22. Oktober 2021

'Lynnwood Falls - Sommer der Liebe' von Helen Paris

Kindle | Tolino | Taschenbuch
Website | Autorenseite
Wo die Liebe auf dich wartet ...

Hope ist erfolgreiche Tierärztin in New York und führt ein schönes Leben mit ihrem Freund Colin. Bis ein familiärer Notfall sie dazu zwingt, in ihre Heimatstadt zurückzukehren: Lynnwood Falls. Hope will vorübergehend in der Tierarztpraxis ihrer Eltern aushelfen, in der auch Ryan arbeitet - ihre erste große Liebe. Doch die Beziehung ist vor Jahren im Streit auseinandergebrochen. Viele Dinge stehen zwischen ihnen, weshalb sie immer wieder aneinandergeraten. Hope will so schnell wie möglich wieder zurück nach New York. Gleichzeitig fühlt sie sich in der beschaulichen Kleinstadt seit langem erstmals wieder geborgen. Und dann bringt ausgerechnet Ryan ihre Vorsätze zum Schmelzen ...

Der erste Band der romantischen Reihe rund um die kleine Stadt Lynnwood Falls in Maine, in der verlorene Herzen ein Zuhause finden.
eBooks von beHEARTBEAT (Bastei-Lübbe).


Anleser:
Hopes Blick fiel auf den dritten leeren Stuhl, über dem eine Lederjacke hing, die ihr vage bekannt vorkam. Plötzlich erinnerte ihr trockener Mund sie daran, dass sie heute noch kaum etwas getrunken hatte. War das …?
In dem Moment klopfte es an der Tür, und sie öffnete sich.
Da stand er. Höchstpersönlich. Ryan.
Für diese Jahreszeit war er ungewöhnlich braun gebrannt; vermutlich verbrachte er viel Zeit im Freien. Der Dreitagebart, den er früher nicht getragen hatte, stand ihm ausgezeichnet und machte ihn männlicher, als sie ihn in Erinnerung hatte.
Mit einem Blick nahm sie seine schlanke Gestalt in sich auf. Die verwaschene Jeans saß eng auf seinen Hüften, die Füße steckten in Boots, und das khakifarbene T-Shirt spannte über seinen Schultern, die auch breiter als früher zu sein schienen. Seine Größe wirkte fast einschüchternd, doch sicherlich lag es nicht daran, dass er gewachsen war. Colin war nur ein Stück größer als sie, während Ryan sie um beinahe einen Kopf überragte.
Ihr Pulsschlag hämmerte ihr so laut in den Ohren, dass sie meinte, jeder im Raum müsse ihn hören. Er übertönte auch das Piepen der medizinischen Gerätschaften ihres Vaters.
Ihre Glieder schienen sich in Beton verwandelt zu haben, und sie starrte Ryan einfach nur an, unfähig, sich zu bewegen oder etwas zu sagen.
Auch er war wie in der Bewegung eingefroren und musterte sie stumm. Den Blick aus seinen braunen Augen konnte sie nicht deuten. Lag etwa Wehmut in seinem verhaltenen Lächeln?
Ihre Trennung war nach vier Jahren Fernbeziehung, in denen sie sich nur in den Semesterferien gesehen hatten, aus der Distanz erfolgt. Es war das erste Mal, dass Hope ihm seitdem gegenüberstand. Die vergangenen sechs Jahre hatten seinem guten Aussehen nicht geschadet, im Gegenteil. Das Männliche stand ihm hervorragend. Hätte er nicht einfach dick und glatzköpfig werden können?
„Hallo, Hope“, sagte er schließlich heiser, ohne Anstalten zu machen, ihr die Hand zu reichen. „Wie geht es dir?“
Sie räusperte sich. „Hi. Es war ein Schock, das mit Pops.“
Er nickte bekümmert. Falten gruben sich in seine Wangen. Es schien auch ihn mitgenommen zu haben.
„Und, was ist passiert, Ryan?“, mischte sich ihre Mutter ein. „Wer hat angerufen?“
Er schüttelte sich, als müsste er sich in die Gegenwart zurückbringen. „Mrs Bloombergs Hund ist unglücklich in ein Loch getreten und hat sich vermutlich das Bein gebrochen. Ich sollte gleich los.“
„Kommst du allein klar?“
„Das schaffe ich schon.“ Er legte kurz die Hand auf den Arm ihres Vaters, murmelte etwas und schnappte sich die Lederjacke vom Stuhl. Kurz meinte Hope, seinen Duft nach Kiefern und Sandelholz wahrzunehmen, doch vielleicht hatte sie es sich auch nur eingebildet.
Das Leder der Jacke knirschte, als ihre Mutter ihn umarmte. „Richte Mrs Bloomberg liebe Grüße aus und alles Gute. Danke, dass du für uns da bist.“
Sanft tätschelte er ihren Rücken. „Da gibt es nichts zu danken, das ist selbstverständlich. Ich wäre gern geblieben und hätte die Ergebnisse gehört. Ich schaue, ob ich draußen noch einen Arzt erwische. Sag mir bitte gleich Bescheid, wenn ihr etwas Neues von Glenn wisst.“ Er umarmte auch Francy und nickte Hope zu. „Dann mach’s gut! Ich wünsche dir alles Gute!“ Mit der Andeutung eines Lächelns war er zur Tür hinaus.
Hope ließ sich auf den frei gewordenen Stuhl sinken, meinte, noch Ryans Körperwärme darauf zu spüren, und ergriff die Hand ihres Vaters, ohne die Kanüle zu berühren. Seine Finger waren kalt. Sie redete sich ein, dass das seltsame Gefühl in ihrem Bauch allein daher rührte, dass sie sich um ihren Vater sorgte.

