30. Juni 2018

'Catch the Millionaire - Kyle MacLeary' von Lisa Torberg

Hören: Amazon | claudio.de | audiamo

Lesen: Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Jetzt auch als Hörbuch erhältlich.

„Catch the Millionaire“ des Londoner Chronicle stellt die Medienwelt auf den Kopf – und nicht nur die! Die heiratswillligen Bewerberinnen stürzen sich auf den Highland-Millionär Kyle MacLeary wie die Maden auf den Speck. Von der Londoner City in die Schottischen Highlands und wieder zurück: Eine rasante Achterbahnfahrt in die Liebe, bei der ein fehlerhaftes Computerprogramm, Schafe und ein Schloss in den Schottischen Highlands eine Rolle spielen.

Ausgerechnet Gillian, 24, etwas zu klein, etwas zu rund, wird mit der Leitung des Projekts "Catch the Millionaire" betraut. Freudig stürzt sie sich in die Aufgabe, doch schon ihr erster „Fall“ bringt sie mit seinem Wunsch nach einem „intelligenten Topmodel“ und seiner unausstehlichen Art zur Weißglut. Und auch sonst läuft nichts wie es soll. Ihr Nachbar ist der heiße Bad Boy Jayson, der ihre Sinne verwirrt. Als Gillian dann auch noch ein neuer Chef vor die Nase gesetzt wird, kann sie ihren Augen nicht trauen …

Leseprobe:
Mein Blick gleitet nach oben. Piccadilly Circus ist zwar nicht Times Square, aber die riesigen Werbetafeln sind hier ebenso unübersehbar wie in New York. Ein Mann rammt mir seinen Ellenbogen in die Seite, ein anderer drängt sich mit lautstarkem Gemurmel an mir vorbei. Montag ist tendenziell für die meisten Menschen ein schwarzer Tag, wie man an den mürrisch und unausgeschlafen wirkenden Gesichtern erkennen kann. In den Stationen der Underground sieht keiner den anderen an, alle drängen wie Roboter in die Züge und wieder hinaus. Und je näher der Arbeitsbeginn rückt, umso unsympathischer werden sie. Von der sprichwörtlichen Coolness und Gelassenheit der Londoner ist so gut wie nichts zu spüren. Ich ramme meine Heels in den Boden, um nicht wie ein Punchingball hin und her geschubst zu werden, während ich auf den übergroßen Highlander starre, der mich von der gegenüberliegenden Fassade überheblich angrinst. Catch the Millionaire blinkt es über seinem Kopf mit den vom Wind zerzausten rotblonden Haaren, die bis auf Kinnlänge sein markantes Gesicht umrahmen. Highland-Millionär sucht intelligentes Topmodel. Heirat nicht ausgeschlossen, steht quer über seinem Kilt geschrieben. Und zwar genau dort, wo ein Mann sein bestes Stück hat. Und seines entspricht dem Ausdruck in jeder Hinsicht.
Ich kann die Röte spüren, die mir bei diesem Gedanken in die Wangen schießt. Natürlich habe ich es nicht gesehen, aber als Kyle MacLeary in seinen engen Jeans auf einem der Stühle Platz genommen hatte, die in unserem VIP-Meetingroom stehen, hatte ich einen perfekten Blick auf das, was der schwarze Denim bedeckte. Und das nur, weil der Innenarchitekt, der die Büros des London Chronicle eingerichtet hat, auf Glasplatten steht. Kein Tisch im gesamten Gebäude schirmt das, was darunter ist, vor indiskreten Blicken ab. So konnte ich bei den hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen, wenn die Füße gegen Ende eines langen Arbeitstages anschwollen, niemals die Schuhe abstreifen, um ihnen ein wenig frische Luft­ – und Schmerzlinderung – zukommen zu lassen. Und ich musste in den Endlosmeetings stets darauf achten, meine Knie ladylike zusammenzupressen, so wie die Männer ihre Hände bestenfalls auf ihren Oberschenkeln ablegen, und sie nicht – in vertrauter Geste – auf ihr bestes Stück zu legen. Womit ich wieder bei Kyle MacLeary angelangt war, der von der Hauswand süffisant auf mich herunter grinst.
Und nein. Er hatte sich nicht ein einziges Mal während des Treffens, bei denen ich für meine Chefin Mallory Evans das Profil des heiratswilligen Millionärs erstellte, ebendort berührt. Dafür hatte er mich ständig auf eine unergründliche Art angelächelt, Bemerkungen über graue Katzen und blinde Fledermäuse eingeworfen und mit einem »Tz, tz, tz« den Kopf geschüttelt, als ich nach einem Cookie gegriffen hatte, da der Lunch ausgefallen war. Seine verwaschenen blauen Augen, die weder die Farbe des Himmels noch die des Meeres hatten, waren durch die verdammte Glasplatte des Tisches hindurch auf der sanften Wölbung unter meinem Rockbund gelandet. Keine Rede, dass ich den Keks wie ein brennendes Holzscheit zurück auf den Teller hatte fallen lassen.
Mit einem Seufzer ziehe ich das Handy aus meiner Clutch, hebe es hoch, aktiviere die Kamerafunktion und mache das, wozu ich hierhergekommen bin: Ich fotografiere das Werbeplakat, auf dem in riesengroßen Lettern, zwischen den behaarten Schienbeinen des Schotten aus den Highlands, der mit nur neunundzwanzig Jahren mit Schafwolle und Whisky bereits ein riesiges Vermögen angehäuft hat, der Hashtag #CatchMillionaire und der Weblink des Projekts zu lesen sind.
»Meinst du wirklich, dass ein solcher Mann eine wie dich auch nur ansieht?« Ich höre die hohe, näselnde Stimme, noch bevor sich eine Tussi mit blauschwarzem Kurzhaarschnitt und blutrot bemalten, aufgeblasenen Lippen vor die Kameralinse schiebt. Ich senke das Handy und sehe sie entgeistert an. Mir fehlen die Worte! Mein Mund klappt auf und zu, doch nichts entweicht. Auch keine Luft, wie ich bemerkte, als sie mir zum Atmen fehlt und ich danach schnappe. Die Tussi zielt mittlerweile mit ihrem eigenen Handy auf das überlebensgroße Abbild, schießt ein Foto und stolziert auf ihren ellenlangen Storchenbeinen, die in hautengen schwarzen Leggings in Kindergröße stecken, davon. »Der gehört mir!«, ruft sie mir über die Schulter zu und deutet mit ausgestrecktem Arm auf Kyle. Ihre spitz zugefeilten rot lackierten Fingernägel wirken dabei wie die Krallen eines gefährlichen Raubtiers und die weiten Ärmel ihres durchscheinenden Kurzarmshirts wehen wie Fledermausflügel an ihrem schmalen Oberkörper.
Niemals! MacLeary ist zwar ein überheblicher Kerl, der mit seiner süffisanten Art und seinem Aussehen die Derbheit seiner Heimat widerspiegelt, aber so eine künstlich aufgemotzte Barbie an seiner Seite ist undenkbar. Obwohl ... Ein leises Lächeln umspielt meine Mundwinkel. Sollte sie sich melden – und ich gehe davon aus, dass sie es tun wird –, werde ich sie in den Kreis der drei Erlesenen hineinschmuggeln, die alle gemeinsam einen Tag mit ihm verbringen werden. Und dann werde ich mich im Hintergrund amüsieren, wenn sie und die anderen um die Gunst von Kyle buhlen und ihm dabei gehörig einheizen werden. Besser noch: Sie sollen ihn zur Weißglut bringen!
Aber zuvor muss ich den ersten Tag mit meinem neuen Chef überstehen, dem ich seit unserem zufälligen – erregenden, heißen, verwirrenden ... – Zusammentreffen erfolgreich ausgewichen war. Auch heute, als ich mit einem Aufatmen feststellte, dass seine Wohnungstür bereits ins Schloss fiel, als ich noch an meinem Kaffee nippte.

Mehr über und von Lisa Torberg auf ihrer Website.



29. Juni 2018

'Der letzte Liebesbrief' von J. Vellguth

Kindle (unlimited)
Warum hat sie ihn versteckt?

Nell wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Tante endlich wieder glücklich zu sehen. Als sie bei ihrem Umzug einen versteckten Liebesbrief findet, der an Bernadette gerichtet ist, wittert sie ihre Chance. Voller Elan begibt sie sich auf eine verschlungene und geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit.

Dabei trifft sie auf einen attraktiven Fotografen, der einfach viel zu gut ist, um wahr zu sein.

Sam ist Mode-Fotograf, erfolgreich, berühmt und … er hat seine Muse verloren. Erst ein berührender Liebesbrief in den Ruinen eines alten Gebäudes und das Funkeln in den Augen einer ganz besonderen jungen Frau lassen ihn hoffen, dass seine Inspiration noch nicht ganz erloschen ist.

Doch je länger er Nell folgt, desto deutlicher wird, dass noch wesentlich mehr hinter ihrer Geschichte steckt, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Sind die beiden stark genug, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu besiegen?

Eine herzergreifende Liebesgeschichte über alte Narben, wahre Schönheit und die Bedeutung von Familie.

