29. März 2019

'Die Blutengel: Kriminalroman' von Livia Pipes

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Seine Vorlieben waren speziell, das wusste er. Doch es war seine Natur - er konnte nicht anders. Er würde einfach ALLES tun, um "ES" weiter genießen zu können.

Nach einer Gewitternacht findet der kleine Luca im Höhenpark Killesberg in Stuttgart die massakrierte Leiche der 17-jährigen Amerikanerin Abigail. Kommissarin Kati Lindberg, die gerade erst am Tag zuvor, zusammen mit ihrem Sohn Florian von Hannover ins „Ländle“ umgezogen ist, soll sich direkt mit dem charmanten Kollegen Prinz, des Falles annehmen.

Die Tat des anscheinend wahnsinnigen Killesbergmörders soll aber nicht die einzige bleiben. Die Ermittler stellen schnell fest, dass eine weitere Person vermisst wird. Die fünfjährige Tochter der Gasteltern war während des Mordes in der Obhut des Opfers und ist seitdem verschwunden! Das Team des Stuttgarter LKA wird in höchste Alarmbereitschaft versetzt, denn jetzt zählt jede Minute.

Doch die sympathische Ermittlerin Kati kämpft nicht nur gegen einen kaltblütigen Mörder, sondern auch gegen finstere Gedanken an die Vergangenheit, die sie immer wieder in den Abgrund ziehen wollen.

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Leseprobe:
Luca setzte sich an den hölzernen Rand des großen Sandkastens und sah zu den anderen Kindern, die anscheinend immer noch nicht genug hatten vom Rutschen, Klettern und Sandburgen bauen. Er seufzte gelangweilt, stand auf und ent-fernte sich von der Gruppe, um unter den Bäumen in der Nähe einen Stock zu suchen, mit dem er „Kreuzritter“ spielen konnte. Vielleicht fand er ja auch zwei und konnte Finn dazu überreden, mit ihm zu spielen. Er überquerte die schmalen Schienen-stränge der Bimmelbahn, die jetzt jedoch nicht fuhr, und steuerte auf eine Gruppe Bäume zu. Er erinnerte sich, dort schon einmal gute Stöcke zum Kämpfen gefunden zu haben.
Nachdem er den kurzen Weg zurückgelegt hatte, sah er sich unter den Bäumen um und wurde schnell fündig. Das Gewitter in der Nacht zuvor hatte einige Äste von den Bäumen geweht. Er hob ein paar auf, testete sie, indem er mit ihnen wild die Luft durchschnitt, doch die meisten genügten seinen Ansprüchen nicht. Sie waren zu kurz, und es sollten schon anständige Schwerter zum Kämpfen sein. Um zu sehen, ob auf der anderen Seite des Baumes noch etwas Brauchbares lag, umrundete er den Stamm und blieb abrupt stehen. Das sieht ja komisch aus, dachte er. Eine Frau kniete dort, mit ihrem Kopf an den Baum gelehnt, als ob sie beten würde. Lucas Neugier war geweckt. Was machte die Frau da? Er näherte sich ihr bis auf zehn Schritte, legte den Kopf schief und sah sie an. Sie schien ihn nicht bemerkt zu haben. Ich bin ein guter Anschleicher-Krieger, dachte der Fünfjährige und grinste. Er machte noch einen Schritt auf sie zu, und als sie sich immer noch nicht rührte, fing er an sich zu wundern. Vielleicht medizinierte die Frau, so wie es seine Mutter immer machte, zu Hause auf ihrer Matte, wenn diese komische einschläfernde Musik aus dem Lautsprecher kam?
»Hallo? Was machst du da? Medizinierst du?« Er bekam keine Antwort. Die Frau rührte sich überhaupt nicht. Vielleicht ist sie eingeschlafen. Er traute sich noch einen Schritt näher an sie heran und konnte sie nun näher betrachten. Die Frau, deren lange Haare vor ihrem Gesicht hingen, war noch gar nicht so alt, glaubte er. Sie war schmal und dünn und so angezogen wie seine Cousine Vanessa. Die war jetzt siebzehn oder so. Jetzt wunderte er sich noch mehr, denn seine Cousine würde nie mit nackten Beinen unter einem Baum knien und medizinieren. Geschweige denn schlafen. Die war viel lustiger als dieses Mädchen dort.
Nun hatte er eine andere Idee, sie aus der Reserve zu locken. Er würde sie gewaltig erschrecken, das würde sie wieder zum Leben erwecken. Aber wie? Er überlegte kurz und sah sich dann auf dem Boden nach einem Astschwert um. Zuerst sah er nichts Geeignetes, doch dann … Was war das? Er ging ein paar Schritte und traute seinen Augen kaum. Lucas Herz machte einen Riesenhüpfer. Das war ja wie im Märchen! Er sah sich um. War das wirklich echt? Das Ding war wirklich gut zum Erschrecken geeignet. Die da drüben würde sich gleich wundern. Er grinste und sah zu der komischen Frau, die sich immer noch nicht gerührt hatte. Die ist so was von weggetreten. Das sagte seine Mutter immer von Onkel Harald, wenn er am Sonntag bei ihnen schnarchend und nach Alkohol stinkend auf dem Sofa lag, weil er sich nicht nach Hause traute. Luca ging zu ihr, stellte sich direkt hinter sie, und stupste sie mit dem Riesending an den Schultern an. Gleichzeitig rief er laut: »Erhebe dich, Ritter!«
Doch anstatt aufzuwachen und ihn wegen der Weckaktion auszuschimpfen, schrappte das Mädchen mit der Stirn an der Borke des Baums entlang, kippte zur Seite um und blieb direkt vor seinen kleinen Füßen liegen. Ihm bot sich nun aus nächster Nähe ein Anblick, den er sein Leben lang nie wieder vergessen sollte. Dann schrie er nur noch, ließ das Schwert fallen und rannte. Rannte ohne nachzudenken einfach weg von dem Ort, auf den Weg und dann doch weiter zu seiner Gruppe. »Der Kopf ist … ab … und … überall Blut! Ich … habe sie totgemacht!«, rief er laut, völlig außer sich.

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28. März 2019

'Der Maulwurf aus Moskau' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Martin arbeitet in der streng geheimen Entwicklungsabteilung der Air-Sliver in Wien, die in das lukrative Drohnen und Lenkwaffengeschäft einsteigen will. Sein richtiger Name ist Vladimir, er ist Russe und er arbeitet für den russischen Geheimdienst.

Doch wer sind tatsächlich seine Auftraggeber? Immer tiefer gerät Martin alias Vladimir in einen gefährlichen Sog aus Spionage und Gegenspionage, und bald weiß er selbst nicht mehr, für wen er arbeitet.

Lesermeinung: Ein hochkomplexer Agentenroman, der regelrecht nach Verfilmung schreit. In Zeichen von Wikileaks und NSA eine hochpolitische, absolut zeitgemäße Geschichte, die vermutlich nur noch von der Wirklichkeit überholt werden kann.

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Leseprobe:
Der Gefangene P37 sitzt zusammengekauert auf einem Holzschemel. Er ist unbekleidet. Es ist nicht wichtig. Nichts ist wichtig, nicht einmal der Tod.
Ein kleiner Raum, etwa zwei Mal zwei Meter. Kahle, schmutzig-graue Betonwände, sehr hoch, vier Meter. Es stinkt nach Abwasser und Fäkalien. Durch ein vergittertes Loch weit oben dringt diffuses Licht. Der hölzerne Schemel ist mit breiten, eisernen Winkeln am Boden befestigt.
Totenstille.
Wie lange sitzt er dort? Minuten, Stunden, Tage? Es gibt keine Zeit mehr. Er zittert am ganzen Körper, seine Finger sind von Kälte blau verfärbt. Er klemmt die Hände unter die Achseln, um sie zu wärmen. Er muss pinkeln. Der Urin läuft warm an seinen Beinen hinunter, tropft auf den Zementboden.
Nicht grübeln, den Kopf abschalten wie ein zu lautes Radio. An etwas Schönes denken, an Moskau, den winterlichen Gorki-Park, fröhliche Menschen. Zwischen den Büschen und Bäumen türmen sich hoch aufgeschüttete Berge aus Schnee. Auf den zugefrorenen Teichen drehen mit dicken Pelzmützen und Handschuhen vermummte Schlittschuhläufer kunstvolle Pirouetten.
Seine Gedanken verselbstständigen sich und er ist im sommerlichen Alexandergarten, nicht weit vom Kreml. Auf den Bänken sitzen alte Leute, reden, scherzen miteinander.
Neben ihm geht eine Frau. Er erkennt sie am Parfüm, Tatjana. Die Moskowiterinnen benutzen es großzügig, schweben auf Duftwolken. Er sieht die schmusenden Paare auf dem Rasen und legt einen Arm um Tatjana. Glücksgefühl erfasst ihn, er lächelt, will sie an sich ziehen, ihr ins Haar greifen.
Eine Stimme reißt ihn zurück in die Wirklichkeit; eine tote Stimme, geschlechtslos.
»P37, wie oft haben Sie Ihre Kontaktperson getroffen?«
»Einmal in der Woche ... das habe ich doch schon so oft gesagt«, flüstert er.
Keine Antwort. Diese wie alle Fragen hat er unzählige Male beantwortet. Wie oft sie ihn verhört haben, weiß er nicht, auch nicht, wie lange er jetzt im Untersuchungsgefängnis sitzt. Hätte man ihm gesagt, es wäre ein Monat - er hätte es geglaubt. Auch ein Jahr. Erst verliert man seine Würde, dann die Zeit.
»War es ein Mann oder eine Frau?«
Immer wieder dieselben Fragen.
»Meistens eine Frau.«
»Deutsche, Amerikaner? Sprachen die Personen mit Akzent?«
»Deutsche ... glaube ich.«
»Aus Dresden?«
»Ich weiß nicht. Sächsischer Akzent.«
Es kommen keine weiteren Fragen und er versucht, zu seinen Tagträumen im sommerlichen Park zurückzukehren, zu Tatjana. Es gelingt ihm nicht. Er faltet seine Hände und legt die Zeigefinger aneinander, will an Moskau denken. Die Zeigefinger sind für Moskau, die Mittelfinger für Sankt Petersburg, Ringfinger für die Reise mit Tatjana auf die Krim ans Schwarze Meer. Damals, während seines ersten Lebens, vor dem Gefängnis. Seine Finger sind so etwas wie Erinnerungsstützen, Krücken, mit denen er sich von einem Universum in ein anderes versetzt.
Die Daumen sind für seine Mutter. Wenn er sie fest aneinanderdrückt, denkt er an sie. Wenn er dabei die Augen schließt, erinnert er sich so deutlich an sie, als stände sie neben ihm. Er glaubt, ihre Hand zu spüren, wie sie ihm über den Kopf streicht, und er ist ein kleiner Junge. Er sieht sie vor sich mit ihren dicken Filzstiefeln, die sie im Winter auch in der Wohnung trägt. Die Heizung funktioniert nicht gut, der Fußboden ist sehr kalt.
Er sieht ihren bunten, knöchellangen Rock, das Kopftuch in die Stirn gezogen mit einem dicken Knoten unter dem Kinn, eine wattierte Jacke um die Schultern. Sie klopft an die Tür der Nachbarin. In den Wald wollen sie fahren, Pilze sammeln. Lange Strecken müssen sie in Trambahn und Bus sitzen, zigmal umsteigen. Oder sie fahren auf einen weit entfernten Schwarzmarkt außerhalb Moskaus, von dem man sich erzählt, es hätte gestern dort Hühner, Tomaten, Kartoffeln oder sonst etwas Gutes gegeben.
Seiner Mutter und der Nachbarin hat er eine schmale Ecke im Gemeinschaftskeller abgezweigt, wo sie Holzfässer mit Sauerkraut aufbewahren, die hölzernen Deckel mit einem Stein beschwert. Im Keller stehen viele solcher Fässer und die blubbernden Gase des Gärprozesses dringen über die Kellertreppe in den Flur, ziehen bis unter das Dach. Drückt er die Daumen gegeneinander, riecht er Sauerkraut.

