30. April 2018

'MORDTIEFE' von H.C. Scherf

Kindle (unlimited)
»Da unten ist die Hölle«

Die Taucher der Essener Wasserschutzpolizei müssen weit über ihre psychischen Grenzen hinausgehen, als sie das Depot eines Killers in der Tiefe räumen. Welcher Wahnsinnige versteckt die Toten im Essener Baldeneysee?

Wieder einmal stehen Rechtsmedizinerin Karin Hollmann und ihr Freund, Oberkommissar Sven Spelzer vor Mädchenleichen, die ihnen viele Rätsel aufgeben. Wie weit geht ein skrupelloser Gangsterboss, um den gewaltsamen Tod seines Bruders zu rächen?

Zwei scheinbar unabhängige Fälle bringen die Ermittler selbst in Lebensgefahr. Ein friedliches Naherholungsgebiet entpuppt sich als Spielwiese für einen irren Mörder.

Obwohl die Handlungsabläufe in sich abgeschlossen sind, empfiehlt es sich, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen. Die Spelzer/Hollmann-Reihe:
KALENDERMORD - Band 1
DER SERBE - Band 2
MORDTIEFE - Band 3

Leseprobe:
Energisch zog Astrid den Reißverschluss ihrer Kapuzenjacke hoch, um sich vor dem eisigen Wind zu schützen, der kräftig über den See trieb. Ihr Kajak schaukelte bedenklich, als sie sich in die Sitzluke quetschte und den Spritzschutz verschloss. Heute hielt Klaus nicht das Boot am Ufer, um ihr das Einsteigen zu erleichtern. Der Kundentermin war für ihn sehr wichtig, musste unbedingt in die frühen Abendstunden gelegt werden. Doch das wöchentliche Fahrvergnügen, das einen Teil ihres umfangreichen Fitnessprogramms ausmachte, sollte zumindest bei ihr nicht darunter leiden.
Die eintretende Dämmerung legte sich bereits wie eine Haut über das Wasser, durch den böigen Wind entstanden geheimnisvolle Pfeiftöne. Astrid liebte diese Ruhe am Wasser, die entstand, wenn sich die Besucher am Haus Scheppen allmählich an den heimischen Herd zurückzogen und das letzte Segelboot im kleinen Hafenbecken vertäut war. Es waren die ruhigen Schläge des Paddels, die sie runterkommen ließen. Sie vertrieben alle schlechten Geister, die sich im Laufe des betriebsamen Tages angesammelt hatten. Schlag für Schlag trieb sie das Kajak weiter hinaus auf den Baldeneysee, der sich mit seiner Strömung gegen die Spitze des Bootes stemmte. Die kleinen Wellen brachen sich am Bug und erzeugten ein beruhigendes Plätschern. In Gedanken sang sie diesen Ohrwurm Perfect von Ed Sheeran mit, der sie schon seit dem Frühstück begleitete und einfach nicht weichen wollte.
Nur schemenhaft konnte sie die Kampmannbrücke erkennen, da sich leichter Dunst über das Wasser legte, der die Umgebung in ein geisterhaftes Licht tauchte. Astrid fühlte sich wohl in dieser Stille des anbrechenden Abends. Sie summte jetzt das Lied laut mit und sah im Geiste wieder diese Szenen aus dem wunderschönen Musik-Video, als Sheeran mit seiner Freundin über den Skihang glitt, gefangen in unendlicher Glückseligkeit. Genau das hatte sie sich immer mal mit Klaus gewünscht, wenn der nur nicht diese verfluchte Höhenangst hätte. Keine zehn Pferde brachten ihn in einen Sessellift oder eine Gondel.
Der Gedanke verlor sich, als sie mit dem Bug gegen ein Hindernis stieß. Das Kratzen unter dem Boot endete so plötzlich, wie es gekommen war. Sie suchte die Wasseroberfläche ab und kam zu dem Entschluss, dass es sich um einen Ast gehandelt haben musste, der nun weiter mit der Strömung trieb. Sie entspannte sich wieder und vergaß den Vorfall. Sie umfasste ihr Paddel kräftiger und bereitete sich auf einen kurzen Sprint gegen die Strömung vor. Das Holz tauchte tief ein in das schwarze Wasser und erzeugte kräftige Wirbel. Die Front des Kajaks hob sich für einen Augenblick aus dem Wasser, um sofort wieder einzutauchen. Als sie zwei, drei Züge gepaddelt war, hatte sie das Gefühl, nicht einen Zentimeter von der Stelle gekommen zu sein.
Nein, nur das nicht! Spontan schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sich ihr Steuerblatt am Heck wieder einmal in dieser verfluchten Wasserpest verfangen hatte, die einen großen Teil des Sees befallen hatte. Diese schnellwachsenden Pflanzen hatte der Teufel als Plage auf die Menschheit losgelassen. Als sie das Steuerblatt mit dem Schnurzug hochklappte, war nichts von dem Grün zu sehen. Diese verfluchten Pflanzen waren zwar erst vor gar nicht langer Zeit mit einem Spezialboot gemäht und abtransportiert worden, doch sie musste natürlich genau eine Stelle erwischen, die vergessen wurde. Ganz großartig. Jetzt kann ich zusehen, wie ich diesen Mist wieder loswerde.
Astrid versuchte, durch Rückwärtsfahren, das sperrige Gewächs wieder zu lösen. Keine Chance. Fluchend löste sie den Spritzschutz und drehte sich vorsichtig zum Heck. Ein Bad in dieser kalten Brühe war für den heutigen Abend eigentlich nicht eingeplant gewesen. Sie war sich jedoch nicht mehr so ganz sicher, als sie vorsichtig zum Heck kroch. Das Kajak schaukelte bedenklich. Jetzt konnte sie das Steuerblatt erkennen, das jedoch völlig frei vor ihr lag. Da war es wieder, dieses Scharren und Kratzen. Diesmal kam es von Backbord. Etwas bewegte sich unter dem Boot und erzeugte einen großen Schatten. Astrid hatte davon gehört, dass es große Welse in diesem See geben sollte, doch erzählt wurde viel. So groß konnte ein Fisch doch nicht sein, dass er einen derartigen Schatten im Wasser erzeugte. Jetzt befand er sich auf der anderen Seite und ... er erzeugte tatsächlich Luftblasen.
Bevor sich Astrid darüber Gedanken machen konnte, tauchte direkt neben ihr der Kopf mit der Tauchermaske auf. Reflexartig riss sie die Arme nach hinten, was dazu führte, dass sie rücklings im Wasser landete. Ihre Kleidung saugte das Nass begierig auf. Die Kälte des Wassers lähmte für einen kurzen Moment ihre Atmung, ihre Schwimmversuche drohten bei aufsteigender Panik zu versagen. Sie schluckte Wasser und ruderte wie eine Wilde mit den Armen. Verzweifelt versuchte sie, wieder die lebensspendende Oberfläche zu erreichen. Den trüben Himmel konnte sie durch die bräunliche Brühe nur noch schwach erkennen. Ihre Hände suchten verzweifelt nach einem Halt an dem Boot. Die Fingerspitzen fanden schließlich die Öffnung des Sitzes. Kurz bevor sie den Rand umklammern konnten, spürte Astrid eine feste Hand an ihrem rechten Fußknöchel. Mit aller Kraft trat sie nach unten, rang nach Luft, die ihren Lungen nun endgültig auszugehen drohte. Todesangst breitete sich wie eine lähmende Droge in ihr aus. Panik erfüllte sie, als das Wasser in die Lunge eindrang. Sie konnte nicht verhindern, dass immer mehr folgte und das regelmäßige Atmen verhinderte.
Das Gehirn gab den Gliedmaßen verzweifelt Befehle, die diese jedoch nicht mehr ausführen konnten. Mit angstgeweiteten Augen blickte sie nach unten und erkannte diesen großen Schatten, der sie immer tiefer in die Dunkelheit des Sees zog. Die Konturen verschwammen, alle Bewegungen erstarben. Ein erfüllender Frieden stellte sich ein, als Astrid verstand, dass sie ihren letzten Weg in ein nasses Grab einschlug. Eine einzelne Blase verließ noch ihren Mund, zerplatzte an der jetzt wieder ruhigen Oberfläche. Der Baldeneysee glättete sich, hatte sein Opfer dankbar aufgenommen.
Ein einzelnes Kajak trieb führerlos über den See. Erst das Stauwehr in Werden stoppte die einsame Fahrt.

Im Kindle-Shop: MORDTIEFE (Spelzer/Hollmann 3).
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'Gus Masters: Lilith' von Andreas Kohn

Kindle (unlimited)
Kriegsveteran Gus Masters führt 1869 einen der letzten Siedlertrecks nach Westen, als dieser von scheinbar wahnsinnig gewordenen Gestalten angegriffen wird. Die Angreifer scheren sich weder um Schmerzen noch schwere Verletzungen und scheinen weder lebendig noch wirklich tot zu sein.

Nur mit Mühe und Not können sich die Überlebenden in die nächste Ortschaft retten. Aber auch hier geraten Gus Masters, die Siedler und nun auch die Bewohner von Gumble mit den Horror-Gestalten aneinander – und ihre Opfer reihen sich sofort in das Heer der Untoten ein. Dann tauchen noch merkwürdige Fremde auf, die eine unglaubliche Geschichte zu erzählen haben und ein Kind mit geheimnisvollen Kräften wird geboren, um das ein erbarmungsloser Kampf entbrennt.

Auftakt der Reihe um den Westernhelden »GUS MASTERS«. Ein wilder Genre-Mix aus Western, Horror und Science Fiction.