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15. Oktober 2021

'Diana & Julius und das Buch der Katastrophen - Band 1: Die Wasserhexe' von Daniela Muthreich

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Daniela Muthreich
Diana konnte nicht ahnen, dass sie die Geschichte, die sie heimlich im Buch ihrer Freundin gelesen hatte, selbst erleben würde. Auch war ihr nicht klar, dass sie in diesem Moment den Zugang zu einer geheimen Verbindung in die Zwischenwelt öffnete und damit die Geister der Katastrophen weckte. Ihr bisheriges Leben veränderte sich vollkommen.

Bei der Suche nach den Ursachen für ein Unglück, welches ihr Dorf heimsuchte, erlebt sie mit ihrem Freund Julius eine unglaubliche Geschichte, welche die beiden ins Mittelalter zurückführt. Sie treffen auf magische Wesen, kämpfen gegen Verbündete des Bösen und schließen Freundschaften mit fabelhaften Geistern. Ihre Aufgabe ist es, mithilfe von Zauber-Rätseln eine längst vergangene Katastrophe zu verhindern, um das gegenwärtige Schicksal ihres Dorfes umzukehren. Doch können sie es schaffen, sich und ihre Freunde und Verwandten zu retten?

Für Leser ab 10 Jahren – spannend und gruselig ohne grausam zu sein.

Anleser:
Eine Nacht im Kloster
[…] »Nebelsee. Was soll das sein?« Als die Klosteruhr zehnmal schlug, öffnete Diana vorsichtig ihre Tür und schlich die Treppe hinunter. Der Weg in den Garten war ihr inzwischen bekannt. Sie atmete auf, als sie vor den Kräuterbeeten stand, die vom Mondlicht schwach angestrahlt wurden. Wo war denn jetzt Julius? Suchend blickte sich Diana um und vernahm schon in einiger Entfernung Schritte. Bevor sie ihren Freund beim Namen rufen konnte, zischte jemand von hinten: »Du bist nicht allein! Sei leise!«
»Wer ist denn bei mir?«, fragte das Mädchen und zitterte am ganzen Körper.
»Die haben hier Wachen! Du musst aufpassen!« Diana drehte sich mit einem Ruck um, aber das Einzige, was sie im Mondschein sehen konnte, waren die Umrisse eines Besens […] schnell versteckte sie sich hinter einem Gebüsch, als auch schon zwei Personen in Umhängen durch den Kräutergarten liefen. Sie verschwanden beim verborgenen Eingang in der Klostermauer.

Blick ins Buch (Leseprobe)

14. Oktober 2021

'Dein letztes Stündlein' von Janette John

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website | Autorenseite
»Wer stehen bleibt, wird sich nicht verändern. Und wer sich nicht verändert, bleibt stehen.« Janette John

Es gibt immer einen Weg zur Umkehr.
Entscheide DICH!


Er ist ein Einzelgänger und lebt gut damit. Wozu braucht er eine Frau, die ihm Scherereien bereitet und ständig am Meckern ist? Besser ist es alleine, wäre da nicht die Gier nach Nähe, fremder Haut und Zärtlichkeit. Doch aus Zuneigung wird Hass und aus Lust wird Qual, welche er jenen zuteilwerden lässt, die bei ihm ein neues Zuhause suchen. Die Kripo Bodensee sieht sich einem menschlichen Abgrund gegenüberstehen, der ihr bislang nur aus Horrorfilmen bekannt war.

