatte das Material zerstrahlt – was auf einen Kometen hindeutete. Stoff für Verschwörungstheoretiker. Augenzeugen berichteten von bis zu vierzehn Explosionen. Fest stand nur Zeitpunkt und Ort. Der unheimliche Himmelskörper aus dem Weltraum schlug am 30. Juni 1908 gegen 7:15 Uhr im sibirischen Gouvernement Jenisseisk ein, der heutigen Region Krasnojarsk in der Nähe des Flusses Podkamennaja Tunguska. Das war das Siedlungsgebiet der Ewenken, eine Volksgruppe aus dem nördlichen Sibirien. Bei dem Einschlag und der folgenden Druckwelle wurden Bäume im Umkreis von etwa 30 Kilometer entwurzelt oder umgeknickt, Fenster und Türen in der 65 Kilometer entfernten Handelssiedlung Wanawara zerbarsten. Fachleute schätzten, dass auf einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometern 60 Millionen Bäume umgeknickt wurden. Den hellen Feuerschein hatte man in über 500 Kilometern Entfernung wahrgenommen, Reisende der Transsibirischen Eisenbahn hatten die Druckwelle gespürt.
Charlie Dixon nahm ein Blatt Papier und schrieb ein paar Zahlen auf, eine grobe Kostenaufstellung. Manpower, Material, Verbindungsleute zu Partnerdiensten, NN – Nützliche Nebenabgaben, besser gesagt Schmiergelder.
Er addierte die Beträge. Unmöglich. Dafür würde er niemals eine Genehmigung bekommen. Nicht, weil der Betrag zu hoch war, im Gegenteil. Das kaufte ihm die obere Etage niemals als ernst zunehmende CIA-Geheimoperation ab, das waren die Kosten für den Wochenendausflug einer Pfadfindergruppe. Zumindest, wenn man die Kosten der üblichen CIA-Operationen zum Vergleich heranzog. Er malte sorgfältig hinter jede Position eine Null, addierte erneut, wusste es vorher. Faktor zehn – immer noch viel zu wenig. Er malte hinter jede Position eine weitere Null.
Sollte es wirklich so einfach sein? Unruhe erfasste ihn. Mit so einer Operation legten sie die Öl und Gasförderung eines ganzen Landes innerhalb von Minuten lahm, und das so gründlich, dass über Monate, vielleicht Jahre, nicht mehr gefördert werden konnte.
Mit leisem Schmunzeln dachte er an den Mann, der 1982 im Weißen Haus die Operation im fernen Sibirien abgesegnet hatte. Als er ins Amt kam, sprach man herablassend von einem zweitklassigen Schauspieler und einem liebenswerten Hohlkopf, der sich auf den Präsidentenstuhl verirrt hätte. Als er aus dem Amt schied, waren sich alle einig, selbst seine schärfsten Kritiker, dass der Mann zehnmal schneller dachte, als seine engsten Berater. Auf ihn ist die Methode zurückzuführen, der man den Code-Namen gab – Reagan-Methode.
Drei A4-Seiten. Er las es wieder und wieder, aber es war so, damit war alles gesagt. Wenn er dafür das OK von oben bekam, dann war das der krönende Abschluss seiner Laufbahn. Eher Rutschpartie, nicht Laufbahn. Das würde ihn auf die Ahnentafel der CIA befördern.

20. September 2019

'Humboldt und der weiße Tod' von Jana Thiem

Kindle | Tolino
Website Jana Thiem
Endlich Feiertag! Kriminalhauptkommissar Humboldt freut sich darauf, am Tag der Deutschen Einheit in der Sächsischen Schweiz klettern zu gehen. Weit kommt er allerdings nicht, denn eine Tote am Elbufer in der Nähe des Blauen Wunders macht seine Pläne zunichte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denkt er. Doch auch daraus wird nichts, da wenig später zwei Frauen als vermisst gemeldet werden.

Je tiefer Humboldt in den Fall einsteigt, umso klarer wird ihm, dass sich der Mörder seine Opfer ganz gezielt ausgesucht hat. Und dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Notgedrungen geht er einem Tipp der lästigen Boulevard-Journalistin Christin Weißenburg nach, die ihm durch ihre eigenwillige Recherche wieder einmal einen Schritt voraus zu sein scheint. Doch dann verschwindet die nächste junge Frau und das Motiv des Entführers wird für Humboldt immer rätselhafter.