Leseprobe:
»Wylie, pass auf!«
Auf Finella Brennans Warnruf hin schwang William »Wylie« Hayes den Kolben seiner Doppelbüchse nach links. Ohne hinzusehen, geschweige denn anständig zu zielen, auf was er einzuschlagen gedachte, traf der Hartholzgriff seines Gewehrs den Schädel des dicken chinesischen Wanderarbeiters an der Schläfe. Erschöpft ließ Hayes das Gewehr in den feinen Sand sinken, um sich für ein paar Sekunden darauf aufstützen zu können. Gleichwohl wusste er aber auch, dass er diese Sekunden nicht hatte. Aber er war am Ende seiner Kräfte. Genauso wie Angus rechts neben ihm. Dabei war er ein Bär von einem Mann. Fast einen halben Fuß größer als er selbst, mit einem Brustkorb und Oberarmen ausgestattet, die ihn beinahe unbezwingbar erscheinen ließen.
Die doppelläufigen Schrotflinten waren mittlerweile fast wertlos und nur noch als Prügel zu gebrauchen. Niemand hatte daran gedacht, sich mit ausreichend Munition zu versorgen, als die Angreifer über sie hergefallen waren. Ganz davon abgesehen, dass die Schrotladungen nahezu wirkungslos verpufft waren. Genau wie sein Schlag mit dem Gewehrkolben, den der Chinese nahezu unbeeindruckt weggesteckt hatte, waren die Angreifer mit fast nichts, was sie taten, abzuwehren. Von den sieben ursprünglichen Gestalten hatten sie bislang ganze zwei ausgeschaltet, indem sie ihnen irgendwie die Schädel zertrümmert hatten.
»Heiliger Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, unsterblicher Gott, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt«, hörte er die Frauen hinter sich murmeln. Einige waren mit geschlossenen Augen auf die Knie gesunken und rezitierten mit ihren Rosenkränzen Psalmen. Andere dagegen wandten dem Grauen weinend den Rücken zu und hielten ihre Kinder schützend fest umklammert.
Einen weiteren Ausweg gab es nicht mehr. Der kleine Canyon war vor langer Zeit an dieser Stelle zusammengebrochen und der Schutt versperrte ihnen den Fluchtweg. Sie saßen in der Falle.
»Wir könnten alle zusammen versuchen, durch sie hindurch zurück zu den Wagen zu laufen«, schnaufte Angus O’Brien.
Hayes schüttelte kraftlos den Kopf und stieß zwischendurch einem der Angreifer den rechten Fuß gegen dessen Brust. Dabei taumelte er fast mehr Schritte zurück als der Getroffene.
Sie würden keine zehn Meter weit kommen und vor allem die Kinder verlieren. Natürlich würden die Mütter stehen bleiben und ebenfalls Opfer der Bestien werden. Am Ende würden vielleicht sieben oder acht entkommen. Und dann? Auf der anderen Seite würden sie hier sicher alle zu Opfern werden. Aber vielleicht war das auch Gottes Wille.
Angus O’Brien wischte sich den Schweiß mit dem Ärmel von der Stirn und drängte gleich darauf den einzigen nicht chinesischen Angreifer mit quer gehaltener Flinte ein paar Meter weit zurück. Dabei passte er tunlichst auf, seine Finger nicht in die Nähe der auf- und zuschnappenden Zähne zu bringen. Es war ganz eindeutig ein Weißer. Der Statur und der Kleidung nach eher ein Landvermesser als ein Bahn- oder Wanderarbeiter wie die Chinesen. Aber genau wie sie schien er dem Wahnsinn anheimgefallen zu sein. Das Gesicht war geschwollen, die blonden Haare mit Blut verklebt. Die runde Nickelbrille hielt sich nur noch mit Mühe am rechten Ohr fest.
Diese Kerle waren zwar nicht bewaffnet, dennoch waren sie brandgefährlich. William Hayes hatte so etwas noch nie erlebt. In seiner alten Heimat Irland hatte er einen Herumtreiber gesehen, der von einem Fuchs gebissen worden war und daraufhin die Tollwut bekam. Der hatte zwar wie wild um sich geschlagen und jeden beißen wollen, aber der Constable hatte ihn mit einem einzigen wohlgezielten Schlag seines Stockes außer Gefecht gesetzt. Diese Kerle hier waren anders. Fast jeder hatte wenigstens eine Schrotladung im Leib, mehrere Schläge mit dem Gewehrkolben gegen den Kopf oder den Oberkörper und unzählige Tritte abbekommen. Und trotzdem wollten sie nicht lockerlassen.
Der dicke Chinese war das beste Beispiel. Er hatte ihn jetzt wenigstens ein Dutzend Male mit dem Gewehrkolben am Kopf getroffen. Sein Gesicht war eine einzige schwärend blutige Masse. Das linke Auge hatte sich in nichts aufgelöst, das andere schien beinahe aus dem Kopf herauszufallen. Dennoch war er nach dem letzten Treffer nur zwei Meter zurückgetaumelt, hatte sich etwas geschüttelt und kam wieder auf Hayes zu. All diese Überlegungen gingen William Hayes zum wiederholten Male durch den Kopf.
Vor schierer Verzweiflung brüllte Hayes laut auf, als er das Gewehr am Lauf fassend hoch über den Kopf schwang und es mit voller Wucht ein weiteres und vielleicht letztes Mal auf dessen Schädel niedersausen ließ. Wenn ich nicht richtig treffe, ist es vorbei, dachte er noch. Dann zerplatzte der Schädel des Dicken wie eine reife Melone, die man fallen lassen hatte. Der Schwung seines Hiebes ließ Wylie Hayes nach vorn in den Sand fallen und erschöpft liegen bleiben.
Er schaute genau in das schmerzverzerrte und angsterfüllte Gesicht Finella Brennans. Auch sie lag am Boden. Einem der chinesischen Arbeiter war es gelungen, an ihnen vorbeizukommen und sie zu Boden zu reißen. Nun hockte er mit den Knien auf ihrem Rücken und beugte sich in diesem Moment zu ihr herab. Hayes, so erschöpft er auch war, mobilisierte Reserven, von denen er selbst nicht wusste, dass sie existierten. Er stemmte sich hoch und hechtete mehr, als dass er auch nur einen Schritt lief. Er packte den nackten Oberkörper des Chinesen und riss ihn von Finella herunter. Gleichzeitig spürte er, wie ihm ein siedend heißer Schmerz durch die Schulter fuhr. Der Kerl hatte ihn am Halsansatz gebissen. Einfach so.
Hayes fixierte mit den Knien die Arme seines Gegners, dann prügelte er mit bloßen Fäusten auf sein Gesicht ein. Wie ein Dampfhammer schlug er immer und immer wieder zu. Er hörte Knochen brechen. Ob es seine eigenen oder die seines Gegners waren, bekam er in seiner Raserei nicht mit. Irgendwann zerrte ihn jemand von dem leblosen Körper herunter und bettete seinen Kopf in einen weichen Schoß. Er meinte noch, einen Schuss aus einem Revolver zu hören. Dann wurde ihm schwarz vor Augen.

Im Kindle-Shop: Gus Masters: Lilith.
Mehr über und von Andreas Kohn auf seiner Website.



27. April 2018

'Mord auf der Hallig: Nordseekrimi' von Ulrike Busch

Kindle Edition | Tolino | Taschenbuch |
Küstenschützerin Britta Tjaden stellt auf Langeneß ihre Pläne zur Rettung der Halligen vor den Folgen des Klimawandels vor – und bringt die Aktivistin Beeke Klock gegen sich auf. In der Nacht nach Brittas Vortrag überschwemmt eine Sturmflut die Nordseeküste. Am Morgen darauf wird auf Langeneß eine Tote gefunden. Ein Unglück oder Mord?

Es bleibt nicht bei einer Leiche und plötzlich werden die Ermittler Knudsen und Zander auch noch mit einem alten, ungelösten Fall konfrontiert: dem mysteriösen Verschwinden einer jungen Dänin auf der Hallig. Gibt es einen Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen?

Band 4 der Reihe ‚Ein Fall für die Kripo Wattenmeer‘.

Leseprobe:
[…]
Britta war nicht nach Hause gekommen.
Der erste Gedanke, den Tilda nach dem Erwachen fasste, durchzuckte ihren Kopf wie ein Blitz. Er war da, noch bevor ihr bewusst wurde, dass der neue Tag begonnen hatte. Doch er erschreckte sie nicht.
Mit einem Ruck schlug sie die Bettdecke zurück. Sie schwang sich auf die Bettkante, verharrte dort und dachte darüber nach, was nun zu tun war. Unschlüssig stand sie auf, schob die Vorhänge zur Seite und vermied es, nach draußen zu gucken.
Jedes Mal nach einer Sturmflut hatte sie Angst, auf den Wiesen, die zwischen der Warft und der See lagen, Tote zu entdecken. Ertrunkene, die das Meer der Hallig überlassen hatte, damit sie dort ihre letzte Ruhe finden konnten. An diesem Morgen fürchtete sie sich weit mehr vor diesem Anblick als nach den zahllosen anderen Sturmfluten, die sie bisher erlebt hatte.
Sie drückte beide Hände auf den Bauch, atmete tief dagegen und wagte es endlich, hinauszublicken.
Die See hatte sich zurückgezogen. Die Sonne verbarg sich hinter milchig grauen Schleierwolken, als hätte sie noch nicht den Mut, sich den Menschen zu zeigen. Überall glänzten Pfützen im matten Licht des Vormittags. Das nasse Gras der Wiesen und Weiden lag schwer und lehmig am Boden.
Keine Leiche vorm Haus. Nicht einmal der Kadaver eines ertrunkenen Schafes oder einer Möwe, der die Kraft gefehlt hätte, sich aus den Fängen des Sturmes zu befreien und an Land in Sicherheit zu bringen.
Tilda atmete auf. Müde griff sie nach ihrem Bademantel, der über dem Stuhl lag. Sie warf ihn sich über und verließ das Zimmer. Wie nach einem Drehbuch tat sie all das, was man tat, wenn man die Wahrheit erahnte, aber noch nicht ganz an sich heranlassen wollte.
Sie klopfte an Brittas Zimmertür, obwohl sie wusste, dass keine Antwort kommen würde. Zaghaft öffnete sie die Tür, blickte in den Raum und nahm zur Kenntnis, was die ganze Nacht über Gewissheit gewesen war.
Sie stellte sich auf den Treppenabsatz. »Britta?« Während sie nach unten lauschte und sich fragte, ob es Panik oder doch eine Spur Hoffnung war, was sie verspürte, hörte sie ihr Herz hämmern.
Wie erwartet, blieb die Antwort ihrer Schwester aus.
›Und jetzt?‹, fragte sie sich selbst.
›Jetzt kommt das schlechte Gewissen‹, kam zur Antwort.
Tilda ging zurück in ihr Zimmer, steckte das Handy in die Tasche ihres Bademantels und stieg die schmale Holztreppe hinab. In der Küche schaltete sie das Licht ein und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Von hier aus konnte sie über das Watt zur Hallig Hooge sehen, wenn die Fenster nicht, wie seit gestern Abend, mit Brettern vor der Flut geschützt waren. Sie wählte Brittas Mobilfunknummer, hielt das Smartphone ans Ohr und wartete. Das Anrufprotokoll würde später der Beweis dafür sein, dass sie versucht hatte, Britta zu sprechen. Dass sie wenigstens noch eine Hoffnung gehabt hatte.
Wie sollte sie erklären, dass sie diesen Versuch nicht schon zu einem viel früheren Zeitpunkt gestartet hatte?
Zum fünften Mal erklang der Freiton, es folgte ein Klicken. »Der angerufene Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar«, sagte eine weibliche Computerstimme. »Bitte versuchen Sie es später noch einmal.«
Erneut suchte Tilda eine Nummer aus dem Telefonspeicher. Diesmal die von Paul, Brittas Mann. Soweit Britta ihr erzählt hatte, wollte er in diesen Tagen zu Hause auf Sylt sein. Dabei wusste jeder, der die beiden kannte, dass Paul ein Eigenleben führte. Wenn Britta für einige Tage beruflich unterwegs war, was nicht selten vorkam, nutzte Paul die Gelegenheit meist zu Ausflügen aufs Festland. Als Unternehmensberater konnte er seine Eskapaden perfekt mit Kundenbesuchen tarnen.
Wieder wurde sie von einer Automatenstimme begrüßt. »Dies ist der Anrufbeantworter von Paul und Britta Tjaden. Bitte hinterlasst uns eine Nachricht. Wir rufen ...« Britta trennte die Verbindung. Paul war also wieder einmal unterwegs. Vermutlich hatte er den Sylt-Shuttle gestern noch rechtzeitig erwischt, bevor der Zugverkehr wegen des Sturms eingestellt wurde.
Sie wählte seine Handynummer. Diesmal musste sie nicht lange warten.
»Guten Morgen, Tilda.« Pauls Stimme klang ausgeschlafen und gut gelaunt.
»Wo bist du?«
»Zu Hause, wo sonst?«
»Du bist nicht ans Telefon gegangen.«
Stille. Dann ein Räuspern. Mit einem Mal hörte Pauls Stimme sich verschlafen an. »Das Telefon steht unten im Wohnzimmer, das weißt du doch. Ich liege noch im Bett. Der Sturm letzte Nacht hat mich kirre gemacht. Ich konnte lange nicht einschlafen.«
»Aber das Handy hattest du griffbereit.«
»Na klar. Ich wollte doch über die Wetterlage immer auf dem Laufenden sein. Ich hab mich ja auch im Haus verschanzt und mich nicht getraut, aus dem Fenster zu gucken. Hat es euch schlimm erwischt letzte Nacht? Ich habe ständig an euch gedacht.«
Tilda biss sich auf die Lippe. Um Ausreden war Paul noch nie verlegen gewesen.
Im Hintergrund hörte sie eine Frauenstimme, die Pauls Namen rief. Es hörte sich an, als käme die Stimme aus einem anderen Raum. Dem Badezimmer eines Hotels? Eine Bettdecke raschelte. Einen Augenblick später drang kein einziger Laut mehr zu ihr durch. Paul hatte sein Smartphone wohl mit der Hand abgedeckt oder unter die Decke geschoben.
»Paul?«, rief Tilda genervt. »Pauuul!«
Endlich war er wieder in der Leitung. »Tilda?«
Tilda erkannte, dass es ein Fehler gewesen war, ihren Schwager anzurufen. Sie sehnte sich nach Tee, Brötchen, Rührei und Einsamkeit. Aber sie konnte jetzt nicht einfach auflegen. »Du bist nicht in Keitum«, sagte sie bestimmt. »Wo bist du wirklich?« Sie schüttelte den Kopf über sich selbst. Es war sonnenklar, dass sie keine wahrheitsgemäße Antwort erhalten würde.
Paul seufzte. »Sag mal, warum rufst du mich überhaupt um diese Zeit an?«, fragte er, jetzt wieder mit wacher Stimme und leicht verärgertem Unterton.
»Britta ist weg.«
»Natürlich ist sie weg. Sie ist doch bei euch auf Langeneß. Oder irre ich? Macht sie etwa ’ne heimliche Sause irgendwo an einem hübscheren Ort?« Aus Pauls Worten hörte Tilda das ölige, coole Lächeln heraus, das ihr Schwager jedes Mal aufsetzte, wenn er seinen Gesprächspartnern etwas vorspielte oder ihnen die schönsten Lügen auftischte. Bis heute hatte Tilda nicht verstanden, ob Britta nicht in der Lage war, ihren Mann zu durchschauen, oder ob sie es schlicht nicht wollte.
»Paul, Britta ist weg. Sie ist verschwunden, verstehst du? Seit gestern Abend.«
Paul schwieg. Das bedeutete, dass er verstanden hatte. Er wusste, was eine Sturmflut wie die gestrige bedeutete. Und auch wenn er sich für die Arbeit seiner Frau herzlich wenig interessierte, durfte ihm klar sein, dass Britta zurzeit keine Freunde auf Langeneß hatte. Es war kaum davon auszugehen, dass sie bei einem ausgiebigen, gemütlichen Klönschnack auf einer der Warften den Zeitpunkt der Heimkehr vor dem Einsetzen der Flut verpasst und man ihr für die Nacht ein Gästezimmer angeboten hatte.
Was ging jetzt in Paul vor? Vor einiger Zeit, als seine Ehe mit Britta gerade mal wieder auf der Kippe stand, hatte er Tilda auf einer Familienfeier beiseite genommen. ›Wenn ich jemals wieder alleine leben sollte ...‹, hatte er gesagt und seine Augen hatten geleuchtet. ›Was wäre dann?‹, hatte sie ihn gefragt, doch er hatte ihr keine Antwort gegeben.
»Habt ihr euch wieder gestritten?«, fragte Paul mit flotter Stimme in Tildas Erinnerungen hinein.
Tilda klemmte das Handy zwischen Kinn und Schulter. Sie hielt den Wasserkocher unter den Hahn, ließ einen halben Liter Wasser hineinlaufen und stellte das Gerät wieder auf der Arbeitsplatte ab. Mit dem Zeigefinger drückte sie den Schalter nach unten. »Wir müssen sie suchen.«
»Ach was? Wo denn? Und warum?«
Tilda legte auf.

