15. Oktober 2018

'Broken Wide - Gefährliche Freiheit (Mindjack #6)' von Susan Kaye Quinn

Kindle | Tolino | iTunes
Er kämpft mit allem was er hat für den Frieden. Doch die Hoffnung darauf schwindet drastisch ...

Sein halbes Leben lang hat Zeph verheimlicht, was er wirklich ist. Er verbarg seine Jackingkräfte vor gefährlichen Männern und lief sogar von zu Hause fort, um all jene zu beschützen, die er liebt. Und jetzt, wo sein Leben endlich wieder zusammenwächst – seine Mutter und Schwester sind in Sicherheit und das Mädchen seiner Träume an seiner Seite – bricht der Rest der Welt auseinander. Die Unterdrückung durch die Gedankenleser wird für die Jacker von Tag zu Tag schlimmer. Jackerhassende Politiker schüren Ängste und ernten noch mehr Macht. Und alle Jacker, die auf der Reinheitsliste der Fronter auftauchen, enden tot in den Straßen vor Jackertown.

Selbst die Jacker Freedom Alliance wird durch innere Streitereien zerrissen.

Dabei will Zeph nichts mehr, als sich ein Leben mit Tessa aufzubauen – aber selbst sie verliert den Glauben daran. Wenn es keinen Frieden zwischen Lesern und Jackern gibt, wie können sie dann eine gemeinsame Zukunft haben? Nachdem eine Demonstration eskaliert, beginnt der Präsident eine Belagerung Jackertowns vorzubereiten und ein MINDWARE Unternehmer macht sich daran, eine Technologie zu perfektionieren, die den Verstand von Jackern zerstören soll. Eine friedliche Lösung scheint nahezu aussichtslos, aber eines steht fest – die Welt kann nur wieder zusammengesetzt werden, indem Zeph die mächtigen Leute zu Fall bringt, die sie auseinanderreißen.

Das große Finale zu Zephs Geschichte in der Mindjack-Bestsellerreihe: In dem es keinen radikaleren - oder gefährlicheren - Gedanken gibt, als sich für den Frieden einzusetzen.

Leseprobe:
Eine Welle von Flüchen schwappt durch die Köpfe der Freidenker.
Anna und Hinckley führen die JFA-Einheiten an und deuten der Gruppe jetzt, stehen zu bleiben. Major John Scott ist kein Jacker, aber er hat mehr militärische Erfahrung als alle anderen hier. Außerdem hat er einen undurchdringbaren Verstand, also flankiert er die Gruppe auf der anderen Seite von mir. Kira hat sich geweigert mitzukommen, aber das ist wohl auch besser so – sie ist das Gesicht der JFA und ihre Wahlniederlage ist den Leuten noch zu frisch im Gedächtnis. Denn falls – und ich hoffe, wenn – sich die Welt wieder beruhigt und normal wird, brauchen wir jemanden, der für uns in die Politik geht.
Die Fronter brüllen uns mit wutroten Köpfen an. Ihre Gesichter sind genauso unverhüllt wie die der Freidenker – niemand von ihnen trägt eine Zweite-Haut-Maske, wie ich sie habe, um sich und ihren Rassismus dahinter zu verstecken. Was irgendwie der Kern des Ganzen ist. Unverhüllter Hass und unverhüllte Liebe. Leser sind daran gewöhnt, dass all ihre Gedanken und Gefühle offenliegen, das Gute sowie das Schlechte. Das ist einer der Gründe, warum Leser Angst vor Jackern haben – nicht bloß, weil wir Gedanken kontrollieren können. Weil wir ihnen ein Rätsel sind. Unergründlich. Nicht vertrauenswürdig. Es spielt keine Rolle, wie gesetzestreu oder friedlich du bist … wenn du ein Jacker bist, bist du ein Schreckgespenst, das die Albträume der Leser heimsucht.
Und die Fronter nutzen diese Albträume für ihre Zwecke aus.
Es sind alles Männer mit einem rauen Aussehen, die ganz offenbar an Gewalt gewöhnt sind. Ich habe es in den Clans gesehen, die Jüngeren haben eine Gier danach, während die Clanführer die eiskalten Mienen derer haben, die verstehen, welche Macht Gewalt mit sich bringt. Beide Arten sind hier vertreten – wild dreinblickende Heißsporne und ältere Fronter mit toten Augen, und gerade bei letzteren läuft es mir eiskalt den Rücken runter.
Ich weiß, warum die Freidenker hier sind – um ihre Prinzipien zu vertreten. Das ist alles. Um vor den Kameras zu protestieren. Aber diese Typen… wollen mehr. Die jungen Wilden sind bloß auf einen Kampf scharf, aber die älteren, durchtriebeneren …
Ich fange an zu bereuen, dass wir bloß Pfeilpistolen dabei haben. Anna hatte vorgeschlagen, dass die JFA Scharfschützen in Position bringt, doch ich konnte sie davon überzeugen, dass dies die falsche Botschaft senden würde. Aber von den Frontern abgeschlachtet zu werden, wäre ebenfalls kein erstrebenswerter Ausgang.
Mein Magen zieht sich zusammen. Ich kann gerade nicht daran denken, was alles passieren könnte, sollte ich Unrecht haben.
Beide Seiten stehen sich jetzt gegenüber, nur eine Kluft von weniger als zehn Metern Asphalt zwischen sich. Kameradrohnen schwirren so dicht über uns, dass ich neben den einseitigen Beleidigungen auch ihr ständiges Summen in den Ohren habe. Die JFA ist still und die Freidenker unterhalten sich nur in Gedanken – welche kurz davor sind, sich in Tessas Verstand zu synchronisieren. Synchronität ist eine schräge Sache, die unter Lesern entsteht, bei der sie eine Art Resonanz mit ihren Gedanken erzeugen. Als würde man harmonisch zusammen singen, nur mit Gedankenwellen. Es ist eine demokratische Sache, wo jeder Verstand eine Stimme bekommt, aber schlussendlich alle in einem finalen Gedankenkonsens zusammengefasst werden.
Der Sprechchor echot bereits in Tessas Kopf, bevor sie ihn laut ausrufen. Keine Stille! Keine Angst! Jacker und Leser SEITE AN SEITE! „Keine Stille! Keine Angst! Jacker und Leser SEITE AN SEITE!“ Tessas Stimme ist klar und kräftig und unsere Seite ist definitiv in der Überzahl. Da sind vielleicht drei Dutzend Fronter, aber wir haben mehr Freidenker und fast genau so viele von der JFA. Die Jacker beteiligen sich nicht an den Rufen und ich bleibe ebenfalls still, beobachte die Fronter und warte auf ihre Reaktion. Ein paar von ihnen schleudern uns immer noch Beleidigungen entgegen, aber der Rest beginnt Handsignale zu nutzen, um irgendetwas zu koordinieren. Mehrere Fronter scheren aus, gehen zum Feuer und ziehen brennende Holzlatten heraus. Was zur… Ich spanne mich an und sehe zu Scott. Er fängt meinen Blick ein und schüttelt den Kopf. Nein. Ich habe die Hand bereits auf der Waffe an meinem Gürtel, aber er hat recht. Wir wollen nicht diejenigen sein, die als erste das Feuer eröffnen, besonders angesichts dessen, dass die Pistolen der Fronter keine Betäubungspfeile abschießen.
Tessa ist so sehr mit den anderen Freidenkern synchronisiert, ich glaube, sie sieht die beiden Fronter gar nicht, die mit brennenden Holzscheiten in der ersten Reihe stehen. Gemeinsam mit den anderen schleudern sie Beleidigungen herüber und beginnen bald, einen neuen Sprechchor zu formen. „Reinheit jetzt! Keine Lügen! Sperrt Jacker weg! Wir werden siegen!“
Die Freidenker antworten mit ihrem eigenen Slogan. „Niemand ist frei, bis ALLE frei sind!“
„Jacker sind entartet! Die Welt gehört den Lesern!“
„Jackerrechte JETZT SOFORT!“
„Blutsverräter!“
Rasch arten die Rufe wieder in Beleidigungen aus. Die Typen mit den Fackeln – oder brennenden Knüppeln, je nachdem wie man es sehen will – schieben sich näher zu uns und die ganze Reihe bewegt sich mit ihnen. Ein Typ mit einer komplett schwarzen Flagge, mit einem einzigen „reinen“ Blutstropfen darauf, macht einen Ausfallschritt, als würde er jemanden mit der Fahnenstange aufspießen wollen. Hinckley gibt der Frontreihe der JFA ein Signal. Sie rücken ebenfalls ein Stück nach vorne und schaffen eine Lücke zwischen sich und den Lesern.
Eine Pufferzone. Falls die Fäuste fliegen sollten.
Die Kameradrohnen summen und schwirren umher. Sie bekommen eine ziemliche Show geboten.
Die Polizisten vom CJPD sehen bloß zu, ohne irgendwelche Anstalten zu machen, einzuschreiten. Ich bin mir nicht einmal sicher, warum sie hier sind. Um Jacker zu verhaften, falls die Dinge außer Kontrolle geraten? Vermutlich.
Und es gibt nur einen Ort, an den verhaftete Jacker gebracht werden. Die Jacker-Haftanstalt. Der Ort, wo Tiller sein geheimes Jacker-Konvertierungsprogramm weiterentwickelt hat, indem er mit Insassen experimentierte. Heutzutage sorgt die Chicagoer Jackerpolizei dafür, dass eine Einweisung dort eine Reise ohne Rückkehr ist. Ich mache mir eine mentale Notiz, den Polizisten einen Betäubungspfeil in die Brust zu verpassen, wenn die Sache hier schieflaufen sollte.
Die Frontlinie der JFA zieht sich zusammen und die Lücke zu den Frontern schließt sich langsam. Ein paar der Schläger aus der Hauptgruppe ziehen sich vor der bevorstehenden Konfrontation zurück. Feiglinge? Ich glaube nicht. Es wirkt eher so, als führten sie etwas im Schilde. Sie rennen zurück zum Feuer. Mehr brennende Knüppel? Gerade als mir dieser Gedanke durch den Kopf fährt, fängt die erste Reihe der Fronter an, nach den JFA Leuten zu schlagen und zu treten und ihre Fackeln zu benutzen, um sie entweder zu provozieren oder auf Abstand zu halten. Schwer zu sagen.

