31. Mai 2022

'Luise und ihr Traum vom Gestern (Besuch aus der Kaiserzeit 1)' von Angelika Godau

Das Buch-Sonar wechselt die Plattform. Die Präsentation für dieses Buch findest du bereits auf dem neuen Blog.
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30. Mai 2022

'CityWolf III: Vade retro satana' von Judith M. Brivulet

Kindle (unlimited)
Website Judith M. Brivulet
Vade retro satana - Werwölfe, Menschen, Vampire.
Wenn deine Stadt in Gefahr ist.
Wenn die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen.
Wenn dein Vertrauen missbraucht wird.
Ist deine Liebe stark genug?


Endlich hat Rebecca als Vertraute im Clan Fuß gefasst. Nichts kann ihr Glück mit Jack trüben. Da überschlagen sich die Ereignisse. Grauenvolle Morde passieren. Bald wird klar: Ein mächtiger Feind ist erwacht und sinnt auf Rache. Im Kampf gegen diese übermächtige Bedrohung verwischen die Grenzen. Wer ist Freund und wer ist Feind? Wieder einmal spürt Rebecca, dass ihr bei all dem eine zentrale Rolle zukommt. Alles ist offen …

CityWolf III bildet den atemberaubenden Abschluss der ersten Urban Fantasy Reihe aus Passau.

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25. Mai 2022

'Das Medaillon der Highlands' von Emilia Doyle

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16. Mai 2022

'CityWolf I: Secretum Cela' von Judith M. Brivulet

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Judith M. Brivulet
Secretum Cela - Werwölfe, Menschen, Vampire.
Ein Geheimnis, das um jeden Preis geschützt werden muss.
Eine Liebe, die auf eine harte Probe gestellt wird.
Eine Entscheidung, die nicht nur ein Leben bedroht.
Eine Welt, in der nichts so ist, wie es scheint.


Rebecca, Studentin an der Universität Passau, lernt durch Zufall den attraktiven Automechaniker Jack kennen. Er tunt Trucks und versteht sich bestens auf coole Sprüche. Ganz anders ist Nick, der charmante Spross einer französischen Adelsfamilie. Rebecca ahnt nicht, dass beide Männer ein uraltes Geheimnis verbindet. Bald muss sie eine Entscheidung treffen, die nicht nur ihr Leben bedroht. Denn die Welt ist nicht so, wie sie scheint ...

CityWolf I ist der Auftakt zur ersten Urban Fantasy Reihe aus Passau.

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8. Mai 2022

'CityWolf II: Horti Pensiles' von Judith M. Brivulet

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Judith M. Brivulet
Horti Pensiles - Werwölfe, Menschen, Vampire.
Wenn die Vergangenheit wieder lebendig wird.
Wenn ein Leben voller Geheimnisse steckt.
Wenn ein Schwur gebrochen wird.
Wenn die Liebe verboten ist - Wohin führt der Weg?


Mit dem Eintritt in den Clan von Bayern beginnen die Schwierigkeiten für Rebecca erst. Statt in Ruhe ihr neues Leben an Jacks Seite genießen zu können, muss sie mit dem Misstrauen und den Intrigen der Wölfinnen fertig werden. Als ob das nicht genug wäre, gibt es immer noch Nick, der auf Rache sinnt und seine eigenen undurchsichtigen Spielchen treibt ...

Mit CityWolf II geht die Urban Fantasy Reihe aus Passau in die nächste Runde.

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5. Mai 2022

'Summerlove: Als die Delfine Amor spielten' von Lisa Torberg

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Wenn Liebe das ist, woran du gar nicht denkst … und sie dich einer Welle gleich überrollt.

Stella verschlägt es den Atem, als nach Jahren plötzlich Romeo vor ihr steht – und sie nach ihrem Namen fragt. "Nicht interessiert", faucht sie und lässt ihn stehen. Und das meint sie so. Denn nichts ist ihr wichtiger, als endlich die beiden Meeresschildkröten ans Meer zu bringen, die sie aus dem Unilabor entführt hat.

Romeo ist Wissenschaftler mit Leib und Seele. Sein Denken und Tun gelten der marinen Forschung und seiner Zukunft im Miami Seaquarium an der Seite seines Großvaters Nino. Doch als ein geplantes Luxusresort die unberührte Natur in ihrer alten Heimat zu zerstören droht, überlegt er nicht lange und fliegt nach Sizilien. Nur erwarten ihn nicht kalte Fakten, sondern Delfine, die ihn in einer lauen Sommernacht ins Wasser locken – und eine Frau, die im silbrigen Schein des Vollmonds seine Gefühle anheizt.

