22. Januar 2019

'Erfolgreich abnehmen ohne Diät - mit der Kraft der 7 Emotionen' von Philip Mahlberg

Kindle (unlimited)
Abnehmen ohne Diät beginnt im Kopf!

Nicht der Cheeseburger oder die Sachertorte machen dich dick!
Abnehmen ist Kopfarbeit. Keine noch so spannende Diät, kein Wunderpulver und keine „Selbstkasteiung“ lassen dich abnehmen, wenn du nicht geistig damit einverstanden bist. Wenn du deine Gedanken und Gefühle findest, die zu deinem jetzigen Gewicht geführt haben, dann kannst du anfangen mühelos abzunehmen.

Hast du den Jojo-Effekt endlich satt?
Dann wird es Zeit zu lernen, wie du mit der Kraft deines Geistes entscheiden kannst, welche Ideen und demnach auch welche Emotionen du in deinem Körper lässt. Im Endeffekt entscheidet das dann über dein Handeln, und wie viel du abnehmen kannst. Denn wenn du dich schlecht fühlst, wirst du automatisch, ohne dass du es selbst möchtest, schlechtere Ess- und Lebensstilentscheidungen treffen.

Nach dem Lesen von diesem Buch wirst du:
- Die 7 positiven und negativen Emotionen kennen, die deinen Alltag bestimmen.
- Deine mentalen Fähigkeiten kennen, die dich in den Fahrersitz deines Lebens befördern.
- Endlich mit einem klaren Bild vor Augen mit deinem Körper und Geist zusammenarbeiten.

Hole dir das Buch noch heute mit nur einem Klick, damit du endlich ohne Diät abnehmen kannst. Mit der Kraft deiner Emotionen und deines Geistes wirst du endlich deine Traumfigur erreichen!

Leseprobe:
In meinem letzten Buch über das Hinzufügprinzip, habe ich darüber geschrieben, wie man anfangen kann abzunehmen, und das ganze ohne Diät, in dem man die Lebensmittel hinzufügt, die der Körper braucht. Mit diesem Werk möchte ich etwas Ähnliches tun, mich aber nur auf das Mentale und Emotionale konzentrieren. Während ich davor nur ganz kurz über Visualisierung und die Kraft der Gedanken geschrieben habe, möchte ich es hier vertiefen, um genau zu sein, ich möchte über Emotionen reden, aber nicht über irgendwelche, sondern über positive und negative. Positive, zu denen wir uns hinbewegen wollen, die wir mehr in unserem Leben brauchen, aber auch jene, von welchen wir Abstand gewinnen wollen, um ein glücklicheres Leben zu führen, und um das Gewicht zu bekommen, mit dem wir uns wohlfühlen.
Aber wie soll das funktionieren, und wer bin ich überhaupt, dass ich dir etwas über das Abnehmen erzählen kann? Ich heiße Philip Mahlberg, und habe es innerhalb von zwei Jahren geschafft über 50 Kilo abzunehmen, und das ohne Selbstkasteiung oder dem Zählen von Kohlenhydraten, Fetten oder Punkten.
Wie du mit der Kraft deiner Emotionen dein Gewicht beeinflussen kannst, funktioniert wie folgt: Eindrücke kommen durch deine Sinne in dein Bewusstsein, wo sie von dir bewertet werden. Daraufhin bildet sich eine Emotion oder ein Gefühl, welches sich durch das Unterbewusstsein im Körper ausdrückt. Aber was sind überhaupt Gefühle? Gefühl ist ein Wort, das wir erfunden haben, um unsere bewusste Wahrnehmung der Schwingung oder Vibration zu beschreiben.

Im Kindle-Shop: Erfolgreich abnehmen ohne Diät - mit der Kraft der 7 Emotionen.
Mehr über und von Philip Mahlberg auf seiner Website.



21. Januar 2019

'Zeit des Mutes' von Christiane Lind

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
»Jede von uns hat Angst«, sagte Lucy. »Aber dass wir den Mut finden, sie zu überwinden, das macht uns zu Kämpferinnen.«

Nur ihrem Tagebuch kann die junge Emma ihre rebellischen Gedanken anvertrauen. Nachdem sie es wagt, sich gegen die Wünsche ihrer Eltern aufzulehnen, senden diese ihre aufmüpfige Tochter zu Verwandten nach England. Dort, auf dem Landsitz Hazelwell Manor, soll sie einen passenden Ehemann finden. Der Plan gelingt, aber Emma wird nicht glücklich. Erst in London bietet sich ihr die Chance, ein freies und eigenständiges Leben zu führen. Aber ist sie wirklich bereit, Taten statt Worte sprechen zu lassen und aus ihrem gewohnten, sicheren Leben auszubrechen?

Auf Hazelwell Manor muss das Hausmädchen Lucy von früh morgens bis spät nachts arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Als Lucy durch ein Missgeschick ihre Stelle verliert, flüchtet sie nach London und schlägt sich dort als unterbezahlte Arbeiterin durch. Die Begegnung mit Lady Eleanor Ingham, einer Suffragette, eröffnet ihr Chancen, von denen Lucy nie zu träumen wagte. Doch der Kampf für das Wahlrecht fordert einen hohen Preis ...

Ein emotionaler Roman um zwei starke Frauen aus unterschiedlichen Welten, die mutig ihren eigenen Weg gehen – vor dem Hintergrund der dramatischen Kämpfe um das Frauenstimmrecht.

Für kurze Zeit zum Aktionspreis von nur 99 Cent.

Leseprobe:
Braunschweig, 1913

Liebes Tagebuch,
nur dir kann ich mich anvertrauen. Niemand sonst wird verstehen, dass mein Herz gebrochen ist, dass mein Leben keinen Sinn mehr hat, dass ich ebenso gut bereits tot sein könnte.

Emma legte den Füllfederhalter zur Seite und stieß einen Seufzer aus. Das Blatt ihres in rotes Leder gebundenen Buches verschwamm vor ihren Augen, weil ihr wieder die Tränen kamen. Dabei hatte sie in den vergangenen Tagen so viel geweint, dass sie ausgetrocknet sein müsste. Sie suchte in der Schublade der Frisierkommode, die ihr als Schreibtisch diente, nach einem Taschentuch und schnäuzte sich ausgiebig. Es war ja niemand hier, der Anstoß daran nehmen konnte.
Nachdem sie ihre Fassung wiedergewonnen hatte, las sie durch, was sie geschrieben hatte.
»Das verdient er nicht«, murmelte sie und stieß ein Schnauben aus. »Außerdem klingt es furchtbar pathetisch. Später werde ich mich dafür schämen, so etwas formuliert zu haben.«
Sie griff nach dem Blatt, zögerte aber. Sollte sie es wirklich herausreißen? Sollte sie ihre tiefen Gefühle verraten, nur weil diese ihr später – wann immer das auch sein mochte – peinlich sein könnten? Man führte ein Tagebuch, um sich der Wahrheit zu stellen. Also nahm sie den Füllfederhalter wieder auf, holte tief Luft und setzte an.
»Gnädiges Fräulein. Sie wollen bestimmt nicht zu spät zu Tisch kommen.« Meta, das Erste Hausmädchen, das auch als Zofe für Emma arbeitete, trat ins Zimmer. »Die Köchin hat sich heute besonders viel Mühe gegeben.«
»Ich habe keinen Hunger.« Das war nicht gelogen. Seit Tagen verspürte sie keinen Appetit mehr und zwang sich bei Tisch dazu, ein paar winzige Happen zu essen, um nicht den Argwohn ihrer Mutter zu erwecken. Dabei wollte die, dass Emma schlanker wurde, um dem gängigen Ideal einer schönen Frau zu entsprechen.
»Wenn ein Mann mich liebt, dann muss er mich so lieben, wie ich bin«, war stets Emmas Antwort, was ihre Mutter mit einem »Papperlapapp« zur Seite wischte.
»Wenn Sie nicht zum Abendessen kommen, verärgern Sie Ihre Eltern.« Meta, äußerst vorlaut für ein Dienstmädchen, verdrehte die Augen. »Das sollten Sie jetzt wohl besser nicht, oder?«
Selbst die Dienstboten zerrissen sich die Münder über ihre Schande. Am liebsten hätte Emma geschrien oder wäre geflohen, ganz weit weg, doch sie war gefangen. Hier in der hochherrschaftlichen Braunschweiger Villa, gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder. Die einzige Chance auf Freiheit hatte man ihr genommen.
»Sag unten Bescheid, ich bin gleich da.«
»Soll ich Ihre Frisur richten?«
»Nein.« Emma schaute sich im Spiegel an. Ihre dunkelbraunen Haare hatten sich aus der Hochsteckfrisur gelöst, als sie wieder und wieder mit den Fingern hindurchgefahren war, getrieben von bitteren Erinnerungen. »Oder besser doch.«
Während sie im Spiegel beobachtete, wie geschickt Meta die Strähnen zu einer eleganten Haartracht knüpfte, wollten ihre Gedanken erneut wandern, aber Emma verbat es ihnen. Sie hatte schon viel zu viel Zeit und Überlegungen verschwendet. Sie wollte nicht trauern, sondern leben, denn das wäre die beste Rache. Eine neue Liebe finden und glücklich werden. Oder einem weißen Hasen in ein Wunderland folgen. Wer sollte sie schon lieben?
»Bitte schön.«
»Danke. Geh voraus und gib Bescheid, ich habe noch zu tun.«
Sie konnte sie förmlich auf Metas Gesicht ablesen, die Frage, was ein junges Fräulein wie sie schon zu arbeiten hätte, aber das Dienstmädchen schwieg und ging.
Emma hielt eine Brosche an ihr Kleid, entschied sich dagegen, nahm eine Gemme, die ihr auch nicht gefiel. Sie trödelte, obwohl sie wusste, wie sehr ihre Eltern es hassten, wenn sie sich zum Abendessen verspätete. Doch sie ertrug dieses familiäre Beisammensein kaum. Ihre Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt und der Appetit war ihr vergangen, wenn sie daran dachte, was sie erwartete. Vielleicht sollte sie vorgeben, krank zu sein, um wenigstens einen Abend Ruhe zu haben.
»Dafür bin ich zu feige. Wie für so vieles.« Sie schaute in den Spiegel, kniff sich in ihre runden Wangen, damit diese Farbe bekamen, und begab sich auf den Weg zum Speisezimmer.
Was wäre heute Abend wohl das Thema, zu dem ihr Vater seine Meinung zum Besten geben würde? Manchmal konnte Emma es nicht mehr aushalten, ihn schwadronieren zu hören. Immer wieder stellte sie sich vor, wie sie aufsprang und schrie: »Ich ertrage das nicht mehr! Halte einfach den Mund!«
Oft malte sie sich vor dem Einschlafen diese Szene in den buntesten Farben aus. Sie sah es vor sich, wie ihr Vater erst stutzte, dann die Augen aufsperrte, während sein rundes Gesicht hinter dem gewaltigen Schnurrbart rot anlief. Aus seinem aufgerissenen Mund kam kein Ton, sodass er sie an einen der Karpfen erinnerte, die es jedes Jahr zu Weihnachten gab. Der arme Fisch lebte drei Tage in einem Zuber in der Küche, bevor Ida, die Köchin, ihm Heiligabend den Garaus machte.
Doch in der Wirklichkeit fehlte Emma der Mut, genau wie ihrem drei Jahre jüngeren Bruder und ihrer Mutter. Stumm hörten sie sich an, was der Vater zu sagen hatte, und dachten sich ihren Teil. Obwohl sie sich bei Franz nicht sicher war, ob der überhaupt etwas dachte.
»Unglaublich, was in London geschieht.« Der spitze Zeigefinger ihres Vaters durchstach die Luft. »Wilde Weiber, die Bomben legen.«
Auf der Anrichte lag die »Braunschweigische Tageszeitung«, in der er wohl etwas entdeckt hatte, was seinen Zorn erregte. Das konnte vieles sein: Arbeiter, die mehr Rechte forderten; etwas, das Heinrich Jasper, Mitglied der Braunschweiger Stadtverordnetenversammlung und – schlimmer noch – SPD-Mitglied, gesagt hatte; überhaupt alles, was Veränderungen bedeuten konnte. Für ihren Vater war die Welt gut, so wie sie war.
»Das Wahlrecht wollen sie. Was ist dann das Nächste?« Ihr Vater stieß ein Schnauben aus, mit der er stets ihm abwegig erscheinende Ideen begleitete. »Eine Frau gehört in die Familie. Das ist gottgewollt.«
»Arthur, bitte. Gibt es heute kein passenderes Thema?«
Was hatte das zu bedeuten? Warum griff ihre Mutter ein und versuchte, den Vater von seinem Monolog abzubringen? Sollte sie etwa für das Wahlrecht sein? Emma kniff die Lippen zusammen, damit sie nicht kicherte. Diese Vorstellung war gar zu abwegig.

Im Kindle-Shop: Zeit des Mutes.
Mehr über und von Christiane Lind auf ihrer Website.