Im Kindle-Shop: Broken Wide - Gefährliche Freiheit (Mindjack #6).
Für Tolino: Buch bei Thalia
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11. Oktober 2018

'Kaltgestellt: der Mann aus Beirut' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Das BKA hört mehrere Handygespräche zwischen Deutschland, Damaskus, Bagdad und Grosny ab. In den Gesprächen geht es um Terroranschläge in Westeuropa und um Drogen. In aller Eile installieren das BKA und der Verfassungsschutz in einem kleinen Ort am Niederrhein eine behelfsmäßige Kommandozentrale. Aus dieser Gegend kamen die Gespräche.

Der Nahost Experte Walther Sembach, strafversetzt von Damaskus nach Deutschland, bekommt die undankbare Aufgabe, die Urheber der Telefonate zu ermitteln. Als er der Wahrheit zu nahe kommt, steht er selbst auf der Abschussliste.

Leseprobe:
Er ist noch nicht lange hier, vier Wochen. Oder fünf? In der Enge einer Gefängniszelle verliert man die Zeit. Er darf mit niemandem reden. Beim Hofgang brüllen die anderen Gefangenen anzügliche Bemerkungen. Kinderficker ist noch harmlos. Unter den Augen von sechzig oder achtzig Männern wie auf dem Präsentierteller alleine um den Gefängnishof zu laufen, ist erniedrigend. Er setzt sich lieber auf eine Bank hinten an der Mauer. Oder verzichtet auf den Hofgang.
Jeden Freitag dröhnt der Ruf – Häftlinge antreten zum Duschen – durch das Hafthaus. Ein Beamter öffnet die Zellen und in Gruppen von acht bis zehn Gefangenen gehen sie duschen. Für ihn gilt das nicht, er duscht getrennt von den Anderen.
»Ist zu Ihrem Schutz«, sagt der Schließer mürrisch, als er wissen will, warum das so ist. Justizbeamte in einer JVA werden Schließer genannt, weil sie am Gürtel viele Schlüssel tragen.
Das vergitterte Fenster seiner Zelle ist klein, vierzig mal sechzig Zentimeter, wie eine Dachluke. Mitternacht ist vorbei, der Mond steht hoch am Himmel. Er weiß nicht, wie spät es ist, sie haben ihm bei der Festnahme die Uhr abgenommen.
In der Zelle herrscht Halbdunkel und ohne die Gitter zum Gang und am Fenster hätte er es als angenehm empfunden. Er liebt die Dunkelheit. Als er sieben oder acht Jahre alt war, ist er nachts oft von zu Hause ausgerissen und alleine durch den Wald gestromert. Da war kein Vater, nur die Nachttiere. Mäuse raschelten im Unterholz und gelegentlich hörte er eine Eule, die sich laut protestierend in die Luft schwang. Der Wald war von Gräben durchzogen, die im Frühling und Herbst voll Wasser standen. Wenn er spät nachmittags, nach den Schularbeiten, mit seinen Freunden durch den Wald stromerte, schreckten sie im dichten Unterholz Rehe auf.
Die Deckenbeleuchtung im Gang brennt nur schwach. Ungewöhnlich, sonst sind Gang und seine Zelle hell beleuchtet. Er blickt zur Kamera an der Zellendecke. Die Decke ist sehr hoch, vier Meter, keine Chance hinaufzuklettern und die Linse abzudecken. Warum auch, er hat nichts zu verbergen. Den Lebensabschnitt, in dem er brisante Geheimnisse mit sich herumtrug, hat er hinter sich.
Schlafen kann er nicht, er döst vor sich hin, denkt über sein Leben nach. Er hat nicht protestiert, als man ihn festnahm. Es war die logische Folge der Ereignisse. Wie die Nacht auf den Tag folgt.
Etwas ist anders. In dieser kurzen Zeit hat er sich an die Geräusche der Justizvollzugsanstalt gewöhnt, Änderungen fallen ihm sofort auf. Da ist ein Schleifen auf dem Zementboden. Er steht auf und tritt an das eiserne Gitter zum Gang, drückt den Kopf dagegen. Überrascht bemerkt er, dass die Gittertür nicht verschlossen ist. Einen Moment ist er in Versuchung, sie ganz aufzustoßen. Er unterlässt es, es bringt nichts. Bis zur Freiheit gibt es zu viele verschlossene Gitter. Auch die Tür der Nachbarzelle steht etwas auf.
Er legt sich wieder auf die schmale Pritsche und taucht in seine Erinnerungen. Zwei oder drei Uhr morgens muss es sein. Um diese Zeit kommt sein Vater zu ihm. Das ist Jahrzehnte her, es läuft ab wie ein Film in seinem Kopf.
»Darf ich mich zu dir setzen?«, flüstert sein Vater. »Ich habe dir etwas mitgebracht, Zimtschokolade, die isst du doch so gerne. Kannst du essen, Mama weiß nichts davon, das ist unser Geheimnis.«
Sein Vater setzt sich auf die Bettkante und reißt die Verpackung auf, pult das Silberpapier ab.
»Möchtest du?«
Er bricht ein Stück Schokolade ab und schiebt es dem Jungen zwischen die widerstrebenden Lippen.
Ein ungewöhnliches Geräusch aus der Nachbarzelle reißt ihn aus seinen quälenden Gedanken und er ist dankbar dafür. Jemand geht hin und her. Nicht in Filzschuhen, wie die Gefangenen sie tragen müssen, sondern in Straßenschuhen mit harten Ledersohlen. Er horcht und plötzlich weiß er, weshalb ihn das irritiert. Zwei Personen sind es. Unverständliches Geflüster. Das Licht im Gang erlischt, nur schwaches Mondlicht erhellt die Zelle. Die Schritte verstummen.
Vor seiner Zellentür sieht er den Lichtkegel einer Taschenlampe, mehrere Schatten. Die Tür seiner Zelle schwingt knarrend auf und sie kommen herein, drücken ihn auf die Liege, pressen ein stinkendes Tuch auf seinen Mund. Er spürt einen harten Gegenstand am Hals, ein elektrischer Schlag durchzuckt ihn und er kann sich nicht bewegen. Sie reißen ihn von der Pritsche und schleifen ihn über den Boden. Er spürt, wie sich seine Blase entleert.

Im Kindle-Shop: Kaltgestellt: der Mann aus Beirut
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10. Oktober 2018

'Schicksalspfad des Tempelritters: Flammende Himmel' von Olivièr Declear

Kindle Edition | Tolino
Flammende Himmel, der dritte Band der Reihe »Schicksalspfad des Tempelritters« von Olivièr Declear.

Im Spätherbst 1290 verzehren lodernde Flammen das Marktviertel von Accon. Söldner verwüsten die Stadt. Erst das beherzte Eingreifen der Ritterorden beendet das Massaker unter der Bevölkerung.

Der Tempelritter Gernòd de Loen gerät mit seinen Freunden in Gefangenschaft. Auf einem Sklavenmarkt werden sie an den mächtigen Schriftgelehrten des Sultans, Abu I-Fada, verkauft und nur ihr unbeugsamer Wille, die Stadt Accon vor der erneut drohenden Gefahr zu warnen, lässt sie überleben. Als sie endlich die Mauern von Accon erreichen, bereiten sie sich mit den Bewohnern der Stadt auf den herannahenden Krieg vor.