Leseprobe:
Symphony – Clean Bandit, Zara Larsson
Nell blickte durch die Löcher im Maschendraht und betrachtete das ehemals zweistöckige Gebäude dahinter.
Staubgrauer Backstein und Stuckreste bröckelten langsam von der maroden Fassade des alten Herrenhauses. Es war im Stil der Jahrhundertwende gebaut, hatte Erker, einen kleinen Turm und Schnörkel schmückten die hohen Fenster.
Würzig-grünes Efeu und Brombeerbüsche fraßen sich die Wände empor und unaufhaltsam auch einen Weg ins Innere des Gebäudes. Samtgoldene Nachmittagssonne legte sich wie eine Decke über das alte Anwesen und sickerte warm durch die Efeuranken auf die Steine.
Über allem hing der schwere, süße Duft von wilden Rosen und Wind rauschte in den Blättern des angrenzenden Waldes.
Es musste einmal wunderschön hier gewesen sein. Und auf eine seltsame, zerbrochene Art war es das immer noch.
Sie blinzelte und riss sich von dem Anblick los, schließlich hatte sie eine Mission. Halb vergessene Erinnerungen wollten zu neuem Leben erweckt werden – hoffentlich.
Ein aufregendes Prickeln breitete sich über ihre Arme aus, als sie die Finger durch den Draht steckte und nach oben sah. Leider war der Zaun zu hoch, um darüber zu klettern, aber irgendwie musste sie hineinkommen.
Langsam ging sie unter den Bäumen hindurch, immer an dem verzogenen Geflecht aus Draht entlang. Vogelgezwitscher mischte sich unter das Blätterrauschen und begleitete sie auf ihrem Weg zu einem alten, schmiedeeisernen Tor, das sehr wacklig aussah.
»Betreten verboten« stand auf einem gelben Schild, das schräg daran herunterhing. Nell streckte die Hand aus, schob ihre Finger zwischen die Metallstreben und zog daran. Zu ihrer Überraschung stellte sie fest, dass es nicht verschlossen war. Eine rostige Kette lag im Gras; ein Glied war durchgeknipst und die Schnittstelle blank. Das Metall konnte also noch nicht allzu lange hier liegen.
Einen Moment zögerte Nell. Aber wer auch immer hier gewesen war und die Kette durchtrennt hatte, war sicher schon längst wieder verschwunden.
Trotzdem wäre sie vielleicht besser nicht alleine gekommen. Sie blickte nachdenklich zu dem verlassenen Gebäude hinüber. Aber wen hätte sie fragen sollen?
Überhaupt, für solche Gedanken war es jetzt zu spät. Sie würde bestimmt nicht unverrichteter Dinge zurückfahren.
Entschlossen versuchte Nell, die Tür zu öffnen, aber die blieb im hohen Gras stecken. Sie stemmte sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen das alte Tor und schob es schwerfällig über die wuchernden Grasbüschel. Dann zwängte sie sich durch den entstandenen Spalt.
Ihr Herz pochte aufgeregt, gleich war es so weit.
Sie ging mit schnellen Schritten auf das Gebäude zu. Grillen zirpten, lange Halme schlugen gegen ihre Hände und sie spürte die Kante des alten Briefumschlags in ihrer hinteren Hosentasche.
Ob sie überhaupt etwas finden würde?
Gähnend und ein bisschen unheimlich klaffte der Eingang des Gebäudes ihr entgegen. Die riesige, hölzerne Tür war aus der oberen Angel gekippt und stand offen.
Wie lange wohl niemand über diese Schwelle getreten war? Also, niemand, der hier wohnte.
Ihre Handflächen wurden feucht. Aber Nell fasste sich ein Herz und trat hinein.
Goldene Sonnenstrahlen fielen in dicken Säulen durch die scheibenlosen Fenster und in ihrem warmen Licht tanzten winzige, glitzernde Staubkörner.
Nells Schuhe knirschten auf den rissigen, schwarzweißen Fliesen. Ein dunkler Graffiti-Schatten mit roten Augen und weit aufgerissenem Maul starrte ihr von der Wand neben der breiten Treppe entgegen. Die Steinstufen führten im Bogen auf eine Galerie und von der Decke hingen die schmucklosen Überreste eines Kronleuchters. Ansonsten war die hohe Eingangshalle völlig leer.
Sie zog den gefalteten Briefumschlag aus ihrer Tasche und betrachtete die Konturen des türkisblauen Schmetterlings, die jemand mit viel Sorgfalt in die untere rechte Ecke gezeichnet hatte.
Darin befand sich ein Brief, der nicht an Nell gerichtet war, aber der von Gefühlen erzählte, die sie tief berührten. Zeugnis einer alten Liebe.
Da hörte sie ein leises Schaben und blickte erschrocken auf.
In den weiten, verwinkelten Überresten der Ruine kannte das Geräusch keine Richtung, und ihr nächster Schritt hallte unheilvoll durch die neue Stille.
Ein Tier wahrscheinlich … nur ein Tier.
Sie war kurz davor Hallo zu rufen. Aber falls wirklich jemand hier sein sollte, war sie sich ziemlich sicher, dass sie denjenigen nicht treffen wollte.
Stattdessen konzentrierte sie sich auf das Knistern von Papier zwischen ihren Fingern und auf die Hoffnung, Bernadette ein Stück Glück aus ihrer Vergangenheit wiederzuschenken.
Schnell öffnete Nell den Umschlag, ließ den weißen Briefbogen unbeachtet und holte den kleinen, blauen Zettel heraus.

Im Kindle-Shop: Der letzte Liebesbrief: Roman.
Mehr über und von J. Vellguth auf ihrer Website.



28. Juni 2018

'Embargo: Krieg im Schatten' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
1997 - Charles Dixon ist Chef einer geheimen Einheit innerhalb der CIA, von deren Existenz nicht mal der CIA-Direktor weiß. Nach dem Muster eines Anschlages der CIA 1982 auf die sowjetischen Gasfelder in Sibirien, entwickelt Dixon einen Plan, die libyschen Ölquellen mit manipulierter Elektronik zu vernichten. Wenn die Wirtschaft zusammengebrochen ist, werden die Libyer Gaddafi stürzen. So die Überlegung.

Kurt Hoffmann vom BND soll den in Untersuchungshaft in Köln einsitzenden Harald Jasper mit besten Verbindungen zur libyschen Obrigkeit anwerben und nach Tripolis schicken. Dafür verspricht man Jasper die Freiheit. Für Jasper ein verlockendes Angebot, denn ihm drohen 15 Jahre Gefängnis wegen Bruchs des gegen Libyen verhängten UN-Embargos.

Leseprobe:
Langley 2002, Hauptquartier der CIA
Charles Dixon betrachtete fasziniert die Satellitenaufnahmen. Wenn es stimmte, was er hinter den Aufnahmen vermutete, dann hatte er die Lösung für sein Problem gefunden. Die Aufnahmen zeigten eine gewaltige Explosion und er verstand, weshalb nicht eingeweihte Kreise innerhalb der CIA und in Washington anfangs vermuteten, die Sowjets hätten in Sibirien eine neuartige Waffe getestet. Im Sommer 1982 blähte sich der Kalte Krieg wie zu einer bevorstehenden Apokalypse auf. Eine neuartige Waffe, das war glaubwürdig. Nur die ambossförmige Form fehlte, und es wäre die perfekte Explosion einer 3kt TNT Atombombe gewesen, fotografiert von einem Satelliten aus dem Weltraum. Auf den Bildern sah man die parallel angeordneten Pipelines direkt vor der Explosion, auf weiteren Bildern, wie sie von der Wucht einer Explosion zerrissen und empor geschleudert wurden. Es folgten Aufnahmen der Trümmerfelder Stunden später. Wie umgeknickte halb abgebrannte Streichhölzer ragten die deformierten Gasleitungen in die Luft. Die Zerstörungen erstreckten sich über mehrere Quadratkilometer. Die Satellitenaufnahmen der folgenden Monate zeigten, dass die Fördereinrichtungen über lange Zeit nicht in Betrieb genommen werden konnten. Nicht einmal Reparaturtrupps waren auszumachen. Es schien, als hätten die Sowjets die Gasfelder in Sibirien aufgegeben. Charlie Dixon blätterte in den Unterlagen und fand die Kostenaufstellung der damaligen Operation. Die Beträge waren lächerlich gering, und er vermutete hinter den Zahlen anfangs die Spesenabrechnungen der Agenten.
Die westlichen Medien berichteten vom Einschlag eines Objektes aus dem Weltraum. Von Aliens aus einer fernen Galaxie war die Rede und ein Vorfall vom Beginn des Jahrhunderts wurde zitiert. Man musste den Journalisten zugutehalten, dass sie es nicht besser wissen konnten. Der Vergleich drängte sich auf, die Augenzeugenberichte von 1908 ähnelten auf frappierende Weise der Explosion 1982. Damals hatte die Explosion allerdings erwiesenermaßen eine natürliche Ursache – einen Asteroiden-Einschlag in der Gegend von Tunguska. Man sprach auch vom Tunguska-Asteroiden. Die Experten konnten sich lediglich nicht einigen, ob ein oder mehrere Himmelskörper in Sibirien eingeschlagen waren. Es könnte ein Komet gewesen sein, hieß es, von einem Feuerschweif berichtete man. Hinzu kam, dass Wissenschaftler bei Tiefbohrungen keine Fragmente des Himmelskörpers gefunden hatte. Es konnte sich nur um eine Explosion wenige Meter über dem Erdboden gehandelt haben und die enorme Hitze hatte das Material zerstrahlt – was auf einen Kometen hindeutete. Stoff für Verschwörungstheoretiker. Augenzeugen berichteten von bis zu vierzehn Explosionen. Fest stand nur Zeitpunkt und Ort. Der unheimliche Himmelskörper aus dem Weltraum schlug am 30. Juni 1908 gegen 7:15 Uhr im sibirischen Gouvernement Jenisseisk ein, der heutigen Region Krasnojarsk in der Nähe des Flusses Podkamennaja Tunguska. Das war das Siedlungsgebiet der Ewenken, eine Volksgruppe aus dem nördlichen Sibirien. Bei dem Einschlag und der folgenden Druckwelle wurden Bäume im Umkreis von etwa 30 Kilometer entwurzelt oder umgeknickt, Fenster und Türen in der 65 Kilometer entfernten Handelssiedlung Wanawara zerbarsten. Fachleute schätzten, dass auf einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometern 60 Millionen Bäume umgeknickt wurden. Den hellen Feuerschein hatte man in über 500 Kilometern Entfernung wahrgenommen, Reisende der Transsibirischen Eisenbahn hatten die Druckwelle gespürt.
Charlie Dixon nahm ein Blatt Papier und schrieb ein paar Zahlen auf, eine grobe Kostenaufstellung. Manpower, Material, Verbindungsleute zu Partnerdiensten, NN – Nützliche Nebenabgaben, besser gesagt Schmiergelder.
Er addierte die Beträge. Unmöglich. Dafür würde er niemals eine Genehmigung bekommen. Nicht, weil der Betrag zu hoch war, im Gegenteil. Das kaufte ihm die obere Etage niemals als ernst zunehmende CIA-Geheimoperation ab, das waren die Kosten für den Wochenendausflug einer Pfadfindergruppe. Zumindest, wenn man die Kosten der üblichen CIA-Operationen zum Vergleich heranzog. Er malte sorgfältig hinter jede Position eine Null, addierte erneut, wusste es vorher. Faktor zehn – immer noch viel zu wenig. Er malte hinter jede Position eine weitere Null.
Sollte es wirklich so einfach sein? Unruhe erfasste ihn. Mit so einer Operation legten sie die Öl und Gasförderung eines ganzen Landes innerhalb von Minuten lahm, und das so gründlich, dass über Monate, vielleicht Jahre, nicht mehr gefördert werden konnte.
Mit leisem Schmunzeln dachte er an den Mann, der 1982 im Weißen Haus die Operation im fernen Sibirien abgesegnet hatte. Als er ins Amt kam, sprach man herablassend von einem zweitklassigen Schauspieler und einem liebenswerten Hohlkopf, der sich auf den Präsidentenstuhl verirrt hätte. Als er aus dem Amt schied, waren sich alle einig, selbst seine schärfsten Kritiker, dass der Mann zehnmal schneller dachte, als seine engsten Berater. Auf ihn ist die Methode zurückzuführen, der man den Code-Namen gab – Reagan-Methode.
Drei A4-Seiten. Er las es wieder und wieder, aber es war so, damit war alles gesagt. Wenn er dafür das OK von oben bekam, dann war das der krönende Abschluss seiner Laufbahn. Eher Rutschpartie, nicht Laufbahn. Das würde ihn auf die Ahnentafel der CIA befördern.

Im Kindle-Shop: Embargo: Krieg im Schatten.
Mehr über und von D.W. Crusius auf seiner Website.



'HexenHimmel: Fataler Seitensprung' von Winibald Willmeer

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Zwei Menschen schweben zwischen Himmel und Hölle. Ein emotional tief gehender Beziehungsroman mit vielen Geheimnissen, in dem die dunklen und hellen Seiten der menschlichen Seele zum Vorschein kommen.

»Nie hätte ich gedacht, dass mir so etwas hätte passieren können. Eigentlich war ich glücklich.«

So beschreibt der Ich-Erzähler, Dieter Großmann, seine Lebenssituation zu Beginn des Romans. Nach außen führt er ein grundsolides und bürgerliches Leben. In Wirklichkeit ist er unzufrieden mit sich und der Welt. Auf der Suche nach leidenschaftlichen und sinnerfüllten Momenten jenseits des Mainstream lernt er Claudia kennen. Aus den ersten zaghaften Berührungen entwickelt sich eine verhängnisvolle Beziehung.