'Kursverlust: Szenen einer Krise' von Marlen Albertini

Kindle | Tolino | Taschenbuch
«Der Blick fällt auf seine Schuhspitzen, die wie immer frisch poliert glänzen und mit dem scheinbar neu verlegten Linoleumbelag der riesigen Wartehalle um die Wette spiegeln. Ein seltsamer Geruch von Bohnerwachs, Schweiß und Misserfolg schwebt über den Wartenden, die wie angewurzelt auf den an der Wand befestigten Klappstühlen verharren. Eine überwältigende Stimmung der Resignation schnürt ihm fast die Kehle zu, als sein Blick die LED-Anzeige der Nummernanlage streift. »763 bitte in Raum 16!«, fordert eine blechern klingende Stimme eindringlich und bestimmend auf …«

Georg von Lakin – Romanfigur und Hauptdarsteller dieser szenisch aufbereiteten Persiflage – lässt nichts anbrennen. Inmitten der wohl größten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg kämpft er mit allen Mitteln und unlauteren Praktiken um den ersten Platz auf der Karriereleiter.

Halsbrecherische Finanztransaktionen begleiten seinen Weg in ein politisch herausragendes Amt ebenso wie Betrügereien, Veruntreuungen, undurchsichtige Beziehungsgeflechte und illegale Machenschaften. Lakin setzt aufs Ganze und verliert doch alles: Macht, Ansehen, Geld und Ruhm. Der steinige Weg zurück in ein Leben, das ein wenig Anerkennung, Ansehen und Status zurückbringen soll, gestaltet sich abenteuerlich und äußerst schwierig. Kann ihm der Kraftakt gelingen?

Marlen Albertini kratzt mit ihrem neuen Roman an den gesellschaftlichen Fassaden und bietet vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise seit 2008 szenische Einblicke in die Welt der Zocker, Blender, Verlierer und Gescheiterten ...

Leseprobe:
[...]
Auf der Treppe nimmt Lakin gleich drei Stufen auf einmal. Er fühlt sich beschwingt und erholt, und freut sich darauf, in wenigen Minuten wieder die große Welt des Aktienhandels zu bewegen. Längst ist er nicht mehr nur Stadtrat und aufstrebender Elite-Politiker, sondern auch Vermögensberater. Besser gesagt hält er sich für einen genialen Broker und verfügt inzwischen über 30 finanzstarke Kunden, die täglich seine Tipps erwarten.

Wie es sich für einen gestandenen Börsenhändler gehört, ist sein Schreibtisch mit vier nagelneuen 24-Zoll-Flachbildschirmen ausstaffiert. So hat er die Aktienlage jederzeit bestens im Blick. Allzu viel benötigt er nicht, um seinen zusätzlichen, äußerst lukrativen Job zu machen. Neben den PCs verfügt er über einen schnellen Internet-Anschluss. Ein Vertrag mit seiner Hausbank ist auch unter Dach und Fach. Das genügt vollkommen, um an glücklichen Tagen gigantische Gewinne zu generieren. Zusätzlich fluten aus den Beratertätigkeiten nur so die dicken Provisionen herein. Bisher hat Lakin mit seinen Vorhersagen stets großes Glück. Fortuna ist auf seiner Seite.
Ausgesucht elitäre und äußerst finanzkräftige Kunden profitieren derzeit besonders von seinen Wetten auf den Fall des amerikanischen Dollars. Lakin hat diesen Tipp aus tiefster Überzeugung breit gestreut. So sind aktuell unvorstellbar hohe Summen im Spiel. Auch er selbst hat das halbe Vermögen auf diesen Trend gesetzt. Getreu dem Motto: Barfuß oder Lackschuh, alles oder nichts! Auch Billie, sein hübsches Gspusi, hat ihm Hab und Gut anvertraut, hängt tief mit drin im Wettgeschäft auf den US-amerikanischen Dollar. Wie alle hofft sie nun auf den satten Profit.

Schnell schiebt sich Lakin ein Stück Pizza in den Mund, die Lydia, seine Angetraute, ihm liebevoll zubereitet hat. Dann setzt er sich vor die Monitore und checkt simultan diverse Aktienkurse. Vor vielen Jahren einmal hat er an einem Equity Graduate Programm teilgenommen und später sogar noch ein Global Equities draufgelegt. Seither fühlt er sich in den Bereichen Handel, Research und Sales so sicher wie ein Akrobat auf dem Hochseil im Zirkus. Lakin liebt vor allem das Risiko. Darauf ist sein gesamtes Leben aufgebaut. Wenn er vor den Monitoren sitzt und »seine« Aktienwerte klettern, steigt gleichzeitig auch sein Adrenalin-Spiegel an. Ein sagenhaft wohliges Gefühl hüllt ihn dann in eine Stimulation aus Macht und Siegeslust. Im Grunde betrifft dies alle Bereiche. Sein ganzes Leben ist eine Börse, bisher stets auf Erfolg gepolt. Seit Beginn dieser Tätigkeit empfindet sich Lakin im Börsenmetier als Voll-Profi. Auch wenn er seine Brokertätigkeit via Home-Office managt, führt er dennoch alle relevanten Optionen, die für diesen Job erforderlich sind, professionell aus. Pausenlos analysiert er wirtschaftliche Faktoren und fügt sie wie ein Puzzle zu einem Gesamtbild zusammen. Wirtschaft und psychologische Einflüsse spielen die Rolle schlechthin am Aktienmarkt, und deren Trends frühzeitig zu erkennen ist Lakins Geschäft.

Der Aktienmarkt mit seinen maßlosen Spekulationen hat die Realwirtschaft inzwischen deutlich überlagert. Wie die Mehrheit der Finanzakteure vergisst Lakin, dass letztlich reale Ergebnisse der Wirtschaft zählen. Noch aber gehen seine absurden und ungezügelten Strategien auf. Getrieben von grenzenloser Gier stürzen sich Investoren zur Freude Lakins reihenweise auf die von ihm heiß empfohlenen Finanzprodukte. So unverständlich diese auch sein mögen, gehen sie doch trotzdem weg wie warme Semmeln, ja sie werden ihm förmlich aus der Hand gerissen. Wer den Trend setzt, frühzeitig auf- und rechtzeitig wieder abspringt, erzielt die meisten Gewinne.

Lakin ist Initiator und Trendsetter zugleich, bekannt für sein Spürnäschen. Den Kulminationspunkt seiner Wahnsinnsgeschäfte, ab dem ein plötzlicher Abstieg überraschend schnell einsetzt, kennt natürlich weder Lakin noch irgendein anderer Anlageberater. Lakin denkt auch nicht so weit, denn das Geschäft brummt augenblicklich prächtig. Wie auch jetzt, denn inzwischen klingelt das Telefon beinahe pausenlos. Seine Tipps sind gefragt. Er bestimmt, wann sich eine Beteiligung lohnt und an welcher Stelle nicht. Der Rest besteht aus der Hoffnung, dass er am Ende Recht behält. Lakin führt einen erfolgreichen Bullenmarkt. Da stehen die Sterne auf Hausse. Mit Landwirtschaft hat das natürlich nichts zu tun. Der Bulle ist das Wahrzeichen der Börse und steht für Optimismus. Es wird gekauft in der Hoffnung auf einen rasanten Aufschwung am Aktienmarkt. Was einmal passiert, wenn sich der anhaltende Boom in einen Crash verwandelt, bedenkt Lakin erst, wenn es so weit ist. Bis dahin wird gescheffelt, dass sich die Balken biegen. Gewinne werden sofort reinvestiert. Und zwar in vermeintlich todsichere Aktien. Die nämlich hält jede Menge Blueman & Sun-Pakete bereit und gibt diese an ihre Kunden weiter. Das sind Fonds einer großen, weltweit agierenden und hoch anerkannten US-amerikanischen Bank, und die gelten als überaus gewinnbringende Anlage.

Kürzlich hat sich Lakin entschlossen, auch den Bärenmarkt zu erschließen. Eine gezielte Baisse sozusagen, denn der Bär steht für fallende Kurse am Aktienmarkt. Das war auch der Moment, als er allen Geschäftspartnern, Freunden und Verwandten die Wettgeschäfte auf den fallenden amerikanischen Dollar empfahl. Und weil Lakin aus seiner höchst eigenen Sicht ein besonders cleverer Anlageberater ist, zählt er das Kombinationsgeschäft der Wette auf den fallenden Dollar zusammen mit den angepriesenen Blueman & Sun-Aktien geradezu für einen extraordinären Genie-Streich. Alle 30 Geschäftspartner sind auf den schwankenden Zug aufgesprungen. Auch Verwandte, Freunde und Bekannte zählen zum Trupp der hoffnungsvollen Spekulanten. Lakin träumt einen Moment und sieht in Gedanken haushoch gestapelte Euroscheine, die sich dekorativ auf seinem Bürotisch türmen. Er ist sich seiner Sache so sicher, dass er sogar die eigene Haushälterin und seine Putzfrau dazu angehalten hat, ein ganzes Gehalt in diesen Tipp zu investieren. Auch der getreue Gärtner ist seiner Empfehlung gefolgt, und der Chauffeur ist überzeugt, in seinem Chef den Mann gefunden zu haben, der ihm die Sterne vom Finanzhimmel holt.

Schnell erwacht Lakin aus seinem Sekundentraum von der sagenhaften Geldanhäufung und krempelt hastig die sorgsam gebügelten Ärmel seines Designerhemdes hoch. Warm ist es in den Büroräumen unter dem Dach geworden. Eine drückende Schwüle beherrscht den Raum. Er muss sich auf seine ungedeckten Leerverkäufe konzentrieren. Die setzt er gerade im ganz großen Stil auf den sinkenden Kurs von Wertpapieren, die er überhaupt nicht besitzt. Die dahingehende Gesetzgebung ist äußerst liberal ausgelegt. Investoren können sich in Hinblick auf mögliche Zahlungsausfälle versichern lassen. Dafür müssen sie nicht einmal im Besitz einer Forderung sein. Solch erfreuliche Rahmenbedingungen heizen den spekulativen Derivate-Markt kräftig an und führen nicht selten zu Pleiten ganzer Volkswirtschaften. Lakin sieht augenblicklich jedoch nur die Vorteile. Er und die Anhänger seiner Thesen sollen ordentlich von den interessanten Cross Currency Swaps profitieren, welche Lakin aktuell besonders empfiehlt. Diese speziellen Derivate werden gezielt für Spekulationen auf die Bonität von Staaten eingesetzt. Die Hoffnung zielt auf steigende Ängste vor einem Staatsbankrott. Dann nämlich, wenn diese Vorhersage eintrifft, fällt der Gewinn umso höher aus. Glücklicherweise sind die Verträge auf fünf Jahre ausgelegt. Denn jetzt, im ersten Jahr, zeichnen sich herbe Verluste ab. Die aber werden in den kommenden Jahren sicher aufgefangen, beruhigt sich Lakin und kommt sich nun doch ein wenig leichtfüßig vor.