Achtung, die Lektüre fördert Urlaubssehnsucht! Romantischer Liebesroman mit Kuschelfaktor und Happy-End-Garantie.

Anleser:
Die Beifahrertür wird aufgerissen und ich schrecke auf.
»Ist ja nur gut, dass du erst eingeschlafen bist, als du schon hier warst!« Meine Schwester Luna schüttelt den Kopf und ihre geglätteten Haare, die von himbeerfarbenen Strähnen durchzogen sind, fliegen wie Spaghetti hin und her. »Du hast den Abdruck des Lenkrads auf der Wange, pesciolino.«
»Nenn mich nicht pesciolino, nanerottolo.«
Wir grinsen uns an und beginnen zu lachen. Mio Dio, fühlt sich das gut an! Zwar bin ich kein Fischchen und sie ist längst kein Zwerglein mehr, obwohl sie größenmäßig die Kleinste von uns dreien ist, aber dieses geschwisterliche Foppen ist es, was mir fehlt, wenn ich fort bin. Denn dass ich mich vor dem Haus befinde, in dem ich aufgewachsen bin, erkenne ich nach einem Blick aus der Windschutzscheibe sofort.
»Weißt du zufällig, wann ich angekommen bin? Ich hab irgendwie einen Filmriss, Luna.«
»Vor fünf Minuten, hat Mamma gesagt. Ich hab dich nicht gehört, weil ich oben in meinem Zimmer war. Aber ich bin selbst erst vor zehn Minuten zurückgekommen und da stand dein Auto noch nicht da.«
»Eigenartig. Mir scheint, ich werde alt.«
»Red keinen Quatsch, du Küken. Was soll denn dann ich sagen? Ich bin eindeutig alt geworden. Mir tut nämlich das Kreuz weh, weil ich in dieser gebeugten Haltung stehen muss, um dir ins Gesicht zu schauen, während du gemütlich in deinem Auto sitzt.«
»Steig halt auch ein.«
»Steig du lieber aus, sorellina. Du hast ja das ganze Auto vollgestopft, da pass ich nicht mehr rein.« Sie deutet auf den Rücksitz und in den Fußraum vor dem Beifahrersitz. Plötzlich runzelt sie die Stirn und zeigt mit dem Zeigefinger auf die Styroporbox. »Hast du tatsächlich Eis aus Palermo mitgebracht? Wenn Papà das sieht und es sich nicht um eine absolut innovative Geschmacksrichtung handelt, bekommst du von ihm Hausverbot im Sunset.«
Ich verdrehe die Augen. Ich hasse diesen idiotischen Namen für unser Tramonto, das Lokal, das es als Trattoria bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab. Sole, die schon seit Jahren im Ausland lebt und in ihrem Job vorwiegend mit Millionären und arabischen Scheichs zu tun hat, die untereinander auf Englisch kommunizieren, hat unseren Vater davon überzeugt, den Namen des Lokals zu ändern. Sie ist nämlich der Meinung, dass wir uns hier anpassen müssen, wenn wir ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen. Aber welcher normale Mensch will das? Wir brauchen diese Schickimicki-Urlauber nicht, die mit ihren übertriebenen Ansprüchen und nicht selten spleenigen Wünschen ihren Reisezielen die Natürlichkeit und Identität rauben, aber das ist ihr offenbar nicht bewusst.