Leseprobe:
Donnerstag, 3. Oktober, frühmorgens
Was hätte es doch für ein schöner Feiertag werden können. Wäre da nicht diese Frau. Tot. Von der Elbe an Land gespült. Seufzend schaute Kriminalhauptkommissar Humboldt von der Leiche auf. Irgendetwas irritierte ihn. Er trat einen Schritt zurück, heraus aus dem Morast am Elbufer. Sein Blick glitt über das Elbwasser flussaufwärts. Wo kam diese Frau her? Oberflächlich gab es keinen Hinweis. War sie hier in den Büschen direkt neben dem Anleger der DLRG nur hängen geblieben und weiter oben in die Elbe gestürzt? Und warum glaubte er, dass sie nicht gestoßen wurde? Humboldt sah zum gegenüberliegenden Ufer und dann weiter die Elbe entlang. Am Blauen Wunder blieb er hängen. Im Wirrwarr der Streben der Loschwitzer Brücke verhedderten sich seine Gedanken.
»Die lag nicht lange im Wasser.« Die Stimme von Gerichtsmediziner Dr. Lorenz Richter holte ihn in die Wirklichkeit zurück. »Nach bisherigen Erkenntnissen ist sie aber auch nicht hier gestorben.«
Humboldt schaute Richter an. Die dunkle, eckige Brille passte hervorragend zu seinem kantigen Charakter, dachte er und stimmte sich innerlich auf Richters regelmäßiges Frage-Antwort-Spiel ein.
»Gestorben?«, hakte Humboldt nach. »Also gibt es doch eine natürliche Todesursache?«
»Nicht so voreilig. Dazu muss ich die junge Dame natürlich etwas gründlicher unter die Lupe nehmen.« Richter zog Humboldt dichter an die Leiche heran. »Jetzt schau sie dir doch einmal ganz genau an. Fällt dir nichts auf?«
Humboldt hasste dieses Rätselraten, und Richter genoss es jedes Mal aufs Neue. Humboldt ging in die Hocke, um sich die Tote noch näher zu betrachten. Immer wieder wunderte er sich, dass ihm der typische Würgereiz, mit dem manche seiner Kollegen zu kämpfen hatten, erspart blieb. »Hm, sie war wohl mal eine sehr hübsche Frau. Und nun ist sie ... ertrunken?«
Richter räusperte sich kurz, was Humboldt aufsehen ließ. »Jedenfalls konntest du auf den ersten Blick keine äußeren Gewalteinflüsse feststellen. Also kann sie doch einfach ins Wasser ...«, Humboldt stockte. Erneut verwirrte ihn der Anblick der jungen Frau. Wasserleiche? Hätte er sie heute Morgen am Straßenrand oder im Großen Garten gefunden, er wäre niemals auf Tod durch Ertrinken gekommen. Ganz im Gegenteil. Ihre Wangen waren eingefallen, und die Schlüsselbeine traten durch den dünnen Stoff ihrer Bluse stark hervor. Der Verwesungsprozess war zwar schon fortgeschritten, aber die typischen Merkmale einer Wasserleiche fehlten. Sie sah weder aufgedunsen aus noch hatte sich eine Waschhaut gebildet. Also das war es. »Tja, ich würde sagen, sie sieht eher aus, als wäre sie verhungert. Kann es denn sein, dass sie hier nur abgelegt wurde?«
Richter zuckte nachdenklich die Schultern. Da Humboldt die Rätselprüfung bestanden hatte, wandte sich Richter wieder leise murmelnd der Leiche zu. Wer es jetzt wagte, ihn anzusprechen, stand selbst kurz davor, auf seinem Seziertisch zu landen.
Beim Einsatzwagen, der ein Stück weiter auf dem Radweg stand, entdeckte Humboldt seine Kollegen Marc Vierhaus und Lara König. Er hätte sie gar nicht sehen müssen, so unüberhörbar rasselten sie wieder einmal verbal aneinander. Seitdem bekannt war, dass die nächste Leistungsbeurteilung anstand, lagen die beiden in ständigem Wettstreit um die Beförderung zum Polizeikommissar.
Humboldt hielt kurz inne und überlegte, ob er sich zuerst den Fundort näher anschauen sollte. Zu spät.
Mit langen Schritten legte Lara König den kurzen Weg bis zum Flussufer über die immer noch saftig grüne, abschüssige Wiese zurück. »Dieser ach so schlaue Möchtegernkommissar hat den Zeugen Schubert gehen lassen.«
»Ich habe doch sämtliche Daten und seine Aussage zu Protokoll genommen. Und ich weiß, wo er hin wollte«, verteidigte sich Marc Vierhaus schon von Weitem.
»Und wenn er gelogen hat?« Lara König schoss die Worte in seine Richtung ab. Mit einem spöttischen Lächeln drehte sie sich wieder Humboldt zu.
Seufzend dachte dieser an die Klettertour, die er heute eigentlich mit seinem Freund Toni in der Sächsischen Schweiz hatte machen wollen. Es sollte ein schöner Abschluss einer kurzen Klettersaison werden. Humboldt mochte die Winterkletterei nicht. Den Ehrgeiz, der erste Gipfelstürmer an Neujahr zu sein, besaß er nicht. Bevor er sich Silvester auf einen eisigen Felsen hockte und darauf wartete, sich mit steif gefrorenen Fingern in das Gipfelbuch einzutragen, genoss er lieber mit Freunden einen guten Rotwein. Gestern hatten sie noch beratschlagt, auf welchen Felsen sie heute gehen würden. Toni wollte endlich einen Weg mit der Schwierigkeit VIII vorsteigen. Aber Humboldt hatte eher Lust auf einen schönen Weg. Der Schusterweg am Falkenstein war zwar ein Weg mit mehreren Seillängen und daher eine ganz schöne Schinderei, aber man wurde mit einem Wahnsinnsblick belohnt. Außerdem brachte es Glück, wenn man an die Nase eines gewissen Herrn Schuster, dessen Gesicht als Relief in den Felsen gehauen worden war, fasste und ihn freundlich grüßte. Wehmütig blickte Humboldt kurz in den blauen Himmel. »Okay. Wer ist Zeuge Schubert? Und wo ist er jetzt?«
Marc Vierhaus legte die letzten Meter vom Einsatzwagen kommend im Laufschritt zurück. »Henning Schubert hat die Leiche gefunden und die Polizei gerufen. Er war gerade bei seiner allmorgendlichen Joggingrunde. Da jetzt aber die Laktatmessung ansteht, habe ich ihn gehen lassen. Er ist im Sportinstitut von Dr. Wiesinger.«
»Sportinstitut? Das ist doch auf der anderen Seite der Elbe, oder?« Humboldt überlegte und drehte sich Richtung Blaues Wunder.
»Ja, genau. Henning Schubert, also der Zeuge, bereitet sich gerade auf seinen ersten Marathon vor. Wenn Sie über das Blaue Wunder fahren, müsste es gleich an der ersten Kreuzung links in den Körnerweg gehen.« Er zeigte zur Brücke.
»Müsste? Ich denke, du weißt, wo sich der Zeuge aufhält?«, mischte sich Lara König wieder ein.
Marc Vierhaus ignorierte sie.
»Er bereitet sich im Sportinstitut auf einen Marathon vor? Ich dachte immer, das wäre eine Klinik, und da würden nur die hingehen, die die Strapazen eines Marathons schon hinter sich und jetzt mit den Folgen zu kämpfen haben.« Humboldt schüttelte skeptisch den Kopf. Er sah noch einmal zum Elbufer. Die Sonne stand mittlerweile schon ziemlich hoch am Himmel. Das bunte Herbstlaub der vereinzelt stehenden Bäume zeichnete sich kontrastreich vom blauen Himmel ab. Richter war noch immer mit dem Leichnam beschäftigt. Die Kollegen vom Erkennungsdienst gingen ebenfalls ihren Pflichten nach. Hier konnte er im Moment nicht viel ausrichten.
»Vierhaus, Sie bleiben hier, bis die Spurensicherung fertig ist. Schauen Sie sich in der Zwischenzeit bei der DLRG und dem Kanuverein um.« Humboldt zeigte zu einem langen Gebäude, das an den Radweg angrenzte. »Vielleicht hat dort jemand etwas gesehen oder gehört. Das Übliche eben. Lara und ich fahren rüber zum Institut von diesem ...?« Humboldt versuchte, sich an den Namen des Klinikchefs zu erinnern.
»Dr. Stefan Wiesinger«, half ihm Marc Vierhaus auf die Sprünge.
»Richtig, Wiesinger. Alles klar? Wir treffen uns später im Kommissariat.« Damit nickte Humboldt Lara König zu. Auf dem Weg zu seinem Auto drehte er sich noch einmal um.
»Und Marc! Das nächste Mal bleibt der Zeuge vor Ort. Und wenn er eine Audienz beim Landeschef persönlich hätte. Ist das klar?«
Marc Vierhaus grummelte ein paar unverständliche Worte, nickte aber zähneknirschend in Humboldts Richtung. Das Grinsen auf Lara Königs Gesicht blieb ihm nicht verborgen.

19. September 2019

'Africa: Road-Trip-Liebes-Roman' von Kadee Mazoni

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Kadee Mazoni
Cate und die viel jüngere Afrodeutsche Melissa begeben sich auf einen Roadtrip nach Afrika. Sie wollen einem vorhersehbaren Leben entkommen und suchen nach Erkenntnis für ein segensreiches Dasein. Ihr Ziel: Melissa’s 127-jähriger Onkel in Afrika.

Die Frauen verkaufen all ihr Hab und Gut und fahren mit einem alten Benz-Bus davon. An eine Rückkehr ist nicht gedacht. Aus der anfänglichen Utopie wird Realität – sie erreichen Afrika. Auf ihrer Reise lernen sie bemerkenswerte und ungewöhnliche Menschen kennen, begegnen Dramen und Schicksalen und sind verstrickt in Abenteuer.

Werden sie den Onkel finden? Welche Lebenserkenntnis wird er ihnen verraten können?

Kadee Mazoni erzählt in diesem Roadtrip die Geschichte zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können. Durch ihre Liebe und ihre sexuellen Obsessionen überschreiten sie nicht nur ihre eigenen körperlichen und geistigen Grenzen, sondern auch die räumlichen. Ihre Liebe wird dabei Liebe zur Welt und Afrika zum Ausgangspunkt einer neuen Freiheit.