Ein erneutes, eindringliches Telefonklingeln schreckt ihn aus seinen Gedanken hoch. Schnell nimmt er das Gespräch an. Es ist Billie. Sie erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Für Lakin scheint der im Moment geradezu perfekt, was er zum Ausdruck bringt.
»Billie-Maus, ich bin schwer beschäftigt, aber es sieht alles bestens aus«, teilt er aufgedreht und halbwegs überzeugt mit.
»Warum werde ich dann von der Bank aufgefordert, unverzüglich 100.000 Euro Eigenkapital nachzuschießen, andernfalls wird der gesamte Vertrag gekündigt, und das investierte Geld ist weg?« Billies ansonsten samtweiche Stimme kommt schrill und eindringlich, ja fast ein wenig hysterisch daher. Das kennt Lakin so nicht von ihr und bekommt es nun doch mit der Angst zu tun.
»Nun beruhige dich, Billie-Maus. Ein Verlust im ersten Jahr ist ganz normal. Den holst du in der noch folgenden Vertragslaufzeit locker wieder herein. Die Bank will nur auf der sicheren Seite sein. Du solltest das Geld schnellstens einzahlen. Der Gewinn kommt schon noch.«
Lakins sündhaft teures Designerhemd hat zwischenzeitlich die ursprünglich elegante Passform und den seidigen Glanz verloren und klebt nun wie eine Wurstpelle an seinem verschwitzten Körper. Die Hitze im Dachgeschoss wird unerträglich, und Lakin ist schlagartig bewusst, dass auch er in Kürze nachzahlen muss. So, wie seine 30 Beratungskunden, Verwandten, Bekannten und Freunde. Nicht zu vergessen die Haushälterin, die Putzfrau, der Gärtner und der Chauffeur. Er spürt, wie sich kleine Schweißperlen auf der Stirn bilden, und ihm wird flau in der Magengegend.
»Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich da noch etwas reinstecken kann? Ich habe doch bereits alles investiert. Wo soll ich denn 100.000 Euro herholen, Georg? Aus dem Nichts? Es gibt keine Reserven mehr. Du hast von todsicheren Wetten gesprochen.« Billie ist außer sich vor Wut, und Lakin sucht nach handfesten Erklärungen.
»Billie-Maus, so hör doch! Im ersten Anlagejahr kann das passieren. Das lässt sich in den nächsten Intervallen easy wieder reinholen. Der Vertrag ist doch auf fünf Jahre ausgelegt. « Georg von Lakin tupft sich mit einem edel bestickten und Monogramm versehenen Taschentuch die Stirn. Seine Hände zittern, und dem ansonsten so abgeklärten Politik- und Finanzjongleur ist reichlich mulmig zumute.
»Wie konnte das passieren? Wieso hast du mich nicht richtig aufgeklärt, Georg? Ich bin sozusagen pleite und muss mein Haus verkaufen, wenn ich über die Runden kommen will. Sag endlich etwas dazu, Georg!« Der Stimme nach zu urteilen scheint Dr. Sybille Aingsbacher einem Nervenzusammenbruch nahe. Lakin sieht sich genötigt, nähere Erklärungen abzugeben und versucht, Licht in Billies Dunkel zu bringen.
»Also, Billie, wenn es zu Kurseinbußen kommt, wie jetzt bereits im ersten Jahr deiner Investition, dann werden diese Verluste mit der Restlaufzeit in Jahren multipliziert. Die Fachwelt nennt das hebeln. In deinem Fall bedeutet dies konkret, dass der Verlust von 20.000 Euro, den du gerade im ersten Jahr gemacht hast, mit fünf multipliziert wird. Die Bank darf zur Absicherung des Verlustes nun frisches Eigenkapital von dir verlangen. Ansonsten kann sie deinen Vertrag einseitig und vorzeitig beenden.«
Lakin lässt sich in seinen hochmodernen Bürostuhl fallen, der sich einen Moment lang um sich selbst dreht. Am anderen Ende der Leitung wird es gefährlich still. Nach einer Pause, die Lakin wie eine Ewigkeit erscheint, meldet sich Billie zurück. Ihre buchstäbliche Contenance und kühle Besonnenheit, die sie auf dem politischen Parkett zu einer geschätzten Beraterin macht, hat sie schnell zurückgewonnen.
»Diese Fakten hast du mir verschwiegen, Georg. Mit anderen Worten habe ich es jetzt nicht nur mit einem Kursverlust zu tun, sondern dem Risiko des Totalverlustes, wenn ich nicht unverzüglich zahle. Und wo das im nächsten, übernächsten und allen weiteren Jahren noch hinführt, steht auch in den Sternen. All dies hast du gewusst!«
Dr. Sybille Aingsbacher erwartet eigentlich keine Antwort mehr. Als kühl operierende Persönlichkeit ist ihr klar, dass sie schlichtweg auf den smarten, sehr attraktiven Lakin hereingefallen ist. Das muss ausgerechnet ihr passieren, die ansonsten als personifizierte Korrektheit von Politik und Gesellschaft höchstes Ansehen genießt. Billie ist allerdings nicht umsonst die bekannte Dr. Sybille Aingsbacher. Sie hat sich komplett im Griff und verfügt über die Fähigkeit disziplinierter Selbstbeherrschung. Zudem kann sie Fehler und eigenes Versagen eingestehen sowie in rasender Geschwindigkeit Konsequenzen ziehen. Etwas, woran es Lakin in höchstem Maße mangelt.
»Hör gut zu, was ich dir sage, Lakin. Und ich sage es nur einmal und unwiderruflich.« Sie nennt ihn nun abschätzig beim Nachnamen und fährt mit eisiger Stimme fort: »Wir sind ab sofort getrennte Leute. Eine Anzeige ist dir sicher, und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dich beruflich zu vernichten«.
Billies Stimme klingt bestimmend und kompromisslos. Lakin weiß, dass er dieses Spiel verloren hat. Ein Spiel ist so viel wie kein Spiel, denkt er selbstgefällig und wendet sich wieder den Monitoren zu. Es rollt eine Lawine auf ihn zu. Dass es ein Tsunami sein wird, ahnt er in diesem Moment noch nicht ...

Im Kindle-Shop: Kursverlust: Szenen einer Krise.
Für Tolino: Buch bei Thalia
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18. Januar 2019

'Mordsverrat: Nordseekrimi' von Ulrike Busch

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Aufruhr in St. Peter-Ording: In den Bewertungsportalen des dubiosen Geschäftsmanns Lukas Harzog werden die Hoteliers des beliebten nordfriesischen Urlaubsortes gezielt mit Schmäh-Kommentaren überzogen. Für deren Entfernung müssen sie teuer bezahlen.

Eines Morgens wird Harzogs Freundin, die Hotelbesitzerin Jessica Leverenz, tot in ihrer Wohnung gefunden. Selbstmord oder ein Versehen, vermutet Clarissa, die Schwester der Toten. Jessica war tablettensüchtig, und ihre Beziehung mit Harzog drohte zu scheitern.

Die Obduktion ergibt jedoch: Jessica wurde ermordet. Hat sich einer der zu Unrecht diffamierten Hoteliers an ihr für Harzogs Machenschaften gerächt? Tammo Anders und Fenna Stern ermitteln im Umfeld von Bewertungswahn, Fake-Accounts und Rufmord via Internet.

Band 2 der Reihe ‚Anders und Stern ermitteln‘ (Band 1: ‚Mordsrevanche‘).

Leseprobe:
Unter der weißen Kapuze des Schutzoveralls erkannte Fenna das Gesicht von Eike Hoböken, dem Leiter der Kriminaltechniker. Sie winkte ihm unauffällig zu.
Auf Ella gestützt, wandte Clarissa sich wieder der Gruppe aus Kripobeamten und Hotelmitarbeitern zu. Ihr Gesicht drückte Schmerz und Leid aus. »Wonach suchen Sie eigentlich am Fenster?«
»Wir machen unseren Job«, antwortete Hoböken. »Nichts weiter. Aber den machen wir gründlich.«
»Durch dieses Fenster kann aber doch niemand eingestiegen sein. Oder hat es etwa offen gestanden?« Clarissa wandte sich an ihre Assistentin. »Ella, war das Fenster offen?«
Ella schüttelte zaghaft den Kopf.
Fenna entging nicht, dass Clarissas Assistentin für den Bruchteil einer Sekunde zu Carina hinüberschielte, die die gespenstisch anmutende Szenerie vom Türrahmen des Schlafzimmers aus beobachtete.
Welche stumme Botschaft hatten die beiden Frauen in diesem Moment untereinander ausgetauscht?
Die Kommissarin wurde misstrauisch. »Stimmt das? Frau Kluck und Frau – wie war Ihr Name bitte?«
»Carina da Silva«, hauchte das Zimmermädchen.
»Danke. Frau Kluck, Frau da Silva, Sie waren doch beide vor Frau Leverenz hier. War das Fenster geschlossen, als Sie den Raum betreten haben?«
Ella sah erst zu dem Fenster hinüber, dann zu Clarissa und schließlich zu der Kommissarin. »Ja.«
Ihre Stimme klang brüchig. Sie bekräftigte ihre Antwort mit einem Nicken, als wollte sie die Zweifel ausräumen, die Fennas Frage ausgedrückt hatte.
»Frau da Silva, was sagen Sie dazu?«, fragte Fenna.
Carina zuckte mit den Schultern. »Weiß nicht. So weit bin ich nicht ins Schlafzimmer reingegangen.« Sie drehte sich um und zeigte auf eine Stelle im Wohnzimmer. »Ich bin da vorne stehen geblieben. Von da aus konnte ich das Fenster nicht sehen.«
Die Stelle, auf die sie gezeigt hatte, war ungefähr die, an der Fenna vorhin verharrt hatte, während Tammo im Türrahmen stand. Von dort aus konnte man tatsächlich nicht so weit in den Raum hineinblicken, dass man das Fenster sah. Trotzdem blieben Fenna Zweifel.
Die Spannung, die im Raum lag, ließ die Luft knistern. Die Augen von Fenna, Tammo, Gerhild und den Kriminaltechnikern, aber auch die von Clarissa richteten sich auf die beiden jüngeren Frauen, vor allem auf Ella.
Clarissa ging einen Schritt auf Fenna zu. »Sie hören doch, was meine Assistentin sagt.«
»Ich bitte Sie, Frau Leverenz«, sagte Tammo. »Bei einer so wichtigen Frage müssen wir nachhaken. Dafür sollten Sie Verständnis haben.«
Die Hotelchefin strafte ihn mit einem beleidigten Augenaufschlag. Dann sprach sie weiter zu Fenna. »Ei¬gentlich ist es auch logisch, dass es so war. Ich selbst habe Jessica gestern Abend ausdrücklich gebeten, in dieser Nacht nicht bei offenem Fenster zu schlafen.« Sie seufzte und griff sich ans Kinn. »Wobei ich natürlich nicht ausschließen konnte«, fuhr sie leise fort, »dass sie es trotzdem öffnen würde. Sie war so ein Gewohnheitstier. Und bei all den Medikamenten hätte sie meine Bitte vergessen können. Aber wenn Ella sagt, das Fenster war geschlossen, dann war es so«
»Hat Ihre Schwester denn normalerweise bei offenem Fenster geschlafen?«, fragte Fenna.
»Ja, natürlich. Wir lieben die frische Nordseeluft über alles. Gerade bei Nacht riecht sie so würzig.«
»War das nicht leichtsinnig für eine Frau, die im Erdgeschoss wohnt?«, fragte Tammo. »Dann auch noch auf einem so einsam gelegenen Grundstück? Es gibt keinen Rollladen, nicht mal eine Jalousie oder Vorhänge. Von außen hat zwar niemand Einblick auf diese Seite des Hauses. Aber wer will, kann ganz gemütlich einsteigen, ohne dabei beobachtet zu werden.«
Clarissa nahm eine Verteidigungshaltung an. »Jessica wollte den freien Blick in den Himmel, auch nachts. Wenn sie wach wurde, wollte sie die Sterne sehen. Wollen Sie ihr das jetzt zum Vorwurf machen?«
»Nein«, sagte die Kommissarin. »Das wollen wir ganz bestimmt nicht. Aber sagen Sie, warum sollte Ihre Schwester ausgerechnet in der vergangenen Nacht das Fenster schließen? Ich nehme an, dafür gab es einen konkreten Anlass.«
Aus Gründen, die Fenna nicht verstand, bedachte Clarissa Lukas Harzog mit einem scharfen Blick.
Harzog fing ihn auf und ließ ihn an sich abprallen.
»Ja, es gab einen Anlass«, erwiderte Clarissa. »Wir haben im Dunkeln Leute auf dem Grundstück gesehen.« Sie ging zu der Tür, die ins Wohnzimmer führte, schob Carina zur Seite und streckte den Arm aus. »Dahinten, zwischen den Kiefern hindurch, sind sie weggelaufen.«
Fenna drückte sich an Carina vorbei, stellte sich an der Terrassentür auf die Zehenspitzen und verschaffte sich einen Überblick über das Gelände. »Was für Leute waren das? Haben Sie sich konkret bedroht gefühlt?«
Ella baute sich neben Fenna auf. »Wie würden Sie sich denn fühlen, wenn Sie zwei dunkle Gestalten sehen würden, die am späten Abend über Ihr Grundstück huschen? Hätten Sie in dem Fall nicht auch das Gefühl, es wäre besser, die Fenster geschlossen zu halten?«
Fenna Stern wäre nicht Kriminalhauptkommissarin geworden, wenn eine vorlaute, besserwisserische Frau wie diese Ella Kluck sie von ihrer Linie der Befragung hätte abbringen können. »Ich habe nach einer konkreten Bedrohung gefragt«, sagte sie in ruhigem, festem Ton. »Lag die vor?«
»N-nein.« Clarissa zuckte mit den Schultern. »Es war nur so ein Gefühl.«
»Was haben Sie gemacht, als Sie die Leute entdeckt haben?«, fragte Tammo, der ebenfalls wieder ins Wohnzimmer gegangen war.
»Zwei meiner Angestellten, beides junge, durchtrainierte Männer, sind rausgegangen und haben nachgesehen. Mit dem Schein ihrer Taschenlampen haben sie die Eindringlinge vertrieben.«
»Haben Sie danach noch einmal jemanden auf dem Grundstück bemerkt?«
»Nein. Wir waren müde. Ich bin nach oben in meine Wohnung und Jessica ...« Clarissas Stimme brach.
Fenna kehrte noch einmal ins Schlafzimmer zurück. Das Bett, in dem das Opfer lag, war ein französisches Bett, einen Meter vierzig oder einen Meter fünfzig breit.
»Ihre Schwester lebte allein in dieser Wohnung?«, rief sie Clarissa zu, während sie Lukas Harzog aus dem Augenwinkel beobachtete.
Harzogs Miene blieb kühl und ausdruckslos. Unmöglich, zu erraten, was in ihm vorging.

