31. Mai 2017

'Wir wollten nur Dich' von Paula Henkels

Erbanlagen lassen sich nicht weglieben.
Das weiß ich heute. Das weiß meine ganze Familie heute. Doch ehe wir das begriffen haben, mussten so viel Schmerz, Entsetzen und Erschütterung ertragen werden.

Wie es begann, als wir endlich den sechs Monate alten Adoptivsohn in die Arme schließen konnten, ihm stets alle Liebe der Welt schenkten, und wie es 31 Jahre danach endete, können Sie hier nachlesen.

Gleich lesen: Wir wollten nur Dich: Traum und Albtraum Adoptivkind

Leseprobe:
Am 2. Dezember 1984 versetzte mich ein Anruf von Frau Meier in helle Aufregung. Wir sollten zu ihr kommen, wenn möglich schon am nächsten Tag. Es gebe einen sechs Monate alten Jungen namens Benjamin, der zeitnah untergebracht werden müsse. Er sei von seiner Mutter zwei Tage und Nächte unversorgt in der Wohnung zurückgelassen worden. Zum Glück habe die Großmutter das Jugendamt verständigt, nachdem sie vergeblich versucht hatte, in die Wohnung der Tochter zu gelangen, in der ihr Enkel aus Leibeskräften schrie. Die Mutter sowie der viel ältere Vater hätten ein Alkoholproblem.
Da die Mutter schon einmal ein Kind im Stich gelassen habe, stehe außer Frage, dass Benjamin wohl das gleiche Schicksal ereilen würde. Das erste Kind war der Mutter damals ebenfalls entzogen worden.
»Ich glaube, dass ich Ihnen mit dem Kind etwas Seltenes bieten kann. Und sollten Sie bei Benjamin das Gefühl haben, ›dieses oder keines!‹, haben Sie ein Pflegekind«, sagte der grauhaarige Dutt abschließend.
Mein Herz raste wie nach einem Marathonlauf. Benny, wie ich ihn in meinen Gedanken schon nannte, schien ein Kind zu sein, das wir auf Dauer behalten konnten. Ohne mit Horst zu sprechen, sagte ich unser Kommen einfach zu.
Es bedurfte meiner ganzen Überredungskunst, Horst zu überzeugen mitzukommen. Er wollte nicht noch vor unserem Urlaub ein Kind aufnehmen. Zähneknirschend ging er schließlich doch zum vereinbarten Termin mit. Noch im Paternoster des Jugendamtes versuchte er mir klarzumachen, dass der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein könnte.
»Denk nur mal daran, wie viel Arbeit wir vor Weihnachten haben? Da bleibt keine Zeit, sich um einen Säugling zu kümmern. Von unserem Urlaub ganz zu schweigen, wie soll das gehen? Soll ich vielleicht einen Hänger anschaffen, wenn wir auch noch einen Kinderwagen mitnehmen müssen? Du musst verrückt sein, wenn du denkst, ich würde bei so einem Blödsinn mitspielen.«
»Sei nicht so grantig, noch haben wir das Kind ja nicht«, versuchte ich ihn zu beruhigen.
Als wir die Tür zu Frau Meiers Zimmer öffneten, leuchteten uns die größten blauen Augen an, die ich jemals gesehen habe. Das kleine Kerlchen hatte blonde Haare und strahlte uns, nein, falsch, strahlte Horst an und streckte ihm, ohne dass überhaupt ein Wort gewechselt worden war, seine Ärmchen entgegen. Es schien so, als ob er sagen wollte, auf euch habe ich gewartet. Sein Strahlen ließ mich sogar über sein verschmiertes Gesicht, die ärmliche Kleidung und den ramponierten Buggy hinwegsehen. Ich war hin und weg. Wie es Horst ging, konnte ich nicht einschätzen, da er ohne zu zögern auf den Kleinen zuging, um ihn aus dem Buggy zu befreien und ihn auf seinen Arm zu nehmen.
»Na, das scheint ja mal Liebe auf den ersten Blick zu sein«, schmunzelte Frau Meier.
Als ob der kleine Wicht diese Aussage bekräftigen wollte, legte er die Ärmchen um Horsts Hals und schmiegte sein schmuddeliges Gesichtchen an die Wange meines Mannes. Das war so ein herzergreifender Anblick, dass ich ohne zu fragen ein Foto machte. Dabei schossen mir vor lauter Rührung Tränen in die Augen und ich wusste, dieses Kind wollte ich. Klar war aber auch, wie schwer es sein würde, Horst begreiflich zu machen, dass wir trotz vieler Arbeit in der Weihnachtszeit und gebuchtem Urlaub Benny übernehmen konnten.
Die Dame mit dem grauen Dutt bemerkte natürlich, dass ich Feuer und Flamme war, Horst aber sehr zögerlich blieb, auch wenn er nicht verbergen konnte, wie angetan er von dem Knirps war. Wir bekamen den Rat, in jedem Fall unsere Entscheidung zu überschlafen. Sollte sie zu Benjamins Gunsten ausfallen, müssten wir zuvor seine Mutter kennenlernen, da ihr laut Gesetz ein Besuchsrecht zustand.
Frau Meier verschwieg uns auch nicht, dass bei Benjamin durch die Alkohol-krankheit der Eltern im Laufe seiner Entwicklung psychologische Behandlungen notwendig werden könnten. Im Alter von sechs Monaten lasse sich nie voraussagen, ob Kinder alkoholgeschädigter Eltern einen Schaden erlitten hätten, der sich später zeigen würde.
Diese Warnung war für mich damals kein Kriterium, um mich davon abzuhalten, das Würmchen aufzunehmen.
»Ich bin überzeugt«, sagte ich, »dass wir ein so junges Kind durch eine liebevolle Erziehung so formen können, dass Erbanlagen keine Rolle mehr spielen.«
Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Horst fassungslos war. Er verstand nicht, warum ich über seinen Kopf hinweg Meinungen rausposaunte, über die wir nie gesprochen hatten, doch ich ließ mich davon nicht beeindrucken und fuhr fort: »Den Begriff ›schwer zu händelndes Kind‹ hat unsere Tochter schon von Geburt an gepachtet. So etwas kann es kein zweites Mal geben. Benjamin wirkt vollkommen anders als unsere Tochter. Susi war von Anfang an schwierig. Die ersten vier Jahre ihres Lebens hat sie uns Nacht für Nacht auf Trab gehalten. Fröhlichkeit war für sie im Kleinkindalter ein Fremdwort. Und als Tommy auf die Welt kam, wurde alles noch schlimmer. Sie war von Eifersucht zerfressen, bildete sich ein, ich würde Tommy mehr liebhaben als sie. Dabei war dies nicht der Fall. Im Gegenteil, Tommy forderte von uns nie so viel Aufmerksamkeit wie Susi. Aber Kinder die einen ständig fordern, hören vielleicht manchmal eher Worte wie: ›jetzt ist aber mal Schluss‹, als Kinder, die nur pflegeleicht sind. Ich bin jedenfalls froh, dass wir mit der Zeit unserer Großen mit viel Liebe beibringen konnten, dass sie genauso geliebt wird wie ihr Bruder und die Zeiten der Feindlichkeit vorbei sind.« Ich warf erneut einen Blick auf den Jungen. »Dagegen wirkt Benjamin ruhig, lieb, fröhlich, zutraulich und anschmiegsam. Und das, wo wir ihm doch vollkommen fremd sind. An die Macht der Gene glaube ich nicht.«
»Frau Lange, da muss ich Ihnen widersprechen, mit liebevoller Erziehung allein können Sie vererbte Gene nicht aus dem Weg räumen«, dämpfte Frau Meier meine Zuversicht.
Heute weiß ich, dass ich besser mal an die Macht der Gene geglaubt hätte.

Im Kindle-Shop: Wir wollten nur Dich: Traum und Albtraum Adoptivkind

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'Es war einmal in Deutschland' von Stefan Barth

Deutschland, April 1945, die letzte Kriegswoche.
Der vom langen Krieg desillusionierte Landser Heinrich erfährt, dass seine Frau und eins seiner beiden Kinder bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Er desertiert, um an die Seite seiner jüngsten Tochter zu eilen. Doch er gerät in die Fänge einer SS-Einheit.

Der fanatische Obersturmbannführer von Starnfeld macht kurzen Prozess mit Vaterlandsverrätern und hängt Heinrich am nächsten Baum auf. Als er von der jungen Bäuerin Elsa vor dem sicheren Tod gerettet wird, glaubt Heinrich, seinen Heimweg fortsetzen zu können. Stattdessen gerät er in einen blutigen Konflikt um das versteckte Gold einer ermordeten jüdischen Industriellen-Familie.

Um nach Hause zu kommen zu seinem Kind, muss Heinrich ein letztes Mal kämpfen. Härter als je zuvor.

Gleich lesen: Es war einmal in Deutschland

Leseprobe:
Er hört sie, als er ungefähr die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht hat. Das dunkle Brummen der schweren Motoren erfüllt die Frühlingsluft und verdrängt das Gezwitscher der Vögel.
Er bleibt nicht stehen, behält den Laufschritt bei und dreht den Kopf. Sieht sie über die Straßenkuppe kommen. Ein VW Kübelwagen 82, ein BMW Kraftrad R 75 und ein Opel Lastwagen.
Deutsche.
Wehrmacht.
Kein Laufschritt mehr – er rennt.
Ein Typ in Uniform, der vor seinen eigenen Leuten davon läuft, da braucht man kein Nobelpreisträger sein, um zu wissen, dass man einen Deserteur vor sich hat. Aber was soll er sonst tun? Einfach lässig weitertraben, so als sei nichts geschehen? Hoffen, dass sie ihm im Vorbeifahren einfach nur kameradschaftlich zuwinken? Ihm eine gute Reise wünschen und liebe Grüße an die Familie? Hoffen, dass sie Wichtigeres zu tun haben, als sich mit ihm zu befassen? Zum Beispiel ihre Ärsche ins letzte, sinnlose Gefecht werfen?
Nein. Er hat keine Wahl. Er muss rennen.
Um sein Leben.
Dabei hat er bisher so viel Glück gehabt. Mehrere Wochen unterwegs. Keine Chance, die verdammte Uniform loszuwerden. Und trotzdem ist es ihm immer gelungen, den eigenen Leuten auszuweichen. Er hat im Dreck geschlafen, bei Wind und Wetter, hat sich von jeder Stadt, jedem Dorf, jedem Gehöft ferngehalten. Außer um hier und da mal Nahrungsmittel zu klauen. Es hätte sicher Menschen gegeben, die bereit gewesen wären, zu helfen. Aber das weiß man nicht, wenn man vor ihnen steht. Und sich einfach darauf verlassen?
Nein.
In diesen Tagen kann man niemandem trauen.
Niemandem, außer sich selbst.
Selbst dann kann man einfach Pech haben. So wie er jetzt. Vor fünf Minuten noch hat er im Wald auf der anderen Straßenseite gehockt. Hatte das letzte Stück Schokolade aus der Silberfolie gepult und sich in den Mund geschoben. Energie. Die Sonne hatte ihm wohlig ins Gesicht geschienen und er hatte diesen Moment genossen, hatte ein paar Minuten so verharrt, die Schokolade im Mund schmelzen lassen, die Sonne warm auf seiner Haut. Vielleicht sind ihm diese paar Minuten jetzt zum Verhängnis geworden.
Nein, denkt er, es ist einfach Pech.
Er hat in den letzten Jahren eine Menge Männer gesehen, die Pech hatten. Dutzende. Hunderte. Männer, die nie wieder nach Hause zurückkehren werden.
Nach Hause.
Diese zwei Worte geben ihm die nötige Kraft, noch schneller zu laufen. Der schützende Waldrand kommt näher. Nicht mehr weit, fast geschafft.
Auf der Straße brummen noch immer die Motoren, aber irgendetwas an ihrem Geräusch ist anders, und er weiß auch sofort was – sie schalten. Die Angst ist wie eine eiskalte Faust in seiner Magengrube.
Ein Blick über die Schulter bestätigt, was er geahnt hat. Kübelwagen, Motorrad und Lastwagen sind von der Straße auf den Rasen gebogen. Dreck spritzt hinter ihren Reifen in die Höhe.
Sie haben ihn gesehen und sie wollen nicht an ihm vorbeifahren und ihm zuwinken.
Nein, sie heften sich an seine Fersen. Sie wollen ihn schnappen. Sie wissen, was er ist und sie wollen ihn dafür bestrafen. Das muss sein, werden sie sagen, zur Abschreckung für alle anderen.
Er hat einige gesehen, die, so wie er, alles hingeschmissen haben und nach Hause wollten. Er hat ihre Körper gesehen, wie sie an Bäumen und Straßenmasten baumelten, an Brückenpfeilern und Telefonmasten. Wie Vögel auf ihren Schultern saßen und mit spitzen Schnäbeln nach ihren Augen hackten.
Es hat ihn nicht abgeschreckt. Es hat ihn bestätigt.
So will er nicht enden. Nicht nachdem er sechs Jahre Krieg überstanden hat. Er darf so nicht enden. Er kann nicht zulassen, dass die kleine Karin ohne Vater aufwächst.
Er muss überleben.
Also rennt er noch schneller. Seine Beine fliegen über den Rasen. Einmal im Wald, kann er sie bestimmt abhängen. Vielleicht verlieren sie die Lust auf dieses Spielchen, sobald es anstrengend wird. Sie werden müde sein, kaputt, erschöpft, so wie alle Soldaten.
Das hofft er jedenfalls.
Und dann tritt er in das Erdloch.
Der Schmerz explodiert in seinem Knöchel wie eine Panzergranate und schießt nach oben, durch sein gesamtes Bein. Er schreit und er stürzt, schlägt der Länge nach hin und der Aufprall haut ihm die Luft aus den Lungen.
Der Schmerz ist grell und bunt und laut, aber er kämpft sich trotzdem wieder auf die Beine.
Seine Verfolger haben aufgeholt.
Er kann jetzt sogar Gesichter erkennen, die der Männer auf dem Motorrad und im Beiwagen, die der Männer im Kübelwagen, einer von ihnen bestimmt ein Offizier, und die der Soldaten, die von der Ladefläche des Lastwagens über das Führerhaus blicken.
Weiter, treibt er sich an, weiter.
Aus dem Rennen wird ein klägliches Humpeln, der Schmerz pocht und pumpt und pulsiert.
Und dann ist er da, der Waldrand. Er taumelt zwischen die ersten Bäume, verliert das Gleichgewicht, kann sich vor einem weiteren Sturz bewahren, in dem er sich an einen dünnen Baumstamm klammert.
Ein Blick zurück. Sie haben angehalten und er sieht die Soldaten von der Ladefläche des Lastwagens springen, Maschinenpistolen und Karabiner in den Händen. Der Fahrer des Motorrads, ein hünenhafter Kerl, gestikuliert wild mit den Armen und brüllt etwas.
Er sieht noch etwas anderes.
Ihre Uniformen.
Nicht Wehrmacht.
SS.
Sie rennen auf den Waldrand zu und plötzlich glaubt er nicht mehr daran, dass sie die Lust verlieren, sobald es anstrengend wird. Nein, diese Typen sind Schäferhunde, abgerichtet und bissig, die geben nicht eher auf, bis sie ihre spitzen Zähne in sein Fleisch versenken können.
Er stolpert weiter. Weiß, dass seine Chancen auf Null gesunken sind, aber er wird trotzdem nicht aufgeben.
Er hört sie hinter sich durchs Unterholz brechen wie ein Rudel Wildschweine. Sie werden ausschwärmen und versuchen, ihn in die Zange zu nehmen.
Dann fangen sie an zu schießen.
Eine Maschinenpistolen-Salve frisst sich durch Bäume und Blätter, geht aber noch weit an ihm vorbei. Der Wald ist dicht und wäre noch undurchsichtiger, wenn schon mehr Blätter an den Bäumen wachsen würden. Aber dafür ist es zu früh, es ist April, der Baumbewuchs noch spärlich und deswegen können sie immer sehen, wo er ist.
Der nächste Schuss kommt aus einem Karabiner und der Schütze scheint sich die Zeit genommen zu haben, stehenzubleiben und zu zielen. Das Geschoss zerfetzt dicht neben ihm die Baumrinde und spritzt sie schmerzlich in sein Gesicht.