Leseprobe:
Aufruhr
Neugierig spähte Gernòd über die Dächer des Marktviertels der Stadt. Er betrachtete die Rauchsäulen, welche sich dunkel in den klaren Himmel erhoben. Die Glocken der Stadt sandten ihren mahnenden Klang bis zu ihm auf dem äußersten Winkel des Wehrwalls. Eine Gruppe Wachsoldaten eilte über das grobe Steinpflaster der Straße und warf ihm fragende Blicke zu. Gernòds Augen streiften sie, während sich sein linker Arm in Richtung Rauchsäulen erhob. »Im Marktviertel!«, rief er hinunter. Ohne ihn weiter zu beachten, hasteten sie durch die enge Gasse. Der Klang ihrer Schilde auf der schweren Rüstung, der bei jedem ihrer Schritte ertönte, verlor sich mit ihnen hinter der nächsten Wegbiegung. Sorgenvoll richteten sich seine Augen erneut auf die Rauchsäulen.
Das Marktviertel mit seinen zahlreichen Holzverschlägen bot einer Feuersbrunst ein fruchtbares Ziel. Erste Flammen stiegen bereits züngelnd an einem Dach empor, als dienten ihnen die Lehmziegel als Nahrung. Accon, die letzte befestigte Stadt des einstmals mächtigen Kreuzfahrerheeres, war in größter Gefahr. Gernòds Herz schlug heftig in seiner Brust. Nicht durch die Hand der verhassten Sarazenen, sondern durch die Unachtsamkeit eines Händlers, vermutete er, sei dieser Brand entstanden.
Erneut kam ein Trupp Männer in seine Sicht. Schon von weitem erkannte er die weißen und braunen Mäntel seiner Brüder mit dem blutroten Kreuz des Templerordens über den Herzen. Ihr Anführer, Bruder Durmonte, wies mit wenigen, herrischen Armbewegungen drei dienende Brüder auf den Wehrwall hinauf und Gernòd zu sich herab. »Aufruhr im Marktviertel!«, rief er ihm entgegen und eilte mit wehendem Mantel an der Spitze seiner Männer in Richtung des Marktes. Gernòd hastete über den schmalen Stieg des Walls hinunter und eilte seinen Brüdern nach. »Aufruhr«, dachte er. Vermutlich waren es wieder einmal Söldner, denen der hohe Preis der Händler nicht gefiel, oder die keinen weiteren Kredit erhielten.
Gernòd spürte das unebene Pflaster der Straße unter den dünnen Ledersohlen, während er seinem Trupp hinterherhetzte. Einige Türen der Häuser öffneten sich einen Spalt breit, um neugierigen Augenpaaren den Blick auf die lärmenden Brüder zu bieten. Kaum hatte Gernòd seine Kameraden eingeholt, bog der Trupp in einen der Hauptwege ein. Vor ihnen strömten Soldaten der anderen Wachen aus den Seitengassen. Hospitaliter, Deutschritter und Söldnertruppen stürmten auf die Straße. Die Glocken aller Kirchen und Wachen erhoben sich über dem Lärm, drangen von allen Seiten auf die Soldaten ein und mahnten sie zur Eile. Verständigende Blicke trafen sich auf ihrem Weg, ernste Gesichter nickten sich grüßend zu. In jedem Antlitz las man die Spannung auf die vor ihnen liegende Bedrohung.
Ohne den hastigen Schritt aufzugeben, löste Gernòd den Schildgurt und führte seine Faust durch die Armriemen. Mit der freien Hand tastete er sich am Waffengurt entlang, bis er den Kopf seiner Axt spürte. Er schob die Schlaufe über dem Axtkopf mit dem Daumen beiseite und zog die Waffe aus dem Gurt. Mit einer Aufwärtsbewegung ließ er den Griff in seine Hand gleiten. Er war für den Kampf bereit.
Vor ihnen erhob sich das Holztor des Marktviertels. Es stand weit geöffnet und die Wachen wiesen mit ausladenden Bewegungen den Weg. »Die Lombarden und Toskaner!«, scholl es ihnen entgegen. Brandgeruch lag in den engen Gassen und Rauchschwaden minderten die Sicht. Gellende Schreie und Kampfeslärm drang aus den Seitenwegen. Um sie herum lagen die Leichen einheimischer Händler auf dem Weg – zwischen ihnen ihre Frauen und Kinder. Gernòds Weg führte durch breite Blutlachen. Er war gezwungen über umherliegende Körper zu springen. Laut klagende Menschen hockten bei den reglosen Körpern und hoben ihre verzweifelten, tränenüberströmten Gesichter den herbeieilenden Truppen entgegen.
Eine Hand ergriff Gernòds Rock und hinderte seinen Lauf. Er blickte in das Gesicht einer Sarazennin, die ihn in gebrochenem Fränkisch anflehte, ihr Kind zu retten, das mit zertrümmertem Schädel in ihrem Arm lag. Er löste ihren Griff und eilte den Kameraden hinterher. Hier konnte er nichts mehr bewirken, aber vielleicht gab es noch Überlebende in den verwinkelten Gassen, die ihrer Hilfe harrten.
Lauter Kampfeslärm drang aus einer der Seitengassen. Bruder Durmonte zeigte seinen Leuten den Weg. Schweren Atems folgten sie der Weisung. Mit erhobenen Schilden und Waffen stürmten sie auf eine Gruppe genuesischer Söldner zu, welche raubschatzend durch die Gasse zog. Gernòd drängte einen der Angreifer mit seinem Schild von einer Frau, der dieser gerade das Gewand herabreißen wollte. »Was macht ihr hier?«, schleuderte er dem Genuesen mit blitzenden Augen seine Frage entgegen. »Scher dich um deinen Kram, Templer. Das Volk hat uns lange genug betrogen. Nun zahlen sie ihre Zeche«, erwiderte der Genuese mit wildem Zorn in den mordlustigen Augen. Sein Schwert erhob sich zum Schlag. Gernòd ließ seine Axt in die Höhe fahren, während er die Schneide nach hinten führte. Mit all dem Grauen der gesehenen Bilder traf sein Hieb den Schädel des Söldners. Der stämmige Mann starrte ihm ungläubig in die Augen, während er in sich zusammensank.
Die Frau zerrte an Gernòds Waffenrock und redete wild gestikulierend auf ihn ein. Er solle ihr in das Haus folgen. Dort bedürfe ihr Mann seiner Hilfe. Er sandte den Kameraden einen unsicheren Blick zu, ob sie eher der Hilfe bedurften, bevor er ihr zögernd in das Gebäude folgte.
Seine Augen brauchten einen Moment, um sich an die Dämmerung zu gewöhnen. Er sah sich in dem verwüsteten Raum um. An einer der Wände erblickte er einen Mann. Er stand dort mit eingeknickten Beinen, das Gewand blutüberströmt, und ausdruckslos starrenden Augen, die zu Boden gerichtet waren. Gernòd schritt etwas näher an ihn heran, bevor der Templer erkannte, was geschehen war. Aus dem Hals des Händlers ragte der prächtig verzierte Griff eines Dolches -das Messer eines Sarazenen. Seine suchenden Augen glitten an dem Mann hinunter und blieben an der leeren Messerscheide haften. Gernòd trat an den Mann heran und zog den Dolch mit einem kräftigen Ruck aus Mauerwerk und Hals des Unglücklichen. Sanft ließ er den toten Körper zu Boden gleiten, eine breite Blutspur auf der Wand hinterlassend. Unsicher wandte er sich der Frau zu. Ein herzzerreißender Schrei der Verzweiflung entrang sich ihrer Kehle, als sie die Wahrheit in den Augen des Tempelritters las. Weinend warf sie sich vor ihm zu Boden und erfasste erneut den Saum seines Waffenrocks. Mit tränenüberflutetem Antlitz flehte sie ihn an, ihrem Mann zu helfen, als hoffte sie, es wäre ihm möglich, ein Wunder zu bewirken. Mit traurigem Gesicht schüttelte Gernòd sein Haupt und löste ihren Griff. Seine Beine schienen schwer wie Blei, als sie ihren Weg zur Tür suchten. Längst hatte er sich an das Grauen der Schlacht gewöhnt. Aber dort traten sich Bewaffnete entgegen. Dieses Blutbad an Wehrlosen erfasste sein Herz mit glühender Hand und ließ das Feuer des Zorns in der Brust des Ritters toben. Der Genueser vor der Tür hatte sich halb aufgerichtet und hielt seinen blutenden Kopf mit beiden Händen. Im Vorübergehen drosch ihm Gernòd den Rücken der Axt ins Gesicht. Der Söldner schleuderte von der Wucht des Schlages getrieben nach hinten und stürzte mit erhobenen Armen zu Boden. Wenn er denn noch lebte, sollte ihm diese Lektion genügen, um ihm die Lust auf sinnloses Morden auszutreiben, dachte Gernòd grimmig. Die Grausamkeit dieser Söldner ließ jede Barmherzigkeit in seinem Herzen schwinden.
Vor ihm auf dem Pflaster der Gasse erblickte er Francois, ein Ritter des kaiserlichen Heeres. Die beiden verband schon viele Jahre eine herzliche Männerfreundschaft. Francois trug keine Rüstung. Offensichtlich hielt er sich bereits vor dem Tumult in dem Viertel auf. Mehrere Söldner bedrängten ihn. Im Laufschritt eilte ihm Gernòd zu Hilfe. Mit einem Schrei drängte er sich mit erhobenem Schild zwischen die Männer. Ohne zu zögern, schlug er mit der Rückseite seiner Axt auf die Köpfe, Arme und Schultern der Angreifer ein. Blutüberströmt sanken mehrere von ihnen zu Boden. Die letzten beiden Verbliebenden suchten ihr Heil in der Flucht. »Gut, dass Ihr da seid«, stieß Francois mit fliehendem Atem hervor. Obwohl er kein ängstlicher Mann war, sah man ihm den Schrecken an. Zerfetzt hing seine Kleidung an ihm herab und an dem rechten Oberarm klaffte eine tiefe Wunde. »Was ist hier eigentlich los?«, wollte Gernòd wissen. »Weiß auch nicht genau. Ich habe heute Morgen Yasemin und ihren Vater besucht. Da torkelten schon einige betrunkene Lombarden und Toskaner durch das Viertel. Sie pöbelten die Händler und Frauen an. Als einer der Kaufleute seine Tochter schützen wollte, begann der Tumult.«
Eine bildhübsche Frau, mit edlen Gesichtszügen und sinnlichen Lippen, erschien an der Seite eines alten Mannes im Türrahmen. Sie sandte dem Alten einen flehenden, glutäugigen Blick.
Als dieser schmunzelnd nickte, eilte sie zu Francois und untersuchte dessen Wunde sorgenvoll. Gernòd zog sein Schwert aus der Scheide und reichte es dem Freund. Francois wollte abwehren: »Wenn das der Orden erfährt, darfst du einen Monat Buße tun.« Gernòd betrachtete Yasemin: »Möchtest du mir lieber mit ihr an der Seite in den Kampf folgen oder sie zurücklassen?« Francois Faust schloss sich um den Griff des Schwertes. »Danke, mein Freund.« Die beiden Männer nickten sich zu und Gernòd setzte seinen Weg fort.