Im Kindle-Shop: Mordsverrat: Nordseekrimi (Anders und Stern ermitteln 2).
Mehr über und von Ulrike Busch auf ihrer Website.



17. Januar 2019

'Zeiten ändern Dich: Undercover' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit ...

Alexander, gerade aus dem Gefängnis entlassen, wird vom Verfassungsschutz erpresst. Gegen seinen Willen schleust man ihn in eine Nazi-Gruppierung ein. Sein Auftrag - er soll die Wahrheit herausfinden. Bald merkt er, dass er alles finden soll, nur nicht die Wahrheit. Allen Widerständen zum Trotz macht er sich auf die Suche.

Leseprobe:
»Machen Sie sich fertig und kommen Sie nach vorne«, sagte der Schließer. Ich steckte meine wenigen Sachen in eine Plastiktüte. Zahnbürste, das bis auf einen dünnen Rest benutzte Stück Seife, meine Wäsche. Ein grünes Handtuch der JVA ließ ich als Andenken mitgehen. In der Zellentür drehte ich mich noch einmal um, betrachtete die Wand mit den Kalenderblättern, sah zum vergitterten Fenster, blickte in den Hof. Gerade war Freistunde. Ein paar Häftlinge umrundeten den spärlichen Rasen. Ich ließ die Tür auf und ging zur Kanzel. Ein Beamter wartete ungeduldig.
»Fertig?«
Ich nickte.
Wir kamen durch mehrere Gänge, die ich bisher nicht kannte. Dann öffnete der Schließer eine Tür und deutete den Gang hinunter.
»Bis zum Ende«, sagte er mürrisch.
Ich ging über den langen, spärlich beleuchteten Gang. Heute ging ich alleine, war beinahe so etwas wie frei. Kurz vor der Tür stand mitten im Weg ein Putzeimer. Es roch aggressiv nach chemischen Reinigungsmitteln. Warum reinigen sie in Gefängnissen und Krankenhäusern mit Putzmitteln, die übler stinken, als der Dreck, den sie beseitigen wollen?
Der Mann, der zu dem Eimer gehörte, lehnte an der Wand und drehte sich eine Zigarette, zündete sie an. Ein Joint, eine süßliche Wolke hing im Gang. Mit starrem Blick sah er mir entgegen, seine Augen wanderten zu meiner Plastiktüte, saugten sich daran fest. Der wird entlassen – signalisierte ihm die Tüte. Häftlinge mit Tüten in der Hand kommen oder gehen, Insassen brauchen keine. Ich kannte den Mann flüchtig vom Hof. Schwere Körperverletzung und eine Unzahl anderer Delikte. Irgendwelche Scheußlichkeiten mit Kindern.
»Psychopath. Rückfalltäter, lange Haftstrafe«, hatte warnend ein Schließer gesagt. »Halte dich von dem fern, das ist eine Hyäne in Menschengestalt.«
Ohne ein Wort zu sagen, den Mann auch nur anzusehen, schlug ich einen Bogen um ihn und den Eimer und steuerte auf die Tür zu. Ich hörte, wie der Mann plätschernd den Schrubber in den Eimer tauchte und dann gleichmäßige, sehr langsame Wischgeräusche.
Ich sah nach oben in die Kamera an der Decke. Ein Summer ertönte und quietschend sprang die vergitterte Tür auf. In dem kleinen Vorraum gab es nur einen Schalter. Pforte in die Freiheit , oder kurz die Pforte nannten die Häftlinge den Raum.
»Na? Ist es endlich soweit?«, sagte der Mann hinter dem Schalter. Gönnerhaft klang es, als wollte er sagen – du bist bald wieder hier. Vielleicht auch – du kannst gehen, ich muss bleiben. Ich gab keine Antwort und der Mann erwartete auch keine. Vermutlich hatte er noch nie eine bekommen. Einen gesellschaftlich hohen Stellenwert haben Beamte des Strafvollzugs nicht.
»Ihr rangiert noch hinter der Müllabfuhr«, hatte ein Häftling mal zu einem Schließer gesagt. »Das stimmt«, hatte der geantwortet. »Das hier ist ja auch eine Kloake, du mieser Scheißhaufen.« Der Beamte stapelte die Sachen auf den Tresen, die man mir bei meiner Verhaftung abgenommen hatte. Meine goldene Armbanduhr, Wintermantel, Winterschuhe, meinen Pass. »Eine Tüte?« Ich nickte und er schob mir eine Einkaufstüte mit dem Reklameaufdruck eines Supermarktes über den Tresen. Einen Stuhl gab es nicht. Im Stehen zog ich mir die festen Schuhe an und schlüpfte in den Wintermantel. Aus der Seitentasche des Mantels zog ich meinen dicken Schal. Die ausgelatschten Schuhe, die ich täglich im Knast getragen hatte, steckte ich in die Tüte. Ich streckte meine Hand aus. »Fehlt noch was? Ach so, ja.« Er griff unter den Tresen, zog einen Pappkarton heraus, kramte darin herum, es klirrte. Er hielt einen Ehering hoch, ein Zettel hing dran. »Der hier?« »Wenn Irina drin steht.« Wofür hängt denn der Zettel dran oder ist das nur Dekoration? Ruhig Blut – sagte ich mir dann. Du bist nur nervös und das macht dich aggressiv. Der Beamte sah in den inneren Rand, drehte den Ring hin und her. »Russin?« Ich blickte ihn nur starr an. Der Mann sah mich weiter fragend an, als hing von meiner Antwort ab, was er mit dem Ring machen werde. Widerstrebend gab er ihn mir, schnaufte herablassend durch die Nase.
Ich brauchte den Ring nicht mehr, das ging aber niemanden etwas an. Mit missmutigem Blick streckte der Beamte die Hand aus.
»Zellenkarte.«
Ich zog die Karte aus der Tasche, wenig größer als eine Visitenkarte, zerknittert und abgegriffen. Wegen der permanenten Kontrollen auf den Gängen und auf dem Hof musste man sie ständig bei sich tragen. Der Beamte holte ein stark zerfleddertes Buch vom Schreibtisch, blätterte darin.
»Unterschreiben Sie. 53 Euro und 67 Cent«, sagte er und schob mir das Buch zu, tippte mit dem Stift auf eine Zeile. Ich unterschrieb und der Beamte zählte aus einer Kassette zwei 20-ziger, einen 10-ner und 3,67 in kleinen Münzen auf den Tresen. Das Geld, das ich bei meiner Festnahme in der Tasche hatte.
»Moment.«
Er schob das Fenster zu, kam heraus und öffnete die Tür zum Hof. Nebeneinander gingen wir quer über den Hof auf das große eiserne Tor zu. Aus einem Zellenfenster hinter mir rief jemand: »Lass dir Zeit, ich bin noch eine Weile hier.«
Ich wusste nicht, wer da rief, drehte mich auch nicht um. Ein anderer trommelte mit seinem Blechnapf gegen die Gitterstäbe des Fensters, ein weiterer fiel in das Stakkato ein, dann hämmerte der ganze Zellentrakt gegen die Gitter. Ehrensalut der besonderen Art.
Der Beamte schloss eine kleine Tür in dem großen Eisentor auf und ich ging hindurch auf die Straße.
»Ich will Sie hier nicht mehr sehen.«
Ich gab ihm keine Antwort.
Justitia, das rachsüchtige Weib, hatte mich in die Freiheit gekotzt.

Im Kindle-Shop: Zeiten ändern Dich: Undercover

Mehr über und von D.W. Crusius auf seiner Website.

16. Januar 2019

'Adelsintrigen: Schicksalspfad des Tempelritters 2' von Olivièr Declear

Kindle unlimited | Taschenbuch
Köln Anno Domini 1235: Die Ländereien der verzweifelten Gräfin Ida von Zudendorp werden seit langem von schwarzgekleideten Reitern angegriffen. Sie und ihre Gefolgschaft ringen bereits mit dem Tode. In ihrer Not stehen nur noch der kampferfahrene Ritter Richard von Portus und der Orden der Tempelritter an ihrer Seite. Wer will der Gräfin schaden? Und warum?

Inmitten einer Welt voller Intrigen, adeliger Machtspiele und unzähliger Gefahren wollen die beiden die Wahrheit ergründen. Eine Reise beginnt, die sie unter größten Strapazen und unter Einsatz ihrer Leben sogar bis in das weitentfernte Rom führt.

Begeben Sie sich gemeinsam mit Ida und Richard auf ein Abenteuer und erleben Sie mit ihnen das Mittelalter in all seinen Facetten.

Adelsintrigen ist der zweite Band der Reihe »Schicksalspfad des Tempelritters« von Olivièr Declear.