Im Kindle-Shop: Es war einmal in Deutschland

Mehr über und von Stefan Barth auf seiner Website.



30. Mai 2017

'Bitterblutige Wahrheit' von Ilona Bulazel

»Wie eine lebende Fackel drehte sich Nadja im Kreis, als könnte sie sich so aus den schmerzhaften Klauen des Todes winden – doch dieser trieb ein grausames Spiel mit der Sterbenden und schien die Darbietung zu genießen, bevor er sich endlich erbarmte und dem kräftigen Herz in Nadjas Brust gestattete, das wilde Hämmern einzustellen.«

Max von Bernau hat alles genau geplant. Die Neueröffnung seines Luxushotels muss unbedingt ein Erfolg werden, sonst ist er ruiniert. Doch dann bricht ein Unwetter biblischen Ausmaßes über den Schwarzwald herein und die Anlage ist von der Außenwelt abgeschnitten. Noch in der gleichen Nacht beginnt das grausame Morden und nicht nur die Gäste müssen um ihr Leben bangen.

Einzig Oberkommissar Müller, der die Abgeschiedenheit des Hotels nutzen wollte, um sich seinen Dämonen zu stellen, kann den Täter aufhalten. Der fordert ihn mit weiteren Bluttaten heraus und der Polizist erkennt, dass nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Umgeben von tiefem Hass, Gier und dem Wunsch nach Rache macht er sich auf die Suche nach der bitterblutigen Wahrheit …

Gleich lesen: Bitterblutige Wahrheit: Kriminalroman

Leseprobe:
Das Gebäude war verloren. Die Flammen loderten in den Nachthimmel, versuchten, so schien es, die Sterne zu berühren, und erhellten die Dunkelheit auf gespenstische Weise. Die Löschzüge der Feuerwehr erreichten viel zu spät das imposante Hotel, das seit fast hundert Jahren hier oben auf einer der kargen Bergspitzen des Schwarzwaldes thronte, um stressgeplagte Städter mit verwöhnten Gaumen zu beherbergen.
All die Jahre hindurch hatte man sich dort unermüdlich um die Sorgen und Nöte der Gäste gekümmert. Und stets, bis auf ein paar unbelehrbare Ausnahmen, waren die Besucher nach ihrem Urlaub mit gelösten Gesichtszügen und zugegeben auch drastisch geleerten Geldbeuteln abgereist. Trotz aller Bemühungen ließ sich allerdings nicht kaschieren, dass das Familienhotel seine besten Tage bereits hinter sich hatte. Die Gäste eilten nicht mehr so zahlreich herbei wie in den Jahren zuvor, und die Konkurrenz, die mit modernen und schicken Gebäuden aufwarten konnte, ließ die Übernachtungszahlen der Herberge stetig sinken.
Aber das spielte jetzt keine Rolle mehr, denn es würde sowieso nichts von dem altehrwürdigen Haus übrig bleiben. Die Flammen schossen aus den Fensteröffnungen, hatten sich längst durch den Dachstuhl gekämpft und beschlossen, alles dem Erdboden gleichzumachen.

Nadja schlief tief und fest. Die Achtzehnjährige hatte gerade einen wunderschönen Traum: Sie lag an einem exotischen Strand in den Armen eines Filmstars und spürte die Sonne auf der Haut. Doch plötzlich wurde ihr die Wärme unangenehm, die Traumbilder zerflossen vor ihrem geistigen Auge und sie schrak auf.
Für einen Moment war sie orientierungslos, dann fiel es ihr wieder ein. Berni, einer der Azubis, hatte ihr den Schlüssel zur Romantiksuite besorgt, nachdem sie sich bei ihm über ihre Mitbewohnerin beklagt hatte. Ein nettes, übergewichtiges Mädchen, das genau wie Nadja ein Praktikum im Hotel absolvierte, im Angestelltentrakt wohnte und die leidige Angewohnheit hatte, wie ein Bär zu schnarchen.
Berni hatte versucht, sich mit seinem Regelverstoß bei Nadja beliebt zu machen. Sie wusste, dass er sehr an ihr interessiert war. Sie hatte schon früh bemerkt, wie hilfreich ihr gutes Aussehen und ein bisschen weibliche Raffinesse sein konnten, um das zu bekommen, was man wollte. Zwar war sie deshalb häufig in Schwierigkeiten geraten, hatte sich aber doch immer wieder herauslavieren können. Nur ihre ältere Schwester ließ sich nicht um den Finger wickeln.
Sie hatte ihr ein Ultimatum gesetzt: »Entweder du bekommst dein Leben in den Griff, oder wir gehen getrennte Wege!«
Die Worte waren sehr wohl ernst gemeint gewesen und Nadja hatte sich besonnen. Sie wollte auf keinen Fall den einzigen Menschen verlieren, dem sie etwas bedeutete. Ihre Eltern waren bereits tot und so hatten die Schwestern nur einander.
Nadja hatte mit viel Glück diese Praktikumsstelle ergattern können und eventuell winkte anschließend ein Ausbildungsvertrag, aber so richtig ernst nahm sie ihren Job nicht. Und deshalb hatte sie sich auch darauf eingelassen und Bernis Angebot – ohne an die Konsequenzen zu denken – angenommen.
Das Bett der Romantiksuite war so kuschelig gewesen und sie hatte sofort tief und fest geschlafen; doch jetzt war Nadja hellwach. Sie bekam kaum noch Luft, atmete schwer, hustete und hievte sich umständlich von der dicken Matratze. Überall war dieser Nebel ... Und dann endlich verstand sie: Das war kein Nebel, sondern Rauch!
Panik ergriff sie und ließ sie aus dem Schlafzimmer zur Eingangstür eilen. Automatisch umschloss ihre Hand den goldfarbenen, altmodischen Knauf, nur um im nächsten Augenblick schmerzvoll aufzuschreien. Sie riss ihre Hand mit einem Ruck zurück, die Haut klebte an dem heißen Metall fest. Jetzt sah sie den hellen Schein unter der Tür, der Flur musste bereits in Flammen stehen. Der beißende Rauch waberte immer dichter durch den Raum. Nadja hielt sich die Hand vor den Mund und flüchtete in Richtung der Fenster, während ihr Tränen über das Gesicht liefen. Sie hatte gerade die Mitte des Salons erreicht, als eine gewaltige Explosion das Gebäude zu zerreißen schien. Die Fenster zersprangen und scharfe Glasscherben ergossen sich über den Körper der jungen Frau. Sie dachte an ihre Schwester, sah deren zartes Gesicht vor sich, auf dem sich stets eine kleine Sorgenfalte zwischen den Augen bildete, und wusste, dass sie sterben würde.
Im nächsten Moment verschlang die Feuerwalze Nadjas Körper. Sofort verschmolz das billige Polyesternachthemd mit der Haut der jungen Frau und ließ sie in Flammen aufgehen. Wie eine lebende Fackel drehte sich Nadja im Kreis, als könnte sie sich so aus den schmerzhaften Klauen des Todes winden – doch dieser trieb ein grausames Spiel mit der Sterbenden und schien die Darbietung zu genießen, bevor er sich endlich erbarmte und dem kräftigen Herz in Nadjas Brust gestattete, das wilde Hämmern einzustellen.

Wieder ließ eine heftige Explosion die Mauern erzittern, lange konnte das Gebäude dieser Gewalt nicht mehr standhalten. Der Einsatzleiter der Feuerwehr schrie seinen Männern zu, sich zurückzuziehen. Sie hatten bereits ein Opfer in den eigenen Reihen zu beklagen, seine Entscheidung war daher die einzig Richtige. Alle hatten ihr Bestes gegeben und doch versagt. Mit rußgeschwärzten Gesichtern und Schweiß auf der Stirn standen sie nun da und mussten dem Feuer den Sieg überlassen.
Es waren noch Menschen in dem Gebäude. Die Rettungskräfte hatten die Schreie der Unglücklichen gehört und würden diese vermutlich nie vergessen können. Obwohl das Hotel zügig evakuiert worden war, hatten es doch nicht alle geschafft.

Im Kindle-Shop: Bitterblutige Wahrheit: Kriminalroman

Mehr über und von Ilona Bulazel auf ihrer Website.



29. Mai 2017

'Moringa – Quelle der Energie' von Michaela Burgmeister

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, aber dafür müssen wir auch etwas tun. Hektik und Stress im Alltag fordern ihre Tribut. Sie nagen an uns wie der Zahn der Zeit. Das Zauberwort heißt Moringa. Die Moringapflanze ist reich an vielen Nährstoffen.

Als Superfood bietet sie alles was Ihr Körper benötigt, Mineralstoffe, Vitamine, Proteine und Antioxidantien & Co, halten Ihren Körper gesund und fit. In dieser Hinsicht stellt Moringa manche anderen Superfoods in den Schatten.

In diesem Buch finden Sie viele Anregungen zur Verwendung von Moringa. Zudem wird das erfolgreiche Projekt MoringaGarden vorgestellt. Hier besteht sogar die Möglichkeit, in Moringabäume zu investieren.