Während seines Doppellebens tun sich menschliche Abgründe auf. Dieter hadert mit sich selbst und steht zwischen seinem gutbürgerlichen Ich und seinem neuen Ich. Diesen Zwiespalt ertränkt er in zu viel Wein und erstickt er in Zigarettenrauch. Er schafft es nicht, sich von Claudia loszureißen und gerät immer tiefer in ein emotionales Chaos. Seine Eskapaden muss er teuer bezahlen. Claudia entpuppt sich als eine gespaltene Persönlichkeit. Auf der einen Seite agiert sie wie eine böse Hexe, auf der anderen Seite wie eine gute Fee und Dame von Welt und treibt Dieter in den Wahnsinn. Für Emma, Dieters Ehefrau, bricht eine Welt zusammen. Die sonst so zurückhaltende und gesittete Frau wird zur wilden Bestie und setzt Zuckerbrot und Peitsche ein.

Leseprobe:
1. Auf der Intensivstation (1)
Samstag, 12. November

Von weitem hörte ich Geräusche, die immer näherkamen.
Als ich meine Augen wieder öffnete, wusste ich nicht, wo ich war. Mir war schwindelig. Nur langsam realisierte ich, dass ich halbnackt in einem Bett lag. Gefesselt von Schläuchen in fast all meinen Körperöffnungen, über Tentakel verkabelt mit den unwirklich piepsenden Monitoren, starrte ich auf die Türme von Überwachungsgeräten rings um mein Bett.
»Herr Großmann, Sie hatten einen akuten Herzinfarkt und befinden sich auf der Intensivstation im Marienkrankenhaus. Es ist Samstag, der 12. November 2016. Ich bin die Stationsärztin, Dr. Blume.«
»Wa-as?«
»Sie haben einen Herzinfarkt gehabt«, wiederholte sie.
»Wa-ann?«
»Gestern.«
»Wo?«
»Im Keller des Pfarrhauses.«
Nur langsam begann ich mich zu erinnern. Und dann lief noch einmal alles wie im Film vor meinen Augen ab.
»Wo lie-gt Frau Scho-olz?«
»Sie meinen Frau Scholz, die Ehefrau des Pfarrers?«
»Ja, Frau Clau-di-a Scho-olz.«, stotterte ich.
»Die ist leider verstorben.«
»Was? Wie? Wa-rum?«
»Das darf ich ihnen nicht sagen, die Ermittlungen laufen noch.«
»Wel-che Er-mitt-lung-en?«
»Die Polizei überprüft gerade die Umstände ihres Todes.«
Ich hatte das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. Trotz geschlossener Augen kullerten mir Tränen über die Wangen.
»Herr Großmann, ist alles in Ordnung?«, fragte die Ärztin nach.
Ich schwieg.
Ich hätte alles gegeben, könnte ich die Zeit um neuneinhalb Wochen zurückstellen.
Dabei hatte es so harmlos angefangen.

Im Kindle-Shop: HexenHimmel: Fataler Seitensprung.



27. Juni 2018

'Umwege zum Glück' von Gabriele Popma

Kindle Edition | Tolino | Taschenbuch
Hals über Kopf verliebt sich die Studentin Corinna in den sympathischen Draufgänger Sandie, doch es ist eine Liebe ohne Zukunft. Als Corinna feststellt, dass sie ein Kind erwartet, hat sie Sandie bereits aus den Augen verloren.

Einige Jahre später: An der Seite des ehrgeizigen Geschäftsmanns Robert führt Corinna ein ruhiges, harmonisches Familienleben. Da kreuzen sich ihre und Sandies Pfade erneut. Zu Sandie war das Schicksal weniger freundlich. Nach einem schweren Schicksalsschlag hat er jeglichen Lebensmut verloren und sich zu einem bitteren Zyniker entwickelt. Als Corinna eine Entscheidung trifft, deren Konsequenzen sie nicht einschätzen kann, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen.

Und wieder muss sie sich entscheiden ...

Leseprobe:
Corinna langweilte sich. Natürlich war es genauso gekommen, wie sie befürchtet hatte. Astrid hatte sie zwar ihren Freunden vorgestellt, aber gleichzeitig die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Seit einer Stunde sprach sie mit einigen Kolleginnen über die neueste Mode und mit den Männern über Politik. Corinna beneidete ihre Schwester, wie sie es schaffte, über all diese Dinge zu sprechen, als wäre sie der absolute Insider. Dabei wusste sie, dass Politik Astrid herzlich wenig interessierte, doch kein anderer schien es zu bemerken.
Corinna hatte bisher nur ein wenig mit dem Gastgeber geplaudert, einem netten blonden Mann namens Reinhold, der bemüht war, sich um alle Anwesenden persönlich zu kümmern. Sie hatten einige höfliche Floskeln ausgetauscht und er hatte zweimal betont, wie sehr er sich freue, Astrids Schwester kennenzulernen. Bevor er sich wieder anderen Gästen zuwandte, bat er sie noch, sich wie zu Hause zu fühlen.
Doch Corinna war dem Trubel nicht gewachsen. Alle anderen Leute schienen sich untereinander zu kennen. Keinem schien es besonders aufzufallen, dass da ein Mädchen war, das sich verzweifelt bemühte, Anschluss zu finden, und zu schüchtern war, um sich einfach in die Menge zu stürzen und so zu tun, als würde sie dazu gehören. Alle, bis auf Einen. Zweimal hatte Corinna schon den Blick eines jungen Mannes aufgefangen, der sie interessiert zu mustern schien. Er war größer als die meisten anderen hier und trotz der frühen Jahreszeit schon braun gebrannt. Corinna fühlte, wie sie unter dem Blick der tiefblauen Augen leicht errötete und wandte sich schnell wieder dem Tisch mit den Getränken zu.
„Darf ich dir etwas einschenken?“ Die Stimme hinter ihr klang tief und ungemein sympathisch. Corinna wusste, ohne sich umzudrehen, wer sie angesprochen hatte. Und prompt fühlte sie, wie Geist und Inspiration sie verließen und nur ein leeres Gehirn zurück blieb.
„Ja, gerne“, sagte sie nur und kam sich dabei unwahrscheinlich fade vor.
„Was willst du denn?“ Langsam schob sich ein freundlich lächelndes Gesicht so in ihr Blickfeld, dass sie nicht ausweichen konnte.
„Äh, was will ich denn?“ Oh Mann, Corinna, stell dich nicht so verdammt blöde an, schalt sie sich heftig. „Am liebsten eine Cola.“ Ja, das war schon etwas besser.
„Cola. Jawohl, die Dame, Cola kommt sofort.“
Während er ihr aus einer Zwei-Liter-Flasche die braune Flüssigkeit in ein Glas goss, legte sich Corinnas Nervosität ein wenig. Als sie ihr Getränk in Empfang nahm, was sie schon so weit, dass sie ihr Gegenüber ebenfalls freundlich anlächeln konnte. „Danke.“
„Bist du allein hier?“ Sein Blick hatte fast etwas Mitleidiges.
„Ja, das heißt, nein.“ Corinna schloss kurz die Augen, um sich zu sammeln, bevor sie sich noch mehr blamierte. „Ich bin mit meiner Schwester hier. Astrid.“
Er zog die Augenbrauen hoch. „Astrid ist deine Schwester? Hätte ich nicht gedacht.“
„Ja, das glaube ich dir. Niemand hält uns für Schwestern. Wir sind sehr unterschiedlich. Nicht nur äußerlich.“
„Du fühlst dich wohl ein bisschen einsam, wie?“
Corinna wollte schon heftig verneinen, da hörte sie Astrid im Kreis ihrer Freunde fröhlich lachen. Das versetzte ihr einen Stich, der sie ehrlicher antworten ließ, als sie eigentlich wollte. „Ja, ein bisschen. Weißt du, ich kenne hier niemanden.“
„Und du findest nicht so leicht Anschluss wie deine großartige Schwester?“
Corinna nickte. „Genau. Wie du selbst festgestellt hast, ist sie eben großartig. Im Gegensatz zu mir“, fügte sie mit leichter Bitterkeit hinzu.
Ihr Gesprächspartner musterte sie nachdenklich. „Wie heißt du eigentlich?“
„Corinna. Corinna Stadler. Und du?“
„Alexander. Wegener“, fügte er noch hinzu, wohl, weil Corinna ihm auch ihren Nachnamen genannt hatte. Er musterte sie nachdenklich, dann grinste er frech. „Komm doch mal kurz mit.“
„Wohin?“
„Lass dich überraschen. Ich will dir etwas zeigen. Na komm schon, nicht so schüchtern.“
Er nahm Corinna einfach bei der Hand und zog sie ins Badezimmer. Sorgfältig schloss er die Tür?
„Und was soll ich hier?“ Corinna fragte sich kurz, ob ihre neue Bekanntschaft sie hier verführen wollte, aber so wirkte Alexander nicht auf sie.
„Wart’s ab.“ Er fasste sie bei den Schultern und drehte sie herum, so dass sie geradewegs in den Spiegel sah. „Was siehst du?“
„Mich.“ Corinna hatte keine Ahnung, was er von ihr wollte.
„Nein, so leicht mache ich es dir nicht. Ich fragte nicht, wen du siehst, sondern was.“
Ein merkwürdiges Spiel. Doch Alexander schien einen bestimmten Zweck damit zu verfolgen. Corinna spürte ein leichtes Kribbeln im Bauch. Eigentlich war er genau ihr Typ. Er war mindestens einen halben Kopf größer als sie und Corinna war schon größer als die meisten Mädchen hier. Als sie wieder in den Spiegel sah, begegneten ihr die klaren, dunkelblauen Augen, die ihr schon vorher aufgefallen waren. Alexander hatte dichte, blonde Haare, die eigentlich mal wieder gekämmt werden mussten und einen Schnurrbart, der einen leichten Stich ins Rötliche hatte. Seine markanten Gesichtszüge flößten ihr ungewollt Vertrauen ein und sie fragte sich, warum dieser Junge, den sie auf Mitte Zwanzig schätzte, sie angesprochen hatte.
Er merkte, wie sie ihn im Spiegel musterte und trat einen Schritt zurück. „Du sollst nicht mich anschauen, sondern dich“, grinste er. „Also, was siehst du?“
In einem Anflug von Galgenhumor antwortete Corinna ihrer Stimmung entsprechend: „Eine kleine graue Maus.“
„Wirklich?“ Alexander drehte sie zu sich um und betrachtete sie, als hätte er sie gerade zum ersten Mal gesehen. „Komisch, ich sehe etwas ganz anderes.“ Er drehte sie wieder zum Spiegel. „Willst du wissen, was?“
Corinna nickte beklommen. Sie wunderte sich, was jetzt wohl kommen würde.
Alexander setzte sich auf den Rand der Badewanne und verschränkte die Arme vor der Brust, ohne sie dabei aus den Augen zu lassen. „Ich sehe ein junges Mädchen, vielleicht neunzehn Jahre alt.“
Corinna nickte.
„Ungefähr, na ja, 1,75 groß.“
„1,76.“
„Prima, habe ich doch nicht schlecht geschätzt. Hey, ich glaube, du bist größer als Astrid, kann das sein?“
„Ja, aber nur drei Zentimeter. Das fällt nicht auf.“
„Trotzdem. Das hast du ihr schon mal voraus.“ Er sah sie von oben bis unten an. „Das Mädchen, das ich hier sehe, ist ein bisschen schüchtern und sie hält sich für unscheinbar, was sie unsicher macht. Das sehe ich in ihren Augen. Es sind übrigens schöne Augen. Ich mag braune Augen. Die haben so etwas Zärtliches.“
„Du spinnst ja.“ Corinna musste lachen. „Außerdem sind sie mehr grün als braun.“
„Sei ruhig. Ich bin noch nicht fertig. Weiterhin sehe ich wundervolle dunkle Haare.“ Er stand auf, um eine Strähne durch seine Finger gleiten zu lassen. „Es sind sehr feine und dünne Haare.“
„Viel zu dünn. Man kann nichts damit anfangen, außer sie einfach herunter hängen zu lassen.“
„Viele Mädchen wären froh über so feine Haare, die ganz weich und locker auf die Schultern fallen. Das Mädchen im Spiegel trägt kein Make-up.“ Corinna erinnerte sich daran, wie Astrid sie zu Lippenstift und Lidschatten hatte überreden wollen und überlegte kurz, ob sie hätte nachgeben sollen. Doch Alexander hatte seine Worte anscheinend nicht als Kritik gemeint. „Aber sie hat es auch nicht nötig“, fuhr er fort. „Ihre Augen sind groß und ausdrucksvoll, jede Farbe würde sie verschandeln, und ihre Wangen brauchen kein Rouge, um gesund zu wirken. Das Mädchen hier hat eine schmale, gerade Nase und eine reine, glatte Haut. Jetzt verrate mir, warum sollte sie eine kleine graue Maus sein?“
Corinna blickte überrascht in den Spiegel. So hatte sie sich noch nie betrachtet. Sie war schon immer froh gewesen, dass ihre Haare nicht fetteten und ihre Wangen nicht glänzten. Sie wusste, dass sie ausdrucksstarke Augen hatte. Sie amüsierte sich immer, wenn Astrid mit Kajalstift und Mascara bewaffnet ewig vor dem Spiegel stand und an ihren Augen herum malte. Trotzdem würde sie sich nicht unbedingt hübsch nennen. Fragend sah sie Alexander an.