Leseprobe:
Was glaubst du, wie alt mein Onkel ist?“, fragte Melissa mich, wir lagen zusammen im Bett.
„Ich weiß nicht, wenn es dein Onkel ist, kann er nicht so alt sein ...“
„Ach du. Er ist doch nicht mein Onkel im eigentlichen Sinne. Er ist der Onkel vom Onkel vom Onkel ...“
„Also ist er schon älter?“
„Ja, natürlich ist er älter, wenn er der Onkel von mehreren Onkeln ist. Was glaubst du, wie alt ist er?“
„Dazu müsste ich wissen, wie alt die anderen Onkel sind“.
„Meine Güte, Cate, du benimmst dich wie eine Mathematik-Studentin. Woher soll ich wissen, wie alt die alle sind, ich kenne sie nicht und sie interessieren mich auch nicht.“
„Und wieso soll ich erraten können, wie alt dein Onkel ist, wenn ich keine Anhaltspunkte habe?“
„Du verdirbst mir die ganze Geschichte mit deiner blöden Genauigkeit. Musst du alles penibel unter die Lupe nehmen? Ich hab ihn Onkel genannt, weil ich seinen Namen nicht kenne. Cate, schätze einfach, wie alt er ist?“
„Okay, fünfundsechzig“, erdachte ich mir eine Zahl.
„Fünfundsechzig?! Wie kommst du darauf?“
„Ich hab’s mir ausgedacht.“
„Warum sollte ich dir eine Geschichte eines Fünfundsechzigjährigen erzählen, das wäre total banal und langweilig.“
„Verdammt Melissa, sag mir endlich, wie alt er war.“
„Wieso war? Er lebt noch.“
„Melissa! Wie alt ist er?“
„Hundertsiebenundzwanzig!“, strahlte sie mich triumphierend an.
„Ja, wow! Und was ist mit diesem alten Mann, der in Afrika wohnt und nicht dein Onkel ist?“
„Hab ich vergessen!“
„Was?“
„Du hast mich aus dem Konzept gebracht“, sie sprang aus dem Bett, ging zum Fenster, öffnete die Gardine und schaute hinaus. Ihre Hände hatte sie hinterm Kopf verschränkt, dachte nach und wendete mir ihre nackte Rückansicht zu.
„Hundertsiebenundzwanzig ist wirklich ein irres Alter“, versuchte ich, auf sie einzugehen, um sie auf das, was sie sagen wollte, zurückzulenken. Mit gedankenversunken Ausdruck im Gesicht kam sie zurück und setze sich neben mich aufs Bett.
„Weißt du, dass niemand sonst weiß, wie alt er ist. Niemand hat je seine Jahre gezählt.“
Ich unterließ es, zu fragen, woher sie sein Alter wusste, wollte sie nicht erneut aus dem Konzept bringen.
„Mein Onkel – nennen wir ihn der Einfachheit halber ‚meinen‘ Onkel – ist einfach nur da, so wie das Wasser des Meeres, wie die Steine in der Wüste, wie die Klippen der Berge, wie der Mond und die Sonne, wie der Mund im Gesicht …“
„Melissa, ist gut, ich hab es verstanden“, unterbrach ich ihre Ausführungen.
„Das hast du nicht, weil es viel, viel komplizierter ist“, fauchte sie mich an.
„In jedem Lebewesen gibt es nämlich verschiedene Leben, und es bedeutet Qual und Leiden, herauszufinden, welches davon das richtige ist. Wir können Betrüger sein oder Engel, wir können bedeutungslos im Dunkeln dahinvegetieren oder in glühender Freude zum Licht gelangen … wir können Genies werden oder …“
„Bitte, Melissa, worauf willst du hinaus?“
„Wir können uns zum Trottel machen oder …“
Sie zog mir die Bettdecke weg und setzte sich auf mich drauf, kitzelte mich, sodass ich unter ihr kichernd herumzappelte.
„Mein Onkel ist ein Genie!“, sie beugte sich zu mir herunter.
„Er hat das Licht gesehen und ist zum Kometen seines eigenen Himmels geworden.“
Sie beugte ihren Oberkörper nach oben, nickte zur Bestätigung ihrer Aussage bejahend mit dem Kopf und schaute mich von oben herab an. Ich versuchte, mir vorzustellen, wie es aussähe, ein Komet seines eigenen Himmels zu sein. Es fiel mir schwer, ich unterließ es jedoch, sie danach zu fragen.
„Hundertsiebenundzwanzig Jahre!“, stieß sie hervor. „Das erscheint eine lange Zeit, ist aber nur eine Dauer.“
„Eine Dauer?“, fragte ich.
„Ja“, meinte sie.
„Ein Zwanzigjähriger empfindet sein Leben genauso von Dauer wie vielleicht mein Onkel.“
Ich entgegnete, dass dies Unsinn sei und das Leben eines Hundertjährigen viel länger als beispielsweise ihres sei. Bis dahin war mir nicht klar, wohin diese ganze Onkelgeschichte führen sollte, und ich wollte eigentlich das Thema wechseln. Doch sie beharrte darauf, es weiter auszuführen, und versuchte heftigst, meinen Einwand zu widerlegen. Sicherlich seien hundert Jahre mehr als zwanzig und ein Erwachsener länger auf der Welt als ein Kind. Das sei aber nur eine äußerliche Betrachtung, die kein Mensch für sich empfinde. Dauer bedeute, sagte sie aufbrausend und bewegte dabei ihren nackten Hintern auf meinen Bauch, dass man einfach existiere, unabhängig von Zeit da sei.
„Ich verstehe kein Wort. Was willst du mir damit erzählen?“
Ich schubste sie von mir herunter, sie wurde mir auf meinem Bauch zu schwer.
„Verstehst du nicht? Wenn man jung stirbt, lebt man genauso ein ganzes Leben, als wenn man alt stirbt. Das Leben dauert immer lebenslänglich.“
Entgeistert schaute ich sie an. Hatte sie ihren Verstand verloren? Wollte sie mich veralbern?
„Was guckst du mich so komisch an“, abgestützt auf ihrem Ellenbogen, griente sie mich frech an.
„Das ist der Grund, warum mein Opa aus Afrika so alt geworden ist: Er dachte nicht über das Alter nach. Warum auch?“
„Warum auch“, gab ich entgeistert zurück.
„Oh, ist das alles zu hoch dich?“, belustigte sie sich über mich und tätschelte meine Wangen.
„Melissa, sag mir, was willst du mir mit all den kuriosen Theorien sagen?“, wurde ich aufbrausend und zog ihre Hände weg.
„Verstehst du nicht? Wir haben aus der Dauer, die unser Leben durchfließt, eine Funktion gemacht. Wir hören das Ticken der Uhr und blicken mit Schrecken auf das Ende – ein Ende, das es nicht gibt. Wir zerteilen mit Zahlen das Leben und verinnerlichen es in uns …“
„Ja und?“, fuhr ich dazwischen.
„Wir sagen uns, wir seien jung oder alt, doch all das, reden wir uns nur ein. Es sind Illusionen.“
„Ach, die Oma, die sich am Stock über die Straße quält, bildet sich nur ein, Oma zu sein?“, lachte ich über ihre wirren Theorien.
Wütend sprang sie auf mich rauf, umklammerte meinen Hals und schüttelte meinen Kopf.
„Du willst mich nicht verstehen“, rief sie, „du treibst mich mit deiner nervtötenden Logik zum Wahnsinn.“
Sie ließ ab von mir.
„Natürlich ist die Oma eine Oma, wenn sie sich als solche fühlt. Der Glaube versetzt Berge. Wenn du ständig an das Älterwerden denkst, fühlst du dich alt. Wenn du glaubst, dass du schwach bist, bist du schwach. Die Gedanken sind Kräfte, die auch auf den Körper einwirken …“
Sie hielt zur scheinbaren Verdeutlichung meinen Kopf in ihren Händen und schaute mir für Sekunden dabei tief in die Augen.
„Das stimmt doch, Kleines. Es gibt zerstörerische und aufbauende Gedanken, oder?“
Sie küsste mich, als wollte ihre Zunge in mir mich überzeugen. Ich nickte bejahend und lächelnd und stimmte ihr zu, dass Gedanken destruktiv sein könnten, wollte aber wissen, was das alles mit ihrem afrikanischen Onkel zu tun habe.
„Er ist ein Genie! Kaum jemand weiß das.“
„Und woher weißt du das?“, fragte ich.
„Mein Opa hat es mir erzählt.“
„Onkel, Opa, Tante, Vater … du machst mich irre mit deiner ausufernden Verwandtschaft“, erwiderte ich. Sie lachte erhob sich von mir und zog sich Hemd und Hose über. Sie wolle Kaffee kochen und zerrte mich am Arm aus dem Bett. Nackt folgte ich ihr.
„Mein Onkel aus Afrika ist ein Suchender“, sagte sie und setzte die Kaffeemaschine in Gang.
„Er wurde zwar älter, behielt aber immerfort den Jungen in sich, blieb ein spielendes Kind. Er ist ein Sehender.“
„Ist er so was wie ein Mann, der nicht sterben kann?“, fragte ich.
„Ja so ähnlich“, antwortete sie mir.
„Ein Highlander?“
„Cate, ich bitte dich! Es ist kein Hollywoodfilm. Sei nicht albern. Hör mit der blöden Fragerei auf, du verwirrst mich.“