Gleich lesen: Moringa – Quelle der Energie

Leseprobe:
Ein kurzer Blick auf die Geschichte
Bei einem Baum von einer Geschichte zu sprechen ist gar nicht so einfach, denn tatsächlich zeigt sich hier die Problematik, dass die Geschichte erst in dem Moment beginnt, wo der Baum und seine Wirkung durch den Menschen entdeckt wurden. Beim Moringa Baum geht diese Entdeckung weit zurück. Die ersten Erwähnungen fanden rund um die Zeit um etwa 4.000 vor Christus statt. Teilweise konnte auch den Schriften in Sanskrit entnommen werden, dass der Moringa hier vor rund 5.000 Jahren entdeckt wurde. In diesen Schriften wird er als Sigru bezeichnet und kommt schon in der ayurvedischen Medizin zum Einsatz. Wird der Blick in Richtung Ägypten gerichtet, dann wurde hier der Baum noch nicht ganz so zeitig entdeckt. Es wird „erst“ 2475 vor Christus davon gesprochen, dass das Öl der Samen, welches als Behenöl bezeichnet wird, zum Einsatz kommt und zwar handelte es sich hierbei um einen Import aus Asien.

Interessant ist ein Blick auf die Bereiche, für die Blätter vom Moringa Baum eingesetzt wurden. Dies ist in den verschiedenen Ländern durchaus unterschiedlich. Während in Indien die Einsatzgebiete breit gefächert sind, kamen die Blätter in Malaysia lediglich bei Wurmbefall zum Einsatz. In Indien dagegen wurden sie bei Anämie eingesetzt, bei Verunreinigungen des Blutes, bei Fieber und Durchfall sowie bei hohem Blutdruck und Kopfschmerzen. Bei Hautinfektionen haben sie in Guatemala ihr Einsatzgebiet. Auf den Philippinen wird gerne bei Mandelentzündungen zu Moringa gegriffen, aber auch bei der Milchbildung nach einer Schwangerschaft. Gerne wird er auch für die Ernährung von Kindern eingesetzt, die Probleme mit dem Wachstum haben und etwas Kraft brauchen. Auf den Philippinen wird der Moringa Baum und seine Eigenschaften gerne als „mothers best friend“ bezeichnet.

Oft kommt Moringa in Form von Nahrungszusätzen zum Einsatz. Das Pulver lässt sich einfach einsetzen und wird von den Kindern meist nicht einmal bemerkt. Gerade für Erwachsene wird es aber auch gerne in Kapselform angeboten, damit das Pulver besser dosiert werden kann. Fakt ist: Die Geschichte rund um den Moringa Baum geht lange zurück und bereits seit Jahrtausenden ist seine besondere Wirkung bekannt, sodass er sich über die Zeit hinweg einen sehr guten Ruf erarbeitet hat. Bis heute wird Moringa auch in der ayurvedischen Medizin verwendet.

Im Kindle-Shop: Moringa – Quelle der Energie



26. Mai 2017

'Das forensische Gemetzel' von A.C. Scharp

Nichts ist mehr sicher, wenn die Normalen zum Problem werden.

Der Alltag der forensischen Psychiatrie in Frackhausen ist beschaulich, bis sich ein Serienmörder entschließt, wieder in seine Heimat zurückzukehren.

Der muss weg! Da sind sich die Ehemänner seiner Opfer einig. Leider greifen sie zu Mitteln, die den Chefpsychologen der Klinik in arge Bedrängnis bringen. Der versucht, in einer Welt der Selbstdarsteller und Egomanen seine brüchige Fassade aufrechtzuerhalten.

Der Leser bleibt mit der Frage zurück: Sitzt die Gefahr wirklich nur hinter den hohen Mauern? Die forensische Psychiatrie, in der es etwas anders zugeht.

Für Liebhaber der burlesken Absurdität.

Gleich lesen: Das forensische Gemetzel

Leseprobe:
Mike Sanger sagte niemals laut, dass er sich auf der Arbeit wohler fühlte als zu Hause. Er mochte die Belegschaftsbesprechungen nicht, aber das war noch lange kein Grund, sich nach seinem Zuhause zu sehnen. Er fand es nur ziemlich unsinnig, hier mindestens eine Stunde Plattitüden auszutauschen.
Offiziell waren diese Besprechungen wichtig, da es sonst kaum möglich war, sich vernünftig auf dem Gang miteinander zu unterhalten, obwohl man sich mehrmals täglich über den Weg lief. Allerdings bekam das gesprochene Wort und die damit verknüpfte Meinung überhaupt nur Gewicht, wenn es in diesem Raum stattfand.
Das Besprechungszimmer war so bewusst nichtssagend gehalten, dass die Veranstaltung mehr Charakter gehabt hätte, wenn sie auf dem Klo stattgefunden hätte. Falls es einen Ort gab, der dazu geeignet war, mit seinen Gedanken nicht abzuschweifen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, dann war es hier. Heute jedoch gab es eine Lockerungskonferenz, was zumindest so viel Zündstoff versprach, dass Mike nicht gegen seine zufallenden Augen ankämpfen musste, wie das sonst regelmäßig passierte.
Lockerungskonferenz, das bedeutete nichts anderes, als darüber zu entscheiden, ob ein Bewohner seine Prognose insoweit verbessert hatte, um ihm kleine – aber sehr begehrte – Zugeständnisse an die Güte seines Aufenthaltes machen zu können. So hieß die offizielle Version. Im Klartext bedeutete das einfach, ob einer der Bewohner so weit aus seiner Station herauskam, um an Programmen teilzunehmen oder anderen Bewohnern an den Hintern fassen zu können. Da sie jahrelang nur Männer um sich hatten, verfiel man schon einmal auf solche Gedanken. Vor allen Dingen, wenn man es gewohnt war, Frauen nach dem Sex ins Jenseits zu befördern.
»Ich halte es nicht für vernünftig«, sagte Dr. Monika Berg, die Chefärztin des ärztlich-therapeutischen Dienstes. Mike zwang sich, wieder zuzuhören.
»Warum nicht?«, widersprach Ralf Stockschneider, Psychiater und gleichzeitig Oberarzt, nebenbei noch Freund von Mike. »Er hat sich wirklich gemacht. Die Medikamente haben ihm echt geholfen.«
»Die Medikamente haben ihm nicht geholfen, die halten ihn nur ruhig«, erwiderte Berg. »Ich weiß sowieso nicht, wie es einem Menschen helfen soll, Psychopharmaka gegen seine Veranlagung zu einzunehmen.«
Mike wusste das ehrlich gesagt auch nicht. Paul Kluge war als homosexueller Transsexueller in einem Männerkörper geboren, was von seinen Eltern mit einigem Entsetzen aufgenommen wurde. Sein Vater behandelte lieber nach der guten alten rezeptfreien Methode und versuchte, diese revolutionären Gedanken aus ihm herauszuprügeln, was einiges an Erfolg brachte, wenn auch nicht den, den man sich gewünscht hätte. Paul begann, sich selber zu hassen und kompensierte das auf die für ihn einzig vernünftige Weise. Er vergewaltigte und tötete Frauen. Als Souvenir nahm er ihre Haare mit, hielt es aber für einleuchtender, sie direkt zu skalpieren, als ihnen diese nur abzuschneiden. Mike fand in seinen Gesprächen später heraus, dass er einen Skalp besser gebrauchen konnte, quasi als Direkt-Toupet. Seine Eltern hatten ihm konsequent verboten, sich seine Haare einfach wachsen zu lassen, was das Problem vielleicht weniger blutig gelöst hätte.
Trotzdem war noch nicht konsequent logisch geklärt, warum er als Transsexueller Frauen vergewaltigen musste. Daher eindeutig für verrückt erklärt, bekam er Tabletten, damit er sich auch selber diesbezüglich keine Fragen mehr stellen musste.
»Ich meine nur, dass ich es nicht für sinnvoll halte, ihn wieder mit seinem Trauma zu konfrontieren«, sagte Berg. »Wer weiß, wie er sich verhält, wenn er langhaarige Frauen sieht. Auf Frau Goldschmidt reagiert er auch immer sehr negativ.«
»Wobei ich der Meinung bin, dass das eher an Frau Goldschmidt liegt«, erwiderte Ralf. »Wenn sie etwas hübscher und weniger nervig wäre, gäbe sich das vielleicht.«
»Mumpitz«, sagte Monika Berg. »Er steht doch nicht auf Frauen, wie sollte sich das dann geben?«
Mike fragte sich indes, wie man über Lockerungen für einen Patienten nachdenken konnte, wenn man noch nicht einmal verstand, was in seinem Inneren vorging. Er verlagerte sein Gewicht auf die andere Hälfte seines Hinterns und schlug die Beine übereinander.
»Fragen wir doch Herrn Sanger, wie er die Verfassung von Paul Kluge einschätzt.« Ralf wandte sich zu ihm. Alle Augen starrten ihn erwartungsvoll an.
»Nun ja.« Mike räusperte sich, hauptsächlich, um Zeit zu schinden. »Die Frage ist doch, soll er eine Lockerung bekommen, weil wir das wollen oder weil er das will.«
»Genau!«, rief Dörte Heckmann, die kleine, rundliche Oberschwester, in deren Nähe er sich immer ein bisschen fühlte wie auf einem schwankenden Kutter. Frauen, die ihn als sexuell begehrenswertes Wesen sahen, irritierten ihn. Daher traute er ihrem begeisterten Urteil weniger, als ihr lieb gewesen wäre und ignorierte den Zwischenruf zumindest fürs Erste.
»Nur weiter«, sagte Monika Berg aufmunternd.
»Ich meine, er ist glücklich hier«, fuhr Mike fort. »Er lebt in seiner kleinen Welt, in der man ihn weder verurteilt noch auslacht. Er hat nie den Wunsch geäußert, diese Klinik zu verlassen. Warum diskutieren wir jetzt darüber?«
»Weil wir überbelegt sind«, sagte Ralf betont geduldig. »Und weil er die anderen Männer angrapscht.«
»Davon habe ich nichts gehört«, warf Monika Berg dazwischen.
»Wie auch?«, entgegnete Ralf. »Welcher Mann erzählt denn seiner Ärztin oder irgendeiner anderen Frau, dass ihm im Dunkeln die Eier massiert werden?«
»Das halte ich jetzt nicht für so schlimm«, sagte Hud Maimun Maroun, der pädagogisch-pflegerische Leiter, bei dem für Ralf alleine für diese Kombination seines Namens mit dem Titel – auf den er übrigens großen Wert legte – eine Eiermassage durch Paul Kluge angemessen erschien.
»Nicht, wenn es meine Eier sind«, schnappte Ralf.
»Dann bleibt das Problem wenigstens überschaubar«, erwiderte Hud gelassen.
»Meine Herren!« Dr. Monika Berg klopfte nachdrücklich auf den Tisch. »Ich finde im Übrigen, Herr Sanger hat recht. Wir diskutieren hier über etwas, was vom Patienten weder gewollt noch gewünscht ist.«
»Das wird Dr. Mäuchel aber nicht freuen«, sagte Ralf. »Er hofft auf ein paar Entlassungen. Wie sollen die aber möglich sein, wenn wir für einen Patienten noch nicht mal ein paar Lockerungen beschließen können.«
»Wir besprechen das ein anderes Mal.« Monika Berg erhob sich halb von ihrem Stuhl und machte damit deutlich, dass die Sitzung für sie beendet war.
»Aber da gibt es doch sicherlich noch mehr Zeit zu verschwenden.« Ralf war angepisst, das konnte Mike deutlich sehen. »Wie viele Lockerungskonferenzen muss ich noch anregen, bis meiner Empfehlung einmal entsprochen wird?«
»So viele, bis ein vernünftiger Vorschlag kommt«, erwiderte Monika Berg und verließ den Raum, ohne sich noch einmal umzusehen.
Ralf machte hinter ihrem Rücken eine obszöne Geste, die von Dörte Heckmann mit Kopfschütteln geahndet wurde. Normalerweise konnte allerdings keine der Schwestern lange auf ihn böse sein, da er seinen durchaus vorhandenen Charme sehr freizügig an sie verteilte, was in Mikes Augen umso bewundernswerter war, da es sich zum Teil um Frauen handelte, die nicht nur im landläufigen Sinne nicht hübsch, sondern durchaus erschreckend waren.
Mike klappte seine Mappe zu und verließ gleichzeitig mit Dörte den Raum, was an der Tür eine kleine Kollision zur Folge hatte, die sie mit Kichern und einem neckischen Blick quittierte. Mike hoffte nur, dass er ihr nicht zu viel Futter für ihre Fantasie geliefert hatte, und eilte Ralf hinterher.

Im Kindle-Shop: Das forensische Gemetzel

Mehr über und von A.C. Scharp auf ihrer Website.