Im Kindle-Shop: Mord auf der Hallig: Nordseekrimi (Ein Fall für die Kripo Wattenmeer 4).
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Ulrike Busch auf ihrer Website.



26. April 2018

'Eine unverhoffte Zeitreise: Rachels Tagebuch' von Britta Keller

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Die aus Schottland stammenden Freunde Andrew und Brian arbeiten in der Bibliothek an ihrer Semesterarbeit über das Mittelalter, als ihnen ein rotes Buch in die Hände fällt. Erstaunt stellen sie fest, dass sich der Titel, wann immer sie das Buch zur Hand nehmen, ändert. Was hat es damit auf sich?

Bevor sie begreifen können, was geschieht, finden die beiden sich gemeinsam mit Andrews Schwester in der Vergangenheit wieder. Ihnen bleibt nichts Anderes übrig, als ihre Rolle in diesem unfreiwilligen Abenteuer zu spielen, auch wenn sie nicht wissen, was sie letztlich erwartet. Werden die Drei es meistern?

Leseprobe:
[...]
Mir war die Gegend nicht geheuer, ich fühlte mich unwohl so nah am Waldrand. Jeden Moment rechnete ich mit einem Angriff von Räubern oder Wölfen. Beiden wollte ich nicht begegnen, unbewaffnet, wie wir waren.
Auch wenn wir Schwerter hätten, keiner von uns konnte damit umgehen. Die Gesetzlosen kümmerte es sicher nicht, dass wir nichts bei uns hatten. Nicht auszudenken, was wäre, wenn sie uns das Buch wegnehmen würden, das wir dringend brauchten, um wieder in unsere Zeit zurückzukommen. Doch vermutlich würden sie kurzen Prozess machen und uns umbringen.
Wölfe kannte ich höchstens aus dem Film, auch gegen diese hätten wir keine Chance. Immer wieder stand ich auf und schaute in die Richtung der Burg. Verdammt! Wo blieb mein Freund? Hoffentlich kreuzt Andrew endlich auf, am besten gleich mit der Mitteilung, dass wir auf der Burg übernachten durften, dachte ich ängstlich, obwohl ich sonst eher ein mutiger Typ war. Dazu hatte ich ein leichtgekleidetes Mädchen dabei, das in ihrer Aufmachung besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde.
Ich hatte Hunger, mein Magen knurrte laut. Auch Jillian begann zu klagen.
»Wo bleibt er nur? Ich bin so hungrig! Was, wenn ihm etwas passiert ist?«
Ich musste sie unbedingt beruhigen, obwohl auch ich mich sorgte. »Jillian, er kommt sicher gleich. Es ist nicht leicht, Kleider zu stehlen.«
Ich zog sie an mich. Sie schaute mich entrüstet an und riss sich von mir los.
»Beleidige mich nicht, indem du mich wie ein kleines Mädchen behandelst! Ich bin weder naiv, noch muss man mich beruhigen!«, brauste sie auf.
Ich fuhr zurück und sah sie ärgerlich an. »Das habe ich auch nicht vorgehabt«, versuchte ich mich herauszureden.
»Sei kein Idiot, Brian. Ich weiß genau, dass du mich immer noch als die kleine nervige Schwester von Andrew ansiehst.«
Was definitiv nicht stimmte, aber das konnte sie nicht wissen, da ich sie immer wieder so behandelte. Ich sah sie ernst an und erwiderte: »Wenn du dich so benimmst wie im Zimmer deines Bruders, kann ich dich nicht ernst nehmen. Wir sagten dir, du sollst das Buch liegen lassen, aber nein, du kannst es nicht lassen und nimmst es einfach.« Auch ich wurde nun lauter. »Andrew hatte recht, nur wegen deiner Neugier sind wir jetzt hier!«
Sie schaute mich empört an und giftete mich an. »Wegen eurer idiotischen Idee warten wir jetzt vermutlich vergebens auf meinen ach so tollen Bruder. Ihm ist sicher etwas passiert.«
Nun begann sie zu weinen. Bis jetzt hatte sie sich wirklich wacker geschlagen, wie ich zugeben musste. Ich zog sie wieder in meine Arme, was sie sich diesmal gefallen ließ, und ich versuchte ihr Halt zu geben. Es wurde langsam dunkel, die Nacht brach an. Wir wussten beide, dass wir keine Wahl hatten und irgendwo unterkommen mussten.
Ich löste mich von ihr, stand auf und zog Jillian auf die Beine. In diesem Augenblick entdeckte ich einen Mann, der vom nahen Feld auf uns zukam. Er war groß und mit dem Bogen an seinem Rücken und dem Schwert, das an seiner Seite hing, wirkte er furchteinflößend, was mir ein mulmiges Gefühl gab. Ich hatte mir unter einem Highlander immer einen Mann mit Kilt vorgestellt, aber er trug eine Tunika, die er am Bauch mit einem Gurt zusammenhielt und die bis zu seinen Oberschenkeln reichte. Was mich aber erstaunte, war, dass seine Hose unseren Shorts ähnelte. Nur das Plaid, das er um die Schultern trug und mit einer Fibel, einer Art Spange zusammenhielt, ähnelte der Highlandertracht, wie ich sie vom Fernsehen kannte.
Langsam schob ich Jillian hinter mich, was er mit einer hochgezogenen Braue kommentierte und uns musterte. »Was macht ihr hier mit eurer sonderbaren Kleidung? Es ist gefährlich, nachts hier herumzulungern.«
Ich wusste nicht, was ich ihm antworten sollte, normalerweise war ich ein guter Redner, aber jetzt ... völlige Leere in meinem Kopf.
Jillian hatte hingegen keine Hemmungen, sah hinter meinem Rücken hervor, zu ihm hoch und erklärte ihm mit weinerlicher Stimme unsere Lage. »Wir haben diese furchtbare Kleidung gefunden, nachdem wir ausgeraubt wurden.« Dabei drückte sie ein paar Tränen hervor und zeigte auf ihre Kleider.
Einmal mehr musste ich erkennen, welch gute Schauspielerin sie sein konnte. Sie senkte den Kopf an meine Schulter und schaute den Mann von unten her an.
Ich war erstaunt, dass er ihr zu glauben schien, doch vielleicht gab er es nur vor.
»Wollt ihr zu mir nach Hause kommen? Dort seid ihr erst mal vor der Kälte und den Gefahren da draußen geschützt«, fragte er uns freundlich.
»Wir können doch nicht einfach zu Euch kommen«, erwiderte ich zurückhaltend. »Ihr kennt uns nicht und wir Euch nicht. Wir könnten Gauner sein, die Euch ausrauben wollen.«
Er sah uns belustigt an, vermutlich sahen wir nicht gerade gefährlich aus, und er wiederholte noch einmal, dass er uns nichts antäte, wir jetzt aber gehen müssten.

Im Kindle-Shop: Eine unverhoffte Zeitreise: Rachels Tagebuch.
Mehr über und von Britta Keller auf ihrer Facebook-Seite.



25. April 2018

Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Das Autoren-Duo Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki liebt Geschichten, die sich nah am realen Leben orientieren. Ihre Romane haben deshalb immer ein wahres Ereignis zur Grundlage, um das herum sie die Geschehnisse und Personen erfinden.

Es macht ihnen Spaß, den Figuren eine Existenz mit allen Facetten einzuhauchen. Und legt ein Buch an Seiten zu, entwickelt jede von ihnen zu einem dieser fiktiven Menschen eine besondere Zuneigung ...

Die beiden Autorinnen über sich: "Wir nennen uns Schreibkatzen. Passt, finden wir. Da wir allerdings leider bereits jenseits des Alters von süß, niedlich, schlank und auch geschmeidig sind (Sigrid - Steinzeit, Sylvia - Mittelalter ...), sehen wir uns als Schreibkatzen eher mit den Attributen kratzig, ab und zu fauchig und natürlich zickig ausgestattet. Ab einem gewissen Alter ist das durchaus nicht übel."