Sie legte eine Kunstpause ein und setzte ihre Erzählung fort:
„Nach vielen, vielen Jahrzehnten hatte mein Onkel beschlossen, er müsse sein Dorf verlassen. Es bedrückte ihn, zusehen zu müssen, dass sich in seinem Dorf nichts änderte. Seine Freunde und Liebschaften wurden ernst und erwachsen und machten das Gleiche wie ihre Eltern, pflegten ebenso die Rituale und Religionen wie ihre Vorfahren zuvor. In ihm jedoch blieb das Gefühl eines Kindes wach. Für Kinder ist die Welt unendlich. Sag, Cate, glaubst du an die Ewigkeit?“
„Kann man an so was glauben?“, fragte ich zurück.
„Giorgio …“, hob sie an.
„Nein, nicht wieder Giorgio“, unterbrach ich sie. Es behagte mir nicht, wie oft sie diesen Typ erwähnte.
„Haha! Giorgio ...“, überging sie meinen Einwand, „... sagte mir, dass im Grunde genommen alles im Universum unendlich sei. Nur wir Menschen mit unserem unterentwickelten Verstand teilen die Dinge in Anfang und Ende ein, damit wir in der Lage sind, was zu erkennen.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Sieh es mal so: Unser Leben ist nämlich unendlich, weil wir den Tod nicht erleben können. Das wäre auch absurd. Wir leben so lange, bis wir nicht mehr leben – aber dass wir nicht mehr leben, können wir nicht erleben. Kapiert?“
„Mein Gott, Melissa. Bist du besoffen?“
„Giorgio sagt …“, ich zuckte innerlich zusammen, „… wenn der Kosmos sich nicht unendlich ausdehne, würden wir nachts einen lichterlohen Sternenhimmel und keine Dunkelheit sehen.“
„Bitte, Melissa, erzähl weiter von deinem Onkel. Was haben Giorgios Weisheiten mit dem Onkel zu tun?“
„Na, kapierst du es nicht?“, ereiferte sie sich, „Mein Onkel fühlt sich genauso unendlich. Deswegen wurde er so alt. Ihm blieben die Probleme, die ihn als Kind beschäftigten, bedeutsamer als die von Erwachsenen. Dadurch behielt er einen wachen Verstand.
In all der Dauer, in der er lebte und immer noch lebt, hörte er nicht auf zu lernen. Er durchschaute Zusammenhänge, machte sich bewusst, welche Bedeutung Leben beinhaltete. Aus den Religionen und Bräuchen seines Volkes entnahm er sich einzig, was er anregend und für sich nützlich empfand – ohne Ideologie, bestand seine gesamte Geisteshaltung darin, dem Leben das Beste abzugewinnen.“
Der Kaffee war fertig, sie überreichte mir eine Tasse.
„Aus seinem Wissen mixte er sich seinen eigenen Lebens-Cocktail zusammen. Ein wahrer Chemiker seines eigenen Seins. Da er kaum an Bücher herankam, speiste er seine Erkenntnisse lediglich durchs Nachdenken und Beobachten.
Er wurde schlauer, er wurde agiler, lebendiger und über das, was er sich erdachte und erfuhr, erregter. Die afrikanische Sonne half ihm, die Zirbeldrüse seines Gehirns geschmeidig zu halten …“
„Melissa, du übertreibst!“
„Eines Tages wurde ihm seine Umgebung zu fade“, unbeirrt erzählte sie weiter.
„… und er ging fort. Er wollte fortan ausschließlich in seinen Überlegungen, Illusionen und Träumen leben – das Geschnatter anderer Leute behinderte ihn in seinem Denken. Die Welt, die er sich im Geiste erschuf, war farbenprächtig und inspirierender als die in der Realität. Somit beschloss er, in den Wald zu gehen und wie ein Eremit zu leben. Er hörte auf zu sprechen.“
„Was? Er sprach nicht mehr?“, fragte ich nach.
„Er sprach nur ab und an, meist schwieg er. Wenn jemand kam und ihn traf, schaute er ihn nur schweigend an. Sein Schweigen aber war lärmend, laut in seinem Inneren. Da er sich mittlerweile auf seine Gedanken konzentrieren konnte, nahmen seine Fantasien reale Gestalten an. Es brodelte in ihm. In seinen Gedanken riss er Fundamente ab, baute neue, entwickelte neue Gesellschaften, mit Regeln, die es zuvor nicht gab. Sein Geist entglitt der vorherrschenden Wirklichkeit, driftete ab in ferne, unbekannte Sphären. Die Bewohner seines Dorfes empfanden ihn als sonderbar und redeten sich ein, er sei aufgrund seines Alters senil geworden. Dabei überragten sein Bewusstsein und seine Empfindungen sie alle. Hätte er alles aufgeschrieben, man hätte ihn als Genie behandelt. Aber das wollte er nicht, sein gesamtes Wissen war einzig für ihn wesentlich und für …“
Melissa unterbrach ihre Erzählung abrupt.
„Bedeutsam für wen noch?“, hakte ich ein. Wir standen uns direkt gegenüber, ihre Augen waren weit aufgerissen.
„Cate, es ist was passiert!“
Erschrocken gleichermaßen von ihrem Gesichtsausdruck als auch von ihren Worten, starrte ich sie an.
„Du wolltest sagen; bedeutsam für d i c h“, folgerte ich aus ihrer Schilderung. Stumm nickte sie mit dem Kopf.
„Was ist passiert, Melissa?“
„Eine Idee“, sagte sie wie weggetreten.
„Was meinst du damit?“
„Ich hab soeben eine Idee geboren. Mir ist, als halte ich den Fötus in meinen Händen. Es ist wie von selbst gekommen. Mein Onkel! Er wartet!“
Sie hatte mich verwirrt, mir war nicht klar, auf was sie hinauswollte. Plötzlich strahlte sie mich an, und ihre Gesichtszüge glätten sich.
„Cate, das ist die Lösung! Er sitzt in einer Hütte und wartet auf uns.“
„Auf uns?“
„Ja, auf uns beide. Er ist es, der uns die Geheimnisse verraten wird.“
„Welche Geheimnisse?“, fragte ich verständnislos.
„Na, die des Lebens.“
Schallend lachte ich auf, konnte nicht fassen, was sie mir erzählte.
„Das ist lächerlich. Woher nimmst du diesen Glauben?“
„Ich spüre es“, gab sie mir knapp zurück.
„Wenn er wirklich so alt ist, kann er schon längst gestorben sein“, wandte ich ein.
Melissa war mit einem Male still und schaute mit leerem Blick durch den Raum.
„Melissa, was ist los mit dir?“
„Mein Onkel“, sagte sie „ist was Besonderes, in diesem Mann liegt der Schlüssel zu allen Antworten. Er wird uns Türen öffnen, uns Weite erschaffen, mit vielen neuen Möglichkeiten. Ich sehe ihn direkt vor mir; ein agiler, dünner Mann mit schwarzen Augen und faltigem Gesicht, in jeder seiner Falte liegt ein Rätsel verborgen. Er ist Afrikaner! Wenn nicht er, wer sonst könnte sagen, was es bedeutet …“
Sie hielt inne.
„Was was bedeutet?“, fragte ich.
„Was es heißt, Mensch zu sein!“, schoss es aus ihr heraus.
Spannungsvolle Stille.
„Wir müssen nach Afrika!“
Sie schaute mich mit funkelnden Augen an, und ich spürte, etwas Bedeutsames geschah in diesem Moment. Ihr Satz traf mich wie ein Schlag.
“Melissa, das ist verrückt“, rief ich aufgewühlt, „die ganzen Informationen über diesen Mann, der kaum spricht, sind sehr dürftig. Es ist eine vage Geschichte, die sich womöglich dein Opa ausgedacht hatte.“
„Ich finde es gar nicht dürftig, ich finde es sogar sehr viel. Es bleibt natürlich einiges offen …“
„Es bleibt was offen? Es ist nichts vorhanden, an dem man sich orientieren kann“, entsetzte ich mich.
„Das wäre herauszufinden. Das macht es umso spannender.“
„Was du erzählt hast, kling wie ein Märchen … Das kann nicht dein Ernst sein!“
„Du immer mit deinem Ernst. Das muss eine Marotte von dir sein. Es gibt diesen Mann, und ich weiß, dass er noch lebt und ...“, sie machte schon wieder eine fast unerträgliche Pause.
„Und?“, wollte ich nervös wissen.
„Und dass er auf uns wartet.“
„Melissa, das ist irre!“
Ich wusste, ja befürchtete; sie meinte es ernst, ihre Haltung, ihr Tonfall sagte es mir. Ich hätte mich noch so sehr anstrengen können, ihren Flip auszureden; es würde mir nicht gelingen. Schließlich sprach sie es wie eine Urteilsverkündung aus:
„Wir fahren nach Afrika!“
Ihr ganzes Gesicht strahlte vor Freude, als wäre sie gleichfalls mit der Bekundung ihrer Absicht auf dem Weg dorthin, als hätten sich damit alle Probleme, die wir hatten, aufgelöst.
„Wir beide – du und ich werden diese Reise antreten. Totales Spiel!“
Sie drückte mich fest an sich.