Im Kindle-Shop: Umwege zum Glück
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Gabriele Popma auf ihrer Website.



'Gewohnheiten ändern' von Johanna Klein

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Du hast mehrere schlechte Gewohnheiten, die dich daran hindern, deine Ziele endlich zu erreichen?
Du hast das Gefühl, du befindest dich in einem Hamsterrad, aus dem du nicht entkommen kannst?
Du hast schon mehrere Methoden ausprobiert, um deine schlechten Gewohnheiten zu durchbrechen, doch keine hat jemals funktioniert?
Du möchtest endlich deine Gewohnheiten ändern, sodass sie deine Ziele unterstützen?

Doch keine Panik, wenn du ein oder mehrere Fragen mit „JA!“ beantworten kannst. Viele stecken ebenfalls in dieser Situation und vor einigen Jahren erging es mir genauso. Ich hatte das Gefühl, bei mir würde keine einzige Methode klappen und würde niemals aus meinen Lastern entkommen können. Doch irgendwann bin ich glücklicherweise auf einige gute Bücher und Seminare gestoßen, die sich als äußerst hilfreich herausstellten. Die wichtigsten und erfolgreichsten Methoden habe ich in diesem eBook verfasst, um dir zu helfen. Bei diesen Methoden kann ich dir versichern, dass sie dir auf jeden Fall helfen werden. Nicht nur mir haben sie geholfen, sondern auch vielen anderen Menschen, denen ich bereits dieses Wissen vermittelt habe.

Was du in diesem eBook lernen wirst:
* was Gewohnheiten sind und wie sie überhaupt erst entstehen
* was in deinem Gehirn vorgeht, wenn du eine Gewohnheit ausübst
* Beispiele für gute, sowie schlechte Gewohnheiten
* nützliche Tipps, wie du deine Gewohnheiten dauerhaft und effektiv ändern kannst
* was die passenden Gewohnheiten für dich sind
* wie du mit Rückschlägen umgehst
* auf welche Weise du deine Selbstdisziplin und deine Willenskraft stärkst
* und vieles mehr!

Welche Momente wirst du verpassen, wenn du nicht endlich dein Schicksal in die Hand nimmst und deine Gewohnheiten änderst? Wie wirst du dich in fünf Jahren fühlen, wenn du immer noch nicht deine Gewohnheiten geändert hast? Wie wirst du dich in zehn Jahren fühlen, wenn du in den Spiegel blickst und merkst, du hast nie das Leben gelebt, das du schon immer wolltest? Verschwende nicht dein Leben, indem du an deinen negativen Gewohnheiten festhältst.

Dieses eBook wird dir helfen, das Leben zu leben, von dem du schon immer geträumt hast. Nutze noch heute die Kraft der Gewohnheit für dich und erreiche alles, was du dir schon immer vorgenommen hast!

Nimmst du die Herausforderung an? Dann lade dir jetzt das eBook herunter!

Leseprobe:
Du fährst jeden Morgen mit dem Aufzug in den zweiten Stock deines Büros hoch statt die Treppen zu nehmen? Du zündest dir direkt nach dem Mittagessen eine Zigarette an? Nach der Arbeit holst du dir ständig vom Chinesen nebenan Fertigessen statt dich gesund und ausgewogen zu ernähren? Danach legst du dich auf die Couch vor den Fernseher bis du einschläfst statt den Abend mit ein paar Sportübungen und den nächsten Tag zu planen ausklingen zu lassen? Du denkst wahrscheinlich, du würdest den ganzen Tag über solche Entscheidungen treffen, auch welchen Schuh du zuerst bindest, oder ob du beim Händefalten den linken über den rechten Daumen legst oder umgekehrt. Viele von uns wissen noch gar nicht, dass 60% der Handlungen, die wir täglich ausüben, Gewohnheiten sind.

Im Kindle-Shop: Gewohnheiten ändern: Der ultimative Guide um jetzt deine Gewohnheiten dauerhaft und effektiv zu ändern.



26. Juni 2018

'Sommergespenster' von Mereth Ruddy

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Mereth & Tom

Mereth hat ihre große Liebe auf tragische Weise verloren und erhofft sich vom Leben nichts Bedeutendes mehr. Sie lebt zurückgezogen in der österreichischen Provinz und spricht mit Bäumen, Blumen und Vögeln. Der Garten ihrer Kindheit ist verwunschen, denn dort versteckt sich das Schaukelgespenst.

Da stürmt ein junger Tierarzt in Mereth' kleine, friedliche Welt und weckt ihre Hoffnung auf Zärtlichkeit und neues Glück. Doch was ist los mit diesem Mann? Welche Schatten quälen ihn? Bald weiß die sensible Mereth nicht mehr ein noch aus und wird von den Ereignissen überrollt ...

Die Geschichte einer schwierigen Liebe, zugleich eine déclaration d'amour an die österreichische Heimat.

Leseprobe:
Mit beiden Händen schob ich die Getreidehalme auseinander und kniete mich auf den warmen Ackerboden. Die Grannen kitzelten an den Armen, und ein Geißblatt-Bläuling flatterte mir an der Nase vorbei. Seit jeher liebte ich Schmetterlinge und ihre wundersame Verwandlung von der Raupe zum Falter. Sie waren ein Wunder der Natur; sie flogen in die Blüten des Frühlings, ohne sich des Endes der Zeit bewusst zu sein. Und so steckten die Gaukler der Lüfte mich immer wieder an mit ihrer Sorglosigkeit.
Ein Kaninchen hoppelte über den Weg und machte Männchen. Kein Feind in Sicht! Dann ließ es sich die frischen Kleeblätter am Wiesenrain schmecken. Ich hielt still, um das mümmelnde Häschen nicht zu stören.

In dieser Idylle kam die Erinnerung hoch, die Erinnerung an unbeschwerte Jahre, an Jahre des Glücks und der innigen Freundschaft mit Frank. Unser Debüt in der richtigen Liebe hatten wir damals vermasselt, in Irland, im Haus meiner Großeltern, als ich das Lieschen war, das in die Ritze fiel und sich in der Kuscheldecke verfing. Später klappte es wie am Schnürchen. Nichts klemmte, nichts hemmte uns, wir überwanden jedes Hindernis, alles schien im Lot.
Im Nachhinein fragte ich mich, ob mir diese Harmonie nicht hätte Angst machen müssen: so, als wäre das Ablaufdatum bereits festgestanden.

An einem Winterabend, einem Freitag, hatte sich Frank auf den Weg zu mir gemacht. Wir freuten uns auf ein gemütliches Wochenende mit gutem Essen, Kerzen und Räucherwerk. Wir wollten ins Kino gehen und anschließend kuscheln.
Das Schicksal wusste es anders.

Frank hatte sich das Auto seines Vaters geliehen. Im Radio meldeten sie Blitzeis, aber Frank hörte vielleicht Musik, wollte sich auf schöne Stunden mit mir einstimmen. Er hatte es wohl eilig gehabt.
Aus einem Waldstück heraus fuhr er in eine Rechtskurve, schleuderte von der Straße eine Böschung hinunter, überschlug sich mehrmals, und zuletzt blieb der Wagen auf dem Dach liegen. Die eingedrückte Motorhaube hatte sich ins Wageninnere geschoben und Franks Schädel zertrümmert. Er war längst tot, als die ersten Helfer kamen.
Der Anruf legte mein Leben in Schutt und Asche. Ich hatte einen Kartoffelauflauf im Ofen, der Tisch war liebevoll gedeckt.
Wenn ich zurückdachte an diese Zeit der Verzweiflung, Trauer und Hoffnungslosigkeit, dann wunderte es mich noch heute, wie ich den flammenden Schmerz hatte aushalten können, der sich tief in meine Seele brannte.

Damals war ich in die Winternacht hinausgestürzt. Unzählige Sterne funkelten am Himmel und die Milchstraße glitzerte wie ein riesiger Lamettastreif. Die Eiseskälte ließ meinen Atem gefrieren. Ich wünschte mir, Frank flöge als Zaubervogel von Stern zu Stern und hinterließe mir geheime Botschaften, die ich eines Tages in der jenseitigen Welt lesen würde. Nächtelang watete ich durch den Schnee, warf mich der Dunkelheit entgegen. Meine Schreie und mein Wimmern verhallten in der Weite der Landschaft. Auf ein Echo hoffte ich vergebens. Frank antwortete nicht. Niemand antwortete mir. Und es fielen auch keine Sterne vom Himmel und mir vor die Füße. Sie hätte ich als Zeichen deuten können, als gutes Omen, als einen Fingerzeig.
Wenn es hell wurde, setzte ich mich erschöpft auf den kalten Boden und hörte auf das Knistern der Eiskristalle, die der Morgen erwärmte.
Ich wollte eine Schneeflocke werden und auf dem Zweig eines Kirschbaums landen, um mit den erfrorenen Blüten dort auf den Frühling zu warten.
Den ganzen Winter über rannte ich, ich lief und lief, bis ich begriff, dass man seinem Schicksal nicht entfliehen konnte. Wem die Stunde schlug, der hatte dem Ruf der Ewigkeit zu folgen, ob er bereit war oder nicht. Der Tod kannte kein Pardon.
Deshalb sollte man seine Lebenszeit als Geschenk sehen, sie dankbar annehmen und das Beste daraus machen. Diese Erkenntnis half mir sehr.

Nach vielen dunklen Monaten entschied sich meine erstarrte Seele wieder für das Leben. Allein die Erinnerung blieb. Ich nahm sie mit in meine Tage, ich lud mir das vergangene Glück auf die Schultern und trug es in die Zukunft hinein.
Ich durfte mich nicht länger hängen lassen, auch Vater zuliebe. Er litt mit mir, die Trauer schadete seinem schwachen Herzen. Auch Frank hätte gewollt, wir fänden zum Licht zurück. Es ging aufwärts. Von da an träumte sich die Sonne über die Gottesäcker und Schmetterlinge ritten auf dem Wind.
Ich kaufte mir einen Hund: Toby, den überdrehten Irischen Terrier, und dieser Kerl hielt mich auf Trab. Meistens hatte er nur Schabernack im Kopf und balgte sich für sein Leben gern mit anderen Rüden. Längst hatte ich mein Herz an ihn verloren. Wie er schon aussah! Ich musste oft lachen über die drollige Schnauze und die steil aufgerichtete Rute. Toby lernte flott, was es für einen Hund zu lernen gab, und Papa kam prächtig mit ihm zurecht. Der rote Terrier brachte Lebensfreude und Kurzweil ins Haus.