25. Mai 2017

'Verliebt in einen Zwerghirschsaurier' von Cornelia Harz

Wovon träumt man, wenn man seiner Mutter beibringen muss, dass der neue Freund Sexspielzeug entwickelt?

Wovon träumt man, wenn man mit seinem Neffen ein Referat über Dinosaurier geschrieben hat, aber während einer Dokumentation über Hirsche einschläft?

Wovon träumt man, wenn sich die Sorgen des Alltags mit den Verrücktheiten des Lebens vermischen?


Lassen Sie sich nach Dinognom entführen, in die Heimat der Zwerghirschsaurier. Seien Sie dabei, wenn Rebekka die Welt mit den Augen ihrer großen Liebe Hansi von Saurus sieht, lachen Sie über den sexuellen Erfindergeist eines Junggesellen und verfallen auch Sie dem Charme dieser herzlichen Riesen. Doch Vorsicht! Genau wie im wahren Leben läuft auch in einem Traum nicht alles perfekt. Der gemeine Bürgermeister Bestius hat vor vielen Jahren die Gemeinschaft der Zwerghirschsaurier zerstört und ihnen unverzeihliches Leid angetan. Hansi und seine Freunde kämpfen um Gerechtigkeit.

Humor, Fantasy und Liebe – ein Spaßbüchlein für zwischendurch, das polarisiert.

Gleich lesen: Verliebt in einen Zwerghirschsaurier: Ein schräger Fantasy-Traum

Leseprobe:
Ich saß an einem kleinen Bistrotisch in meinem Lieblingscafé im Stadtpark und sah durch die große Fensterfront nach draußen. Die Sonne strahlte, die Blumen leuchteten in ihren hellsten Farben und die Vögel flatterten vergnüglich umher und jagten nach den letzten Brotkrumen auf dem Boden der Terrasse. Ich nippte an meinem Kaffee, lauschte den Liedern aus den Boxen über mir und die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzten dazu im Takt. Er war schon wieder zu spät, aber das machte nichts. Seit fünf Wochen waren wir nun zusammen und ich hatte es diesmal nicht gefunden, das berühmte Haar in der Suppe. Er war einfach perfekt.
»Hallo Rebekka!« Plötzlich ertönte seine tiefe Stimme hinter mir.
Er riss mich kurz aus meinem Tagtraum, aber ich landete sanft in meinem echten Traum, meinem echten Leben, meiner Liebe.
»Hallo«, sagte ich und küsste seine weichen Lippen.
Hans roch wieder so gut. Ich inhalierte den Duft seines süßlichen Parfüms gemischt mit einer Prise frischem Männerschweiß. Er setzte sich neben mich und die Bedienung brachte ihm auch eine Tasse Kaffee.
»Ich würde dir gerne meine Mutter vorstellen«, platzte es aus mir heraus. Nein, so ein Mist! Rebekka, erst denken, dann reden.
»Na klar, wann denn?«, fragte er souverän.
»Das war nur so eine Idee. Ich hab auch noch gar nicht mit ihr gesprochen, wahrscheinlich ist es viel zu früh.«
Er drückte mir seinen Zeigefinger auf die Lippen. »Es kann nie zu früh sein, seine Schwiegermutter kennenzulernen«, sagte er zärtlich.
Ich schob seinen Finger zur Seite. »Seine Schwiegermutter?«, kreischte ich.
In dem Café war es auf einmal ganz still.
»Ja, warum nicht? Also ich finde, du hast deine Probezeit bestanden.«
Ich grinste und bekam dieses blöde Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Eigentlich hatte ich nie heiraten wollen, aber da waren sie wieder, diese Schmetterlinge und dieser Duft, diese klitzekleinen Pheromone, die sich durch meine Nase direkt in …
»Also, was meinst du?«, hakte er noch mal nach.
»A-ber«, stotterte ich, »aber ich weiß noch fast gar nichts von dir.«
»Gut, was möchtest du wissen?«, fragte er.
»Willst du Kinder?« Die Frage der Fragen, auf die ich nicht mal selbst eine Antwort wusste.
»Warum nicht? Du?«
»Keine Ahnung. Und angenommen, wir würden tatsächlich heiraten: Würdest du zu mir ziehen oder ich zu dir?«
»Ich finde, wir sollten uns eine neue Wohnung suchen. Dann fangen wir beide zusammen ganz von vorne an, ohne den Ballast unserer Vergangenheit.«
Seine Antwort gefiel mir. Ich hatte es immer gehasst: im Bett zu schlafen, in dem auch die Ex gelegen hatte. Auf dem Sofa zu kuscheln, auf dem auch die Ex gekuschelt hatte. Auf dem Klo zu sitzen, auf dem auch die Ex – lassen wir das. »Ich denke, da könnten wir uns einig werden. Wo arbeitest du überhaupt?« Es war verrückt, aber es hatte sich in den paar Wochen wirklich noch nicht ergeben, ihn das zu fragen.
»Hmmm, ja, also, du bist doch eine moderne Frau?«
Ich lächelte. »Was kommt jetzt? Betreibst du ein Bordell?«
Er lachte. »Nein, nicht direkt, aber …«
»Jetzt raus mit der Sprache!«
»Ich bin Produktentwickler für Sexspielzeug.« Er wurde etwas leiser. »Vibratoren, Latex-Vaginen und so.«
Ich kugelte mich und schlug ihm auf den Arm. »Komm, jetzt mal im Ernst.«
»Das ist mein Ernst«, sagte er.
Meine Gesichtszüge entgleisten, ich war in diesem Thema wirklich nicht gerade auf dem neuesten Stand. Vor einigen Jahren hatte ich es aufgegeben, diese Läden zu betreten, mein Kopf hatte schon vor der Schwelle stets stärker geleuchtet als alle Glühbirnen zusammen. Und seitdem ich festgestellt hatte, dass der diskrete Versand dieser Waren Werbung in absolut unauffälligen knallbunten Umschlägen nach sich zog, hatte ich es irgendwann ganz sein lassen.
»Du hast sicherlich kein Problem damit, oder?«, fragte er.
»Nein, gar nicht«, antwortete ich und verstummte.
Am Abend saß ich alleine bei mir auf dem Sofa. Es war ein seltsames Date gewesen. Dieser Heiratsantrag, waren wir jetzt verlobt oder nicht? Und sein Job! Ich konnte ihn meiner Mutter nicht vorstellen. Niemals.
Ich schaltete den Fernseher an und ging zum Barfach. In der Glotze lief so eine Doku über Hirsche. Ich hatte den Sender noch eingestellt, weil ich meinem Neffen bei seinem Referat über Dinosaurier geholfen hatte. Mit einer Flasche Whiskey und einem Glas in den Händen setzte ich mich an den Couchtisch und goss mir einen tüchtigen Schluck ein. Er entwickelt Sexspielzeug. Ich trank. Zum Geburtstag würde er meiner Tante Gitta sicherlich einen … Ich trank. Bestimmt müsste ich neue Erfindungen mit ihm ausprobieren. Ich trank. Meine Mutter, die flippt aus! Ich trank und glotzte auf die Hirsche. Was ging denn jetzt ab? Der riesige Hirsch mit seinem riesigen Geweih – schon war er drauf auf der Hirschkuh. Ich füllte mein Glas wieder auf.
Zwischen meinen Gedanken nahm ich immer einen Schluck Whiskey, starrte auf die Mattscheibe, nahm wieder einen Schluck Whiskey. Und irgendwann schlief ich ein und träumte …

»Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht! Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht!« Amsel Frieda saß in einer Baumkrone und feuerte pfiffig den Zwerghirschsaurier Max bei seiner Morgengymnastik an.
»Autsch, mein Rücken!« Knack, knack. »Das war gut!« Max kroch zufrieden aus seinem Laubhaufen.
»Du wirst doch nicht schon schlappmachen, alter Zwerghirschsaurier? Sieh mich an!« Frieda gab so sehr mit ihrem eigenen Fitnessprogramm an, dass sich die Äste bogen. Zuerst dehnte sie ausgiebig ihre Beine. Danach beugte sie ihre Flügel, als wäre sie ein Bodybuilder mit Hanteln, und anschließend berührte sie mindestens zwanzig Mal mit dem Kopf ihre Füße. »So geht das!«
»Ach, halt bloß den Schnabel, du blöde Kuh!«
»Ich bin keine Kuh! Ich bin ein Vogel!«
»Dann geh vögeln, aber lass mich in Ruhe!«

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24. Mai 2017

'Roter Ozean: Im Fahrwasser der Macht' von Ute Bareiss

Ein Feuerball erhellt das Tyrrhenische Meer. Aus den Trümmern der explodierten Motorjacht rettet der Meeresbiologe Alex einen Verletzten. Damit beginnt ein Kampf ums Überleben. Denn der Gerettete Sergio ist Journalist und besitzt brisantes Recherchematerial zu einem Mord in den höchsten Politkreisen Italiens. Alex gerät in einen Sumpf aus Macht und Intrigen – bis er selbst von Polizei und skrupellosen Verbrechern verfolgt wird. Es bleibt nur ein Ausweg:
Der Gejagte muss selbst zum Jäger werden.

»Ein extrem spannender Wettlauf um Leben und Tod.«
Kölner Rundschau.

»Fesselnd und spannend bis zum Schluss.«
Divemaster Magazin.

»Sehr lebendig und spannungsreich.«
Cannstatter Zeitung

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Leseprobe:
Prolog
Etwas stimmte nicht.
Die Köchin richtete sich in ihren Kissen auf. Der Geruch nach verbranntem Fleisch hing in der Luft. Madre Mia! Die Reste des Saltimbocca alla Romana vom Vorabend standen abgedeckt auf dem Herd. Hatte sie etwa vergessen, das Gas abzuschalten? So etwas passierte ihr in letzter Zeit öfter.
Sie schüttelte den Kopf, strich sich die grauen Haarsträhnen aus dem Gesicht und stand auf. Ein Stechen fuhr durch ihre Glieder – die vermaledeite Arthritis. Zum Anziehen blieb keine Zeit, eine Wollstola musste ausreichen.
Der Flur lag ausgestorben da, nur in den Nischen lauerten schwarze Schatten.
Im Haus herrschte Stille.
Sie eilte in Richtung Küche, nur das Klappern ihrer Pantoffeln auf den Terrakotta-Fliesen übertönte das heftige Klopfen ihres Herzens. Ein ungutes Gefühl beschlich sie und verursachte ein Prickeln, das sich zwischen ihren Schulterblättern bis in den Nacken ausbreitete. Sie hielt inne. Mochte vieles nicht mehr so funktionieren wie früher, ihr Geruchs- und Geschmackssinn arbeiteten noch einwandfrei. Es roch eindeutig verbrannt.
In der Küche war kein Glimmen unter dem gusseisernen Topf auf dem Gasherd zu sehen, der wie eine Insel in Küchenmitte thronte. Was für ein Glück, sie hatte nichts vergessen!
Doch durch die Gardine fiel ein Flackern, das die Konturen beinahe gespenstisch erhellte. Sie hastete zum Fenster und spähte hinaus. Auf die Entfernung konnte sie nur vage tanzendes Licht ausmachen. Hatte etwa einer der Olivenbäume Feuer gefangen? Der Sommer war bislang viel zu trocken gewesen. Kleine Schweißperlen traten auf ihre Oberlippe. Sollte sie Hilfe rufen?
Warum brachte Daniele ausgerechnet heute die Signora mit den beiden Bambini für die Sommerferien zu den Großeltern nach Terracina? Schließlich war er für die Bäume zuständig. Sollte sie den Signore wecken? Nein, sie würde selbst nachsehen, bevor sie falschen Alarm schlug.
Beim Öffnen der Hintertür schlug ihr der penetrante Geruch mit voller Wucht entgegen. Sie drückte sich ein Ende der Wollstola vor die Nase und zog sie enger um ihre Schultern. Trotz der lauen Nachtluft fröstelte sie. Sie musste sich zwingen, einen Fuß vor den anderen über die unebene Wiese in Richtung des Lichtscheins zu setzen. Eine Windböe blies ihr warme Luft zu. Warme, nach verbranntem Fleisch riechende Luft. Beißender Qualm trieb ihr Tränen in die Augen. Sie blinzelte. Blinzelte nochmals.
Dio mio!
Sie schrie, laut und gellend. Als ihre Kehle den Ton versagte, schrie sie stumm weiter. Der Anblick des Menschenkörpers, der an einem Holzkreuz hing, eingehüllt in einen Mantel aus Flammen, die ihm das Fleisch von den Knochen leckten, brannte sich in ihr Gedächtnis.