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'PS: Ich will dich nicht verlieren' von Lisa Torberg

Kindle | BookRix | Taschenbuch
Eine Liebesgeschichte vor der atemberaubenden Kulisse Roms – emotional, leidenschaftlich, prickelnd.

Als sich Dede, ein ehemaliges Model und Ettore, ein erfolgreicher Arzt und Inhaber einer Privatklinik begegnen, entfacht ein Feuerwerk der Gefühle, dem auch der große Altersunterschied nichts anhaben kann. Sobald ihr Sohn zur Welt kommt, scheint ihr Glück komplett. Sie führen ein scheinbar perfektes Leben inmitten der Reichen, Mächtigen und Schönen der Ewigen Stadt.

Doch plötzlich zieht sich Dede von ihrem Mann zurück und wirkt zunehmend unglücklich. Ettore ist verzweifelt, vermisst ihr Lachen, ihre gemeinsamen Gespräche, kann nicht verstehen, was mit ihrer Liebe geschehen ist. Er versucht alles, um ihr Schweigen zu durchbrechen. Und dann schleichen sich Zweifel ein. Hat Dede Geheimnisse vor ihm?

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Leseprobe:
Er griff nach ihrem Arm und zog sie hoch. Seine Finger brannten wie Feuer auf ihrer Haut. Doch anstatt sich ihm zu entziehen, ließ sie es zu, dass er ihre Taille umfasste. »Damit Sie mir nicht noch einmal umkippen«, sagte er und hielt sie fest, als er mit ihr auf den Ausgang zustrebte. Wenige Minuten später saß sie ihm in einer kleinen Pizzeria unweit der Fakultät gegenüber. Das irritierende Gefühl, das sie bei seiner Berührung empfunden hatte, fehlte ihr. Sie, die den körperlichen Kontakt zu ihren Mitmenschen vermied, die zu lange die überbordenden elterlichen Zärtlichkeiten ertragen hatte, sehnte sich plötzlich nach den Händen dieses Mannes. Er bestellte für beide, ohne sie nach ihren Wünschen zu fragen, und sie nahm es hin. Bei jedem anderen, auch Mario, hätte sie ihrer Entrüstung Luft gemacht. Doch in dem Moment, in dem der Professore diese erste, banale Entscheidung an ihrer Stelle traf, unterwarf sie sich ihm willenlos. Und nicht nur, als sie die Quattro Stagioni aß, wo ihr Pizza in jedweder Variation zuwider war, seit sie mit ihrem Pizzaiolo zusammen war.
Sie schob einen Bissen nach dem anderen in sich hinein, ohne den Blick zu senken. Dass sie dabei jedes Mal ihren Mund traf, lag wohl daran, dass sie die Nahrungsaufnahme rasch hinter sich bringen wollte. Er beobachtete sie, doch er sagte nichts. Nur seine Mundwinkel zuckten hin und wieder amüsiert nach oben. Dede fühlte, dass noch mehr auf sie wartete als dieses verspätete Mittagessen, auch wenn sie nicht wusste, was, auch nicht, weshalb sie die Idee elektrisierte. Sie hatte kein Interesse an Sex, und Calogero Gallo war um vieles älter als sie und zudem kein schöner Mann. Sicherlich keiner, nach dem sich Frauen des Gesichts oder der Figur wegen umdrehten. Seine Schultern waren eine Spur zu schmal, die Gesichtszüge zu hart und die Augenbrauen buschig. Sein Körper war ihm offensichtlich nicht allzu wichtig, hatte er bereits mit siebenunddreißig einen leichten Bauchansatz und keinen klar erkennbaren Muskel. Doch machte er all das mit dem stechenden Blick und dem unergründlichen Lächeln wett, mit dem er sie ansah. Dede legte Gabel und Messer nieder und wischte sich mit der Serviette über die Lippen. Als ob er darauf gewartet hätte, zog er seine Brieftasche hervor und warf einen Geldschein auf den Tisch. Er stand auf, reichte ihr die Hand und zog sie hoch. Später konnte sie sich nur noch daran erinnern, dass er ein Taxi herangewinkt und sie in den Fond des Fahrzeugs geschoben hatte.

Wie ein Kind dem Rattenfänger von Hameln folgte sie ihm in ein mehrstöckiges Haus, in den Lift, in eine Wohnung. Ohne ein Wort zu sprechen, nahm er ihr die Tasche ab und zog sie mit sich in ein Schlafzimmer. Er drehte sie um, drückte sie an den Schultern nach unten, sodass sie auf dem Bettrand zu sitzen kam. Dann hockte er sich vor sie hin und zog ihr die Schuhe von den Füßen. Behutsam strich er mit beiden Händen ihre Schienbeine nach oben, verweilte kurz auf den Knien und sah sie an. Sein Blick drückte pure Gier aus, als er die Fingerspitzen unter den Rocksaum schob und an der Innenseite ihrer Schenkel hinauf glitt. Dede bebte. Er schob den Stoff ihres Höschens zur Seite und glitt zwischen ihre Schamlippen. Erstaunt nahm sie die Nässe wahr, durch die er sich einen Weg in ihr Innerstes bahnte. Ihre Muskeln schlossen sich um seine Finger. Noch nie hatte sie Ähnliches verspürt. Endlich begriff sie den Sinn des Wortes Lust, verstand die verklärten Blicke ihrer Freundinnen, wenn sie davon sprachen.
Sie sehnte sich nach seinen Berührungen, seinen Lippen, spürte das Verlangen ihres Körpers nach diesem Mann. Mit zitternden Händen öffnete sie den ersten Knopf seines Hemdes. Er riss es auf, erhob sich und entledigte sich seiner Kleidung. Als er nackt vor ihr stand und sein erigierter Penis auf sie zeigte, beugte sie sich vor und nahm ihn in den Mund. Niemals hatte sie Marios schüchterne Bitten erhört, ihn oral zu befriedigen, sondern sich vehement dagegen gewehrt. Der Ekel, den ihr bisher nur allein der Gedanke daran bereitet hatte, war verflogen. Gierig nahm sie den harten Schwanz auf, leckte und massierte ihn mit ihren Lippen, glitt auf und nieder, bis er sich ihr entzog. »Leg dich hin«, keuchte er, und sie ließ sich auf den Rücken fallen und rutschte zur Bettmitte. Calogero kniete sich auf die Matratze, schob den Saum ihres Kleides nach oben und zerrte den nassen Slip über ihre Beine hinunter. Mit festem Griff drückte er ihre Schenkel auseinander und rammte sein Glied in sie. Brutal und tief. Sie schrie auf, er zog sich zurück, jedoch nur, um noch tiefer in sie zu stoßen. Sie wimmerte und keuchte. Er nahm sie rücksichtslos und sie genoss es. Schmerz und Begierde wechselten sich ab. Ihr Becken reagierte losgelöst von ihrem Geist, hob sich ihm entgegen. Gierig nahm sie ihn in sich auf. Er füllte sie aus, wuchs in ihr, rieb sie wund, doch sie vergrub ihre Fingernägel in seinen Pobacken und zog ihn noch näher. Heiß und unbändig trieb sie auf der Welle der Lust bis zur Klippe und stürzte ins Uferlose. Er ergoss sich in ihr, pumpte seinen Samen in sie hinein, schenkte ihr den ersten und unvergesslichen Orgasmus ihres Lebens. Schwer atmend und mit geschlossenen Augen lag sie unter ihm. Seine Lippen berührten sie sanft zum allerersten Mal, seine Hand streifte ihr die schweißnassen Haare aus der Stirn. »Verhütest du?«, fragte er leise, gefolgt von einem »Gott sei Dank«, als sie nickte. Erst dann schälte er sie aus Kleid und Büstenhalter, umfasste ihre Brüste mit beiden Händen und begann mit der süßesten aller Torturen, um sie erneut an die Grenzen der Lust zu treiben.
Eine Woche später verließ Dede ihren Pizzaiolo ohne Erklärung.

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27. März 2019

'Fest verankert (Meereszeiten 2)' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Gezeiten und Gefühle

Insa zieht es mit aller Kraft ihres Herzens zurück in ihre Heimatstadt Cuxhaven. Sie vermisst ihren felligen Freund Kolumbus schmerzlich. Annies Baby wird in Kürze das Licht der Welt erblicken und auch Hotelier Arne weckt Gefühle in ihr.

Da wird sie von ihrer Chefin Linda mit einem zukunftsweisenden Vorschlag überrascht und sie kann ihr Glück kaum fassen. Aber bevor Insa ihr Happy End bekommt, sind noch einige unerwartete Hürden zu überwinden.

Sie erlebt ein unangenehmes Wiedersehen mit ihrem Ex Martin, Arne verhält sich plötzlich merkwürdig und dann titscht sie zu allem Überfluss auf einem Supermarkt-Parkplatz das Auto eines Krabbenfischers an.