Dein letztes Stündlein – Wer suchet, der stirbt!
Der 16. Fall der Kripo Bodensee.

Anleser:
"Was glauben Sie wohl, wie schwierig es ist, in Konstanz eine bezahlbare Wohnung zu finden?
Wie bitte?
Was? Nein!
Ich sagte Ihnen doch, dass ich eine Wohnungsanzeige aufgegeben habe, woraufhin dieser Mann anrief. Ich inseriere schon seit Wochen. Ohne Erfolg, bis … Entschuldigen Sie bitte, dürfte ich ein Glas Wasser haben?
Danke!
Ich suche eine Wohnung im Grünen, möglichst in Uninähe.
Wie bitte? Das können Sie mir nicht vorwerfen. Viele inserieren mit persönlichem Foto. Die Wohnungseigentümer möchten doch wissen, mit wem sie es zu tun bekommen.
Was dann geschah? Nun, nach dem Anruf fuhr ich zu einer Bushaltestelle. Ja, Sie haben recht, ich war arglos. Aber wir kamen am Telefon sofort ins Gespräch. Als ich hörte, dass er selbst Lehrer ist, war das Eis gebrochen. Dazu vernahm ich im Hintergrund Kindergeschrei, woraufhin er mir von seinen Enkeln vorschwärmte. Hätten Sie da an ein Monster gedacht? Ich nicht. Ich habe schlaflose Nächte seither. Angstschübe. Und ständig dieses Zittern.
Wo soll ich beginnen? Nach dem Anruf fuhr ich zu der Haltestelle. Ein Pkw hielt und ich stieg in den Wagen.
Wie er aussah, wollen Sie wissen?
Er war vermutlich nicht besonders groß. Ein Großvatertyp würde ich sagen. Halbrunde Glatze, Jeans, Hemd, darüber einen Pulli. Das war einer, den keiner wirklich wahrnimmt. Weder ein Frauenschwarm noch einer, den man zweimal anschaut.
Moment, lassen Sie mich einen Schluck trinken, meine Kehle ist trocken.
Das Haus lag etwas abseits, was mir gut gefiel, zudem in der Nähe meiner Arbeitsstätte. Das Anwesen war etwas schmuddelig, doch es besaß einen Garten. Ich fühlte mich sofort heimisch.
Jetzt drängeln Sie nicht so. Ich muss nachdenken. Das meiste hab ich verdrängt. Im Haus sah ich Familienfotos. Als ich ihn nach seiner Gattin fragte, sagte er, dass sie mit den Enkeln in die Stadt gefahren sei, damit er mir in Ruhe alles zeigen könne.
Eigentlich wollte das Ehepaar nicht mehr vermieten. Zu viele schlechte Erfahrungen mit Mietern, meinte er. Aber bei mir machten sie wohl eine Ausnahme. Die Wohnung lag unter dem Dach. Hübsch, mit Schrägen, neuem Bad, kleiner Küche und zwei Zimmern. Ein Traum. Ich sagte sofort zu, woraufhin wir in sein Wohnzimmer gingen, um den Mietvertrag zu unterschreiben.
Bedenken? Nein, die hatte ich nicht. 500 Euro warm für 60 Quadratmeter waren einfach nicht zu toppen. Ich unterschrieb, was wir mit einem Handschlag besiegelten. Kurz vor dem Verlassen seines Hauses wollte er mir noch den Garten zeigen. Er wies mir eine Tür.
Ich öffnete sie. Es war dunkel, also suchte ich nach dem Lichtschalter und fühlte plötzlich eine Pranke auf meiner Schulter, die mich packte. Ich fiel hin und rutschte in die Tiefe. Es waren Sekunden, in den ich nicht wusste, ob ich das nur träumte. Als ich stoppte, sah ich die Hand vor Augen nicht. Ich hörte ihn lachen. Danach vernahm ich ein Türeschlagen und es wurde still.
Können wir eine Pause machen? Ja, ein Kaffee wäre jetzt nicht schlecht. Danke!
Eine Weile lange dachte ich, sterben zu müssen.
Nach dem Sturz bin ich eingeschlafen. Wieso? Darüber habe ich mir auch schon den Kopf zerbrochen. Ich nehme an, er hat mir irgendetwas in den Kaffee getan, den er mir angeboten hatte. Auf alle Fälle muss ich ein paar Stunden geschlafen haben. Als ich erwachte, sah ich mich in einem Keller liegen, noch dazu auf einem breiten Bett mit Gitterstäben an den Enden. Ich spürte in mich, dachte an sexuellen Missbrauch. Aber nichts dergleichen scheint passiert zu sein. Zumindest fühlte ich mich körperlich unbeschadet. Trotz allem wusste ich, dass das nicht der Normalität entsprach. Ich suchte nach einem Ausweg. Nur ohne Handy?
Ob jemand davon Kenntnis hatte, wollen Sie wissen?
Nein, ich sprach mit niemandem über die Wohnungsbesichtigung.
Und dann?
Dann begann er, mit mir über ein Mikrofon zu kommunizieren. Er machte sich über meine Dummheit lustig und darüber, wie ich glauben konnte, eine derart günstige Wohnung in Konstanz zu finden. Er verlangte, dass ich mich auf das Bett lege, Arme und Beine spreize, was ich ablehnte, woraufhin er mir Essen und Trinken verweigerte. Ich hielt das nicht lange aus, irgendwann kam ich seinem Wunsch nach. Was blieb mir anderes übrig?
Im Anschluss ging der Horror erst richtig los.
Über meinem Kopf befanden sich Handschellen, die ich um meine Gelenke legen sollte. Erst danach bekäme ich etwas zu essen, hat er gesagt. Anfangs haderte ich noch.
Ja ich weiß, er hätte lügen können. Hatte ich eine Wahl? Nein!
Ich schloss die Handfesseln. Daraufhin hörte ich, wie sich eine Tür öffnete, die seitlich von mir lag. Plötzlich stand er vor mir.
Er sah zu mir, erst auf die Hände, wohl um zu prüfen, ob sie angeschnallt waren, anschließend auf meine Brüste und weiter hinab. Was später kam, lässt mich immer noch erstarren. Er spreizte mir die Beine und legte meine Fußgelenke in Ketten. Danach gab er mir zu trinken, fütterte mich, was er seinerseits mit einem Streicheln auf die Wange lobte. Dazu lächelte er immerzu.
Langsam, drängeln Sie nicht so!
Er setzte sich auf die Bettkante und umfasste meine Brüste, knetete sie, ließ los und begann von Neuem, während ich die Augen schloss und den Kopf beiseite drehte. Ich hörte ihn schnaufen. Es erregte ihn und es war grauenvoll."