1
Ein Schweißtropfen bahnte sich seinen Weg von der Schläfe über die Wange und tropfte auf den Neoprenanzug. Alex schloss widerwillig den Reißverschluss. Es wurde Zeit, ins Wasser zu kommen. Selbst für Anfang August war es noch ungewöhnlich warm. Kein Windhauch bewegte die blank polierte See des Golfe de Porto Vecchio, die Lichter der Häuser am Ufer spiegelten sich darin.
Alex gab Jean-Luc das Zeichen zum Abtauchen. Langsam ließen sie sich in die Tiefe sinken. Die Konturen der Pecorella schälten sich aus der Schwärze des Meeres. Ein angenehmes Kribbeln lief Alex den Rücken hinauf, als das gesunkene Schiff immer größer wurde, fast bedrohlich auf ihn zukam. Gespenstisch huschte der Strahl ihrer Tauchlampen über das Wrack, das aufrecht auf dem Grund stand. Wie Rubine leuchteten die Augen zweier Langusten auf dem Kabinendach auf, bevor sie rückwärts flüchteten.
Das Äußere des Wracks war mit leuchtend gelben Krustenanemonen übersät, die ihre Knospen in der Nacht allesamt zu eindrucksvollen Blütenkelchen geöffnet hatten, und das Steuerhaus wie ein sonnenblumenfarbiger Teppich überzogen, nur unterbrochen von Tupfen orange- und lilafarbener Schwämme.
Ein Barrakuda schoss aus dem Dunkel, um die vom Lampenschein angezogenen kleinen Fische und Krebse zu jagen. Alex erschrak und musste grinsen. Hatte er dem Fisch ein Abendessen spendiert? Der pfeilförmige Körper des Tieres funkelte wie mit Silberglitter überzogen, dennoch konnte dies nicht von den messerscharfen Zähnen ablenken, die hervorstachen, als der Barrakuda nach einer Sardine schnappte.
Durch Handzeichen verständigte sich Alex mit Jean-Luc, ins Wrackinnere zu tauchen. Ihre Atemgeräusche wirkten zugleich beruhigend und unheimlich in der Düsternis des engen Wracks. Vor ihnen teilte sich ein Schwarm Sardinen wie ein Vorhang, als sie hindurchtauchten. Alex’ Lampenstrahl huschte über den Grund, kreuzte sich manchmal mit dem von Jean-Luc. In der Ecke funkelte etwas. Er ließ sich absinken, es war ein herzförmiger Strass-Anhänger, wie sie oftmals an Badekleidung angenäht waren. Achtlos steckte er ihn in die Tasche seines Tauchjackets und deutete fragend zum Ausgang.
Jean-Luc bestätigte.
Die Laderaumluke wurde fast vollständig von einem Meeraal blockiert, der sie neugierig anstarrte. Seine bei Tag dunkelgrau erscheinende Haut schimmerte bläulich irisierend, als er sich davonschlängelte und ihnen den Weg freimachte.
Plötzlich hallte ein lauter Knall durch die Tiefe. Alex zuckte zusammen. Was war das?
Die Schallwellen drückten gegen seinen Brustkorb und pressten sich schmerzhaft auf sein Trommelfell. In Jean- Lucs weit aufgerissenen Augen spiegelte sich sein eigener Schreck wider. Gleichzeitig zeigten ihre Daumen zur Wasseroberfläche. So schnell es möglich war, schossen sie nach oben. Ein mächtiger Feuerball erleuchtete unweit nördlich von ihnen in der Cala Rossa den Horizont, Funken stoben in die klare, schwarze Luft.
„Sieht aus, als wäre ein Boot explodiert!“ Alex hustete.
„Merde! Lass uns bloß hoffen, dass es unbewohnt war“, sagte Jean-Luc und traf damit genau Alex’ Gedanken.

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'KEMET: Der Fluch (Teil 2)' von Hanna Julian

David hat dem Bösen unwillentlich Tür und Tor geöffnet. Sein Leben gleicht inzwischen einem Albtraum. Er muss alles daran setzen, den tödlichen Fluch zu bekämpfen, der von ihm und seinem Freund Linus Besitz ergriffen hat.

Auch seine Mitstreiter geraten immer tiefer in die Machenschaften eines grauenhaften Dämons. David muss all seine Kraft aufwenden und einen möglichst kühlen Kopf bewahren, denn wenn Linus überleben soll, gilt es herauszufinden, warum der Dämon aus dem alten Ägypten es ausgerechnet auf schwule Liebespaare abgesehen hat.

Zweiter Teil der Gay-Mystery-Reihe "KEMET Der Fluch".

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Leseprobe:
David fuhr, als wäre der Teufel hinter ihm her. Und in der Tat hielt er das für gar nicht mal so unwahrscheinlich. Irgendetwas Seltsames, Fremdes – etwas Bedrohliches – war in sein und Linus' Leben getreten. Es war wirklich beängstigend!
David führte ein riskantes Überholmanöver aus und ignorierte das empörte Hupen des anderen Fahrers. Er ahnte, dass es nichts nutzen würde, viele Kilometer zwischen sie und den Ort der letzten Ereignisse zu bringen, und doch siegte der Fluchtinstinkt.
Linus war auffällig still, und David bemerkte, dass sich die Finger des Freundes tief in dessen eigenes Bein krallten. Ob Linus sich darüber überhaupt bewusst war? Als er eine Ampel bei Rot überfuhr, bekam David einen Schreck, der ihn endlich dazu brachte, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen. Sie hatten Glück, dass die Gegenseite noch kein grünes Licht bekommen hatte. Glück – davon konnten sie jetzt offensichtlich eine ganze Menge brauchen!
»Wirst du mir jemals verzeihen können?«, fragte Linus plötzlich. David nahm den Blick nicht von der Straße, als er erwiderte: »Ich weiß es nicht. Aber darum geht es im Moment auch überhaupt nicht.«
»Nicht?«
»Nein, Linus. Es geht hier um weitaus mehr, wie ich fürchte. Denn wenn ich dir glauben soll, dass du praktisch von diesem … wie hieß der Typ nochmal? Dieser Kollege, der dich in der Pension regelrecht überfallen hat.«
»Veysel. Er heißt Veysel. Und ich verstehe wirklich nicht, wie er das alles geschafft hat.«
David lachte bitter. »Du verstehst nicht, wie er dich verführen konnte? Das kann ich dir ganz einfach erklären, Linus. Du bist ein notgeiler Bock! Deshalb!«
David nahm die Kurve etwas zu schwungvoll und musste stark gegenlenken, um nicht den Lastwagen zu touchieren, der auf der anderen Straßenseite fuhr.
»Ich habe dir doch gesagt, dass so etwas zuvor noch nie passiert ist.«
»Du hast auch gesagt, dass es nicht passiert wäre, wenn ich von Anfang an mitgekommen wäre. Hörst du eigentlich nicht selbst, wie lächerlich das klingt? Ich muss dir vertrauen können, Linus. Und das kann ich leider nicht mehr.«
Eigentlich erwartete David, dass sein Freund sofort dagegenhalten würde, aber Linus schwieg. Sie fuhren eine ganze Weile, ohne dass einer von ihnen ein Wort sagte. Erst nach einiger Zeit durchbrach Linus die Stille.
»Setz mich dann am Best Western ab. Ich nehme mir ein Zimmer, damit du deine Ruhe vor mir hast.«
Linus hatte es mit einer Entschiedenheit gesagt, die David überraschte.
»Du kommst mit nach Hause«, erwiderte er ebenso fest.
»Ne, lass mal. Ich kann verstehen, wenn du keine Lust hast, in meiner Nähe zu sein. Ich meine … um ehrlich zu sein, würde ich gerade selbst gerne nicht in meiner Nähe sein müssen. Aber mir bleibt da wohl keine große Wahl.« Er lachte unbeholfen.
»Du hast schon genug für die Pension bezahlt. Wir raufen uns halt irgendwie zusammen, bis wir die Dinge geklärt haben.«
»Was für Dinge möchtest du denn klären?«
David warf Linus einen Seitenblick zu, sah dann aber wieder auf die Straße, als er antwortete: »Wie es mit uns weitergeht. Ich denke, wir brauchen etwas Zeit, um das zu entscheiden.«
»Zeit – und eigentlich auch Abstand, oder siehst du das wirklich anders?«
»Nein, ich sehe das nicht anders. Es wäre gut, wenn wir jetzt Abstand halten könnten. Aber ich fürchte, es ist sicherer, wenn wir erst mal zusammenbleiben.«
»Sicherer? Glaubst du, Veysel könnte seine Drohungen wahrmachen und mich umbringen?«
David presste kurz die Lippen aufeinander, dann sagte er mit bemüht ruhiger Stimme: »Im Moment glaube ich, dass alles möglich ist. Und daher ist es wichtig, dass ich über einige Dinge Klarheit erlange. Doch dazu brauche ich Zeit, und bis dahin möchte ich dich möglichst im Auge behalten.«
Sie fuhren über eine Landstraße, die von Birken gesäumt war. In der Ferne drehten sich die Flügel von Windkraftanlagen und schienen den Himmel zerschneiden zu wollen. Zu den Seiten erstreckten sich Wälder, die zum Wandern einluden. David kam wieder in den Sinn, wie sehr er sich auf das Wochenende gefreut hatte. Wenn nicht alles so schrecklich verquer wäre, dann läge er jetzt sicher mit Linus nach einem ausgedehnten Spaziergang am Pool und würde sich auf ein leckeres Abendessen freuen. Inzwischen war ihm der Appetit allerdings gründlich vergangen.
»Wie kommst du darauf, dass alles Mögliche passieren könnte? Und wieso hattest du eigentlich plötzlich diesen Sinneswandel? Ich meine, es war ja gerade erst ein paar Minuten her, dass du mir gewünscht hast, ich möge verrecken. Und dann forderst du mich auf einmal auf, mit dir zu fliehen. Versteh mich nicht falsch, ich bin sehr froh, dass du das getan hast, denn es ist mir echt ein Rätsel, wie Veysel es geschafft hat, wieder ins Zimmer zu kommen, aber deine Reaktion kann ich ebenso wenig verstehen.«
David überlegte, was er ihm erzählen sollte. Er wusste nicht, ob es sinnvoll war, Linus noch mehr in Panik zu versetzen. Andererseits war es leichtsinnig, ihm zu verheimlichen, dass zuvor bereits seltsame Dinge vorgefallen waren.
»Du hast gesagt, du hast Veysel nicht gesehen als er wieder in dein Zimmer kam?«
»Ja, stimmt, ich habe nicht gesehen, dass er wieder ins Zimmer kam.«
»Aber du hast ihn zuvor gesehen, als ihr es miteinander getrie…«
»Klar, habe ich ihn da gesehen! Du stellst echt seltsame Fragen«, unterbrach Linus ihn. »Worauf willst du eigentlich hinaus?«
»Ich will wissen, ob er dir beim Sex wie ein Mensch vorkam.«
David konnte Linus' Blick spüren – er schien sich regelrecht in ihn zu bohren.
»Was ist hier eigentlich los, David? Kannst du mir vielleicht mal erklären, was diese dämliche Frage soll?«
»HAT ER SICH WIE EIN MENSCH ANGEFÜHLT?«, schrie David nun. Er wusste selbst nicht, woher diese seltsame Form von Aggression plötzlich kam. Sicher, Linus' Fremdgehen hatte ihn in Rage gebracht, aber seine Stimme hatte sich nicht nur zornig angehört, sondern die gleiche Panik beinhaltet, wie die von Linus zuvor am Telefon. Er versuchte, sich wieder zu beruhigen. Sein Herz pochte ihm bereits schmerzhaft gegen die Rippen, vor seinen Augen begann es zu flimmern. Er lenkte den Wagen an den Straßenrand, hielt an und tastete halb blind nach dem Schalter für das Warnblinklicht.
»Alles okay bei dir?« Linus legte ihm die Hand aufs Bein und David konnte spüren, dass er sich zu ihm beugte.
»Bleib weg von mir und antworte gefälligst!«, fauchte David. Sofort verschwand die Hand – sie hinterließ jedoch ein Gefühl wie nach einer Verbrennung. David atmete tief durch. Das war nur Einbildung – alles nur Einbildung ... dennoch strich er mit seiner eigenen Hand vorsichtig über die Stelle; nun war nichts mehr zu spüren.
»Er hat sich wie ein Mensch angefühlt. Ich wüsste auch nicht, wie es anders möglich sein sollte. Aber ...«

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23. Mai 2017

'Kreta: Erinnerungen an eine Reise' von Hermann Markau

Ich erlag dem einzigartigen Charme Kretas. Wenn man meinem Versuch, diese eine Reise zu beschreiben, eine Absicht unterstellen wollte, dann wäre es die, dem Leser diesen Charme nahezubringen, ihn teilhaben zu lassen an der ganz besonderen Atmosphäre, die ich dort erlebt habe, dieser außergewöhnlichen Mischung aus liebenswürdiger Direktheit und überbordender Gastfreundschaft seiner Bewohner.