Weblink: sylvia-und-sigrid.de


Bücher im eBook-Sonar:




'Die Swinger-Bibel' von Lotta Frei

Kindle Edition | Tolino | Taschenbuch
Bist du neugierig, was hinter den Türen eines Swingerclubs geschieht? Hast du geheime Fantasien, doch die passenden Mitspieler fehlen? Du bist glücklich in deiner Beziehung, und hast dennoch ab und zu Lust auf fremde Haut? In den letzten Jahren ist eine neue Generation von Swingerclubs entstanden, die den idealen Ort bieten, um geheime Fantasien zu verwirklichen und sexuelle Erfüllung zu finden.

Die Swinger-Bibel hilft dir Klarheit zu erlangen, ob du reif bist für den Swingerclub. Sie beantwortet die wichtigsten Fragen, die man sonst niemandem stellen kann:
* Warum gehen Leute in Swingerclubs?
* Wie verhalte ich mich dort?
* Was ziehe ich an?
* Wo finde ich einen guten Club?
* Wer geht mit mir (ins Bett)?
* Wann ist unsere Beziehung bereit dafür?

Du erfährst, welche persönlichen Veränderungen und inneren Wachstumsprozesse durch das Swingen möglich sind. Der richtige Umgang mit Eifersucht und Gefühlen gibt dir außerdem die nötigen soft-skills für ein erfülltes Liebesleben. Das Interview mit einem erfahrenen Swinger und Tipps aus dem reichen Erfahrungsschatz der Autorin runden den Ratgeber ab.

Leseprobe:
Das Anrüchigste, das ich bisher in meinem Leben getan hatte, war nach dem Heimkommen nachts um 1 Uhr noch einen Topf Nudeln zu kochen. Nudeln! Kohlenhydrate! Nach Mitternacht! Es ist also nachvollziehbar, dass der Gedanke an den Besuch eines Swingerclubs mein Aufregungsbarometer ziemlich steil steigen ließ.
Schon vor Jahren hatten mein Freund und ich das Swingen in Erwägung gezogen, um zusammen etwas Neues auszuprobieren, unserem Sexleben einen Kick zu verpassen. Zunächst um durch das Verlassen der eigenen vier Wände Abwechslung zu bekommen. Aber auch als Möglichkeit, Intimität mit anderen als dem gewohnten Partner zu erleben. Ich träumte von heimlichen Beobachtern beim Liebesspiel, sogar vom Sex mit einem Fremden. Ich war sicher: Irgendwann würde ich all meinen Mut fassen und in einen Swingerclub gehen. Irgendwann mal - wenn ich erst etwas mehr Sport gemacht hätte, mich in knapper Kleidung oder gar nackt vor anderen wohler fühlen würde, überhaupt mit ein bisschen mehr Selbstbewusstsein ausgestattet wäre, dann, ja dann… passierte erstmal gar nichts. Aus Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten hockten wir weiter in unseren vier Wänden und träumten lieber von erotischen Eskapaden, anstatt sie zu erleben. Das Projekt Swingerclub geriet erst einmal in Vergessenheit.
Dann trafen wir zusammen eine Entscheidung, deren Tragweite uns noch überraschen und vor allem mein Leben auf den Kopf stellen sollte: Wir entschlossen uns dazu, unsere Beziehung zu öffnen und uns gegenseitig auch andere Sexpartner zu erlauben. Das Fundament unserer 15-jährigen Beziehung schien uns tragfähig genug für dieses Wagnis. Und der Reiz des Neuen war zu verlockend, um es unversucht zu lassen.
Schnell zog es uns in verschiedene Richtungen: Mein Freund interessierte sich seit jeher mehr für BDSM, das Spiel mit Dominanz und Unterwerfung, während ich in erster Linie vom Sex mit einem neuen Mann träumte. Über eine Dating-Seite im Internet fand ich einen sympathischen Mann, der mein erster Liebhaber nach 15 Jahren trauter Monogamie wurde. Und wie es der Zufall wollte, war er ein erfahrener Swinger! So wurde er zu meinem Lehrmeister in Sachen Liebe, mein Reiseführer in die Welt der Swingerclubs, Sexparties und Gangbangs. Heute verbinden uns nicht nur die gemeinsamen Erfahrungen und Pläne für die Zukunft, sondern auch eine tiefe Freundschaft, die durch die Intimität schneller gewachsen ist, als gemeinhin üblich.
Im letzten Jahr habe ich also intensive Erfahrungen gesammelt. Hatte sinnliche, erotische und hemmungslos geile Erlebnisse. Ich besuchte unzählige Parties, Hoteltreffen und Rendezvous und konnte alle bisher geheimgehaltenen Fantasien ausleben. Zu dem einen neuen Mann kam bald ein zweiter, beide gleichzeitig zeigten mir völlig neue Dimensionen der Lust zu dritt. Ich hatte Blut geleckt. Da hatte sich eine Tür geöffnet, hinter der eine wunderbare Neue Welt lag, von deren Existenz ich bisher nicht einmal geahnt hatte. Egal ob es die erste Begegnung mit einer Frau, die ersten Fesselspiele oder Sex mit Augenbinde und mehreren Unbekannten war - diese geheimnisvolle Welt hielt immer neue Überraschungen für mich bereit. Und das, obwohl ich mit meinem Sexleben bisher eigentlich ganz zufrieden gewesen war.

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Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Lotta Frei auf ihrer Website.



24. April 2018

'Zwischen Leben und Dunkelheit' von Bea Cach

Kindle (unlimited)
Stell dir vor, der Planet versinkt in Asche und Dunkelheit - was dann?

Begleiten wir Beate, die als junge Frau in diesem Roman auf einem schwierigen, leidenschaftlichen und schmerzvollen Weg in eine andere, nicht für Menschen gedachte, Welt, unterwegs ist.

Kann sie ihr Wissen nutzen, um zu überleben,
ihre Intuition, um zu entkommen und
ihre Liebe, um sich in der Dunkelheit etwas Menschlichkeit zu bewahren?

Eine unwirkliche, zerstörerische und dunkle Zukunft liegt vor dem Planeten und den wenigen überlebenden Organismen. Wird es gelingen, neues Leben zu ermöglichen, altes Leben zu bewahren und in eine Welt zu exportieren, die vielleicht einer anderen Lebensform vorbehalten bleiben sollte?Schaffen wir es, der Menschenfamilie eine reale Chance zu geben? Ist die irreale Illusion ihre eigene Interpretation vom Leben, geprägt durch ihr persönliches Weltbild, oder ein reales Abbild des Seins? Vielleicht ist es auch nur ein Spiel der Sinne, oder Spiegel unserer elektrischen Impulse, der universellen Energie und der bisherigen Erfahrungen auf ihrem Weg des Erkennens.

Mit dem 4. Roman der Reihe "Zwischen ..." findet die erste Sequenz ihren Abschluss.

Leseprobe:
Wie komme ich nun nach Uruguay?
Es gibt keinen Sprit mehr. Jedenfalls nur wenig und auch mein Ausweis, der mich als Mitarbeiter der Sonderkommission kennzeichnet, hilft im Moment nicht weiter. Es gibt weder Armee, noch Polizei, nichts. Seit dem letzten Einschlag eines Kometensplitters, im Oktober Zweitausendsechsundvierzig, herrscht auf der Erde Anarchie und ein heilloses Durcheinander. Dieser Stoß erschütterte die Erde gewaltig, es war nur ein Vorgeschmack auf die zu erwartende Zerstörung, einfach grauenhaft.
Eine der Megametropolen wurde getroffen, Shanghai. Nicht nur der Einschlag brachte unvorstellbares Leid und Zerstörung. Die folgende Detonationswelle verwüstete weite Teile des Areals und forderte unerwartet viele Menschenopfer. Die Verwüstung blieb nicht auf einen lokalen Bereich beschränkt, es umfasst ein tausende Kilometer weites Gebiet im Umkreis des Einschlagpunktes. Dieses Stück war nicht sonderlich groß, vielleicht gerade so fünfzig, sechzig Meter im Durchmesser. Aber das reichte, um einen gewaltigen Krater und einen Teil des Kontinents, als Trümmerfeld zu hinterlassen.
Seit diesem Tag ist fast jeder Mensch des Planeten auf der Flucht. Das ist die größte Völkerwanderung der Menschheit überhaupt. Milliarden versuchen sich in Sicherheit zu bringen, aber wo? Die Wanderung vollzieht sich von der Nordhalbkugel in den Süden. Aber auch von den südlichsten Gebieten wandern die Menschen in Richtung Äquator. Wo der nächste Einschlag erfolgt ist ungewiss, vielleicht sogar hier.
Die Versorgungslage der Menschen ist katastrophal. Es gibt weder genug Wasser, Sanitäranlagen und medizinische Versorgung, noch Lebensmittel. Die Welt ist ein einziges großes Flüchtlingslager, mit zu geringen Versorgungskapazitäten jeglicher Art, doch einem großen Gewaltpotential.
Zum Glück sitze ich schon in Alaska, also über den Ozean muss ich nicht mehr, doch auch von hier aus kann ich nicht laufen.
Der Vorarbeiter in unserem nördlichen Firmengelände, ist immer noch nicht bereit mit in den Süden zu gehen, doch ich bekomme von ihm noch Treibstoff, dass ich wenigstens bis Kanada fliegen kann. Der nette russische Mann aus den Reihen der Rentnermiliz möchte ebenfalls hier im Norden Kanadas bleiben. Die beiden Herren werden sich das letzte Jahr noch etwas Gutes gönnen, Völkervereinigung vom Feinsten, einfach leben und in Ruhe auf ihr Ende warten.
So fliege ich alleine in den Süden und hoffe, ich finde noch etwas Sprit. Auf einer der kanadischen Militärbasen gelingt es mir, nur wenige hundert Liter. Es ist nicht gerade viel.
Wie weit komme ich damit eigentlich?
Nun, ich fliege weiter und träume von meinem Mann, sowie meiner, seiner und unserer Familie. Meistens jedoch von unserer Liebe, die mir bis heute unerklärlich ist.
Noch sehe ich einzelne Gruppen in den Süden ziehen, von hier oben ist das nicht so schlimm. Es ist wie in einem Film oder Videospiel. Da sammeln sich die Leute, erst in kleinen Gruppen, dann zu richtigen Rotten und dann sehen die Menschenketten aus, als wären es kleine Flüsse, die sich zu einem gewaltigen Strom zusammenfinden und als Welle eines Meeres, alles wegschwemmen. Ich will da nicht hin, doch leider nimmt das Leben wieder einmal keine Rücksicht auf meine Wünsche.
So ergibt es sich, dass schon auf einem Flugplatz in Seattle mein Flug in die Karibik endet. Mein Tank ist leer und die geben mir freiwillig keinen einzigen Tropfen. Der geringe Vorrat ist für die einheimische Bevölkerung, nicht für Ausländer. Mein Ausweis und die Kennung sind uninteressant, das will heutzutage keiner wissen. Sie haben nur noch wenige Fässer und wollen schließlich ebenfalls zu ihrem Bunker. Das ist zwar gelogen, doch ein Streit hilft mir auch nicht. Sicher haben die Leute ihre Anweisung. Ich gehe an meine Reserven und biete einen Diamanten, vergebens. Da lachen mich die Männer einfach aus. Sie bestehlen keine Kinder, es ist schon ein Wunder, dass so eine Sprotte überhaupt den Helikopter in die Luft bekommt. Einen Anruf in der Behörde bei Conny ignorieren sie einfach, mich nimmt kein Mensch wirklich wahr. Nun, ich versuche es dennoch, allerdings stundenlang vergebens.
Nikita kann ich nicht erreichen und Conny auch nicht. Die sind alle irgendwie weg.
Hilfe!
Die Energieversorgung wird weltweit heruntergefahren, nur einige Wasserkraftwerke liefern noch Strom. Im Süden wird es vielleicht besser. Da stehen mehr Wind- und Solaranlagen, die bis zum bitteren Ende am Netz sind. Jedenfalls hofft jeder, bis kurz davor!
Magnettechnik, Windräder und Solaranlagen sind in diesen Breitengraden eher selten, nur lokale Betreiber nutzen solche Energiequellen. Viele Antennen, oder Sendeanlagen werden einfach nicht mehr betrieben, so hapert es auch mit der Information und Kommunikation.
Ich will nach Hause. Voller Trauer sitze ich gedankenverloren auf dem Flugfeld und weine vor mich hin.
Was soll ich denn nun machen?
Ich bin noch viel zu weit im Norden, um laufen zu können. Vielleicht komme ich auf einem Schiff weiter. Nein, das ist aussichtslos.
Die nehmen mich einfach nicht ernst, nicht mit, oder gar aus. Nur ungern erinnere mich an meinen Fahrt in Afrika zurück. Nein, das muss nicht sein.
Irgendwann im Laufe des Tages kommt die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation zu mir und bietet mir an, mit einem Sammeltransport mitzufahren. Für den Heli bekomme ich keinen Sprit, der ist von den Russen und braucht viel zu viel, sagen die Leute.
Gar nicht, der ist fast neu, na ja einige Jahre ist er alt, aber aus neuer Produktion. Die haben gar keine Ahnung, worüber ich mich aufrege. Dennoch hole ich meine Sachen und ziehe alles an, was ich so unter das viel zu große Cape bekomme. Die hohen Turnschuhe sind zwar nicht unbedingt warm, doch durch die dicke Sohle friere ich nicht so schnell an die Füße. Nur hoher Schnee darf nicht sein, aber davon ist nicht auszugehen. Dann bring ich meine restlichen Lebensmittel im Rucksack mit und meine Tasche hänge ich über die Schulter.