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13. Oktober 2021

'Balmsund - Fegefeuer' von Christian Wagnon

Kindle (unlimited)
Website Christian Wagnon
Ein junges Mädchen tot in einem Kanalschacht – ein Fischerdorf in Aufruhr – eine Provinzpolizistin, die an ihre Grenzen kommt – ein Kommissar, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird – und die grandiose Kulisse einer Klippenlandschaft, in der Meer und Naturgewalten das Leben der Menschen bestimmen ...

Distriktkommissar Adam Canetti ist gerade außerhalb, als ihn die Nachricht ereilt, dass in Balmsund die Leiche eines jungen Mädchens in einem stillgelegten Kanalschacht entdeckt wurde. Genau wie Lisbeth Wolf, die Polizistin von Balmsund, steht er vor einem Rätsel. Wer ist das Mädchen? Und wer hat es in diesen Küstenort gebracht?

Im Fischerdorf Balmsund, fest im Griff von Schnee, Eis und Kälte, einem Schneesturm und durch die Sperrung der Küstenstraße nur noch per Schiff und Hubschrauber zu erreichen, droht Panik auszubrechen. Und als sich herausstellt, wer das Mädchen ist und eine Verhaftung vorgenommen wird, steht der Ort vollends Kopf. Ein Abgrund tut sich auf, in den sich Lisbeth Wolf persönlich verstrickt, Adam Canetti mit jemanden aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird, den er lieber vergessen hätte, und ein junger Mann fast an den Rand des Wahnsinns gerät ...