Leseprobe:
Annie wartete im Hausflur auf Insa und Kolumbus. Sie wippte mit den Füßen.
»Moin, ihr zwei Süßen! Ich habe euch kommen sehen, da dachte ich mir, ich teile dir gleich die brandneuen, superfrischen, aufregenden, die Zukunft verändernden, bewegenden, mitten ins Herz treffenden Nachrichten mit!«
»Moin«, Insa grinste, »kippel nicht so rum, nachher bekommst du Übergewicht und landest auf der Nase.«
»Nein, ich würde abfedern, weißt du, wie ein Schaukelpferdchen. Modern gesagt, ich habe zurzeit einen Airbag.« Trotzdem hielt sie beschützend die Hände über ihren Bauch. »Ich bin es so leid und wäre froh, wenn der Lütte sich endlich entscheiden könnte, die Welt zu begrüßen.«
»Noch ist ja kein Geburtstermin.«
»Ich finde, er ist dick genug«, grinste Annie schief. »Er darf jetzt raus. Es ist echt total beschwerlich.«
»Glaub ich dir, aber komm erst einmal rein. Kaffee oder Tee?«
»Wenn du mich so fragst, gerne einen Tee. Bist du denn gar nicht neugierig, was ich sagen möchte?«
»Sobald ich die Jacke ausgezogen habe und unser Hundi sein Essen schmatzt.«
Insa öffnete die Wohnungstür, der große Hund stürzte hinein und schnurstracks zu seinem Futterplatz.
»Du ziehst dich in Ruhe aus, machst uns einen Tee und ich versorge Kolumbus«, schlug Annie vor.
»Wie bitte soll ich das in Ruhe tun, wenn du mir so weltbewegende, spannende und atemberaubende Neuigkeiten in Aussicht stellst, hm?«
Annie kicherte.
In Windeseile brachte Insa den dampfenden Tee an den Tisch.
Annie, die es sich auf der Couch bequem gemacht hatte, hievte sich auf. »Ich hatte gestern Waffeln gebacken. Da sind ein paar über. Ich hole sie.«
»Au ja!«
Zwei Minuten später stand sie mit leeren Händen wieder da. »Sorry, Björn muss sie alle mit zur Rettungswache genommen haben. Er ist ein richtiger Vielfraß.«
»Oh, schade.« Insas Gesicht verriet Enttäuschung. »Irgendwie habe ich die jetzt schon geschmeckt. Ich hätte noch Karamellplätzchen im Vorrat. Gekauft, aber besser als nix.«
Sie holte die Packung und platzierte sie auf dem Tisch. Annie griff zu. »Mmh, die schmecken. Soll ich denn für uns heute Nachmittag ein paar Waffeln backen?«
»Wenn du dir die Mühe machen willst.«
»Ist keine, macht Spaß. Mir fällt ein, ich habe sogar noch Sahne.« Sie leckte sich über die Lippen. »Sahnewaffeln mit heißen Himbeeren.«
»Annie!« Insa war sichtlich ungeduldig. »Ich finde Sahnewaffeln toll, aber nun versorge mich bitte mit deinen Neuigkeiten! Ich platze!«
Annie wollte gerade ansetzen, als es an der Tür klopfte. Insa sprang auf und öffnete.
Davor stand Linda. »Ich möchte mich verabschieden, ich will los. Bei Annie ist leider niemand da.«
Insa zog die Tür vollständig auf. »Komm rein. Annie ist bei mir. Magst du auch einen Tee?«
»Nee, besser nicht. Der hat bei mir eine durchschlagende Wirkung. Im Klartext, ich wäre keine halbe Stunde unterwegs, dann kann ich schon Toiletten ansteuern. Und das geht die gesamte Fahrt so weiter. Das muss ich nicht haben.«
Insa lachte auf. »Kenne ich.«
Linda lief auf Annie zu. »Bleib sitzen, Mami. Ich komme zu dir und drück dich.«
Die beiden Frauen umarmten sich und Linda nahm auf dem bequemen Sessel Platz. »Ehe ihr zwei fragt, wie ich denn ins Haus gekommen bin, ich ...«
Insa ließ sie nicht ausreden. »Frage ich gar nicht. Ich habe euch heute Nacht gehört.«
Der sonst coolen Linda schoss die Röte ins Gesicht.
»Also, Jens und ich, ich meine, dein Vater und ich, weißt du, es ...«
Insa schlug ihr wohlwollend auf die Schulter. »Lass gut sein. Wir sind alle erwachsen.«
In diesem Augenblick stand Insas Vater in der Tür. »Moin, Mädels.«
Kolumbus sprang auf, um ihn schwanzwedelnd zu begrüßen und griff natürlich Streicheleinheiten von Jens Jakobsen ab.
Insa betrachtete ihn. Gut sah er aus in Jeans und Rollkragenpullover. Die Autorität eines Kapitäns zur See lugte auf die eine oder andere Art auch immer im Privaten durch. Diesmal kam noch etwas anderes hinzu. Er strahlte Glück und Zufriedenheit aus. Man konnte es förmlich aufschnappen.
Insa lief zu ihm und küsste ihn auf die Wange. »Setz dich zu uns, Papa.« Sie holte ihm eine Tasse und im Gegensatz zu Linda trank er gerne einen Tee mit ihnen.
»Es gibt Neuigkeiten«, sagte er gewohnt kurz und knapp mit seiner sonoren, tiefen Stimme.
»Dito bei mihiiir!«, quietsche Annie sofort los.
Erstaunt sah er sie an. »Dann du zuerst.«
»Erst du.«
»Nein.«
»Doch. Ach bitte, Jens, ich brenne auf deine Neuigkeiten! Tu mir den Gefallen und rück sie raus.«
»Gut«, er sah in die Runde. »Linda und ich, wir haben uns in den letzten Tagen näher kennengelernt und festgestellt, dass wir gut harmonieren.« Jens legte seine Hand auf ihre.
Linda sah ihn bewundernd an und Insa war total perplex. Diesen weichen, liebevollen Blick von ihrer Chefin kannte sie ja gar nicht! Ihr Gesicht wirkte völlig verändert. Und erstaunt bemerkte Insa, dass sie zwar gut geschminkt war, jedoch entschieden anders als gewohnt. Deutlich dezenter – und es stand ihr ausgezeichnet. Es nahm nichts von ihrer Attraktivität.
Ihr Vater unterbrach ihre stumme Betrachtung. »Kurzum, wir wollen es zusammen probieren.«
Annie war die Erste, die gratulierte. »Mensch, das freut mich richtig für euch!« Sie rappelte sich mit ihrem dicken Bauch auf und umarmte die beiden.
Währenddessen überschlugen sich Insas Gedanken. Ihre Chefin war nun auch bald privat in ihrem Leben? Brauchte man das? Wie sollte sie ihr denn zukünftig im Büro begegnen? Sie hatte echt geglaubt, die zwei hätten sich nur eine gemeinsame Nacht gegönnt und gut! Das wäre schwierig genug an die Seite zu schieben. Aber die Vorstellung, Linda könnte eines Tages ihre Stiefmutter ... oh Gott! Andererseits hatte sie soeben bei dem Spaziergang mit Kolumbus entschieden, in absehbarer Zeit wieder in den Norden überzusiedeln. Somit würde sie sowieso nicht in Lindas Unternehmen bleiben.
Oh Mensch, die Dinge veränderten sich rasend schnell, es reichte kaum zum Luftschnappen!
Sie rang sich zu einem Lächeln und ein paar netten Worten durch.
»Wir lassen es langsam angehen«, warf ihr Vater ein. »Unsere beiden Berufe sind nicht gerade beziehungsfördernd.«
Linda sah ihn fast erschreckt an. »Ich für meinen Teil werde alles tun, damit wir nicht scheitern.«
Insa erkannte in diesem Moment, wie sehr Linda in ihren Vater verliebt war. Plötzlich drehte sich die Welt andersherum. Zuerst führte sie als Einzige eine Beziehung, Annie und Linda hatten Singlestatus. Nun war sie solo. Trotzdem gut, dass ihr Martin ins Geschichtsbuch gehörte.
»Dann habt ihr ja eine aufregende Zeit vor euch«, presste sie heraus. Gefiel ihr das jetzt oder nicht? Deshalb beschloss sie, den beiden einfach Glück zu wünschen. Sie hatte eh keinen Einfluss auf diese Romanze. Die Hauptsache war, ihrem Vater ging es gut. Das allein zählte für Insa.
»Letztendlich ist entscheidend, was wir aus unserer Unterschiedlichkeit und den zwei Welten machen, nicht wahr, Jens?« Abermals traf ihn ein verliebter Blick von Linda.
Er strich ohne Worte über ihre Wange und drehte sich anschließend zu Annie.
»Nun aber genug von uns. Annie, du hast gesagt, es gibt auch Neuigkeiten von dir. Schieß los!«

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26. März 2019

'HÜTER DER ANGST' von H.C. Scherf

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
„Du bist stärker als deine Angst!
Sie spürt es und wird nachgeben“


Die geflüsterten Worte sollen Sarah beruhigen, ihre Höhenangst endgültig besiegen.

Ein Psychopath nutzt die Urängste der Menschen, um sie in den Tod zu treiben. Sein perfider Plan geht bei den Schutzbedürftigen einer Selbsthilfegruppe auf, die ihre Phobien bekämpfen möchten.

Wird Peter Liebig, Hauptkommissar im Essener Morddezernat, die Pläne des Wahnsinnigen durchkreuzen können?

Der Täter hinterlässt keine Spuren.

Erst als der erfahrene Beamte in die Hölle des Killers hinabsteigt, entdeckt er dessen Geheimnis. Ein Psychoduell beginnt, das zwei völlig verschiedene Welten aufeinanderprallen lässt.

'Hüter der Angst' ist der erste Band der Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Liebig und Momsen. Weitere Bücher von H.C. Scherf auf seiner Autorenseite.