17. September 2019

'Synne - Entfesseltes Herz' von Cat Taylor

Kindle (unlimited)
Website Cat Taylor
Sie gilt als schönste Frau der Normandie …

Kein Wunder, dass Synne de Fécamp mitunter ein wenig zu hochmütig und ein wenig zu selbstbewusst ist. Voller Ambitionen reist die schöne Grafentochter an den Hof des Herzogs der Normandie, mit einem klaren Ziel vor Augen: Herzog William soll ihrer Schönheit verfallen und sie zu seiner Herzogin machen.

Als Synne endlich Williams Bekanntschaft macht, verläuft es jedoch ganz und gar nicht so, wie sie es sich ausgemalt hat. Und zu allem Überfluss begegnet ihr immer wieder der ebenso attraktive wie mysteriöse Alan, der eine fast magische Anziehung auf sie ausübt … und Sehnsüchte in Synne weckt, die sie niemals zulassen wollte …

Stur versucht Synne weiterhin, die Gunst des Herzogs zu gewinnen. Doch wird es am Ende ihr eigenes Herz sein, dass ihr einen Strich durch die Rechnung macht?

Leseprobe:
Kapitel 1
Rouen, die Hauptstadt der Normandie – Im Jahre 1047 n.Chr.

Der Markt von Rouen bot alles, was das Herz einer jungen Frau höher schlagen ließ.
Buntgestreifte Markisen und leuchtende Banner verwandelten den Platz vor der Kathedrale in ein Meer aus Farben. Üppig waren die Auslagen, kostbare Waren von nah und fern, Seide, Duftöle, schillernde Schmucksteine. Synne de Fécamp schlenderte zwischen den Ständen umher, ließ hier und da ihre Finger über Tuchballen wandern, streichelte über weiches Leder und noch weichere Pelze, musterte Bernsteinfibeln und silberne Armreife.
Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte sie beim Anblick all der hübschen Preziosen vor Entzücken gejubelt und sicherlich wäre bis zum Abend kein Denier mehr im Geldsäckchen an ihrem Gürtel gewesen. Synne liebte es, sich mit schönen Dingen zu umgeben. Sich nach der neuesten Mode zu kleiden, sich kostbaren Schmuck ins Haar zu flechten und ihre Haut mit fremdländischen Ölen und Salben zu pflegen. Heute jedoch stand ihr nicht der Sinn nach Feilschen und stundenlangem Grübeln, ob es grüne Seide sein sollte oder blaue oder doch lieber fliederfarbenes Leinen, aus dem sie sich das nächste ihrer zahllosen Kleider würde schneidern lassen.
Ich habe nicht die beschwerliche Reise nach Rouen auf mich genommen, um meine Zeit an Marktständen zu vertrödeln, dachte sie. Ich bin hier, um Herzog William zu treffen – damit er endlich um meine Hand anhält!
Ungeduldig warf sie einen Blick über die Schulter, hin zu ihren Brüdern Fiz und Adrien. Seit einer gefühlten Ewigkeit trieben sich die beiden am Stand eines Waffenschmieds herum. Begutachteten sein Angebot an Dolchen, prüften scheinbar jede einzelne Klinge auf ihre Schärfe und konnten nicht genug davon bekommen sich mit der Verkäuferin – die Tochter des Schmieds oder gar seine Ehefrau – über Stahl und seine Beschaffenheit und die Vorzüge verschiedener Wetztechniken auszutauschen. Die junge Frau strahlte über das ganze rotwangige Gesicht und war unverkennbar von dem großgewachsenen Fiz angetan. Synne wusste um die Wirkung, die ihr Bruder auf Frauen hatte, der Nichtsnutz brauchte nur sein verwünschtes Grinsen aufzusetzen, und sämtliche Maiden, ob jung oder alt, brachen in Kichern und Seufzen aus.
Einfältige Dinger, urteilte Synne hochmütig. Eine Frau, die es zu etwas bringen will, fällt nicht auf den erstbesten Kerl herein, nur weil er einigermaßen stattlich ist und ihr Komplimente macht. Eine Frau – besonders eine, die mit solcher Schönheit gesegnet ist wie ich – muss wissen, wie sie ihre Vorzüge geschickt einsetzt. Nur so kann sie eine Stellung in dieser Welt erringen.
An einem Stand mit Lederwaren hing eine polierte Scheibe, in der sie ihr Spiegelbild auffing. Sofort nutzte sie die Gelegenheit, betrachtete sich ausgiebig, und ein zufriedenes Lächeln zuckte um ihre Mundwinkel. Die Strahlen der Herbstsonne fielen schräg über die reetgedeckten Dächer der Stadt und ließen ihr silberblondes Haar strahlen. Ihre türkisfarbenen Augen leuchteten wie Edelsteine. Ja, Synne wusste, dass sie betörend aussah. Den halben Morgen hatte sie damit verbracht das Haar zu waschen, zu kämmen und in weiche Locken zu legen. Die Lippen hatte sie über Nacht mit Honig betupft, sodass sie sich zart wie Blütenblätter anfühlten, und immer wieder biss sie verstohlen darauf, damit sie rot und prall blieben. Mehr als ein Marktbesucher hatte sich bereits bewundernd nach ihr umgedreht, die Händler musterten sie, als sei sie selbst eine kostbare Auslage, während die Frauen der Stadt ihr neidische Blicke zuwarfen. Stolz ignorierte Synne sie – sog die Schmeicheleien gleichzeitig jedoch auf wie eine Rose den Sonnenschein. Wie eine Perle das Salzwasser.
Zuhause auf der windumtosten Burg von Étretat wurde ihr Vater niemals müde zu behaupten, Synne sei nicht nur die Schönste seiner Töchter, sondern ganz gewiss auch die schönste Frau der Normandie. Die Küchenmägde und die Muschelweiber des Ortes erzählten noch eine andere Geschichte. Die Jarlstochter Saga, Synnes viel zu früh verstorbene Mutter, war den abergläubischen Weibern zufolge eine Zauberin gewesen. Sie habe nicht nur einen Liebeszauber über Graf Robert geworfen, damit er sie aus dem wilden Norden mit in seine normannische Heimat brachte. Als sie mit Synne schwanger war, sollte sie einen weiteren Zauber gewirkt haben, indem sie Nacht für Nacht am Meeresstrand spazieren ging, dort das Silberlicht des Mondes einfing, es mit Hilfe von Runenmagie in ihre ungeborene Tochter strömen ließ und Synne so ihre unvergleichliche Schönheit bescherte.
Synne selbst hielt nichts von derlei abergläubischem Gewäsch. Um Himmels willen, ihre Mutter war ganz gewiss keine Zauberin gewesen! Eine Märchenerzählerin vielleicht, die die Köpfe ihrer Töchter mit Träumen von der wahren Liebe anzufüllen versucht hatte. Noch heute glaubte Synne bisweilen, Sagas Stimme in ihren Gedanken flüstern zu hören: Folge stets deinem Herzen, Synne. Dein Herz wird stets die Wahrheit kennen.
Doch Synne, stur und stolz, schlug die ungebetenen Ratschläge in den Wind. Oh nein, sie war keine solche Träumerin wie ihre Mutter. Synne wusste, was wirklich zählte im Leben – und wie sie es erreichen konnte.
Ich werde Herzog Williams Braut sein. Ich werde neben ihm auf dem Thron sitzen als Fürstin der Normandie. Nicht mehr lange und ich werde ihn kennenlernen. Und sobald William mich zu Gesicht bekommen hat, wird er meiner Schönheit nicht widerstehen können … Wenn er doch nur endlich nach Rouen zurückkehrt!
Gedankenverloren musterte Synne die Ware, die unter der Spiegelscheibe aufgereiht lag. Es waren hübsche Pelze dabei, Polarfuchs und Schneehase aus dem hohen Norden. Daneben Beutel, Gürtel und Täschchen aus feinstem Leder, manche davon in schillernden Farben. Ein Paar Handschuhe erregte ihre Aufmerksamkeit, und interessiert stupste Synne sie mit dem Zeigefinger an.
»Ihr beweist exquisiten Geschmack, Madame«, erklärte der Mann hinter der Auslage. »Dieses Paar Handschuhe ist gewiss eines der edelsten Stücke auf diesem Markt.«
Synne beachtete den Mann nicht, sondern versank völlig in der Betrachtung der Handschuhe. Sie waren ausgezeichnet verarbeitet, im Inneren mit Lammwolle gefüttert, außen weiches Hirschleder. Der Schnitt war so zierlich, dass sie sich gewiss wie eine zweite Haut an ihre sorgsam manikürten Finger anschmiegen würden. Vor allem anderen war es jedoch die Farbe, die Synne lockte.
Denn die Handschuhe waren rot. Rot wie die Sünde.
Sicherlich sind sie auch sündhaft teuer, sinnierte sie und überschlug im Geiste, wie viele silberne Deniers ihr Vater ihr mitgegeben hatte, um sich für ihren Besuch am Hof des Herzogs standesgemäß auszustatten. Es waren nicht wenige, immerhin war ihr Vater, der Graf de Fécamp, ein wohlhabender Mann.
Diese Handschuhe wären ein hübsches Geschenk von einem Verehrer. Bestimmt wird mir der Herzog bald so etwas schenken …
»Das Rot schmeichelt Eurer hellen Haut, Madame«, fuhr der Händler derweil fort. »Ein Rot so verlockend wie Eure Lippen. Eine Schönheit wie Ihr wird dadurch noch anziehender. Noch … begehrenswerter.«
Synne sah scharf auf. Was nahm sich der Kerl heraus? Ein einfacher Straßenhändler durfte es nicht wagen, in solch schamloser Weise zu einer Edelfrau zu sprechen, mochte er auch noch so feine Waren verkaufen.
Überrascht stellte sie da fest, dass der Händler recht ansehnlich war. Lässig stand er da, ein Lächeln auf den Zügen. Überaus ansehnlichen Zügen! Eine dunkle Haarsträhne war ihm in die Stirn gefallen. Und ein Glitzern lag in seinen Augen, das ein seltsames Prickeln in Synnes Magen auslöste.
Sie schluckte die garstige Antwort hinunter, die ihr auf den gepriesenen Lippen lag, und erklärte stattdessen kühl: »Ich weiß recht genau um meine Vorzüge und brauche weder dich noch deine Handschuhe, um mir meines Werts bewusst zu sein.«
Er war wirklich ein äußerst attraktiver Mann, großgewachsen, schlank und noch dazu gut gekleidet, besser als es von einem Händler zu erwarten wäre. Da er mit solch edlen Lederwaren handelte, mochte er zu einem kleinen Vermögen gekommen sein. Jedenfalls besaß er genug Selbstvertrauen, um sich nicht abschrecken zu lassen. »Eine schöne Frau wie Ihr sollte stets reich beschenkt werden. Mit hübschen Dingen, die ihrer Schönheit schmeicheln. Und vor allem mit Komplimenten, die ihre Schönheit preisen.«
Synne ließ sich nicht anmerken, dass ihr seine Antwort gefiel. »Wenn du glaubst, deine frechen Komplimente könnten mich dazu verleiten, etwas zu kaufen, dann irrst du gewaltig. Im Übrigen erscheinen mir diese Handschuhe auf den zweiten Blick doch recht gewöhnlich.«
»Oh, Ihr irrt Euch, Madame.« Mit unverhohlenem Interesse musterte er Synnes Gesicht. »Diese Handschuhe sind einer Königin würdig.«
»Und woher willst du wissen, dass ich keine Königin bin?«, entfuhr es ihr schnippisch. Eigentlich hätte sie sich umdrehen und hoch erhobenen Hauptes davonschreiten sollen. Komplimente von halbwegs gutaussehenden Fremden anzunehmen, das war nichts, zu dem sich eine Frau wie Synne de Fécamp herabließ. Aber etwas an seinem unverschämten Lächeln gefiel ihr und ließ sie – merkwürdigerweise – verharren …
Das Lächeln wurde noch unverschämter. »Ich habe nicht behauptet, dass Ihr keine Königin seid, Madame.«
Und als sich der Händler vorlehnte und seine Augen begehrlich an ihr auf- und abwanderten, wurde das Prickeln in Synnes Magen immer stärker. Es war ein angenehmes Gefühl, dieses Prickeln, so als ob sie ein Glas schäumenden Cidres in einem Zug geleert hätte.
(…)