Anleser:
Adam Canetti sehnte sich nach einer heißen Dusche, einem heißen Tee und danach in seinen Schlafsack zu kriechen und alles auszublenden, was an diesem Tag passiert war. Dabei war es gar nicht so schlecht gelaufen. Wenn alles gut ging, konnte er übermorgen seinen Bericht schreiben und nach Balmsund zurückkehren. Aber es hatte bereits morgens damit angefangen, dass er verschlafen hatte, dann zu spät am Hafen gewesen war und das Boot der Küstenwache noch mal hatte anfordern müssen, um auf diesen Kutter zu kommen. Und dann war Wasser so unglücklich unter seine an sich wasserfeste Montur gekommen, als er in das halb unter Wasser liegende Unterdeck des havarierten Kutters gestiegen war, dass er befürchtete, sich eine Lungenentzündung zuzuziehen, während sein Körper mühsam versuchte, den Kälteschock auszugleichen. Der Nachmittag war mit endlosen Debatten in der Polizeistation angefüllt gewesen, alles Dinge, die mit dem Unglück, das zu untersuchen er gekommen war, gar nichts zu tun hatten, ihn aber so genervt hatten, dass er sich fragte, ob er urlaubsreif war. Nicht, dass das Letztere große Bedeutung gehabt hätte, nicht bei dieser momentanen Urlaubssperre.
Er ahnte nichts Gutes, als er auf dem Display die Nummer seines Chefs sah, und es war auch nichts Gutes.
»Lassen Sie alles stehen und liegen«, sagte der Polizeichef. »In Balmsund hat man eine Leiche gefunden. Ein junges Mädchen. Fahren Sie morgen früh –«
»Ich nehme das Postschiff«, sagte Adam. Es kam ihm ganz recht, Aloja verlassen zu können, den Rest dieser unerquicklichen Sache konnte auch die Polizeistation dort erledigen.
»Lisbeth dreht am Rad«, sagte der andere. Ach, was, dachte Adam. Ich möchte dich sehen, wenn du plötzlich ganz allein mit einer Leiche da stehst. Also, so gut wie allein, denn natürlich gab es da noch Gunni. Der mochte ganz clever sein, wenn es um Schafdiebe ging oder darum, Schlägereien zu schlichten, aber Mord, das war eine ganz andere Liga.
»Ich habe versucht, ein paar Leute von der Spurensicherung für euch zu bekommen«, sagte Henneberg. »Aber momentan –«
»Schon gut«, sagte Adam. Schließlich konnte Henneberg nichts für die Situation, dass ungefähr die Hälfte aller Polizisten in den Norden abgezogen worden war, weil die Politiker den Leuten versprochen hatten, diese drei Terroristen zu finden, die der Polizei in der Hauptstadt vor dem ersten Zugriff durch die Lappen gegangen waren und sich seitdem in den endlosen Wäldern im Norden versteckt hatten und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten. Und es war nicht so, als hätte man davor schon einfach aus dem Vollen schöpfen können, das hatten sich manche nur eingebildet. »Ich ruf sie gleich an.«
Es überschnitt sich, denn gerade als er Lisbeths Nummer aufrufen wollte, sah er, dass sie bereits aufleuchtete.
»Gott sei Dank«, sagte Lisbeth. »Ich dachte schon, du wärst draußen auf diesem abgesoffenen Kutter.«
»Was ist passiert? Henneberg hat mich gerade angerufen.«
»Wir haben eine Leiche gefunden«, sagte sie. »In dem Kanalschacht auf dem alten Kirchengelände. Heute Morgen kam ein Handwerker, um ihn zu inspizieren, und fand sie darin. Ein junges Mädchen.«

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12. Oktober 2021

'Baltic Sea - Zweite Chance auf Rügen' von Ina Glahe

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Ina Glahe
Hol dir den Sommer zurück und erlebe Rügen fernab der Touristen-Hotspots.

Als Zale Mavie fragt, ob sie als Freunde zusammen an die Ostsee fahren wollen, braucht sie nicht zu überlegen – denn sie war schon als Teenagerin in ihn verliebt. Die beiden kommen sich näher und Mavie könnte platzen vor Glück. Doch nach einigen glücklichen Jahren kommt der Tag, an dem sie nur einen Ausweg sieht, um Zales Zukunft nicht zu zerstören: Sie muss sich von ihrem Traummann trennen ...

Durch einen Zufall treffen sie sich auf Rügen wieder. Schafft es die Insel, sie wieder zu vereinen? Oder wird Mavie an ihrer Entscheidung zerbrechen? Und was hat ein Hund mit all dem zu tun?

Der neue Second-Chance-Liebesroman der Kindle-Bestseller-Autorin Ina Glahe.

Anleser:
»Du schaffst es, dass ich mich wie eine Prinzessin fühle, auch wenn wir mitten in Ruinen stehen.« Der Blick in seine Augen fällt mir schwer, weil ich mir eingestehen muss, dass ich mir etwas vorgemacht habe. Ich kann nicht eine Woche mit ihm wegfahren, ohne dass meine Gefühle eskalieren. Es hat ja nicht mal einen Tag funktioniert.
Zale lächelt mich an und legt mir eine Hand an die Seite meines Halses. Sein Daumen streichelt meine Wange. »Wenn ich könnte, würde ich dir genau hier ein neues Schloss bauen.«
»Mir wäre es lieber, wenn wir in die Vergangenheit reisen könnten, um zu verhindern, dass alles zusammenbricht.« Mit diesen Worten weiß ich selbst nicht mehr, ob ich vom Schloss oder von uns spreche.
Wären wir nicht Zale und Mavie, würde ich ihn küssen. Doch er ist der Mann meines Lebens und ich habe unfassbare Angst, mich zu blamieren, weil ich gerade etwas fehlinterpretiere. Zumal wir noch weitere Tage auf Rügen verbringen werden.