Im Kindle-Shop: Zwischen Leben und Dunkelheit.
Mehr über und von Bea Cach auf ihrer Website.



23. April 2018

Bea Cach

Die Autorin Bea Cach sagt über sich und ihre Werke:

"Wer kennt es nicht, das wohltuende Gefühl, wenn man sich mit einem Buch zurückziehen kann, um neue Horizonte zu erleben, von einer Geschichte gefesselt wird, die uns den Alltag vergessen lässt, oder Fragen aufwirft, die unser Weltbild erweiern können?

Natürlich gibt es überall Dinge, die unser Leben bereichern, nicht nur die Schönheit der Natur. Ein Museumsbesuch, eine Stadtrundfahrt, die Abende in einem Konzertsaal sind ebenso reizvoll, wie der Besuch einer Künstlerwerkstatt. Besonders spannend gestalten sich die Begegnung mit fremden Menschen, ihrer Kultur und den einheimischen Speisen. Sie können so vielschichtig, fremd und kunterbunt sein, wie die Geschichten in meinen Büchern.

Man riecht das Leben, man schmeckt die Region und fühlt die unterschiedlichsten Emotionen. Ein heißer Tee in Sibirien, ein kühler Drink in einer sonnenverwöhnten Küstenlandschaft, oder ein Stück Schokolade in der tristen Frühlingslandschaft am Polarkreis. Ich liebe es, das Leben mit all meinen Sinnen zu genießen, staunend vor den Errungenschaften der Menschheit zu stehen, oder in den lieblichen Farben der Natur zu schwelgen und möchte Sie in den Geschichten der Reihe 'Zwischen...' gern daran teilhaben lassen."

Weblink: autorin-bea-cach.webnode.com


Bücher im eBook-Sonar:




'Erbin der Zeit: Das Blut der vier Königreiche' von Xenia Blake

Kindle Edition | Tolino | Taschenbuch
Xaenym hat sich auf die Suche nach Armenia gemacht, um ihre gestohlene Erinnerung zurück zu bekommen.

Ihre Freunde haben die Titanen aus der Unterwelt befreit und können es nun mit den Göttern aufnehmen. Das dachten sie zumindest. Denn etwas ist schief gelaufen. Die Titanen haben keine Kräfte. Als Ramy eine alte Prophezeiung in einem Buch findet, wird schnell klar, dass sie etwas damit zu tun hat. Da die Bibliothek von Titansvillage jedoch abgebrannt ist, müssen sie einen anderen Weg finden, an Informationen zu kommen. Sie treten eine Reise zum Olymp an, in dessen Bibliothek sie etwas in Erfahrung bringen, dass den Kampf gegen die Götter völlig auf den Kopf stellt. Aber sie wissen nicht als einzige davon.


Zweiter Teil der Fantasy-Trilogie "Erbin der Zeit".

Leseprobe:
Nae
Seit die Götter Titansvillage zerstört hatten, waren zwei Monate vergangen. Einige Hütten waren mit wenigen Rußflecken davongekommen. Xaenyms, Moonrise‘ und Neffires Hütte war sogar noch bewohnbar. Inzwischen war Loryelle dort eingezogen, da Moon bei der Verteidigung des Lagers gestorben war und wir seit Wochen nichts von Xaenym gehört hatten.
Neffire hatte Pavers und Moonrise‘ Tod recht gut verkraftet. Sie arbeitete von morgens bis abends, um sich abzulenken. Und es funktionierte. Jeden Tag saß sie mit den anderen am Mittagstisch, lachte viel und schien einigermaßen glücklich zu sein.
Mehr Sorgen machte ich mir um Xaenym. Wo konnte sie nur sein? Titansvillage brauchte sie. Als Xae fortgegangen war, um die Göttin Armenia zu suchen, hatte sie Chaos hinterlassen. Alle Einwohner des Lagers hatten Aras‘ Befehl, ihr nichts von Armenia zu erzählen, blind befolgt. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass es eine falsche Entscheidung gewesen war, hatten alle begonnen, an Aras zu zweifeln.
Aber die Welt schien stillzustehen. Nichts geschah. Wir hatten nichts mehr wegen Aras unternommen. Wir hatten Heige nicht über ihre Vergangenheit ausgefragt. Wir standen morgens auf, halfen beim Bau der Hütten und legten uns wieder schlafen. Tag für Tag.
Die Titanen verhielten sich frustrierend normal. Ich hatte übernatürliche Gottwesen erwartet. Stattdessen verhielten sie sich, als wären sie menschlich. Zwar waren sie altmodisch, aber eben auch nur das. Bereits seit mehreren Tagen ahnte ich, was los war. Das Skia hatte einen Defekt. Nur die sterbliche Essenz der Titanen war aus der Unterwelt zurückgekehrt. Sie hatten keine Kräfte mehr.
Ich atmete tief durch und genoss die Waldluft. Ich war mitten in der Nacht in den Wald gelaufen und hatte mich auf den moosbewachsenen Boden gesetzt. Tief durchatmend schloss ich die Augen.
So gern hätte ich in einem Sagenbuch nach weiteren Informationen über das Skia gesucht, doch die Bibliothek war abgebrannt. Jahrtausendealtes Wissen hatte sich in Asche und Rauch verwandelt. Meine Hütte war bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Seit Wochen kam ich jeden Tag hierher und starrte stundenlang die Bäume an.
Nach der Mission fiel es uns allen schwer, in den Alltag zurückzufinden. Häufig ertappte ich mich dabei, wie ich die Pfeile in meinem Köcher zählte, obwohl ich jederzeit neue aus dem Waffenlager holen konnte oder morgens aufstand und weiterlaufen wollte, nur um dann festzustellen, dass ich kein Ziel hatte. Es fühlte sich falsch an, still herumzusitzen, während Vice und Zeus noch lebten.
„Wie lange willst du noch die Bäume anstarren?“, fragte eine Stimme. Ein Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus.
„Ich bin eine Dryade. Wir tun so etwas“, protestierte ich.
Ramy trat grinsend zwischen den Bäumen hervor und setzte sich neben mich. Seine schwarzen Haare waren zerzaust und sein weißes T-Shirt zerknittert. Die verschnörkelten Tattoos an seinen Armen schimmerten durch den hellen Stoff hindurch. Ramy schaffte es tatsächlich, gut auszusehen, obwohl er gerade erst aufgestanden war.
„Warum sitzt du mitten in der Nacht hier rum?“, fragte er.
„Warum suchst du mich, während ich mitten in der Nacht hier rumsitze?“, gab ich zurück.
Er zuckte mit den Schultern, nahm meine Hand und zog mich auf die Beine.
„Du hast heute Geburtstag.“
„Nein“, erwiderte ich stirnrunzelnd.
„Ist mir egal. Ich habe ein Geburtstagsgeschenk für dich.“
Er griff in die Innentasche seiner Jacke und zog ein dickes in Leder gebundenes Buch mit goldener Aufschrift hervor.
„Die Chronik des trojanischen Krieges“, las ich erstaunt. „Wo hast du das her?“
„Ich hab es in den Trümmern der Bibliothek gefunden. Ein paar Seiten sind nicht mehr lesbar, doch ich dachte, du könntest vielleicht etwas damit anfangen.“ Er zuckte mit den Achseln. „Aber das war erst ein kleiner Teil des Geschenks. Denkst du, ich schenke dir nur ein verkohltes Buch zum Geburtstag?“ „Wie gesagt, ich habe nicht Geburtstag.“
„Jedenfalls denke ich, es geht uns allen so. Wir können nicht tatenlos herumsitzen. Und genau das ist mein Geschenk.“
Ich sah ihn fragend an.
„Lies das Buch. Ich war so frei und habe mit Textmarker ein paar Stellen markiert. Das muss etwas bedeuten. Wenn ich Recht habe, müssen wir so schnell es geht aufbrechen.“
„Du hast ein jahrhundertealtes Buch mit Textmarker bemalt?“, rief ich empört. „So in etwa. Aber darum geht es nicht. Lies es dir durch. Bitte. Erinnerst du dich, dass es den Göttern nicht nur um das Skia ging? Es gibt da noch etwas anderes. Und ich glaube, dieses Buch hat etwas damit zu tun. Ich werde daraus nicht schlau. Aber du vielleicht. Wenn überhaupt jemand versteht, worum es geht, dann du. Ich weiß, es klingt so, als würde ich nur nach einem Vorwand suchen, eine neue Mission zu starten, und ja, das stimmt. Still rumzusitzen ist nicht meine Art. Aber ich glaube, da ist wirklich was los. Vielleicht hilft dieses Buch ja, die Titanen … titanischer zu machen.“
Ich nickte und wollte mich zurück zu meiner Hütte begeben, als er mich am Arm festhielt und zu sich zog.
„Das kann bis Sonnenaufgang warten.“
„Aber …“ Weiter kam ich nicht, da seine Lippen schon auf meinen lagen.