Leseprobe:
Fluch
Richard hörte das Peitschen der Zweige, spürte die Schläge durch das Polster seiner Rüstung. Der Weg vor ihm, ein wankendes Bild im ständigen Auf und Ab des wilden Ritts. Der dunkle Pfad des Waldweges nur schwach vom durchscheinenden Mondlicht erhellt. Die Last des ohnmächtigen Körpers vor ihm über dem Widerrist schien die vertraute Einheit zu seinem Tier genommen zu haben. Richard hielt sich kaum im Sattel, wenn sein Pferd über Hindernisse sprang, die er nicht im schwachen Licht erahnt hatte. Durch die dicke Polsterhaube unter seiner Kette vernahm er nur wenige Geräusche seiner Umgebung. Das Reiben und Schlagen der Kettenglieder übertönte beinahe die kräftigen Hufschläge seines Tieres. Bei dem hastigen Versuch, einem tiefhängenden Ast auszuweichen, spürte er, wie der vor ihm liegende Körper vom Pferd zu gleiten drohte. Mit einem raschen Griff erfasste er ihn und hielt ihn an seinem Platz. Es war mehr das Gefühl in seinem Bauch, das Trommelschlägen glich, weniger sein Gehör, das ihn spüren ließ, dass die Verfolger immer näher kamen. Wie feiner Sprühregen flog ihm der Speichel seines erschöpften Pferdes entgegen.
Richard trieb sein Tier, das an die Grenzen seiner Kraft gekommen war, immer aufs Neue an. Die wilde Jagd durfte nicht verloren werden. Sein Hengst fuhr mit dem Kopf herum, als könne er seinem Reiter damit zeigen, dass er diesen scharfen Ritt nicht mehr ertragen konnte. Aber Richard wusste, wie stark sein Pferd war. Seine ganze Hoffnung lag darin, dass die Pferde der Verfolger vor seinem Pferd zusammenbrechen würden. Er rief ihm zu: »Nur ein kurzes Stück, lass mich nicht im Stich!« Sein Pferd schien ihn verstanden zu haben. Nochmals beschleunigte es und flog mit seinem Herrn über den Weg.
Als sein Tier zu straucheln begann, wusste Richard, dass jetzt nur noch der Kampf blieb. Er ließ sein Pferd auslaufen und wandte sich den Verfolgern zu. Aber da war niemand. Er sah keine Reiter. Auch das Trommeln in seinem Bauch spürte er nicht mehr. Vorsichtig lenkte er sein Pferd zwischen die Büsche des Wegesrandes, um den Pfad aus dem Dickicht heraus zu beobachten. Kaum war er in seiner Deckung angekommen, spürte er erneut das Donnern der Hufen, noch bevor er sie hörte. Mehrere Reiter jagten in einer dichten Gruppe an ihm vorbei, ihre Schwerter erhoben. Richard klopfte den Hals seines Pferdes: »Das hast du gut gemacht, alter Freund.«
Kaum war er aus dem Sattel seines Tieres gestiegen, wandte sein Hengst den Kopf und stupste ihn mit seiner Nase, um die Belohnung für seinen treuen Dienst einzufordern. Richard schmunzelte und nahm ein Stück Rübe aus seiner Satteltasche. Mit flacher Hand hielt er es dem Freund hin. »Wenn wir in Sicherheit sind, sollst du besser belohnt werden. Du hast uns das Leben gerettet.«
Sein Blick fiel auf das Mädchen. Noch immer regte sich ihr Körper nicht. Richard nahm den ledernen Schlauch und goss ein wenig Wasser über ihren Kopf. Sie hob ihn erschrocken und sah ihn mit verängstigten Augen an. Richard legte einen Finger vor seinen Mund: »Keine Angst, ich werde dir nichts antun. Wir sind fürs Erste in Sicherheit«, flüsterte er. Das Mädchen sah ihn mit großen Augen an, aus denen die Furchtsamkeit noch nicht gewichen war. Stumm nickte sie und bemühte sich, vom Pferderücken zu gleiten. »Wie ist dein Name, Mädchen?« Leise antwortete sie: »Siena, edler Herr.« Richard betrachtete ihre schmutzige und zerlumpte Kleidung. »Warum haben diese Strauchdiebe dein Dorf überfallen?« Siena wusste auch nicht viel mehr, als er selbst beobachtet hatte. Sie war vom Lärm aus dem Haus gelockt worden und sah eine große Schar Reiter, die wahllos auf jeden einschlug, der ihren Weg kreuzte. Als sie fliehen wollte, spürte sie einen heftigen Schlag, der sie zu Boden stürzen ließ. Mehr konnte auch sie nicht sagen. Auch hatte sie keinen der Reiter erkannt. Richard erzählte ihr: »Wir sahen, wie du von einem Pferd zu Boden gestoßen wurdest. Aber es traf dich kein Huf. Der Schreck nahm dir die Sinne.« Siena sah ihn fragend an. »Ich sah Euch mit Euren Begleitern. Wo sind sie?« Richard schüttelte traurig das Haupt. »Für einfaches Diebesvolk kämpften diese Reiter zu gekonnt. Nur mir ist die Flucht gelungen.« Dann schwieg er, während er in seiner Erinnerung einen Anhaltspunkt suchte, wer für diesen Angriff verantwortlich gewesen sein könnte. Aber er fand nichts, was die Angreifer verraten hätte. »Wir waren auf dem Weg zu der Herrin deines Ortes. Du wirst mich erst einmal dorthin begleiten.« Als sie aufbegehren wollte, sagte er mit strengerer Stimme als gewollt: »Du wirst gehorchen und folgen, wie man es dir heißt. Hast du mich verstanden?« Als sie mit widerwilligem Blick nickte, setzte er milder hinzu: »Die Herrin wird dich sicherlich bald zu deinen Leuten schicken.«
Richard las in ihrem Gesicht, dass diese Hoffnung nur ein schwacher Trost für das Mädchen war. Er konnte verstehen, dass sie sich sorgte und schnell zurückkehren wollte. In diesem Moment galt es jedoch, erst einmal zu erfahren, woher der Angriff gekommen sein könnte und wie zu handeln sei. Der Ritter legte seinen Umhang ab und gab dem Bauernmädchen den Befehl, sich einen Schlafplatz zu suchen. Mit einem freundlichen Lächeln reichte er ihr den Mantel als Decke. Nachdenklich blickend versorgte er sein Pferd, so gut es an diesem Ort möglich war. Der Weg war zu gefährlich und es war zwecklos, in der Nacht durch den Wald zu streifen. Daher entschloss er sich, auf das Licht des beginnenden Tages warten. Mit finsterem Blick beobachtet er die Nacht, während er an den Stamm eines Baumes kauerte. Seine Sinne achteten auf jedes Geräusch des Waldes. Aber die Reiter schienen die Suche aufgegeben zu haben. Die Geräusche des nächtlichen Waldes wurden nur manchmal von dem leisen Schluchzen des Mädchens gestört.
Als er die Magd bei dem ersten Licht wecken wollte, fand er sie bereits wach. Er betrachtete ihre geröteten Augen und die Sorge in ihrem Gesicht. Ob sie überhaupt Schlaf gefunden hatte? Zu gern hätte er ihr tröstende Worte geschenkt. Aber er durfte sich dem Gesinde nicht offenbaren, als wären sie seinesgleichen. Richard brachte ihr Trockenfleisch und reichte ihr den Lederschlauch mit Wasser. Misstrauisch schnupperte Siena an dem Lederschlauch; »Ich soll kein Wasser trinken. Es macht krank.« Richard lachte leise; »Dieses kannst du trinken, es stammt aus meinem Brunnen und ist feinstes Quellwasser. Trink nur, Kind. Wir müssen bald aufbrechen.«
Obwohl er sicher war, dass die Reiter ihnen jetzt nicht mehr auf diesem Pfad entgegenkommen würden, zog er das Kettengeflecht mit der Haube in den Nacken und lauschte aufmerksam nach möglichem Hufschlag. Die Spuren, welche die schweren Pferde auf dem Weg hinterlassen hatten, ließen ihn erkennen, in welcher Eile sie unterwegs gewesen waren. Abrupt endete ihre Spur, als hätten sich die Reiter in Luft aufgelöst. Verwundert hielt Richard an. Er blickte sich um und suchte nach Zeichen, die ihren weiteren Weg verraten könnten. Aber da war nichts. Kein gebrochener Zweig. Keine Spur in den Wald hinein. Wo waren sie geblieben? Vor ihnen lag ein jungfräulicher Weg, auf dem kein Grashalm gebogen war. Kopfschüttelnd setzte er seinen Weg mit Siena fort.
Gegen Mitte des Tages erreichten sie die Ebene, auf der sich die Befestigung befand. Schon von Weitem sah er den Turmhügel aufragen. Die kleine Ansiedlung unter dem Turm war von einem gefluteten Graben umgeben. Diese Ansiedlung erschien jämmerlich gegen die prächtigen und trutzigen Burgen der höheren Lagen. Aber wo es keinen Steinbruch gab, mussten Gräben und Holz als Schutz gegen Diebe reichen. Als sie die Ansiedlung betraten, betrachtete er die arg verfallen Gebäude. Er war vor Jahren das letzte Mal zu Gast. Damals lebte der Herr des Gebietes noch. Der Graf von Zudendorp war ein ewig unzufriedener Mann, mit dem es häufig Grenzstreitigkeiten zu schlichten galt. Sein Herr, der alte Bischof zu Coeln, ließ ihm kaum mehr, als er zum Leben brauchte. Auch unter dem neuen Herrn war es nicht besser geworden. Seit dem der Bau des neuen Domes beschlossen worden war, presste die Kirche ihre Vasallen bis zum Blute.
Am Wohnturm verlangte er, die Gräfin zu sprechen. Es dauerte eine Weile, bis man ihn vorsprechen ließ. Die Gräfin war ebenso verfallen wie ihre Heimstatt. Tiefe Ringe lagen um ihre Augen. Zahlreiche Falten hatten sich in ihr Gesicht gegraben. Richard war erschrocken, wie sich diese einstmals hübsche Frau verändert hatte. »Nun, Graf Richard. Wenn ich mich recht entsinne, seid Ihr selten ein Mann, der frohe Botschaft bringt«, empfing sie ihn kühl. Er verbeugte sich leicht und sah sie einen Moment schweigend an. Dann erwiderte er: »So wird mir wohl weiterhin der Ruf als Bote schlechter Nachrichten bleiben.« Die Gräfin schwankte leicht, während ihre Hand Halt an der Lehne eines Stuhles suchte. »Dann heraus mit Eurer Botschaft. Schlimmer als es ist, kann es ohnehin nicht mehr werden.«
Die Frau tat ihm leid, aber es half nichts, er musste die Nachricht überbringen. »Euer Besitz, eine halbe Tagesreise von hier, wurde überfallen.« Die Gräfin sank kraftlos und bleich auf den Stuhl. Stumm, fast anklagend sah sie Richard an. »Ich weiß nicht mehr über den Umstand, als dass ich meine Begleiter dabei verloren habe und selbst kaum mit dem Leben davongekommen bin. Aber ich habe Euch ein Mädchen des Ortes mitgebracht, die den Überfall überstanden hat.« Dabei griff er hinter sich und führte die hinter ihm stehende Siena nach vorne. Ungelenk verbeugte sich das Bauernmädchen vor seiner Herrin.

Im Kindle-Shop: Adelsintrigen: Schicksalspfad des Tempelritters.
Mehr über und von Olivièr Declear auf seiner Amazon-Autorenseite.



'Das wilde Herz des Westens' von Alexandra Fischer

Kindle (unlimited) | Thalia | Taschenbuch
Zwei Frauen, zwei Banditen und ihr langer Weg nach Montana

Baltimore, 1865: Die junge Phoebe Ann Harrington träumt seit ihrer Kindheit davon, einen Cowboy zu heiraten. Mit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs sieht sie endlich ihre Chance gekommen und antwortet auf eine Heiratsannonce. Gemeinsam mit ihrer Freundin Briana Magee reist sie nach Missouri, um einen Fremden zu ehelichen.

Was sie nicht weiß, ist, dass ihr Bräutigam Silas Kennedy und sein Bruder Jesse gesuchte Banditen sind. Und so beginnt ein langer Weg quer durch die Prärie, auf dem alle Beteiligten nicht nur an ihre körperlichen Grenzen geraten, sondern auch ihren Geheimnissen auf die Spur kommen. Denn nicht nur die Kennedy-Brüder haben etwas zu verbergen, sondern auch Phoebes Freundin Briana, die von ihrer Vergangenheit verfolgt wird und damit alle in Gefahr bringt.

Leseprobe:
Blut, überall war Blut. Briana Magee starrte in die toten Augen ihres Onkels Caiden, der mit einem Loch in der Brust vor ihr auf dem Holzfußboden lag. Sein Blick wirkte überrascht, so als ob er nicht glauben könnte, was mit ihm geschehen war. Briana bekam kaum Luft. Sie roch den Tod. Das metallische Aroma des Blutes legte sich auf ihre Schleimhäute und sie würgte trocken.
»Geh Pilze sammeln«, hatte Caiden zu ihr gesagt. Sie war nur eine Stunde fort gewesen.
Langsam öffnete Briana die Haustür ein Sckchen weiter. Sie ahnte bereits, was sie als Nächstes sehen würde. Der Korb mit den Pilzen fiel zu Boden und die Champignons und Lacktrichterlinge rollten in die Blutlache zu ihren Füßen. Ein heiserer Schrei entrang sich ihrer Kehle. Biddy!
Ihre Tante saß in dem Schaukelstuhl, den sie so geliebt hatte, aber sie lächelte nicht dabei. Vielmehr hing ihr Kopf in einem eigenartigen Winkel zur Seite und die bleichen Lippen enthüllten ihre Zunge. Ihre Brust war ebenfalls zerfetzt, das Blut hinter ihr an der Wand verteilt. Briana ging zu ihr. Fassungslos berührte sie die roten Locken ihrer Tante und strich ihr über die schmalen Schultern. Biddys Herz schlug nicht mehr, und für eine Sekunde setzte auch Brianas aus. Sie krallte sich in Biddys grünes Leinenkleid. »Wach auf!«
Der Kopf ihrer Tante rollte herum und Briana sprang zurück. Panik erfasste sie. Biddy und Caiden hatten ihr versprochen, sie niemals zu verlassen. Sie hatten Briana versichert, dass in Amerika ein neues, besseres Leben auf sie wartete. Doch nach nur einem Jahr war dieses Leben vorbei. Ausgelöscht. Das Versprechen versickerte mit ihrem Blut im Holzfußboden und ließ sie einsam zurück. Briana zitterte. Sie zerrte an ihren Haaren, keuchte und spürte heiße Tränen auf ihren Wangen. Obwohl sie es nicht wollte, konnte sie nicht anders als auf ihre toten Verwandten zu starren. Heute Morgen waren sie noch alle gemeinsam am Frühstückstisch gesessen. Tante Biddy hatte Pfannkuchen gemacht und Onkel Caiden geschimpft, weil er unanständige irische Lieder gesungen hatte. Briana lachte und weinte gleichzeitig bei der Erinnerung daran. Ihr Schluchzen wurde immer hysterischer. Sie schlug sich ins Gesicht und wusste nicht, warum sie das tat. Vielleicht, weil sie sich von dem tauben Gefühl in ihrem Inneren ablenken wollte, vielleicht aber auch nur, um etwas zu tun. Irgendetwas.
Ihre Wangen glühten von ihren eigenen Schlägen, als sie mit einem Mal Stimmen hörte.
»Warum hast du das getan?«, fragte eine aufgebrachte Männerstimme.
»Ich schwöre, dass er etwas mit den Überfällen auf die Züge zu tun hat. Er hat’s geleugnet, aber ich wusste, dass er lügt. Diese verdammten irischen Katholiken nehmen uns nicht nur unsere Jobs weg, sondern bestehlen auch noch unseren Arbeitgeber! Du bist der Bahnhofsvorsteher, Elkanah, du musst verstehen, dass mir keine Wahl blieb. Der Vorarbeiter hat ihn mit diesem blauäugigen Iren aus Boston gesehen, diesem Henricks. Der holt seine Landsleute schiffeweise hierher und setzt sie für seine Zwecke ein!«
Briana lugte aus dem rückwärtigen Fenster mit der gesprungenen Scheibe. Sie sah zwei Männer, die die Gleise entlanggingen und auf ihre Hütte zuhielten. Einer war klein und stämmig, sein Gesicht wirkte zornig. Der andere überragte seinen Kameraden um mindestens zwei Köpfe. Er rieb sich aufgebracht sein bärtiges Kinn.
»Und wenn schon!« Briana hörte die Besorgnis in der Stimme des größeren Mannes. »Das ist Selbstjustiz!«
»Genau das ist es!« Der Kleinere ballte seine Hände zu Fäusten. »Liest du keine Zeitung? New York leidet unter dem irischen Mob! Sie tyrannisieren die Bevölkerung. Raubüberfälle, Taschendiebstähle, Schlägereien mit rivalisierenden Gangs. All das geht auf das Konto der verfluchten Iren. Wir brauchen dieses Gesindel hier nicht, Elkanah. Wir wissen doch alle selbst kaum, wie wir in Ellicott’s Mills überleben sollen! Eine Sägemühle nach der anderen stellt ihren Betrieb ein.«
»Seit wir die Bahnstation haben, geht es uns besser.«
Der Riss in der Scheibe zog sich durch die zwei sich nähernden Männer. Er schien sie zu trennen und ihre unterschiedlichen Ansichten zu untermalen. Ängstlich trat Briana einen Schritt zurück.
»Es ging uns gut, bis die B&O Railroad damit begann, Iren einzustellen. Dieser Henricks bringt einen stinkenden Paddy nach dem anderen in den Verladestationen unter. Ich sage dir, Elkanah, der Mob wird diese Stadt eines Tages überrennen, und dann gnade uns Gott!«
Der Angesprochene blieb stehen und packte seinen Kameraden am Hemdkragen. »Und deshalb bringst du eine Einwandererfamilie um? Sie haben uns nichts getan! Die Frau war Wäscherin im Patapsco Hotel.«
»Sie war eine dreckige Irin! Und ihr feiner Ehemann trug die Anstecknadel des Mobs.« Angewidert hielt der Kleine seinem Begleiter etwas unter die Nase. »Die teuflischen Kartoffelfresser machen bei allem gemeinsame Sache. Glaubst du etwa, sie hätten nur eine Sekunde gezögert, uns dasselbe anzutun? Dieser Henricks ist eine hinterhältige Ratte. Ich schwöre dir, dass er Stokes und Vaughn auf dem Gewissen hat.«
»Niemand kann beweisen, dass Henricks etwas mit den verschwundenen Kohlelieferungen zu tun hat.«
»Unsere Kollegen wurden hinterhältig erschlagen! Wann begreifst du das endlich? Denkst du, es ist Zufall, dass nur die Züge überfallen werden, die von den Iren beladen wurden? Die verschließen die Türen nicht richtig. Ich schwöre dir, Elkanah, da ist etwas im Gange, und ich werde mir das nicht länger mitansehen!«
Der groß gewachsene Mann schüttelte unwirsch den Kopf. Er betrachtete den Gegenstand, der ihm vors Gesicht gehalten wurde, und erwiderte: »All das rechtfertigt keinen Mord, Dave!«
»Es war kein Mord! Ich habe unsere Stadt beschützt. Und unsere Familien.«
»Willst du das jetzt mit jedem Iren in Ellicott’s Mills tun?«
»Wenn’s sein muss.« Der Mann namens Dave spuckte aus und warf den Gegenstand ins Gras. »Und du wirst mir dabei helfen, Elkanah! Du bist mein Schwager, und ich erwarte, dass du alles daransetzt, um meine Schwester und das Kind zu beschützen, das ihr noch geblieben ist. Iren haben in Ellicott’s Mills nichts verloren. Ebenso wenig wie Nigger.«
Elkanah blickte zur Hütte und Briana duckte sich instinktiv. »Sie hatten eine Tochter, weißt du das?«, hörte sie seine Stimme.
»Ich habe kein Kind gesehen. Und jetzt hilf mir, die Leichen der Kartoffelfresser wegzuschaffen.« Die Schritte kamen näher.
Briana sah sich um. Würden die beiden ihr dasselbe antun wie Biddy und Caiden?