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7. Oktober 2021

'Verliebt in der Toskana: Das Aroma eines Sommers' von Mia Sole

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Mia Sole auf Facebook
Wenn die Seele nach Freiheit ruft und das Herz eine Heimat sucht, ist es Zeit für eine Veränderung.

Auf einer Weinmesse in Verona lernt das ehemalige Topmodel Joanna den Winzer Leonardo kennen. Anstatt sich auf ihren neuen Job zu konzentrieren, zieht es sie immer wieder auf dessen Weingut in der malerischen Toskana. Dabei wäre es doch wirklich besser, sie würde sich Leonardo aus dem Kopf schlagen. Schließlich ist er bereits mit Emma liiert, die alles dafür tut, um den Erfolg seines Weines voranzutreiben.

Wie es der Zufall will, ist Tommaso, Joannas aktueller Liebhaber, Leonardo alles andere als wohlgesinnt. Und welche Interessen verfolgt Scheich Omar, der auf einmal in Joannas Leben gehörig mitmischt?

Anleser:
Hast du dir schon einmal gewünscht, einem Mann zu begegnen, der dich nicht nur wegen deines Aussehens akzeptiert und liebt? Ich ertappe mich ständig dabei, wie ich davon träume, dass mich ein solcher Mann auf seinem Motorrad entführt, raus aus der Großstadt, hinein in die ländliche Idylle. Gemeinsam reiten wir über Wiesen und Felder und fühlen uns frei. Ich kann mir sicher sein, dass er mich liebt – nicht wegen meiner wallenden Mähne oder meines Körpers. Er liebt mich, weil wir denselben Humor haben, weil ihn meine Nähe glücklich macht und er mein Lachen liebt. Er liebt mich, wenn mein Haar zerzaust ist, genauso wie am Morgen direkt nach dem Aufstehen, wenn meine Augenlider noch zusammenkleben. Er liebt mich in Schlabberhose und ungeschminkt. Was muss das für ein Gefühl sein, um meiner selbst willen geliebt zu werden!

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6. Oktober 2021

'Verguckt' von Jutta Schönberg

Kindle (unlimited)
Website | Autorenseite
Der ehemalige Bestatter Heinz gewinnt eine Reise nach Kassel, wo er die aparte Martina kennenlernt. Erst am nächsten Tag zeigt sie ihm, dass er sich gleich doppelt verguckt hat ...
Das junge Ehepaar Kapf hat ein Geheimnis. Als Nachbarin Margarete Nessel es entdeckt, geht nicht nur eine Flasche Pepsinwein zu Bruch ...
In der Schule soll Max angeben, welchen Beruf seine Mutter hat. Doch wer ist eigentlich seine richtige Mutter? Der Vater kann sich auch nicht mehr so genau erinnern ...

Diese und weitere neun Kurzgeschichten zeigen die große Bandbreite der Autorin Jutta Schönberg: Texte mit Witz, Krimis, historische und gesellschaftspolitisch relevante Stücke sowie Alltagsgeschichten.

Verguckt – Gute Nachbarschaft – Moderne Zeiten – Der Lebensretter – Zerrissene Bilder (Originalbeitrag) – In der Puppenstube – Waldnutzung – Auf der Suche (Originalbeitrag) – Desintegration – Herr und Sklave – Der erste Arbeitstag – Eine neue Welt