Die nächsten beiden Tage verbrachte ich damit, das Buch zu lesen und besonders auf die markierten Stellen zu achten. Und Ramy hatte tatsächlich Recht. Ich blieb fast durchgehend wach und dachte an die Geschehnisse in Troja. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, rannte ich, so schnell ich konnte, zu seiner Hütte. Es kümmerte mich nicht, dass es vier Uhr morgens war. Ich musste dringend mit Ramy sprechen. Er war inzwischen bei Roove eingezogen, da seine früheren Mitbewohner tot waren. Kurz bevor ich anklopfte, öffnete sich die Tür langsam. Dahinter kam Roove in vollständiger Kampfmontur zum Vorschein, der mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. An seinen Schultern hing ein schwarzer Rucksack.
„Äh … ich“, stammelte er.
„Du willst Xae suchen gehen“, ergänzte ich.
Er ließ die Schultern sinken und sah zu Boden. „Wenn es so wäre, würdest du mich gehen lassen?“
„Ich kann dich nicht aufhalten, oder?“ Seufzend trat ich zur Seite.
Er lächelte und ging die Treppen hinunter. Kurz bevor er mit der Dunkelheit verschmolz, drehte er sich um und sagte: „Leb wohl. Ich hoffe wirklich, dass wir uns wiedersehen. Aber ohne Xae komme ich nicht zurück. Ich kann einfach nicht. Ich habe es die ganze Zeit versucht, mir eingeredet, dass ich sie nicht brauche. Aber das tue ich.“ Und dann verschwand er.
Langsam drehte ich mich um und presste die Lippen zusammen. Vor einigen Monaten hatten wir uns zu zehnt auf den Weg gemacht. Jetzt waren nur noch Neffire und ich davon übrig.
Meine Brust fühlte sich furchtbar leer an.
Als ich in Ramys Zimmer ankam, saß er bereits kerzengerade auf seinem Bett und starrte mich an.
„Wieso bist du wach?“
„Ich konnte nicht schlafen. In letzter Zeit kann ich gar nicht mehr schlafen. Ich muss ständig an dieses Buch denken.“
„Genau deshalb bin ich hier. Wir müssen zu Aras. Sofort.“
„Aras hat hier nichts mehr zu sagen“, entgegnete er spöttisch.
„Wir gehen zu Aras“, beharrte ich. Es war mir egal, dass er sich im Moment für nichts interessierte. Er war der Lagerleiter. Wenn wir eine Mission antreten wollten, musste er davon wissen.

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22. April 2018

'(K)ein anständiges Mädchen' von Minna Dreißig

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Minna ist mit Leib und Seele Buchhändlerin und ein kreativer Kopf. Nur in Sachen Liebe hat sie kein glückliches Händchen. Als sie den smarten Mark kennen lernt, steht sie in hellen Flammen.

Doch die Beziehung, die sich da anbahnt, hat Haken und Ösen. Das bessert sich erst, als die beiden ihrem Freund Daniel, einem Maler, mit vereinten Kräf­ten aus einer Krise helfen müssen. Oder hat Minna sich etwa zu früh gefreut? Muss sie wieder von vorne anfangen? Kollegin Annika und Freundin Steffi stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite. Und dann gibt es da auch noch Freddi, Minnas Friseur, der nicht nur Talent zum Zuhören hat …

Leseprobe:
Kurz nach zehn kam Daniel. Er strahlte übers ganze Gesicht. »Stell dir vor, er hat zwei Bilder mitgenommen, Minna«, jubelte er. »Und wenn die sich gut verkaufen…« Er brach ab und schaute mich schuldbewusst an. »Wie ist es denn mit Emma gegangen?«
»Bestens, euer Kind ist gut zu haben«, sagte ich. »Jetzt schläft sie.«
»Seit wann?«
»Ungefähr seit einer halben Stunde.«
»Dann lassen wir sie am besten noch ein Weilchen schlafen«, sagte Daniel und zog seinen Anorak aus. »Wenn ich sie jetzt wecke, ist sie nämlich gar nicht gut zu haben.«
»Hast du Hunger?«, fragte ich ihn. Er nickte. An Essen hatte er an diesem Abend überhaupt noch nicht gedacht. Also ging ich in die Küche und holte Brot, Käse und ein Stück Pastete. Im Kühlschrank fand ich auch noch eine Flasche Sekt.
»Jetzt stoßen wir auf deinen Erfolg an«, sagte ich und ließ den Sektkorken möglichst leise knallen. »Erzähl mal.« Der Kunsthändler habe seine Arbeiten sehr gelobt, sagte Daniel. »Was hat er denn mitgenommen?«, wollte ich wissen.
Daniel grinste. »Kein Stillleben, ›Boot am Strand‹ und ›Erntezeit‹. Er hat mir geraten, ich solle mir schnellstmöglich eine Galerie suchen, die meine Bilder ausstellt. Dass das nicht leicht ist, weiß er natürlich. Aber bis dahin könnte ich vielleicht das eine oder andere Bild schon mal in einem Wartezimmer oder einem anderen öffentlichen Raum aufhängen, meinte er.«
»Mensch, Daniel, wir können doch bei uns im Buchladen Bilder von dir ausstellen«, fiel mir da ein. »Soll ich mal mit Annika reden?«
»Ja, das wäre toll«, sagte Daniel. Ich füllte unsere Gläser, und wir stießen ›auf gute Zusammenarbeit‹ an.
»Und was hört man von der Klassenreise?«, wollte ich wissen.
»Scheint gut zu laufen«, antwortete Daniel. »Steffi war zwar etwas hektisch, als sie vorhin anrief, aber sie haben gestern sogar eine Nachtwanderung gemacht. Ich glaube, meine Frau hat mal wieder alles fest im Griff.«
»Auf Steffi.« Wir prosteten uns zu. »Hat Mark sich denn inzwischen bei dir gemeldet?«, erkundigte sich Daniel dann.
Ich schürzte die Lippen. »Könnte man so sagen. Aber mit dem Telefonieren hat dein Freund es anscheinend nicht so.«
Daniel lachte. »Ja, Mark ist immer sehr beschäftigt. Wenn er einem verspricht, sich in der nächsten Woche zu melden, hört man oft wochenlang gar nichts von ihm. Es hat auch keinen Zweck, ihm auf die Pelle zu rücken, dann stellt er sich taub. Aber Bange machen gilt nicht, Minna, Mark und ich sind Kumpel, wir gehen nun mal ruppig miteinander um.«
»Klingt ungeheuer ermutigend, Daniel«, seufzte ich. »Aber du kennst mich ja, so schnell werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Immerhin haben wir schon mal ein Date anvisiert.«
»Auf das Date!« Ich wollte uns Sekt nachschenken, aber die Flasche war leer.
»Ach, du lieber Himmel«, rief Daniel erschrocken. »Wie soll ich denn Emma nach Hause bringen? Ich kann doch jetzt nicht mehr Autofahren. Und den Buggy habe ich auch nicht dabei. Ich bin doch wirklich zu blöd!«
»Daran hab` ich auch nicht gedacht«, gestand ich kleinlaut. »Aber noch schläft Emma ja. Warum haust du dich nicht einfach auf mein Sofa? Wenn Emma wach werden sollte, bist du ja vielleicht wieder fahrtüchtig.«
»Ja, das ist `ne gute Idee.« Daniel nickte erleichtert. Ich holte ihm Kopfkissen und Decke. »Wenn du noch was brauchst, sag Bescheid.«
»Minna, du bist ein Schatz«, sagte er und trat auf mich zu. Seine Augen glänzten. Ich bot ihm gewohnheitsmäßig die Wange zum Kuss, doch er hob mein Kinn mit zwei Fingern, und seine Lippen waren den meinen auf einmal gefährlich nahe!
Alarmiert trat ich einen Schritt zurück. »Nein, Daniel, das ist keine gute Idee«, sagte ich und floh in mein Schlafzimmer.
Gegen vier Uhr wurde ich wach, weil ich nebenan Stimmen hörte. Ich schlüpfte in Bademantel und Pantoffeln und lief ins Wohnzimmer, wo Daniel mit Emma auf dem Arm auf und abging und dabei leise vor sich hin summte.
»Mama«, weinte Emma. »Mama.«
»Mama kommt morgen«, sagte Daniel tröstend. »Wir beide fahren jetzt nach Hause und schlafen noch ein bisschen, Emma, und wenn du morgen aufwachst, kommt Mama.«
Ich holte Emmas Nuckelflasche, und während sie trank, beruhigte sie sich allmählich. »Ich glaube, jetzt können wir uns auf den Weg machen«, sagte Daniel. »Vielen Dank noch mal für alles, Minna.« Er grinste ein bisschen verlegen und machte sich dann schnell aus dem Staub.
Wieder allein, holte ich mir ein Glas Milch und setzte mich mit dem Wilhelm Busch Album aufs Sofa. Ich hatte das Buch lange nicht mehr in der Hand gehabt und sah es nun in neuem Licht. Der doppelbödige Humor stimmte mich zugleich heiter und nachdenklich. Jetzt wusste ich, warum Freddi Wilhelm Busch zu seinem Lieblings­dichter erkoren hatte.
Ich las noch einmal die ›Fromme Helene‹, und als ich beim Epilog ankam, sprang mir der Satz ins Auge: ›Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man lässt.‹
Ich klappte das Buch zu. Auf dem Cover war Wilhelm Busch abgebildet, ein stattliches Mannsbild! Ich schaute noch ein zweites Mal hin. Hatte mir der Dichter nicht gerade zugezwinkert?

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21. April 2018

H.C. Scherf

H.C. Scherf wurde 1948 in Essen geboren und erlernte das Schriftsetzer-Handwerk. Erst mit Ende der beruflichen Laufbahn stand die nötige Zeit zur Verfügung, sich dem Schreiben von Romanen hinzugeben.

Für den Autor sind Bücher das Niederschreiben von Träumen und Gedanken. Erst wenn sich der Leser mit den Protagonisten verbunden fühlt, mit ihnen leidet, mit ihnen Freude und Empathie empfindet, hat das Buch seinen Zweck erfüllt. Das Umblättern der letzten Seite muss Bedauern auslösen.

Weblink: Autorenseite auf Facebook



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20. April 2018

'Wünsch dir Was: Der erste Wächter' von Kirsten Storm

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
In Romys Leben läuft gerade alles nach Wunsch. Bis zu dem Tag, an dem sie entführt wird. Plötzlich sieht sie sich mit einer Welt konfrontiert, in der Magie nicht nur in Büchern existiert und Wünsche durch bloße Willenskraft in Erfüllung gehen.

Romy setzt alles daran, wieder nach Hause zu gelangen. Doch leichter gesagt als getan, denn ihre Entführer haben sie nicht willkürlich ausgewählt. Und es gibt da jemanden, der ihre Gefühle ordentlich durcheinanderbringt.

Leseprobe:
Prolog
Ich bin die Quelle, der Ursprung, die Saat, die das Chaos entfesselt hat. Dieses grauenerregende, gnadenlose und zugleich berauschende, unbändige Chaos. Ich weiß nicht, ob es gut oder böse, richtig oder falsch ist. Mit Gewissheit kann ich nur sagen, dass ich die Schuld daran trage.
Hätte mich damals, an jenem Tag, als meine Welt aus den Fugen brach, jemand zu warnen versucht, ich hätte ihm nicht geglaubt. Und selbst wenn ich die Wahrheit in seinen Worten erkannt hätte, nichts hätte sich verändert. Keine Warnung der Welt hätte etwas am Verlauf meiner Geschichte ändern können.
Versteck dich!
Sprich mit niemandem ein Wort!
Und am wichtigsten: Verliebe dich unter keinen Umständen!
Ja, diese letzte Mahnung wäre sinnvoll gewesen. Ein guter Rat, der viel Unheil hätte abwenden können. Nur wäre ich nicht in der Lage gewesen, ihn zu befolgen. Wie soll ich einem Funken vorschreiben, zu erlöschen, wenn er erst entfacht ist? Er gehorcht anderen Gesetzen als meinem Willen. Und ist die Liebe letztendlich nicht das einzig Wahrhaftige, das überdauert, wenn alles andere von der Zeit aufgezehrt wurde?
Ich denke oft an den Tag, an dem mein Leben mir unwiederbringlich aus den Händen gerissen wurde. Manchmal sehne ich mich nach diesen Augenblicken, nach der naiven Unbekümmertheit, die mir zu eigen war.
Doch ich hüte mich davor, mir verlorene Träume zurück zu wünschen, denn Wünsche sind gefährlich.