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Leseprobe:
Außer mit dem Taxifahrer in Athen bzw. Piräus hatten wir bisher noch mit keinem Griechen Kontakt gehabt. Dass sollte sich innerhalb der nächsten Viertelstunde ändern: Als wir nämlich einen Fahrradladen passierten, blieb Karin stehen und zupfte mich am Ärmel:
»He! Ich hab´s«, rief sie. »Bleib stehen!«
Ich blieb also stehen und drehte mich zu meiner Frau um, die die paar Meter zu besagtem Laden bereits zurückgegangen war.
Als ich die Fahrräder sah, die da nicht nur zum Verkauf, sondern auch zum Verleih angeboten wurden – wie auf einer Werbetafel in englischer Sprache geschrieben stand – wollte ich zuerst nicht glauben, was Karin uns da zumutete.
»Du meinst doch nicht im Ernst …« fing ich an, als sie mich unterbrach;
»Nicht mit dem Rad! Wir müssen fragen, ob er auch Roller vermietet. Und dann mieten wir uns einen. Du fährst, und ich hinten drauf.«
»Roller – okay. Aber ich bin noch nie Roller gefahren«, warf ich ein.
»Ach was«, erwiderte Karin, »stell dich nicht an! Das ist ganz einfach.« Wir rein ins Geschäft. Da stand er also, der Grieche, mit dem wir den ersten engeren Kontakt hatten. Er konnte deutsch. Hatte einen Schnauzbart. Deutlich älter als wir. Und er war freundlich. Wir hatten sofort das Gefühl, willkommen zu sein. Er lächelte uns wie gute alte Bekannte an und beantwortete Karins Frage.
»Ja. Ich habe zwei Roller.«
Wir schauten uns an.
»Siehste!«, sagte sie.
Sie wandte sich wieder dem Griechen zu und meinte: »Wir wollen nur einen. Er fährt«, dabei zeigte sie mit dem Daumen auf mich, »und ich sitze hinten.«
»Okay«, kam die Antwort, »dann kommen sie mit vors Haus. Eine Probefahrt.«
Oh, Mann! Musste das sein. Ich war doch noch nie gefahren. Vielleicht hätte ich erst ein paar Übungsstunden haben sollen. Ich allein. Ohne Zeugen. Stumm ergab ich mich meinem Schicksal und folgte den beiden nach draußen.
Er hievte den Roller vor die Tür und bedeutete mir, das Steuer zu übernehmen. Er erklärte mir die Funktion der wenigen Schalter und Hebel.
Dann verlangte er: »Fahren sie einmal um diesen Block!«, wobei er eine weitausladende Halbkreisbewegung mit seinem Arm vollführte.
Nicht viel überlegen! Los also. Der Start war holperig. Genau genommen etwas mehr als das. Aber letzten Endes kam ich von der Stelle, und die Fahrt begann. Ich fand, dass ich das ganz gut machte. So schwer war das auch wirklich nicht. Karin hatte ganz recht.
Als ich die letzte Kurve gemeistert hatte, sah ich die Beiden in einiger Entfernung am Bordstein stehen. Ich war richtig zufrieden mit mir und meinen Fahrkünsten und zuversichtlich, dass wir unsere Reise mit dem Roller ganz easy schaffen würden.
Ich stoppte, stellte mein Bein ab und blickte unseren neuen Freund erwartungsvoll an. Als der seine Stirn in Falten legte und seine Handbewegungen ein klein wenig anzudeuten schienen, dass es ihm leid täte, und er dazu noch ganz entschieden seinen Kopf schüttelte, war mir alles klar.
»Kein Roller«, meinte er, zeigte gleichzeitig hinter sich und setzte seine Rede fort:
»Für jeden ein Mofa. Okay?«,

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22. Mai 2017

'Mord ohne Grenzen' von Elke Schwab

Tanja Gestier, Kriminalkommissarin und alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, wird zu einem ungewöhnlichen Fall gerufen: Ihre Freundin Sabine Radek, ebenfalls alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter, hat in dem 200-Seelen-Dorf Potterchen im Krummen Elsass überraschend ein Haus geerbt. Als sie ihr Erbe antreten will, verschwindet ihre Tochter spurlos. Sie bittet Tanja um Hilfe.

Die Kommissarin reist ins Elsass und arbeitet als Verbindungsbeamtin vor Ort. Währenddessen stellen ihre Kollegen auf der deutschen Seite eigene Ermittlungen an, die sie in die saarländische Weinregion Perl und nach Luxemburg führen. Tanja findet heraus, dass in dem kleinen, elsässischen Dorf vor zwei Jahren schon einmal ein deutsches Mädchen verschwunden ist. Von dem Kind gibt es bis heute keine Spur.

Was geschieht mit den Mädchen?

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Für Tolino: Buch bei Thalia


Leseprobe:
Sie wartete. Reglos. Ob er ihre Nähe spürte?
Ihre Atmung beschleunigte sich. Sie schlug ihre Hand vor den Mund. Verzweifelt versuchte sie, leiser zu sein. Dabei überkam sie große Angst zu ersticken. Hastig zog sie ihre Hand wieder weg und atmete tief und gierig ein. Die Luft war kalt und schmerzte in ihren Lungen. Außerdem roch sie eklig. Sie drückte sich tiefer in die nasse, kalte Nische. Wieder verhielt sie sich ganz still und lauschte. Nichts. War er noch da? Sie stieß den angehaltenen Atem aus.
Sollte sie sich ein Stückchen nach vorn beugen, um zu sehen, ob er noch dort war? Was, wenn er nur darauf wartete? Sie zitterte.
Sie schaute sich um, sah nur Dunkelheit. Das einzige Licht kam von oben. Dort musste er sein. Todesmutig wagte sie sich einige Zentimeter vor. Da erblickte sie ihn. Er trug eine schwarze Kapuze, die Gestalt breit, die Hände bereit, zuzupacken.
Hastig zog sie sich zurück. Ein Schluchzen entfuhr ihr.
Ganz fest schloss sie ihre Augen. Wenn sie ihn nicht sah, konnte er sie auch nicht sehen. Das Gefühl gab ihr Trost.
Lange verharrte sie so, bis die Neugier sie antrieb, die Augen wieder zu öffnen. Zitternd beugte sie sich nach vorn, um zu sehen, ob er immer noch dort stand. Aber sie sah nur noch ein helles Rund hoch über ihrem Kopf. Der Kapuzenmann war verschwunden.


Sabine Radek wähnte sich am Ende der Welt. Ihre Tochter saß im Fond des Wagens und nörgelte, was Sabines Nervosität noch steigerte. Was erwartete sie? Ihre Aufregung wuchs mit jedem Kilometer. Sie hatte eine Erbschaft gemacht, mit der sie niemals gerechnet hätte. Ein Onkel im Elsass, das klang wie der Titel einer Komödie aus dem Ohnsorg-Theater. Nach Lachen war ihr seitdem tatsächlich zumute.
Sabine Radek, die Erbin.
Wollen Sie das Erbe annehmen?
Wie sollte sie diese Frage beantworten, ohne ihr Erbe jemals gesehen zu haben?
Also fuhr sie ins Elsass – zusammen mit ihrer Tochter Annabel, die unbedingt hatte dabei sein wollen.
Die Entfernung betrug von Saarbrücken aus vierzig Kilometer. Sie verließ Lothringen und überquerte die unsichtbare Grenze zum Krummen Elsass. Nur noch zwei Orte. Die würde sie auch noch schaffen.
Endlich das Ortsschild: Potterchen.
Sabine bestaunte die schmale Straße, eingerahmt von dicken Stämmen der Kastanien, deren Blätter sich wie ein bunter Baldachin über der Allee ausbreiteten.
Am Ende der Allee lag das Dorf, in dem ihr Onkel gelebt hatte, ohne jemals mit ihr in Kontakt getreten zu sein.
Wer wusste schon, warum es gut war, erst nach seinem Tod von ihm zu erfahren? Sabine grinste. So hatte sie wenigstens keine negativen Erinnerungen an ihn.
Bis jetzt. Es sei denn, das Haus war die reinste Bruchbude … Dieser Gedanke kam Sabine, als sie das erste Gebäude erblickte. Es war ein Trümmerhaufen, dessen endgültiger Zerfall jede Sekunde bevorstand. Das nächste, ein leer stehendes Bauernhaus, war von einer Größe, die sie umgeworfen hätte, säße sie nicht in ihrem Auto.
Ihre anfängliche Begeisterung bekam erste Dämpfer. Sie fuhr langsam weiter. Doch was sie dann zu sehen bekam, entschädigte sie für alles. Der Kern des Dorfes war traumhaft – als sei die Zeit stehengeblieben. Alte, gut gepflegte Bauernhäuser, teils aus Sandstein, teils aus Fachwerk. Manche waren in Pastellfarben gestrichen, andere prangten in Naturstein. Scheunen, Ställe und Blumenkübel in allen Formen und Größen zierten die schmale Straße.
„Welches davon wohl unser Haus ist?“, fragte sie nach hinten, in Richtung ihrer Tochter.
Annabels Antwort fiel allerdings anders aus als erwartet. Laut schrie sie: „Pferde.“
Sabine schaute in die Richtung, in die der kleine Kinderfinger zeigte. Pferde grasten auf einer Koppel nahe an Bahngleisen, die das Dorf abgrenzten. Auf der anderen Seite der Schienen lagen Felder, soweit das Auge reichte.
„Ich vermute, wir sind zu weit gefahren.“ Sabine ließ ihren Blick nach links wandern. Dort wies ein Schild darauf hin, dass die Rue de la Gare weiterging. „Oder doch nicht.“ Sie bog ab.
Weiter reihte sich ein Bauernhaus an das nächste.
Dann sah sie es - Hausnummer zwölf.
Sie wusste nicht, ob sie sich freuen sollte oder nicht. Der Anblick ihres Erbes entfachte keine Liebe auf den ersten Blick. Vor ihr befand sich ein Bauernhaus mit Wohnung und Stall unter einem gemeinsamen Dach mit durchlaufendem First.
Annabel drängelte: „Darf ich zu den Pferden gehen?“
„Nein. Wir wissen doch gar nicht, wo die sind.“
„Doch. Ich habe den Stall gesehen.“
„Du wirst zuerst mit mir ins Haus gehen.“
Schmollen war die Antwort.
Sabine stellte ihren Daihatsu Cuore ab und stieg zusammen mit ihrer Tochter aus. Aus ihrer Tasche kramte sie den Haustürschlüssel hervor, dessen Form sie immer wieder in Staunen versetzte. So ein antikes Teil hatte sie noch nie in ihren Händen gehalten – groß, lang, von plumper Form, aus rostigem Eisen.
Kaum hatte Sabine die Tür hinter ihnen geschlossen, schien es ihr, als betrete sie eine andere Welt. Alles war geräumig, die Bauweise rustikal, die Decke hoch und aus massivem Eichenholz, der Boden mit Steinplatten belegt. Annabel schien es zu gefallen, denn sie stürmte neugierig durch die Räume, um alles zu erkunden.
Zu ihrer Rechten lag ein großes Wohnzimmer.
Sie hörte Annabel im Nebenraum rumoren. Langsam folgte Sabine ihrer Tochter durch einen Rundbogen. Der Raum dahinter war lang und schmal, er beherbergte eine geräumige Küche und das Esszimmer und nahm die gesamte Rückfront des Hauses ein. Nicht nur eine gläserne Balkontür, sondern gleich zwei nebeneinander ließen viel Licht herein und gaben den Blick auf einen großen, ungepflegten Garten frei. Annabel war nicht zu sehen.
Eine der gläsernen Türen schlug gegen den Rahmen. Wieso stand sie offen? Sofort bekam Sabine eine Gänsehaut.

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Für Tolino: Buch bei Thalia


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20. Mai 2017

'LIEBE IHN und LEIDE' von H.C. Scherf

„Gib diese Frau auf, denn die Zeit auf dieser Erde ist endlich ... besonders für sie.“

Die Warnung ist eindeutig, die der erfolgreiche Schriftsteller Jan Hellman in dem Umschlag vorfindet. Niemals wieder hat er eine Verbindung eingehen wollen. Die Trennung von Claudia saß noch wie ein Stachel in seinem Herzen. Sein Single-Dasein war beschlossen. Doch das Schicksal hatte eigene Pläne gehabt. Sandra veränderte alles.

Jetzt aber hält er diesen Drohbrief in den Händen.