Im Kindle-Shop: Sommergespenster.
Mehr über und von Mereth Ruddy auf ihrer Website.



25. Juni 2018

'Herzchaos' von Rosita Hoppe

Kindle (unlimited)
Carolin hat alles, wovon viele Frauen träumen: Einen netten Mann, eine tolle Tochter, ein Haus, Freundinnen, die mit ihr durch dick und dünn gehen, dennoch spürt sie, dass ihr etwas im Leben fehlt.

Das Verhältnis zu ihrem Mann hat sich im Laufe der Jahre abgekühlt. Sie leiden beide darunter. Da lernt sie Robert kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Nur die Verantwortung ihrer Familie gegenüber hindert sie daran, für Robert alles aufzugeben.

Carolin ist bereit, um ihre Liebe zu kämpfen und einen Neuanfang zu wagen. Doch ausgerechnet in diesem Augenblick schlägt das Schicksal grausam zu ...

Leseprobe:
Die Tage vergingen wie im Fluge. Die Nachmittage verbrachten sie regelmäßig am Strand. Teils zu zweit, teilweise mit anderen Müttern und Kindern aus dem Kurheim. Wenn es die Zeit erlaubte, unternahm Caro lange Strandspaziergänge. Ab und an joggte sie mit anderen Frauen. Sie liefen immer den gleichen Weg. Erst durch das Wäldchen und weiter über die Dünen zum Strand. Als Caro das erste Mal über diesen Dünenabschnitt gekommen war, hatte es ihr den Atem verschlagen. Und so war es jedes Mal wieder, wenn sie diese Stelle passierte. Der Blick war traumhaft. Der Strand, an dieser Stelle bestimmt einhundertfünfzig Meter breit, war unterbrochen von einem kleinen See. In der Ferne glitzerte die Nordsee, und die Sicht war so gut, dass sie die Nachbarinsel Baltrum erkennen konnte.
Es war atemberaubend. Caro hatte bei Kurantritt keine Ahnung gehabt, wie schön es hier war. Sie war froh, auf dieser Insel gelandet zu sein. Und sie hoffte, diese Umgebung könne ihr etwas Seelenheil zurückbringen.
Caro unternahm mit Lisa ab und zu einige Fahrradtouren, um die ganze Insel kennen zu lernen. Glücklicherweise hatten sie meistens schönes Wetter. Sie badeten auch einige Male im Meer. Das Wasser war zwar frisch, aber sie konnten es gut aushalten. Lisa hatte schon Unmengen von Muscheln gesammelt und Caro fragte sich, wie sie die alle heil nach Hause bekommen sollten.
Inzwischen waren sie beinahe drei Wochen auf der Insel. In den letzten Tagen hatte sich Caro ganz gut gefühlt - bis heute. Ihr zweites Einzelgespräch, das sie heute mit dem Psychologen gehabt hatte, hatte sie emotional zurückgeworfen. Das erste Gespräch bei Kurantritt war schon aufwühlend gewesen, doch heute war es über ihre Kräfte gegangen.
Lisa lag an diesem Abend schon früh im Bett. Sie war sehr müde, da die Kindergruppen einen Ganztagesausflug über die Insel unternommen hatten. Caro entschied sich für einen spontanen Abendspaziergang, sie musste unbedingt ihren Kopf freikriegen. Sie sprach mit Lisa und anschließend mit dem Nachtdienst. Die Dame versprach, mehrmals nach Lisa zu schauen. So konnte sich Caro beruhigt auf den Weg machen. Sie brauchte dringend frische Luft und musste sich vom Abendwind die trüben Gedanken wegpusten lassen.
Caro radelte zum Strandabschnitt, auf dem die Strandkörbe standen. Zuerst spazierte sie am Wasser entlang, den Blick in die Ferne gerichtet, ohne wirklich etwas wahrzunehmen. Schließlich setzte sie sich in einen Strandkorb. Sie blickte aufs Meer hinaus, das sich im Horizont verlor und all die schlimmen Momente der vergangenen Monate liefen wie ein Film vor ihr ab.
Allmählich färbten sich die Sonne und der Himmel rot. Wäre sie in anderer Stimmung gewesen, hätte sie sich über diesen wundervollen Anblick freuen können. Überall sah sie verliebte Pärchen am Strand sitzen oder spazieren gehen. Der Anblick dieser verliebten Menschen gab Caro einen heftigen Stich ins Herz. Sie zog ihre Füße auf die Sitzbank und umschlang ihre Beine mit den Armen. Ihre Stirn sank auf die Knie. Kummer und Wut brachen aus ihr heraus und ließen sich nicht stoppen. Sie weinte hemmungslos. Warum hatte das Schicksal sie so hart getroffen?
Ein paar Strandkörbe weiter saß ein einzelner Mann und hing seinen Gedanken nach. Er fühlte sich einsam. Auf einmal glaubte er ein Schluchzen zu hören. Als es nicht aufhörte, sondern im Gegenteil immer heftiger wurde, erhob er sich und ging dem Geräusch nach. „Kann ich Ihnen helfen? Ist etwas passiert?“, sprach er die zusammengesunkene Gestalt an, die inzwischen leise vor sich hin wimmerte.
Caro hob den Kopf und konnte nur eine verschwommene Gestalt erkennen.
Obwohl die Dämmerung hereingebrochen war und diese Frau ein total verheultes Gesicht hatte, wusste Robert auf Anhieb, wen er vor sich hatte. Er sank fassungslos in den Sand und glaubte zu träumen. „Caro…“ Er fummelte ein Taschentuch aus seiner Jackentasche hervor und wischte ihr damit die Tränen ab.
Caro hatte noch gar nicht richtig begriffen, wer vor ihr im Sand kniete und starrte diesen Mann ungläubig an. Sie wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht. Jetzt, wo sie sich die Tränen aus den Augen gewischt hatte und klarer sehen konnte, erkannte sie ihn. Ihr Herz machte ein paar unkontrollierte Hüpfer. „Robert? Bist du es wirklich? Wo kommst du denn auf einmal her?“
„Ich saß ein Stückchen weiter und habe aufs Meer hinausgesehen. Plötzlich hörte ich jemanden herzzerreißend weinen. Da musste ich einfach nachsehen, was los ist.“ Er schüttelte mit ungläubiger Miene den Kopf. „Dass ich dich ausgerechnet hier finde. Ich fasse es einfach nicht.“ Er setzte sich neben sie und strich ihr vorsichtig übers Haar. „Was machst du hier auf Langeoog und vor allen Dingen, warum weinst du so herzzerreißend?“
Caro schluchzte noch eine Weile vor sich hin, weil sich ihre Tränenflut nicht so einfach stoppen ließ. Mehrmals schluckte sie aufkommende Schluchzer hinunter und begann dann stockend zu erzählen. Warum sie hier war, vom Tod ihres Mannes und den vergangenen Monaten. Auch über ihre Sorgen in Bezug auf Lisa und wegen des Hauses.
Robert unterbrach sie nicht. Ihm tat das Herz weh, als er hörte, was sie alles durchgemacht hatte. Er sah sie die ganze Zeit an und konnte immer noch nicht fassen, dass er sie hier, wie Strandgut, aufgelesen hatte. Er hätte sie so gern in die Arme genommen und ihr gesagt, wie oft er in den vergangenen Monaten an sie gedacht hatte. Gleichzeitig spürte er, dass er sie in ihrer Verfassung damit vermutlich erschrecken und überfordern würde. So hielt er nur ganz fest ihre Hand und hörte zu.

Im Kindle-Shop: Herzchaos.
Mehr über und von Rosita Hoppe auf ihrer Website.



23. Juni 2018

'Deine Küsse schmecken wie frische Erdbeeren' von Verena Dahms

Kindle (unlimited) | tredtition | Taschenbuch
Ein herrschaftliches Weingut in der Dordogne im Südwesten von Frankreich kurz nach dem zweiten Weltkrieg.

Amélies innigster Wunsch ist es, Medizin zu studieren. Doch ihr Leben als Tochter eines Weingutbesitzers ist vorgezeichnet. Nach erbitterten Diskussionen mit ihren Eltern willigen diese endlich ein. Sie bekommt als eine der wenigen Frauen einen Studienplatz an der Universität in Bordeaux. Mit einem Doktortitel kehrt sie zurück und übernimmt eine Landarztpraxis.

Auf einem Weinfest begegnet ihr Alexandre, ein Erntehelfer. Sie fühlt sich von seiner Unbekümmertheit angezogen, er bewundert ihre Intelligenz. Trotz sozialer Unterschiede kommen sie einander näher. Es entwickelt sich eine Liebe, die nicht sein darf. Alexandre verschwindet aus Amélies Leben, ohne das sie ihn jemals vergessen kann. Jahre später begegnen sie sich erneut ...

Ein Roman über eine selbstständige Frau, die sich den gesellschaftlichen Zwängen der damaligen Zeit widersetzt.

Leseprobe:
Es war eine laue Frühlingsnacht, als ich mich mit Alexandre in unserem Turm traf. Auf dem Tisch stand eine Flasche Rotwein. Wir tranken und liebkosten uns gleichzeitig. Seine Hände waren überall. Langsam öffnete er die Knöpfe meiner Bluse, streifte sie mir von den Schultern. Als ich nackt vor ihm stand, hielt er kurz inne und betrachtete mich. Seine blauen Augen wurden dunkel.
„Du bis wunderschön, Amélie“, flüsterte er heiser. Sanft hob er mich auf die Lagerstatt und liebte mich mit einer Heftigkeit, die ich so noch nie erlebt habe.
Als wir keuchend voneinander abließen, nahm er meine Hand und küsste die Fingerspitzen. „Amélie, ich werde weggehen.“
„Weshalb?“, fragte ich erschrocken.
„Ich muss. Ich bin zu lange hiergeblieben und ich möchte dich nicht in Verruf bringen.“
„Du bringst mich nicht in Verruf.“
„Die Leute tuscheln über uns, das schadet dir als Ärztin und Tochter eines angesehenen Weinguts. Aber es ist nicht nur das, ich bin nicht dazu gemacht, sesshaft zu werden. Ich bin ein Wandervogel.“
Ich setzte mich auf. „Wann gehst du?“
„Bald. Ich habe eine Arbeit im Süden gefunden.“
„Sehen wir uns noch einmal?“
„Ich denke, es ist besser, wenn wir das nicht tun.“
Ich senkte den Kopf, er sollte meine Tränen nicht bemerken. Er sollte überhaupt nicht sehen, dass mir sein Fortgehen etwas ausmachte. Ich stand auf und schlüpfte in die Kleider. Unsere Augen trafen sich. Ich drehte mich um und verließ das Turmzimmer. Eine Fledermaus huschte aus ihrem Versteck und verschwand durch die Luke ins Freie. Langsam ging ich zum Weingut zurück.

Im Kindle-Shop: Deine Küsse schmecken wie frische Erdbeeren.
Weiterer Buchshop: Buch bei tredition
Mehr über und von Verena Dahms auf ihrer Website.