»Hat Papà den Namen immer noch nicht zurückgeändert?« Meine Stimme klingt genauso traurig, wie ich mich fühle.
Luna verneint mit den Augen und legt sich den Zeigefinger senkrecht an die Lippen. Ich seufze auf. Das wird diesen Sommer eine meiner Missionen. Wäre doch gelacht, wenn ich unseren Vater nicht zur Vernunft bringen könnte, vor allem, da Sole in einem dieser schrecklichen Wolkenkratzerhotels in Dubai arbeitet und frühestens im Oktober eine Woche Urlaub nehmen kann.
Luna stupst meinen Oberarm an. »Steigst du jetzt endlich aus, Stella? Wäre vielleicht sinnvoll, bevor das Eis komplett geschmolzen ist.«
Irgendwie ist mein Gehirn heute überfordert, denn ich versuche zu begreifen, wovon sie spricht, als sie die Arme ausstreckt und nach der Styroporbox greift.
»Vorsicht!«, schreie ich laut.
Sie dreht ruckartig den Kopf in meine Richtung. »Sag, ist alles in Ordnung mit dir?«
»Mit mir schon. Aber mit den beiden nicht, wenn du sie durchschüttelst.«
Jetzt ist es Luna, die nicht begreift. Allerdings dauert der Zustand maximal zwei Sekunden. Kein Wunder. Sie ist ja meine Schwester und somit nicht dumm, denn sonst wäre ich es auch.
Prompt stellt sie also mit zwei Worten die einzig mögliche Frage: »Welche Tiere?«
»Caretta caretta.«
»Warum wundere ich mich nicht?« Murmelnd greift Luna nach der Box und stellt sie vorsichtig auf den Beifahrersitz. Dann hebt sie den Deckel ein wenig an und schaut hinein. Ein Lächeln zupft an ihren Mundwinkeln, bevor sie den behelfsmäßigen Transportbehälter wieder schließt und den Kopf anhebt.
»Hast du die aus Favignana mitgebracht?«
»Nein. Die habe ich gestern Abend aus dem Labor der Fakultät mitgenommen.«
Sie schaut mich stirnrunzelnd an. Wahrscheinlich überlegt sie, ob ich scherze. Das dauert aber nur den Bruchteil einer Sekunde.
»Du bist ja verrückt, Stella. Das ist Diebstahl!«
Na bitte. Sie hat die richtige Schlussfolgerung gezogen, was ja nicht anders zu erwarten war. Immerhin ist sie meine Schwester.
»Bin ich nicht!« Ich würde mit dem Fuß aufstampfen, geht aber nicht, da ich ja immer noch im Auto sitze. »Wenn man es genau nimmt, kann es sich nicht um Diebstahl handeln, da die beiden keine Inventarnummern aufweisen. Bestenfalls könnte man von Entführung sprechen. Da ich jedoch weder vorhabe, ein Lösegeld einzufordern, noch daran denke, sie wieder in das schrecklich kleine Aquarium zurückzubringen, gibt es keinen benennbaren Tatbestand.«
»Entweder hast du zu viel Sonne erwischt oder deine juristisch ausgebildeten WG-Mitbewohner haben dich mit irgendeinem Virus infiziert.« Luna schaut von mir zur Box und wieder zurück, bevor sie mich neugierig fragt: »Und was hast du mit den beiden jetzt vor?«
»Freilassen natürlich, was denkst du denn?«