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8. Oktober 2018

'Injurious Passion: Nur ein Hauch von dir' von Monica Bellini

Kindle | BookRix | Taschenbuch
Sie stehen mit beiden Beinen mitten im Leben. Ihre kleinen Geheimnisse verbergen sie hinter den Mauern, die sie aus Selbstschutz errichtet haben - bis aus ihrer Zusammenarbeit Freundschaft und noch ein wenig mehr wird …

Desmond ist ein charismatischer und vom Erfolg verwöhnter Mann. Die unabhängige und auf Distanz bedachte Gwendolyn fasziniert ihn. Er setzt alles daran, sie zu verführen. Sie lässt sich auf ein prickelndes Spiel aus Begehren und Zärtlichkeit, Hingabe und Ekstase ein. Doch ein unerwartetes Geständnis Desmonds wirft dunkle Schatten auf die Leidenschaft, die sie miteinander teilen. Gwendolyn weiß plötzlich nicht mehr, wer der Mann ist, den sie so gut zu kennen glaubte …

Dieser Roman erschien 2015 unter dem Titel "Gwendolyn". Das vorliegende Buch wurde neu überarbeitet.

Leseprobe:
Mein sechster Sinn schlug Alarm, noch bevor ich den leisen Luftzug auf meinem Körper spürte, den die sich öffnende Duschtür verursachte. Ich hob die Hände, stützte mich nach Halt suchend an der Wand ab. Seine starken Arme umfassten mich von hinten, hielten mich unterhalb der Brust umschlungen. Er beugte sich vor, sein Mund verweilte kurz in meinem Nacken. Er küsste mich zart mit seinen weichen Lippen, bis hinauf zum Ohr.
»Lauf nicht davon, Gwen. Lass dich fallen.«
Seine Zunge fuhr sanft den Rand des Ohres entlang, drang in die Mitte vor, verhielt kurz, begann zu kreisen. Ich stöhnte auf. Er zog meinen Oberkörper an sich, seine Brust lag an meinem Rücken. Langsam schob er seine Hüften vor, sein harter Schwanz drängte gegen meinen Po, zwischen die Pobacken, und das warme Wasser prasselte unablässig auf uns ein. Ich legte den Kopf zurück auf seine Schulter und schloss die Augen.
Seine Lippen liebkosten die Kuhle oberhalb des Schlüsselbeins, glitten zum Hals. Die Berührung seiner Zunge auf der sensiblen Haut war so sinnlich, dass ich leise wimmerte. Seine Hände fuhren hoch, legten sich schützend um die sanfte untere Rundung meiner Brüste, fuhren langsam nach oben. Mit Daumen und Zeigefingern griff er nach meinen Nippeln, drückte, massierte, zog daran. Seine Erektion wurde härter, größer.
Ich wollte mich nur noch fallen lassen, ihn spüren, in mich aufnehmen, an nichts mehr denken.
»Gwen, warte! Das Kondom.« Seine Stimme klang heiser, als er sich von mir lösen wollte. Ich hob die Arme und schlang sie um seinen Hals.
»Vergiss es! Ich will dich! Jetzt!«
Meine Beine spreizten sich ohne mein Zutun, sein hartes Glied drängte vor. Mit einer Hand hielt er weiterhin meine Brust, die andere glitt über meinen Bauch nach unten, zärtlich, langsam. Seine Finger strichen über meine Lustperle, umkreisten sie, glitten hinab und teilten meine Schamlippen.
Desmonds Mittelfinger glitt hinein in die pulsierende, heiße Öffnung, fand meinen Lustpunkt, massierte so gekonnt, dass sich die Muskeln meiner Vagina um ihn schlossen. Ich hielt die Luft an, kämpfte gegen die Schwäche meiner Beine an, stemmte die Handflächen gegen die Duschwand und mein Becken begann zu kreisen. Aus einem Finger wurden zwei, glitten in mir auf und ab, die andere Hand ließ meine Brust los. Er packte seinen Schwanz, die Finger zogen sich zurück und massierten meine Klitoris, als er in mich eindrang.
Hart füllte er mich aus, ich drängte mich ihm entgegen, nahm ihn in seiner vollen Länge auf, spürte den süßen Schmerz, als er am Muttermund anstieß. Er stöhnte, glitt ein Stück zurück, wieder tiefer hinein, immer rascher im Wechsel, während er mit seinem Finger meine harte Perle rieb. Plötzlich war mein Hirn leer, alle Gedanken wie fortgeweht. Eine unheimliche Leichtigkeit überkam mich gemeinsam mit der Lustwelle, die mich forttrug in einem ersten Orgasmus, tief in mir. Meine Muskeln schlossen sich um den harten Schaft, reizten und massierte ihn, bis sich der erste Schwall seines Spermas den Weg in meine Tiefe suchte. Er ejakulierte in wilden Stößen, immer wieder, schrie meinen Namen und massierte meine Klitoris noch fester, bis sie pulsierend explodierte.
Ein Feuerwerk traf meinen Sehnerv, als der zweite Orgasmus mir den Atem raubte, der sich wie eine Flutwelle ausbreitete. Ich stöhnte, keuchte, weinte vor Lust. Die leidenschaftliche Welle ging von außen nach innen, erneut umschlossen meine Muskeln krampfhaft das Glied, das immer noch den dickflüssigen Saft ausstieß.
Das warme Wasser rann weiterhin über unsere Körper, die nun vereint waren, sich nicht voneinander lösen wollten, auch nicht, als sie sich beruhigten. Desmond hielt mich fest umschlungen, mein Kopf lag immer noch auf seiner Schulter. Er beugte sich vor, küsste sanft und unheimlich zärtlich meinen Hals, dann das Kinn, als mein Verstand wieder einsetzte.
Bevor er meinen Mund erreichte, hob ich den Kopf, wich ihm aus und sein Penis glitt aus mir heraus. Ich griff nach dem edlen Flakon mit dem Duschgel. Energisch betätigte ich den Seifenspender und verteilte das Gel auf meinem Körper, nahm noch mehr von der wohlduftend-herben Flüssigkeit und drehte mich zu ihm um. Mit meinen seifigen Fingern fuhr ich über seinen Körper. Sanft, vom Nacken über die Brust nach unten. Sein Körper bewegte sich nicht. Es schien, als ob er meine Berührungen einfach nur ertrug, sie ihm keine Freude bereiteten.
Meine Augen suchten seinen Blick.
Er war ernst, fast traurig.
Doch als sich meine Finger um seinen Schwanz schlossen, die Hoden massierten, einseiften, schließlich über die Hüfte nach hinten fuhren und auf seinem Po liegen blieben, weiteten sich seine Pupillen vor Begierde. Er beugte sich vor und küsste mich zärtlich auf die Stirn. Dabei hielt er mich an den Oberarmen und drückte mich sanft von sich, bevor er nach dem Shampoo griff. Ich konnte die Enttäuschung spüren, die er fühlte. Es war ihm wohl leichter gefallen, meine Bedingung in der Theorie zu akzeptieren, als in der Realität.
»Sex ja, Küsse nein«, hatte ich mehr als einmal wiederholt, bevor ich seine Einladung angenommen und somit einem Sex-Abenteuer zugestimmt hatte.
Denn genau das war es.
Nicht mehr und nicht weniger.

Im Kindle-Shop: Injurious Passion: Nur ein Hauch von dir.
Für Tolino: Buch bei BookRix
Mehr über und von Monica Bellini auf ihrer Website.



5. Oktober 2018

'KETOGA: Ketogene Ernährung und Yoga' von Fabrizio P. Calderaro

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Was passiert im Organismus, wenn man zwei auf ihren Ebenen mächtige Systeme miteinander vereint und ihre Wirkungsweisen aufeinander abstimmt?

Diese Frage stellte sich Fabrizio P. Calderaro, der mit seinem „Handbuch der ketogenen Ernährung“ bereits ein Standardwerk für Fachleute und Laien erstellt hat, und schuf ein System auf ganzheitlicher Ebene, das eine der ältesten Philosophien und wohl bekannteste Übungssystem der Welt mit einem mächtigen Instrument in der Ernährung vereint. Hieraus entstand KETOGA.

In täglichen Übungen vermittelt der Autor seine Erkenntnisse und führt den Leser so in eine neue „ketogische“ Praxis ein, angefangen bei einer sinnvollen, adäquaten Zusammensetzung der Makronährstoffe über das „ketogische Nidra“, der „ketogischen Zungenreinigung“, den „Asanas“, dem „Pranayama“ bis hin zum „Karma“ oder den „Darshanas“ u.v.m.