Anleser:
Verguckt
Heinz Abele ärgerte sich noch, als sein Zug in den Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel einfuhr. Seit er im Ruhestand war, hatte er ein neues Hobby: Preisausschreiben. Mit Hingabe bastelte er aufwändige Karten, auf denen er in großer Schrift das Lösungswort vermerkte. Nun hatte er das erste Mal etwas gewonnen: zwei Übernachtungen für zwei Personen in Kassel. Aber dann hatte er mit seiner Frau unablässig gestritten, über alles, worüber man streiten kann, wenn man verreisen will. Schließlich weigerte sich seine Frau mitzufahren. Und so fuhr Heinz allein – und ärgerte sich über die Verschwendung.
Als er ausstieg, atmete er tief ein. Er roch die Luft einer fremden Stadt. Sofort ging es ihm besser, denn die Luft roch nach Currywurst und Pommes frites. Und Heinz meinte ebenso ein paar Tage Freiheit zu riechen. Der Duft leitete ihn zu einer Kneipe, in der er sich die ihm sonst von seiner Frau verbotene Speise leistete. Danach ging es ihm noch besser, denn er hatte Hunger gehabt, weil ihm das Bordrestaurant im ICE zu teuer gewesen war. Seine Frau hatte sich geweigert, ihm ein Vesper zuzubereiten.
Er studierte den Stadtplan und machte sich zu Fuß auf den Weg ins Hotel, denn wer wollte schon ein teures Taxi nehmen, wenn einem nach dem langen Sitzen im Zug sowieso nach Bewegung zumute war.
Im Foyer stand eine aparte Dame, die Heinz auf Mitte dreißig schätzte. Sie trug ein rostrotes Kostüm und eine cremefarbene Bluse mit großer Schleife. Ihre Stöckelschuhe hatten die gleiche Farbe wie das Kostüm, und auch ihre halblangen, braunen Haare glänzten rostrot. Perlen schimmerten an Hals und Ohren. Sie war gekonnt geschminkt. Nur die etwas dicken Waden schmälerten die Eleganz ihrer Erscheinung.
»Bitte, können Sie mir helfen?«, sprach sie Heinz an. Ihre Stimme war dunkel, ihre braunen Augen sahen ihn flehend an. Sie war groß, fast so groß wie er mit seinen einssechsundachtzig.
Heinz schaute kurz in den Spiegel an der Rezeption und überprüfte, ob sein weißes, aber immer noch volles Haar richtig saß, auf das er sehr stolz war.. »Was kann ich denn für Sie tun?«
»Ich würde gerne die beste Sehenswürdigkeit von Kassel besichtigen. Aber der Portier hat mir nur einen Stapel Prospekte in die Hand gedrückt und gemeint, das sei wohl Geschmackssache. Dann wurde er fortgerufen. Wie soll ich mich denn dabei zurechtfinden? Ich habe nur heute Zeit für Besichtigungen. Morgen treffe ich mich mit Freunden zum Feiern.«
»Nun, ich gehe jetzt ins Museum für Sepulkralkultur«, sagte Heinz.
Sie hob die Brauen. »Vielleicht bin ich ja dumm, aber was ist das?«
»Ein Museum für Bestattungskultur. Es zeigt, was mit Sterben, Tod, Bestatten und Trauern in Zusammenhang steht.«

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4. Oktober 2021

'Kalter Tod: Kellers 2. Fall' (Nordfriesland-Krimi) von Hermann Markau

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Hermann Markau
Im nordfriesischen Niebüll geschieht ein Mord. Lars Keller, der just zu der Zeit als frischgebackener Kommissar von der Fachhochschule kommt, übernimmt den Fall und beginnt zusammen mit der Polizeihauptmeisterin Lehnert seine Ermittlungen.

Nach und nach stellt sich heraus, dass es mehrere Menschen gibt, die dem Opfer nicht wohlgesonnen waren und sowohl ein Motiv als auch die Gelegenheit hatten, den Unliebsamen ins Jenseits zu schicken. Bis aber der tatsächliche Mörder gefasst wird, gilt es, sich durch einen Sumpf aus Lügen, Hass und Kindesmissbrauch zu arbeiten.

Band 2 der Lars-Keller-Reihe.