Bei Jan Hellmann und den eingeschalteten Ermittlern keimt der Verdacht, dass ihn der Gegner gut kennen muss. Lebt der Verursacher dieser Grausamkeiten in einem vertrauten Umfeld? Ekelige Tierkadaver und weitere Drohbriefe verstärken die Angst. Perfekt getarnt treibt der Täter sein perfides Spiel. Die Einschläge, die Opfer und Polizei weiter rätseln lassen, kommen immer näher, werden immer brutaler.

Eine Liebe, an deren Erfüllung sich mit jeder gelesenen Seite die Zweifel mehren. Eine Beziehung, die direkt auf den Vorhof der Hölle zusteuert.

Gleich lesen: LIEBE IHN und LEIDE

Leseprobe:
Der bohrende Schmerz, den der ungewohnte Konsum von Alkohol in seinem Kopf hervorrief, riss Jan Hellmann aus dem einer Ohnmacht ähnelnden Schlaf. Die Erinnerung an den gestrigen Abend traf ihn schonungslos. Er schloss die Augen. Verzweifelt versuchte er, zurück in die Traumwelt zu fliehen, von der er glaubte, dass sie ihn vor der Realität schützte. Die zitternden Hände spürten den Schweißfilm, der in Sekundenschnelle entstanden war. Dass er noch angekleidet auf dem Teppich lag, zeigte ihm deutlich das Ausmaß des gestrigen Kontrollverlustes. Jackett, Oberhemd - verteilt auf dem Boden. Eine Hand schützte die Augen, damit die Sonne, die ihre Strahlen durch einen Spalt der Bäume presste, ihn nicht blendete. Brutal erinnerte sie ihn daran, dass alles, was er gestern Abend mit Whiskey verdrängen wollte, doch geschah. Wo blieb das Schnurren von Hercules, das Anstupsen seiner Nase. Den Namen verpasste er dem Kater in Anlehnung an den Sohn des Göttervaters Zeus. Er besaß ebenfalls diesen kräftigen Körperbau. Jan stemmte den schmerzenden Körper auf, suchte die frische Luft des Gartens. Die Terrassentür glitt auf. Der Wahnsinn, der ihm ins Auge sprang, schaukelte, vom Wind bewegt, zwischen den Bäumen. Sein Magen reagierte prompt.
Die Gedanken wühlten durch das Geäst der Erinnerungen. Sie verharrten an der Stelle, an dem der Horror seinen Anfang fand ...

Das laue Lüftchen, das durch die goldfarbigen Blätter der umstehenden Bäume strich, versprach einen sonnigen Spätherbsttag. Der Laubsauger lärmte mittlerweile eine Stunde. Er verdarb allen Besuchern, die ihr Gesicht den letzten Strahlen der untergehenden Herbstsonne zuwandten, die ersehnte Erholung. Bei Gesprächen wurden Gäste an entfernt stehenden Nebentischen notgedrungen in intimste Geheimnisse eingeweiht. Jan Hellmann trommelte ungeduldig mit den Fingerspitzen auf die Kante der Kaffeetasse. Er wünschte dem Mann, der auftragsgemäß nur seine Arbeit ausführte, einen Riesenpickel an den Hintern. Aus reiner Boshaftigkeit aber zu kurze Arme, um daran kratzen zu können. Matteo steckte den Kopf durch das winzige Fenster der Eisküche.
»Du bisse eine Verbrecher. Du wirst bestimmt bezahlt von Konkurrenz, dass du vertreibst meine Gäste. Ich werde heute noch beten zur Madonna, dass sie dir über Nacht lässt die Zähne ausfallen. Deine Zehnägel sollen dir wachsen eine halbe Meter, damit dir kein Schuh mehr passt ... du ... du bist eine Caca Cazzo
Seine frommen Wünsche in Richtung des Arbeiters nahm der mit Gleichmut auf. Mit einer müden Handbewegung winkte er ab.
»Wenn ich nur ein Wort verstehe, Matteo, haue ich dir was aufs Maul.«
»Komm doch her, wenn du hast Mut. Ich habe dich nämlich genannt eine Arschgeige.«
Matteo schüttelte die Faust, warf mit Getöse das Fenster zu. Die Aufmerksamkeit galt wieder der Eismaschine. Seine Frau Alessia, die als Inhaberin den Café-Betrieb organisierte, stand mit verschränkten Armen in der Eingangstür. Sie amüsierte diese Frotzeleien. Ihre Stammgäste wussten, dass die meisten Äußerungen Matteos nur zur Erheiterung der Anwesenden beitragen sollten.
»Alessia, hast du deinem Göttergatten beim Aufstehen einen Kuss verweigert? Dann wundert mich nichts mehr.«
Klaus Recker, der hier täglich nach der Fahrradtour seinen Morgen-Tee trank, hielt Alessia mit der Frage auf, die Richtung Theke verschwinden wollte.
»Wenn es mal so einfach wäre, Klaus. Inter Mailand hat gestern gegen Neapel verloren ... da liegt der Hund begraben. Dann kannst du den Kerl nicht mehr genießen. Werde den bald gegen zwei jüngere Exemplare eintauschen.«
»Habe ich gehört, Weib«, schallte es aus der Eisküche. Der Applaus der Gäste begleitete den Dialog. Alle hier amüsierte es, dass diese Beiden einen ständigen Streit zur Erheiterung des Publikums lieferten. Nichts auf der Welt würde diese liebenswerten Menschen trennen können. Man erzählte, dass sie bereits im Sandkasten ewige Treue schworen. Ihre Hochzeit wurde mit dem Segen eines korrupten Dorfgeistlichen schon in der Kita besiegelt. Matteos Eltern, so sagte es zumindest ein sich hartnäckig haltendes Gerücht, mussten einst zwölf Euganeo Berico-Schinken sowie vier Milchkühe von Padua nach Asiago liefern. Erst danach durften sie für ihren Jungen um die Hand Alessias anhalten. Dafür nahmen die den Rotzlappen in ihrer Familie auf ... das sagte zumindest ein Gerücht.
Alessias Eltern überschrieben ihnen vor etwa vierzig Jahren das bestens eingeführte Eiscafé. Als das junge Paar nach Recklinghausen übersiedelte, musste Matteo die Verehrer scharenweise abwehren. Die umschwirrten den Laden - besser gesagt Alessia - wie Motten das Licht. Der Umsatz stieg, da die italienische Schönheit zumindest die männliche Kundschaft magisch anzog.
Die Ehefrauen prüften sofort den Grund der Schwärmerei. Die Friseurbetriebe der Umgebung freute das Geld in den Kassen, da einige Damen vorübergehend bei der Haarfarbe auf tiefschwarz wechselten. Alessia bedauerte es, zur Zielscheibe schlimmster Neidattacken geworden zu sein. Matteo streute Berichte über angebliche Gräueltaten unters Volk. Die wollte er an Nebenbuhlern in der italienischen Heimat begangen haben, die glaubten, ihm seine Angebetete ausspannen zu können. Er lebte fortan als Pate Matteo, aber es kehrte zumindest Ruhe ein. Zwischenmenschliche Beziehungen erreichten in den Schlafzimmern der Bewohner wieder normales Niveau.

Sie saß einfach da am Nebentisch, zeigte Jan Hellmann den Rücken, vertieft in ein Gespräch mit ihrer männlichen Begleitung. Jojo Moyes zog Jan mit ihrem Roman Ein ganzes halbes Jahr in ihre Erzählwelt, fesselte ihn. Die samtweiche Stimme dieser Frau riss ihn zurück in die Gegenwart. Dieser Klang. Jan lauschte fasziniert ... etwas berührte die Sinne. Es sorgte dafür, dass er Zeilen mehrfach las ... er verstand deren Bedeutung nicht mehr. Moyes schrieb ungewöhnlich lange Schachtelsätze, die Jan normalerweise liebte. Jetzt entstanden durch diese Ablenkung unverständliche Zusammenhänge. Er gab auf, legte das Lesezeichen zwischen die Buchseiten. Die Erkenntnis schockierte ihn, dass er wie ein schäbiger Voyeur dem Gespräch des Pärchens zu folgen versuchte. Jan drehte den Kopf in die Richtung, aus der ihn die Wortfetzen erreichten. Eifersucht auf die Bedienung wuchs. Sie durfte das Gesicht sehen, das für ihn noch hinter langen blonden Locken verborgen blieb, die weit über die Schultern fielen. Sein Gesichtsfeld beschränkte sich auf den Rücken, den der auberginefarbene Stoff eines Veloursmantels bedeckte. Leger lag ein langer, schiefergrauer Schal darüber, der farblich perfekt zum restlichen Outfit passte. Er konnte sich nicht erklären, warum er genau in diesem Augenblick über seine Kleidung nachdachte. Wie schäbig musste sie neben dieser eleganten Erscheinung wirken. Es gab bisher keinen Grund für ihn, seine Jeans mit Kapuzenpullover als unpassend für einen Besuch in seinem Stammcafé anzusehen. Jeder kannte und akzeptierte ihn so.
Seine Gedanken wirbelten durcheinander. Sie versuchten, dem Wesen neben ihm ein Gesicht zu geben. Immer mehr verwischten die Konturen. Nichts, was vor seinen Augen auftauchte, schien dem gleichzukommen, was zur Stimme passte. Sie musste doch spüren, wie er sie analysierte, wie er versuchte, ein Bild zu schaffen. Warum drehte sie sich nicht um? Seine Hände umfassten das Buch, damit sie sich nicht unerlaubt auf diese verlockenden Schultern legten. Eine lange vergessene Unruhe nahm von ihm Besitz.
Bitte, dreh dich doch ein einziges Mal um!
Erst der Zufall kam ihm zu Hilfe, als zwei Gäste ihren Tisch verließen. Das spiegelnde Café-Fenster offenbarte endlich dieses Gesicht. Ein Engel war herabgestiegen, hatte sich unter die Lebenden begeben. Nur dieser unverschämt gut aussehende Kerl daneben durfte ihm Gesellschaft leisten. Bitte, fuhr es Jan durch den Kopf, bitte lass es ein Verwandter sein.
Jeden Millimeter ihres Gesichtes scannte Jan für die Ewigkeit auf seine Festplatte ... minutenlang. Viel zu spät bemerkte er, dass sie den Blick längst in der Scheibe erwiderte. Er betete dafür, dass sein Spiegelbild die Verlegenheitsröte nicht zeigte. Sie flüsterte mit ihrem Begleiter. Es wäre für Jan eine Erlösung gewesen, hätte sich in diesem Augenblick ein Loch vor ihm aufgetan, in das er hätte kriechen, sich verstecken können. Aus purer Verzweiflung schlug er sein Buch auf. Er las irritiert in Texten, die er zuvor schon überflogen hatte. Alessia stand in der Eingangstür. Sie lächelte in ihrer unnachahmlichen Art.
Konnte sie in seinen Gedanken lesen?
Als der Engel den Tisch verließ, blieb ein Geruch von Sandelholz zurück. Das Zauberwesen hakte sich, glockenhell lachend, bei ihrem Begleiter ein. Ihr Kopf lag an seiner Schulter, während beide Richtung Parkplatz verschwanden. Das ist einfach nicht fair! Keine Bewegung ihres Körpers blieb Jans Augen verborgen, auch nicht das leichte Hinken. Neben einem schnittigen Sportwagen verharrten beide, bevor sie ihn mit einem Wangenkuss verabschiedete. Der Sportwagen verließ den Parkplatz. Sie schlenderte aufreizend langsam zu einem BMW, der sie dann endgültig Jans Blicken entzog. Die spiegelnde Frontscheibe ließ es nicht zu, ihr Gesicht zu erkennen. Lange nachdem der Sportwagen das Gelände verlassen hatte, parkte der BMW immer noch an der gleichen Stelle. Ein Gefühl, beobachtet zu werden, verunsicherte Jan. Dazu kam, dass Alessia ihn ebenfalls weiter ansah. Er suchte den Blickkontakt, rätselte, was sie ihm sagen wollte. Sie näherte sich seinem Tisch. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass die Parkbox plötzlich verlassen war. Alessia kam geradewegs auf ihn zu. Sie ließ wie zufällig die Hand über seine Schulter gleiten, nahm aber am Nebentisch Platz. Dort begrüßte sie ein Pärchen, das ihr einen ausführlichen Bericht des letzten Arztbesuchs lieferte. Geduldig hörte sie zu. Ihre Augen brannten in Jans Rücken. Er fühlte es deutlich.

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Mehr über und von H.C. Scherf auf seiner Facebook-Seite.



19. Mai 2017

'Natürlich entgiften' von Health Experts

Detox ist heute schon fast zum Modewort geworden und dennoch wissen viele Leute nicht, um was es dabei eigentlich geht. Dieses Buch will seine Leser ermutigen, das Leben nicht als Schicksal zu sehen, sondern als Geschenk für ein glückliches und zufriedenes Leben. Weil man Gesundheit nicht kaufen kann, sollte jeder sehr achtsam mit seinem Körper umgehen - man hat nur diesen einen.