Leseprobe:
Was ist Ketoga?
In meinem ersten Buch »Das Handbuch der ketogenen Ernährung« habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass sich die ketogene Ernährungsform und der Yoga, sehr zum Vorteil für den Praktizierenden, symbiotisch ergänzen und sich hervorragend miteinander kombinieren lassen. In ihren Grundzügen entstand die gesamte Ketoga-Idee bereits bei der Erstellung des Manuskriptes »Das Handbuch der ketogenen Ernährung«. Allerdings war mir damals noch nicht ganz klar, wie genau ich die einzelnen Elemente auf einen Nenner bringen sollte. Das Wort »Ketoga« ist eine Wortneuschöpfung und verbindet sowohl die Ketose als auch den Yoga miteinander. Mir gefiel diese Idee, ein neues Wort zu kreieren, und ich glaube, dass diese Idee auch meiner Verlegerin sehr gut gefiel. Hinter Ketoga steht ein wohldurchdachtes Gesamtkonzept und ich bin stolz darauf, es geschafft zu haben, alle wichtigen Elemente miteinander zu verbinden. Ketoga ist keine Diät, es ist auch kein neuer Yoga-Zweig. Ketoga ist eine Strategie und sie ermöglicht die persönliche Entwicklung.
In einem meiner ersten Blogbeiträge aus dem Frühjahr 2017 beschrieb ich die Kombination der Ketose mit dem Yoga als eine »mächtige Allianz«. Ich glaube, dass es eben diese Bezeichnung auf den Punkt bringt und deutlich macht, was hinter Ketoga wirklich steckt. Doch wenden wir uns nun dem Yoga zu, immerhin ist er einer der wesentlichen Komponenten hinter dem Ketoga-Konzept.
Die Bezeichnung »Yoga« wird zum ersten Mal im indischen Katha-Upanischad (Devanagari: कठ उपनिषद्) (Kaṭhopaniṣad, auch Kāṭhaka) erwähnt. Dabei wurde der Yoga als eine Art Technik zur Säuberung des Verstandes und als Kontrolle eigener Emotionen und Gefühlen beschrieben. Die Katha-Upanischad ist nichts anderes als eine der allerersten Upanishaden, versehen mit diversen Kommentaren von Adi Shankara (* um 788 in Kalady/Kerala; † um 820). Adi Shankara war Sohn eines Brahmanen, religiöser Lehrer und Philosoph des Hinduismus. Der Upanishad muss etwa im vierten oder fünften Jahrhundert vor Christus entstanden sein, eine frühere Datierung ist aber ebenfalls möglich.
Wenn der Yoga ursprünglich als eine Form der Reinigung konzipiert wurde, um Gefühle und Emotionen besser zu kontrollieren und den Verstand zu schärfen, dann lassen sich durchaus Parallelen zur ketogenen Ernährung ziehen. Den Scharfsinn unseres Verstandes finden wir auch in dieser Ernährungsweise wieder, denn die ketogene Ernährung führt zu einem gesteigerten mentalen Fokus. Sie kann, genau wie der Yoga, als eine Art »Reinigungstechnik« verstanden werden. Der Verstand wird auch durch die ketogene Ernährung »gesäubert«, der Körper entledigt sich krankmachender Kohlenhydrate (Zucker) und konzentriert sich auf die Energiegewinnung unter Zuhilfenahme der Ketogenese. Vergessen wir auch an dieser Stelle nicht, dass die Fähigkeit zur Ketogenese unseren Vorfahren einst das Überleben sicherte. Einen klaren Geist kann man sowohl durch den Yoga als auch durch die ketogene Ernährung schaffen. Einen noch klareren Geist schafft man, indem man beides gekonnt miteinander verbindet. Ein klarer Geist setzt ein unbändiges Energiepotenzial frei.

Die Vorteile, die sich aus dem Ketoga-Konzept ergeben, liegen ganz klar auf der Hand:
- positive Wirkung auf das gesamte Nervensystem
- Herz- und Lungentätigkeit werden gestärkt und gefördert
- bereits bestehende Depressionen können gelindert und weiteren depressiven Episoden kann entgegengewirkt werden
- das Immunsystem wird gestärkt
- Herz-Kreislauf-Funktionen werden unterstützt und positiv beeinflusst
- das eigene Selbstbewusstsein wird gestärkt und gefördert
- die Leistungsfähigkeit auf mentaler Ebene wird gestärkt
- eine arterielle Hypertonie wird günstig beeinflusst
- Rückenschmerzen, innerer Unruhe, Stress und Schlafstörungen wird entgegengewirkt
- Angststörungen können spürbar gelindert werden
- klimakterielle Beschwerden können gelindert werden
- die eigene Ausdauer wird verbessert
- die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert
- Vitalität und Zufriedenheit werden geschaffen
- Migräne kann wirkungsvoll bekämpft werden
- Nackenverspannungen und Kopfschmerzen können effizient gelindert werden
- Ketoga »entschleunigt« und lässt uns langsamer altern
- das Sexualleben wird verbessert
- Übergewicht, Adipositas und Diabetes mellitus Typ II werden bekämpft
- Ketoga hemmt entzündliche Aktivitäten im Organismus
- Gewichtsreduktion
- Asthma bronchiale und COPD können positiv beeinflusst werden
- chronische Schmerzen werden gelindert und man lernt, besser mit ihnen umzugehen
- Ketoga wirkt sich positiv auf chronische Erkrankungen aus
- es hilft bei Vorliegen einer Arthritis und verbessert die Symptomatik
- fördert das Wohlbefinden
- hilft bei pharmako-resistenter Epilepsie

Über die Auswirkungen der Ketose auf unseren Organismus habe ich ausführlich in meinem Handbuch der ketogenen Ernährung berichtet.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Yoga bereits wissenschaftlich unter die Lupe genommen und erforscht. Welche Veränderungen Yoga auf physischer Ebene bewirkt, wurde in unzähligen physiologisch-wissen­schaftlichen Studien erforscht. Zum heutigen Zeitpunkt wissen wir um die Auswirkungen des Yoga auf die Gesundheit, die Heilung bei Erkrankungen, die Psyche, die Leistungsfähigkeit, das Glück und das Wohlbefinden.
Aktuell praktizieren in Deutschland etwa 2,6 Millionen Menschen Yoga, dabei überwiegt der Anteil der Frauen. Die Beweggründe für das Praktizieren von Yoga sind oftmals die gleichen: Fast immer dreht es sich um den Wunsch nach einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und der Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens.

Im Kindle-Shop: KETOGA: Ketogene Ernährung und Yoga.
Für Tolino: Buch bei Thalia
Mehr über und von Fabrizio P. Calderaro auf seiner Buchseite beim Franzius Verlag.



4. Oktober 2018

'Embargo: Krieg im Schatten' von D.W. Crusius

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
1997 - Charles Dixon ist Chef einer geheimen Einheit innerhalb der CIA, von deren Existenz nicht mal der CIA-Direktor weiß. Nach dem Muster eines Anschlages der CIA 1982 auf die sowjetischen Gasfelder in Sibirien, entwickelt Dixon einen Plan, die libyschen Ölquellen mit manipulierter Elektronik zu vernichten. Wenn die Wirtschaft zusammengebrochen ist, werden die Libyer Gaddafi stürzen. So die Überlegung.

Kurt Hoffmann vom BND soll den in Untersuchungshaft in Köln einsitzenden Harald Jasper mit besten Verbindungen zur libyschen Obrigkeit anwerben und nach Tripolis schicken. Dafür verspricht man Jasper die Freiheit. Für Jasper ein verlockendes Angebot, denn ihm drohen 15 Jahre Gefängnis wegen Bruchs des gegen Libyen verhängten UN-Embargos.