Leseprobe:
Ich habe Angst. Kein Laut durchdrang die Schwärze der Nacht. Selbst die Stimmen der nachtaktiven Tiere waren restlos verstummt. Nur das Pochen ihres Pulses dröhnte in ihren Ohren, als würde jemand darin den Takt auf einer Trommel schlagen. Ein Takt, der anzuschwellen schien. Sie war geneigt, die Hände an den Kopf zu legen, laut zu schreien. Aufhören - lass es bitte aufhören! Doch es war nicht nur die Stille, die Helga Winter lähmte. Ihr gesamter Körper bebte, während sie mit angstgeweiteten Augen auf die ruhig daliegende Fläche des so fürchterlichen Sees starrte. Das Weiß in den Augen ließ ihre braunen Pupillen fast verschwinden. Teile des nahezu mondlosen Sternenhimmels spiegelten sich in dem Wasser, das ihr die Lockrufe zuzurufen schien.
Komm näher – ich warte auf dich. Tu es – es ist doch nur noch ein einziger Schritt.
Doch ihr bebender Körper ließ keine weitere Bewegung zu, hielt sie von dieser allerletzten, entscheidenden Aktion zurück. Der offenstehende Mund war darum bemüht, einen Satz zu formulieren, zu schreien. Nichts. Kein Laut verließ die zitternden Lippen. Stattdessen durchschnitten die leise gesprochenen, fast sanften Worte hinter ihr die Lautlosigkeit wie ein Schwert. Als der Mann zu sprechen begann, entfuhr Helgas Mund lediglich ein fast stummes Stöhnen. Das Zittern verstärkte sich.
»Du darfst jetzt nicht zurückweichen. Es ist deine letzte Chance, es endgültig zu überwinden. Tust du es jetzt nicht, wirst du es für den Rest deines Lebens mit dir herumtragen. Es wird dir helfen, deine Phobie für immer zu überwinden. Wir haben doch schon so oft darüber gesprochen. Hast du das vergessen?«
Helga verkrampfte die Hände zu Fäusten, öffnete und schloss sie wieder, immer schneller werdend. Der Atem kam pfeifend aus ihrem Rachen und verdampfte in kleinen Wolken in der kalten Luft, die über dem See lag.
Niemals werde ich in dieses Wasser springen. Niemals! Ich will hier weg!
Gerne hätte sie es über den See geschrien, doch ihre Stimmbänder versagten. Nur die Gedanken lärmten durch ihren Schädel, wollten ihn sprengen. Aus den Tiefen ihres Bewusstseins drangen wieder seine Worte in sie ein.
»Du hast es dir versprochen, Helga. Weißt du das nicht mehr? Du hast verstanden, dass dieses Wasser dich tragen wird. Du wirst nicht ertrinken, wenn du tust, was ich dir gesagt habe. Du bist stärker als dieser See. Er bedeutet keine Gefahr für dich, weil du gegen ihn kämpfen wirst. Vertraue auf deine gewaltige Kraft. Nur noch dieser eine Schritt.«
Es war genau der Augenblick, in dem Helga glaubte, dass der See sein riesiges, zahnbewehrtes Maul weit aufsperrte, um sie zu verschlingen. Sie spürte diese kleine Berührung kaum, die aber ausreichte, um sie in das kalte Wasser stürzen zu lassen. Nun löste sich endlich ihre Starre. Der Schrei, der ihre angestaute Verzweiflung mit einer Urgewalt herausließ, schallte über die Oberfläche des Sees, der den Leib dieser Frau gierig in sich aufnahm. Vorbei war es mit der Lautlosigkeit der Nacht. Die Wasseroberfläche schäumte, als Helga Winter wild um sich schlug, versuchte, das Gesicht über der Oberfläche zu halten. Mit jedem Atemzug floss gleichzeitig diese dunkle Flüssigkeit in ihre Lungen, brachte sie zum Husten. Die Abstände, in denen sie gurgelnd auftauchte, wurden immer länger.
Ein satanisches Lächeln umspielte den Mund der Person, die einen Schritt näher an das Ufer getreten war. Die Wellen, die sich zuvor noch kreisförmig ausbreiteten, versiegten nun endgültig. Schemenhaft war der absinkende Körper von Helga Winter unter der Oberfläche zu erkennen. Ihre Hand reckte sich wie mahnend zum Himmel, bevor sie völlig in der Tiefe verschwand. Unschuldig lag der See da. So, als wäre nichts geschehen. Nur das Flüstern blieb zurück, als ein Schatten im Dunkel der Nacht verschwand.
»Du hättest es schaffen können. Ja, es wäre vielleicht möglich gewesen.«

Im Kindle-Shop: HÜTER DER ANGST (Liebig/Momsen 1).
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21. März 2019

Lisa Torberg alias Monica Bellini

Lisa Torberg ist das typische Resultat der Beziehung zweier Menschen verschiedener Kulturen: polyglott und nirgends wirklich daheim. Oder eben überall. Schon als junges Mädchen ließ sie ihrer Fantasie in Schulheften freien Lauf – sehr zum Leidwesen ihrer Lehrer. Was lag da näher, als die Leidenschaft für das Schreiben weiterzuentwickeln?

Heute ringt sie dem Berufsleben immer mehr Zeit für die Autorentätigkeit ab, zieht die Ruhe dem Trubel vor und lebt teils in Italien, teils in ihrer englischen Heimatstadt London.

Sie vertritt die These der ungeschminkten Wahrheit, mag das Leben an der frischen Luft und das Meer. Allerdings nur im Winter oder wenn sie an Bord eines Segelschiffs ist, und nicht, wenn sie wie eine Sardine am Strand liegen muss.

Sie lebt und schreibt nach der Devise: „Die Liebe ist das einzige Spiel, bei dem es zwei Verlierer geben kann. Oder zwei Gewinner.”

Unter dem Pseudonym Monica Bellini schreibt Lisa Torberg prickelnde, sinnliche Liebesromane.

Weblinks: www.lisatorberg.com und www.monicabellini.com


Bücher von Lisa Torberg im eBook-Sonar:




Bücher von Monica Bellini im eBook-Sonar:





'Wild Rose - Doppelt verliebt' von Lisa Torberg

Kindle | Tolino | iTunes | Taschenbuch
Eine Frau und zwei Männer. Tiefe Gefühle. Verwirrend, beängstigend, unkonventionell. Liebe? Dieser Roman ist sexy, prickelnd, sinnlich, heiß – und eine (Lese-)Sünde wert!

Sabrina, 25, verdankt ihre Liebe zur Natur und ihren zweiten Namen Wild Rose ihrer Mutter Aponi, einer Cherokee-Indianerin. Von ihrem Vater Beau Gallagher, einem New Yorker Playboy und Modefotografen, hat sie die tiefblauen Augen geerbt – und von beiden ihre Schönheit und die Freude an der Lust. Ihre größte Leidenschaft ist der Sex.

Nach dem Debakel ihrer Lovestory mit ihrem Stiefbruder Jeremy, dem Sohn ihres zweiten Stiefvaters, verlässt sie Los Angeles und zieht nach Colorado. Drei Jahre später reist sie widerwillig in die Stadt der Engel zur fünften (!) Heirat ihrer Mutter. Um ihr Unbehagen loszuwerden, begibt sie sich am Abend vor der Trauung auf die Suche nach einem One-Night-Stand. In einem Nachtklub trifft sie auf Zac, der ihr schon nach wenigen Stunden ihr Höschen, den Verstand und ein kleines Stück ihres Herzens raubt – und damit ein verwirrendes Gefühl beschert. Sie wäre nicht Wild Rose, würde sie nicht davonlaufen. Schon morgen wird sie L. A. verlassen und ihn nie wiedersehen. Denkt sie, denn das Schicksal hat andere Pläne mit ihr …

Jeremy, Zac und Sabrina. Drei erwachsene Menschen. Miteinander verwandt, weil das Schicksal ihre Eltern zusammengeführt hat. Voneinander angezogen wie Magnete. Und so sehr sich Sabrina auch gegen ihre starken Gefühle wehrt, sie kommt nicht dagegen an …

Leseprobe:
Der Eingang ist unscheinbar, doch sobald sich meine Augen an das wenige Licht im Inneren gewöhnt haben, ist mein Eindruck ein anderer. Die Hintergrundmusik ist leise genug, sodass man nicht schreien muss, um sich zu verständigen. Langsam gehe ich auf die Bar zu und lasse meinen Blick umherschweifen. Das Ambiente ist in gedeckten Brauntönen gehalten. Am Tresen und um einen schmalen hohen Tisch herum, der sich durch die Mitte des Raumes zieht, stehen Barhocker mit lederbezogener Sitzfläche. An den Seiten gibt es voneinander abgetrennte kleine Sitzecken, um die herum dunkle Vorhänge angebracht sind, die man zuziehen kann. Weiter vorn sehe ich einen Nebenraum. An drei Seiten läuft ein einziges Sofa entlang, auf dem eine Gruppe von Frauen und Männern sitzt. Sie halten Gläser in der Hand und prosten sich zu. Eine Frau steht auf, sieht mir lächelnd tief in die Augen und schließt von innen den schweren Vorhang.
»Der Blick war eindeutig«, sagt eine dunkle Stimme seitlich von mir. Ich stehe immer noch mitten im Raum. »Es steht Ihnen frei, hineinzugehen. Oder haben Sie Angst?« Ich wende den Kopf und halte erst einmal die Luft an. Er lehnt lässig mit dem Rücken an der Bar, die Ellenbogen auf dem polierten Holz des Tresens abgestützt. In dem diffusen gelblichen Licht kann ich weder seine Haarfarbe klar erkennen noch die seiner Iriden. Aber das Weiße seiner Augen blitzt auf, und der Ton seiner Stimme ist süffisant, lässt das unterschwellige Grinsen erahnen. Ich mache einen Schritt auf ihn zu, bleibe stehen.
»Furcht hat nur, wer etwas zu verbergen hat.« Ich erwarte keine Antwort, trete ein Stück von ihm entfernt an die Bar und lege die Clutch vor mir auf den breiten Tresen. Dann greife ich nach der in Leder gebundenen Karte, schlage sie auf. Doch schaffe ich es nicht, auch nur ein Wort zu lesen, da die Buchstaben vor meinen Augen verschwimmen. Mein Herz schlägt bis zum Hals, als sich der Fremde neben mich stellt. Obwohl er mich nicht berührt, spüre ich die Hitze seines Körpers. Ich hebe den Blick und starre geradeaus vor mich hin auf die verspiegelte Rückwand hinter den, mit Flaschen vollgestellten, gläsernen Regalen.
Dunkel, denke ich. Seine Haare. Die Augen. Das Spiegelbild wirkt verzerrt, verschwommen, auch meines. Visuell kann ich ihn nicht klar erkennen, doch sein Geruch umnebelt mich. Er riecht rauchig, nach angebranntem Holz, süßlichem Tabak, Whiskey und nach Moschus.
»Sind Sie sicher?«, fragt er leise.
Und diese Stimme! Dunkel. Dieser Mann ist pure Lust, Leidenschaft, personifizierter Sex. Ein Schauer erfasst mich. Das Kribbeln in meinem Bauch nimmt zu. Meine Hände umklammern die kleine Handtasche. Er beugt sich noch ein wenig näher, sein Atem streift meine Schläfe.
»Sie verbergen nichts und sind furchtlos? Sind sie auch zu allem bereit?«