In unserer schnelllebigen Zeit ist unser Körper jeden Tag mit Stress konfrontiert. Nicht nur mentaler Stress setzt ihm zu, sondern auch äußere Umwelteinflüsse, von der Luft die wir atmen bis hin zu dem was wir essen. Toxine sind überall und es gibt viele Wege diese aufzunehmen. Daher sollten wir unseren Körper regelmäßig vor diesen Giften reinigen. In diesem Buch wird erläutert, wie man auf natürliche Weise seinen Körper reinigt. Es stellt einen Leitfaden vor, wie man zu mehr Vitalität kommt, ein besseres Körpergefühl sowie ein schönes Hautbild erreicht.

Gleich lesen: Natürlich entgiften: Einfache Methoden für eine schöne Haut und einen gesunden Körper

Leseprobe:
Was sind Schlacken und Gifte?
Als Schlacken bezeichnet man grundlegend Stoffe im Körper, die diesen belasten und negativ beeinflussen. Schlacken entstehen durch einen ungesunden Lebenswandel, durch zu viel Fett, zu hohes Cholesterin, zu wenig Vitamine, Mineralstoffe, Wasser und frische Luft. Mit Schlacken reagiert der Körper somit also, um sich für die mangelnde Obhut zu rächen.
Wer seiner Leber nie Zeit zum Regenerieren gibt, der darf sich nicht wundern, wenn diese nicht mehr im vollen Ausmaß arbeiten kann. Auch die Nieren geben mit der Zeit auf, wenn sie ständig durch zu wenig Flüssigkeit übermäßig stark arbeiten müssen. Dies zieht sich durch sämtliche Organe im Körper. Wer sich über einen langen Zeitraum schlecht ernährt und nicht auf sein eigenes Wohlbefinden achtet, der erzeugt praktisch diese kleinen oder größeren Müllhalden im Körper, die wir als Schlacken und Ablagerungen bezeichnen.
Doch nicht nur die Ernährung alleine trägt Schuld an diesen Schlacken im Organismus. Auch ein schlecht funktionierender Stoffwechsel, durch zu wenig Schlaf ausgelöst, Medikamente, die über einen langen Zeitraum genommen werden, falsche Kosmetikartikel, Zahnfüllungen, Umweltverschmutzung und natürlich Tabak und Alkohol lassen die Schlacken im Körper gedeihen.
Auch wenn man nicht raucht, nicht trinkt und sich halbwegs gesund ernährt, kommt man täglich in Kontakt mit Hunderten von Schadstoffen, die den Organismus belasten können. Putzmittel, Autoabgase, Bakterien, Schwermetalle und Hormone lauern tagtäglich, um sich in unseren Körpern breit zu machen.

Wie gelangen nun Schlacken in unseren Körper?
Die Umwelt füttert unseren Körper täglich mit Schadstoffen. Abgase und Pestizide, Hormone und Antibiotika gelangen in unseren Kreislauf, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Auch wer sich vermeintlich gesund ernährt, nimmt häufig durch zu wenig Aufklärung Massen an Schadstoffe auf. Dies beginnt mit Fisch, der mit Quecksilber verseucht ist, setzt sich im Fleisch fort, welches von Tieren aus Massenhaltung stammt, die mit Hilfe von Antibiotika und anderen Medikamenten groß gezogen wurden und endet nicht bei Obst und Gemüse, welches mit Einsatz von Pestiziden so schön wachsen kann.
Auch unser Trinkwasser wird oft mit chemischen Zusätzen versehen. Auch umgeben wir uns täglich in der eigenen Wohnung mit toxischen Stoffen, wie Holzschutzmittel, Weichmachern in Kunststoffen und chemischen Mitteln mit welchen unsere Textilien behandelt wurden.
Auch Fertiggerichte, Softdrinks, Würzmittel mit ungesunden Geschmacksverstärkern, Fett in der Nahrung und vieles mehr animieren den Körper tagtäglich dazu, Schlacken aufzubauen.
Daher ist es wichtig, den Körper beim Abbau der Schlacken zu unterstützen. Dieser hat zwar eine eigene und angeborene Möglichkeit um Giftstoffe abzubauen, doch bei der Flut an negativen Einflüssen ist dieser oft überlastet und die Schlacken lagern sich ab. Mit einer konsequenten Entschlackungs,- und Entgiftungs-Kur unterstützt man somit den eigenen Organismus, kurbelt den Stoffwechsel an und wird durch eine Steigerung des Wohlbefindens belohnt.

Im Kindle-Shop: Natürlich entgiften: Einfache Methoden für eine schöne Haut und einen gesunden Körper



18. Mai 2017

'Wild Rose - Doppelt verliebt' von Lisa Torberg

Eine Frau und zwei Männer. Tiefe Gefühle. Verwirrend, beängstigend, unkonventionell. Liebe? Dieser Roman ist sexy, prickelnd, sinnlich, heiß – und eine (Lese-)Sünde wert!

Sabrina, 25, verdankt ihre Liebe zur Natur und ihren zweiten Namen Wild Rose ihrer Mutter Aponi, einer Cherokee-Indianerin. Von ihrem Vater Beau Gallagher, einem New Yorker Playboy und Modefotografen, hat sie die tiefblauen Augen geerbt – und von beiden ihre Schönheit und die Freude an der Lust. Ihre größte Leidenschaft ist der Sex.

Nach dem Debakel ihrer Lovestory mit ihrem Stiefbruder Jeremy, dem Sohn ihres zweiten Stiefvaters, verlässt sie Los Angeles und zieht nach Colorado. Drei Jahre später reist sie widerwillig in die Stadt der Engel zur fünften (!) Heirat ihrer Mutter. Um ihr Unbehagen loszuwerden, begibt sie sich am Abend vor der Trauung auf die Suche nach einem One-Night-Stand. In einem Nachtklub trifft sie auf Zac, der ihr schon nach wenigen Stunden ihr Höschen, den Verstand und ein kleines Stück ihres Herzens raubt – und damit ein verwirrendes Gefühl beschert. Sie wäre nicht Wild Rose, würde sie nicht davonlaufen. Schon morgen wird sie L. A. verlassen und ihn nie wiedersehen. Denkt sie, denn das Schicksal hat andere Pläne mit ihr …

Jeremy, Zac und Sabrina. Drei erwachsene Menschen. Miteinander verwandt, weil das Schicksal ihre Eltern zusammengeführt hat. Voneinander angezogen wie Magnete. Und so sehr sich Sabrina auch gegen ihre starken Gefühle wehrt, sie kommt nicht dagegen an …

Gleich lesen: Wild Rose - Doppelt verliebt: A Millionaire Dream Story

Leseprobe:
Der Eingang ist unscheinbar, doch sobald sich meine Augen an das wenige Licht im Inneren gewöhnt haben, ist mein Eindruck ein anderer. Die Hintergrundmusik ist leise genug, sodass man nicht schreien muss, um sich zu verständigen. Langsam gehe ich auf die Bar zu und lasse meinen Blick umherschweifen. Das Ambiente ist in gedeckten Brauntönen gehalten. Am Tresen und um einen schmalen hohen Tisch herum, der sich durch die Mitte des Raumes zieht, stehen Barhocker mit lederbezogener Sitzfläche. An den Seiten gibt es voneinander abgetrennte kleine Sitzecken, um die herum dunkle Vorhänge angebracht sind, die man zuziehen kann. Weiter vorn sehe ich einen Nebenraum. An drei Seiten läuft ein einziges Sofa entlang, auf dem eine Gruppe von Frauen und Männern sitzt. Sie halten Gläser in der Hand und prosten sich zu. Eine Frau steht auf, sieht mir lächelnd tief in die Augen und schließt von innen den schweren Vorhang.
»Der Blick war eindeutig«, sagt eine dunkle Stimme seitlich von mir. Ich stehe immer noch mitten im Raum. »Es steht Ihnen frei, hineinzugehen. Oder haben Sie Angst?« Ich wende den Kopf und halte erst einmal die Luft an. Er lehnt lässig mit dem Rücken an der Bar, die Ellenbogen auf dem polierten Holz des Tresens abgestützt. In dem diffusen gelblichen Licht kann ich weder seine Haarfarbe klar erkennen noch die seiner Iriden. Aber das Weiße seiner Augen blitzt auf, und der Ton seiner Stimme ist süffisant, lässt das unterschwellige Grinsen erahnen. Ich mache einen Schritt auf ihn zu, bleibe stehen.
»Furcht hat nur, wer etwas zu verbergen hat.« Ich erwarte keine Antwort, trete ein Stück von ihm entfernt an die Bar und lege die Clutch vor mir auf den breiten Tresen. Dann greife ich nach der in Leder gebundenen Karte, schlage sie auf. Doch schaffe ich es nicht, auch nur ein Wort zu lesen, da die Buchstaben vor meinen Augen verschwimmen. Mein Herz schlägt bis zum Hals, als sich der Fremde neben mich stellt. Obwohl er mich nicht berührt, spüre ich die Hitze seines Körpers. Ich hebe den Blick und starre geradeaus vor mich hin auf die verspiegelte Rückwand hinter den, mit Flaschen vollgestellten, gläsernen Regalen.
Dunkel, denke ich. Seine Haare. Die Augen. Das Spiegelbild wirkt verzerrt, verschwommen, auch meines. Visuell kann ich ihn nicht klar erkennen, doch sein Geruch umnebelt mich. Er riecht rauchig, nach angebranntem Holz, süßlichem Tabak, Whiskey und nach Moschus.
»Sind Sie sicher?«, fragt er leise.
Und diese Stimme! Dunkel. Dieser Mann ist pure Lust, Leidenschaft, personifizierter Sex. Ein Schauer erfasst mich. Das Kribbeln in meinem Bauch nimmt zu. Meine Hände umklammern die kleine Handtasche. Er beugt sich noch ein wenig näher, sein Atem streift meine Schläfe.
»Sie verbergen nichts und sind furchtlos? Sind sie auch zu allem bereit?«

Mein Herz schlägt einmal zu viel. Bin ich im falschen Film? Ich bin doch die Jägerin, er der Gejagte, oder nicht? Meine Kehle ist trocken, ich schlucke verzweifelt, um sie zu benetzen, bevor ich eine Antwort krächze. Doch auch meine Mundhöhle ähnelt einer Wüste. Kein Wort kommt über meine Lippen. Er lacht leise. »Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?«
Noch bevor ich etwas hauchen oder flüstern kann, denn zu anderem bin ich nicht fähig, baut sich einer der Barkeeper vor mir auf und stellt kommentarlos ein Glas Wasser vor mich hin. Ich greife danach und trinke es aus. Dankbar nicke ich dem muskelbepackten Riesen mit der weißen Matrosenmütze zu. »Was darf ich dir bringen?«, fragt er mit vor der Brust verschränkten Armen.
»Ich ... weiß nicht«, stottere ich und setze erklärend »... bin zum ersten Mal hier«, hinzu.
»Das sicher. An dich könnte ich mich erinnern!«, erwidert er prompt und beugt sich vor. Sein Lachen erinnert mich an das Grunzen eines Schweins. Ich kann die Mandeln in seinem Rachen sehen, so nah ist er, zucke zusammen, bewege mich von ihm weg und stoße gegen eine flache Hand, die meinen Rücken knapp oberhalb der Taille berührt.
»Mach mal halblang, Popeye«, sagt der Mann neben mir und streicht über den hauchzarten Stoff meines Kleides. »Einen Paloma für die Dame und einen Balvenie DoubleWood für mich.« Während er spricht, bewegt er seine Finger sanft auf und ab. Es fühlt sich an, als würde er meine Haut berühren, nicht die Seide. Um nicht zu schnurren wie eine rollige Katze, konzentriere ich mich auf den überdimensionierten Matrosen, dem tatsächlich nur die Spinatdose fehlt, um authentisch zu sein. Jetzt hält er auch noch die ausgestreckten Finger an die Schläfe und bellt »Aye, aye, Sir«, bevor er sich zackig den Flaschen an der Rückwand zuwendet.
»Ich bestelle meine Drinks normalerweise selbst«, sage ich laut, ohne den Kopf zu wenden. Ich will den Körperkontakt zu dieser Hand nicht verlieren.
»Davon gehe ich aus«, sagte er, »aber Sie dürfen die Rolle der Domina auch einmal ablegen.« Mit der freien Hand greift er in meine Haare, hebt sie hoch und streift mein Ohr mit seinen Lippen. »Glauben Sie mir, es lohnt sich!«

Im Kindle-Shop: Wild Rose - Doppelt verliebt: A Millionaire Dream Story

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