Im Kindle-Shop: Das wilde Herz des Westens: Pionierzeit-Saga.
Im Thalia-Onlineshop: Buch bei Thalia
Mehr über und von Alexandra Fischer auf ihrer Website.



15. Januar 2019

'Schlanker Body 40+ Abnehmen und Haut straffen ohne OP' von Lisa Faustbrandt

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Sie sind 40+, übergewichtig und Ihre Haut sah auch schon straffer aus? Dann geht es Ihnen wie vielen Frauen in diesem Alter auch. Dieses Buch könnte vielleicht die Lösung Ihrer Probleme werden. Dies ist kein klassischer Ratgeber. Es gibt keine Abhandlung über Hitzewallungen, Kalorien-Berechnungen oder komplizierte Rezepte.

Die Autorin kommt schnell auf den Punkt. Konkret und praxisnah gibt sie Antworten auf Fragen wie z.B. diese hier:
- Kann man die Elastizität der Haut mit 40+ noch signifikant erhöhen und wenn ja, wie geht das?
- Wie wird das Gesicht wieder glatter und zwar ohne Spezialcreme, Botox oder Skalpell?
- Was kann man selbst tun, damit die Beine wieder traumhaft schön werden?
- Gibt es einen konkreten Tipp, damit der Bauch wieder sichtbar flacher wird?
- Wie schnell kann man mit 40+ sichtbare Resultate erzielen?
- Wie kann man das Bindegewebe wirklich stärken?
- Können die Innenseiten der Oberschenkel wieder an Form gewinnen und wenn ja wie?
- Worauf muss man achten, um bis zum Erfolg am Ball zu bleiben?
- Was muss man mit 40+ anders machen, um erfolgreich abzunehmen und das Gewicht dann auch zu halten?
- Warum ist die Anzahl der Mahlzeiten beim Abnehmen nicht wichtig?
- Welche 12 Ernährungstipps helfen dabei, abzunehmen und gleichzeitig die Haut zu straffen?
- Wie können Heißhungerattacken minimiert werden?
- Was ist der Unterschied zwischen dem „Ständig-Esser“ und dem „Selten-Esser“?
- Ist es möglich, die Fettverbrennung in nur 2 Schritten so richtig auf Trab zu bringen?

Es geht in konkreten Schritten um die Lösung der beiden sichtbaren Probleme: Übergewicht und schlaffe Haut. Das hier vorgestellte Konzept ist nicht allgemein gehalten. Konkrete Schritte begleiten Sie auf dem Weg zum schlankeren und strafferen ICH. Anhand der Informationen wird das Konzept an die jeweils ganz persönliche Ausgangslage angepasst und genau dieser Aspekt macht es erfolgreich. Bekanntes und Neues werden hier zu einem funktionierenden Ganzen kombiniert.

Starten Sie Ihre ganz persönliche Body-Reise zu einem schlankeren und strafferen ICH. Sie werden sich wieder so richtig wohlfühlen in Ihrem Körper.

Leseprobe:
Erinnern Sie sich noch an früher, unbeschwerte Sommer, ärmellose Blusen? Tolles Gefühl, nicht wahr? Tja, so ab 40+ oder vielleicht erst 50+ ist das Gefühl nicht mehr ganz so toll.

Weich, schwingend und irgendwie aus der Form geraten - Winkearme. Und wer Gewicht reduzieren konnte …. hat das „weiche und mitschwingende“ Problem noch deutlicher vor Augen.

Wenn man mit 40+ sein Gewicht reduzieren möchte und gleichzeitig die Haut straffen muss, sollte man das „Body-Projekt“ als Ganzes und nicht in einzelne Problemzonen aufgeteilt ansehen.

Die Sache mit dem „Abnehmen ab 40+“ wird nämlich sonst für viele zum Desaster. Frustrierend.

Oft nimmt man ab. Was dann folgt, sind neue Probleme. Entweder schlaffe Haut, die bei jeder Bewegung mitschwingt, oder der berühmte „Jo-Jo-Effekt“ als Folge einer falschen Diät.

Fakt ist: Sie müssen nicht hungern, um Gewicht zu verlieren. Im Gegenteil!

Regelmäßige Mahlzeiten sind das A und O einer erfolgreichen Ernährungsumstellung. Ziele werden so viel schneller erreicht.

Sie halten Ihren Hunger unter Kontrolle und nehmen einfacher ab. Sie werden Pfunde verlieren und dabei die Haut deutlich straffen.

Also Leinen los! Lassen Sie uns gemeinsam das Abenteuer „Abnehmen mit 40+“ beginnen.

Lassen Sie uns den Wechsel zu einem schlankeren und strafferen Body starten.

Abnehmen mit 40+ ist wie eine Abenteuerreise! Sie müssen Ihre Ziele festlegen, Ihre Route planen und dann abheben!

Wir wissen alle, wie es ist, wenn wir eine Reise planen.

Wir machen eine Bestandsaufnahme, planen die Reiseroute, nehmen einen Kompass mit, um von der Route nicht abzuweichen und lassen uns gespannt auf das Abenteuer ein.

Vor allem aber freuen wir uns riesig!! Also, wo ist das Lächeln auf Ihren Lippen?

Ok, legen wir mit der Bestandsaufnahme los. Das ist die beste Methode, um Ihr Problem sofort zu erkennen.

Eine moderne Frau?

Sie ist toll! Attraktiv. Mitten im Leben und 40+. Engagiert sich meist im Beruf. Managt das Familienleben.

Sie achtet auf Ihr Äußeres. Freie Zeit ist Luxus für sie. Wenn es ums Aussehen geht, so möchte sie vor allem sich selbst gefallen. Sich einfach wohlfühlen.

Im Kindle-Shop: Schlanker Body 40+ Abnehmen und Haut straffen ohne OP.



13. Januar 2019

'SOLIJON' von Giuseppe Alfé

Amazon | Tolino | Taschenbuch
Ulysses Magnus, ein alter Wissenschaftler und Kriegsheld, befreit auf einem entlegenen Planeten einen namenlosen Jungen aus den Fängen von Menschenhändlern. Dem Jungen fehlt jegliche Erinnerung an seine eigene Vergangenheit. Gemeinsam bereisen sie die Welten des Hexagons, eines intergalaktischen Staatenbundes, das von Menschen und verbündeten Alien-Völkern bewohnt wird.

Ulysses, der in den lange zurückliegenden Maschinenkriegen maßgeblich zum Sieg der Menschen beigetragen hatte, verweigert dem Militär sein Wissen über den alten Feind und fällt in Ungnade, sodass ihm ständig nachgestellt wird und er sich gezwungen sieht, nie zu lange an einem Ort zu verweilen. Auf Almaranah, einer Felseninsel, die Ulysses als Refugium dient, trifft er auf den Deserteur Brent Carpico und seine Familie. Gemeinsam brechen sie zur Verbotenen Zone auf, um Hinweisen über die mysteriöse Herkunft des Jungen nachzugehen, der sie begleitet.

Am anderen Ende der Sechs Welten erhält Matthew Miles, Captain der Astroflotte, vom Hexagon den Auftrag, im Grenzgebiet der Verbotenen Zone das verschollene Kriegsschiff Tide aufzuspüren. Sehr bald wird klar, dass eine technisch überlegene, unbekannte Macht für das Verschwinden der Tide verantwortlich sein muss. Ulysses und seine Freunde geraten ins Visier des Captains, als beide Gruppen kurz vor der Verbotenen Zone aufeinandertreffen. Die Begegnung ist von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Ihre Lage spitzt sich zu, als der unbekannte Feind seinen ersten offenen Angriff startet …

Mit seinem neuen Roman erweitert der Autor Giuseppe Alfé den Einblick in das Universum, das man bereits im Vorgänger-Roman HOVOKK kennenlernen durfte. Kritiker loben die ungewöhnliche Mischung aus Space Opera und Fantasy und die detailreichen Welten in seinen Geschichten.

Für kurze Zeit zum Aktionspreis von nur 1,99 Euro.

Leseprobe:
DER MANN MIT DEN TOTEN AUGEN
Womöglich war Persaniole die Rettung, sofern das Schicksal Ulysses Magnus gnädig gestimmt blieb. Vielleicht war der entlegene Planet, den Ulysses um jeden Preis zu erreichen gedachte, eine sichere Zufluchtsstätte. Alle Kräfte des alten Raumfahrers waren nur noch darauf ausgerichtet, Persaniole lebend zu erreichen. Vielleicht konnte er in den dichten, größtenteils noch unerforschten, dampfenden Dschungeln jener Welt dem letzten Verfolger entkommen, der ihm bis auf den Liner gefolgt war. Seit Stunden schlich Ulysses im Unterdeck des Passagierschiffs, fernab der Wohnunterkünfte durch verwaiste Korridore.
Ulysses hatte es schon lange kommen sehen. Er, der alternde Kriegsheld, der den verheerenden Maschinenkriegen durch den entscheidenden Sieg ein Ende bereitet hatte, war nun ein gejagter Mann. Wer auch immer der Initiator dieser Hetzjagd war, hatte einen ganzen Trupp auf ihn angesetzt. Ulysses hatte sie alle erfolgreich abhängen können. Nur ein einzelner Mann war ihm nach wie vor dicht auf den Fersen.
»Ich muss Persaniole erreichen; koste es, was es wolle!«, dachte Ulysses verbissen.
Sein Verfolger war nicht leicht zu täuschen. Er ließ sich auch nicht davon abschrecken, dass Ulysses zuvor auf der Sternenbasis Nova einem seiner Komplizen den Arm ausgekugelt hatte. Dass ein Mann seines Alters noch dazu fähig war, hätte bei seinen Jägern mächtig Eindruck machen müssen. Niemand konnte schließlich beim ersten Hinsehen damit rechnen, dass Ulysses für sein Alter immer noch erstaunlich kräftig und flink war. Er hatte die entsprechenden Merkmale, die in der Regel dazu führten, dass ihn seine Gegner unterschätzten: Schlohweißes Haar, das früher einmal kräftig und gewellt gewesen war, runzlige Haut und eine gemächliche Art, die Dinge anzugehen. Doch wehe, wenn man Ulysses Magnus reizte oder in die Ecke drängte.
Von all dem ahnte sein Verfolger nichts. Er konnte auch nicht wissen, dass Ulysses seine Präsenz ganz deutlich spüren konnte. Der alte Raumfahrer eilte durch einen spärlich beleuchteten Versorgungskorridor der Frachträume. Sein Verfolger glich einem lautlosen Schatten, den Ulysses nicht abzuschütteln vermochte.
Es war klar, dass Ulysses sich geschwind etwas einfallen lassen musste, um ihn auszuschalten.
Dies musste er bewerkstelligen, bevor sie Persaniole erreichten.
Auf jenem Planeten waren die echsenähnlichen Perssa beheimatet. Gemeinsam mit den Menschen und zwei weiteren Spezies zählten sie zu den Mitbegründern des interstellaren Staatenbunds - dem Hexagon. Die Perssa waren friedliche, hochentwickelte Zeitgenossen. Ulysses besuchte ihre Welt nicht zum ersten Mal. Doch es war rund vierzig Jahre her, seit er den Planeten zum letzten Mal besucht hatte. Seitdem war vieles geschehen.