Leseprobe:
Langley 2002, Hauptquartier der CIA
Charles Dixon betrachtete fasziniert die Satellitenaufnahmen. Wenn es stimmte, was er hinter den Aufnahmen vermutete, dann hatte er die Lösung für sein Problem gefunden. Die Aufnahmen zeigten eine gewaltige Explosion und er verstand, weshalb nicht eingeweihte Kreise innerhalb der CIA und in Washington anfangs vermuteten, die Sowjets hätten in Sibirien eine neuartige Waffe getestet. Im Sommer 1982 blähte sich der Kalte Krieg wie zu einer bevorstehenden Apokalypse auf. Eine neuartige Waffe, das war glaubwürdig. Nur die ambossförmige Form fehlte, und es wäre die perfekte Explosion einer 3kt TNT Atombombe gewesen, fotografiert von einem Satelliten aus dem Weltraum. Auf den Bildern sah man die parallel angeordneten Pipelines direkt vor der Explosion, auf weiteren Bildern, wie sie von der Wucht einer Explosion zerrissen und empor geschleudert wurden. Es folgten Aufnahmen der Trümmerfelder Stunden später. Wie umgeknickte halb abgebrannte Streichhölzer ragten die deformierten Gasleitungen in die Luft. Die Zerstörungen erstreckten sich über mehrere Quadratkilometer. Die Satellitenaufnahmen der folgenden Monate zeigten, dass die Fördereinrichtungen über lange Zeit nicht in Betrieb genommen werden konnten. Nicht einmal Reparaturtrupps waren auszumachen. Es schien, als hätten die Sowjets die Gasfelder in Sibirien aufgegeben. Charlie Dixon blätterte in den Unterlagen und fand die Kostenaufstellung der damaligen Operation. Die Beträge waren lächerlich gering, und er vermutete hinter den Zahlen anfangs die Spesenabrechnungen der Agenten.
Die westlichen Medien berichteten vom Einschlag eines Objektes aus dem Weltraum. Von Aliens aus einer fernen Galaxie war die Rede und ein Vorfall vom Beginn des Jahrhunderts wurde zitiert. Man musste den Journalisten zugutehalten, dass sie es nicht besser wissen konnten. Der Vergleich drängte sich auf, die Augenzeugenberichte von 1908 ähnelten auf frappierende Weise der Explosion 1982. Damals hatte die Explosion allerdings erwiesenermaßen eine natürliche Ursache – einen Asteroiden-Einschlag in der Gegend von Tunguska. Man sprach auch vom Tunguska-Asteroiden. Die Experten konnten sich lediglich nicht einigen, ob ein oder mehrere Himmelskörper in Sibirien eingeschlagen waren. Es könnte ein Komet gewesen sein, hieß es, von einem Feuerschweif berichtete man. Hinzu kam, dass Wissenschaftler bei Tiefbohrungen keine Fragmente des Himmelskörpers gefunden hatte. Es konnte sich nur um eine Explosion wenige Meter über dem Erdboden gehandelt haben und die enorme Hitze hatte das Material zerstrahlt – was auf einen Kometen hindeutete. Stoff für Verschwörungstheoretiker. Augenzeugen berichteten von bis zu vierzehn Explosionen. Fest stand nur Zeitpunkt und Ort. Der unheimliche Himmelskörper aus dem Weltraum schlug am 30. Juni 1908 gegen 7:15 Uhr im sibirischen Gouvernement Jenisseisk ein, der heutigen Region Krasnojarsk in der Nähe des Flusses Podkamennaja Tunguska. Das war das Siedlungsgebiet der Ewenken, eine Volksgruppe aus dem nördlichen Sibirien. Bei dem Einschlag und der folgenden Druckwelle wurden Bäume im Umkreis von etwa 30 Kilometer entwurzelt oder umgeknickt, Fenster und Türen in der 65 Kilometer entfernten Handelssiedlung Wanawara zerbarsten. Fachleute schätzten, dass auf einem Gebiet von über 2000 Quadratkilometern 60 Millionen Bäume umgeknickt wurden. Den hellen Feuerschein hatte man in über 500 Kilometern Entfernung wahrgenommen, Reisende der Transsibirischen Eisenbahn hatten die Druckwelle gespürt.
Charlie Dixon nahm ein Blatt Papier und schrieb ein paar Zahlen auf, eine grobe Kostenaufstellung. Manpower, Material, Verbindungsleute zu Partnerdiensten, NN – Nützliche Nebenabgaben, besser gesagt Schmiergelder.
Er addierte die Beträge. Unmöglich. Dafür würde er niemals eine Genehmigung bekommen. Nicht, weil der Betrag zu hoch war, im Gegenteil. Das kaufte ihm die obere Etage niemals als ernst zunehmende CIA-Geheimoperation ab, das waren die Kosten für den Wochenendausflug einer Pfadfindergruppe. Zumindest, wenn man die Kosten der üblichen CIA-Operationen zum Vergleich heranzog. Er malte sorgfältig hinter jede Position eine Null, addierte erneut, wusste es vorher. Faktor zehn – immer noch viel zu wenig. Er malte hinter jede Position eine weitere Null.
Sollte es wirklich so einfach sein? Unruhe erfasste ihn. Mit so einer Operation legten sie die Öl und Gasförderung eines ganzen Landes innerhalb von Minuten lahm, und das so gründlich, dass über Monate, vielleicht Jahre, nicht mehr gefördert werden konnte.
Mit leisem Schmunzeln dachte er an den Mann, der 1982 im Weißen Haus die Operation im fernen Sibirien abgesegnet hatte. Als er ins Amt kam, sprach man herablassend von einem zweitklassigen Schauspieler und einem liebenswerten Hohlkopf, der sich auf den Präsidentenstuhl verirrt hätte. Als er aus dem Amt schied, waren sich alle einig, selbst seine schärfsten Kritiker, dass der Mann zehnmal schneller dachte, als seine engsten Berater. Auf ihn ist die Methode zurückzuführen, der man den Code-Namen gab – Reagan-Methode.
Drei A4-Seiten. Er las es wieder und wieder, aber es war so, damit war alles gesagt. Wenn er dafür das OK von oben bekam, dann war das der krönende Abschluss seiner Laufbahn. Eher Rutschpartie, nicht Laufbahn. Das würde ihn auf die Ahnentafel der CIA befördern.

Im Kindle-Shop: Embargo: Krieg im Schatten.
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3. Oktober 2018

'Weihnachtshäschen verzweifelt gesucht' von Sylvia Filz und Sigrid Konopatzki

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Himmelpastellhellblaues Winterglück

»Oh nee«, kiekste Mona begeistert, »das ist ja Zucker!« Mit glänzenden Augen stand sie vor einem himmelblauen Porzellan-Häschen.
»Was ist das denn? Ein Hase? Zur Weihnachtszeit? Na, der hat definitiv Glück gehabt! Wenn er aus Schokolade wäre, hätte man ihn längst eingeschmolzen.« Bea kicherte los.
»Das ist deutlich ein Weihnachtshäschen, schließlich trägt es einen Schneekristall zwischen den Pfötchen. Es scheint total glücklich zu sein, diesen Kristall ergattert zu haben. Schau mal, wie lieb das kleine Kerlchen lächelt. Ich nehme es mit. Das muss ich haben!«
»Lass uns doch zuerst den Laden ganz durchforsten«, schlug Bea vor.
Genau das stellt sich als Fehler heraus, denn als die Mädels zurückkommen, ist das Häschen weg.

Nun beginnt Monas fieberhafte Suche nach dieser außergewöhnlichen Winterdeko. Sie ahnt noch nicht, dass der süße himmelblaue Hase ihren adventlichen Alltag komplett durcheinanderwürfeln wird und der Schlüssel für ihre Zukunft ist.

Leseprobe:
Das Geschenklädchen in der Altstadt war gut besucht. Am ersten Adventswochenende suchten viele Leute nach passenden Weihnachtsgeschenken. Diesen Gedanken hatten auch Mona und Bea gehabt. Der heutige Samstag war der einzige Tag im Advent, den die beiden Verkäuferinnen komplett freihatten – und zudem gemeinsam. Das wollten sie unbedingt ausnutzen.
»Toll! Wir gehen zusammen einkaufen, Mona. Du berätst mich und ich dich. Dann kann ich mich viel besser entscheiden«, hatte sich Bea gefreut, als ihr Chef den Einsatzplan bekanntmachte. Wie immer hatte er versucht, die Wünsche seiner Verkaufsmannschaft so gut wie möglich unter einen Hut zu bringen.
»Zufriedene Mitarbeiter bedeuten höheren Umsatz«, hatte er fröhlich gemeint und Bea und Mona zugezwinkert.
Genau das schätzten die Kollegen. Er verlangte hundertprozentigen Einsatz und konnte in dieser Hinsicht erbarmungslos sein, aber er war andererseits recht großzügig, wenn es ans Belohnen für gute Arbeit ging.
Nun hofften sie alle, dass keiner aus Grippegründen ausfiel, denn gerade im Lebensmittelmarkt boomte das Geschäft naturgemäß in den Adventswochen.
Vor zwei Jahren hatte die große bundesweite Grippewelle fast die Hälfte der Belegschaft fest in ihren Klauen gehabt. Bea hatte es erwischt, Mona hatte sich tapfer geschlagen und war mit fünf weiteren Kollegen samt Chef am Heiligabend nach Geschäftsschluss nahezu auf dem Zahnfleisch aus dem Supermarkt gekrochen.