22. Juni 2018

'Mombel der Mutmacher: Der verflixte Kasten' von Beate Geng

Kindle Edition | Taschenbuch
Paule hasst den Sportunterricht. Nie schafft er es, über die blöden braunen Kästen zu springen. Jedes Mal blamiert er sich vor der ganzen Klasse. Alle lachen - immer! Das macht unseren Paule natürlich traurig. Eines Tages passiert etwas Unglaubliches. Ihm erscheint, schwuppdiwupp, ein kleines Gespenst. Das ist Mombel und der spricht in Reimen!

Zuerst ist Paule nicht begeistert. Aber dann bemerkt er etwas. Mombel taucht immer dann auf, wenn Paule sich nicht traut oder Angst hat. Das kleine Gespenst lacht nicht, sondern redet Paule gut zu. Und siehe da …

Ein Mutmachbuch zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren. Zum selbständigen Lesen für Kinder ab 8 Jahren. Und: Für Jugendliche und Erwachsene, die im Sportunterricht mit den Kästen nicht klarkamen!
Leseprobe:
Der verflixte Kasten

Der kleine Paule wohnte mit seinen Eltern und seinem großen Bruder in einem kleinen Dorf namens Trötenheim. Das ist in der Nähe von Dingenshausen.
Er besuchte die zweite Klasse der Grundschule Büffeltal.
Eigentlich war Paule ein sehr aufgewecktes, frohes Kind und er ging gerne zur Schule – wäre da nur nicht der blöde Sportunterricht gewesen. Paule hasste Sport. Und deshalb war er natürlich auch nicht besonders gut. Da lief immer alles schief.
Und das war noch nicht alles! Nee, da gab es noch seine gemeinen Klassenkameraden. Die machten sich immer lustig über Paule und zogen ihn ständig auf.
Martin sagte zum Beispiel: „Paule, Paule stolpere nicht, sonst hast du wieder Schrammen im Gesicht.“ Schon brach die ganze Klasse in Gelächter aus.
Deshalb wünschte sich Paule nichts sehnlicher, als es ihnen allen einmal so richtig zu zeigen. Martin und den anderen sollte die Spucke im Hals steckenbleiben.

An einem Montag aß Paule mit seiner Familie zu Abend. Eigentlich hätte er superglücklich sein müssen, denn seine Mama hatte extra Pfannkuchen für ihn gebacken. Die liebte er normalerweise über alles. Aber Paule saß mit einem mürrischen Gesicht am Tisch und stocherte im Essen herum.
„Was ist denn los mit dir, mein Schatz?“, fragte seine Mama.
„Nix“, brummelte Paule.
Aber seine Mama ließ nicht locker.
„Na gut“, stöhnte Paule, „morgen ist mal wieder dieser voll bescheuerte Sportunterricht. Wir sollen über diese dämlichen, blöden braunen Kisten – oder wie die Dinger heißen – springen. Aber meistens knalle ich gegen die Teile und haue mir die Haxen auf.“



Seine Mama schaute ihn mitfühlend an und sagte: „Diese dämlichen Dinger sind Kästen. Wenn du immer sagst, dass du es nicht kannst, wird es auch nie klappen. Man kann alles schaffen, wenn man nur will.“
Da brüllte sein großer Bruder Micha: „Morgen können wir den kleinen Dummkopf dann vom Holzkasten kratzen. Haha.“
Da stiegen Paule die Tränen in die Augen. Erstens aus Traurigkeit, weil Micha ihn auslachte, und zweitens vor Wut. Die Tränen bemerkte Micha natürlich und rief ganz fröhlich: „Pauli ist `ne Heulsuse, Pauli ist ein Mädchen!“
Die Mama ermahnte Micha, er solle aufhören, nun auch noch zu stänkern. Dann ging sie in die Küche.
Micha rannte, dumm grinsend, in den Garten und spielte mit Charly, dem Familienhund.
Nun saß Paule alleine und traurig am Tisch. Auf einmal spürte er einen leichten Luftzug neben sich und in der Luft, nanu, da schwirrte etwas.
Mit offenem Mund, ganz starr vor Schreck saß Paule auf seinem Stuhl. Er traute seinen Augen kaum. Neben seinem Kopf schwebte so ein kleines Gespenst.

Im Kindle-Shop: Mombel der Mutmacher: Der verflixte Kasten.
Mehr über und von Beate Geng auf ihrer Website.



'Elysis' von Karolyne Stopper

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
416 v. Chr.: Die schöne und selbstbewusste Spartanerin Lais und die schüchterne Athenerin Elysis treffen sich das erste Mal in Delphi. Von da an wird ihr Schicksal miteinander verknüpft sein. Denn Lais verfolgt finstere Pläne.

In Olympia beginnt nicht nur ein Spiel um Freundschaft und Verrat, sondern auch um die Liebe eines Mannes.

Eine romantische Geschichte aus dem antiken Griechenland.

Die 91. Spiele von Olympia und Elysis darf nicht einmal zusehen – dabei nimmt ihr großes Idol Alkibiades daran teil.

In der Zeit des berühmten Sokrates und einem Moment des Friedens zwischen Athen und Sparta überwindet eine Liebe alles.

Leseprobe:
Nikos hatte sie bald nur mit Desmona weitergehen lassen. Schon nach wenigen Metern hatte er mit einer seiner hochgeschnürten Sandalen gegen einen kleinen Stein gekickt und sehr missmutig ausgesehen.
„Was ist, Nikos? Kommst du weiter? Dort hinter der Mauer beginnt schon der Heilige Hain!“
Einen Moment druckste er herum, dann fragte er geradeheraus:
„Kannst du von hier aus nicht mit Desmona weitergehen? Wir können uns am Eingang in den Tempelbezirk dort vorne wiedertreffen. Ich würde so gerne nochmal hinüber zum Lager der Athener gehen. Bitte, Elysis!“
Sie blieb stehen und musterte ihn strafend.
„Hat es etwas mit Alkibiades zu tun?“
„Vielleicht kann ich mir die Pferde ansehen? So nett, wie er vorhin war, darf ich das bestimmt!“
Er sah sie mit großen fragenden braunen Augen an. Am liebsten wäre sie mit ihm dorthin gegangen. Aber es ging nicht. Jedenfalls nicht für sie.
„Na dann geh ruhig, Nikos! So oft sind wir ja nun auch nicht in Olympia. Aber versprich mir, wenn du ihn siehst, dass du mir alles von eurem Treffen erzählst!“
„Danke, Elysis. Auf dich ist Verlass!“, strahlte er sie an, drehte sich um und ging eiligen Schrittes davon. Elysis sah ihm gedankenvoll nach. Er war gewachsen in der letzten Zeit und seine langen Beine in dem knielangen, hellen Chiton waren eher schlank als muskulös. Ihr Bruder war ein guter Läufer, schnell und ausdauernd. Aber sein Herz schlug besonders für das Wagenrennen.
„Komm, Desmona. Und kein Wort zu Vater, ja?“
Die kleine, rundliche Frau murmelte ein verschlucktes:
„Aber dass ihm nichts passiert. Was sich hier so alles an Volk herumtreibt!“
Sie folgten einem ausgestampften Pfad in Richtung des Heiligen Haines. Als sie in den Tempelbezirk traten, registrierte Elysis die vielen verschiedenen Händler, die am Rande ihre Waren feilboten. Ziegenkäse und Brotfladen, Olivenöl und elegante Töpferwaren. Verdünnter Wein, der angeboten wurde, oder Bronzearbeiten. In Honig getauchte Süßigkeiten und andere lecker duftende Köstlichkeiten. Es machte richtig Appetit. Elysis wandte rasch ihren Blick von ein paar einladenden Kringeln ab. Rumpelnde Esel und Ochsenkarren waren ihnen außerhalb dieses Bezirkes begegnet, die unablässig Waren nach Olympia brachten. Viele Menschen waren hier unterwegs. Ihre Sklavin Desmona folgte murrend Elysis’ schnellen Schritten. Es war so aufregend, das Ganze hier zu sehen. Sie, Elysis, war Gast bei den 91. Spielen in Olympia. Und auch, wenn es hier ein wenig fremder zuging als in Athen, war es doch auch ähnlich.
„He, junge Frau“, krächzte eine ältere, gebeugte Händlerin ihr zu.
„Kommst du aus Athen?“
Elysis nickte und blieb einen Moment stehen.
„Woher weißt du das?“
„Das sieht man. An deinem Gewand, den Streifen unten darauf. Trägt man nur in Athen. Koste mein Gebäck, süß wie Honig und weich wie Ambrosia. Na, nun nimm schon! Ist zum Probieren umsonst.“
Zögernd nahm Elysis das kleine Gebäck entgegen, das die schwarzgekleidete Alte ihr reichte. Sie schnupperte daran und – da es appetitlich roch und aussah – schob sie es schließlich in ihren Mund. Es schmeckte wirklich gut.
„Lecker“, lobte sie und die Alte zeigte ein fast zahnloses Grinsen.
„Nicht wahr? Macht drei Athener Münzen!“
„DREI …“ Elysis verschluckte sich und musste beinahe husten.
„Du sagtest doch, dass es umsonst ist!“
„Zum Probieren, ja. Aber du hast es gegessen. Nicht probiert. Ist ein Unterschied!“
Fordernd streckte sie ihre Hand aus.
„Nun mach schon oder soll ich hier verkünden, dass die Athener alle Zechpreller sind?“
Und sogleich streckte sie sich lang und begann zu zetern:
„Schaut euch das nur an! Eine Athenerin zahlt einer armen Frau nicht für ihre Backwaren. Bei Demeter, so geht sie mit uns um!“
Ein dunkelhaariger Verkäufer von seltsam geformten Steinkrügen schnaubte förmlich wie ein Stier.
Elysis wollte gerade zu ihrer Verteidigung ansetzen, als sich eine kühle Hand auf ihre Schulter legte. Sie vernahm den Geruch von Orangenblüten und Ambra und gleich danach die perlende Stimme einer schönen Frau, die neben sie trat und ihre Hand zwar von ihrer Schulter nahm, sie aber beschwörend ansah.
„Drei Athener Münzen willst du? Sind dir die Münzen aus Athen wertvoller als eine Bezahlung aus Sparta?“ Ihre Stimme klang dermaßen bestimmend und hoheitsvoll, dass die Alte sofort verstummte. Ihre Augen glitten über das seidige, helle Gewand der schönen Lais.
„Wollt Ihr auch probieren?“, fragte sie listig.
„Willst du versuchen, mich übers Ohr zu hauen?“, fragte Lais schneidend nach. „Ich bin die Frau von Knochos!“
Das runzelige Gesicht der alten Frau färbte sich mit einem Mal weiß.
„Knochos. Ach so. Ich habe Euch nicht gleich erkannt. Hier, nehmt eine ganze Hand voll von meinen Backwaren. Bester Honig und feinstes Gebäck. Nehmt, nehmt, soviel Ihr wollt!“
Aufreizend langsam streckte Lais ihren Arm aus und nahm eine der kleinen Süßigkeiten aus der Hand der Frau. Ebenso langsam schob sie diese in den Mund und schloss die Augen.
Die alte Frau wartete beinahe zitternd darauf, wie es weiterging. Knochos war bekannt, nicht erst seit der kurzen Zeit, die er hier war. Ein Krieger, der wohl direkt aus dem Hades kam. Mit Schultern wie ein Stier und Armen so breit wie das Bein eines kräftigen Mannes. Gestern erst hatte er einen Mann zu Boden geschlagen, der ihm nur im Weg stand. Knochos wurden beim Wettkampf im Pankration, dem Allkampf, gute Chancen eingeräumt. Das war ein Kampf wie auf Leben und Tod, bei dem man den Gegner so lange treten, mit bloßen Händen würgen, schlagen und malträtieren konnte, bis dieser aufgab oder nicht mehr in der Lage war, sich zu wehren.