16. September 2019

'Der lange Schatten der Lüge' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website D.W. Crusius | Autorenseite im Blog
Harry Stiller, gerade aus dem Gefängnis entlassen, steht vor dem Abgrund. Völlig mittellos nimmt er einen Job als Putzmann in einer Kneipe an. Aber seine Vergangenheit lässt ihn nicht los.

Ein Beamter des BKA taucht in der Kneipe auf. Vor Jahren hat er in der Libyen-Affäre ermittelt und war daran beteiligt, Harry hinter Gitter zu bringen. Jetzt hat sich das Blatt gewendet, der Mann vom BKA braucht Harrys Hilfe. Harry hatte in Libyen engen Kontakt zu einem Russen, der im Auftrag des Mossad über Jahre Informationen gesammelt hat, die geeignet sind, die deutsche Regierung zu stürzen. Ein gefährliches Spiel um Lüge und Wahrheit beginnt.

Leseprobe:
Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man aus dem Gefängnis entlassen wird. Freiheit kann einem gewaltig aufs Gemüt schlagen. An dem Tag regnete es, das kam noch dazu. Der Beamte, der mich zum Tor brachte, senkte seine Stimme. »Ein gut gemeinter Rat. Geh vorsichtig über die Straße, du hast das verlernt. Sag ich dir aus Erfahrung. Wär Mist, wenn du an der nächsten Kreuzung von einem LKW erwischt wirst.«
Er richtete sich auf und sprach jetzt so streng wie möglich, wie sich das für einen Vollstrecker des Gesetzes gehört: »Will dich hier nicht mehr sehen.«
Gib ihm einen weisen Abschiedsgruß mit auf den Weg.
So steht es vermutlich im Vollzugsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Krachend schlug hinter mir die eiserne Pforte zu. Der kalte Regen lief mir übers Gesicht in den Kragen der Parka. Ich fischte eine zerdrückte Packung Zigaretten aus der Manteltasche, im Gefängnis auf Vorrat gedreht, steckte eine zwischen die Lippen, zog das Feuerzeug aus der Tasche und schnippte mehrmals. Das Scheißding wollte nicht. Ich schüttelte, schnippte erneut – nichts. Nass geworden. Ich friemelte die Zigarette zurück in die Packung. Der typische Raucher war ich nicht, hatte es mir im Knast so nebenbei angewöhnt. Ich ging die Straße runter, eine Querstraße nach links. Rechts waren Gleise von der Straßenbahn. Hier sollte es eine Kneipe geben, erzählte man sich im Gefängnis, erste Anlaufstelle, wenn man rauskam. Ein Stück weiter sah ich ein Blechschild an einem Galgen im Wind hin und her schaukeln. Ich ging hin, blieb drunter stehen. Zum Hannes stand auf dem Schild. Misstönend klappernd pendelte das Schild im Wind hin und her. Ich stieg die zwei Stufen hoch und drückte gegen die Tür. Knarrend schwang sie auf. Wie eine massive Wand schlug mir muffiger Bier- und Zigarettendunst, Schweiß und verbrannte Zwiebeln entgegen. Es war dunkel. Entweder sie hatten noch nicht geöffnet oder es war schon geschlossen oder sie hatten vergessen, das Licht anzumachen. Oder die Stromrechnung nicht bezahlt.
»Hallo … keiner da?«
Hinter dem Tresen röchelte es, als läge jemand im Sterben. Misstönend quietschte es, wie eine Zellentür im Knast. Ein Kopf, der was von einem grauen, Jahrzehnte benutzten Wischmopp hatte, schob sich über die Kante des Tresens, und ein altes Männchen kam hochgekrochen. Er hatte wohl hinter dem Tresen gepennt. Auf dem Kopf mitten im Haargewurschtel hatte er einen kahlen Fleck. Ich dachte, da kommt noch mehr, aber es blieb bei dem Wischmopp, dem kahlen Fleck und dem faltigen Hals.
»Augenblick«, sagte er und griff zur Wand, drehte einen Schalter. Ein paar trübe Funzeln flackerten müde von der Decke.
»Ist offen?«
»Wonach sieht es denn aus!«
Gute Laune hatte der Wischmopp nicht. Die tiefe Stimme hätte zu einem Zwei-Meter-Mann gepasst, nicht zu diesem mickerigen Zwerg von geschätzt eins-vierzig. Die Kante des Tresens reichte ihm gerade bis ans Kinn. Missmutig sah ich mich um. Das Regal hinter dem Tresen war bis auf eine halb volle Flasche leer. Das Etikett war zum Teil abgekratzt, als wollte man verheimlichen, was drin war.
»Was ist das?«
»Korn«, sagte der Wischmopp mit dröhnender Stimme wie ein Mississippi-Raddampfer, holte die Flasche aus dem Regal und winkte damit in meine Richtung. Hätte er Abflussreiniger gesagt, wäre ich nicht überrascht gewesen.
»Hast du Geld?«, fragte er misstrauisch.
»Warum fragst du?«
»Weil du wie ein frisch entlassener Knacki aussiehst, und die machen alle auf Mitleid, wollen für lau saufen.«
»Habt ihr oft Knackis hier?«
»Zu oft.«
Ich legte einen Fünfer von meinem Entlassungsgeld auf die Theke.
»Gib mir ein Glas und mach es wieder voll, wenn es leer ist. So lange der Schein reicht.«
»Wie lange warst du drin, hundert Jahre? Muss ich nicht oft voll kippen.«
Er bückte sich hinter den Tresen, kam mit einem Glas wieder hoch und hielt es gegen die schummerige Deckenbeleuchtung. Er stellte es weg und holte ein anderes raus, doppelt so groß. Das stellte er auf den Tresen und füllte es aus der Flasche.
»Krieg’ste zwei von«, sagte er.
Ich nahm das Glas und kippte es in einem langen Zug weg. Der erste Schnaps nach über vier Jahren. Brannte höllisch. Das Männchen mit dem Wischmopp stand abwartend mit der Flasche in der Hand und füllte das Glas wieder. Mit der anderen Hand nahm er den Schein vom Tresen.
Jetzt hatte ich noch hundertzweiundzwanzig und ein paar Zerquetschte. Ich nahm das Glas und kippte es weg. Der zweite Schnaps brannte nicht mehr, und ich spürte eine angenehme Wärme in mir aufsteigen. Ich war nicht der typische Korn-Trinker, aber im Regal hinter dem Tresen stand nur diese Flasche.
»Willst’te was essen?«, fragte der Wischmopp.
»Hast du Cordon bleu oder Hirschbraten in Rotweinsoße?«
Er blickte mich mit dem nachsichtigen Grinsen an, das er sonst für geistig Minderbemittelte reserviert hatte.
»Frikadellen. Dauert was, muss ich warm machen.«
Ich wollte erst fragen, wie alt die Frikos seien, wie lange sie rumstanden und vor allem wo. Stattdessen sagte ich: »Zwei Frikos mit Senf und Pommes.«
»Pommes hab ich nicht, die Fritteuse ist kaputt. Kannst ein Brötchen haben oder Schwarzbrot.«
»Brötchen.«
»Noch zwei für fünf und die Frikos gratis?«
Er wedelte mit der Flasche vor meinem Gesicht herum, wie mit einem Wurstzipfel vor einer Hundeschnauze. Die Frikos hatten sicher das Verfalldatum überschritten und mussten weg. Ich tippte an mein Glas, und er füllte es. Dann ging er nach hinten und ich sah, dass er nicht klein, sondern verwachsen war. Ein Gnom mit verkrüppelten Beinen. Rund gebogen, als hätte er die Hose auf einem Fass getrocknet. Aus der Küche drang ein Höllenlärm, Blechgeschirr krachte auf den Steinboden.
»Scheiße«, grölte er mit seiner Zwei-Metermann-Stimme. Sein Ächzen drang zu mir herüber, als er sich bückte und das Zeug vom Boden aufsammelte.
Ich sah mich um. Eine miese Bude – ein Palast verglichen mit der Zelle, in der ich bis mittags gesessen hatte.