Hinter sich vernahm Ulysses plötzlich kräftig auftretende Schritte. Der Verfolger ließ jegliche Vorsicht und Zurückhaltung fahren und setzte zum offenen Angriff an. Die letzte Etappe der Jagd begann. Ulysses rannte los, schwenkte um die nächste Ecke, in den nächsten Korridor. Er erblickte einen verwaisten Seitengang, der wesentlich heller ausgeleuchtet war. Die Laufschritte des Verfolgers kamen näher und näher. Beinahe hätte die Verzweiflung Ulysses‘ eigenen Lauf ausgebremst. Er rannte schnurstracks in eine Sackgasse. Ulysses saß in der Falle.
»Verfluchter Mist!«, jagte es ihm durch den Kopf. Ulysses verlangsamte seinen Tritt, drehte sich um. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Keuchend beäugte er den Kerl, der ebenso sein Lauftempo drosselte und augenblicklich eine Pistole zückte. Der Verfolger war einer von der diskreten Sorte. Auf dem Lauf der Pistole war ein Schalldämpfer aufgeschraubt.
Wutentbrannt starrte Ulysses auf den Mann, der einen schwarzen Overall und schwarze Stiefel trug. Bis auf einen schmalen Schlitz in der Augenpartie war sein Gesicht komplett in schwarzes Tuch gehüllt.
Die Klangfarbe seiner Stimme, die abgedämpft durch den schwarzen Stoff drang, passte zu seiner Erscheinung. Ohne Umschweife kam der Mann zur Sache: »Entweder kommst du freiwillig mit oder ich betäube dich an Ort und Stelle.«
»Wer schickt dich, Dreckskerl?«, fragte Ulysses trotzig. Ihm war völlig klar, wie hoffnungslos seine Lage war. Er trug keine Waffe, noch nicht einmal ein Messer bei sich.
Der Mann antwortete nicht, sondern machte Anstalten, seine Waffe abzufeuern. Dass der Mann offensichtlich ein Betäubungsmittel und keine todbringende Kugel zu verschießen gedachte, minderte die Bedrohlichkeit keineswegs.
»Wie du willst!«, knurrte Ulysses. Er sah sich gezwungen, seine biokinetischen Kräfte einzusetzen. Noch bevor der schwarze Kerl schießen konnte, schnürte Ulysses ihm mit bloßer Gedankenkraft die Kehle zu. Der Mann erstarrte. Hinter dem schmalen Sehschlitz seiner Maskierung trat das Weiß seiner Augen, vor Überraschung weit aufgerissen, deutlich hervor. Er konnte sich nicht mehr vom Fleck rühren. Sein ausgestreckter Arm verkrampfte. Hilflos rang er nach Luft. Mit triumphierendem Lächeln wiederholte Ulysses seine Frage: »Also? Wer schickt dich? Antworte!«
Immer noch stieß der Mann würgende Geräusche aus. In seinen dunklen Augen war nicht das geringste Anzeichen von Furcht zu erkennen. Er schien vielmehr immer wütender zu werden.
Ulysses sah sich gewarnt. Er hatte es mit einem schweren Brocken zu tun.
»Du beantwortest meine Frage lieber wahrheitsgemäß. Andernfalls töte ich dich.«
Sein Gegner erwies sich als verdammt zäher Bursche. Anstatt Ulysses' Frage zu beantworten, presste er mühsam hervor: »Fahr zur Hölle, du Feigling! Ich plaudere nie!«
Das war beileibe nicht das, was Ulysses hören wollte. Fieberhaft begann er zu überlegen. Er konnte ihn auf der Stelle töten und damit sein Problem vorerst lösen. Aber wenn man ihm bis auf das Schiff gefolgt war, konnte es nicht lange dauern, bis man die nächsten Verfolger auf ihn hetzte. Seine Flucht würde nie ein Ende finden; es sei denn, Ulysses fand heraus, wer der Auftraggeber war. Dieser ganz in schwarz gekleidete Typ, dessen Augen ihn durch den Sehschlitz hindurch widerspenstig ansahen, war der Schlüssel dazu.
Ulysses hatte noch andere, bemerkenswerte Fähigkeiten. Er war in der Lage, die Gedanken eines Menschen zu lesen. Aber dazu musste er diesen Kerl erst einmal mit Medikamenten ruhigstellen, da er offenkundig eine große Willensstärke besaß. So etwas mitten im Gang eines großen Liners durchzuführen, wo in jedem Augenblick andere Leute auftauchen konnten, war keine sonderlich gute Option. Es war nicht der richtige Ort dafür. Also musste Ulysses ihn vorläufig am Leben lassen.
»Lass die Pistole fallen. Sofort!«
Trotz seiner misslichen Lage brachte der Mann es fertig, zu grummeln. Immerhin gehorchte er. Polternd schlug die Pistole auf dem Boden auf.
Ulysses lockerte den Würgegriff um eine winzige Nuance. Den Rest des gegnerischen Körpers hielt Ulysses weiter unter Spannung. Ulysses trat nahe an ihn heran. Doch er musste keinen Angriff fürchten. Der Mann blieb unter seinem Bann. Hastig durchsuchte er die Hosentaschen und die Innenseite der enganliegenden Jacke des Mannes. Ulysses ertastete mehrere, kalte Gegenstände aus Metall, die er nach und nach hervorholte. Am Rücken trug der Kerl ein Kurzgewehr. Zwei weitere Pistolen und zwei Messer staken an den Wadenpartien seiner hohen Stiefel. Aus den Schenkeltaschen zog Ulysses ein Stilett und einen Wurfstern hervor. Er legte die Waffen der Reihe nach auf dem Boden außerhalb der möglichen Reichweite seines Gegners ab.
Nur mit Mühe verbarg Ulysses sein Entsetzen. Er hatte einen mustergültigen Auftragsmörder vor sich.

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Für Tolino: Buch bei Thalia
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12. Januar 2019

'Gut und Böse: Im Bann der Erinnerung' von Vivian M. Heesch

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Chione Vans glaubt, ein ganz normales Mädchen zu sein. Doch an ihrem achtzehnten Geburtstag beginnt sie, sich zu verändern. Erinnerungen an ihr altes Ich tauchen auf und stellen ihr bisher gekanntes Leben auf den Kopf. Auf ihr lastet eine große Verantwortung, der sie Gerecht werden muss. Zusammen mit ihren Geschwistern und Freunden muss sie in der Zeit zurückreisen, um die Welt, wie wir sie kennen, vor dem Untergang zu bewahren.

Mit dem ersten Band beginnt eine spannende Geschichte voller Verschwörungen und Intrigen, Dunkelheit und Licht. Tauche ein in eine fremde Welt voller Mysterien und Abenteuer!

Leseprobe:
Auf dem Weg nach Hause war sie so sehr in ihre Gedanken versunken, dass sie überhaupt nicht bemerkte, wie eine vermummte Gestalt über die Straße langsam auf sie zukam. Sie bemerkte ihren Verfolger erst, als dieser schon angriff. Sie erstarrte für einen Moment. Was passierte hier? Einen kurzen Moment war es, als würde die Zeit stehen bleiben, ihr Puls wurde wieder langsamer und eine unheimliche Ruhe überkam sie. In der Hand des Angreifers blitzte ein Messer auf, doch Chione reagierte instinktiv und packte den Arm des vermummten Fremden. Die Kapuze rutschte vom Gesicht und Chione erkannte, dass es ein Mann war. Er roch nach Schmutz und Schweiß, seine Zähne waren gelblich. Sie wusste genau, was zu tun war, ergriff den Arm des Mannes und schaute ihm fest in seine Augen. Dann stieß sie ihn mit übermenschlicher Kraft von sich. Es gelang Chione, sich dabei das Messer aus der Hand des Angreifers zu schnappen. Er krachte hart gegen die nächste Hauswand. Chione ging auf ihn zu, sie hatte keine Angst, Adrenalin schoss durch ihre Adern. Sie stand nun direkt vor dem Mann und schaute ihn immer noch fest an. Ihre Augen blitzten auf, der Fremde erwiderte ihren Blick beinahe ängstlich.
„Was wollen Sie von mir?“, fragte sie ruhig mit fester Stimme, die sie gar nicht so von sich kannte.
„Das weißt du doch bestimmt ganz genau, du dreckige kleine-“
„Wage es ja nicht diesen Satz zu beenden“, schnitt sie ihm das Wort ab. Sie kniete sich nun ganz dicht vor den Mann, das Messer immer noch in der Hand. Der Unbekannte hatte sich wieder gefasst und sah nun nicht mehr ganz so ängstlich aus.
„Wer bist du? Und was willst du von mir?“ Dieses Mal ließ sie die Höflichkeitsformel weg.
„Ich will dich vernichten. Ich wurde hergeschickt, um dich zu beseitigen.“ Seine Stimme klang gehässig und er grinste böse. Dann fing er an zu lachen. Ein verrücktes, hohes Lachen, wobei er seine verfaulten Zähne entblößte.
Chione holte aus und schlug dem Mann hart ins Gesicht. Sein Kopf flog beiseite und Blut spritzte aus seinem Mund. Er war bewusstlos. Sie hätte ihm auch die Kehle durchschneiden können, aber dafür war er ihr nicht gefährlich genug vorgekommen. Also stand sie auf und steckte sich das Messer in die Tasche. „Das behalte ich.“ Sie wandte sich von dem bewusstlosen Mann ab und setzte ihren Weg fort. In ihrem Kopf ließ sie die letzten Minuten revue passieren. Chione hatte sich selbst nicht erkannt. Woher hatte sie diese Kraft und woher hatte sie vor allem diesen Mut, diese Macht? Dieser Kerl wollte sie umbringen! Und sie hatte keine Skrupel gehabt ihn bewusstlos zu schlagen, das ließ sie vollkommen kalt. All das war neu für sie. Vorsichtig zog sie das Messer aus ihrer Tasche und erkannte, dass es gar kein Messer war, sondern ein Dolch. Chione hatte sich das Ding nicht so genau angesehen. Aber sie war sich sicher, dass irgendwelche Kleinkriminellen, Auftragskiller oder sonst irgendwelche zwielichtigen Leute nicht einen solchen wertvollen, altertümlichen Dolch verwenden würden.