Im Kindle-Shop: Elysis.
Mehr über und von Karolyne Stopper auf ihrer Facebook-Seite.



21. Juni 2018

Gabriele Popma

Gabriele Popma ist Jahrgang 1963 und als wissenschaftliche Bibliothekarin ein alter Hase im Büchergeschäft. Bereits 1996 veröffentlichte sie ihren ersten Roman.

Nachdem ihre erwachsenen Kinder ausgeflogen waren, arbeitet sie nun wieder als Autorin. Mit ihrem niederländischen Mann lebt sie im südlichen Bayern und liebt neben dem Schreiben ihren Garten, große Stickbilder, die sie aus Zeitmangel nie beenden wird, und ihr altes Akkordeon.

Weblink: www.gabriele-popma.de

Bücher im eBook-Sonar:




'Weckzeit' von Norbert Böseler

Kindle Edition | Tolino
Im Juli 2006 gerät Edgar Focke zusammen mit seiner achtjährigen Tochter in die Fänge eines Psychopathen. Der Familienvater verliert sein linkes Bein und das Mädchen ist seitdem spurlos verschwunden. Die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sande.

Zehn Jahre später kommt Edgar durch einen Zufall in den Besitz eines antiken Weckers, der entgegengesetzt der Zeit läuft. Der mysteriöse Wecker ermöglicht es ihm, in jene schicksalhafte Zeit zurückzukehren, die tiefe Narben hinterlassen hat. Während er in der Gegenwart schläft, wird Edgar mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Auf beiden Zeitebenen lernt er Nora Runge kennen, die scheinbar demselben Täter zum Opfer gefallen ist. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Entführer. Beiden wird vor Augen geführt, dass jeder Eingriff in den Zeitverlauf ungeahnte Veränderungen nach sich zieht. Bei ihren Recherchen kommen sie einem Serientäter auf die Spur, der anderen Menschen unermessliches Leid zufügt.

Der Tag, der Edgar Fockes Leben verändert hat, rückt immer näher. Kann und darf er die schrecklichen Ereignisse verhindern?

Leseprobe:
2005
Es tickte im Sekundentakt, plötzlich fing es an zu läuten. Verschlafen schlug ich die Augen auf und tastete nach dem Wecker. Ich peilte den Bügel an, der die beiden Glocken miteinander verband und drückte ihn behutsam nach unten. Das Klingeln verstummte, der kleine Bolzen kam zum Stillstand. Instinktiv rieb ich mir die Augen. Tageslicht durchflutete den Raum. Bevor ich die Umgebung wahrnahm, bemerkte ich den modrigen Geruch. Feuchte, abgestandene Luft, die nach Schimmel roch, drang in meine Nase. Ich starrte nach oben. Die weiß gestrichene Decke war mit graugrünen Flecken benetzt. Ich schlug die Bettdecke zurück und richtete mich auf. Eisige Kälte verursachte auf meinen Armen eine Gänsehaut. Ein ganz anderer Schauder lief mir über den Rücken, als ich mich umsah. Ein völlig leeres Zimmer präsentierte sich mir. An den Wänden hingen alte vergilbte Tapeten. Helle, rechteckige Stellen zeichneten sich ab, an denen Bilder gehangen haben mussten. Anstatt Parkett bedeckte ein grauer, muffig riechender Veloursteppich den Boden. Es gab keine Gardinen vor dem Fenster. Nur die Kassettentür aus Eichenholz erinnerte an mein Schlafzimmer. Das einzige Möbelstück, was sich in dem Raum befand, war mein Bett, in dem ich wie versteinert aufrecht saß. Zuerst dachte ich an einen Traum, doch ich war hellwach, spürte die Kälte, roch den unangenehmen Geruch. Aus reiner Verzweiflung kniff ich mir in den Unterarm. Es tat weh. Ich war tatsächlich wach. Ich drehte mich zur Nachtkonsole. Lampe und Wecker standen wie zuvor nebeneinander, doch das Kabel der Lampe lag auf dem Boden. Ein Blick zur Wand zeigte mir, dass die Steckdose fehlte. Ich erinnerte mich, dass in unserem Haus viel zu wenig Steckdosen angebracht waren und wir in dieser Hinsicht kräftig nachrüsten mussten. Unter anderem hatten wir neben meinem Bett eine Dreifachdose installiert, die nun nicht mehr da war. Wie der Kleiderschrank, der Stuhl und vor allen Dingen meine Krücke nicht mehr vorhanden waren. Ich blickte auf den Wecker. Was mir diesmal sofort auffiel, war, dass der Sekundenzeiger sich in die richtige Richtung bewegte, er lief vorwärts. 11:05 Uhr zeigte der Wecker an. Meine Armbanduhr wies auf exakt die gleiche Zeit. Sollte ich etwa zwölf Stunden geschlafen haben? Unmöglich schien das nicht. Doch die Umstände, unter denen ich aufgewacht war, verursachten bei mir großes Unbehagen. Ich rutschte zur Bettkante, widerwillig setzte ich meinen Fuß auf den verschmutzten Teppich. Ich wollte zum Fenster, welches sich rechts vom Bett befand. Mühsam wuchtete ich mich hoch, machte einen kurzen Satz zur Wand, wo ich mich mit der Hand abstützte. So hangelte ich mich an der Wand entlang bis zum Fenster. Vor mir bot sich ein bekannter Anblick, nur mit dem Unterschied, dass der Kirschenbaum, der am Ende des Rasens stand, erheblich kleiner war als gestern.
Schritt für Schritt hüpfte ich weiter bis zur Schlafzimmertür. Als ich sie öffnete, schlug mir ein noch intensiverer Geruch entgegen. Es roch nach Katzenurin. Auch der Flur war mit Teppichbelag ausgelegt. An der Decke hingen noch die hässlichen Kunststoffpaneele, die wir gleich zu Beginn der Umbauten rausgerissen hatten. Ich öffnete die nächste Tür und sah in das karge Schlafzimmer meiner Frau. Auch hier, Teppich und keine Möbel. Ich ging weiter durch den Flur, wollte zum Bad, da ich auf die Toilette musste. Schwer schnaufend erreichte ich die Tür. Als ich die Klinke drückte, musste ich feststellen, dass die Tür zu allem Überfluss auch noch klemmte. Erst als ich mich mit der Schulter dagegenstemmte, flog sie auf, dabei verlor ich den Halt und fiel zu Boden. Gottseidank konnte ich den Sturz mit der Hand etwas abfangen. Ich robbte zum Waschbecken, wo ich mich wieder hochzog. Ich erledigte mein Geschäft, anschließend drückte ich die Spülung. Nur sparsam tröpfelte bräunliches Wasser in die Kloschüssel. Auch aus dem Kran des Waschbeckens strömte zunächst rostbraunes Wasser. Erst als es hell und klar wurde, wusch ich mir die Hände und das Gesicht. Das Bad hatten wir nach meinen Ansprüchen umgestaltet. Hier sah es so aus, wie ich es bei meiner damaligen Begutachtung vorgefunden hatte. Die Dusche bestand noch aus einer Wanne mit hohem Einstieg. Der Duschvorhang, der zwischen Kabine und Wand hing, erregte meine Aufmerksamkeit, vor allem die Stange, wo der Vorhang mittels Ringe eingefädelt worden war. Ich lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand, griff nach dem Vorhang und zog ihn nach unten. Immer wieder zerrte ich ruckartig an der bunten PVC Folie. Erst nachdem zwei Ösen abgerissen waren, fiel die Stange herunter. Fast wäre ich dabei bäuchlings in die Wanne gefallen, doch diesmal konnte ich einen Sturz vermeiden. Die verbleibenden Ringe fädelte ich aus. Es handelte sich um eine Teleskopstange, deren Länge man individuell einstellen konnte. Ich hielt das Aluminiumrohr fest umklammert und drehte die eine Hälfte nach links. Mir schmerzten schon die Hände, als die Spannung sich endlich löste. Ich stellte die Stange auf die passende Länge ein und spannte die beiden Enden, so fest ich konnte. Nun hatte ich zumindest einen provisorischen Gehstock. Da ich mir angewöhnt hatte, mit nur einer Krücke zu gehen, müsste es funktionieren. Ich stützte mich auf der runden Stange ab und hüpfte mit kurzen Sprüngen zurück in den Flur. Ich sah in jedes Zimmer, überall bot sich mir das gleiche Bild. Alle Räume waren leer. Zum Schluss bewegte ich mich in den Eingangsbereich. In dem kleinen Flur hinter dem Windfang befanden sich noch zwei weitere Türen. Die fürs Gäste-WC und die, die in den Keller führte. Die Kellertür stand einen Spalt weit offen. Ich öffnete sie ganz und zuckte erschrocken zusammen. Aus dem dunklen Treppenloch blickten mir zwei goldfarbene Augen entgegen. Sie bewegten sich hin und her und sprangen plötzlich auf mich zu. Ich wich zurück, dabei wäre ich fast schon wieder gefallen. Eine kleine Katze stieß gegen mein Bein. Sie fing gleich an zu schnurren und drückte ihren schlanken Körper immer wieder gegen mein Bein. Die Katze war schwarz, mit weißen Hinterbeinen und weißen Vorderpfoten. Auch der untere Hals und der Brustkorb zeichneten sich mit einer weißen Blesse vom Fell ab.
„Lucky?“, wich es über meine Lippen.
Während der Renovierungsarbeiten streunte eine ausgewachsene Katze um unser Grundstück, die genau so aussah wie diese. Ab und an wagte sie sich ins Haus und war besonders mir gegenüber sehr zutraulich gewesen, so als würde sie mich bereits kennen. Kurz nach unserem Einzug holte ich sie gegen Anjas Willen ins Haus. Wir nannten die Katze fortan Lucky. Sie fühlte sich gleich heimisch. Meine Frau war hinterher diejenige, die die meiste Zeit mit der Katze verbrachte. Vor etwa drei Jahren fand ich sie tot auf einem Acker hinter unserem Grundstück. Sie war von Schrotkugeln durchsiebt worden.

Im Kindle-Shop: Weckzeit: Thriller.
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Norbert Böseler auf seiner Facebook-Seite.



20. Juni 2018

'Flammender Abgrund' von Gabriele Popma

Kindle Editon | Tolino | Taschenbuch
Die junge Deutsche Jessica erbt von ihrer amerikanischen Großtante ein Haus in Arizona. Dort will sie sich neu orientieren. Als sie sich in den charismatischen, aber undurchsichtigen Vagabunden David verliebt, hängt ihr Himmel voller Geigen.

Doch ein alter Brief ihrer Mutter zerstört ihr Liebesglück und stellt ihre Welt komplett auf den Kopf. Auf der Suche nach der Wahrheit stolpert sie an Davids Seite von einer Aufregung in die nächste und entdeckt verstörende Familiengeheimnisse. Unvermittelt befindet sie sich in einer gefährlichen Auseinandersetzung, bei der ihre eigenen Familienmitglieder in vorderster Front stehen.