Leseprobe:
Matthias beugte sich zu seinem Nachbarn hinüber und flüsterte ihm hinter vorgehaltener Hand ins Ohr: »Kuck mal, wie der aussieht! Der hat doch die Nacht durchgemacht.«
Tiede verließ seinen Platz neben dem Pult und näherte sich dem Störenfried: »Scheffler!«, sprach er mit erhobener Stimme, »was gibts da zu quatschen?«
Matthias Scheffler richtete sich wieder auf, erhob sich langsam und schaute dem Lehrer frech in die Augen. »Sie sehen müde aus«, meinte er in gespielter Anteilnahme, »sie sollten ...«
»Sag mal! Gehts noch?«, unterbrach Tiede den Sohn des Malers und kaufte dem Frechdachs damit erst einmal den Schneid ab. »Ich glaub, ich steh im Wald.« Er stand dicht vor dem Schüler und starrte ihm wütend ins Gesicht.
Vielleicht war dies die Art, die ihn nie hatte richtig warm werden lassen mit den Leuten der 11cp, sein Hang zum Jähzorn, sein Mangel an Einfühlungsvermögen und pädagogischer Reife. Als Tiede sich umdrehte, um zum Pult zurückzukehren, fand der gedemütigte Schüler seine Fassung wieder und blaffte ihm hinterher: »Du solltest lieber mal daran denken, deine offenen Rechnungen zu bezahlen als unschuldige Schüler runterzumachen.«
Der Rest der Klasse war mucksmäuschenstill und harrte der Dinge, die sich da anbahnten. Schüler sind von Natur aus so, nicht zuletzt deshalb, weil dadurch auch lästige Unterrichtszeit verlorengeht.
Sie sahen, wie Mathe-Ratte sich langsam umdrehte und seinen Kontrahenten fixierte. Er sprach langsam, und er sprach leise, so dass die Drohung, die in seinen Worten lag umso gefährlicher rüberkam. »Wenn du diese Unverschämtheit nicht sofort ...« Aber da stand er bereits vor Matthias und schlug ihm mit der flachen Hand links und rechts ins Gesicht, so dass der Junge beim Versuch auszuweichen mit dem Oberschenkel gegen die Bank stieß und das Gleichgewicht verlor, ins Schwanken kam und schließlich mit lautem Krachen zwischen die Stühle fiel und zu Boden stürzte.
Ein Aufstöhnen ging durch die Menge, hier und da ein erschrockener Schrei.

Blick ins Buch

'Herbstfrühling' von Angelika Godau

Kindle (unlimited) | Taschenbuch
Website Angelika Godau
Sarah reicht‘s! Erst wird sie von ihrem Ehemann wegen einer Jüngeren verlassen, Pubertier Lara macht ihr täglich das Leben zur Hölle und nun auch noch das! Ihre Mutter hat mit 77 plötzlich einen viel jüngeren Freund und will mit dem nach Teneriffa ziehen.

Diesem Plan sagt sie energisch den Kampf an, rechnet aber nicht mit Tochter Lara. Jetzt wird’s richtig turbulent in der Familie ...

Anleser:
Inge Berger ist müde. Dabei hat sie kaum etwas getan, nur dagesessen, gefrühstückt und sich gelangweilt. Früher ist sie morgens fröhlich und unternehmungslustig aufgestanden, neugierig auf das, was der neue Tag ihr bringen wird. Heute ist sie nur noch neugierig auf das Ende, das endgültige, wenn die Zeit, die ein jeder zum Leben bekommt, abgelaufen ist. Ihr Herz scheint bereits zu wissen, dass dieser Moment nicht mehr fern ist, denn die Pausen zwischen zwei Schlägen werden immer länger. Sie fühlt das unangenehme Stolpern, wenn es seinen Dienst wieder aufnimmt. Sie hat zu viel Zeit. Daher lauscht sie ständig in sich hinein und hofft, ihre Pumpe möge begreifen, dass es die Anstrengung nicht lohnt. Dann wird sie dieses letzte Abenteuer er- aber nicht überleben. Diesen einen Augenblick zwischen Leben und Tod, bevor es vorbei ist. Sie stellt ihn sich interessant, zumindest aber tröstlich vor, schließlich hat sie Glück gehabt. Sie ist alt geworden. 77 Jahre, und das allein ist ein Wunder. Schließlich ist sie 1944 in Dresden zur Welt gekommen und hätte diese gleich nach ihrer Geburt wieder verlassen, wäre da nicht die Oma gewesen. Die hatte nicht gezögert, war in den Keller des in Flammen stehenden Hauses gerannt, um sie zu retten. Dafür musste sie ihr ein Leben lang dankbar sein, das war klar, aber sie hatte diese Geschichte zu oft gehört. Gefühlte tausend Mal und mehr und irgendwann nur noch gähnende Langeweile empfunden. Warum sie heute ihre Enkel ebenfalls mit alten Geschichten nervt, versteht sie selbst nicht. Besonders die 14-jährige Lara, die sie mit ihren altklugen Fragen und respektlosen Bemerkungen immer wieder aus der Fassung bringt. Sie scheinen nicht dieselbe Sprache zu sprechen. Chill mal, voll krass, strange und in jedem zweiten Satz dieses schreckliche Wort. Hätte sie früher jemals "geil" gesagt, ah Gott, die Mutter hätte ihr den Mund mit Kernseife ausgewaschen. Als sie das einmal Lara erzählt hat, zuckte die nur mit den Schultern und verzog verächtlich den Mund. Und, obwohl sie verstand, dass sich ein junges Mädchen nicht für das Geschwätz einer alten Frau interessiert, erzählte sie ihr oft solche Geschichten von früher.

Blick ins Buch (Leseprobe)