Mein Herz schlägt einmal zu viel. Bin ich im falschen Film? Ich bin doch die Jägerin, er der Gejagte, oder nicht? Meine Kehle ist trocken, ich schlucke verzweifelt, um sie zu benetzen, bevor ich eine Antwort krächze. Doch auch meine Mundhöhle ähnelt einer Wüste. Kein Wort kommt über meine Lippen. Er lacht leise. »Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?«
Noch bevor ich etwas hauchen oder flüstern kann, denn zu anderem bin ich nicht fähig, baut sich einer der Barkeeper vor mir auf und stellt kommentarlos ein Glas Wasser vor mich hin. Ich greife danach und trinke es aus. Dankbar nicke ich dem muskelbepackten Riesen mit der weißen Matrosenmütze zu. »Was darf ich dir bringen?«, fragt er mit vor der Brust verschränkten Armen.
»Ich ... weiß nicht«, stottere ich und setze erklärend »... bin zum ersten Mal hier«, hinzu.
»Das sicher. An dich könnte ich mich erinnern!«, erwidert er prompt und beugt sich vor. Sein Lachen erinnert mich an das Grunzen eines Schweins. Ich kann die Mandeln in seinem Rachen sehen, so nah ist er, zucke zusammen, bewege mich von ihm weg und stoße gegen eine flache Hand, die meinen Rücken knapp oberhalb der Taille berührt.
»Mach mal halblang, Popeye«, sagt der Mann neben mir und streicht über den hauchzarten Stoff meines Kleides. »Einen Paloma für die Dame und einen Balvenie DoubleWood für mich.« Während er spricht, bewegt er seine Finger sanft auf und ab. Es fühlt sich an, als würde er meine Haut berühren, nicht die Seide. Um nicht zu schnurren wie eine rollige Katze, konzentriere ich mich auf den überdimensionierten Matrosen, dem tatsächlich nur die Spinatdose fehlt, um authentisch zu sein. Jetzt hält er auch noch die ausgestreckten Finger an die Schläfe und bellt »Aye, aye, Sir«, bevor er sich zackig den Flaschen an der Rückwand zuwendet.
»Ich bestelle meine Drinks normalerweise selbst«, sage ich laut, ohne den Kopf zu wenden. Ich will den Körperkontakt zu dieser Hand nicht verlieren.
»Davon gehe ich aus«, sagte er, »aber Sie dürfen die Rolle der Domina auch einmal ablegen.« Mit der freien Hand greift er in meine Haare, hebt sie hoch und streift mein Ohr mit seinen Lippen. »Glauben Sie mir, es lohnt sich!«

Im Kindle-Shop: Wild Rose - Doppelt verliebt: A Millionaire Dream Story
Für Tolino: Buch bei Thalia

Mehr über und von Lisa Torberg auf ihrer Website.



20. März 2019

Jutta Schönberg

Jutta Schönberg wurde 1957 geboren und lebt in Tübingen. Sie ist Freie Autorin und Redakteurin. Nach wissenschaftlichen und journalistischen Publikationen wandte sie sich dem literarischen Schreiben zu. Seit 2009 veröffentlicht sie Kurzgeschichten und Romane. Dabei bevorzugt sie den phantastischen Bereich, schreibt aber auch Texte aus dem 'normalen' Leben. Sie ist Mitglied der Tübinger Autorengruppe LiteRatten.

Erste literatische Erfolge hatte sie mit zwei Science-Fiction-Geschichten: Die eine wählte Michael Haitel für sein Story Center aus, die andere erreichte den zweiten Platz beim Frederic-Brown-Award. Im März und Juli 2016 erschienen ihre Fantasyromane "Erwenks Entdeckung" und "Joels Probe". Sie bildeten den Auftakt der Reihe "Joels Lieder", deren dritter Band "Orianas Vision" seit kurzem erhältlich ist.

Jutta Schönberg über sich: "Ich hoffe, dass mir der Stoff für gute Geschichten noch lange nicht ausgeht. Es gibt so viele Welten zu entdecken."

Weblink: www.jutta-schoenberg.de


Bücher im Buch-Sonar:




'Orianas Vision: Joels Lieder 3' von Jutta Schönberg

Kindle (unlimited)
Oriana, die junge Hexe von Ossian, hat eine Vision. Sie sieht, wie sich eine große Dunkelheit aus alten Zeiten vom Meer her über das Land senkt und alle Menschen vernichtet. Sie prophezeit aber auch sieben Reiter, die gegen das Verhängnis kämpfen.

Auf einem Bankett des Königs wählt Oriana ihre sechs Mitstreiter. Der Geschichtenerzähler Joel und sein ehemaliger Schützling Erwenk sind dabei.

Einen Hinweis kann Oriana noch geben. Im Traum erscheint ihr drei Mal die Schlange Krah, die oberste Gottheit der Hexen von Ossian, und spricht: »Folgt der Spur des Einhorns!« Aber wie sollen die sieben Kämpfer dieses Fabeltier finden? Und was bedeuten die geheimnisvollen Zeichen, die ihnen auf ihrem Weg begegnen?

Es ist keine Kenntnis der ersten beiden Bände der Reihe erforderlich.
Hier die ersten beiden Bände von "Joels Lieder".

Leseprobe:
Herein traten zwei weibliche Gestalten in türkisfarbenen Umhängen, die bis zum Boden reichten. Die Kapuzen hatten sie tief ins Gesicht gezogen. Ein Ruck ging durch Joel und er richtete sich alarmiert auf, denn in einer der Gestalten erkannte er die Frau wieder, die er im Spiegel in der Schatzkammer des Königs erblickt hatte. Auch auf ihrer Kapuze, wie der ihrer Begleiterin, prangte eine gestickte, goldene Schlange.
»Zwei Hexen von Ossian«, rief Alek erstaunt aus. »Wo kommen die denn her? Ich dachte, die seien längst verschwunden.«
»Zwei Hexen von Ossian!« Der ältere Priester des Balialo quiekte fast vor Entsetzen. »Sie wollen uns verzaubern und durch ihre Schönheit verliebt machen und zur Sünde verführen. Schau nicht hin!« Er riss sich und seinem jüngeren Begleiter die Kapuzen über die Köpfe. Er faltete die Hände, senkte die Augen darauf und bewegte die Lippen. Wahrscheinlich betete er.
»Stellt euch nicht so an«, sagte Alek verärgert. »Sie sind völlig harmlos. Ein Großteil ihrer Zauberei beruht auf Täuschung und dem geschickten Ausnützen natürlicher Phänomene, wovon sie allerdings ein beachtliches Wissen haben. Nur eure Angst macht euch zugänglich für solches Hexenwerk.«
(…)

Die eine Frau schlug ihre Kapuze zurück. Sie enthüllte glänzendes kastanienbraunes Haar, das ihr glatt bis auf die Schultern fiel. Ihr Gesicht war schmal und oval, die Nase und das Kinn sprangen scharf hervor. Ihr Mund war breit, mit schmalen Lippen. Am bemerkenswertesten waren ihre Augen. Sie waren innen von einem hellen, durchscheinenden Grau, das gegen das Weiß von einem beinahe schwarzen Kranz begrenzt wurde. Joel konnte nicht sagen, ob es die schönsten oder die hässlichsten Augen waren, die er je gesehen hatte.
»Seid gegrüßt, König Teldek von den Mittleren Ländern«, sprach Elexia. »Und auch Ihr, hohe Gäste.« Elexia wies auf ihre Begleiterin, diejenige, die Joel im Spiegel gesehen hatte. »Und dies ist Oriana, die Perle unserer Gemeinschaft.« In Elexias Stimme war etwas, das die Spannung auf den Höhepunkt trieb. Oriana schlug ihre Kapuze zurück. Ein Raunen ging durch die Gästeschar. Es galt der unbestreitbaren Schönheit dieser jungen Frau, die gerade frisch dem Mädchenalter entwachsen war. Auf ihren makellosen Wangen waren die Rundungen der Kindheit noch zu ahnen. Die Flügel der fein geschnittenen Nase bebten wie in einem leisen Windhauch. Ihre großen Augen waren von einem tiefen Blau, beinahe violett. Ihre Haut strahlte einen leichten Schimmer aus wie die wertvollsten Perlen. All das wurde aber vollendet in dem goldenen Haar, das auf komplizierte Weise geflochten und zu einer Art Krone zusammengesteckt war. Sie müsste die Königin sein, schoss es Joel durch den Kopf. Nicht einmal Lene kam mit einer solchen Schönheit mit.
(…)

Oriana hob die Arme bis zu ihrer Mitte und machte mit ihnen eine wellenförmige Bewegung. Dann formte sie sie als hielte sie eine Schale. Ihr Blick wurde starr und abwesend.
»Ich sah ...« So verschleiert Orianas Augen auch waren, ihre Stimme war klar – und zauberhaft. »Ich sah, wie eine große Dunkelheit sich erhob. Sie kam von alten, fernen Zeiten. Vom Meer her erhob sie sich und verdüsterte den Himmel. Die Dunkelheit zog heran und erreichte das Land. Ich sah, wie das ganze Land sich verdunkelte. Und die Menschen sanken dahin und wanden sich in Schmerzen. Männer, Frauen, Kinder schrien auf, aber ihre Schreie konnten sie nicht retten. Alle Menschen starben unter der großen Dunkelheit.«
Oriana senkte den Kopf. Die Gäste des Königs hielten den Atem an. Das konnte, das durfte doch noch nicht alles gewesen sein. Die Blicke hefteten sich hoffnungsvoll auf Orianas Arme, die sich noch nicht gesenkt hatten. Und tatsächlich hob die junge Hexe den Kopf wieder und lenkte ihre Augen nach oben zur Decke.
»Ich sah ...«, fuhr Oriana fort »… ich sah erneut, wie sich die Dunkelheit über das Meer erhob und gegen das Land lenkte. Doch diesmal sah ich sieben Reiter über das Land heranpreschen.
Sie hoben ihre Fäuste. Ich sah sie, wie sie gegen die Dunkelheit vordrangen. Ich hörte eine Stimme sagen: Sieben werden gehen, sieben werden zurückkehren.«
Oriana hielt inne. Dann senkte sie langsam die Arme und schloss die Augen.
(…)

Wieder machte Oriana mit ihren Armen die wellenförmige Bewegung und ihre Augen verschleierten sich. »Mir träumte, die große Schlange Krah kam zu mir. Sie richtete ihren Körper auf und züngelte. Daraufhin hörte ich die Worte: ›Folgt der Spur des Einhorns!‹ Dreimal träumte mir so und dreimal sprach die Schlange Krah zu mir: ›Folgt der Spur des Einhorns!‹« Oriana ließ die Arme sinken und schloss erschöpft die Augen.
Joel staunte. Die Schlange Krah war ein Teil des Glaubens der Alten Zeit vom Ursprung der Welt und der Menschheit. Krah und ihr Gatte Brah erschufen in einem Wettkampf das All, die Erde, mit allem, was darauf kreuchte und fleuchte, und schließlich die Menschen, bis der eifersüchtige Brah die Schlange erschlug und sich in seiner Trauer in eine dunkle Höhle zurückzog. Noch heute drohte man unartigen Kindern, sie würden in Brahs Höhle enden. Sie galt als das Sinnbild der Dunkelheit, Kälte und Hoffnungslosigkeit schlechthin.