Kapitel 1
Gustavo, dieses Schwein!
Der Gedanke an ihn ließ ihr Herz bluten. An einem Stück Sushi zu ersticken, hatte er wirklich nicht verdient. Lukretia schmiss den von Tränen durchtränkten, rosa Plüschteddy in das finstere Loch, dem herabsinkenden Sarg hinterher. Dann fasste sie Bertrams Hand. Mit ihm an ihrer Seite würde alles anders werden. Gemeinsam wandten sie dem Friedhof den Rücken zu. Ihre Zukunft begann jetzt. Ende.


Meine altersschwache Tastatur klappert lautstark, als die letzten Zeilen auf dem Bildschirm erscheinen und ich grinse breit. Fehlt nur noch der Ausblick.

Mit Leon, Richard und Gustavo hatte Lukretia kein Glück. Wird Bertram der Richtige sein? Den beiden steht eine turbulente Zukunft bevor. Doch wird Lukretia dem attraktiven Postboten Karlheinz wiederstehen können?
Fortsetzung folgt.


Zufrieden klicke ich auf Speichern und nehme die Hände von der Tastatur. Es ist geschafft. Ich kann es kaum glauben. Mit einem Freudenquietscher springe ich auf und tanze eine Runde durchs Zimmer, wobei tanzen eine sehr wohlwollende Beschreibung ist. Meine Freundin Ella hätte die Mischung aus Po-Wackeln und Arme in die Luft werfen, auf ihre liebenswürdige Art, bestenfalls als unvorteilhaften Verrenkungs-Stil bezeichnet. Aber mag es auch noch so lächerlich aussehen, ich freue mich viel zu sehr, um stillzuhalten. Er ist fertig: Band Zehn meiner Lukretia-Reihe. Dieses `emotional tiefschürfende´ Werk erscheint monatlich und wird von hunderten, mit Taschentüchern bewaffneten, Lesern verfolgt.
Zumindest wenn ich meinen Leserbriefen Glauben schenken darf.
Es ist zwar bereits Band zehn, doch damit geht ein Traum von mir in Erfüllung, denn der Verlag hat zugesagt, eine Hardcover-Ausgabe der ersten zehn Bände herauszugeben. Ich kreische auf, damit ich nicht vor Freude platze und versuche meine zappelnden Glieder wieder unter Kontrolle zu bringen.
Das Telefon, ich muss zum Telefon.
Ich bin so aufgedreht, ich muss die Neuigkeit mit jemandem teilen, also tippe ich Ellas Nummer und lausche grinsend dem Freizeichen.
»Hallo?«
»Ich bin fertig!«, jubiliere ich in den Hörer und werde prompt von einer Glückwunsch-Salve unterbrochen. Ich hüpfe mit dem Hörer in der Hand auf und ab.
Zum Glück kann mich hier keiner sehen.
»Ist das nicht unglaublich? Ich bin total aufgedreht!«
Ella lacht: »Das höre ich, Süße. Ich wette, ich würde seekrank werden, wenn ich mir dein Gehopse ansehen müsste, aber ich bin echt stolz auf dich!«
Ella kennt mich genau. Sie muss mich nicht sehen, um zu wissen, wie meschugge ich mich im Moment aufführe. Oft genug hat sie mich schon damit aufgezogen.
»Das müssen wir feiern. Wo sollen wir hingehen? Ich gehe allerdings nur mit dir aus, wenn du versprichst, mit dem Hüpfen aufzuhören. Du solltest dir das echt abgewöhnen. Ich stelle mir dich gerade beim Interview zu deiner Buchveröffentlichung vor, wie du ständig auf- und abspringst, bis dem Reporter schlecht wird. Du würdest als der lebende Gummiball bekannt werden.«
»Du bist charmant wie immer«, merke ich an und stelle mein Gewackel ein wenig ein.

Im Kindle-Shop: Wünsch dir Was: Der erste Wächter (Chronik der Wünsche 1).
Mehr über und von Kirsten Storm auf ihrer Website.



'Wild Guys. The Boss' von L. C. Silver

Kindle (unlimited)
Verspiele nie dein Herz in Sin City - das Casino gewinnt immer

Die junge FBI-Agentin Savannah wird in Las Vegas eingeschleust, um die Wild Guys zu entlarven. Doch sie folgt einem eigenen Plan, von dem niemand wissen darf. Als sie dem Boss begegnet, ändern sich die Regeln des Spiels. Bereits bei ihrer ersten Begegnung kann sie seiner Anziehungskraft nicht widerstehen. Aber darf sie sich auf die Liebe einlassen, wenn sie weiß, dass sie ihn verraten wird?

Zachary ist der geheimnisumwitterte Boss eines Casinos, der sein Leben genießt. Der sexy Womanizer steht auf Abenteuer mit den Wild Guys, unverbindlichem Sex mit heißen Frauen und einen Job, der ihn fordert. Als Savannah als Dealer in seinem Casino anfängt, ändert das sein Leben von einem Tag auf den anderen. Warum geht sie ihm dermaßen unter die Haut, obwohl er der Liebe abgeschworen hat?

Ein mitreißender Liebesroman, der in Las Vegas spielt und explizit beschriebene Liebesszenen enthält.

Leseprobe:
Savannah
Die Interstate 15 zieht sich lang und gerade vor mir dahin. Nur noch wenige Meilen und ich werde Las Vegas erreichen. Sin City, die Stadt der Sünden – für Millionen Menschen ist die Stadt jedes Jahr der Ort, an dem sie ihre Träume verwirklichen wollen. Mir beschert Vegas nach all der Zeit immer noch Albträume.
Gestern Abend bin ich in Los Angeles angekommen, habe mir dort die Schrottkarre gekauft, die zu meiner neuen Identität passt.
Summer Wolfe, Highschool abgebrochen, Gelegenheitsjobs, immer kurz vor der Pleite, immer auf der Suche nach der großen Chance, die sie aus ihrem Elend herausholt. Falls irgendjemand nach mir suchen sollte, bin ich im System erfasst.
Ein paar kleinere Konflikte mit dem Gesetz: Ladendiebstahl, Gelegenheitsprostitution, Drogen. Nichts wirklich Gefährliches, das die Wild Guys davon abhalten könnte, sich mit mir abzugeben, aber genug, um deutlich zu machen, dass ich eher der dunklen Seite zugeneigt bin.
Für den Mugshot, das Polizeifoto, haben sie mich bleich geschminkt, die Haare waren strähnig und ich habe mich beinahe selbst nicht erkannt. Aber so wirkt es echt. Niemand sieht auf einem Mugshot gut aus. Okay, fast niemand. Jeremy Meeks hat uns allen das Gegenteil bewiesen. Heute ist er Model, glaube ich. Alles nur, weil Polizeifotos öffentlich zugänglich sind.
Je näher ich Vegas komme, desto heißer wird es. Meine Tarnidentität hat kein Geld und mein Auto keine Klimaanlage. Also fahre ich rechts ran und kurbele alle Fenster herunter. Der Fahrtwind bringt ein bisschen Erleichterung. Dann stelle ich das Radio an und suche einen Sender, der Musik spielt, die Summer hören würde. Erst bleibe ich bei Country hängen, aber nein, dafür ist Summer zu jung und cool. Also suche ich nach einer Station, die Pop spielt.
Endlich werde ich fündig und drehe voll auf, als Taylor Swift »Shake it off« singt. Aus vollem Hals gröle ich mit und schüttele mit jeder Meile, die ich zurücklege, mehr von Savannah Frost ab. Selbst mein Akzent klingt jetzt mehr nach Kalifornien als nach Ostküste.
Ein Straßenschild informiert mich, dass ich die Grenze von Nevada erreicht habe. Ein letztes Mal atme ich tief durch. Ja, ich will das durchziehen, auch wenn ich mir manchmal wünsche, alles vergessen und hinter mir lassen zu können.
Um mich abzulenken, singe ich wieder die Songs mit, die mein Radio spielt und bin überrascht, von wie vielen ich den Text kenne. Summer und Savannah haben wohl mehr gemeinsam, als ich dachte.
Ein weiteres Schild weist mich darauf hin, dass gleich die Seven Magic Mountains auftauchen. Riesige bunte Steintürme, eine Kunstinstallation mitten in der Wüste. Savannah würde anhalten, um sie sich anzusehen. Und Summer?
Ich beschließe, dass Summer noch ein paar Fotos auf ihrem Handy brauchen kann und fahre rechts ran. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die sich für die Skulptur interessiert. Sie ist auch wirklich beeindruckend, etwa 30 Fuß hohe Steinblöcke in schreiend bunten Farben, mitten im Nirgendwo. Nur Wüste, niedrige Büsche und im Hintergrund die Berge.
»Wow«, quietscht Summer und schießt ein Selfie nach dem nächsten. Dann scrollt sie durch ihre Fotos. Alles Bilder von jungen, hübschen Frauen, die Party machen und ihr Leben genießen. Die meisten der Fotos sind in den vergangenen fünf Tagen in Quantico entstanden und von den IT-Jungs mit unterschiedlichen Daten versehen worden. Beeindruckend, was alles zu einer neuen Identität dazugehört.
Mit der Hand wische ich mir Schweiß von der Stirn. Vielleicht wäre es klüger gewesen, nicht ausgerechnet im Juni nach Las Vegas zu fahren. Die trockene Wüstenhitze ist nichts für mich, ich bin ein Mensch für mittleres Wetter. Hoffentlich habe ich die Mission abgeschlossen, bevor die Temperaturen hier explodieren.
Verdammt! Ich hätte in eine Klimaanlage investieren sollen. Zum Glück sind es nicht einmal mehr zehn Meilen bis Las Vegas, ein paar mehr bis nach North Las Vegas, wo ich ein extrem billiges Apartment in einem extrem gesichtslosen Haus gemietet habe.
Mein Herzschlag wird schneller, als ich die unverkennbare Silhouette von Sin City erkenne. Ich verlasse den breiten Las Vegas Freeway und biege ab auf den Las Vegas Boulevard, weil ich mich von meiner Kollegin Lizzie dazu habe breitschlagen lassen.
Welcome to Fabulous Las Vegas – ich steuere auf den Parkplatz vor dem Schild, das sicher zu den meistfotografierten der Welt gehört. Dort stehen bereits zwei Busse und einige Autos, aus denen Menschen strömen, die das Schild fotografieren. Geduldig warte ich, bis ich an der Reihe bin. Fünf Bilder, vier Selfies, langsam füllt sich Summers Fotoalbum.
Obwohl es mir die Kehle zusammenschnürt, in dieser Stadt zu sein, kann ich mich ihrer Faszination nicht entziehen, dem Neonlicht, dem Glitzer, den unglaublichen Hotels. Alles hier ist künstlich, extrem, überdimensional – und hat trotzdem irgendwie Charme. Wie werde ich wohl in ein paar Wochen über die Stadt denken?
Immer wieder fahre ich rechts ran, um Bilder zu machen. Von den Palmen, die hier mitten auf dem Boulevard wachsen, von der unglaublich riesigen schwarzen Pyramide des Luxors, die für mich aussieht, als wären Außerirdische hier gelandet. Ein im Vergleich zur Pyramide nahezu winziger Obelisk steht direkt an der Straße, den Namenszug Luxor auf seiner Seite. Dahinter hockt die gewaltige Sphinx. Ich weiß nicht, ob ich staunen oder lachen soll angesichts dieses unglaublichen Bauwerks.
Doch es kommt noch besser: Bald folgen das Excalibur, Las Vegas‘ Vorstellung davon, wie das Rittertum ausgesehen hat, und New York, New York. Nachdem ich Dutzende von Fotos geschossen habe, beschließe ich, dass es damit für heute genug ist. Ich werde bestimmt noch Zeit finden, die Sehenswürdigkeiten zu knipsen, nur um die Kollegen damit zu ärgern.
Als ich an der billigen Wohnung angekommen bin, bin ich durchgeschwitzt. Ich wusste, dass Vegas im Juni heiß ist, aber das hier ist lächerlich. Als ich meine Kartons aus dem Kofferraum hebe, kommt ein Windhauch auf, der mir heiß ins Gesicht schlägt und die Haare durcheinanderwirbelt. Ich brauche unbedingt eine Klimaanlage, oder muss mich an diese unglaublichen Temperaturen gewöhnen. Noch weniger kann ich kaum anziehen.
Für jemanden wie mich, der an der Ostküste geboren und aufgewachsen ist, ist diese Stadt wie ein permanenter Fön ins Gesicht. Ich komme aus dem Teil des Landes, wo die Temperaturen sich im normalen Bereich bewegen. Hier ist alles überdimensional: die Hotels, die Casinos, das Klima. Selbst die Straßen sind gewaltig, gesäumt von Palmen, meterhohen Bäumen, die exotisch und wild wirken. Werde ich dem allen hier wirklich gewachsen sein?
Nur einen Moment lasse ich die Schwäche zu, dann erinnere ich mich wieder daran, warum ich unbedingt diesen Job wollte, warum mein ganzes Leben seit damals auf diesen Punkt zugelaufen ist. Ich werde hier klarkommen, ich werde meinen Plan in die Tat umsetzen und danach endlich frei sein.