*

Chiones Mutter hatte den Kaffeetisch gedeckt. Es gab den Zitronenkuchen vom Frühstück und noch einen Butterkuchen, für den ihre Mutter bekannt war. Auf einem Teller in der Mitte des Tisches lagen ein paar Kekse, daneben stand eine Karaffe gefüllt mit Kakao, eine Kaffeekanne und eine Teekanne. Luca hatte sich auf den Kakao gestürzt, Mia trank Kaffee und Chione trank Tee.
„Wir müssen dir noch unser Geschenk geben!“, meinte Luca zwischen zwei Bissen Kuchen. Er war schon bei seiner dritten Tasse Kakao.
„Pass auf Luca, sonst bekommst du Bauchschmerzen“, sagte Mia mit einem abfälligen Blick auf seine fast leere Tasse.
„Ach, Quatsch!“ Er schüttelte den Kopf und wandte sich an Chiones Mutter, die soeben das Esszimmer betrat und den drei Freunden zulächelte. „Emilia, der Kakao und der Kuchen sind echt super lecker!“
„Oh, vielen Dank Luca“, Chiones Mutter fühlte sich geschmeichelt.
Mia verdrehte die Augen. „Genau, dein Geschenk!“, erinnerte sie ihren besten Freund, der noch immer genüsslich kaute. „Warte eben, ich hole es kurz. Es ist in meiner Tasche.“ Sie flitzte aus dem Raum, so schnell, dass ihre roten Locken hinter ihr her wehten. Einen Moment später kam sie auch schon mit einem großen Päckchen im Arm zurück und legte es vor Chione auf den Tisch.
„Bitteschön! Dein Geschenk. Packe es aus.“ Sie blickte ihre Freundin fröhlich und erwartungsvoll an.
Das ließ Chione sich nicht zweimal sagen. Im Bruchteil einer Sekunde war das golden schimmernde Geschenkpapier aufgerissen und lag zerknüllt auf dem Boden. Zum Vorschein kam eine selbstgebastelte Minipyramide. Verdutzt schaute Chione die kleine Pyramide an. Sie fragte sich, was das sollte und ob das ihr Geschenk war. Sie wollte schon übermäßige Freude vortäuschen und sich bei Ihren Freunden für so ein kreatives Geschenk bedanken, doch dann erkannte sie, dass der Eingang offen war und man dort mit der Hand hineinfassen konnte. „Ist das ungefährlich?“, fragte sie etwas skeptisch.
„Na klar!“, erwiderte Luca ehrlich.
„Probier es doch aus!“ kam von Mia. Chione steckte die Hand in die Öffnung und tastete ein wenig umher. Ihre Finger berührten den Boden und die Wände der kleinen Pyramide. Dann ertastete sie ein festes, dünnes Etwas aus Papier. Sie zog es hinaus und erkannte, dass es ein Umschlag war. Sie öffnete ihn und las:

Liebe Chione,
alles, alles Liebe zu deinem achtzehnten Geburtstag. Das ist etwas ganz Besonderes und deshalb haben wir beschlossen, dir etwas Besonderes zu schenken. Also haben wir uns mit deinen Eltern besprochen und erfahren, dass du eine Reise nach Ägypten geschenkt bekommst. Da dachten wir, alleine willst du da bestimmt nicht hin. Deswegen werden wir dich begleiten! Die Pyramide ist nur eine sinnbildliche Verpackung.
Wir freuen uns, auf einen gemeinsamen Urlaub mit dir!
Deine beiden Freunde
Mia und Luca


Chione war sprachlos. Ihre Eltern und ihre Freunde waren ja total verrückt geworden! So eine Reise war schließlich nicht billig! Da mussten sie wohl ein super Angebot gefunden haben! Das war das größte Geschenk, das sie jemals von ihnen bekommen hatte.

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11. Januar 2019

'Immer wieder im Juni: Allgäuliebe 1' von Frida Luise Sommerkorn

Kindle | Tolino
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!

Theresia ist sich sicher, dass sich diese Weisheit nur ein Träumer ausgedacht haben kann. Denn als einzige von drei Geschwistern tritt sie das Erbe des Vaters an und muss sich um Hof und Käserei kümmern, obwohl sie viel lieber ihre Kreativität ausleben würde. Dabei ist ausgerechnet Mutter Traudl ein Klotz am Bein. Und auch Ehemann Quirin verzieht sich lieber auf die Alpe, als in ihrer Nähe zu sein. Um dem Alltagsstress zu entkommen, flüchtet sie in das Zimmer ihres Vaters und macht dabei eine verhängnisvolle Entdeckung.

Wer war die Frau, die ihrem Vater so wunderschöne Liebesbriefe geschrieben hat? Und welche Beziehung hatte sie zu ihrer Familie? Denn Fotos beweisen, dass sie hier auf dem Hof gelebt haben muss.

Um ihre Gedanken zu entwirren, steigt Theresia auf ihren Hausberg, den Grünten. Doch auch das erweist sich als keine gute Idee, denn schon wartet der nächste Albtraum auf sie ...

"Immer wieder im Juni" ist der erste Teil der Allgäuliebe-Trilogie, faszinierend wie die Besteigung der Berge und wildromantisch wie der Duft einer Heublumenwiese.

Leseprobe:
Früher ...
Wehmütig saß sie auf der alten Bank des zugigen Bahnsteigs und hielt ihre Tasche fest umschlungen. Das war jetzt also aus ihr geworden. Eine junge Frau auf der Flucht. Jedenfalls fühlte es sich so für sie an.
Eigentlich war sie voller Euphorie in ihre Heimat zurückgekehrt, wollte im Schoß der Familie Kraft tanken. Ein bisschen auf dem Hof arbeiten, Freunde treffen, eben das Leben ihrer Jugend genießen. Aber nun war schon wieder alles vorbei. So schnell hatte sie nicht wieder Abschied nehmen wollen.
Natürlich wollte sie auch nicht ewig hierbleiben. Noch war ihre Abenteuer- und Entdeckerlust nicht gestillt. Aber das Schicksal hatte andere Pläne mit ihr gehabt. Wer konnte schon ahnen, dass sie ausgerechnet hier ihre große Liebe finden würde. Und nicht nur die, es gab jetzt auch ein kleines Wesen, so zerbrechlich und doch mit einem starken Blick, für das sie hätte da sein müssen.
Wieder überkam sie das tiefe Schluchzen. Sie musste sich jetzt zusammenreißen, wollte nicht auffallen. Auch wenn so früh am Morgen erst wenige Leute unterwegs waren, keiner durfte davon erfahren, dass sie heimlich und widerstrebend aufgebrochen war.
SIE hatte ihr eindringlich dazu geraten, hatte das neue Leben in den schönsten Farben gemalt und ihr dann aufmunternd auf die Schulter geklopft. So, als wären sie beste Kumpel. Aber das waren sie nicht. Sie waren mehr als das. Nur dass sie SIE enttäuscht hatte und nun dafür büßen musste.
Aber vielleicht hatte SIE recht. Wahrscheinlich war es für alle am besten, wenn sie nicht mehr dazwischenstand. Und so mittellos wie sie war, hätte sie niemals auch noch für ein Kind sorgen können.
Ja, sie wollte die Welt entdecken und frei sein, jedenfalls hatte SIE ihr das eingeredet. Immer und immer wieder, bis sie es selbst glaubte.
Und dann der Abschiedsbrief. Auch den hatte SIE für sie vorgeschrieben. Sie musste ihn nur Wort für Wort übernehmen. Die Schmerzen, die sie dabei empfand, hatte sie verdrängt. So wie alles andere auch.
Warum hatte er sich auch nicht für sie entschieden? Warum konnte er nicht zu ihr stehen und ein gemeinsames Leben mit ihr beginnen? Sie hatten doch so viel zusammen erlebt! Sie hätten eine wunderschöne Zeit miteinander haben können! Sie hätten reden und eine Lösung finden müssen. Aber Reden war noch nie seine Stärke gewesen. Lieber zog er sich zurück und ließ die Dinge auf sich zukommen.
Schluchzend legte sie die Hände vor das Gesicht. Nein, sie wollte diesen Schritt nicht gehen und tat es doch. Sie war genauso wie er, hatte auch zu wenig Mut.
Mit quietschenden Bremsen hielt der Zug an. Automatisch stand sie auf, strich sich ihre Kleidung glatt, nahm die Tasche und bestieg den Zug.
Sie sah nicht ein einziges Mal zurück.

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10. Januar 2019

'Geliebte Mörderin: Schatten der Vergangenheit' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Valencia - spanische Metropole am Mittelmeer. Wer ist die junge Frau, die an einem sonnigen Herbsttag tot am Strand liegt? Der Journalist Pierre Schneider kannte die Tote. Er weiß, dass es Mord war und kein Unfall, wie die Polizei behauptet. Die Frau musste sterben, weil sie einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur gekommen war.

Ein russischer Astrophysiker hat sich auf ein gewagtes Spiel eingelassen. Er verfügt über Informationen, die er gegen ein hohes Gut eintauschen will – Freiheit für sich und seine Familie.

Seine Spurensuche führt Pierre weit in die Vergangenheit, bis in den spanischen Bürgerkrieg und den Exodus spanischer Kinder in die Sowjetunion der Stalin-Ära. Bald wünscht er sich, er hätte die Suche nie begonnen.

Leseprobe:
Valencia, Herbst 2003
Ich bearbeitete handschriftliche Notizen, schrieb Kurzgeschichten, manchmal auch Kolumnen für eine französische Zeitung, für die ich früher schon gearbeitet hatte. Ich verdiente nicht viel, aber ich lebte einigermaßen sorgenfrei. Wenigstens immer so bis zum 25. des Monats, die restlichen Tage waren stressig, auch deshalb, weil weder die Zeitung noch der Verlag pünktlich zahlten. Meistens kam das Geld erst am 3. bis 5. des folgenden Monats und an den Tagen gab's dann keinen Vino tinto.
Es ging in den Spätherbst und abends wurde es spürbar früher dunkel. Der Weg zum Strand war ein gemütlicher Spaziergang von einer viertel Stunde. Ich ging bis zur Mole, wo der Hafen anfängt. Dort setzte ich mich auf einen großen Stein, zündete mir eine Zigarette an und sah zufrieden in den abendlichen Himmel. Das Leben war gar nicht so schlecht, wie ich es mir eingerichtet hatte.
Ein Mädchen kam den Strand entlang, direkt auf mich zu. Sie hüpfte und tänzelte spielerisch in der Gischt, den die Wellen im Sand hinterlassen, wenn sie zurückfließen. Höchstens vierzehn, dachte ich, als sie vor mir stehen blieb. Sie schien im Wasser gewesen zu sein, das bunte Baumwollkleid klebte an ihrem nassen Körper. Die langen blonden Haare waren nass und hingen ihr wirr um den Kopf. Sie bemerkte meinen Blick und fuhr sich mit den Fingern durch die strähnigen Haare.
»Hast du eine Zigarette?«, fragte sie.
»Dafür bist du noch zu jung«, sagte ich.
»Wie alt muss ich dafür sein?«
»Ich weiß nicht. Sechzehn?«
Sie kicherte. »Das ist gut. Ich bin sechzehneinhalb.«
Ich musste lachen. »Das glaube ich dir nicht. Wenn ich dich reden höre, scheinst du achtzehn oder zwanzig zu sein, aber du siehst aus wie vierzehn.«
»Kann man das irgendwie feststellen?«, fragte sie.
»Natürlich. An deinen Titten. Das kann ich fühlen.«
Sie trat dicht vor mich hin und sagte: »Dann fühle. Fürs Anfassen bekomme ich aber eine Zigarette.«
»Wie heißt du?«, fragte ich.
»Immer schön der Reihe nach. Meinen Namen sage ich dir für eine zweite Zigarette.«
Ich stand auf und legte meine Hände auf ihre Brüste. Sie waren hart und fest, ich fühlte ihre Knospen. Ich bewegte langsam meine Finger und ihre Knospen wurden fester.
»Setz dich neben mich«, sagte ich, zog die Packung Zigaretten und Streichhölzer aus der Tasche und gab ihr eine Zigarette.
»Ich bekomme zwei Zigaretten. Du hast beide Brüste angefasst. Wie alt bin ich nun?«
»Achtzehn oder zwanzig. So fühlen sich deine Titten an.«
Ich gab ihr eine zweite Zigarette und wir saßen auf den warmen Steinen und rauchten. Nach einer Weile sagte sie: »Ich heiße Carmen und wie heiß du?«
»Muss ich dir eine Zigarette für deinen Namen geben?«
»Wenn du mir deinen sagst, nicht. Dann ist es ein Tausch.«
»Ich heiße Pierre.«
»Klingt französisch.«
»Mein Vater war Franzose. Ich bin Deutscher. Dein Name ist viel schöner. Carmen, das ist Flamenco und Tanz, heiße Sonne und Rotwein.«
»Ich kann Flamenco tanzen«, sagte sie, stand auf, stemmte die Arme in die Seite und machte ein paar stampfende Schritte.
»Hier auf dem Sand geht das nicht. Zum Tanzen brauche ich harten Boden. Wenn du mich zu einer Tasse Kaffee einlädst, tanze ich für dich.«
»Ich weiß nicht recht. Vielleicht bist du ja doch erst vierzehn. Ich müsste dich ohne Kleid sehen.«
Sie stand auf, hüpfte ein paar Tanzschritte von mir fort und drehte sich um.
»Aber nicht gucken. Du darfst mich nackend sehen, aber nicht, wie ich mich ausziehe.«
»In Ordnung.«
Ich wandte mich zum immer dunkler werdenden Himmel und hielt mir die Hände vor das Gesicht.«
»Jetzt darfst du mich ansehen.«
Sie reckte die Arme hoch über den Kopf und drehte sich in tänzelnden Pirouetten. Sie hatte die Figur einer Tänzerin, nicht ganz so jung, wie ich gedacht hatte, aber viel zu jung.
»Es ist gut«, sagte ich. »Ziehe dein Kleid wieder an. Wir trinken Kaffee und vielleicht möchtest du auch ein Brötchen.«
Über den breiten Sandstrand gingen wir zur Promenade, und Carmen tänzelte mit spielerischen Flamenco-Schritten neben mir her. Touristen kamen im Spätherbst nicht mehr in die Stadt, und die meisten Lokale hatten um diese Tageszeit geschlossen. Nur die Cafeteria neben dem Hotel Neptuno hatte noch geöffnet.

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