Im Kindle-Shop: Orianas Vision: Joels Lieder 3.
Mehr über und von Jutta Schönberg auf ihrer Website.



19. März 2019

'Forever Yours II - Verloren. Sein.' von Morgan Stern

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Ryan besitzt Mira. Sie gehört ihm – dafür hat er mit allen Mitteln gesorgt und ihr Leben damit in einen nicht enden wollenden, aussichtslosen Albtraum verwandelt.

Nachdem Mira es allen Drohungen zum Trotz dennoch geschafft hatte, Kontakt zu ihrer Mutter aufzunehmen, findet sie sich in dem ihr bereits bekannten Kellerverlies wieder. Ihre Tage sind voller Einsamkeit, Angst um ihre Familie und der großen Frage nach dem Warum. Auf der Suche nach Antworten beleuchtet und durchdenkt sie intensiv ihre gemeinsame Vergangenheit. Wie hatte das Ganze begonnen und wann und wieso konnte es so aus dem Ruder laufen?

Musiker Ryan quälen derweil andere Sorgen. Die Band braucht ihren Sänger für die bevorstehende Tour und zu allem Überfluss wächst sein Verlangen danach, Mira in jeglicher Hinsicht zu unterwerfen. Hin- und hergerissen zwischen Karriere, Freunden und seinem Doppelleben als Entführer lässt er seinen Launen, seiner Wut und seiner inneren Zerrissenheit freien Lauf. Wird er Mira brechen?

Hier ist der erste Band des Psychothrillers: 'Forever Yours - Gefangen. Sein.'

Leseprobe:
Mira
Mein Kopf war völlig leer, während mein Herz vor Kummer zu zerspringen schien. Ich konnte nicht mit dem Wissen existieren, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen hatte. Er würde mir nicht verzeihen, mir keine weitere Chance geben. Dieses Mal war es zu spät, ich war zu weit gegangen. Und dieser Killer, den er beauftragt hatte, nach meiner Familie zu sehen – er würde ihm sagen, dass es so weit war. Dass er nun tätig werden musste.
Die Worte rasten durch meinen Kopf, aber sie ergaben keinen Sinn. Ich hörte sie, verstand allerdings nichts davon. Vor einer Weile schon war mir die Sache über den Kopf gewachsen, einfach zu viel geworden und nun hatte ich den Moment erreicht, an dem ich nicht mehr klar denken konnte und es auch nicht wollte. Es war viel zu grausam. Kaum auszuhalten. Wie gerne hätte ich es ignoriert, so getan, als wäre nichts passiert, alles in bester Ordnung. Ich traute mich nicht, ihn anzusehen.
Aus dem Fenster blickte ich auch nicht, zumindest erinnerte ich mich an nichts, was ich gesehen hatte. Es war wohl eine relativ lange Autofahrt. Einmal hielt er an einer Tankstelle, kam mit einem Becher Kaffee für sich zurück.
Dann bemerkte ich die ersten Straßen von Dublin, erkannte die Schilder der Stadt. Ob ich froh darüber war? Ganz und gar nicht. Mir lief die Zeit davon und ich fühlte, dass etwas wirklich Schlimmes geschehen würde. Dabei hatte sich nichts verändert, alles war wie damals, in meinem Urlaub hier vor Jahren. Und so wie es bei unserer Abreise vor Tagen war.
Trotzdem würde nichts mehr so sein, wie es war. Ich hatte mit dem Leben meiner Familie gespielt und verloren. Hatte das Todesurteil unterschrieben, weil ich meine Finger nicht von dem verdammten Telefon hatte lassen können. Ich war schuld. Nur ich allein.

In dem Moment, in dem er den Wagen in der Garage geparkt hatte, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als einfach nicht mehr zu existieren. Ich wollte nicht, dass es weiterging, dass die Dinge ihren Lauf nehmen würden. Aber natürlich half mir dieser Wunsch nicht, ohne jegliche Rücksicht zerrte er mich aus dem Auto, fesselte mir meine Hände auf dem Rücken und brachte mich ins Haus.
Seltsamerweise endete meine Reise nicht im Keller, sondern in dem kleinen Gästezimmer im ersten Stock, wo er mir, nachdem er mich kommentarlos auf den Boden gedrückt hatte, schließlich auch die Füße fesselte und mich mit einem Tuch knebelte. Es war mir egal, warum hätte es mich auch interessieren sollen? War doch ohnehin alles sinnlos.

***

Es war dunkel, sehr sogar, als er zurückkam. Gleichgültig zwang er mich auf die Beine, löste die Fesseln und drängte mich schließlich unsanft die Treppen hinab in den Keller. Einen Augenblick später hatte er mich in den kleinen Raum gestoßen und die Türe hinter mir verschlossen. Das war es also – ich war wieder in diesem kalten Grab.
Seufzend drehte ich mich um und suchte mit meinen Fingern nach dem Lichtschalter. Was ich sah, überraschte mich doch etwas und ich verstand, warum er mich ein paar Stunden über in dem anderen Zimmer eingeschlossen hatte. Er war hier am Arbeiten gewesen. Bett und Toilette waren natürlich nach wie vor an ihrem Platz, aber er hatte dazu alles so eingerichtet, dass er mich wirklich nie mehr hier herauslassen müsste.
Auf der anderen Seite des Raumes war eine Duschkabine aufgebaut, weder sonderlich schön noch stabil und vermutlich wohl einfach das, was man für wenig Geld möglichst schnell irgendwo errichten konnte. Gleich daneben stand ein offenes Regal, gefüllt mit den Sachen, die er im Laufe der letzten Wochen für mich gekauft hatte.
Er meinte es ernst, sonst hätte er nicht alles so ausgestattet. Natürlich hätte ich es wissen müssen, und wenn ich ehrlich war, so hatte ich auch mit nichts anderem gerechnet, aber es traf mich dennoch, gab mir ein sehr ungutes Gefühl, welches sich mit grenzenloser Angst vermischte. Der Raum wirkte wie eine Gefängniszelle und genau das war es ja für mich.
Ich war vollkommen alleine und würde es auch bleiben. Allein mit meinen Gedanken und der Gewissheit, dass ich wirklich alles nur Erdenkliche falsch gemacht hatte.

Es war verrückt, aber ich musste mich beruhigen. Er würde mich schon nicht hier verrotten lassen. Warum sollte er denn? Schließlich machte es ja überhaupt keinen Sinn, wenn ich während meiner Anwesenheit nur hier eingeschlossen war. Selbst wenn er wusste, wie sehr er mich damit quälte, so hätte er nichts davon, weil er mich weder sehen noch meine Versuche wahrnehmen und auch sonst seine Macht über mich nicht demonstrieren können würde.
Vielleicht wollte er nur herausfinden, wie ich reagierte unter diesen Umständen? Ob ich meinen Fehler ernsthaft bereuen würde, wenn er mich nur davon überzeugen könnte, dass er mein Leben sehr wohl noch unerträglicher machen könnte?

Im Kindle-Shop: Forever Yours II - Verloren. Sein..
Mehr über und von Morgan Stern auf ihrer Website.



18. März 2019

'Killerkind: Psychothriller' von Cornelia Harz

Kindle (unlimited)
»Wenn du jemals glücklich sein willst, Charlotte, musst du es nur schaffen, dass Charly nie wieder weint.«

Im Rahmen einer privaten Therapie lässt sich Charlotte ganz intensiv auf ihr ›inneres Kind‹ ein. Charly wird zum festen Bestandteil ihres Lebens. Beide lernen sich noch besser kennen, sie haben Spaß zusammen. Doch sobald sie in Situationen geraten, die sie an unerträgliche Momente ihrer Vergangenheit erinnern, weint Charly so heftig, dass es Charlotte das Herz bricht. Wie weit wird sie gehen, um die Tränen des Mädchens für immer zu trocknen? Führt der Weg zum Glück tatsächlich über Leichen?

›Killerkind‹ gehört zu der Art Psychothriller, die das Unbewusste der Menschen in eine Bildsprache kleiden. Es könnte also sein, dass sich während des Lesens auch Ihr eigenes ›inneres Kind‹ zu Wort meldet.

Weitere Bücher von Cornelia Harz auf ihrer Autorenseite.