»Du, guck mal, Bea.« Mona stand vor einem künstlichen Weihnachtsbaum, der prächtig dekoriert war. »Hier gibt es kleine Deko-Zuckerstangen.
»Sind die hübsch! Und wie die glänzen! Davon würde ich mir gerne welche mitnehmen.«
Mona wusste, dass Bea auf bunten Schmuck für den Christbaum stand. Im letzten Jahr hatte sie ihr fünf Glasvögelchen zum Klipsen geschenkt, die sie später an ihrem Baum bewundern durfte. »Also, dann merken wir uns: Hase und Zuckerstangen.«
»Und Schlittschuhe!«
»Schlittschuhe?«
»Hier links, diese kleinen Anhänger. Sehen die nicht nett aus?« Bea nahm sie in die Hand. »Ach, sie sind aus Holz. Das merkt man durch die schönen Farben gar nicht.«
»Die gefallen mir auch. Man kann damit prima Geschenke verzieren. Mit zwei Euro sind sie gar nicht mal teuer. Ich nehme mir davon ebenfalls welche mit.«
Bea schlenderte zum Geschirrbereich. »Hier muss ich echt aufpassen. Ich habe schon drei Weihnachtstassen zu Hause.«
»Man kann eben immer nur aus einer trinken.« Mona griente ihre Freundin an.
»Stimmt. Aber sie sind halt so ansprechend.«
»Weißt du, was ich schön finde? Weihnachtsgeschirr. Hier gibt es unterschiedliche Designs.« Mona hob einen Teller an. »Diese bunten Weihnachtsmotive mit dicken gemütlichen Nikoläusen, lieb grinsenden, rotnasigen Rentieren und märchenhaften Winterlandschaften sind einfach total stimmungsvoll.«
»Da könnte ich auch in Versuchung geraten«, stimmte ihr Bea zu. »Aber dann denke ich wieder, man hat es das ganze Jahr rumstehen. Und wir haben eh kaum Platz in der kleinen Wohnung. Wenn ich damit ankomme, fange ich mir einen Rüffel von Toby ein. Selbst meine drei Weihnachtstassen schiebe ich immer im Schrank rum, weil ich im Frühjahr einfach nicht mehr daraus trinken möchte. Außerdem reichen sechs Gedecke bei uns gar nicht. Kommt meine Familie, sind wir schon acht. Ich müsste also gleich zwei Service kaufen.«
Mona warf noch erwägend einen Blick auf den Teller und seufzte. Dann stellte sie ihn, wenn auch ungern, wieder zurück.
Sie fanden ausgefallene Weihnachtskarten und schönes Geschenkpapier. Mona interessierte sich für die Geschenkboxen.
»Die finde ich große Klasse. Man packt das Präsent rein, Deckel zu, Schleife drum. Kein lästiges Tesakleben mehr. Und schau mal, diese schönen Motive. Die Dunkelblauen hier, mit den hellblauen Sternchen und dem Glitzer gefallen mir.«
»Dieses Jahr stehst du wohl auf Blau, wie?«
Mona sah Bea fragend an.
»Na, wegen des Hasen, der ist auch blau.«
»Blau ist doch toll. In Kombination mit Silber oder Gold sieht es total edel aus.«
»Ich glaube, ich nehme meiner Schwester zum Nikolaus so einen Magneten für den Kühlschrank mit. Die steht auf so was.« Bea wechselte zu dem Ständer hin. »Was meinst du, ist das Rentier schöner oder der lachende Weihnachtsmann? Oder lieber der Schriftzug HOHOHO?«
»Das Rentier. Es hat so freundliche große Kulleraugen.«
Im hinteren Bereich des Geschäftes gab es Geschenke der praktischen Art, dicke Schals, warme Mützen und Handschuhe.
Mona entdeckte noch etwas. »Weihnachts-Kuschelsocken! Mensch, sind die flauschig! Da gönne ich mir selbst ein Paar. Wenn ich abends auf der Couch liege, ein Buch lese, einen heißen Kakao trinke und es mir richtig gemütlich mache, passen die wundervoll.« Sie griff zu einem rosafarbenen Sockenpaar, welches seitlich eine Weihnachtskugel appliziert hatte.
»Nimm doch die hier«, Bea hielt ihr Hellblaue hin, »die haben sogar Strass-Steinchen drauf.«
Mona war begeistert. »Die sehen ja stylish aus! Das wäre auch was für meine Schwester.«
»Tausch einfach. Deine Schwester bekommt die rosa Socken und du nimmst die blauen. Sie passen nämlich zu dem himmelpastellhellblauen Hasi.« Bea schüttelte den Kopf. »Ein Weihnachtshase – auf so eine abwegige Idee muss man erst einmal kommen! Und dann in Blau. Wenn er wenigstens in Gold oder Silber wäre! Ich glaube, jetzt hole ich einen Korb, sonst wissen wir gleich nicht mehr, was wir alles kaufen wollten.«
»Gute Idee!«
Während Bea sich den Weg nach vorne bahnte, lief Mona zur Kerzenecke. Hier fand sie echte Bienenwachskerzen.
Bea kam mit zwei Körben zurück und Mona nahm ihren entgegen. »Ich nehme meiner Mutter eine dieser Bienenwachskerzen mit. Die duften so schön, wenn sie brennen.«
»Dann gebe ich hiermit das Startkommando zum Einpacken.«
»Weißt du, was ich total klasse finde?«, freute sich Mona und gab die Antwort direkt hinterher. »Dass man hier so gut wie alle Geschenke bekommt, ohne sich noch in die ganz großen Läden der Innenstadt mitsamt seinem adventshektischen Trubel zu werfen.«
»Wo du gerade sagst werfen. Gleich werfen wir uns auf den Weihnachtsmarkt und befuttern unsere Einkäufe, nicht? Ich denke da an eine heiße Folienkartoffel und ein inspirierendes Glas Eierpunsch oder Glühwein.«
»Aber unbedingt.«
Die Mädels verstauten die vorher schon mit den Augen gekauften Weihnachtsutensilien in ihre Körbe.
»Dann haben wir alles.« Mona überflog ihre Einkäufe auf Vollständigkeit. »Jetzt nur noch nach vorne zu meinem Häschen.«
Zwischendurch blieben die beiden nochmals bei der Auswahl von Streudeko stehen.
»Ich nehme mir die goldenen Sterne mit.« Bea legte zwei Tütchen in ihren Korb. »Die werde ich zwischen die Tischdekoration streuen. Das sieht sicherlich feierlich aus.«
Mona ging voraus. Irritiert sah sie auf den kleinen Tisch. Ihre Augen weiteten sich voller Entsetzen.
»Oh nein! Mein Weihnachtshäschen ist weg!«

Im Kindle-Shop: Weihnachtshäschen verzweifelt gesucht.
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2. Oktober 2018

'Boten der Schatten' von Carolin Rades und Maximilian Honig

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Die abgelegene Stadt Fjiondar wird von Kreaturen der Dunkelheit heimgesucht. Sie töten und entführen die Bewohner. Der junge Baríth glaubt für die Überfälle verantwortlich zu sein. Um seine Schuld wieder gut zu machen, begibt er sich zusammen mit seinem Greif Parúh auf eine gefährliche Reise. Er will die Heimat der Monster ausfindig machen und ihren Angriffen ein Ende bereiten.

Unterdessen entdeckt der rachsüchtige Ugryòr neue Kräfte, die ihm erlauben, seinen Zielen endlich näher zu kommen: Rache zu nehmen für das, was man seiner Familie angetan hat, und seinen Bruder zu finden. Woher die Kräfte allerdings kommen, fragt er sich sehr spät.

Der frisch gewählte Ratsherr Mûtavéh muss feststellen, dass man seine Ideale in der Regierung nicht teilt. Scheinbar als einziger macht er sich Sorgen über das Verhalten des Königs, der immer drastischere Maßnahmen ergreift, um die Bürger zu schützen.

Niemand ahnt, dass im Hintergrund große, verborgene Kräte um die Vorherrschaft ringen.

Leseprobe:
Ein tiefes Schnaufen drang durch den düsteren Wald und vertrieb die lauernde Stille. Aus der dunklen Nacht erschien der große Umriss eines Wesens, das zwischen den knorrigen Bäumen mit verzweifelt im schlammigen Untergrund festgeklammerten Wurzeln herbeistapfte.
Sein Atem wurde zu weißem Nebel, der seine breite Schnauze zögerlich umschlang und sich unaufhörlich ins Nichts auflöste. Der Schattenhund streifte durch die dichte Uferböschung, suchte schnuppernd das eiskalte Wasser des leise plätschernden Ausläufers des reißenden und tobenden Râszhas. Die dicken Wolken gaben die Sicht für wenige Wimpernschläge frei auf das furchterregende Geschöpf. Seine Tatzen waren so breit wie die Felsbrocken im Fluss, die Krallen lang und scharf. Sein muskulöser Körper fiel nach hinten ab, die Hinterläufe waren kürzer als die vorderen und sahen trotz ihrer Stärke im Verhältnis schon fast schmächtig aus. Sein Hals war dick und undurchdringbar, sein Fell kurz und schwarz. Widerlich schleckend trank er, doch kürzer als er wollte. Ein innerer Trieb drängte ihn weiter.
Die Schnauze hob sich schnuppernd in die feuchtkalte Luft, sie witterte etwas. Die weiße Sichel in seinen schwarzen Augen bewegte sich auf ein Gebüsch jenseits des Wasserlaufs zu. Ein lautes Knacken zerschnitt wie ein Knall die Ruhe, gefolgt von zartem Hufgetrappel, verlaufend in der Ferne.
Er wollte ihm folgen, er war so hungrig, so ausgezehrt. Doch seinen Geist zog etwas zurück in den Wald. Er musste weiter nach Osten, tiefer in den Sumpf, die Stimme verlangte es und er konnte sich nicht wehren. Düster war sie, kaum fassbar, doch gewaltig genug, um ihn Mond um Mond weiter von seinem Rudel fortzutreiben. Seine breiten Pfoten schmerzten wie von Pfeilen durchbohrt.
Er wand sich zurück durch das hohe Gestrüpp und suchte weiter den Weg zu der verfallenen Stadt im höchsten Norden des Landes. Er sollte jagen, das sagte die Stimme ihm immer wieder, wie ein unaufhörliches Flüstern. Er musste töten.

Im Kindle-Shop: Boten der Schatten.
Für Tolino: Buch bei Thalia
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1. Oktober 2018

'Maschinenengel' von Dominik A. Meier

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
„Mein Name ist Rah. Okay, das ist nicht mein richtiger Name. Der wurde mir genommen. Genau wie alles andere. Ich bin professioneller Dämonenjäger. Zumindest stelle ich mich so gerne vor. Mein genauer Titel ist Ritterbruder des Ordens des Weißen Raben. Ich habe nichts und niemanden auf dieser Welt und riskiere doch alles für sie. Naja, auch das stimmt nicht ganz. Ich neige zu Theatralik. Sorry. Ich habe Ira. Sie ist meine Freundin und gleichzeitig eine Adeptin, ein angehender Maschinenengel. Wir kämpfen füreinander und für unser Recht, zusammen zu sein. Gegen alle Widerstände und bis über den Tod hinaus – denn da geht es erst richtig los.“

"Maschinenengel" ist der zweite eigenständige Roman des "Tumor"-Universums. Jedes Buch der Serie kann für sich selbst gelesen werden und erfordert keine Kenntnisse der vorherigen Romane.