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4. Mai 2022

'Hollywood Kills' von Stefan Barth

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Los Angeles, 1994. Andrew Light, Komiker und Filmstar, stirbt an einer Überdosis. Nicht gerade ungewöhnlich im Hollywood der Neunziger.

Aber Tia Kalani, die ehrgeizige Moderatorin der Entertainment-Show INISDE HOLLYWOOD erhält einen anonymen Tipp: Andy wurde ermordet. Tia wittert eine große Story und ebenso großen Ruhm.

Sie engagiert Cosmo Ancona, Ex-Bulle und Privatdetektiv mit Alkoholproblem. Der hält Tia zwar für verrückt, aber er braucht Geld für den Scheidungsanwalt.

Gemeinsam stößt das ungleiche Paar in ein Wespennest aus egomanischen Filmproduzenten, überkandidelten Stars, Drogendealern und eiskalten Killern.

Und wenn sie nicht aufpassen, sind sie bald genauso tot wie Andrew Light ...

Anleser:
Jon Bon Jovi singt „Baby please come home for Christmas“ und Cosmo ist bei seinem fünften Bier. Laut Barkeeper, einem makellos gepflegten Schönling mit Glitzer-Knopf im rechten Ohr, der – Überraschung – eigentlich Schauspieler ist, wie er vorhin ungefragt erzählt hat, stammt das Gesöff aus einer der „besten Microbreweries des Staates“.
Cosmo würde ihm gerne sagen, wo er sich seine Microbreweries hinstecken kann, aber leider gibt es im Wild Horses, einer angesagten Szene-Tränke voller hipper junger Menschen und Touristen auf dem Ocean Boulevard in Santa Monica, kein normales Bier. Also hält er die Klappe. Außerdem, auch wenn er das nicht zugeben würde, schmeckt das Zeug gar nicht mal übel.
Mach dir nichts vor, Cosmo, bald gibst du auch Rasierwasser dein Gütesiegel.
Der Alkohol tanzt durch seine Blutbahnen wie ein Haufen Teufelsanbeter um einen Altar mit einer nackten Jungfrau. Er hätte sich besser auch etwas zu Essen bestellt. Jetzt ist es zu spät.
Er leert die Flasche und bemerkt den fragenden Blick des Barkeepers. Noch eins?
Cosmo sieht zum Ende des Tresens hinüber. Hardy Bollinger knutscht seit einer geschlagenen Stunde mit einem Mädchen, das seine Tochter sein könnte. Tatsächlich hat Hardy zwei Töchter, die nur unwesentlich jünger sind als die Brünette mit dem üppigen Vorbau, der er die Zunge so tief in den Hals schiebt, dass er ihre Mandeln berühren müsste. Ihr Name ist Elisabeth Winston und sie ist erst im April einundzwanzig Jahre alt geworden. Außerdem besucht sie Hardys Drehbuchkurs an der USC.
In Hollywood kursiert ein alter Witz, der den niedrigen Status der Autoren illustrieren soll: Das Starlet war so dumm, dass sie statt mit dem Regisseur mit dem Drehbuchautor geschlafen hat.
Bollinger, der, bevor er Lehrer an der USC wurde, selbst erfolglos versucht hat, als Drehbuchautor Fuß zu fassen, straft den Witz in gewisser Weise Lügen. Denn die knackige Elisabeth ist nicht die erste Studentin, die seinem Charme erlegen und mit ihm in die Kiste gehüpft ist. Allerdings soll sie die erste sein, die dabei auf Video festgehalten wird, damit Hardys Frau, für die Cosmo arbeitet, vor dem Scheidungsrichter handfeste Beweise hat.
Elisabeth flüstert Hardy etwas ins Ohr und beißt ihm dann mit strahlend weißen Zähnen ins Ohrläppchen. So wie Hardys Augen leuchten, hat Cosmo eine Ahnung, was sie ihm gesagt hat.
Elisabeth greift nach der Hand ihres Lehrers und zieht ihn hinter sich her.
Cosmos Blick folgt ihnen auf dem Weg Richtung Toiletten. Er hat vermutet, dass sie am Ende des Abends in irgendeinem Motel landen würden. Sein bisheriger Plan hat vorgesehen, die beiden dabei zu filmen, wie sie gemeinsam in einem Zimmer verschwinden. Mit etwas Glück sogar, sie durch einen Spalt in den Gardinen beim Vögeln zu filmen.
Vielleicht kommt er aber schon hier und jetzt zu seinen Aufnahmen. Und Hardys Frau zu ihrem unwiderlegbaren Beweis für die außerehelichen Aktivitäten ihres Ehemanns.
Cosmo legte einen Zwanziger auf den Tresen. „Stimmt so.“
Der Barkeeper hebt missbilligend die Augenbrauen und deutet zur Getränkekarte an der Wand.
Cosmo schüttelt schnaufend den Kopf und legt noch einen Zehner dazu. Kleine Brauerei, große Preise.
Er rutscht vom Barhocker. Die hohen Umdrehungen zeigen ihre Wirkung. Mit fünf Flaschen Bud wäre ihm das nicht passiert. Für einen kurzen Moment gerät Cosmo ins Schwanken. Er hält sich am Tresen fest und bemerkt das dreckige Grinsen des Barkeepers.
Cosmo zeigt ihm den Finger.
Dann folgt er Hardy und Elisabeth.

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3. Mai 2022

'Die Verrätertexte' von Hannelore Goos

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Web-Shop Hannelore Goos
Bei den Geschichten in diesem Buch handelt es sich um den Versuch, alles, was ich im Lauf der letzten Jahrzehnte über die römische Religion gelesen habe, in eine Form von Kunst-Mythen zu bringen. Mit einer Rahmenerzählung, die bis in die Gegenwart reicht, wird in Legenden ein den überlieferten Indizien entsprechender Schöpfungsmythos und das Erwachen der römischen Götter geschildert. Auch die falschen Vorstellungen über die Entstehung von Rom werden entsprechend der letzten historischen Erkenntnisse romanhaft korrigiert. Ein Epos im Stil von Ovid schildert die religiösen Rituale auf einem Bauernhof durch das ganze Jahr hindurch.

Warum hat der alte Donatus die Geheimnisse seiner Gilde verraten? Und wie kamen sie wieder ans Tageslicht? Über mehr als zwei Jahrtausende spannt sich der Bogen der Erzählung in diesem Buch.