13. September 2019

'Marlene Torvett und das Märchen vom Glück' von Jana Jürss

Kindle (unlimited)
Website von Jana Jürß
MÖRDERISCHE IDYLLE! Marlene Torvett hatte ihr neues Zuhause bewusst gewählt: Inmitten der idyllischen Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte in der beschaulichen Kleinstadt Neustrelitz. Doch als eine Leiche im Zierker See treibend gefunden wird, kann sie gar nicht anders, als dies persönlich zu nehmen.

Sie mischt sich in die Ermittlungen ein. Mit Witz und Charme wickelt sie nicht nur den mürrischen Hauptkommissar Babuske um den Finger, sondern entdeckt ein Netz aus Intrigen, Gier und Macht auf, das tief unter der Oberfläche verborgen liegt. Als dann ein zweiter Mord geschieht und eine junge Frau verschwindet begreift Marlene Torvett, wie gefährlich ihre Gegner in Wirklichkeit sind und dass selbst sie nicht mehr sicher ist.

Leseprobe:
Niemand hatte sie gesehen, da war sie sich sicher. Viele Male war sie diesen Weg gegangen, immer, wenn sie nachts aus dem Fenster der elterlichen Wohnung gestiegen war, um ein paar Stunden bei ihrem Freund verbringen zu können. Die Abkürzung am See ersparte ihr wertvolle Zeit. Durch die Straßen würde sie wenigstens doppelt so lange brauchen. Bislang war sie nie jemandem begegnet, morgens um fünf schlief die Stadt und der See wurde von allen in Ruhe gelassen. Keine Jogger, kein Walker, keine Hunde. Sie liebte diese absolut friedliche viertel Stunde, die sie für den Heimweg brauchte. Der Unfrieden würde sie früh genug wieder umschließen. Die Eltern, die an ihr zerrten, die nicht einsehen wollten, dass sie erwachsen geworden war, dass sie ihr eigenes Leben zu leben wünschte, dass sie einen Mann liebte, der ihrer Meinung nach nicht gut genug war.
Sie schüttelte die störenden Gedanken ab, dachte an die fast eben noch gespürten Zärtlichkeiten, sprang umher wie ein junger Hund, und begann leise vor sich hin zu singen. Sie strauchelte über etwas, konnte aber gerade noch das Hinfallen verhindern, indem sie sich an einen Baumstamm rechts des Weges stützte. Zuerst ging sie weiter, aber nach wenigen Metern blieb sie stehen. War das, was sie stolpern ließ, nichts Hartes und nichts Kleines gewesen, was sie neugierig machte. Sie drehte sich bereits um, als ein Flüstern sich ihr näherte. Sie glaubte an ein Liebespaar und versteckte sich hinter den Büschen nahe des Ufers. Ein Lichtkegel hätte sie fast aufgespürt, was sie durch schnelles Ducken verhindern konnte. Ein weiterer Lichtkegel traf auf den Gegenstand, welcher sie zum Umdrehen bewegt hatte. Ganz deutlich erkannte sie, was da lag. Ein Mensch. Zwei weitere Menschen näherten sich diesem, setzten sich in Hocke vor ihm und schwiegen.
Einer packte etwas aus einem großen Rucksack, eine Leine, die sie an den Körper banden. Eine weibliche Stimme sagte ›Los jetzt, es wird bald hell‹ und sie zogen gemeinsam den Körper, der sich offenbar nur schwer bewegen ließ, mit großer Mühe zum kleinen Steg, welcher sich etwa zehn Meter weiter vorne befand. Die Lampen, so sah sie jetzt, mussten an ihren Köpfen befestigt sein, denn die Lichtkegel begleiteten diese beiden bei ihrer mit Stöhnen verbundenen Tätigkeit. Sie verhielt sich mucksmäuschenstill, traute sich nicht, den eingeschlafenen rechten Fuß zu bewegen und wünschte nichts mehr, als ein aufkommendes Niesen weiter unterdrücken zu können. Ihr war klar, dass vor ihren Augen ein Verbrechen geschah. Wie in einem Film. Und dass sie, wenn die da vorne sie sähen, ernsthaft in Gefahr sein würde. Dieser leblose Körper, mit dem die beiden sich abmühten, machte ihr Angst. Warum hatte der ihr ein Bein gestellt? Längst wäre sie zu Hause in ihrem Bett. Bei ihren Eltern.
Auf dem Steg machten sie das Seil los, eine männliche Stimme sagte laut ›Der und seine Märchen‹ und stieß den Körper in den noch träumenden See. Sie knipsten die Lichter aus und verschwanden, ohne sich noch einmal umzudrehen, in Richtung Sonnenaufgang.
Sie stand erst nach einer langen Weile auf, versuchte die kribbelnden Schmerzen im Bein zu ignorieren und schlich zum Steg. Der Ärmel eines karierten Hemdes hatte sich im Holz verfangen. Sie blickte in das ihr halb zugewandte Gesicht eines Mannes. Mehr konnte sie nicht erkennen. Ohne zu wissen weshalb, riss sie am dem Ärmel und gab dem Körper einen Stoß, damit er über den See treiben konnte. Sie dachte, es wäre vielleicht schöner für einen Toten über einen See zu schwimmen, der wärmenden Sonne entgegen, als an einem alten, kaputten Steg im Schatten der dicht am Ufer stehenden Sträucher gefesselt zu bleiben.

12. September 2019

'Muskelaufbau' von Michael Richner

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Wie du durch gesunde Ernährung und Krafttraining garantiert mehr Muskeln aufbaust und deinen Traumkörper erlangst

Sehnst du dich auch danach, mehr Muskeln aufzubauen und gleichzeitig unnötiges Fett zu verbrennen? Willst du den Traumkörper erlangen, welchen du stolz in der Öffentlichkeit zeigen kannst und dabei bewundert wirst?

Durch diesen Ratgeber wirst du garantiert mehr Muskeln aufbauen, als du dir vorstellen kannst.