Leseprobe:
Meine Hände tun weh, eigentlich tut mir alles weh, ich zittere. Es ist Sommer, es müsste noch einigermaßen warm sein, aber ich kann dieses Zittern einfach nicht abstellen. Nichts ist mehr so, wie es früher gewesen ist, ich nicht, die Welt um mich herum nicht, gar nichts. Ich hämmere weiter gegen die riesigen Glasscheiben. »Ich hab sie umgebracht, hört ihr?« Doch diese Tür vor mir zuckt keinen Millimeter.
Vor ein paar Jahren habe ich im Gebäude nebenan meinen Bruder besucht, Blinddarm. Damals habe ich an dem Eingang, an dem ich nun stehe, das Schild Psychiatrie gelesen und mich gefragt, wie weit man sein müsse, damit man hier landen würde. Heute weiß ich das.
Hastig laufe ich in der Dunkelheit auf und ab. Es ist still. Obwohl sich so viele Leute in den Gebäuden um mich herum befinden müssten, ist es so unsagbar still. Ich habe mein Auto mitten auf dem Besucherparkplatz abgestellt, bestimmt steht die Tür immer noch offen, ich bin einfach rausgesprungen und hierher gerannt. Aus der Ferne zeigt sich der große Parkplatz nur schwach, die kleinen Lampen ziehen die Autos auf die Seite der Nacht. Ich kneife meine Augen zusammen, aber es ist alles verschwommen, überall sehe ich tanzende Flecken. Irgendwann werden sie mich reinlassen, sie müssen das tun, ich bin eine Mörderin. Kraftlos sacke ich auf den Boden. Es riecht nach Heu, frisch und gammelig gleichermaßen. Ich lehne mich mit dem Rücken an die kalte Glasschiebetür und lege meinen Kopf auf meinen Knien ab. Der Traum von einem schönen Leben, er ist tot, genau wie …
Mein Körper zittert immer stärker. Wenn meine Hände sich nicht ganz fest um meine Knie klammern könnten, wäre er längst in seine Einzelteile zerfallen. »Jetzt holt mich doch endlich!«, schreie ich. Meine Augen sind nass, ich schließe sie, aber die Bilder der letzten Wochen sind immer noch da, eingebrannt wie Tätowierungen meiner Seele.
Auf einmal höre ich, dass sich hinter mir etwas bewegt. Zwei Pfleger kommen heraus. »Sie wollen zu uns?«
Endlich. Ich springe auf. »Ja, Sie müssen mich wegsperren, ich bin eine Gefahr, ich …«
»Kommen Sie doch bitte erst mal mit.«
Ich betrete gemeinsam mit ihnen das Gebäude.
Einer der beiden setzt mich in einen Behandlungsraum. »Es wird sich gleich ein Arzt um Sie kümmern«, sagt er. »Haben Sie Ihre Versicherungskarte dabei?«
»Meine Karte? Verdammt, ich hab grad andere Sorgen!«, brülle ich. »Ich habe sie alle umgebracht«, füge ich leise hinzu.
Der Pfleger schaut mich stumm an. Er scheint froh zu sein, als ein etwa fünfzig Jahre alter Mann mit Glatze und weißem Kittel hereinkommt. »Sie sagt, sie habe jemanden getötet.«
Der Arzt nickt ihm kurz zu und wendet sich an mich. »Ich bin Dr. Holzwein.« Er schüttelt mir die Hand.
Plötzlich wird mir klar, welch folgenschweren Schritt ich gegangen bin. »Tramp-mann«, stottere ich. »Ich heiße Charlotte Trampmann.« Ist es dumm gewesen, herzukommen? Hört man doch ab und an, wie schnell man für immer in dieser Maschinerie gefangen bleibt.
Der Psychiater nimmt Platz. »Frau Trampmann, Sie glauben also, Sie wären für den Tod eines Menschen verantwortlich.«
»Das glaube ich nicht nur, das weiß ich.« Ich versuche, ihm selbstbewusst ins Gesicht zu sehen, aber mein Blick wendet sich ab, hinab auf die Tischplatte.
»Wen haben Sie denn getötet?« Dr. Holzwein mustert mich.
Ich weiß, dass er mir nicht glaubt. Du siehst zu brav aus. Mein ganzes Leben lang habe ich das gehört. »Charly«, sage ich nur.
»Und wer ist Charly?«, fragt er.
»Ein kleines Mädchen, ich hab sie überfahren.«
»Ein Unfall?« Der Psychiater reißt seine Augen weit auf. »Verdammt, warum sagen Sie das nicht gleich?«
Ich zucke mit den Schultern. »Sie ist tot«, flüstere ich.
»Wo genau ist der Unfall passiert?«
»Etwa fünf Autominuten von hier.« Ich starre in die Luft. »Auf der Landstraße Richtung Sportplatz.«
Der Arzt springt auf und lässt mich sitzen.
Ich sehe, dass eine Krankenschwester mit meiner Handtasche unter dem Arm in den Behandlungsraum kommt. »Ich nehme an, es ist Ihr Auto, das offen auf dem Besucherparkplatz steht?«
Ich nicke.
Sie legt meine Tasche auf den Tisch. »Darf ich?«
Ich nicke noch einmal.
Die Schwester kramt meinen Geldbeutel hervor und zieht meinen Ausweis heraus. »Charlotte Trampmann. Die Adresse stimmt noch?«
»Ja.«
»Sie sind achtunddreißig Jahre alt, richtig?«
»Richtig.«
»Und haben eine neue Frisur.«
Stimmt, auf dem Foto sind meine Haare noch lang. »Ja«, sage ich wieder und greife mit meiner rechten Hand zu meinen kurzen Stoppeln.
»Die Farbe ist echt?«, fragt sie.
»Naturbrünett«, antworte ich.
Sie zieht ihre Mundwinkel etwas nach oben, macht sich ein paar Notizen und geht zur Seite.
Dr. Holzwein ist zurückgekommen. Er setzt sich mir gegenüber hin. »Erzählen Sie mir doch bitte ganz genau, was passiert ist«, fordert er mich auf.
»Ich hab sie umgebracht. Ich habe Charly getötet.«
»Ist das Ihre Tochter?«
»Nein«, antworte ich.
»Eine Verwandte?«, fragt er.
Ich schüttele den Kopf.
»Vielleicht können Sie es mir ein wenig leichter machen.« Er lächelt. »Würden Sie mir verraten, wer Charly ist?«
»Ich war Charly.«
Der Arzt sieht mich stumm an. »Sie sind Charly«, wiederholt er. »Sie wollen mir erzählen, Sie hätten sich selbst überfahren?«
»Charly hat mich zum Monster gemacht.«

Im Kindle-Shop: Killerkind: Psychothriller.
Mehr über und von Cornelia Harz auf ihrer Autorenseite.



15. März 2019

'Bird in Custody: Gefangene des Militärs 1' von Rachel Vang

Kindle (unlimited)
»Während er mich betrachtet, weiß ich mit drückender Sicherheit, dass er gefährlich ist. Das Unbekannte, das ich im Bird in seinen Augen gesehen habe, ist nichts anderes als dunkles Verlangen.«

Juniper Rin kennt die Männer der Militärregierung nur als Gäste in der Bar, in der sie arbeitet. In der einzigen Stadt auf einem verwahrlosten Wüstenplaneten hält sie den Kopf unten, während sie darauf hinarbeitet, eines Tages genügend Geld für ein Ticket zu einem besseren Ort gespart zu haben. Auch mit den Rebellen, die sich gegen die neue Regierung wehren, hat sie nichts zu tun. Doch dann wird sie anstelle ihres Bruders für einen versuchten Anschlag auf einen Außenposten des Militärs festgenommen.

Zunächst glaubt sie, bald wieder in ihr altes Leben zurückzukehren. Doch Kael Cormez, der Militär, dem sie in die Hände fällt, hat nicht vor, seine Gefangene wieder gehen zu lassen. Er will sie in seinem Besitz, und seine Dominanz und Zärtlichkeit legen bald auch Fesseln um ihr Herz …

Leseprobe:
»Juniper«, ruft Bryant. »Hilf beim Servieren, die Mädchen kommen nicht hinterher.«
»Mach ich«, antworte ich ihm schnell. Ich nehme mir das Tablett für einen der hinteren Tische, auf das Bryant volle Biergläser gestellt hat. Während ich es sicher vom Tresen hebe, denke ich über seine Formulierung nach. Er spricht von seinen Mädchen, als würde ich nicht dazu gehören. Vielleicht wird es noch ein paar Wochen dauern, bis er mich dazuzählt. Es erinnert mich daran, dass ich mich ihm noch beweisen muss, und dass er mir den Job nicht gegeben hat, weil er mich unbedingt wollte. Entweder habe ich ihm leidgetan, oder er weiß, dass mein Bruder ein guter Kunde ist, weil er sich hier so oft betrinkt, wie sein mageres Gehalt in der Fabrik es zulässt. Fest steht jedenfalls, dass ich mich anstrengen muss. Ich brauche diese Arbeit.
Ich achte auf meinem Weg durch den Raum besonders darauf, nichts zu verschütten und niemanden anzustoßen, und spüre Bryants Blick noch in meinem Rücken, als ich den Tisch mit den Militärs erreiche. Sie sehen vor allem das Bier, das wie von allein den Weg von meinem Tablett in ihre Hände findet.
»Bist du nicht ein bisschen jung für diese Arbeit?«, will einer von ihnen wissen.
Er grinst breit, und nimmt seinen Worten damit jede Fürsorge.
Tatsächlich darf ich gerade erst in einer Bar arbeiten, das ist in Nexa Generis genau ab einundzwanzig erlaubt. Aber ich bin nicht besonders groß, und dass ich nicht so dürftig gekleidet bin, wie einige andere Kellnerinnen, lässt mich jünger aussehen. Einige tragen die Tops so tief, dass der Spitzenstoff ihrer BHs herausguckt, und die meisten von ihnen sind kurviger als ich. Ich müsste mit meinem schlichten dunklen Oberteil neben ihnen eigentlich uninteressant aussehen, aber das hält den Mann nicht davon ab, mir auf die Rundungen meiner Brüste zu starren.
»Keine Sorge, ich bin alt genug«, versichere ich ihm.
»Ich glaube, ich kann sehen, wie dein Implantat rot anläuft«, witzelt er, und während er seine Finger locker um mein Handgelenk legt, stimmen einige der anderen in das Gelächter ein. Ich muss mich zusammenreißen, um meinen Arm nicht wegzudrehen, in dem mein digitaler Ausweis steckt.
»Kann ich euch noch etwas anderes bringen?«, frage ich freundlich. Diesmal antwortet mir jemand anderes.
»Wir brauchen nichts weiter.«
Ich erschaudere, als ich diese Stimme höre, und schaffe es nur eine Sekunde lang, den Mann anzusehen, dem sie gehört. Ich weiß, dass er Cormez heißt, jemand von den anderen hat ihn in meiner Nähe mit seinem Nachnamen angesprochen. Er kann höchstens Ende zwanzig sein, aber etwas in seinem Blick lässt ihn gefährlicher wirken, als alle Männer, die ich in dieser Bar je gesehen habe. Seine Augen sind wie eine dunkle Nacht, in der sich etwas Unbekanntes bewegt. Sie sind nicht braun, wie meine, sie sind onyxschwarz.
Ich habe ihn schon vor einer Woche hier gesehen, und genau wie beim letzten Mal reagiere ich auf eine Weise auf ihn, die mir hoffentlich niemand ansehen kann. Er ist noch nass vom Regen, ein paar letzte Tropfen hängen in seinem dunklen Haar. Vielleicht ist das der Grund, warum ich ihn so stark wahrnehme, der vom Regen intensivierte Geruch, der an ihm haftet. Der Duft ist angenehm männlich, und vielleicht ist es seine schwarze Militärkleidung, die diese gefährliche Note hineinmischt, die zu seinen Augen passt. Seine Haut sieht im dämmrigen Barlicht und den bunten Neonlichtern im Fenster gebräunt aus. Seine Hände sind kräftig. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, musste ich mir unwillkürlich vorstellen, wie es wäre, wenn sie meine Haut berührten.
Dieses Mal kann ich nicht anders, als seine weichen Lippen zu bemerken.
»Sie wird schlecht gehen können, wenn du dich an ihr festhälst«, fügt er mit einem harten Blick zu seinem Kollegen hinzu, der nach meinem Handgelenk gegriffen hat. An der Reaktion der anderen merke ich, dass Cormez ihnen übergeordnet ist. Selbst ich reagiere auf seinen Befehlston. Ich spüre, wie meine Wangen rot werden, während der andere Mann mein Handgelenk loslässt. Er grinst, setzt dazu an, etwas zu sagen, und streckt dabei die andere Hand aus, um nach meiner Hüfte zu greifen. Im nächsten Moment liegt er mit verdrehtem Arm mit dem Oberkörper auf dem Tisch und atmet geräuschvoll aus.
Erst nach zwei Atemzügen verstehe ich, was passiert ist.
Cormez hat ihn am Arm gepackt und zu sich gezogen, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, und hat ihm dann das Handgelenk nach oben gedreht, sodass er jetzt mit dem Oberkörper auf den Tisch gedrückt wird. Am Gesicht des Bezwungenen sehe ich, wie der Griff in seinem Schultergelenk schmerzen muss.
Ich treffe Cormez’ Blick, der sich anfühlt, als würde er für einen Moment viel zu tief in mich eindringen. Er lässt mich den Atem anhalten.
»Verzeihung«, sagt er ruhig zu mir. Er macht eine kleine Pause, in der ich nicht fähig bin, mich zu rühren oder über eine Antwort nachzudenken. »Du kannst jetzt gehen.«
Wie ferngesteuert tue ich, was er befohlen hat. Mein Gesicht ist immer noch heiß, während ich den erhöhten Bereich verlasse und mich wieder in die Sicherheit des Tresens flüchte.