Die Phantasie lässt eine fiktive Gilde der Narratoren erstehen, die im alten Rom die Welt erklärten. Bruchstücke der Überlieferung und einfühlsame Erfindung formen eine römische Religion, wie sie hätte sein können. Die legendenhafte Darstellung der Erschaffung der Welt und ihrer Gestaltung durch die ersten Menschen steht im Mittelpunkt des ersten Teils dieses Buchs. Wie sich diese Religion im Alltag auswirkt, steht im Mittelpunkt des zweiten Teils, eines alle zwölf Monate umspannenden Epos über das Bauernjahr. Von den unzähligen Gottheiten der Römer sind mehr als siebzig in die Geschichten dieses Buches eingebunden.

Anleser:
Silvanus
Mit fröhlichem Singsang schritten die Frauen über die Sommerwiese und ernteten die reifen Ähren:
Kleine Körner, große Körner, Ops gibt reichlich.
Kleine Wurzeln, große Wurzeln, Ops gibt reichlich.
Kleine Nüsse, große Nüsse, Ops gibt reichlich.
Kleine Früchte, große Früchte, Ops gibt reichlich.

Die kleinen Mädchen saßen am Rand der Wiese und pulten die Körner heraus. Es war eine reiche Ernte dieses Jahr, alle freuten sich. Der Brei würde vielleicht den ganzen Winter reichen.
Nur Silvana saß abseits. Sie hatte letztes Jahr einen Korb umgestoßen, das so wichtige Getreide umgeschüttet. Jetzt durfte sie nicht mehr gemütlich sitzend und schwatzend beim Entspelzen helfen. Sie musste die Säuglinge hüten, die die stillenden Mütter am Wiesenrand abgelegt hatten. Vor allem musste Silvana aufpassen, dass sich keine Fliegen auf ihren Gesichtern niederließen, denn das konnte schlimme Pusteln oder sogar Krankheit bedeuten. So einfach war diese Arbeit gar nicht, ermüdend, denn sie konnte sich keinen Moment der Unaufmerksamkeit erlauben. Die entwöhnten Kleinkinder blieben bei den Alten im Dorf, aber diese hier mussten regelmäßig genährt werden, deshalb waren sie immer dabei.
Die Sommerwiese war ein herrlicher Fleck, Gras mit reifen Ähren, so weit man blicken konnte. Wenn die abgeerntet waren, konnte man die Schafe dort weiden lassen. Gleich angrenzend war der Wald, an dessen Rand sich die Sippe eingerichtet hatte, und in den die Männer so gerne zur Jagd gingen. Wenn man doch immer hier bleiben könnte! Aber wenn die Tage wieder kürzer wurden, mussten sie weiterziehen, dorthin, wo es spätes Korn, Nüsse und Kastanien zu ernten gab.
Wenn die abgerntet waren, ging es ins Winterquartier, eine besonders geschützte Stelle unter einem Felsen.
Im Frühjahr ging es dann in das Wiesental, wo die ersten grünen Kräuter sprießten. Und dann schloss sich der Kreis, man wohnte wieder drei Monde an der Sommerwiese. Das Umziehen war jedes Mal eine anstrengende Plackerei, auch wenn die Umzäunung, die inzwischen fast mit dem Wald verwachsen war, und die Unterstände stehen bleiben konnten. Ein Teil der Vorräte wurde vergraben, auch wenn es geschehen konnte, dass Tiere sie plünderten. Alle anderen Sachen wurden mitgeschleppt. Einige Schafe konnten zum Ziehen der Lastschlitten eingesetzt werden, aber das meiste mussten die Menschen selbst bewegen. Ach, wenn man doch an einem Platz bleiben könnte!
Silvana blickte sich um, obwohl sie eigentlich die Babys beobachten sollte. Da war die Stelle, wo ihr Korb umgefallen war. Aber was war das? Das war doch ein kahler Fleck am Wiesenrand gewesen! Jetzt standen da Ährenhalme, einer neben dem anderen, dicht an dicht, und jeder trug eine volle Ähre. Da sie sich nicht von den Kleinen wegbewegen durfte, rief sie eine Freundin und zeigte auf den merkwürdigen Platz. Die war auch verblüfft, rannte zur ältesten Matrone und holte sie herbei. „Vielleicht ist es ein Zeichen der Göttin, dass Ops dir verziehen hat, dass du ihre Gabe auf den Boden geschüttet hast!“ meinte die Alte. Sie erntete die Ähren von diesem Fleck, hielt sie aber getrennt. Sie wollte den Dorfältesten fragen, ob sie zum Opfer taugten.

Blick ins Buch (Leseprobe)

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