Leseprobe:
Ich fragte mich manchmal, warum der Mensch ein Bewusstsein besaß. Waren wir nicht viel zu oft kaum mehr als Schlafwandler, gefangen in der unbarmherzigen Gnadenlosigkeit der Wirklichkeit, unfähig, sie zu beeinflussen oder gar zu ändern? Warum gaukelten wir uns überhaupt vor, einen freien Willen zu haben, wenn wir doch nur kleine Rädchen in der kalten und präzisen Maschinerie des Schicksals waren? Vielleicht brauchten wir diese Illusion, um die unerträgliche Sinnlosigkeit unseres nutzlosen Alltags zu ertragen. Ich wusste es nicht. Schon oft hatte ich mir den Kopf darüber zerbrochen und war zu keiner Antwort gekommen. Ich hatte einzig die Erkenntnis gewonnen, dass wir vermutlich besser dran wären, könnten wir uns nicht hinterfragen und blinden Schlafwandlern gleich durch unser Leben stolpern, ohne Kenntnis unserer Umgebung, ohne Rücksicht auf uns oder andere, gefangen in einem bittersüßen Traum.
Ich hob den Kopf und sah dem dunkeln Rauch nach, der in dichten Schwaden langsam in den Himmel stieg und die goldene Morgendämmerung verdunkelte. Es war ein klarer, wolkenloser Tag. Das Gras glänzte noch vom letzten Regen und die Luft hatte diese angenehm kühle Temperatur, die eigentlich kalt sein sollte, im Sommer jedoch so unglaublich erfrischend wirkte. Ironisch, etwas so Schönes am Tag nach einer fürchterlichen Tragödie zu sehen. Aber so vieles auf dieser Welt war nicht gerecht. Man konnte versuchen, es zu ändern oder es akzeptieren. Letzteres war einfacher.
Schweigend standen wir um den Scheiterhaufen, nahmen Abschied von einem teuren Freund, einem geliebten Bruder. Das Ende war schnell gekommen, überraschend und unvermeidlich. Es hatte uns einmal mehr daran erinnert, wie klein und zerbrechlich wir eigentlich waren, wie schnell unser Dasein vorbei sein konnte und wie wenig Macht wir über das Schicksal hatten.
Das trockene, helle Holz knisterte, als die Flammen es nach und nach entzündeten. Immer höher und immer heller loderten sie, bis sie schließlich auch den toten Leib vollständig umschlossen und langsam verzehrten. Nun verging das wenige, was übrig war. Asche zu Asche und Staub zu Staub. Auch ein Mensch war nur Nahrung für das Feuer und am Ende eines jeden Lebens blieben stets nur Asche und Staub übrig. So war es immer gewesen und so würde es auch immer sein. Denn auch wir waren keine Ausnahme. Wir mochten Technologie haben, Medizin, Wissen und scheinbare Allmacht, wir beherrschten diesen Planeten und die Kreaturen darauf, doch wenn es mit uns zu Ende ging, zerfielen wir wie alles andere auch.
„Mach’s gut, Bruder“, flüsterte ich und spürte, wie mir eine einsame Träne über die Wange rann. Ich versuchte gar nicht, sie abzuwischen, denn wo sie herkam, warteten noch so viele mehr. „Wir werden dich vermissen.“
Der Tod war nichts Neues für uns. Nein, im Gegenteil. Er war ein treuer Begleiter und oft auch ein mächtiger Verbündeter. Doch er war nun mal der Tod. Wen er zu sich holte und wen nicht, wussten wir nie. Es war grausamer Zufall, höhnisches Schicksal. Mal waren es wenige Sekunden, mal wenige Worte und mal wenige Millimeter, die uns von ihm trennten und uns neues Leben schenkten. Dinge, die in ihrer unendlichen Bedeutungslosigkeit doch über alles entschieden. Und auch wenn wir uns das stets vor Augen führten und wussten, dass auch unser Leben jederzeit in einer infernalischen Stille enden konnte, so schmerzte der Abschied trotzdem jedes Mal aufs Neue.
Fen trat nach vorne und stimmte mit seiner tiefen Stimme das Vaterunser an. Ein altes Ritual, das ich schon viel zu oft hatte miterleben müssen. Wir hatten unsere Toten schon immer so verabschiedet und würden es auch immer tun. Es gab uns Halt, Sicherheit. Dieses Ritual war eines der wenigen Dinge auf dieser Welt, die wir beeinflussen konnten, denen wir nicht hilflos ausgeliefert waren. Ein Fels in der tosenden Brandung, ein Grashalm im Sturm. Ich empfand es als tröstend, zu wissen, dass auch ich eines Tages dort liegen und dass auch für mich dieses Ritual abgehalten werden würde. Vielleicht war es schon in wenigen Tagen soweit, vielleicht erst in vielen, vielen Monaten. Doch jeder hier wusste, dass der Tag kommen würde, an dem andere an unserer statt hier stünden und uns betrauerten.
Schweigend warf ich einen letzten Blick auf den brennenden Körper unseres Bruders, der langsam in den Flammen verschwand. Das Feuer machte uns alle gleich, unabhängig davon, wie gut oder schlecht wir in unseren Leben gewesen waren. Es hatte etwas Friedliches an sich, ihn da liegen zu sehen, gehüllt in seine schwarze Kutte. Ich wusste, dass niemand mehr etwas an seinem Tod ändern konnte und dass niemand ihn hätte verhindern können. Ich wusste nicht einmal, ob er sich nicht sogar den Tod herbeigesehnt hatte. Trotzdem fiel mir der Abschied schwer. Schwerer, als ich zugeben wollte. Noch eine Träne rann über meine Wange. Und noch eine. Ich zog meine Kapuze über, zog sie tief in mein Gesicht, bis es fast vollständig verhüllt war. Die anderen sollten nicht wissen, wie sehr es mich schmerzte. Ich musste stark sein.
„Ruhe in Frieden, Freund“, beendete Fen schließlich sein Gebet und damit die schmucklose Trauerfeier für einen Menschen, dessen Namen die Welt niemals erfahren würde. Auch wenn er so viel für sie geleistet und geopfert hatte. Es war nicht gerecht. Es war niemals gerecht. Wir waren zwar selten mehr als Blätter im Wind der Zeit, doch ich hatte meinen eigenen, kleinen Weg gefunden, der Stille des Vergessens ein Schnippchen zu schlagen. Es war nicht viel, aber es bedeutete mir dafür umso mehr. Ein Zeichen, dass es nicht ganz umsonst war. Und dieses Zeichen war eine große, alte Eiche, die einsam inmitten der Wiese stand, nur ein paar Meter von uns entfernt. Mit dem Respekt, der einem Monument der Erinnerung gebührte, ging ich auf sie zu und legte eine Hand auf die raue, von Wind und Wetter gezeichnete Rinde. Sie war ein alter Freund von mir, hatte so viele Menschen überdauert und würde auch mich überleben. Ich kam stets hierher, wenn ich nachdenken musste, wenn ich trauern oder allein sein wollte. Sie verstand mich, wie sie da stand, unberührt von den Leiden der Menschen, still und stumm. Doch noch lebte ich. Und so bückte ich mich und zog ein kleines Messer aus meinem Stiefel. Zu viele Namen schon hatte der kalte Stahl in diesen Baum ritzen müssen. Zu große Teile der Rinde bewahrten bereits die Erinnerung an zu viele gute Freunde. Aber so lange ich lebte, würde ich den Namen jedes Einzelnen hier bewahren. Zwar nicht für die Ewigkeit, aber für ein paar Jahrzehnte. Das war alles, was ich tun konnte. Ios. So hatte er geheißen.
Ich blieb einen Moment vor dem Baum stehen, senkte meinen Kopf und gedachte seiner. Er war ein guter Freund gewesen, ein tapferer, aufrichtiger Mensch. Pflichtbewusst und loyal. Klischees, das war mir klar, doch ein ehrliches Klischee war besser als so manche Lüge. Nicht alle waren zu Außergewöhnlichem bestimmt. Doch man hatte sich auf ihn verlassen können. Und er war sich nie um einen Spruch verlegen gewesen, egal, wie derb er auch gewesen war. Verdammt. Ich würde ihn vermissen. Ein paar Minuten verharrte ich so. Wenn auch nur ein kleines Detail anders verlaufen wäre, würde er heute hier stehen und nicht ich. Vielleicht auch keiner von uns. Das durfte ich nie vergessen. Und so zollte ich ihm den gleichen Respekt, wie ich ihn auch dem Schicksal zollte.
Irgendwann hörte ich schwere Schritte hinter mir. Ohne ihn zu sehen, wusste ich bereits, dass Fen auf mich zukam. Nur er schaffte es, so laut auf Gras zu gehen und die Stille dieses Morgens so grausam zu zertrümmern. Ich hätte gerne noch ein paar Augenblicke für mich gehabt, aber daraus wurde wohl nichts. Als er bei mir war, legte er seine große Hand auf meine Schulter und zwang mich recht unsanft zum Umdrehen. Ich schloss die Augen, unterdrückte eine letzte Träne und blickte auf.

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