Dieses Buch stellt dir Grundwissen zu den Themen Muskelaufbau, Fettverbrennung und gesunde Ernährung zur Verfügung. Du erhälst bewährte Trainingsprogramme, mit denen du all deine Ziele erreichen wirst.

Das wichtigste zuletzt – dieses Buch kann dir nur mehr Muskelaufbau garantieren, wenn du die darin enthaltenen Ratschläge und Informationen konsequent umsetzt. Ohne Durchhaltevermögen, Schweiss und harter Arbeit wirst du nie deine Ziele erreichen und deinen Traumkörper erlangen.

Leseprobe:
1. Einleitung
Mehr Kraft bedeutet mehr Muskeln. Je schwerer du trainierst, desto stärker wird dein Körper und desto größer werden deine Muskeln. Deine Muskeln nehmen an Größe zu, damit sie schwerere Gewichte heben können. Aus diesem Grund ist Stärke der Schlüssel zum Erfolg!
Die meisten Menschen versuchen, Muskeln aufzubauen, indem sie Isolationsübungen mit hohen Wiederholungszahlen machen, bis sie aufgepumpt sind und sich ihre Muskeln größer anfühlen. Dies funktioniert jedoch selten, da die Belastung für die Muskeln zu gering ist, um das Muskelwachstum auszulösen. Nur Sportler, die bereits stark sind oder Anabolika nehmen, können Muskeln aufbauen, indem sie Isolationsübungen mit niedrigem Gewicht und hohen Wiederholungszahlen machen.
Doch nicht nur das Training, sondern auch die Ruhezeiten und die richtige Ernährung spielen eine Rolle für deinen Erfolg.

1.1 Wie man Muskeln aufbaut
Der größte Fehler, den viele Anfänger beim Muskelaufbau machen, ist zu versuchen, wie ein Bodybuilder zu trainieren. Viele Bodybuilder nehmen Anabolika, sprechen aber nicht darüber. Und sie haben selten den größten Teil ihrer Muskelmasse mit den Übungen aufgebaut, bei denen du sie abends im Fitnessstudio siehst. Deshalb funktionieren Bodybuilding-Übungen für die meisten Menschen nicht. Trotzdem ist es nicht so schwer wie viele denken, wenn du dich an ein paar einfache Grundsätze hältst:

Stärker werden
Die besten Bodybuilder, die es je gab, waren stark. Sie wussten, dass mehr Stärke auch mehr Muskeln heißt. Erhöhe kontinuierlich dein Arbeitsgewicht bei den Kniebeugen, beim Bankdrücken und beim Kreuzheben. Deine gesamte Muskelmasse wird zunehmen, weil Stärke Stärke der Schlüssel zu größeren Muskeln ist.

Mehr Arbeitsgewicht statt mehr Wiederholungen
Hör auf, deine Muskeln mit niedrigen Gewichten und hohen Wiederholungszahlen aufzupumpen. Konzentriere dich stattdessen auf höhere Gewichte bei niedriger Wiederholungszahl. Versuch immer, mehr als beim letzten Mal zu heben. So wirst du stärker, was deine gesamte Muskelmasse erhöht. Wenn du heute nicht mehr als im letzten Monat oder Jahr an Gewicht drückst, baust du auch keine Muskeln auf.

Mehrere Muskeln gleichzeitig trainieren
Mach Übungen, die mehrere Muskeln gleichzeitig trainieren. Dadurch kannst du schwerere Gewichte heben, wodurch mehr Muskelwachstum ausgelöst wird. Der Großteil deines Trainings sollte aus schweren Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben, Überkopfdrücken und Langhantelcurls bestehen.

Mit Hanteln anstatt an den Geräten trainieren
Du kannst mit Hanteln zwar weniger Gewichte heben als an einem Gerät, trainierst jedoch zugleich stabilisierende Muskeln, die beim Training an Geräten vernachlässigt werden. Hanteln beanspruchen mehr Muskeln und lösen mehr Wachstum aus. Verwende freie Gewichte, die nicht an Maschinen befestigt sind.

Regelmäßig trainieren
Je öfter du einen Muskel trainierst, desto mehr veranlasst du ihn zu wachsen. Je mehr du trainierst, desto schneller verbessert sich deine Technik und desto schwerer kannst du trainieren. Beginne mit drei Trainingstagen pro Woche.

Erholungszeiten
Deine Muskeln müssen sich vom Training erholen, um stärker und größer zu werden. Sie können sich nicht erholen, wenn sie jeden Tag hart arbeiten müssen. Auch dein Verstand braucht eine Pause. Hilf deinen Muskeln, sich zu erholen, indem du viel isst, trinkst und schläfst.

Mehr essen
Dein Körper verwendet Nahrung, um das Training zu beschleunigen und deine Muskeln aufzubauen. Deine Muskeln können sich bei Nahrungsmangel nicht erholen und nicht wachsen. Die meisten Männer benötigen mindestens 3000 kcal/Tag, um Muskeln aufzubauen. Dünne Männer mit hohem Stoffwechsel brauchen noch mehr, um an Gewicht zuzunehmen.

Proteinzufuhr erhöhen
Dein Körper verwendet Protein, um neue Muskeln aufzubauen und beschädigtes Muskelgewebe nach dem Training wiederherzustellen. Du benötigst rund 2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, um die Muskelerholung sicherzustellen und Muskeln aufzubauen. Für einen 80 kg schweren Mann sind das etwa 160 g Protein pro Tag.

Realistisch bleiben
Du kannst keine steroidähnlichen Ergebnisse erzielen, ohne Steroide zu verwenden. Weil es Zeit braucht, Muskeln aufzubauen, kannst du nicht in drei Monaten zum Fitnessmodel werden. Bodybuilder in Zeitschriften setzen unrealistische Erwartungen. Hör auf zu versuchen, wie sie auszusehen. Konzentriere dich darauf, dich selbst zu verbessern – das wird dir Frust ersparen.

Konsequent sein
Die meisten Männer nehmen pro Woche 0,25 kg Muskelmasse zu, wenn sie ein effektives Trainingsprogramm absolvieren und sich gut ernähren. Schneller kannst du keine Muskeln aufbauen. Es dauert ein Jahr, bis Du 12 kg Muskelmasse zugenommen hast. Konsequenz ist eines der obersten Gebote!

1.2 Rate der Muskelzunahme
Die meisten Männer können 0,25 kg Muskelmasse pro Woche zulegen, wenn sie mit dem Training beginnen. Das sind ungefähr 1 kg Muskeln pro Monat oder 12 kg in einem Jahr. Dies setzt voraus, dass du ein effektives Trainingsprogramm durchführst, gut isst und konsequent bleibst. Nach dem ersten Jahr verlangsamen sich die Muskelzuwächse.
Deine Muskeln speichern Glykogen, um das Training voranzutreiben. Glykogen bindet an Wasser, was zu Wassereinlagerungen und einem kräftigeren Aussehen führt. Dieses Wasser erhöht deine Körpermasse, ist aber kein reines Muskelgewebe.
Manche Männer können mehr als 1 kg pro Monat an Muskeln zulegen. Jugendliche gewinnen schneller Muskeln, weil sie mehr Testosteron haben. Menschen, die zuvor trainiert haben, bauen dank dem sogenannten Muskelgedächtnis schneller Muskeln auf.
Auf der anderen Seite bauen ältere Menschen langsamer Muskeln auf, weil sie weniger Testosteron haben.
Der niedrige Testosteronspiegel ist auch der Grund, aus dem Frauen normalerweise nur halb so schnell Muskeln aufbauen wie Männer – ca. 6 kg Muskeln pro Jahr.
Je mehr Kraft und Muskeln du hast, desto schwerer ist es, mehr Muskeln aufzubauen. Dies ist das «Paretoprinzip» – es erfordert mehr Arbeit, um mehr zu erzielen, und die Rendite ist geringer. Glücklicherweise sind die erzielten Ergebnisse leichter zu halten und kommen nach einer Pause schneller zurück.
Leider kannst du nicht viel mehr als 1 kg pro Monat an Muskeln zunehmen, da es beim Menschen eine genetische Grenze gibt. Die einzige Möglichkeit, schneller Muskeln aufzubauen, besteht darin, nicht langsamer zu werden. Es dauert etwa ein Jahr, um 12 kg Muskeln aufzubauen und eine große Veränderung am Körper und deren Masse vorzunehmen. Sei also konsequent und bleib konzentriert, damit du nicht zwei Jahre brauchst, um dorthin zu gelangen.