Im Kindle-Shop: Wild Guys. The Boss.
Mehr über und von L. C. Silver auf ihrer Facebook-Seite.



19. April 2018

'15 Tage' von Rosemarie Benke-Bursian

Kindle Edition | Amazon | Thalia
Dieser Krimi entstand unter Mitwirkung der Coautoren Jonas Höbenreich und Veronika Otto.

Der fast sechzehnjährige Leo Förster aus Tutzing ist verschwunden. Aus heiterem Himmel. Einfach weg.

Was ist geschehen? Ist er weggelaufen? Ist ihm etwas zugestoßen? Sagt sein Freund David die Wahrheit oder verschweigt er etwas? Und wer ist diese geheimnisvolle Person, mit der Leo sich angeblich vor seinem Verschwinden getroffen hat? Gibt es sie überhaupt?

Immer wieder stecken die Polizistin Abby und der Hauptkommissar Georg hoffnungslos fest. Je mehr sie über Leo erfahren, umso rätselhafter erscheint sein Verschwinden. Da meldet sich ein weiterer Zeuge …

Zwei Wochen spannungsgeladener Suche halten die Ermittler in Atem, bis schließlich an Tag 15 auch das letzte aller Rätsel gelöst ist.

Leseprobe:
Frau Förster stürmte so aufgewühlt in das Starnberger Polizeirevier, dass sie das Schiebefenster im Vorraum vollkommen übersah. Erst die Tür zum eigentlichen Eingangsbereich stoppte ihren Lauf. Die zwei Beamten hinter dem Tresen blickten sie fragend an. Der jüngere der beiden kam zum Schalter und schob das kleine Fenster auf. »Wie können wir Ihnen helfen?«
»Mein Sohn ist weg! Sie müssen ihn bitte sofort suchen!«
Der Beamte betätigte den Türöffner und ließ Frau Förster in das Vorzimmer eintreten. »Was meinen Sie denn mit weg?«, fragte er.
»Weg halt. Verschwunden! Nicht im Bett.«
»Beruhigen Sie sich erst mal, gute Frau. Und dann erzählen Sie der Reihe nach, was passiert ist«, mischte sich nun der ältere Polizist ein.
»Leo wollte sich gestern Abend mit seinem Freund David treffen und ist nicht mehr nach Hause gekommen. Sein Bett war unberührt.«
»Wie alt ist denn Leo?« Der jüngere Beamte hatte einen Telefonhörer in die Hand genommen.
»Fünfzehn. Wie David.« Sie machte eine kurze Pause. »Nächsten Monat wird er sechzehn.«
Der Polizist legte den Hörer aus der Hand. »Fünfzehn? Kann es nicht sein, dass er einfach bei David übernachtet hat?«
»Da habe ich natürlich zuerst angerufen. Da ist er nicht. David hat keine Ahnung. Leo ist gar nicht zum Treffen gekommen.«
Der Beamte schien einen kurzen Moment zu überlegen: »Haben Sie schon im Krankenhaus angerufen? Vielleicht hatte er einen Unfall?«
»Ja, beim Tutzinger Krankenhaus. Aber da ist er nicht.«
»Dann starte ich mal kurz einen Rundruf in die umliegenden Kliniken, um sicherzustellen, dass er nicht dort irgendwo eingeliefert wurde. Wie ist ihr Familienname?«
»Förster. Aber ich kann mir nicht denken, dass Leo aus Tutzing raus ist. Nicht freiwillig.«
»Verstehe«, sagte der Beamte und hackte heftig auf die Computertastatur ein, »trotzdem kann er in einem anderen Krankenhaus liegen. Hier im Landkreis sind die Betten ja schnell gefüllt, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes passiert. Dann bringt ein Rettungswagen ihren Jungen notfalls sogar nach Murnau oder München.« Der Beamte schaute Frau Förster freundlich an. »Die Jungs fahren so lang, bis sie eine Klinik gefunden haben.«
»Natürlich.« Leos Mutter schaute mit flackerndem Blick zum Computer, dessen Bildschirm für sie nicht einsehbar war. Unschlüssig senkte sie den Kopf. »Und wie lange dauert das? Bis Sie Bescheid wissen, meine ich?«, fragte sie schließlich.
»Da können wir jetzt drauf warten. Bei einer polizeilichen Anfrage reagieren die sofort.«
Frau Förster fixierte ihre Fingernägel, an denen sie herumzupfte.
Der Polizist schaute auf den Bildschirm. Offensichtlich trafen schon die ersten Antworten ein. »Nein, in einem der abgefragten Krankenhäuser liegt er nicht«, sagte er schließlich und griff abermals zum Hörer: »Ich rufe Ihnen jetzt mal meine Kollegin Smith. Bei der können Sie eine Vermisstenanzeige aufgeben.«
Die herbeigerufene Kollegin stellte sich als Abbygail Smith vor und reichte Leos Mutter die Hand.
»Förster«, sagte diese und folgte der Polizistin in einen kleinen kahlen Raum mit einem Tisch und zwei Stühlen.
»Setzten’S sich«, sagte Frau Smith und legte eine schwarze Mappe und einen Laptop auf den Tisch. »Möchten’S ein Glasl Wasser oder einen Kaffee?«
Frau Förster schüttelte den Kopf. »Nein, nein. Suchen Sie lieber meinen Sohn.«
»Jetzt nehm ich erst mal eine Vermisstenanzeige auf und dafür bräucht ich von Ihnen ein paar Angaben.«
Während die Polizistin alle Daten zu Leo und seinem Verschwinden aufnahm und fragte, ob er noch bei anderen Freunden sein könnte, ob es Ärger in der Schule oder zu Hause gab, oder ob er schon öfter über Nacht fortgeblieben war, wurde Leos Mutter zusehends ungeduldiger. »Nein, nein. Er ist noch nie einfach fortgeblieben. Ihm ist bestimmt was passiert!« »Wann ham’S ihn denn zuletzt gsehn oder gsprochn?«
»Warten Sie mal. Das war …« Frau Förster legte eine Hand aufden Mund. »Das war so gegen vier Uhr, glaube ich. Oder war es doch schon fünf? Ich hatte noch ein bisschen Kuchen übrig, aber den wollte er nicht. Wollte sich mit seinem Freund David treffen.« Frau Förster schlug sich erneut die Hand vor den Mund. »Ist fort, ohne noch mal was zu essen. Bitte fangen Sie doch mit der Suche an!«, flehte sie und ihre Augen wurden wässrig.
»Bleibn’S ruhig. Fast alle verschwundenen Kinder und Jugendlichen tauchen innerhalb von vierazwanzg Stunden wieder auf.«
»Aber … aber so lange können Sie doch nicht warten!« Frau Förster schnappte nach Luft, erhob sich ein Stück vom Stuhl, um sich zu Frau Smith hinüberzubeugen, ihre Stimme überschlug sich.
»Natürlich warten wir net so lang, auch wenn viele Leut glauben, die Polizei würd erst nach vierazwanzg Stunden anfangen zum suchen. Des ist natürlich ein Schmarrn. Unsre Suche richtet sich nach der möglichen Gfahr und den Hinweisen. Bei kleinen Kindern suchen wir immer. Sofort«, sagte Frau Smith, mit Betonung der beiden Wörter immer und sofort. »Bei Erwachsenen suchen wir dagegen oft gar net. Die haben nämlich die Freiheit, einfach zu verschwinden.«
»Leo ist aber nicht erwachsen!« Frau Förster hatte sich wieder gesetzt, kramte in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch und tupfte sich die Augenwinkel.
»Na, aber der ist fast sechzehn. Bei Jugendlichen müssen wir abwägen. Die überschreiten gern Grenzen. Ist ja auch net verkehrt, die müssen sich ausprobiern.«
»Leo würde niemals freiwillig von zu Hause wegbleiben! Niemals!« Frau Förster legte beide Hände vor sich auf den Tisch und lehnte sich erneut weit zu der Polizistin hinüber.
»Ihr Junge wird bstimmt bald wieder zurückkommen«, versuchte diese zu beschwichtigen. »Natürlich darf der sich net einfach aufhalten, wo er möcht. Ich nehm Ihre Sorge schon ernst. Er hat doch sicher ein Handy dab…«
»Da geht immer nur die Mailbox ran. Und das ist auch ganz ungewöhnlich.«
»Na ja, möglicherweise ist ja nur der Akku leer, das hat ja nix zum sagen. Wir werden jetzt auf jeden Fall eine Handyortung und eine Fahndung veranlassen. Dafür bräucht ich aber auch noch ein Foto. Ham’S zufällig eins dabei? Möglichst aktuell?«
Frau Förster stutzte. Dann griff sie in ihre noch geöffnete Handtasche. »Ich habe ein paar Bilder von unserem letzten Ausflug aufs Hörnle in meiner Tasche. Das war zwar im Herbst, Leo hat sich aber seitdem kaum verändert.«
»Zeign’S mal. Wir bräuchten natürlich eins, worauf man den Leo gut erkennt.«
Frau Förster reichte Abbygail Smith die Fotos über den Tisch.
»Ach, des ist gut. Können wir des nutzen?«
»Ja, ja! Nehmen Sie nur. Alles, was Sie brauchen. Hauptsache Sie finden Leo.«
»Ich werd mich jetzt mit meinen Kollegen besprechen.« Frau Smith legte das Foto in die schwarze Mappe und verließ den Raum. »Warten’S einen Moment, ich hol schnell das Protokoll aus dem Drucker.«
Während Frau Förster wartete, nahm sie die restlichen Fotos in die Hand. Von einem strahlte ihr Leo fröhlich entgegen. Rasch verstaute sie das Bild, Leos Lachen war mehr als sie in dieser Situation ertragen konnte. Beinahe dankbar registrierte sie, dass die Polizistin zurückkam.
»Gehen’S am besten erst mal nach Haus«, sagte diese aufmunternd lächelnd, als Frau Förster zu ihr aufsah. »Vielleicht ist der Leo ja schon wieder daheim.«

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