Im Kindle-Shop: Bird in Custody: Gefangene des Militärs 1.
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'Aschefluch' von Maya Thule

Kindle (unlimited)
Joesins Leben ist verwirkt.
Als er sich vor zwei Jahren gegen den Tyrannen Caruss stellte, wurde er gefangen genommen und von ihm verflucht. Es gelingt ihm zu fliehen, doch nun ist er ein Gejagter und heimatlos.

Als er von Prinzessin Moas Verlobung mit Caruss Sohn hört, schmiedet er einen folgeschweren Plan: Er entführt die Prinzessin, um das Bündnis der beiden Reiche zu verhindern und Moa als Druckmittel gegen Caruss einzusetzen. Alles ändert sich jedoch, als Moa längst totgeglaubte Gefühle und Hoffnungen in ihm weckt und er erkennt, dass er sich Caruss nicht alleine stellen muss.

Prinzessin Moa verbringt ihr Leben behütet wie eine Porzellanpuppe hinter Glas im Königreich der Tausend Flüsse. An ihrem sechzehnten Geburtstag soll sie Alawas heiraten. Die Verbindung sichert König Caruss die Zufuhr der Staubdiamanten, die er für die Erschaffung seiner furchtbaren Aschewesen benötigt. Am Vortag ihrer Hochzeit wird Moa von Joesin entführt, doch mit der Zeit begreift sie, dass ihn mehr antreibt als Rache. Auf der Flucht wird ihr wortkarger Entführer zu ihrem Beschützer und sie kann nicht verhindern, dass sie sich mehr und mehr von ihm angezogen fühlt.

Schon bald muss Moa eine Entscheidung treffen: Denn nur, wenn sie ihr eigenes Leben riskiert, hat sie die Chance, Joesins Leben zu retten und einen Tyrannen zu stürzen.

Dies ist die überarbeitete Neuauflage des Titels „Der Fluch des Königs“. Sie enthält außerdem neue Kapitel.

Leseprobe:
Als Moa zu sich kam, war sie sofort hellwach. Sie lag auf feuchtem Boden, inmitten hoher Schilfhalme. Ein leichter Wind trieb durch die gelben und grünen Stängel und ließ sie hin- und herschwingen.
Ihr Herz schlug wie wild, der bittere Geschmack von Angst breitete sich auf ihrer Zunge aus, doch sie blieb reglos liegen.
Bestürzt stellte sie fest, dass sie keinerlei Fähigkeiten besaß, die ihr in dieser Lage von Nutzen gewesen wären. Sie konnte stricken, malen, mehrere Instrumente spielen und tanzen. Sie sprach mehrere Sprachen und war belesen in der Philosophie und Geschichte ihres Landes, aber … bei allen Wellen, sie konnte nicht einmal reiten oder ein Boot steuern.
Ihre Zofen hatten ihr immer wieder vorgeschlagen, ihr im Geheimen das Bogenschießen beizubringen, hatten versucht, ihr den Umgang mit Dolchen nahezubringen oder wenigstens zeigen wollen wie man Schlösser mit einer Haarnadel knackte, doch sie hatte all das entschieden abgelehnt. Es war ihr zu gefährlich vorgekommen.
Denn ihr Onkel hätte getobt, wenn er davon erfahren hätte. Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern hatte Mahn ihr einen goldenen Käfig gebaut und sie hatte sich darin niedergelassen wie der nutzlose, ängstliche Schmetterling, der sie war, und ihren Käfig für eine weite Welt gehalten.
Wie dumm sie gewesen war, wie naiv.
Ihr Entführer hockte mit dem Rücken zu ihr im Schilf und stöberte in einem Bündel. Er hatte sein Narrenkostüm gegen eine einfache, lederne Hose und ein braunes Hemd getauscht, über dem er eine Jacke aus Hirschleder trug. Um seine Hüften war ein Schwert gegürtet und neben seinem linken Fuß lag ein Dolch.
Vorsichtig streckte Moa eine Hand danach aus.
Der Fremde fuhr herum und packte ihr Handgelenk. Dunkelgrüne Augen blitzten vor Zorn. „Niemals“, zischte er, „wirst du mein Schwert oder diesen Dolch berühren! Verstanden?“
Moa nickte erschrocken.
Er ließ sie los und sie drückte ihre Hand an den Körper. Sein Griff war schmerzhaft fest gewesen.
„Wo sind wir?“, fragte sie. Ihre Kehle war wie ausgedörrt und in ihrem Kopf pulste ein hartnäckiger Schmerz.
„Außerhalb des Tals, Prinzessin. Dies ist der Anfang der Schilfebenen.“
Moa setzte sich auf und rückte von ihm ab. Misstrauisch beäugte sie die hohen Schilfstängel und das wogende Gras. Ihr Blick blieb an der massiven Felswand hängen, die über ihnen aufragte und ihre Augen wurden groß. Wenn es stimmte, was der Fremde behauptete, dann waren dies die letzten Ausläufer der Berge, die das Tal der tausend Flüsse umschlossen. Sie befand sich fünf Bootstagesreisen vom Schloss entfernt.
„Aber wie …? Was ... was hast du getan?“, hauchte sie fassungslos. „Wie kannst du nur du … du …“ Sie raffte ihre Gewänder um sich und rutschte noch weiter von ihm weg.
„Joesin“, half er ihr aus.
„Was?!“
Seine grünen Augen funkelten. „Joesin. Das ist mein Name.“ Er wandte sich wieder seinem Bündel zu.
Moa biss sich vor hilfloser Wut in die Unterlippe und musterte ihren Entführer. Sein Haar war dunkel und von einem aschfarbenen Glanz überzogen, wie die Farbe von nassem Felsgestein, und seine Haut war so bleich, dass sie beinahe grau wirkte.
„Du bist von den Klippen“, stellte sie fest. Sein Aussehen verriet ihn, doch auch sein Name klang wie einer von den Klippen. Moa musste schlucken, ehe sie die Frage stellen konnte: „Was hast du mit mir vor?“
Mit pochendem Herzen wartete sie, doch Joesin ignorierte sie. Er zog ein braunes Hemd und eine wollene Hose aus dem Bündel und hielt es ihr vor die Nase.
„Das wirst du anziehen“, sagte er. „Mach schnell.“
Moa starrte von ihm auf die Kleidung und wieder zurück zu ihm. Er konnte unmöglich meinen, was er sagte.
Die Ungeduld auf seinem Gesicht drohte in Zorn umzuschlagen. „Na los“, befahl er grob und warf ihr die Kleidungsstücke vor die Füße. „Oder willst du in deinen Festtagsgewändern durchs Schilf spazieren?“
Moa suchte in seinem Gesicht nach einem Anzeichen dafür, dass er nur Scherze machte, fand jedoch nichts als steinerne Härte. Joesin stand auf und drehte ihr den Rücken zu. „Beeil dich, Prinzessin“, sagte er über die Schulter. „Wir wollen in Bewegung sein, bevor die Sonne gänzlich am Himmel steht.“
Mühsam kam Moa auf die Beine und blickte auf den braunen Haufen Stoff zu ihren Füßen. Selbst die ärmsten Bauern mussten bessere Kleidung besitzen.
Sie entfernte sich einen Schritt von dem Haufen und spähte ins Schilf. Es war so dicht, dass sie keine Armlänge weit sehen konnte. Wenn sie einfach loslief und es weit genug schaffte, hätte dieser … Joesin keine Chance sie wiederzufinden. Moa raffte ihre Gewänder und schob sich Stück für Stück rückwärts durch die Stängel.
Sie konnte sehen, wie sein Körper sich anspannte. „Denk nicht einmal dran“, grollte er mit tiefer Stimme.

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14. März 2019

Peter Waldbauer

Peter Waldbauer ist Jahrgang 1966 und lebt in der Nähe von Heidelberg. Er ist staatlich geprüfter Betriebswirt und war viele Jahre an den Finanzmärkten tätig. Heute ist er freiberuflicher Dozent und Autor.

Peter Waldbauer veröffentlichte bisher Essays und ein Dutzend Bücher.

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