Und dann sind da auch noch Davids Geheimnisse und die Sache mit ihrem Vater …

Leseprobe:
„Glaubst du, er kommt wieder?“
David saß im Bett und beobachtete mich beim Ausziehen. „Soll er doch“, brummte er. „Ich freue mich schon darauf.“
Ich zog mein langes T-Shirt mit dem AC/DC-Motiv auf der Vorderseite bis auf die Schenkel hinunter, wohl wissend, dass David es nicht lange an seinem Platz lassen würde. Dann kuschelte ich mich eng an ihn. Ganz wohl war mir bei dem Gedanken nicht, dass Marc möglicherweise wiederkam. Es war ein beunruhigendes Gefühl, dass er einen Schlüssel zu meinem Haus hatte. Wie zur Bestätigung meiner Befürchtungen begann es in der Ferne dumpf zu grollen.
David hob den Kopf. „Ein Gewitter. Hoffentlich kommt mal ein bisschen Regen. Wäre wirklich nötig.“
Es war eine seltsame Atmosphäre. Während wir uns liebten, kam das Gewitter immer näher und begleitete uns mit gewaltigen Donnerschlägen. Bei einem besonders lauten Krachen ging das Licht aus. Mit einem Schrei fuhr ich hoch.
„Alles in Ordnung, mein Schatz“, beruhigte David mich. „Wahrscheinlich hat ein Blitz die Stromversorgung lahmgelegt. Kein Grund zur Sorge.“
„Ich bin nur von dem Schlag erschrocken.“ Nackt wie ich war, trat ich ans Fenster und beobachtete das Spektakel. Blitz um Blitz zuckte über den schwarzen Himmel und erleuchtete die Wolken, die drohend über dem Land lagen. David trat hinter mich und schlang seine Arme um mich, während dicke Regentropfen an der Scheibe zerplatzten.
„Als ich klein war, habe ich mich immer vor Gewittern gefürchtet“, gestand ich. „Marc prophezeite mir ständig, dass der nächste Blitz ganz sicher unser Haus treffen würde. Ich bin dann meistens zu Chris ins Bett gekrochen, und er hat mich getröstet.“
„Ich bin also nicht der erste Mann, bei dem du im Bett liegst?“
„Wenn ich mich richtig erinnere, liegst du eher in meinem“, korrigierte ich und schmiegte mich an ihn.
„Erzähl mir von deinem Freund“, bat er mich.
„Jetzt?“, fragte ich überrascht. Dann zuckte ich mit den Schultern. „Da gibt es nicht viel zu erzählen. Ich lernte ihn kennen, als ich neunzehn war und verliebte mich bis über beide Ohren in ihn. Dachte ich zumindest. Wir waren vier Jahre zusammen. Ich plante unsere Hochzeit und mir fiel gar nicht auf, dass er zu diesen Plänen gar nichts sagte. Und dann war Schluss. Ich erwischte ihn mit einer Anderen und wir trennten uns im Streit. Seitdem bin ich solo.“
„Jetzt nicht mehr“, murmelte David an meinem Hals.
„Nein, aber unsere Beziehung hat keine Zukunft.“
„Möchtest du nicht hier bleiben?“
„In Amerika?“ Der Gedanke war so neu für mich, dass ich David erstaunt ansah. Es war für mich immer klar gewesen, dass dies nur ein kurzer Besuch war und ich bald wieder nach Deutschland zurückkehren würde. Aber was wartete dort auf mich? Ich hatte keine Arbeit, keinen Mann, der mich zurück erwartete, nur meine Familie und einige Freunde. Ich beschloss, die Idee, dass ich mein Leben radikal ändern und in den USA bleiben konnte, nicht sofort zu verwerfen. Noch wurde ja keine Entscheidung von mir verlangt.
Das Gewitter verzog sich, aber der Regen steigerte sich zu einem harten Staccato. „Komm wieder ins Bett“, flüsterte David hinter mir. „Es wird langsam ungemütlich.“ Ich drehte mich gerade zu ihm um, als wir es hörten. Ein schabendes Geräusch kam von unten. Ich erschrak. Es konnte doch nicht wahr sein! Sollte Marc es wirklich wagen? Unverfroren genug war er sicherlich. Mir stockte der Atem. Auch wenn es nur mein Bruder war, kroch eine kalte Angst in mir hoch.
Davids Miene nahm einen grimmig entschlossenen Ausdruck an. Im Flackern eines Blitzes schimmerten seine Augen eiskalt. Er knipste seine Taschenlampe an, schlüpfte schnell in seine Jeans und ging dann zu seiner Seite des Bettes, um ein Päckchen aus dem Nachttisch zu holen, das er nachmittags hineingelegt hatte. Mir blieb vor Schreck der Mund offen stehen, als ich in dem fahlen Lichtschein sah, was er da auswickelte.
„David“, flüsterte ich heiser. „Was willst du denn mit einer Pistole?“
„Ist manchmal ganz nützlich, wenn man so durch die Gegend zieht“, brummte er grimmig und begann, den Revolver zu laden.
„Du spinnst wohl?“, fuhr ich ihn an. „Leg das Ding weg.“
„Dein Bruder ist nicht ganz ungefährlich.“
„So ein hirnrissiger Quatsch! Marc ist vielleicht nicht gerade ein umgänglicher Typ, aber doch nicht gefährlich. Wehe, wenn du anfängst, hier im Haus herumzuballern wie ein verkappter Wild-West-Sheriff.“ Ich war wütend und dabei völlig fassungslos über Davids Kaltblütigkeit. Diese Reaktion war absolut übertrieben. Amerikaner hatten vielleicht eine gesteigerte Affinität zu Waffen, aber ich würde das nicht erlauben. Ich hielt seinen Arm krampfhaft umklammert, bis er einlenkte.
„Gut, weil du es bist. Aber mein Messer nehme ich mit. Er ist selber schuld, wenn er was abkriegt.“
Stumm und mit gemischten Gefühlen sah ich zu, wie er sich das lange Fahrtenmesser an seinen Gürtel schnallte. Ich sah hier einen völlig veränderten David. Er hatte die Kiefer fest zusammengepresst und im Licht der Taschenlampe wirkten seine Augen kalt und erbarmungslos. Die Entschlossenheit in seinem Gesicht machte mir mehr Angst als der Gedanke an Marc.
„Du bleibst hier“, befahl er mir, als ich nach meinem Bademantel griff.
„Aber ich …“
„Bitte Jessica“, schnitt er mir das Wort ab. „Ich weiß, er ist dein Bruder, aber ich bin sehr vorsichtig mit Leuten, die mitten in der Nacht bei anderen einbrechen. Bruder hin oder her, ich will, dass du hier bleibst.“
Ich nickte, doch ich dachte nicht daran, mich zu fügen. Wenn wirklich Marc hier umhergeisterte, war es meine Sache, ihm die Tür zu weisen. Mit Davids aggressiver Methode war ich nicht einverstanden. Und wenn ich noch so viel Angst vor einer Konfrontation hatte, mit meinem Bruder konnte ich gut allein fertig werden.
Automatisch drückte ich auf den Lichtschalter und stöhnte, als nichts geschah und ich nach wie vor in absoluter Dunkelheit stand. Als ich tastend um die Ecke bog und vorsichtig meinen Fuß auf die erste Treppenstufe setzte, sah ich das Licht von Davids Taschenlampe unter mir suchend umherhuschen. Plötzlich fiel der schwache Schimmer auf eine große Gestalt. Keinen Sekundenbruchteil später klapperte die Lampe auf den Boden und erlosch, als David sich auf den Mann stürzte. Ich schlug mir beide Hände vor den Mund, um nicht laut aufzuschreien.
Vergeblich versuchte ich, das Dunkel zu durchdringen. Ich wollte wissen, was da unter mir vor sich ging. Marc hatte wirklich Nerven, hier noch einmal aufzutauchen. Hoffentlich ließ David sich nicht zu unnötigen Gewaltakten hinreißen.
Stufe für Stufe tastete ich mich nach unten. Ein Stuhl fiel scheppernd um. Ein Mann stöhnte. Wo war nur das verdammte Licht? Es machte mich wahnsinnig, dass ich nichts sehen konnte und nur bedrohliche Geräusche hörte. Als jedoch die Deckenlampe unvermittelt direkt über mir aufleuchtete und alles in gleißendes Licht tauchte, erschrak ich derart, dass ich für einen Moment die Augen schloss. Als ich sie wieder öffnete, glaubte ich, Eiswasser würde durch meine Adern rinnen. Fassungslos starrte ich auf die kämpfenden Männer vor mir. Die Szene wirkte wie eingefroren, ich sah nur das Messer in Davids Hand, mit dem er blitzschnell auf seinen unter ihm liegenden Gegner einstach. Ich konnte den Mann nicht sehen, doch sein Schmerzensschrei ließ mich erstarren. Diese Stimme kannte ich nur allzu gut. Mein eigener Schrei, der mir laut und unnatürlich schrill in den Ohren gellte, riss David auf die Beine. Schwer atmend sah er mich an, das blutige Messer in der Hand, während sich sein Opfer stöhnend auf dem Boden wälzte. Davids Unterlippe war aufgeplatzt und blutete. Doch ich empfand kein Mitleid mit ihm. Im Gegenteil. Ich stürzte die restlichen Stufen hinunter und stieß ihn grob beiseite, als ich mich neben meinem Bruder auf die Knie fallen ließ.
„Chris! Verdammt noch mal, was tust du denn hier?“

Im Kindle-Shop: Flammender Abgrund
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Gabriele Popma auf ihrer Website.



'Zwiebelbart' von Annika Nebeling und Stefan Preiß

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Peter ist in Panik: Der 80. Geburtstag seiner Mutter steht vor der Tür und er hat nicht die kleinste Eingebung, was er ihr schenken kann. Der Schlüssel liegt bei seiner zwölfjährigen Tochter Sophie, die über einen großen Ideenreichtum und Kreativität verfügt. Aber wie bringt Peter sie dazu, ihm aus der Klemme zu helfen, wenn sie gerade wieder den halben Tag vor dem Handy verbringt? Der Internet-Chat ist die Lösung und so schreibt Peter seiner Tochter im Nebenzimmer eine Nachricht ...

Was daraus folgt, konnte Peter nicht absehen: Aus dem Chat entsteht ein Märchen. Und die Abenteuer der Prinzessin und ihres klugen Lieblingsfroschs Zwiebelbart halten Peter und Sophie in Atem - oder besser gesagt am Handy, denn die Geschichte geht weiter und weiter. Die Prinzessin und Zwiebelbart treffen die weise Safira, begegnen Moormenschen und unheimlichen Teildrachen und müssen gefährliche Abenteuer überstehen.

Der Geburtstag ist gerettet, doch dann geht die Geschichte weiter ...

Leseprobe:
Tauruskhoro zog bereits seinen Kopf zurück, als die Prinzessin laut ausrief: „Unsere Probleme? Ich glaub, ich hör nicht richtig!“ Der Drache hielt inne und blickte die Prinzessin an. Auch Zwiebelbart richtete den Blick auf die Prinzessin, deren Gesicht vor Wut glühte. „Das sollen UNSERE Probleme sein? Wessen Sohn ist das denn, der so missraten ist, dass er jahrelang Angst und Schrecken verbreitet hat? Und wer hat sich denn in einer Höhle versteckt, anstatt seinem Sprössling Anstand und Moral zu vermitteln? UNSERE Probleme, ich fass es nicht ...!“

„Also, ich wollte ...“, setzte der Drache an, doch ein „ICH BIN NOCH NICHT FERTIG“ der Prinzessin unterbrach ihn sogleich. „Ich kann vieles verstehen“, fuhr die Prinzessin mit gepresster Stimme fort, „dass es nicht leicht ist, immer wieder zu kämpfen für das Gute, dass es sich besser anfühlt, abends in die sichere Höhle zu steigen und sich nicht verantwortlich zu fühlen. Ich kann sogar verstehen, dass man sich in seinem Selbstmitleid einrichtet und sich einredet, dass die unglückliche Ratte die Schuld an allem trägt, was geschehen ist. Aber erzähl uns nicht, dass das UNSER PROBLEM IST!“.

Im Kindle-Shop: Zwiebelbart: Ein Internet-Chat wird zum Märchen.